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«Derisking» – Wegbereiter für erneuerbare Energien in Entwicklungsländern

12.06.2013 von

Der Umbau des Energiesystems zu einem CO₂-armen Sektor bedingt enorme Investitionen, auch in Entwicklungs- und Schwellenländern. Jährlich sind es geschätzte zwei Billionen US-Dollar weltweit1. Um diesen Bedarf zu stemmen, ist eine Verschiebung der Finanzströme des privaten Sektors hin zu CO₂-armen Technologien nötig, zum Beispiel hin zu erneuerbaren Energien. In Entwicklungsländern wird aber weiterhin eher in konventionelle Technologien als in (neue) erneuerbare Energien investiert, obwohl dort die natürlichen erneuerbaren Potentiale wie Wind oder Sonne oft sehr hoch sind. Wie kann man dies ändern?

Ein wichtiger Grund für die besonders geringen Investitionen in erneuerbare Energien in Entwicklungsländern sind erhöhte Investitionsrisiken, welche Entwicklungsländer aufgrund ihrer politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen aufweisen. Diese Risiken widerspiegeln sich in erhöhten Finanzierungskosten, zum Beispiel in Form von Zinsen für Fremdkapital. Warum aber ist dies ein grösseres Problem für erneuerbare als für konventionelle Technologien, die ja auch diesen Risiken unterliegen? Da erneuerbare Technologien sehr kapitalintensiv sind, sind sie auch bezüglich ihrer Erzeugungskosten stärker von hohen Finanzierungskosten betroffen als konventionelle Technologien, deren Kosten eher von den Brennstoffpreisen abhängen – siehe Graphik.

 

Die Graphik vergleicht die Erzeugungskosten von Wind und Gas in zwei Risiko-Kontexten: in einem Industrieland (links, niedrige Finanzierungskosten) und einem Entwicklungsland (rechts, hohe Finanzierungskosten). Im Gegensatz zu Gas sind die Erzeugungskosten von Wind massiv (40%) von den erhöhten Finanzierungskosten in Entwicklungsländern betroffen. Quelle: Waissbein et al., 2013

 

Wer erneuerbaren Energien in Entwicklungsländern den Weg bereiten will, sollte sich also mit Investitionsrisiken beschäftigen. In einem neuen Report2 des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), an dem ich als einer von vier Autoren mitgewirkt habe, geht es um diese Risiken. Thema ist vor allem, wie man die Risiken verringern kann («Derisiking»). Grundsätzlich ist dies möglich, indem man die Auswirkungen eines Schadens begrenzt und/oder die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens senkt. Im Report betrachten wir beide Möglichkeiten und unterscheiden zwischen finanziellem und politischem «Derisking»:

  • «Finanzielles Derisking» mindert Risiken, indem es die Konsequenzen eines möglichen negativen Ereignisses vom Investor auf andere Institutionen verlagert; es geht also um Schadensbegrenzung ähnlich einem Versicherungsgeschäft. Ein Beispiel ist eine politische Risiko-Versicherung , wie sie die Weltbank anbietet («Political Risk Insurance»), die einen Investor zum Beispiel gegen Enteignung versichert.
  • «Politisches Derisking» verringert die Eintrittswahrscheinlichkeit eines negativen Ereignisses, indem es das Investitionsumfeld verbessert. Ein Beispiel ist das Vereinfachen von oft komplizierten Verfahren für die Beantragung von Betreiberlizenzen – komplizierte Verfahren bedeuten hohe Risiken, gerade zu Projektbeginn.

Beide Arten von «Derisking» können also die Risiken und damit die Finanzierungskosten senken, kosten selbst aber auch Geld. Falls Derisking-Massnahmen zu höheren Einsparungen als Kosten führen, erlauben sie, erneuerbare Energie zu fördern und gleichzeitig die gesellschaftlichen Kosten und die CO₂-Vermeidungskosten zu verringern. Anhand von vier ausgewählten Entwicklungsländern (Kenia, Mongolei, Panama und Südafrika) haben wir die Wirkung von finanziellem und politischem «Derisking» für Wind untersucht.

