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CO₂-Gesetz ebnet Weg für breit abgestützte Klimapolitik

13.12.2012 von

Zusätzlich zu «harten» Massnahmen, wie CO₂-Abgabe, Kompensationspflicht und CO₂-Vorschriften bei Personenwagen, hat das Parlament im revidierten CO₂-Gesetz eine Verstärkung der Information, Bildung und Beratung verankert. Diese «weichen» Massnahmen wirken komplementär und ebnen den Weg für eine breit abgestützte Klimapolitik. Sie schaffen die nötige Sensibilisierung und Akzeptanz, um Verhaltensänderungen herbeizuführen und Investitionshemmnisse abzubauen.

Auf den technologischen Wandel allein zu setzen, reicht nicht aus. Der Übergang von einer fossilen zu einer klimaverträglichen Gesellschaft kann nur gelingen, wenn er von einer gesellschaftlichen Transformation getragen wird.

Man müsse verstehen, dass es sich um einen Totalumbau der Weltwirtschaft handle, sagte UNO-Klimasekretärin Christiana Figueres in Doha1. Ein solcher Totalumbau ist ein langwieriger Prozess, der viele Chancen bietet, aber nicht nur Gewinner hervorbringt. Er kann nur gelingen, wenn sich klimaverantwortliches Handeln über die ganze Wertschöpfungskette hinweg durchsetzt. Dabei müssen bestehende Konsummuster und Lebensstile hinterfragt und neue Alltagsregeln etabliert werden.

Klimaprogramm soll Information, Bildung und Beratung miteinander verbinden

Der Bundesrat will bis 2015 ein umfassendes Klimaprogramm ausarbeiten, das die drei Bereiche Information, Bildung und Beratung optimal verzahnt. Zum einen soll es das Problembewusstsein verbessern und Grundwissen über die Handlungsoptionen vermitteln. Klimaverantwortliches Handeln muss sich allerdings auch auf der emotionalen Ebene abspielen, damit wir Wissen in die Tat umsetzen und nicht tatenlos zusehen. Im Einzelnen geht es darum,

  • die lokale Dimension des Klimawandels erfahrbar zu machen: Was hat der Klimawandel mit mir zu tun?;
  • die persönlichen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen: Was kann ich selber tun, um das Klima zu schützen?;
  • uns die Bedeutung des gegenwärtigen Handelns bewusst zu machen: Was löse ich mit meinem Handeln aus?

Erst wenn diese Dimensionen des Klimawandels Teil unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses werden, sind wir einen grossen Schritt weiter. Und nur dann werden weiter gehende einschneidende Massnahmen mehrheitsfähig.

.

1 “It must be understood that what is occurring here, not just in Doha but in the whole climate change process, is a complete transformation of the economic structure of the world. It should happen much quicker than it is happening, but it cannot happen overnight.” – UNFCCC Executive Secretary Christiana Figueres

Zur Autorin

Gastautorin Andrea Burkhardt ist Abteilungsleiterin Klima beim Bundesamt für Umwelt (BAFU).

 





Kommentare (21) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Kommentar von Martin Holzherr
Bei Begriffen wie „völliger Neuorientierung“ ist es mit dem Bezug zur Realität in der Regel ja nicht weit her. Wenigstens legen die Berichte des von mir zitierten WBCSD einen Zeithorizont von 40 Jahren zugrunde. Allerdings bleibt die Frage offen, ob uns so viel Zeit bleibt, um nachkommenden Generationen die Spielräume/Wahlmöglichkeiten offenzuhalten, die wir selber beanspruchen.
Die aktuellen Umfragen machen mir da vergleichsweise wenig Bauchweh – Umfragetrends kommen und gehen. Einer Topplatzierung von Dingen wie Klimaerwärmung und Umweltschutz sollte man ohnehin nicht zuviel Vertrauen schenken. Meist ist die Frage falsch gestellt, wenn Gemeingüter in Umfragen höher bewertet werden als die Dinge, die auf der persönlichen Ebene existenzielle Bedeutung haben. Darum lässt sich in der Regel aus „umweltfreundlichen“ Umfrageergebnissen politisch nur sehr beschränkt Kapital schlagen.
Ich schliesse weder technologische Fortschritte noch präventives, kollektives Handeln aus Einsicht als mögliche Auswege aus der gegenwärtigen Entwicklung aus, glaube allerdings je länger, desto weniger, dass sie alleine ausreichen. Ohne die Sorge um das Klima und den IPCC/FCCC-Prozess wären wir bei der Entwicklung/Förderung erneuerbarer Technologien längst noch nicht dort, wo wir heute sind.
Gleichzeitig sind die Beharrungskräfte, die dem „Weiter-so-wie-bisher“ verhaftet sind und jede grössere Innovation als Rückschritt bewerten (weil es immer auch Verlierer gibt), nicht zu unterschätzen. Der neue Run auf die unkonventionellen fossilen Energieträger spricht hier Bände.
Wahrscheinlich geht es nicht ohne Krisen, damit „windows of opportunity“ entstehen für politische Durchbrüche, die im Alltag der Sachzwänge nicht zu erzielen sind (Fukushima lässt grüssen). Allerdings nützen auch die grössten „windows“ nichts, wenn Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit nicht darauf vorbereitet sind.

