Sarah auf Reisen

Danksagung (D)

Posted by loerchs on 14.12.2008

So, hier bin ich wieder. Nach besagtem Abend im Kreise anderer Backpacker habe ich ein letztes mal in Australien mein Hostel gewechselt und bin von Glebe (Western suburbs) ganz fancy fuer die letzten zwei Naechte nach bondi gezogen. An dieser Stelle muss ich mich doch mal ein paar Worte ueber die oeffentlichen Verkehrsmittel auslassen. Eine Katastrophe! Unglaublich, da haengt nirgends ein Plan mit den Stops, da wo die Busse fahren sollen tun sie’s nicht und das Tarifsystem ist mir ein absolutes Raetsel. Hin und wieder habe ich gleube ich etwas laenger an mein Ziel gebraucht als unbedingt noetig gewesen waere. So auch im Falle meines letzten Umzuges, der mich praktisch den ganzen Vormittag gekostet hat. Und dann (nicht, dass mich das irgendwie wundern taete, es ist ja eigentlich eher die Regel) war das Wetter wieder mal schlecht (Wind und ab und zu Regen), also nix mit Strand. Zu erst wollte ich aber sowieso schnell meinen Flug reconfirmen. so hatte cih mir das zumindes gedacht, aber nix war mit “schnell”. Die Dame a der Hotline hat mir erst mal mitgeteilt, dass ich nicht im System sei. Mein e-Ticket sagte mir da aber etwas anderes und nach einiger Suche fand sie mich dann auch. Da ich aber kein Telefon hatte auf dem sie mich zurueckrufen konnte (weiss auch nicht, wozu das ueberhaupt von noeten gewesen waere…) bat sie mich um meine e-mail Adresse. Nun nahm das Drama seinen lauf. Ich begann also zu buchstabieren bis ich an die Stelle “@student” kam, wo ich keine Notwendigkeit mehr dafuer sah. Sie aber schon (zu recht wie sich herausstellte. Sie: “Could you please spell that word for me?” Ich, leicht verwirrt: “student, like a high school student”. Sie: “Yes Madam, would you please spell that word for me”. Ich:”S-T-U-D-E-N-T”. Sie:”Ok, I repeat: “S-T-U-V-E-N-T”. Naja, irgendwann haben wir das Wort auch mit D geschrieben bekommen und nach knapp 10 minuten hatten wir meine e-mail adresse auch ganz im Computer). Nach mehreren Ausfluegen in die Warteschleife bestaetigte sie mir meine Fluege (endlich) teilte mir aber mit, dass meine Passdetails nicht im System seien (haette mich auch gewundert, wenn das Gespraech nach 30 min schon zu Ende gewesen waere). Das wiederum fand ich leicht verwirrlich, weil ich bereits um die halbe Welt mit dem Ticket gereist bin . Das habe ich ihr auch mitgeteilt, aber eine konstruktive Antwort bekam ich nicht. Nur, dass sie das nicht machen koenne. Habe festgestellt, dass ich das dann online auf der Homepage erledigen konnte, was mir eine Fahrt ins Buero von Singapore Airlines ersparte. Den Rest des Tages verbrachte ich mal wieder mit Shopping, weil das Wetter nicht allzuviel zuliess und den Abend in der Innenstadt mit denen von gestern.

Tags darauf regnete es mal wieder den ganzen Vormittag. Kaum hoerte es auf machte ich mich aber auf den Weg an der Kueste entlang nach Coogee. Das schoene an weiten Teilen von Sydney ist, dass die einzelnen Stadtteile wie kleinere Ortschaften sind und man sich selten wie in einer Grossstadt fuehlt. Es stehen dort vor allem Einfamilienhaeuser und in Bondi und suedlich davon sind viele im Jugendstil gebaut. Im Anschluss an den Walk musste ich mich bereits fertig amchen, da ich fuer meinen letzten Abend in Sydney noch eine Karte fuer die Oper ergattern konnte (Ballett, genau genommen). Hier ein kurzer Abriss ueber das Stueck “Manon Lescaut”:

 Manon, auf dem Wege einem Convent beizutreten wird von ihrem bruder besucht. in Paris, Ort der Handlung, erblickt ein wohlhabender Herr Manon, was vom Bruder bemerkt wird. Diese kommen kurzerhand zu einer Uebereinkunft. Wahrenddessen lernt manon den weitaus juengeren, wenn auch aermeren des Grieux kennen. Bis der Herr bruder zurueck ist haben die zwei sich mithilfe von gestohlenem Geld aus dem Staub gemacht. Lescaut (der Bruder) ist etwas ungehalten, kommt nun mit Monseieur GM zu einer ubereinkunft, welcher ebenfalls an einer Heirat mit Manon interessiert und zudem nicht ganz unvermoegend ist (nun sind wir also nicht mehr bei einer Dreiecks- sondern an einer Vierecksgeschichte angelangt). Unterdessen erklaeren Manon und des Grieux sich ihre Liebe, als der offensichtlich sehr geschaeftstuechtige Bruder mit GM ankommt und sie Manon zu einer Heirat mit GM umzustimmen versuchen. Manon scheint im folgenden sichtlich zu schwanken, schlussendlich uberzeugt sie des Grieux beim Kartenspiel zu betruegen. Sie fliegen jedoch auf und fliehen mit dem Geld. Im Eifer des Gefechtes wird Lescaut von der Polizei erschossen (warum der Bruder, war mir allerdings nicht so ganz klar) und Manon der prostitution bezichtigt und nach Amerika verschifft. Des Grieux folgt ihr, toeted den Gefaengniswaerter und die beiden fliehen in die Sumpfe von Louisiana, wo Manon stirbt (sie sah schon seit der ueberfahrt etwas gruenlich aus).

