ETH-Klimablog - Klimawissen - Klimawandel - Klimaszenarien

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Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
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Klimaszenarien – Wohin geht die Entwicklung?

Immer wieder ist im Zusammenhang mit dem Klimawandel die Rede von Klimaszenarien. Das Entwickeln verschiedener Szenarien ist nötig, da niemand weiss, wie sich die Menschheit in den nächsten Jahren entwickelt. Die Berechnungen der Klimaerwärmung der nächsten 100 Jahre basieren deshalb auf verschiedenen Szenarien.

Die Klimaszenarien schätzen den künftigen Ausstoss von Treibhausgasen ab, und dies unter Berücksichtigung der Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft, Gesellschaftsstruktur, Globalisierung, Energieeffizienz. Entscheidend dabei ist auch, welche Energieträger den Energiebedarf der Zukunft abdecken (Öl, Gas, Kohle, Nuklear, Wind, Sonne, Erdwärme etc.).

Gebremster oder ungebremster Klimawandel?

Die IPCC-Forschungsgemeinschaft unterscheidet zwischen Szenarien ohne und Szenarien mit Intervention zum Klimaschutz:

  • Szenarien ohne Intervention (ungebremster Klimawandel, ‚business as usual‘) gehen zwar von Veränderungen aus (z.B. Verbesserung der Energieeffizienz), wenn diese finanziellen Nutzen bringen, beinhalten aber keine aktiven Massnahmen zur Eindämmung des Klimawandels.
  • Szenarien mit Intervention (gebremster Klimawandel, Mitigationsszenarien, Stabilisierungsszenarien) gehen zusätzlich von politischen und wirtschaftlichen Massnahmen zur Eingrenzung des Klimawandels aus (z.B. CO₂-Steuer, Vorschriften bezüglich Energieeffizienz, Minergie-Standards).

Szenarien ohne Intervention

Die bekanntesten Szenarien des IPCC-Berichts 2007 sind B1, A1B und A2. Sie beinhalten keine zusätzlichen Klima-Initiativen, das heisst es sind keine Szenarien berücksichtigt, die ausdrücklich eine Umsetzung des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) oder den Emissionszielsetzungen des Kyoto-Protokolls annehmen. B1 sieht eine eher nachhaltige Entwicklung vor, währenddessen A2 von einer heterogenen Welt mit hoher Bevölkerung und hohem Verbrauch von fossilen Brennstoffen ausgeht. A1B liegt zwischen den beiden.

Szenarien mit Intervention

Die meisten Szenarien mit Intervention wurden erst in den letzten Jahren entwickelt und es hat sich noch keine feste Terminologie durchgesetzt. Viele Länder haben sich jedoch zum sogenannten 2°C-Ziel bekannt, der Vorgabe, dass die Erwärmung global gegenüber der vorindustriellen Zeit (ca. 1850) die Schwelle von 2°C nicht überschreiten sollte. Die 2°C sind damit eher ein Ziel als ein ökonomisches Szenario, aber die entsprechenden Szenarien werden ab und zu mit 2°C-Szenarien bezeichnet. Szenarien für 2°C gehen von einer raschen Abkehr von fossilen Brennstoffen, einer grossen Steigerung der Energieeffizienz, einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und einem hohen Anteil von erneuerbaren Energien aus. In einigen Fällen kommt ab etwa 2070 auch CO₂-Sequestrierung zum Einsatz.

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