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@Kommentar von Markus Nauser. 18.12.2012, 13:07

Sehr geehrter Herr Nauser,

Eine völlige Neuorientierung des Konsum- und Produktionsverhaltens in naher Zukunft und am besten weltweit (wie in ihrem verlinkten Beiträgen empfohlen) würde die Klimaziele tatsächlich stärker in Griffweite bringen und es weniger nötig machen immer wieder neue Zwischenziele zu setzen – Zwischenziele über die jedesmal abgestimmt werden muss und die jedesmal abgelehnt werden können.

Leider sind wir aber von einer völligen Neuorientierung weit entfernt, gerade auch in der Schweiz.
Laut Arena vom 14.12.2012 und laut Sorgenbarometer 2012 ist das Klimaproblem gerade noch das letzte der 10 grössten Probleme der Schweiz.
In der Arena wurden Probleme des Finanzpaltzes, der Migration und der Sozialwerke diskutiert und im Sorgenbaromter sind die 10 grössten Probleme Arbeitslosigkeit,Migration, AHV, Asyl, Gesundheitsfragen, Euro-Krise, Kriminalität, Bilateralität mit EU, Soziale Sicherheit und als letzter Punkt Umweltschutz/Klimaerwärmung, Umweltkatastrophen.

Mit andern Worten: Das Klimaproblem hat im Denken des Durchschnittsschweizers eine relative kleine Priorität und schafft es gerade noch knapp auf Platz 10.

Das heisst aber nicht, dass ein kleinerer ökologischer Fussabdruck durch einen Übergang zur Kreislaufwirtschaft oder ein zunehmender Verzicht auf fossile Energien unwahrscheinlich ist. Falls technologische Entwicklungen dies schmerzlos ermöglichen wird es eher früher als später passieren, falls aber nicht, so wird der Verzicht auf fossile Energien eben Entschlossenheit brauchen und nur mit politischen Massnahmen gehen. Massnahmen, denen das Volk auch noch zustimmen muss. Und zustimmen wird es dann eben nur, wenn es von der Notwendigkeit…

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 10 Daumen runter 0

@ Nauser

Die Abstimmung zu den Motorfahrzeugsteuern im Kanton Bern hatte mit Ökologie wenig zu tun.

Michael Hug, Chefredaktor der Berner Zeitung: „Umweltschutz als Feigenblatt für Hochsteuerpolitik“

http://www.bernerzeitung.ch/meinungen/Ein-Ja-zum-Volksvorschlag-waere-das-richtige-Signal/story/19396187

Im Übrigen gelten die Regeln der Demokratie für die Akzeptanz von Volksentscheiden.
Einer Mehrheit von StimmbürgerInnen nach einem missliebigen Abstimmungsresultat Informationsbedarf zu unterstellen und sie mit staatlicher „Überzeugungsarbeit“ zu anderen, d. h. Ihren persönlichen Einsichten zu bewegen, zeugt von jener Arroganz, die dem grünen Informations-, Bildungs- und Beratungs-Impetus insgesamt zugrunde liegt.

Der „Totalumbau der (Welt-)Wirtschaft“ dürfte an den Urnen auf ähnlich viel Gegenliebe stossen wie die zitierte Ecotax-Vorlage.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 16

@ Holzherr
Vorsätze sind ein gutes Stichwort, so kurz vor Neujahr. Zu den damit verbundenen Erfolgsaussichten haben wir ja unsere Erfahrungen. Und ‚Willen‘ ist nah beim ‚Wollen‘ und oft weit vom ‚Handeln‘. Ich will nicht defätistisch sein – nur realistisch: Wir haben mehr als genug Faktenwissen und der Umstand, dass trotzdem nicht gehandelt wird, sollte skeptisch machen gegenüber Strategien, die uns dazu bringen sollen, auf all die Versprechungen und Annehmlichkeiten zu verzichten, die das moderne Leben angeblich erst lebenswert machen. Zwar wächst die Einsicht, dass das Glück nicht zwangsläufig im „Mehr“ liegt und dass sowohl aus individueller als auch aus kollektiver Sicht „Weniger“ ein Gewinn sein könnte. Gleichzeitig droht aber aufgrund der Abhängigkeiten zwischen Produktion und Konsum umgehend der wirtschaftliche und soziale Kollaps, wenn tatsächlich alle das „Weniger“ wörtlich nehmen würden.
Wenn also das Konsumverhalten nicht der Schlüssel ist, was bleibt dann übrig? Einerseits sind wir alle (als Berufstätige) auch Produzent/inn/en mit mehr oder weniger grossen Gestaltungsspielräumen. Gute Beispiele zeigen: Die Grenzen in der Wirtschaft liegen weniger bei den Gestaltungsspielräumen als bei der Phantasie (siehe z.B. http://www.wbcsd.org/pages/edocument/edocumentdetails.aspx?id=219&nosearchcontextkey=true bzw. http://www.wbcsd.org/Pages/EDocument/EDocumentDetails.aspx?ID=13718&NoSearchContextKey=true).
Andererseits sind wir auch Stimmbürgerinnen und Stimmbürger und haben immer wieder die Möglichkeit, die gesellschaftlichen Spielregeln für alle zu ändern, ohne durch individuellen Verzicht die Dummen zu sein. Die verlorene Abstimmung zur Ökologisierung der Motorfahrzeugsteuern im Kanton Bern ist in dieser Hinsicht eine verpasste Chance, die wir uns eigentlich nicht leisten können. Hier sind die zentralen Herausforderungen, wenn es um Informations- und Überzeugungsarbeit geht.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 10 Daumen runter 3