Als das Stueck ferig war regnete es ausnahmsweise mal nicht, sodass ich noch eine Weile im Hafen (harbour bridge) und an der Oper blieb.

Mein letzter halber Tag in Sydney vor dem Abflug verbrachte ich leider ausnahmslos im Hostel (mit kleiner Shoppingunterbrechung in Bondi), weil es aus Eimern goss und Neblig war. Mittags wurde ich dann vom Shuttle abgeholt der mich zum Flughafen bringen sollte. Der leicht verplante zypriotische Fahrer brauchte allerdings mehr als doppelt so lang wie veranschlagt, weil er einen Reisenden vergessen hatte abzuholen und einen nicht fand, sodass wir jeweils ochmal umkehren mussten. Um 5 Uhr ging dann mein Flug in einem A380 nach Singapur. Ein paar Einzelheiten zum Flug:

  • Weihnachtsschmuck im Flugzeug
  • Mundwasser auf der Toilette
  • vieeeeel Beinfreiheit
  • sehr freundliche Flight attendants (wirklich freundlich, nicht so versucht freundlich)
  • gigantische Tragflaechen (was anderes habe ich leider nicht gesehen, beim blick aus dem Fenster)

Nachts um kurz vor 10 Ortszeit erreichte ich Singapore nach 8 h Flug und wollte eigentlich nur noch schlafen. Zuerst musste ich jedoch zu etwas Bargeld kommen, also suchte ich einen Geldautomaten auf. Dieser jedoch weigerte sich vehement mir cash auszuhaendigen, weil meine Karte abgelaufen sei. Diese wiederum behauptete erst im Jahre 2010 abzulaufen. Nachdem weitere zwei Automaten sich allerdings ebenfalls weigerten kam jedoch schon leichte Beunruhigung meinerseits auf. Der aufmerksame Leser mag an dieser Stelle einwenden, dass man auch mit Kreditkarten Geld am Bankomaten holen kann. Ja, kann man schon, wenn man denn den PIN noch weiss… Der Versuch sich online in meinen Bankaccount einzuloggen scheiterte ebenfalls, weil meine Karte nicht gueltig sei (an dieser Stelle moechte ich McDonalds fuer das Gratisinternet danken). Wenigstens konnte ich eine Hotlinenummer finden und ein oeffentliches Telefon (an dieser Stelle moechte ich meiner Kreditkate danken, ohne dich haette dieses Telefongespraech niemals stattfinden koennen). Es stellte sich also heraus, dass mir mittlerweile eine neue Karte zugeschickt worden war und meine alte daher gesperrt worden war (die Dame meinte allerdings, dass sie noch funktionieren sollte, aber Gegenteiliges war ja nun eindeutig bewiesen). Nach halbstuendigem Telefonat (ich feu mich ja schon so auf meine Kreditkartenabrechnung) wurde meine alte Karte relativ unkompliziert wieder freigeschalten (danke Postfinance) und am Tag darauf konnte ich wieder Geld beziehen. Dummerweise hatte ich bis dahin keines. Also fast keines, bis auf 2,80 Singapurische Dollar (danke Papa), aber damit bekommt man immerhin eine grosse Cola bei McDonalds (nochmal Danke) und hat sogar noch 65 cent uebrig. Mangels Geld und in anbetracht der fortgeschrittenen Stunde mangels Transport in die Innenstadt verbrachte ich die Nacht zwischen anderen Reisenden in der Ankunftshalle (nicht unbedingt gemuetlich, aber ich habe schon schlechter geschlafen, schlafen am flughafen). So in etwa mit Beginn des morgendlichen Flugbetriebes erhob ich mich von meinem Nachtlager und versuchte mein Glueck erneut am Bankomaten, der mir nun wiederspruchslos meine gewuenschten  Dollar aushaendigte.

Da mein Weiterflug nach Phnom Penh am folgenden Morgen bereits sehr frueh ging checkte ich mein Gepaeck gleich ein und nahm dann den Zug in die Stadt wo ich den ganzen Tag verbrachte (Orchard Road, Botanischer Garten, Marina, marina barracks) und mir einen neuen Laptop zulegte (interesanntes Design und er riecht, also nicht nach Plastik, sondern nach Parfuem. Das war jetzt aber nicht das Hauptkriterium). Abends wollte ich noch am Raffles Place in einem der Restaurants am Fluss essen, bevor ich wieder zum Flughafen zurueck wollte. An der U-Bahn Station lernte ich eine Indonesierin kennen, die auch alleine unterwegs war (weil ihr Freund arbeitet) und wir sind zusammen essen gegangen (und ich hatte meinen ersten Singapore Sling wenn auch nicht im Raffles, wenigstens am Raffles Place. Recht klebrige Angelegenheit). Dann gings zurueck zum Flughafen, weil ich morgens keinen Zug rechtzeitig bekommen haette (und ich weiss ja mitlerweile, wo sichs dort gut schlaeft).

One Response to “Danksagung (D)”

  1.   Bodo Says:

    uii! ein A380! die dinger fliegen also tatsächlich. irgendwie bedenklich, dass ich nur von einem alu-klotz zum schreiben gebracht werde…

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