 

In der Graphik werden die CO₂-Vermeidungskosten (in US-Dollar pro Tonne) für Wind in Südafrika und der Mongolei gezeigt. Jeweils links sind die derzeitigen Kosten zu sehen, während rechts die Kosten nach erfolgreichem «Derisking» zu sehen sind. Quelle: Waissbein et al., 2013

 

Die Ergebnisse sind vielversprechend: In allen vier Ländern ist der Einsatz von «Derisking»-Instrumenten ökonomisch sinnvoll und hat eine (teils massive) Reduzierung der CO₂-Vermeidungskosten von Wind zur Folge (siehe Graphik für Südafrika und Mongolei). Die Kosteneinsparungen übertreffen die Kosten für das «Derisking» bei weitem.

Für mich als ETH-Forscher war ein weiteres, erstaunlicheres Ergebnis der Studie, wie wenig Literatur zu Investitionsrisiken für erneuerbare Energien in Entwicklungsländern derzeit existiert. Der Forschungsbedarf ist erheblich und verspricht relevante Einsichten und Ergebnisse.

 

1 Global Energy Assessment 2012

2 Waissbein, O., Glemarec, Y., Bayraktar, H., Schmidt, T.S. (2013): „Derisking Renewable Energy Investments”, United Nations Development Programme (UNDP). New York, 2013.

Zum Autor

Dr. Tobias Schmidt ist Post-Doktorand und Dozent an der Professur für Nachhaltigkeit und Technologie des Departments Management, Technologie und Ökonomie der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie





Kommentare (11) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

„Windfarmen dagegen haben die Energiepreise in GB bis jetzt nur wenig verteuert.“

Wirklich? Wohl nur scheinbar, denn das Geld wird den Bürgern für staatliche Unterstützung aus den Taschen gezogen. Die kWh als Berechnungsgrundlage genügt nicht.
http://www.telegraph.co.uk/earth/energy/windpower/9844140/Foreign-firms-100bn-wind-farm-subsidies.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 3

@Kommentar von Peter Bühler. 19.06.2013, 0:14
Herr Bühler,
Der Grund für die steigenden Energiepreise in Großbritannien ist die zunehmende Abhängikeit Großbritanniens von importiertem Erdgas, welches bis vor kurzem noch vorwiegend aus der britischen Nordsee kam. Jetzt gehen die Fördermengen von Jahr zu Jahr zurück. Importiertes Erdgas ist wesentlich teurer als selbst gefördertes. Windfarmen dagegen haben die Energiepreise in GB bis jetzt nur wenig verteuert.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Holzherr

„Gebaut werden die Windparks aber dennoch, weil die Mehrheit der Briten – die ja nicht in der Landschaft wohnt, sondern in Städten – das Energieproblem mit erneuerbaren Energien lösen will“

Lieber Martin, träumen Sie weiter, aber bitte nicht von Briten, die ihre Energieprobleme mit EE lösen wollen. Die werden Sie allenfalls unter jenen korrupten Politikern finden, denen völlig egal ist, ob zehntausende ihrer Mitbürger frieren (wegen der „Klimaerwärmung“ natürlich), oder die gar erfrieren, weil sie ihre EE-Energierechnungen nicht mehr bezahlen können …

http://www.dailymail.co.uk/health/article-204541/Deaths-cold-hit-2-500.html

http://www.thesundaytimes.co.uk/sto/news/insight/article1271436.ece

Offen und ehrlich: wann eigentlich gehen Ihnen die Augen auf?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

„… ein weiteres, erstaunlicheres Ergebnis der Studie, wie wenig Literatur zu Investitionsrisiken für erneuerbare Energien in Entwicklungsländern derzeit existiert. Der Forschungsbedarf ist erheblich und verspricht relevante Einsichten und Ergebnisse.“

Es fehlt hingegen nicht an praktischen Beispielen in den industrialisierten Ländern. Bei den Investitionen deutscher Firmen in Sonnenenergie wurden offenbar die Risiken grob falsch eingeschätzt. Welche Versicherung übernimmt hier das „Derisking“?

