ETH-Klimablog - Energie - Unter welchen Umständen gelingt das Energiesparen?

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Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

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Unter welchen Umständen gelingt das Energiesparen?

31.05.2012 von

Im April hat der Bundesrat Elemente seiner Energiestrategie 2050 publiziert, sozusagen die Kurzanleitung für die Energiewende. Neben Hinweisen zum Ausstieg aus der Kernenergie und zu Bedingungen für den allfälligen Bau von Gaskraftwerken, enthält die Strategie vor allem Massnahmen zur Förderungen des Energiesparens und der erneuerbaren Energien. Wie es einer Verwaltung geziemt, handelt es sich um eine Liste von Massnahmen, die Parlament und Volk zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Gefahr ist gross, dass die Liste als Auswahlsendung missverstanden wird.

Vor einem Jahr den Ausstieg zu beschliessen war leicht. Schwierig ist, den Ausstieg nicht einfach durch Import – samt der damit verbundenen Abhängigkeit – zu erkaufen. Insbesondere, weil der Trend weltweit in Richtung mehr Gas geht: Grosse neue Vorkommen werden entdeckt (siehe neuste IEA-Publikation), Pipelines und riesige Gasverflüssigungsanlagen werden gebaut. Sowohl der Import von Strom als auch der Import von Gas und der Bau von Gaskraftwerken wären damit möglich, entsprechen aber nicht den bisherigen Zielen der schweizerischen Energiepolitik. Wenn man keinen zusätzlichen Import will, ist guter Rat teuer.

Noch hat Europas Tun, unsere Institutionen, Gesetze, politischen Abläufe und unsere Technik, gewissen Vorbildcharakter. Hohe Prioritäten haben die Entwicklung von Techniken und von Institutionen zum Aushandeln von Interessenskonflikten, zur Überwindung des St.Florian-Prinzips1 sowie bei der Nutzung von erneuerbaren Energien. Ebenso wichtig ist die Erprobung effektiver politischer Massnahmenbündel, welche zu Energieeinsparungen führen.

Politische Priorität – aber mit bescheidenem Erfolg

Die «rationelle Nutzung» von Energie war in den letzten 40 Jahren wiederholt auf dem erstem Platz der politischen Prioritäten, mindestens wenn es um Absichtserklärungen ging. Trotzdem blieb der Erfolg der getroffenen politischen Massnahmen bescheiden, wenn das Ziel ein Minderverbrauch von Energie war. Das ist nicht überraschend, denn die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen war bisher immer nur partiell:

  1. Wirksame – und damit für einige Gruppen schmerzhafte – Energiesteuern oder entsprechende Abgaben fanden in kaum einer Demokratie politische Akzeptanz. Anders lief dies bei Treibstoffsteuern. Diese sind zum Teil recht hoch. Sie wurden in den meisten Ländern jedoch über die Jahre wenig verändert und hatten darum keine sichtbaren Einflüsse. Im Vergleich zwischen USA, Japan und Europa sind die Effekte jedoch gewaltig, bis hin zu deutlichen Auswirkungen auf die Verkehrs- und Siedlungsgestaltung.
  2. Verbrauchsvorschriften konnten nur erlassen werden, wenn der technische Fortschritt die Einhaltung der Vorschrift leicht machte.
  3. Kennzeichnungsvorschriften bezüglich des Energieverbrauchs von Apparaten und Geräten – sowie real-time Verbrauchsanzeigen – beschleunigten zwar die Markteinführung effizienterer Produkte. Ebenso haben Ausbildung und Erfahrungsaustausch zwischen Energiefachleuten zur Verbreitung von neuem Energiewissen beigetragen und die Umsetzung des technischen Fortschritts beschleunigt. Contracting konnte helfen, die Verantwortung für den Energieverbrauch auf Akteure zu übertragen, die profundes Energiewissen haben. Aber nur hier und dort führte all dies insgesamt zu Einsparungen.
  4. Mit (und ohne) gezielte Technikförderung erhöhte sich die Energieeffizienz in allen Bereichen stetig und trotzdem nahm der Energieverbrauch zu. Eine Trendumkehr wäre nur möglich gewesen, wenn durch die technische Entwicklung die Energieeffizienz schneller erhöht worden wäre als die Arbeitsproduktivität und die Kapitalproduktivität2. Darauf wurden in Forschung &Entwicklung aber nicht geachtet. Im Gegenteil; die Verbesserung von Arbeitsproduktivität und Kapitalproduktivität wurde von Forschern, Entwicklern und Auftraggebern begrüsst und angestrebt. Man sprach von «co-benefits»: Die Forschungsresultate führten zu Techniken, die nicht nur energiesparend waren, sondern auch Arbeits- und Investitionskosten sparten. Energiekosten wären meist zu gering gewesen, als dass neue Techniken eingeführt worden wären, wenn sie nur Energie gespart hätten.

