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Lernen einmal anders

26.02.2010 von Studentin , ETH Zürich

Ein Windpark in Österreich. 36 Studenten aus 28 verschiedenen Ländern und vier Kontinenten, Professoren aus den USA, Österreich und der Schweiz, ein deutscher Künstler und die internationalen Organisatoren, wir alle warten auf die praktische Einführung ins Thema erneuerbare Energien. Willkommen zum „Youth Encounter on Sustainability (YES) in Central and Eastern Europe“!

Zwei Wochen intensive Zusammenarbeit

Die von der „Alliance for Global Sustainability“ (AGS) im Jahr 2000 ins Leben gerufene Sommerschule bietet uns ein eindrückliches Kontrastprogramm zu sonstigen Veranstaltungen unserer Hochschulen im Themenbereich Umwelt und Nachhaltigkeit.

Wir blicken einem Biobauern über die Schulter, besichtigen eine Recyclingfirma in Burgenland und klettern mit dem Betreiber des Windparks in eine der Windenergieanlagen, besuchen das Europäische Zentrum für erneuerbare Energie und den Nationalpark Donauauen. Neben den positiven Aspekten von biologischem Gemüse- und Obstanbau, Recycling und erneuerbaren Energien hören wir auch über deren Nachteile. Wir erfahren zum Beispiel, dass der Recyclingprozess Unmengen an Energie verschlingt und sich die durchschnittliche Windenergieanlage im besuchten Windpark bei einer Lebensdauer von 20-30 Jahren erst nach einigen Jahren energetisch amortisiert.

Neben den zahlreichen Exkursionen halten Experten aus dem natur- sowie dem sozialwissenschaftlichen Bereich Vorträge, und wir erörtern und diskutieren unsere individuellen Standpunkte in kleinen Gruppen und im Plenum. Abends werden wir mit Klaus dem Künstler kreativ – wie stellt man „Nachhaltigkeit“ bildlich dar?

Kulturelle Unterschiede verstehen

Einer der Kernaspekte der Sommerschule ist die nationale, kulturelle und sprachliche Vielfalt der Teilnehmer. Wir wissen: Globale Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung wie Armut, Korruption, Mobilität, Energie, Umwelt und Klimawandel lassen sich nur bedingt im nationalen Kontext lösen. Umso wichtiger ist das gegenseitige Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen.

Im Gespräch kristallisieren sich verschiedene Sichtweisen, geprägt durch den unterschiedlichen „Background“ heraus. Und nicht selten überrascht uns Europäer der Standpunkt der südlichen Kollegen. So steht auf meiner Liste der globalen Herausforderungen an erster Stelle Umweltschutz und Klimawandel. Für Jeremy aus Kenia hat die Bekämpfung der Korruption höchste Priorität. Im Verlaufe der Sommerschule wandelt sich Unverständnis langsam in Nachvollziehen, und Fremde werden zu Verbündeten und Freunden.

Mit viel Motivation an die Umsetzung

Die intensive Zusammenarbeit hat mir gezeigt, dass wir mit gegenseitigem Respekt und Akzeptanz Steine aus dem Weg schaffen und viel erreichen können. Auch hat sich mein Interesse für Umwelt und Klima weiter verstärkt: Zusammen mit anderen YES-Alumni arbeite ich seither an der Implementierung der 2000W-Gesellschaft im Verein „Care for Climate“ (www.careforclimate.org).

Weitere Informationen

Youth Encounter on Sustainability (YES): www.actis-education.ch

Zur Autorin

Katja Halbritter ist dipl. Chemikerin und schreibt zurzeit eine Masterabeit an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

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