„Großkonzerne wie Siemens und Bosch kehren der Solarbranche den Rücken. Ihre Strategien mündeten im Debakel – die Engagements in Sonnenstrom-Unternehmen kosteten Milliarden.“
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/solarenergie-die-sonne-schickt-doch-eine-rechnung-12225036.html

In Kenntnis dieser harten Fakten halte ich das in diesem Artikel beschriebene Konstrukt für ein Luftschloss. Kann es sein, dass das Department Management, Technologie und Ökonomie der ETH über ungenügende Grundlagen verfügt?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 4

@Kommentar von Peter Bühler. 16.06.2013, 18:13

Hier muss ich Herr Bühler in einem wichtigen Punkt recht geben. Eine weitgehende Ausschöpfung des Windpotzenzial eines Landes verändert die Landschaft oft so stark, dass man von einer Industrialisierung der Landschaft sprechen kann.

Landschaft ist einerseits Natur, andererseits auch Heimat für Menschen, die in dieser Umgebung aufgewachsen sind. Es ist deshalb kein Zufall, dass entlang der englischen und schottischen Küste der Widerstand gegen die völlige Umgestaltung der Landschaft durch Windräder recht stark ist und sogar wächst. Gebaut werden die Windparks aber dennoch, weil die Mehrheit der Briten – die ja nicht in der Landschaft wohnt, sondern in Städten – das Energieproblem mit erneuerbaren Energien lösen will.

Ich bin überzeugt, dass künftige Generationen die Landschaft wieder von Windturbinen säubern werden. Heute ist diese Industrialisierung der Landschaft nur deshalb möglich, weil Energieerzeugung mittels Atomkraft verteufelt wurde und wird. Dabei wären „unsichtbare“ Kraftwerke das Ideal. Und AKW’s sind im Vergleich zu Windparks gleicher Leistungsfähigkeit unsichtbar. Sobald also sichere, unsichtbare Nuklearkraft zur Verfügung steht und diese auch für Jahrhunderte aufrecht erhalten werden kann werden die „erneuerbaren Energien“ wieder verschwinden, denn die Landschaft existiert nicht nur für die Energiebedürfnisse des Menschen sondern hat einen Eigenwert. Und dieser Eigenwert wird früher oder später anerkannt werden. Windräder lassen sich zum Glück auch leicht wieder abmontieren, womit die Landschaft dann schon wieder hergestellt wäre.

In den nächsten 20 bis 30 Jahren erwarte ich allerdings, dass sich diese Art der Energieerzeugung (Landschaft als Energielieferant) weiter verbreiten wird. Und wirklich funktionieren kann EE nur mit einem weltumspannenden Netz von Leitungen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

Wie man den privaten Sektor dazu motivieren will, die Risiken abzudecken ohne jemals Aussicht auf einen Gewinn zu haben ist mir schleierhaft. Das ist wie Lotto ohne Ziehung. Oder wie die zwangsweisen Radio/TV-Gebühren, auch wenn man keinen Radio/TV hat.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

Ist es nicht erstaunlich, dass man jetzt den privaten(!) Sektor anzapfen will für die Risikofinanzierung für die Nutzung natürlicher Energien, nachdem man uns über Jahre hinweg vorgetäuscht hat, Sonne und Wind seien kostenlos und erneuerbar ad libidum?

Wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, dann soll also das Risiko aus fremden Taschen gedeckt werden, die Gewinne (und die eventuell zu hoch bezahlten Prämien) aber den Entwicklungsländern in den Schoss fallen.

