
Gastautor Jean-Marc Hensch bloggt: Klimapolitik aus dem Réduit
Klimapolitik aus dem Réduit
02.03.2010 von
Bei den Debatten zur Schweizer Klimapolitik wird unser Land immer wieder zu einem potenziellen Superman und Weltretter aufgeblasen. Zeit also, ein paar Irrtümer aus dem Weg zu räumen und Luft abzulassen.
Irrtum1: Es kommt entscheidend auf den Reduktionsbeitrag der Schweiz an (zum Beispiel um das 2-Grad-Ziel zu erreichen). Richtig ist: Ob die Schweiz 20 oder 30% ihrer CO₂-Emissionen reduziert, bedeutet global eine Differenz von ganzen 0,01% (10% von 0,1 Prozent Anteil an den globalen Emissionen). Gleichzeitig geht in China jede Woche ein neues Kohlekraftwerk ans Netz: Wir sind folglich bezüglich der Gesamtemissionen völlig irrelevant. Damit sage ich nicht, wir sollten nichts tun. Im Gegenteil, wir sind genauso wie alle verpflichtet, unseren Beitrag zu leisten, denn sonst könnten sich viele Länder aus der Verantwortung stehlen. Aber angesichts unserer Bedeutung gibt es keinen Grund, weshalb wir im Vergleich zu anderen übermässige, unsere Volkswirtschaft schädigende Sonderlasten übernehmen müssten.
Irrtum 2: Dank einer rigiden Klimapolitik werden wir in der Schweiz die Green-Tech-Industrie fördern und so volkswirtschaftlich enorm profitieren. Tatsache ist jedoch, dass unsere Politik das Gegenteil tut. Sie buttert das Geld in die Subventionierung möglichst kleiner und somit ineffizienter und ökologisch wenig überzeugender Anlagen. Sie schafft Anreize, möglichst bald unreife Technologien einzusetzen, da diese höhere Beiträge erhalten. Die resultierenden Marktverzerrungen sind nicht nur unfair, sondern auch kontraproduktiv. So führen die heutigen Regeln beispielsweise dazu, dass trotz besserer Ökobilanz das als Treibstoff benötigte CO₂-neutrale Biogas wenig Chancen gegen die Verstromung hat. Machen wir uns nichts vor: Die Photovoltaik-Anlagen für die Entwicklungsländer werden nicht aus der Schweiz oder aus Deutschland stammen, sondern aus China oder – noch besser – vor Ort produziert.
Irrtum 3: Die Schweiz ist ein Vorbild für viele andere Länder, welche sich von uns inspirieren lassen, wie man das Klimaproblem löst. Deshalb müssen wir quasi als Bannerträger allen voran gehen. Das ist natürlich eitles Gewäsch. Unsere Lösungsansätze sind auf andere Länder kaum übertragbar, da wir zum Teil Voraussetzungen haben, von denen andere nur träumen können (Wasserschloss!). Vor allem aber sind unsere Lösungen in der Regel sehr perfekt, übermässig teuer und setzen eine gut funktionierende Infrastruktur (für Service und Unterhalt) sowie genügend ausgebildete Ingenieure voraus. All dies ist in Entwicklungs- und Schwellenländern so kaum je gegeben, weshalb uns – völlig zu Recht – auch niemand zum Vorbild nehmen wird.
Irrtum 4: Im Vergleich zu anderen Ländern tut die Schweiz viel zu wenig. Das Gegenteil ist wahr. Es wird immer wieder vergessen, dass die CO₂-Reduktionsziele stets von einer Ausgangsbasis aus berechnet werden. So ist das Ziel der Schweiz, 20% zu reduzieren, angesichts dessen, dass wir im Bezugsjahr 1990 keine fossile Stromerzeugung hatten, ganz anders zu gewichten als das gleiche Angebot aus einem Transformationsland, das 1990 Strom primär aus Braunkohle und in ineffizienten alten Anlagen erzeugte. Diejenigen Politiker und auch NGO, die heute am lautesten schreien, haben selbst für die CO₂-Reduktion nichts getan. Im Gegensatz zur von ihnen viel geschmähten Schweizer Wirtschaft. Diese hat über die Energieagentur der Wirtschaft, den Klimarappen und mit freiwilligen Massnahmen (Beispiel Zementindustrie) Millionen von Tonnen CO₂ eingespart.