Massnahmen müssen kombiniert und aufeinander abgestimmt werden

Sowohl unser Wirtschaftssystem als auch unser politisches System sind auf Wachstum getrimmt. Technikentwicklung kann zur Einsparung von Energie führen, wenn die Inputpreise für Energie, Arbeit und Kapital langfristig in einem neuen Verhältnis zueinander stehen. Man kann das nicht dem Markt überlassen. Die genannten Massnahmen 1 bis 4 müssen miteinander kombiniert werden: Technikentwicklung (in einer Situation in der Energiesparmassnahmen viel willkommener sind als Einsparungen von Arbeits- und Investitionskosten), Massnahmen zur Beschleunigung von deren Markteinführung, Erlass von Energieverbrauchsverordnungen (teilweise basierend auf den neuen technischen Möglichkeiten) und die Erhebung massiver Energiesteuern (bei gleichzeitiger Senkung der Lohnsteuern). Zudem müssen die Massnahmen 1 bis 4 in ihrer Dosierung auf einander abgestimmt sein.

Massnahmenliste in der Energiestrategie ist keine Auswahlliste

Ist all dies möglich in einer Demokratie? Verbietet die Wahrung des Besitzstandes ein solches Vorhaben? Die Energiestrategie 2050 enthält all die erwähnten Energiesparmassnahmen. Die Verwaltung hat die Aufgabe, eine solche Liste, in ruhigem, sachlichem Ton, zur Diskussion zu stellen. Doch wahrscheinlich wird die Liste als Auswahl missverstanden werden. Gesucht ist die wohl dosierte Kombination, die sowohl wirksam als auch politisch umsetzbar ist.

Ähnlich wie bei der Rettung des Euros ist es eine Frage der Dringlichkeit. Wenn genügend viele Bürger realisieren würden, dass es ums Überleben geht, dann würde die Bereitschaft gross sein, den Besitzstand zu hinterfragen und schmerzhafte Massnahmen zu akzeptieren. Wir haben geld- und energiemässig massiv über unsere Verhältnisse gelebt. Energiesparen ist kein Spaziergang.

 

1 Das St.Florian-Prinzip (auf Englisch «nimby» – not in my backyard) bezeichnet Verhaltensweisen, mögliche Bedrohungen oder Gefahrenlagen nicht zu lösen, sondern auf andere zu verschieben.

2 Im Bereich der privaten Nachfrage kann man bei der Arbeitsproduktivität an Zeiteinsparungen denken und bei der Kapitalproduktivität an Anschaffungskosten.

Zum Autor

Daniel Spreng ist emeritierter Professor und forscht in den Bereichen Energiewirtschaft und Energieanalyse. Persönliches Zitat und Biografie





Kommentare (17) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Hoi Michael,
Technologie bleibt für mich eine Lösung für Menschheitsprobleme, weil ich ein völlig anderes Bild von der Zukunft habe als Du, nämlich ein Bild zu dem folgende Lösungen gehören, die nicht ohne Technik auskommen:
– Wenn die Gefahr besteht, dass der Mensch die Meere ausfischt, dann ist die Lösung für dieses Problem nicht der völlige Verzicht auf den Verzehr von Fischen, sondern die Zucht von Fischen – die Aquakultur.
– Wenn der Mensch die Umwelt mit seinen Abfällen vergiftet, die Meere mit seinen Plastikabfällen, die Luft mit seinen Emissionen, das Land mit seinen Chemikalien, dann ist die Lösung dieses Problems für mich nicht der Verzicht auf jede Wirtschaftstätigkeit, sondern der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, wo der Menschen seinen eigenen Abfall als Input für neue Produkte verwendet.