Ein solches Konstrukt ist ein freilaufender Mechanismus ohne Regelung. Die Prämienzahler für die Risikoversicherung haben keine Kontrolle über die tatsächlichen Risiken, die Empfänger können praktisch beliebige Risiken eingehen, da sie von der Versicherung gedeckt sind; die Versicherung wird dafür sorgen, dass auch sie zu ihrem Geld kommt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

Bemerkenswert, wie Leute, die in ihrer Umgebung hochnotpeinlichst alle möglichen Vorkehrungen gegen tatsächliche oder auch nur eingebildete Quellen von Elektrosmog treffen, gegen Antennen protestieren, Autos komplett verbannen möchten, wegen Industrie- und Infrastrukturprojekten auf die Strasse gehen und zum Schutz gefährdeter Landschaften etc. schuldbewusst ihren Obolus an NGOs entrichten – ABSOLUT NICHTS dabei finden, wenn grosse Natur- oder Kulturlandflächen mit Windturbinen und Solarpanels zugemüllt und „Gaia“ mit einem dichten Netz von Kupferdrähten umspannt werden sollen (es sei denn natürlich, die entsprechenden Anlagen kämen in unmittelbarer Nachbarschaft zu liegen).

Es sind dies typische Symptome einer Ideologie, die – wie alle Ideologien sonst – ihre Widersprüche nicht aufzulösen vermag und unbeirrt in die vorgegebene Richtung weiter marschiert, auch wenn die längst als vollkommen falsch zu erkennen ist …

http://www.economist.com/news/special-report/21579149-germanys-energiewende-bodes-ill-countrys-european-leadership-tilting-windmills

Dass entsprechende Investitionen nun auch in Entwicklungsländern und unter dem Titel angeblicher „Klimarettung“ gefördert werden, wird die westliche und asiatische Zulieferindustrie und die lokalen Politkasten zweifellos freuen. Für die mit ganz anderen Problemen beschäftigte Bevölkerung dürfte sich ein messbarer Nutzen kaum ergeben. Auch in dieser Frage wäre der Forschungsbedarf erheblich, nur wird er aus einsichtigen Gründen nicht beklagt, lassen doch die bereits vorliegenden Daten und Erkenntnisse kaum die gewünschten Ergebnisse erwarten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 3

Die hier vorgestellten Windenergieprojekte in Entwicklungsländern integrieren erneuerbare Energien in das Stromnetz des betreffenden Entwicklungslandes. Dieser Strom wird dann von der städtischen Bevölkerung und von Firmen konsumiert.
550 Millionen Menschen in Afrika und 400 Millionen in Indien sind aber an gar kein Stromnetz angeschlossen. Heisst das, dass Menschen ohne Sromnetz von erneuerbaren Energien nicht profitieren können? Nein. Gerade die Photovoltaik bietet die Chance für eine dezentrale Stromversorgung in Fällen wo ein Netz fehlt. Doktorand Joeri Rogelj hat in Energieziele, nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz gehen Hand in Hand über die Initiative «Nachhaltige Energie für Alle» berichtet, die stark auf dezentrale off-grid Energieerzeugung setzt.
On-Grid und Off-Grid Energieerzeugung können im selben Land nebeneinander existieren. Und EE-Strom fürs Netz bietet sogar Exportchancen für Entwicklungsländer

Entwicklungsländer als Energieriesen

Die Mongolei verfügt über ein Windpotenzial von 2500 Terawattstunden Strom pro Jahr. Das ist mehr als halb soviel Strom wie China heute verbraucht. Marokko hat ein Windpotenzial von 1000 bis 3000 TWH was mehr als einem Drittel des europäischen Stromverbrauchs entspricht.
Der beste Weg erneuerbare Energie zu nutzen ist über Landes- und Kontinentgrenzen hinweg auch wegen dem Ausgleich von Produktionsschwankungen. Heutige Entwicklungsländer könnten über die Ausnutzung ihres „Energierohstoffs“ zu Energie-Schwergewichten werden und den grossen Sprung nach vorne machen. Ein Derisking wäre gar nicht mehr nötig, wenn Länder wie die Mongolei oder Marokko den Mut zum Energieriesen hätten und China und Europa gewillt wären, (billigen) Strom zu importieren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 3