Nachdem dies gesagt ist, freue ich mich nun auf die Kommentare. Diese werden zwar an diesen Fakten wohl nicht rütteln können, aber meine Interessengebundenheit und meine «falsche Einstellung» entlarven. Nun denn: Feuer frei!
Zum AutorGastautor Jean-Marc Hensch ist Direktor des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie.
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Kommentare (13) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen
>>im Bezugsjahr 1990 keine fossile Stromerzeugung<<
Das ist nicht korrekt. Auch Uran ist ein mineralischer fossiler Rohstoff. Bei der Verwendung des Urans im KKW wird kein CO2 freigesetzt. Allerdings gilt dies nicht für die Gewinnung des Urans und auch nicht für die Herstellung des Betons des Atommeilers.
Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung:
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@Lou Renggli
Zu den Emissionszertifikaten:
Beim Emissionshandel erhalten Firmen, die CO2 emittieren, Emissionsberechtigungen. Diese sind handelbar. Wer zuviel hat, kann sie verkaufen, wer zuwenig hat, muss sie kaufen.
Das Total der Emissionsberechtigungen und damit indirekt das Total der Emissionen soll mit der Zeit immer kleiner werden.
Wenn der Emissionshandel sein Ziel erreicht gibt es keine Klimaopfer. In der Praxis funktioniert das System noch kaum. Zum einen sind die Zertifikate zu billig, zum anderen haben die Postsowjetstaaten viele Zertifikate auf der Basis der 1990-er Emissionen zugeteilt erhalten.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind die Emissionen aber massiv gesunken ohne dass bewusst gespart wurde. Hier wurde also Luft zertifiziert. Es gibt auch Betrugsmöglichkeiten mit dem Zertifikatehandel. James Hansen, ein Pionier der Klimaforschung, ist strikt gegen den Zertifikatehandel und befürwortet statt dessen eine Quellensteuer (Steuer am Ort der Emission).
Wälder – Aufforstung und Abholzung – fallen nicht direkt unter den europäischen Zertifikatehandel. Im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM), bei dem Emissionszertifikate gegen klimaschonende Projekte in den Entwicklungsländern aufgerechnet werden, können jedoch Zertifikate im Zusammenhang mit Aufforstungsprojekten oder der Vermeidung von Abholzung getauscht werden.
Zu den Emissionszielen:
Nach Reto Knutti (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2009/11/29/kohlendioxid-und-erwarmung-wie-viel-ist-zu-viel-teil1/) dürfen zwischen 2000 und 2050 nur noch 1000 Gigatonnen CO2 ausgestossen werden und die Emissionen pro Kopf müssen bis 2050 im Weltdurchschnitt halbiert werden. Für Industriestaaten bedeutet diese eine Emissionsreduktion um 80 bis 90%, Indien könnte sogar noch etwas mehr ausstossen und China müsste den CO2-Ausstoss (relativ zu heute) bereits halbieren.
Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung:
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Zum Thema Klimawandel gibt es zwei Fragen, die mir umso länger ich über sie nachdenke umso weniger aufgehen.