Eine klimaverträgliche ist eine klimabewusste Gesellschaft

(Zitat)„müssen bestehende Konsummuster und Lebensstile hinterfragt und neue Alltagsregeln etabliert werden“?
Muss sich „Klimaverantwortliches Handeln auch auf der emotionalen Ebene abspielen“

Vielleicht. Vor allem braucht es den Vorsatz und Willen von Jahr zu Jahr weniger Öl und Erdgas zu verbrauchen. Wer hat als persönliches Ziel, in 20 oder gar schon in 10 Jahren in einer Wohnung oder einem Haus wohnen, das im Winter weder Erdöl noch Erdgas benötigt. Wer kann es nicht mehr erwarten bis er sein altes Auto durch ein neues ersetzen kann, das nur noch die Hälfte an Treibstoff benötigt und wer will jetzt schon ein Leben führen, in dem er nur noch 1 Tonne CO2 pro Jahr emittiert. Wohl nicht viele, denn „man“ hat andere Ziele.

Einschneidende Massnahmen mehrheitsfähig machen
Das ist der Knackpunkt: Wie will man in einem demokratischen System die Leute dazu bringen, dass sie aus „Rücksicht auf die Zukunft der Menscheit“ selber Einbussen hinnehmen. Also mehr zahlen für Miete (nach Sanierung) und Strom (nach Umstellung auf EE-Strom) und beim Fahrzeugkauf nicht mehr auf Hubraum, sondern auf CO2-Emissionen achten?
Sind denn einschneidende Massnahmen nötig? Ja, wenn man den bisherigen Verlauf der Pro-Kopf-CO2-Emissionen betrachtet: Von 6.8 Tonnen CO2 1990 sind die Emissionen auf 5.8 Tonnen im Jahr 2010 gefallen. Bei einer linearen Extrapolation würde der durchschnittliche Schweizer im Jahr 2050 3.8 Tonnen CO2 pro Kopf ausstossen – viel zu viel also.
Kommt dazu, dass es sehr viel schwieriger ist von 3 auf 1.5 Tonnen CO2-Ausstoss abzuspecken als von 6 (heute) auf 3 (2030).
Ein weiteres Problem: Der Wille weniger Öl und Gas zu verbrauchen muss über Jahrzehnte vorhanden bleiben. Wirklich keine einfache Aufgabe. Ein Ziel für Langstreckenläufer.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 8 Daumen runter 1

@ Bühler
Könnten Sie mir – ganz im Vertrauen – mitteilen, wer genau die Drahtzieher im Hintergrund sind, denen ich auf den Leim gekrochen bin, wenn ich immer noch glaube, es sei ungesund, mit zunehmender Beschleunigung gegen eine Wand zu fahren? Wer hat die Fäden in der Hand und verbreitet diese verantwortungslosen Horrormeldungen, die mir alle Lebensfreude rauben? Ich möchte es endlich aus erster Hand erfahren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 14 Daumen runter 3

@ Nauser

„vom Thema ablenken“?! „Taschenspielertrick“?!

Ich habe Ihnen an Beispiel aufgezeigt, welche kostspieligen Blüten die CO2-Neurose treibt. Eine der unmittelbaren Folgen von „Information, Bildung und Beratung“.

Wohl auch unter „Information & Bildung“ zu verbuchen, sind all die Horrormeldungen über die angeblich negativen Wirkungen von CO2. Sie bilden gewissermassen den Dünger für die Blüten und bereiten den Boden für den Beratungsbedarf.

Dazu zählt z. B. die immer wieder verbreitete Mär von einem Zusammenhang zwischen CO2-Emissionen und Extremwetterereignissen. Der SREX-Bericht des IPCC – eine Institution die bestimmt nicht des Skeptizismus verdächtigt wird –
mochte solche Zusammenhänge nicht bestätigen, in Übereinstimmung mit dem Stand der Wissenschaft auf dem Gebiet.
Nun zeigt ein in diesen Tagen in die Öffentlichkeit gelangtes Draftpapier zum kommenden IPCC-Bericht (AR5) eine noch deutlichere Abwendung von solchen Falschdarstellungen.

Ist den Medien, amtlichen Verlautbarungen und dem von offiziellen und selbst ernannten „Klimarettern“ vielfältig verbreiteten „Info“-Material eine unmissverständliche Distanzierung von diesem und anderem weit verbreiteten Unfug zu entnehmen? Ganz im Gegenteil.

So viel Herr Nauser zur „gezielten Ausnutzung von Schwächen im menschlichen Wahrnehmungssystem“, zum „Appell an niedrige Instinkte“, zum Versuch, „uns permanent auf allen verfügbaren Kanälen (etwas) weiszumachen“, „zu Hirnwäsche“ und „Bevormundung“.

