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Quelle: Shutterstock

Klimawandel beeinflusst Anbau und Erträge von Kulturpflanzen

Die Klimaprognosen sehen vermehrt sommerliche Hitzeperioden, aber auch verstärkt Unwetter voraus. Dadurch wird auch der Anbau von Nahrungspflanzen beeinflusst. Nicht in allen Regionen der Welt werden die Auswirkungen gleich stark zu spüren sein.

Der IPCC-Bericht aus dem Jahre 2007 und seither erschienene Studien lassen kaum Zweifel daran, dass der Mensch das Klima auf der Erde verändert. Dieser Klimawandel hat weltweite Auswirkungen. Hitzeperioden, Dürren und Starkniederschlägen haben zugenommen, und der Meeresspiegel steigt, weil sich das erwärmte Wasser ausdehnt und zudem Polareis schmilzt.

Diese Veränderungen beeinflussen auch den Anbau von landwirtschaftlichen Kulturen.

Prognostizierte Auswirkungen des Klimawandels auf die Land- und Fortwirtschaft sowie Ökosysteme (Quelle: IPPC-Bericht 2007)

Phänomen und Richtung des Trends Land- und Forstwirtschaft und Ökosysteme
Über den meisten Landflächen wärmere und weniger kalte Tage und Nächte;

wärmere und häufiger heisse Tage und Nächte

– höhere Erträge in kälteren Gebieten; geringere Erträge in wärmeren Gebieten
-zunehmende Massenvermehrung von Insekten
Wärmeperioden / Hitzewellen: Zunahme der Häufigkeit über den meisten Landflächen – geringere Erträge in wärmeren Regionen durch Hitzebelastung
– erhöhte Gefahr durch Flächenbrände
Starkniederschlagsereignisse: Die Häufigkeit nimmt über den meisten Gebieten zu. – Ernteschäden
– Bodenerosion, Verhinderung des Anbaus durch Vernässung der Böden

Erträge in Schweiz nehmen zu, Bewässerungsbedarf steigt

Klimaprognosen lassen erwarten, dass in mittleren bis hohen Breiten und bei einem Anstieg der lokalen mittleren Temperatur um 1 bis 3 °C das Ertragspotenzial der Nutzpflanzen etwas zunimmt. Steigt die durchschnittliche Temperatur aber mehr an, so wird der Ertrag in einigen Regionen zurückgehen.

In der Schweiz dürfte sich eine moderate Klimaerwärmung von weniger als 2 bis 3 °C im Jahresmittel bis 2050 allgemein positiv auf die Landwirtschaft auswirken. Das Gras- und Kräuterwachstum der Wiesen dürfte als Folge der längeren Vegetationsperiode zunehmen. Aber auch der potenzielle Ertrag vieler landwirtschaftlicher Kulturpflanzen wird bei ausreichendem Wasser- und Nährstoffangebot steigen.

Von dieser Ertragssteigerung könnte auch die Tierproduktion profitieren, da die Futtermittel dann kostengünstig sind. Zudem können die Tiere länger auf der Weide grasen. Allerdings wird es im Sommer auch in der Schweiz wegen der Zunahme von Hitze und Trockenperioden vermehrt zu Trockenheit kommen und der Bedarf an Bewässerung wird vielerorts steigen. Es wird deshalb wichtig sein, das vorhandene Bewässerungswasser möglichst effektiv zu nutzen.

Klimawandel wirkt sich regional unterschiedlich aus

Afrika: Insbesondere für die Länder und Regionen Afrikas werden durch den Klimawandel schwerwiegendste Beeinträchtigungen der landwirtschaftlichen Produktion vorausgesagt. In einigen Ländern könnten sich die Erträge aus der vom Regen abhängigen Landwirtschaft bis im Jahr 2020 um bis zu 50 Produzent reduzieren. Weil Afrika zudem aufgrund der wirtschaftlichen Situation nur schwer auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren kann, ist Afrika gemäss neuer Studien einer der verwundbarsten Kontinente gegenüber Klimaschwankungen und Klimaänderungen.

Asien: In Ost- und Südostasien verheissen die Klimamodelle einen möglichen Anstieg der Erträge um bis zu 20 Prozent. Für die Regionen Zentral- und Südasien hingegen sind die Prognosen schlecht: Dort wird voraussichtlich bis zu 30 Prozent weniger geerntet. Weil in vielen dieser Gebiete die Bevölkerung stark zunimmt, ist dort das Hungerrisiko besonders hoch.

Südamerika: Im Osten von Südamerika sagen die Klimamodelle voraus, dass bis im Jahr 2050 die tropischen Wälder langsam durch Savannen abgelöst werden. Dies aufgrund der steigenden Temperaturen und der damit verbundenen Abnahme der Bodenfeuchtigkeit. In trockeneren Gebieten Südamerikas führt die Klimaänderung voraussichtlich zu Versalzung und Wüstenbildung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Dies wird die Nahrungsmittelversorgung negativ beeinflussen. In den gemässigten Zonen hingegen wird ein Anstieg der Erträge von Sojabohnen erwartet.

Nordamerika: In Nordamerika wird gemäss der Klimamodelle die Schneedecke der West-Gebirge abnehmen, die Überschwemmungen zunehmen und es ist mit vermehrter Trockenheit im Sommer zu rechnen. Allgemein wird der Kampf um die knappe Ressource Wasser zunehmen.

Australien: In Australien sowie Neuseeland werden bis im Jahr 2030 die Niederschlagsmengen voraussichtlich abnehmen und zudem mehr Wasser verdunsten. Damit nimmt allgemein die Knappheit an Wasser zu.

Anpassungen an landwirtschaftliche Praxis nötig

Wenn die prognostizierten Veränderungen eintreten, so kann sich die Landwirtschaft bis zu einem gewissen Grad anpassen, indem sie dem veränderten Klima angepasste Nutzpflanzen anbaut.

Global gesehen wird eine Steigerung des Potenzials für die Nahrungsmittelproduktion erwar-tet bei einem Anstieg der lokalen mittleren Temperatur im Bereich von 1 bis 3 °C. Bei einem Anstieg der Temperatur von mehr als 3 Grad Celsius ist aber mit Ertragseinbussen zu rechnen.

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