Zum einen dass, mit den heutigen Klimazertifikaten, lediglich Alternativenergieprojekte gefördert werden und nicht direkte Massnahmen zur Senkung von Co2 Ausschüssen. Diese helfen zwar auf längere Frist die Emmissionen zu reduzieren, senken aber nicht den momentan effektiven Ausstoss. Und dies obwohl die Klimaerwärmung auf dem Argument aufgebaut wurde, dass sich das Klima nicht um 2 C° erwärmen dürfte. Solange einfach tatsächliche Co2 Ausstösse weggedenkt werden, wird sich das Klima erwärmen. Ausserdem wird die globale Erwärmung, immer auf dem Kopf unzähliger, menschlicher Opfer begründet, welche durch den Klimawanden heimatlos würden. Diese betroffenen Menschen aber erhalten nichts. In Tat und Wahrheit müssten ja auch einen Teil der Einnahmen von den Klimazertifikaten an diese Opfer fliessen, um, dass die real dargestellten Schäden der Klimaerwärmung wieder gut gemacht würden.
Der zweite Gedanke der mich nicht mehr loslässt, ist ob die Welt ihr Klimaziele von der Senkung des weltweiten Co2 Ausstosses um 80 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 global oder länderweise erreichen will? Weil rechnet man die Ausstösse die jährlich durch die Regenwaldrodung entstehen in die Statistik mit ein, so ergäbe das alleine einen Anteil von 20 Prozent gegenüber dem Stand von 1990! So müssten also auch Regenwälder Klimazertifikate erhalten.
Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung:
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Der Autor dieses Beitrags, Jean-Marc Hensch, wehrt sich gegen zu viel Klimaaktivismus, weil er wohl eine wirtschaftlichen Schaden und Wettbewerbsnachteile für die Schweiz befürchtet.
Er denkt dabei stark in den aktuellen klimapolitischen Begriffen wie Reduktionsziele, Erneurbaren Energien, Photovoltaik.
Diese Begriffe können jedoch auch dann hinterfragt werden, wenn man das vom IPCC vorgegebene Ziel – 80% weniger CO2-Emissionen für Länder wie die Schweiz bis 2050 – teilt. Gefordert wird nämlich von den Klimatologen nichts anderes als eine völlige Dekarbonisierung aller wirtschaftlichen Prozesse, wobei die 80% CO2-Reduktion bis 2050 nur eine Zwischenetappe sind.
Versprechungen von bis zu 40% Reduktion bis 2020, wie von Angela Merkel in einer frühen Phase der Verhandlungen in Kopenhagen noch geäussert, sind vielleicht nichts als Täuschung – vor allem wenn man beim Verfehlen des Ziels im Ausland kompensiert.
Ob Deutschland oder auch die Schweiz auf Klima-Zielkurs sind erkennt man nicht an den versprochenen Reduktionszielen, sondern an den Projekten, die in naher Zukunft geplant sind. In Deutschland sind das 26 Kohlekraftwerke, welche frühestens – wenn überhaupt – 2020 mit CCS-Technologie ausgestattet werden. Kohelkraftwerke laufen typischerweise 50 Jahre lang. In der Schweiz sollte man beobachten, welcher Prozentteil der Neubauten mit CO2-armer Heizung ausgestattet ist und wieviele Sanierungen von Altbauten den Heizbedarf senken wollen, denn Gebäude werden typischerweise jahrzehntelang “betrieben”.
Auch Gaskraftwerke wären für eine Schweiz, die eine Dekarbonisierung anstrebt, “verboten”.
Photovoltaik, Einspreisevergütung und viele andere Dinge sind dagegen von sekundärer Bedeutung. Sie können eventuell einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten, dürfen aber nicht zum Selbstzweck werden.
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@Ben Palmer
Eine etragsreiche Landwirtschaft und ein 8 bis 12-stündiger Arbeitstag während mehr als der Hälfte des Jahres im Freien oder in unklimatisierten Räumen sind nur im warmgemässigten Klima und in den (nicht-trockenen) Subtropen möglich. Deshalb haben die USA bei gleicher Fläche 10x mehr Einwohner als Kanada, deshalb sind Skandinavien und Sibirien so dünn besiedelt und deshalb liegen die Hauptstädte Neu-Delhi und Peking im Norden ihrer jeweiligen Heimatländer.
Verschieben sich die Klimazonen im Rahmen der globalen Erwärmung, müssten Kanada und Sibiren mit einer grosse Zuwanderung rechnen – oder aber man bleibt wo man ist und lebt nur noch in einer klimatisierten Umgebung.
