Nun war es also so weit und die lang geplante Vulkanbesteigung sollte losgehen. Wie abgemacht holte uns der Fahrer des Observatory um 6 Uhr ab und fuhr uns Zur Basis am Parkeingang. Auf der Fahr kamen wir immer wieder an Flüchtlingslagern und UNMOC-Basen vorbei. Davon abgesehen schien die Lage einigermassen stabil zu sein, wie uns auch von mehreren Seiten bestätigt worden war. Die Landschaft präsentierte sich wesentlich Flacher als im benachbarten Ruanda, nur die Vulkane stachen in der Ferne in den Himmel.


Nachdem wir am Parkeingang letzte Formalitäten erledigt hatten begannen wir die Wanderung auf den Vulkan mit unseren beiden Guides. Diese legten zu Beginn ein flottes Tempo vor, sodass wir nicht nur vom Dichten Regenwald nass wurden. Kurz bevor wir von unserer ersten Raststätte wieder aufbrechen wollten kam uns eine Gruppe indischer UN-Soldaten von ihrem Abstieg entgegen. So blieben wir etwas länger und unterhielten uns mit ihnen, wahrend wir mit Ananassaft, Mandeln und Nüssen vom Tablett bewirtet wurden. Ausserdem wurden noch ausführlich Fotos geschossen.

Als wir weiter gingen erreichten wir sogleich den Waldrand und es ging für einige Zeit über Geröll, bevor wir wieder durch ein Waldstück liefen. Zwischenzeitlich wurde auch das Wetter zunehmend unfreundlicher, denn es hatte zu regnen begonnen und war bereits spürbar kälter. Immer häufiger konnten wir auch Stellen entdecken, an denen Gas aus dem Erdinneren strömte.

Mittags gegen ein Uhr erreichten wir die beiden Hütten in denen wir unsere Nacht verbringen sollten.

Wir waren nun doch ganz froh, dass wir ein Zelt den Berg hoch geschleppt hatten, da die Hütte aufgrund einiger fehlender Seitenwände doch recht zugig war und der Wind zu dem den Regen hinein drückte. Zu dem war es auf nun mehr als 3000m auch recht kalt (laut unserem Guide 6°C). Wir stellten also unser Zelt auf und ruhten uns nach einem kleinen Mittagessen aus, bevor wir um 17 Uhr den abschliessenden Aufstieg zum Kraterrand wagten. Dieser ging direkten Weges über den erkalteten Lavastrom. Wir hatten grosses Glück, da die Sicht ausgesprochen klar war und wir so den 500m tiefer gelegenen Lavasee beobachten konnten. Wie uns der Vulkanologe erklärt hatte gibt es das weltweit nur 3 Mal, wobei dieser der grösste sei.


Wieder unten teilten wir mit unseren Guides das Abendessen und verkrochen uns frueh in unsere Schlafsaecke, da der Abstieg bereits fuer 6 Uhr geplant war.
Leider wachte ich nachts um 11 auf; da ich neben einer undichten Stelle im Zelt lag und sich mein Schlafsack mittlerweile voller Wasser gesogen hatte. Den Rest der Nacht war ich dann damit beschäftigt mich irgendwie warm zu halten und ich war doch froh als endlich 5 Uhr war und wir für den Abstieg zusammenpackten.
Bereits kurz vor 9 erreichten wir die Basis an der sich drei belgische Vulkanologen für den Aufstieg bereit machten. Sie waren bereits seit 2 Monaten im Kongo unterwegs und erzählten uns, dass die seit ihrem Studium davon träumten den Nyiragongo zu sehen. Während wir auf unseren Fahrer warteten, sahen wir sie allerdings wieder zusammenpacken und davon fahren. Wie wir erführen hatten sie zwar die gleichen Dokumente, die sie zur Vulkanbesteigung berechtigten, aber der Verantwortliche weigerte sich dennoch sie in den Park zu lassen. Auf Nachfrage erklärte er mir er zweifle daran, dass die Erlaubnis offiziell sei. Uns hätte er hochgelassen, weil wir mit dem Auto der Vulkanologen gekommen waren. Es scheint so als hätten wir wieder einmal ausgesprochen Glück gehabt, oder wie einer der Belgier gesagt hatte: “Das ist Kongo. Im Kongo geht nichts, und im Kongo geht alles.”
Mittlerweile wurde es immer später und unser Fahrer tauchte nicht auf und war auch nicht auf dem Handy erreichbar, da das Netz wieder einmal nicht funktionierte. Glücklicherweise nahm uns ein Major mit nach Goma (und das ganz umsonst!). So kamen wir erneut unbehelligt durch die unzähligen Militärkontrollen unterwegs.
Für den abend verabredeten wir uns mit Michel, der uns mit seinem Schwager abholen kam. Dieser schien Politiker zu sein, wie wir einigern Bemerkungen entnehmen konnten. Er lud uns alle zum Abendessen in einem ausgesprochen edlen Hotel am See zum Essen ein.