Oder um aufs Ganze zu gehen, meine Vorstellung der Zukunft will 8 oder 9 Milliarden Menschen im Jahre 2050 ein zufriedenstellendes Leben geben. Die 7 Milliarden Menschen, die es jetzt gibt, sind 7 Mal mehr Menschen als Malthus vor 200 Jahren für möglich gehalten hat. Diese 7 Milliarden Menschen können nur wegen technischen Errungenschaften, unter anderem wegen der Nutzung der fossilen Energien, existieren. Wenn man auf fossile Energien verzichten will, dann braucht es einen Ersatz, sonst können diese 7 Milliarden nicht überleben.

Du dagegen hast ganz andere Zukunftsvorstellungen. Für dich gibt es heute 3 bis 4 Milliarden Menschen zu viel und denkst, die Überzähligen müssen wegsterben.

Meine Vision erlaubt 8 oder auch 9 Milliarden Menschen auf der Erde. Sie müssen einfach in ihrer selbst geschaffenen, technisch begründeten Welt leben und dürfen nicht nach dem Prinzip Ressourcen -> Verbrauch -> Abfall leben.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Hoi Martin,

interessanter Ueberblick zu den verschiedenen Sichtweisen.

Kleine Korrekturen und ein link.

„Michael Dittmar erkennt keine überzeugenden Alternativen zu den nichterneuerbaren fossilen (und Uran) Energie Quellen “

entsprechend wenn wir uns zur Nachhaltigkeit entwickeln
wollen dann muessen wir lernen mit weniger dieser Quellen
zu leben.

„Doch diese fossilen Energien werden jetzt schon knapp.“

In der Tat, heute pfeifen es schon fast die Spatzen von den
Daechern!

„Dittmars Diktum: Wir müssen die fossilen Energien jetzt verlassen, sonst verlassen sie uns.“

Ich wuerde eher sagen endliche Ressourcen und weit weg
verlassen uns schneller als uns Politiker und Oekonomen
und andere immer wieder verkaufen wollen.

Deshalb a) lernen wir besser heute wie viele Minuten es
vor Mitternacht ist und b) bereiten uns besser als die Griechen
auf den unabwendbaren Niedergang bei der Oelversorgung vor.

Also STOP:
fuer Stop, Think, Observe and Plan

Entsprechend: Basieren wir heutige Entcheidungen auf dem was wir heute sicher wissen und beenden die Hoffnung auf Loesungen
die vielleicht morgen oder in 100 Jahren oder nie kommen.

Die Zeit des Cargo Kult Denkens sollte eigentlich vorbei sein.

Und hier die Links:
(Schade, fuer die NZZ nicht wertvoll genug..)
humanity’s path is anything but sustainable, the UN warns.
http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-18339905

und etwas zu der Geschichte der letzten 40 Jahre
http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-18315205

in Summary:
Die Fakten das wir nicht nachhaltig und Raubbau an der Zukunft
betreiben sind offensichtlich.
40 Jahre „Technofix“ haben uns nur weniger nachhaltig gemacht
nicht mehr.

Entsprechend muss deine Idee Martin
„vom Technofix“ ueberdacht werden.