Wenn Europäer gerne in heissen Ländern Ferien machen, dann auch darum, weil sie dort nicht arbeiten müssen.
Das Problem der wandernden Klimazonen und veränderten Fruchtbarkeit wurde schon im Artikel “Klimaschutz entschärft künftige Ernährungsprobleme” angesprochen. Bei einer Erwärmung um 4° wäre gemäss dem Autor Bernhard Lehmann ein Nahrungsmitteltransfer vom Norden in den Süden nötig.
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“Schon geringe Klimaveränderungen in der jüngeren Vergangenheit hatten schwerwiegende Folgen für die betroffenen Menschen.”
Gab es damals schon Klimaveränderungen? Wenn ich mir den IPCC-Bericht ansehe, bekomme ich den Eindruck, dass es das erst seit der Industrialisierung gibt
“…dass Hexenverbrennungen oft nach schlechten Erntejahren in der kleinen Eiszeit stattfanden.” Damals waren die Hexen an der globalen Abkühlung schuld, heute ist die Menschheit an der globalen Erwärmung schuld. Inzwischen wissen wir, dass es nicht die Hexen waren … Schlechte Erntejahre waren immer mit Abkühlung verbunden, nicht mit Erwärmung. Weshalb haben die Wikinger Grönland verlassen?
“Versetzten Sie sich aber einmal in die Lage eines Bangladeshers, der wegen steigendem Meeresspiegel wegziehen muss (zugegeben könnte noch 30 Jahre dauern) oder eines afrikanischen Savannenbewohners, wenn plötzlich Dürre auf Dürre folgt.”
Seit jeher besiedeln Menschen freiwillig selbst die unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten. Weshalb sind Eskimos nicht schon seit Jahrtausenden in den Süden abgewandert? Weshalb leben Beduinen in Wüstengebieten? Weshalb leben Menschen in Sibirien?
Bangladesh: “Every year we are losing some land and gaining some land, but gaining more than we are losing.” http://snipurl.com/um94e
“Was würden sie dazu sagen, wenn ihre Kinder nach Skandinavien umziehen müssten, weil es hier nicht mehr gut zum Leben ist.”
Was sagen Sie dazu, dass Menschen nach Australien oder Afrika auswandern, offenbar um in wärmeren Gegenden zu leben? Wohin gehen denn Europäer am liebsten in Ferien?
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@Pius Kuster
Eben. Auch wenn wir alle fossilen Rohstoffe verbrennen,erreichen wir immer noch nicht den CO2-Spiegel der zeitweise auf der Erde herrschte, weil CO2 nicht nur fossiliert sondern auch in Gesteine eingebaut wird (durch die Verwitterung).
geologisches Fazit: Unsere Gegenwart ist eine Kaltzeit, eisfreie Polkappen dagegen sind der Normalfall. Das Klima hat sich oft im Verlaufe weniger tausend Jahre drastisch verändert. Sogar der Mensch hat schon während der letzten Kaltphase unserer Eiszeit existiert.
historisches Fazit: Schon geringe Klimaveränderungen in der jüngeren Vergangenheit hatten schwerwiegende Folgen für die betroffenen Menschen. Es ist wohl kein Zufall dass Hexenverbrennungen oft nach schlechten Erntejahren in der kleinen Eiszeit stattfanden. Palöoklimatologen stellen sich die Frage: “Brachten Dürren das Ende der Maya-Kultur?” (siehe http://archiv.ethlife.ethz.ch/articles/sciencelife/mayaguenther.html).
In der Schweiz sind wir vielleicht nicht Direktbetroffene einer beängstigenden Klimaänderung. Versetzten Sie sich aber einmal in die Lage eines Bangladeshers, der wegen steigendem Meeresspiegel wegziehen muss (zugegeben könnte noch 30 Jahre dauern) oder eines afrikanischen Savannenbewohners, wenn plötzlich Dürre auf Dürre folgt.