Und ganz einverstanden, „ein kleines Korrektiv zu dieser Weltsicht könnte da fürwahr nichts schaden“, zumindest bei jenen, die nicht für dumm verkauft werden wollen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 7 Daumen runter 18

@ Roggenmoser & Weber

Sie wähnen sich im Besitz absoluter Wahrheiten, für die sich in der realen Welt keine Entsprechung findet.

Die mit beinahe religiösem Eifer betriebene Verfolgung eines Spurengases stützt sich weniger auf wissenschaftliche Erkenntnis und reale Beobachtungen, als auf den offenbar unverrückbaren Glauben an eine angeblich katastrophale Wirkung menschlicher CO2-Emissionen. Dabei sieht sich die diesem Glauben zugrunde liegende AGW-Hypothese mit Herausforderungen konfrontiert, die ihre endgültige Falsifizierung weit naheliegender erscheinen lassen als ihre Durchsetzung.

Prüfen Sie die wissenschaftlichen Grundlagen, bevor Sie Skeptikern die Verbreitung von „Unwahrheiten“, „längst widerlegten Gegentheorien, „Denkfehler“, „Leichtfertigkeit“, „Gedankenlosigkeit“ usw. unterstellen.

Vielleicht revidieren Sie bei der Gelegenheit auch gleich Ihr eher schlichtes Skeptikerbild. Skeptiker bestreiten weder die Klimaerwärmung (nach einer Kleinen Eiszeit), noch den (natürlichen) Klimawandel und auch nicht den menschlichen Einfluss auf das (regionale) Klima. Sie bezweifeln dagegen eine dominante menschliche Rolle im globalen Klimageschehen, mit der sich die Notwendigkeit einer „Grossen Transformation“ und deren Kosten rechtfertigen liessen.

Dass es in den Städten und im überbauten Mittelland wärmer geworden ist, geht im Wesentlichen auf die natürliche Erwärmung und die durch Landnahme und Bauten veränderte Boden- und Raumphysik zurück.

Es ist keine gefährliche Erwärmung der globalen Mitteltemperatur zu beobachten, kein dramatischer Anstieg der Meerespegel – und schon gar keine Verbindung von Extremwetterereignissen und steigenden menschlichen CO2-Emissionen. Da liegen die Fakten in der Tat auf dem Tisch.
Wenn Sie deshalb eine mögliche „Klimakatastrophe“ kurzerhand in die Zukunft (2050) verlegen, liefern Sie bitte Belege, die Ihre Prophezeiung stützen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 20

@Weber Ewald: „Mein Tipp: Überlegen Sie sich mal, wie die Erde im Jahre 2050 aussehen wird. “
Überlegen Sie mal, wie die Welt vor 40 Jahren aussah, nicht nur klimatisch. Hätten Sie damals voraussehen können, dass die globale Temperatur steigen würde? Was hätten Sie damals Ihren Mitbürgern empfohlen oder gar vorhergesagt?
Hätten Sie vorhergesehen, dass die Energie die Haushaltsbudgets immer stärker belastet? Oder dass die Mauer zwischen Ost und West aufgehoben wird? Können Sie voraussehen, wie sich die Krisensituation im Nahen Osten entwickeln wird? Was ich damit sagen will, ist dass in den nächsten 40 Jahren viel schwerwiegendere Probleme auftreten können, die die Klimasorgen spielend in den Schatten stellen können. Aber für eine eventuelle Lösung dieser Probleme wird nicht annähernd der selbe Aufwand betrieben.

„Die mittlere jährliche Temperatur von Zürich ist 8.6 Grad, die von Locarno 11.5 Grad. Kleiner Unterschied, aber welch grosser Unterschied im Klima!“
Nehmen Sie doch als Beispiel Norwegen und Australien. An beiden Orten leben Millionen von Menschen, und sie leben gut, zufrieden und gesund.

„All die anderen Dinge, die Sie in Frage stellen (Extremwetterereignisse, Artenschwund us.w) sind belegt und geschehen tatsächlich, siehe Nachrichten.“

Weil Nachrichten unfehlbar sind?! Wie wollen Sie beurteilen, ob die Nachrichten wirklich unumstösslichen Fakten entsprechen? Wie war das doch mit dem Hockey Stick, der als mathematisches Artefakt entlarvt wurde?

„Wenn jeder mit unseren technischen Errungenschaften wie Auto und Flugzeug vernünftig umgehen würde, wäre unser CO2-Ausstoss beträchtlich tiefer.“
Zehntausende von Besuchern der Klimakonferenzen glauben offensichtlich, dass es vernünftig ist, nach Rio, Kopenhagen oder Doha zu fliegen, um von ertrunkene Eisbären, erhängte Pinguinen und versunkene Insel zu beweinen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 5 Daumen runter 18

