ETH-Klimablog - Vermischtes - In uns allen steckt ein Alltagsheld

ETH life zum Thema

Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

Blog-Schwerpunkte

Die Beiträge geordnet nach Wissensgebieten rund um den Klimawandel:
>Klimaforschung
>Umweltfolgen
>Energie
>Mobilität
>Wirtschaft
>Politik
>Stadtentwicklung
>Welternährung
>Nord-Süd

Archive

In uns allen steckt ein Alltagsheld

11.10.2012 von

Ich möchte Euch eine Geschichte erzählen, die Geschichte von der Kohlmeise, der Taube und den Schneeflocken:

«Wie viel wiegt eine Schneeflocke?» fragte eine Kohlmeise eine Taube.

«Nicht mehr als nichts,» kam die Antwort.

«Da muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen» sagte die Kohlmeise.

«Ich saß einmal auf einem Tannenzweig, dicht am Stamm, und es fing an zu schneien. Es schneite den ganzen Tag und die ganze Nacht. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, fing ich an, die Schneeflocken zu zählen, die sich auf den Zweigen und Nadeln meines Astes aufhäuften. Schließlich waren es genau 3471952. Als die nächste Schneeflocke sanft auf den Zweig fiel, nicht mehr als nichts wiegend, brach der Zweig ab und fiel zur Erde.»

Somit am Ende ihrer Erzählung, lief die Kohlmeise davon. Die Taube, schon seit Noahs Zeiten Spezialistin in diesen Fragen, bedachte sorgfältig diese Geschichte und meinte schließlich:

«Vielleicht fehlt nur noch eine Menschenstimme, um Frieden in die Welt zu bringen.»

Aus Gerhard Reichel, «Der Indianer und die Grille», Seite 225

Gemeinsam sind wir stark

Wenn sich alle ein bisschen einsetzen, können wir gemeinsam was erreichen. Die dreimillionstevierhunderteinundsiebzigtausenneunhundertdreiundfünfzigste Schneeflocke schliesslich hat den Durchbruch erreicht. Aber nicht ohne die dreimillionstevierhunderteinundsiebzigtausenneunhundertzweiundfünfzig vorher. Keine der Schneeflocken war wichtiger als die andere, alle haben ihren Beitrag geleistet. Die Geschichte endet mit dem Abbrechen des Astes, alles fällt zu Boden. Ein Ausgang, der die Taube jedoch überraschend positiv deutet. Sie stellt fest, wie wichtig jeder einzelne ist. Übertragen auf Klima- und Umweltschutz deute ich die Geschichte so, dass wir es schaffen können, einen klimafreundlichen Lebensstil zu finden. Wir können in unserem Alltag viele klimafreundliche Entscheide treffen – wir müssen es nur tun.

Studentische Initiativen an der ETH Zürich

Als Studentin an der ETH Zürich kann ich beispielsweise am «Science City Wochenmarkt» frische, saisonale und regionale Produkte einkaufen. Ich kann Freie Software nutzen oder bei [project21], der studentischen Organisation für Nachhaltigkeit, meine Ideen verwirklichen.

Ich selber engagiere mich bei [project21]. Ein Bild über das aktuelle Geschehen bei [project21] konnte ich mir am Willkommensapéro von letzter Woche machen, einem Anlass zu Semesterbeginn, an dem aktuelle Projekte von [project21]  und Projekte von Partnern vorgestellt werden. Ich war überaus positiv überrascht, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich im Hochschulumfeld für das Klima einzubringen. Und das Beste ist, alle studentischen Initiativen sind sehr unkompliziert und man kann unverzüglich einsteigen, wenn man Lust hat. Newsletter und Kalender von [project21] informieren über die aktuellen Aktivitäten, wie vereinsinterne Anlässe und Projekte oder Partnerinitiativen aus dem Hochschulbereich.

Mein Fazit: An der ETH – und im Alltag – gibt es unzählige Möglichkeiten, sich für den Klima- und Umweltschutz einzusetzen, verbunden mit dem Gewinnen von Erfahrung in Team- und Projektmanagement und einer guten Portion Spass. Auch wenn jeder Beitrag klein erscheinen mag, hat er eine Wirkung – und die ist in der Summe gross.

In diesem Sinne: Seien wir Alltagshelden!

Zur Autorin

Céline Ramseier ist Doktorandin in Volkswirtschaftlehre und Energiewirtschaft an der Professur für Nationalökonomie des CEPE (Center for Energy Policy and Economics) der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

 

 





Kommentare (5) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Kommentar von Brigitt Hausammann. 15.10.2012, 16:36
@Toller Beitrag – ermutigt, mit kleinen Schritten

einverstanden, kleine Schritte braucht es bei der Gratwanderung,
selbst wenn man in die richtige Richtung geht.

Aber, solange der Nebel die Aussicht verhindert ist das
STOP Prinzip angebracht.
S = stop T=think O= observe P= plan

und leider ist der Nebel sehr sehr dick.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Toller Beitrag – ermutigt, mit kleinen Schritten weiterzumachen!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

Es gibt sehr viele Ansatzpunkte um das weltweite Klima-und Energieproblem anzugehen, wobei man immer im Hinterkopf haben muss, dass es
1) um ein globales Problem geht
2) wir noch in diesem Jahrhundert vollständig aus den fossile Energie ausssteigen müssen
3) Wegen der Grösse der Aufgabe eventuell Zwischenziele nötig sind

Hier ein paar Vorschläge wie Einzelne Grosses bewirken können.
– Wer als ETH-Forscher eine sehr billige CO2-freie Energiequelle entwickelt, die überall eingesetzt werden kann, hat das Klimaproblem gelöst. Er und seine Arbeitsgruppe wären die Superhelden
– Wer sich ein Wissen erarbeitet hat wie man mit wenig Geld auf viel Treibhausgasemissionen verzichten kann und dafür sorgt, dass dieses Wissen sich verbreitet und angewendet wird, kann damit den Ausstoss von Millionen, ja Milliarden von Tonnen CO2 verhindern
– Wer für politische Lösungen einsteht, die möglichst viele Parteien, also Länder und Firmen, in einen Prozess einbindet, der zu weniger Einsatz von fossilen Rohstoffen führt, trägt der globalen Bedeutung des Problems Rechnung
– Wer zeigt, wie man gut ohne fossile Brenn- und Treibstoffe leben kann und Nachahmer findet bewirkt vieles

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Danke für das schöne Bild mit den Schneeflocken. Eine perfekte Analogie zu „CO2 Flocken“. Relativ grosse Examplare dieser Gattung werden gerne von „CO2-Tauben“ verharmlost: Die Keystone Pipeline zur Verwertung der kanadischen Teersande würde nur eine Erwärmung von 0,0001 Grad pro Jahr beitragen oder wir Schweizer tragen nur 0,2 % zu den weltweiten Emissionen bei….

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Gratuliere zu diesem Artikel!
Ja, so ist es. Jeder kann etwas beitragen und durch sein Handeln weitere überzeugen. Es ist viel mehr möglich, als viele glauben.

Wichtig sind junge Leute, die für Ihre Zukunft kämpfen. Ihre Eltern haben in den 68-er erlebt, dass gemeinsam etwas bewegt werden kann. Auch Ihr habt dieses Recht und diese Pflicht!

Wie sagte Molière: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

top
 
FireStats icon Powered by FireStats