Bjorn Lomborg schreibt in seinem Buch. Das südliche Afrika könnte trockener und dürrer werden, dafür regnet es in Ostafrika mehr – also umziehen. Als Europäer lässt sich das einfach sagen. Was würden sie dazu sagen, wenn ihre Kinder nach Skandinavien umziehen müssten, weil es hier nicht mehr gut zum Leben ist.
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Sie zitieren einen Satz von mir: “Wenn wir den ganzen Kohlenstoff wieder nach oben bringen, so wird die CO2 Konzentration maximal so hoch sein wie sie schon einmal war.” und sagen das wäre falsch.
Sie sagen aber selbst dass durch verbrennen von allen fossilen Brennstoffen die CO2 Konzentration nur auf 1000ppm ansteigen würde. Dies ist immer noch weniger als beispielsweise in der Kreidezeit (1700ppm).
Eisfreie Polkappen stellen übrigens erdgeschichtlich den Normalfall dar! (80% – 90%)
Das ist nicht wirklich beruhigend für Küstenstädte. Es ist aber möglich an den Küsten aufzuhören zu bauen. Bis die Flut kommt, sind die Häuser längst abgeschrieben. Und auf jeden fall macht es keinen Sinn die Schuld für den steigenden Meeresspiegel dem Menschen in die Schuhe zu schieben, das Klima würde sich auch ohne Menschen ändern. Der Erwärmungsschub vor 10’000 Jahren war gewiss nicht vom Menschen verursacht und hat zum Aussterben von Mammut, Wollnashorn, Höhlenlöwe, usw. geführt.
Ich kann mich nur wiederholen, bis sie endlich darauf eingehen:
“Das einzig Beständige ist die Veränderung”
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@Pius Kuster
Sie schreiben “Wenn wir den ganzen Kohlenstoff wieder nach oben bringen, so wird die CO2 Konzentration maximal so hoch sein wie sie schon einmal war. ”
Das stimmt nicht. Nicht nur die Fotosynthese “fixiert” den Kohlenstoff. Viel wichtiger ist die Verwitterung. Die Gebirge, die durch kollidierende Platten in die Höhe geschoben werden, sind wie grosse Wundflächen, die das CO2 aus der Atmosphäre binden (Bildung von Kalkstein etc.).
Die letzten paar dutzend Millionen Jahre waren eine tektonisch sehr aktive Zeit und es haben sich gewaltige Gebirge gebildet (Himalaya, Alpen, Anden etc.). Die Verwitterung dieser frischen Gebirge hat sehr viel CO2 gebunden und die atmosphärische CO2-Konzentration so weit abgesenkt, dass schliesslich wegen dem fehlenden CO2-Treibhauseffekt die Eiszeit einsetzte.
Die Hauptquelle von frischem CO2 sind übrigens die Vulkane. Tiere und Pflanzen dagegen lassen CO2 nur kreisen.
Die fossilen Treibstoffe haben sich übrigens über Millionen von Jahren ausgebildet. Kohle, Öl und Gas zusammen machen gar nicht so viel aus gemessen am gesamten Kohlenstoff in unserer Biosphäre. Würde man alle absterbenden Pflanzen 10 Jahre lang vergraben – anstatt verbrennen oder vermodern lassen – hätte man gleich viel Kohlenstoff versenkt wie in aller Kohle, allem Öl und allem Gas zusammen.
Das Verbrennen aller fossilen Treibstoffe würde die atm. CO2-Konzentration auf Werte weit über 1000 ppm erhöhen. Das gab es früher schon: Die Pole würden schmelzen, der Meeresspiegel um 70 Meter steigen (wahrscheinlich langsam über hunderte von Jahren).
Perioden von dutzenden von Millionen Jahren waren ohne Eis an den Polen. Das ist also nichts besonderes – nur dumm dass es so viele Küstenstädte gibt!