@ Bühler
Ein eleganter (aber wenig überzeugender) Versuch, vom Thema abzulenken: Die Tatsache, dass ein wachsender Kreis namhafter Unternehmen in der Schweiz und weltweit an ihre Zulieferer soziale und ökologische Anforderungen stellen ist für Sie wohl ein klares Indiz, dass unsere Wirtschaftselite langsam aber sicher von Schlappschwänzen unterwandert wird, die dem „staatlich geförderten Zwangsökologismus“ huldigen. Da muss es Sie schon sehr nachdenklich stimmen, wenn Economiesuisse-Geschäftsführer Gentinetta in der Sonntagszeitung vom 13.2.2011 zitiert wird mit der Aussage, der Vorstand habe beschlossen, bis 2100 das Ziel der CO2-Reduktion auf 1 Tonne pro Kopf zu verfolgen, was den Totalumbau der Wirtschaft impliziere.
Aber ich wollte ja nicht auf Ihren Taschenspielertrick mit dem Themenwechsel eingehen (pro memoria: es geht in diesem Blog-Beitrag um Information, Bildung und Beratung). Wenn unter gezielter Ausnutzung von Schwächen im menschlichen Wahrnehmungssystem und mit Appell an die niedrigen Instinkte versucht wird, uns permanent auf allen verfügbaren Kanälen weiszumachen, dass der Kauf von Produkt X uns besser und von Dienstleistung Y uns glücklicher macht, dann hat das vielleicht tatsächlich mehr mit Hirnwäsche als mit Bevormundung zu tun (für dumm verkauft werden wir allemal). Ein kleines Korrektiv zu dieser Weltsicht – egal mit welchem Absender – kann da fürwahr nichts schaden.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 15 Daumen runter 5

@Holzherr: Sie schreiben:

Viele Schweizer glauben nicht an das Klimaproblem
„Die grösste Transformation, die aber passieren muss ist die, dass viel mehr Schweizer Bürger überhaupt ein Klimaproblem erkennen. Nimmt man Leserbriefe als Masstab, so ist es nur eine Minderheit, die überhaupt an den Klimawandel glaubt. Die nötigen Investitionsentscheide, von denen sie schreiben, werden aber wohl nur dann vom Volk abgesegnet werden, wenn das Volk überhaupt die Notwendigkeit von Klimaschutzmassnahmen erkennt.“

Das würde ich so nicht ganz unterschreiben. Erstens sind Leserbriefe kein sinnvoller Massstab (der typische Leserbriefschreiber ist alles andere als represäntativ). Zweitens nehmen das Umweltbewusstsein und dementsprechend die Aufmerksamkeit für Klimafragen laufend zu (siehe bspw. Sorgenbarometer). Und drittens geht es in der Klimafrage nicht um „glauben“, sondern um „wissen“. Und hier besteht tatsächlich noch ein Nachholbedarf. Solange der Klimawandel immer noch zur Glaubensfrage erklärt werden kann und Skeptiker oft unwidersprochen Unwahrheiten und längst widerlegte Gegentheorien verbreiten können, ist es in der Tat schwierig, eine grösstmögliche Akzeptanz für griffige Massnahmen zu erreichen. Hier sehe ich auch noch grossen Informationsbedarf. Die Fakten liegen auf dem Tisch, sie müssen aber gezielter und umfassender vermittelt werden. Alle Beteiligten von Bund bis Hochschulen sind diesbezüglich in vermehrtem Mass gefordert.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 20 Daumen runter 3

@ Nauser

Dass die Werbewirtschaft uns täglich berieselt, OK, aber dass sie jemanden „bevormundet“, davon wird sie – anders als die Verwaltung – nicht einmal träumen.

Um bei der Werbewirtschaft zu bleiben (bloss ein Beispiel für viele andere): wenn heute eine Druckerei für den Bund – und eine rasch wachsende Zahl weiterer Kunden – arbeiten will, muss sie die Zertifikate ISO-14001 und „klimaneutral drucken“ vorweisen …

http://www.bpuk.ch/Libraries/FöB_Sitzung_14_04_2011_d/3_Vereinbarung_BBL_VISCOM.sflb.ashx

Daraus ergeben sich Verpflichtungen wie die regelmässige Umsetzung von Massnahmen, z. B. das sog. „Mobilitätsmanagement“ inkl. Erfassung der Arbeitswege der Mitarbeiter. Fahren die mit dem PW zur Arbeit, mit dem ÖV, dem Fahrrad?

Die Zertifizierung ist aufwändig, erfordert (teure) externe Partner, wird regelmässig nach-auditiert und kann bei ungenügenden Ergebnissen und Fortschritten widerrufen werden.
Grüner, staatlich geförderter Zwangsökologismus oder eine milde Form von Racketeering, die besonders jene Betriebe einem strikten Regime unterwirft, die von gewissen Kundensegmenten abhängig sind.

Dies alles auf der Basis hypothetischer, nicht weiter überprüfter Annahmen von der Konsistenz eines Wackelpuddings.

Verwaltung und Beratungs-„Partner“ freuen sich. Die erstere über die beinahe beliebige Ausweitung ihrer Handlungsfelder und die zweiten über quasi staatlich gesicherte Renten in Form risikoloser Einkommensmöglichkeiten. Die Wirtschaft zahlt, so lang sie´s vermag – oder sie wandert ab.

Übrigens: Aufträge ab einer gewissen Höhe müssen international ausgeschrieben sein. Ob die Zertifizierung anderswo eben so streng erfolgt, mag glauben, wer will.

Die Autoindustrie jedenfalls würde sich freuen, ihr Geld statt in Werbung in ein ähnlich sicheres Geschäftsmodell investieren und uns alle per Verordnung regelmässig zum Kauf eines Neuwagens zwingen zu können.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 17

Zum Kommentar von Peter Bühler, 13.12.