Warum soll das was in den letzten 40 Jahren nicht funktioniert hat
jetzt funktionieren?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

Die Sätze, die Professor Spreng verwendet, um die Notwendigkeit und Dringlichkeit von Energieeinsparungen zu verdeutlichen, nämlich:
„Wenn genügend viele Bürger realisieren würden, dass es ums Überleben geht, dann würde die Bereitschaft gross sein, den Besitzstand zu hinterfragen und schmerzhafte Massnahmen zu akzeptieren. Wir haben geld- und energiemässig massiv über unsere Verhältnisse gelebt.“

Diese Sätze müssen je nach Einschätzung der Rolle der fossilen Energien etwas redigiert werden.
Die
Einschätzung der Rolle der fossile Energien
unterscheidet sich bei verschiedenen Blogteilnehmern hier.

Professor Knutti hält die Emissionen von Treibhausgasen für vergleichbar mit den Emissionen von ozonschädigenden Substanzen. Das Ziel muss sein, diese Emissionen gänzlich zu unterbinden.
Knuttis Diktum: Schmerzhafte Massnahmen bezüglich Treibhausgasemission sind jetzt nötig, denn schon bald ist es zu spät.
Michael Dittmar erkennt keine überzeugenden Alternativen zu den fossilen Energien. Doch diese fossilen Energien werden jetzt schon knapp.
Dittmars Diktum: Wir müssen die fossilen Energien jetzt verlassen, sonst verlassen sie uns. Besser wir bereiten uns darauf vor und leben schon jetzt genügsam.
Professor Spreng hält Energiesparen aus Gerechtigkeits- und Umweltschutzgründen für nötig.
Prof. Sprengs Diktum: Weniger Energie brauchen, damit alle mehr haben, die Umwelt geschont wird und das Verhältnis von Geist zu Materie steigt
Martin Holzherr hält den Verbrauch von fossilen Energien für potentiell gefährlich, hält aber techn. Lösungen für möglich
M.H.’s Diktum:Wir sollten jetzt bereits vollkommen auf fossile Energien verzichten, wo es schon Alternativen gibt, z.B. bei der Raumklimatisierung. Der techn. Fortschritt wird es uns erlauben, immer mehr auf fossile Energien zu verzichten. Zudem müssen wir langfristig zu einer Kreislaufwirtschaft übergehen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Energie sparen, aber wie?
Aus Klimaschutz-Gründen sollte weniger Öl, Gas und Kohle verbraucht werden. In der Schweiz aber ist das Stromsparen aktuell, weil bald die AKW’s abgestellt werden und als Ersatz für den fehlenden Strom entweder die Stromimporte erhöht oder Gaskraftwerke gebaut werden müssen – es sei denn man spart am Stromverbrauch wo es nur geht.
Doch Sparen hat oft ein Janusgesicht, wie folgende Szenarien zeigen:
– Halbiert ein Haushalt seinen Stromverbrauch durch Ersatz von Koch-und Backherd mit einer Mikrowelle, in der Convenience-Food erwärmt wird, so importiert er Grauenergie (via Convenience-Food)
– Halbiert er den Stromverbrauch durch Wahl eines Gasherdes anstatt eines elektrischen, so erhöht er die CO2-Emissionen
– Verdoppelt die Schweiz den Strompreis um zum Stromsparen zu animieren, wird anstatt einer Wärmepumpe eine Gasheizung installiert
Energie sparen durch „Sufficiency“
Kompensationseffekte wie oben beschrieben, wo Energie nicht wirklich gespart, sondern ihr Verbrauch nur verlagert wird gibt es oft, wenn man mittels technologischer Massnahmen sparen will. Wer sich aber echt bescheidet, also weniger Quadratmeter bewohnt, weniger oft Vollbäder nimmt, weniger in die Ferien fliegt, der spart unabstreitbar. Nur ist das für die Wenigsten attraktiv.