Wenn sie mehr über den Zusammenhang von CO2 und Klima wissen wollen, dann empfehle ich ihnen den Vortrag von Richard B. Alley, der sich lange mit damit beschäftigt hat (siehe http://www.agu.org/meetings/fm09/lectures/lecture_videos/A23A.shtml)
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Herr Ben Palmer es ist noch viel “schlimmer”!
All der Kohlenstoff der unter der Erde lagert war einmal als CO2 in der Atmosphäre. Dieser wurde dann durch Fotosynthese in organische Substanzen verwandelt und gelangte dann irgendwie unter die Erde. Wenn wir den ganzen Kohlenstoff wieder nach oben bringen, so wird die CO2 Konzentration maximal so hoch sein wie sie schon einmal war. Den Dinosauriern ging es in einer CO2 reichen Atmosphäre sehr lange gut – bis der Meteorit kam und die Erde sich abkühlte.
Man könnte daraus durchaus etwas lernen.
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Kann man Emissionen reduzieren und daraus sogar einen Gewinn ziehen? Dies ist eine der Fragen, die hier aufgeworfen wird.
Das kann man mit CleanTech ist die gängige Antwort (siehe http://www.bbt.admin.ch/aktuell/medien/00483/00594/index.html?lang=de&msg-id=29962). Aber CleanTech ist ein weiter Begriff, der oft alles irgendwie Nachhaltige umschliesst und darum nicht zwingend mit Emissionsreduktionen verbunden ist. Die direkteste Wertschöpfung ist wohl bei der Bauindustrie zu erwarten.
Ein wichtiger “Gewinn” kann es aber sein, die Importabhängigkeit von Öl (vielleicht auch Gas) zu verringern. Sollte es zu einer Ölkrise kommen, wird es wie in der Finanzkrise Länder geben, die besser oder weniger gut abschneiden. Die Finanzkrise hat ja gezeigt, dass die Aus-und Nachwirkungen einer Krise die Stellung eines Landes auf Dauer verändern kann. Wer schon vorher besser gewappnet ist, kann sich einen komparativen Vorteil herausholen, der lange andauert.
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Sehr geehrter Herr Hensch,
sicherlich sind Ihre “entlarvten Irrtümer”, so wie Sie sie beschreiben, nicht falsch. Zu Irrtum 3 möchte ich allerdings anmerken, dass Sie meiner Meinung nach das “als Bannerträger allen voran gehen” dann zu wörtlich beschreiben und so suggerieren, dass “die Schweiz auch niemand zum Vorbild nehmen wird”.
Meiner Meinung nach kommt es nicht so darauf an, die in der Schweiz implementierten Lösungsansätze ins Ausland, d.h. vornehmlich in Entwicklungsländer, zu “exportieren”. Natürlich spielt “technology transfer/spillover” immer eine Rolle, aber wenn dies aufgrund der Gegebenheiten im Entwicklungs-/Schwellenland keinen Sinn macht, sollte es auch nicht auf Biegen und Brechen versucht werden. Vielmehr glaube ich, dass die Schweiz als hochentwickeltes Land, mit höchstem Lebensstandard und exzellenten Möglichkeiten, den guten Willen signalisieren sollte, dass Bereitschaft zum Zurückschrauben der Emissionen besteht. Wer lange auf grossem Fusse lebt/gelebt hat und über grossen Reichtum verfügt, sollte nunmal einen grösseren Anteil an persönlichen Einschneidungen in den nächsten Jahren akzeptieren. Wer kann sonst rechtfertigen, dass Brasilien/Indien/China… unbedingt ihre Emissionen in den Griff bekommen müssen?
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Selbst wenn die ganze Menschheit während der nächsten 10 Jahre kein CO2 mehr emittiert, kann das 2°C nur dann eingehalten werden, wenn die Natur es einrichtet. Es gibt bisher keine experimentellen Daten über das Forcing insgesamt, noch viel weniger über den Anteil von CO2. In den letzten Jahrzenten hat die CO2-Emission zugenommen, nicht jedoch die Temperatur.
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