Sie schreiben:
„Heute ist klar, dass die meisten der apokalyptischen Voraussagen und Hypothesen sich in der realen Welt nicht bestätigen. Es ist z. B. weder ein dramatischer Anstieg der globalen Mitteltemperatur, noch der Meeresspiegel zu beobachten. Ausgeblieben sind auch zunehmende Extremwetterereignisse, Dürren, Überflutungen, schmelzende Himalayagletscher, 30%iges Artensterben, Mio von Klimaflüchtlingen usw. usf.“

Hier verbreiten Sie drei leider allzu häufig anzutreffende Denkfehler.

1) Bei den Auswirkungen des Klimawandels handelt es es sich nicht um plötzliche, sondern langsame Vorgänge. Hier gilt es unbedingt, nicht in Jahren oder Jahrzehnten, sondern in Jahrhunderten zu denken. Mein Tipp: Überlegen Sie sich mal, wie die Erde im Jahre 2050 aussehen wird. Das ist nicht in ferner Zukunft, im Jahre 2050 sind unsere zehnjährigen im besten Alter.

2) Den Anstieg der mittleren globalen Temperatur kann man messen und er ist sehr wohl Besorgnis erregend. Die mittlere jährliche Temperatur von Zürich ist 8.6 Grad, die von Locarno 11.5 Grad. Kleiner Unterschied, aber welch grosser Unterschied im Klima!

3) All die anderen Dinge, die Sie in Frage stellen (Extremwetterereignisse, Artenschwund us.w) sind belegt und geschehen tatsächlich, siehe Nachrichten. Es gibt genügend seriöse Quellen und allgemein verständliche Artikel, die die Zusammenhänge aufzeigen. Und die meisten Wissenschaftler sind keine Scharlatane.

Ich finde es sehr bedenklich, wie leichtfertig, gedankenlos und unüberlegt in der Klimadiskussion diskutiert wird.

Übrigens: Um den CO2-Ausstoss zu reduzieren, bedarf es nebst Technologie vorallem eines: der Vernunft. Wenn jeder mit unseren technischen Errungenschaften wie Auto und Flugzeug vernünftig umgehen würde, wäre unser CO2-Ausstoss beträchtlich tiefer.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 18 Daumen runter 7

@Martin Holzherr
„weil in unserer pluralistischen Gesellschaft sich nicht alle einer neuen Ideologie beugen wollen“.
Eben: einer NEUEN Ideologie. Eine alte haben wir nämlich schon und es gehört nun mal zu den Unzulänglichkeiten der menschlichen Wahrnehmung, dass die vorherrschende Ideologie (oder sagen wir doch etwas weniger emotional: das vorherrschende Referenzsystem der Werte und Normen) nicht als solche sondern als Normalität wahrgenommen wird.
Die Gesellschaft entwickelt sich weiter, weil an verschiedenen Enden des Tischtuchs gezogen wird und das Zentrum sich verschiebt. Dabei gehört die Politik ebenso sehr zu den Akteuren wie die Wirtschaft, die Religionsgemeinschaften, die Kulturschaffenden und vielleicht sogar die Wissenschaft ;-). Ob man jede Veränderungsidee gegenüber der heutigen Normalität als Ideologie bezeichnen will, ist letztlich Ansichtssache.

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Kommentar von Ben Palmer. 13.12.2012, 18:34

Sehr geehrter Herr Palmer,

Natürlich gibt es schon heute viele Möglichkeiten auf fossile Rohstoffe zu verzichten. Sie schreiben: “ durch welche Prozesse sollen CO2-erzeugende Prozesse ersetzt werden? Gibt es solche Prozesse oder wird der Staat diese zur Verfügung stellen.“

Die heutigen Gebäudestandards senken den Bedarf nach Öl und Gas zur Gebäudebeheizung bereits sehr stark. Ein Problem sind noch die vielen unsanierten Gebäude.

Auch die EU-Emissionslimiten für CO2 führen zu neuen Automobilgenerationen mit immer tieferen CO2-Emissionen.
Schon heute kann man mit Erdgas betriebenen Autos den CO2-Ausstoss auf 80 Gramm pro 100 km reduzieren, was 40% unter dem heutigen Grenzwert liegt. Mit zukünftigen Plug-In-Hybrid-Autos wird ein CO2-Austoss von 30 Gramm pro 100 km im Jahre 2030 möglich und im Jahr 2050 werden nur noch Oldtimer mehr ausstossen.

CO2-freien Strom kann man auf vielerlei Art erzeugen und in der Schweiz ist aktuell die Stromproduktion praktisch CO2 frei. Wenn man auf Erneuerbare Energien setzt ist ein möglichst grossräumiger Stromverbund mittels eines Super-Grids die kostengünstigste Lösung.

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@Kommentar von Markus Nauser. 13.12.2012, 12:41

Sehr geehrter Herr Nauser,

Dem folgenden kann ich voll zustimmen: “Auf den technologischen Wandel allein zu setzen, reicht nicht aus.”