Ist Sparen ein Kernelement des Klimaschutzes?
Die Antwort ist: Nein. Der Klimaschutz verlangt nach völliger Aufgabe der fossilen Energien, nach einem totalen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Man braucht also Ersatzenergien. Wer sparsamer ist, braucht weniger Ersatzenergien, das ist klar. Andererseits stört ein hoher Energiekonsum nicht, wenn die eingesetzte Energie nichtfossil ist.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Sehr geehrter Herr Professor Spreng,
hier die Fortsetzung meiner Antwort auf ihren Kommentar vom 04.06.2012, 21:54.
Sie schreiben: „Es soll mir mal jemand ein glaubwürdiges Bild einer Welt skizzieren in der 9 Milliarden Leute alle die Leistung von z.B. 20 kW beanspruchen, ein New Delhi oder Sao Paulo mit vervielfachter Energiedissipation! „
Eine zu hohe Energiedissipation ist heute ein Problem bei immer dichter gedrängten Schaltungen in Mikrochips aber überhaupt nicht bei zusammenlebenden Menschen- so viele sind wir dann doch nicht. Die Wärmewirkung der vom Menschen frei gesetzten Treibhausgase ist um mindestens den Faktor 50 grösser als die direkte Wärmefreisetzung durch Energieverbrauch. Hier eine weitere Vergleichsgrösse: Das Windpotential der EU27 beträgt 30’000 TWh, also 3 Mal mehr als der Gesamtenergieverbrauch der EU27. Würde die EU27 all diese Windenergie nutzen würde dadurch nicht wie sie schreiben eine zu hohe Energiedissipation resultieren. Noch ein weiterer Vergleich: Jährlich strahlt die Sonne mehr als 40’000 TWH Energie auf die Schweiz, das ist 100 Mal mehr als CH an Energie (Fossile + Strom) verbraucht. Selbst wenn wir Schweizer unseren Energieverbrauch verdoppeln ändert das wenig an der CH-Energiebilanz.
Wir brauchen in Zukunft mehr Energie, nicht wengier
Wenn 9 Milliarden Menschen im gleichen Reichtum leben wollen wie ein US-Bürger, dann benötigt das weltweit einen 70 Mal höheren Güterfluss als heute. Die Rohstoffvorräte reichen dafür nicht aus. Es bleibt nur die Lösung der fast 100% Rezyklierung aller Stoffe, einer Kreislaufwirtschaft also. Urban Mining und die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abfall benötigt aber nicht wenig Energie.
Das Klimaproblem ist ernster als sie meinen
CO2-Emissionen einsparen genügt nicht, wir müssen weg von den fossilen Energien.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Sehr geehrter Herr Professor Spreng,
wenn die 2000 Watt-Gesellschaft die Voraussetzung für die 1 Tonne CO2-Gesellschaft ist, dann können sie noch sehr lange warten bis sie weltweit zu tiefen CO2-Emissionen kommen. Denn alle aufstrebenden Volkswirtschaften wie Indien oder China kopieren zuerst einmal unser Entwicklungsmodell, stehen also dort wo viele westliche Staaten vor oder kurz nach dem 2 Weltkrieg gestanden haben. Und sie arbeiten mit den gleichen Mitteln wie wir damals, unter anderem mit billiger Energie, nicht aber mit extrem sparsamer, energiesparender, dafür teurer Technik. In China werden heute noch viele Häuser nur mit Einfachverglasung gebaut, denn ein Chinese plant nicht für die nächsten 50 Jahre und zählt die Energiekosten zusammen. Und es macht für ihn auch gar keinen Sinn, weil China in 50 Jahren ein völlig anderes Land ist.
Was es braucht um die ganze Welt in wenigen Jahrzehnten zu dekarbonisieren ist billige nichtfossile Energie. Hier in den reichen Länder ist das anders. Hier kann der überflüssige Reichtum in teuere energiesparende Technik gesteckt werden.

Im übrigen steckt in dem Gedanken, dass 2000 Watt die Voraussetzung für wenig fossile Energie ist, letztlich die Vermutung, dass fossile Energien kaum ersetzbar sind, man also generell sparen muss. Das ist eine Idee, die nur reiche Länder überhaupt haben können. Zudem ist der 1 t Co2 Ausstoss nur ein Zwischenziel. Am Schluss darf die Menschheit überhaupt kein technisch erzeugtes CO2 mehr ausstossen. Da hilft Sparen nicht weiter nur noch Suizid oder eben eine CO2-freie Ersatzenergie.