Sehr geehrter Herr Professor Schmidt,

es verwundert nicht, dass die Risikoprämien für erneuerbare Energien und speziell für Windenergie in Entwicklungsländern hoch sind im Vergleich zu entwickelten Ländern. Das liegt auch daran, dass es in diesen Ländern viel weniger sicher ist, dass der erzeugte Strom überhaupt zum Konsumenten kommt.
Vor allem Windenergie stellt recht hohe Ansprüche an das Transmissionsnetz und die Regelung von Stromschwankungen, was bereits in entwickelten Ländern als anspruchsvolle Aufgabe gilt. Selbst im relativ entwickelten Südafrika sind Blackouts ein fast tägliches Phänomen allerdings weniger wegen falschem Netzmanagement und falscher Regelung, sondern schlicht aus Mangel an erzeugender Kapazität. Hier könnte ja zusätzliches Windstrom die Situation verbessern. In Kenia allerdings gibt es auch immer wieder Blackouts wegen Regelungsfehlern und Störungen im Netz. Allgemein sind die Netze in vielen Entwicklungsländern wenig zuverlässig und lückenhaft. Deshalb liest man immer wieder Sätze wie diesen: „Distance from transmission lines: Areas in the North [of Kenia] that have
the highest potential for wind energy generation are too far from the nearest transmission line.“

In Afrika wird in Zukunft am meisten in Grosskraftwerken zugebaut – wozu auch einige der weltweit grössten Wasserkraftwerke gehören. Das Windenergiepotenzial in Nord- und Südafrika, aber auch in Ostafrika ist recht gross und trotzdem erwartet der Report Development of Wind Energy in Africa (Zitat)„that wind energy has limited potential to address the issue of
electricity access in Africa at its current state mainly given its output variability“

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„Finanzielles Derisking mindert Risiken, indem es die Konsequenzen eines möglichen negativen Ereignisses vom Investor auf andere Institutionen verlagert“

„Derisking“ – erhellend, mit welchen euphemistischen Begriffen staatliche Wirtschaftslenkung, Marktverzerrung – kurz Planwirtschaft wieder salonfähig werden. Mit der Umverteilung von Risiken und Kosten auf „andere Institutionen“ können nur die Steuerzahler und die von ihnen alimentierten staatliche (internationale) Institutionen gemeint sein. Irgendjemand muss die Zeche ja bezahlen.

Dass unter entsprechenden Bedingungen eine „Reduzierung der CO₂-Vermeidungskosten von Wind“ resultiert, gleicht in zweierlei Hinsicht einem Taschenspielertrick. Zum Ersten werden die Risiken und Kosten einfach auf den Staat und die Gebührenzahler übertragen. Zum Zweiten bleiben die erheblichen Kosten für die unverzichtbare konventionelle Backup-Versorgung unberücksichtigt – der Wirkungsgrad der Windenergieanlagen in Deutschland z. B. liegt bei gerade mal 15,6 %. Er dürfte in Entwicklungsländern kaum höher ausfallen.

„Derisking“ sorgt demnach für die Exportfähigkeit einer doppelten Infrastruktur der Energieversorgung, ein luxuriöses und wirtschaftlich unsinniges Modell, wie es sich ansonsten nur die wohlhabendsten Staaten der Welt (noch) leisten. Ohne erkennbaren Einfluss auf den CO2-Output, wie u. a. das Beispiel Europa deutlich zeigt.

Weshalb „der Umbau des Energiesystems zu einem CO₂-armen Sektor“ trotz enormer Kosten und nahezu bedeutungsloser Ergebnisse weiterhin derart hartnäckig verfolgt wird, bleibt um so rätselhafter, nachdem ein Zusammenhang von CO2-Emissionen und Temperaturanstieg zunehmend fragwürdiger erscheint und die einst prognostizierte katastrophale Entwicklung nicht zu beobachten ist.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 5

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