Ich sehe aber die Lösung nicht in einer gesellschaftlichen Transformation, was oft nur ein Codewort für eine Ideologisierung und damit auch Polarisierung ist, weil in unserer pluralistischen Gesellschaft sich nicht alle einer neuen Ideologie beugen wollen. Genau das wurde ja auch dem WGBU-Papier Ein Gesellschaftsvertrag für die Transformation vorgeworfen.

Meiner Ansicht nach muss man gar nicht so stark auf technologischen Wandel hoffen. Es gibt bereits viele Technologien, die es erlauben auf fossile Rohstoffe zu verzichten. Diese Technologien müssen einfach noch durchgesetzt werden. Konkret bedeutet dies, dass Häuser energetisch und CO2-mässig saniert werden müssen. Eine erhöhte Sanierungsquote führt aber leider oft auch zu Mietpreiserhöhungen, was von vielen Mietern als negativ erlebt wird. Um dem zu begegnen braucht es aber keine gesellschaftliche Transformation, sondern schlicht und einfach Massnahmen, die die Mieter schützen.

Auch mit erneuerbaren Energien könnte man in einem gesamteuropäischen Verbundnetz kostengünstig Strom produzieren. Doch hier verhindert gerade ideologische Fixierung die kostengünstigste Lösung. Viele verlangen teure Energie-Autonomie. Die schwankende Energieproduktion erneuerbarer Energien wird aber am besten mit einem möglichst grossräumigen Verbundnetz ausgeglichen.

Die Forderung nach einer Absenkung des Pro-Kopf-Stromverbrauchs um 30-40 Prozent mit einer gesellschaftlichen Transformation zu motivieren, verbirgt schliesslich nur den wahren Grund: Der Ersatz der AKWs (40% des CH-Stroms) und das Bevölkerungswachstum von 1% pro Jahr soll durch Einsparen kompensiert werden, weil man keine Stromimporte wünscht.

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@Peter Bühler
„die bisherige, nicht eben bescheidene Infoberieselung“ – „Bürger und Wirtschaft bis in alle Belange bevormundet“
Herr Bühler, der Bund gab in jüngster Vergangenheit jährlich um die 80 Mio. Franken für Öffentlichkeitsarbeit aus, 12 Mio. entfielen aufs für die Umwelt-, Energie- und Verkehrspolitik zuständige UVEK (http://www.efv.admin.ch/d/downloads/finanzberichterstattung/rechnung/2011/RG3-Band-d.pdf). Zugegeben, nicht nichts.
Andererseits… die Schweizer Werbewirtschaft (und da ist die Öffentlichkeitsarbeit via die unzähligen ungefiltert abgedruckten Medienmitteilungen, die den unter Spar- und Zeitdruck stehenden Redaktionen das Leben erleichtern, natürlich nicht enthalten) kommt auf rund 4’800 Mio. Franken pro Jahr. Allein 380 Mio. pro Jahr werden aufgewendet, um uns über die Vorzüge des Autos zu informieren, 200 Mio. pro Jahr, damit uns die Lust aufs Reisen nicht vergeht (http://mediasearch.publicitas.ch/de/werbe-und-medienmaerkte/maerkte/schweiz/brutto-werbedruckstatistik-schweiz/).
Während der Bund sich primär mit sperrigen Communiqués profiliert, ist sich die Werbewirtschaft bekanntlich nicht zu schade, sämtliche Register der (Verkaufs-)Psychologie zu ziehen, um ihre Botschaft an Mann und Frau zu bringen. Wer genau berieselt bzw. bevormundet da wen?

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@Martin Holzherr
„Ökonomische Transformation im Zusammenhang mit Klimaschutz bedeutet, dass CO2-erzeugende Prozesse durch andere ersetzt werden müssen, entweder über hohe CO2-Preise oder durch eine Investitionsentscheidung.“

Herr Holzherr, durch welche Prozesse sollen CO2-erzeugende Prozesse ersetzt werden? Gibt es solche Prozesse oder wird der Staat diese zur Verfügung stellen. Genügt ein hoher CO2-Preis, um solche Prozesse herbeizuzaubern? Wer soll denn mit welchem Geld investieren und vor allem in WAS?

Warum kann man nicht einfach CO2 grundsätzlich verbieten, z.B. ab 2013? Das würde doch die Innnovationskraft anregen und Investitionsentscheidungen erzwingen.

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Offenbar reicht die bisherige, nicht eben bescheidene Infoberieselung nicht. Es müssen zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um das Volk auf die richtige Spur zu setzen, damit es der „Grossen Transformation“ zustimmt.

Versuchten frühere Ideologien noch die Wirtschaft zu steuern, ein Unterfangen das Mal für Mal in einem Desaster endete, will der heute virulente Ökologismus gleich Klima und Wetter lenken, indem er Bürger und Wirtschaft bis in alle Belange bevormundet. Mayas und Hexenverfolger versuchten ähnliches, mit den bekannten Resultaten.

Auf welche wissenschaftliche Basis stützt sich das BAFU eigentlich? Heute ist klar, dass die meisten der apokalyptischen Voraussagen und Hypothesen sich in der realen Welt nicht bestätigen. Es ist z. B. weder ein dramatischer Anstieg der globalen Mitteltemperatur, noch der Meeresspiegel zu beobachten. Ausgeblieben sind auch zunehmende Extremwetterereignisse, Dürren, Überflutungen, schmelzende Himalayagletscher, 30%iges Artensterben, Mio von Klimaflüchtlingen usw. usf.

Am besten beginnt man mit Bildung und Information dort, wo sie offenkundig am dringlichsten benötigt wird: beim BAFU, das seine Botschaften unbeeindruckt von wissenschaftlichen Erkenntnissen und politischen Realitäten (DOHA) verbreitet und seine Regulierungswut kaum zügeln kann, entspricht der tiefgreifende gesellschaftliche Eingriff doch dem Traum jedes Bürokraten.

Dass Frau Figueres, der Nord-Süd-Vermögensumschichtung und der „Grossen Transformation“ nur Gutes abzugewinnen mag, verwundert kaum, dient sie doch privat als Senior Adviser bei C-Quest Capital, einer „carbon finance company focusing on programmatic CDM investments“.

„Weitergehende, einschneidende Massnahmen“?
„Totalumbau der Wirtschaft“?!

Angezeigt scheint erst mal eine dringend notwendige Überprüfung des politischen Auftrags des BAFU, seiner Arbeitsmethoden und Zielsetzungen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 17

Guten Tag Herr Holzherr,
Richtig, „reine Konsumzurückhaltung mit Einsparungen und richtiger Produktewahl erreichen 1.) nie alle und sind 2.) weniger wirksam als man annimmt“. Gleichzeitig trifft aber auch die Aussage von Andrea Burkhardt zu: „Auf den technologischen Wandel allein zu setzen, reicht nicht aus.“
Wir leben in einer Demokratie und dort, wo sich Technologien nicht von selbst durchsetzen, weil sie (unter Ausklammerung aller externen Kosten!) billiger und besser sind als alles bisher Dagewesene, geht es nun mal nicht ohne die (offene oder stillschweigende) Zustimmung breiter Kreise, dass staatliche Unterstützung – in welcher Form auch immer – nötig ist, um einer guten Idee zum Durchbruch zu verhelfen.
Wer in einem politischen Amt wiedergewählt werden will, wird sich hüten, Regulierungen vorzuschlagen, die nicht zumindest von einer qualifizierten Minderheit mitgetragen werden. Wenn man sich in der Energiepolitik seit Jahren geniert, den Begriff „Energie sparen“ zu brauchen, weil das nach weltfremder Enthaltsamkeit riecht, muss man sich nicht wundern, dass es selbst für überzeugende Konzepte wie den effizienten Umgang mit Ressourcen und die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien Überzeugungsarbeit braucht.
Im Übrigen teile ich Ihre Meinung nicht, dass „viele Schweizer nicht an das Klimaproblem glauben“ (schon gar nicht aufgrund von Leserbriefen). Das Bewusstsein für das Klimaproblem ist durchaus vorhanden, aber solange sich unsere Gesellschaft über die Mehrung materiellen Besitzes definiert, ist es wahrscheinlich rationaler, das Problem zu verdrängen (oder auf die Schalmeien der Skeptiker zu hören), als auf dem Bundesplatz protestieren zu gehen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 13 Daumen runter 3

Sehr geehrte Frau Burkhardt,

Sie sprechen von einer gesellschaftlichen Transformation, Christina Figueres aber spricht von einer ökonomischen Transformation, wenn sie über die Klimapolitik sagt: „the whole climate change process, is a complete transformation of the economic structure of the world.“

Ökonomische versus gesellschaftliche Transformation

Wenn sie, Frau Burkhardt, mit gesellschaftlicher Transformation (Zitat)„Sensibilisierung und Akzeptanz, um Verhaltensänderungen herbeizuführen“ meinen und damit den Konsumenten ansprechen wollen, der doch bitte auf transkontinentale Ferienflüge verzichten solle und nur CO2-arm erzeugte Produkte einkaufen solle, so erwarten sie zuviel, denn reine Konsumzurückhaltung mit Einsparungen und richtiger Produktewahl erreichen 1.) nie alle und sind 2.) weniger wirksam als man annimmt, denn ein Ferienflug in die Türkei anstatt auf die Malediven bedeutet mit heutigen Flugzeugen immer noch zuviel CO2-Emissionen.

Langfristig müssen wir auf CO2-Emissionen vollkommen verzichten

Ökonomische Transformation im Zusammenhang mit Klimaschutz bedeutet, dass CO2-erzeugende Prozesse durch andere ersetzt werden müssen, entweder über hohe CO2-Preise oder durch eine Investitionsentscheidung. So könnte man sich vorstellen, dass zukünftige Postautos elektrisch oder mit Wasserstoff betrieben werden.

Viele Schweizer glauben nicht an das Klimaproblem

Die grösste Transformation, die aber passieren muss ist die, dass viel mehr Schweizer Bürger überhaupt ein Klimaproblem erkennen. Nimmt man Leserbriefe als Masstab, so ist es nur eine Minderheit, die überhaupt an den Klimawandel glaubt. Die nötigen Investitionsentscheide, von denen sie schreiben, werden aber wohl nur dann vom Volk abgesegnet werden, wenn das Volk überhaupt die Notwendigkeit von Klimaschutzmassnahmen erkennt.

Da ist noch viel zu tun.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 10 Daumen runter 3

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