Utopien und Visionen, die auf extremen Anstrengungen beruhen wie die 2KW-Gesellschaft misstraue ich grundsätzlich. 2KW sind ohne weiteres möglich, aber nicht freiwillig.
Die Aussage, das hoher Energieverbrauch mit vervielfachter Energiedissipation nicht kompatibel mit Umweltschutz ist, ist übrigens schlicht und einfach falsch.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Lieber Herr Holzherr
Sie haben mich wegen meinem Ausdruck „schmerzhafte Energiesteuern“ direkt angesprochen. Die von Ihnen erwähnten europäischen und deutschen Energie- bezw. Ökosteuern sind m.E. nicht schwerzhaft. Sie betragen alle – Treibstoffsteueren ausgenommen – um die 10%. Da merkt kaum jemand etwas. Energieintensive Unternehmen, die etwas merken würden, sind sind von der Steuer ausgenommen.
Zu Ihrem Zwiegespräch mit Herrn Dittmar: Ich war sowohl ein Freund von Paul Kesselring (er ist vor einem Jahr verstorben), der das Konzept der 2000 Watt-Gesellschaft formulierte, als auch bei der Formulierung des 1t-CO2 Ziels dabei. Das erste ist m.E. mehr oder weniger Voraussetzung für das zweite. Das wichtige ist bei beiden Zielen, wie Sie sagen, die Idee der globalen Gerechtigkeit. Ich denke, es ist sinnvoll, unsere wohlhabenden Länder als technische, institutionelle und gesellschaftliche Laboratorien für eine zukunftsfähige Welt zu sehen.
Sich Gedanken zu einer zukunftsfähigen Welt zu machen hat mit Moralin nichts zu tun: Es soll mir mal jemand ein glaubwürdiges Bild einer Welt skizzieren in der 9 Milliarden Leute alle die Leistung von z.B. 20 kW beanspruchen, ein New Delhi oder Sao Paulo mit vervielfachter Energiedissipation! Welchen Anteil an der industriellen Tätigkeit hätte in dieser Welt die Energiewirtschaft, welchen Anteil der Umweltschutz? – Eine Welt in der Häuser kaum Energie zum Heizen brauchen, das Verhältnis von Geist zu Materie viel höher ist als heute, kann ich mir leichter vorstellen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

In diesem Artikel verbindet Professor Spreng Gedanken zum Atomausstieg der Schweiz mit Überlegungen zum Import von Energie und zum Energiesparen.
Hauptthema ist aber das Energiesparen als Imperativ.
Warum Energie sparen, warum 2000 Watt Gesellschaft?
– Die 2000-Watt Gesellschaft will den Energieverbrauch in der Schweiz so weit senken, dass der Strom aus einheimischen Wasserkraftwerken für die ganze Schweiz ausreicht und nur noch 500 Watt pro Kopf zusätzlich über fossile Energien bereitgestellt werden müssen. Damit werden auch AKW’s überflüssig und die Schweiz wird selbstversorgend bezüglich Strom.
– Die 2000-Watt Gesellschaft will zudem im Sinne der Gerechtigkeit einen (Zitat)„Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern und ermöglicht damit allen Menschen einen guten Lebensstandard“. Wohlgemerkt ohne Kraftwerkzubau, da heute im Weltmittel 2000 Watt pro Person gebraucht wird.
– Ohne deutliche Reduktion des Strom-und Energiekonsums im allgemeinen bleibt auch die Importabhängigkeit der Schweiz von Strom und Brenn-/Heizstoffen hoch
– Ein hoher Pro-Kopf-Stromverbrauch bewirkt hohen Stromimportbedarf/und oder viel Zubau bei einheimischen Sonne+Windkraftwerke. Vor allem das zweite würde den Strompreis deutlich erhöhen. Am billigsten kommt immer der nicht produzierte Strom, ausser das Energiesparen ist selbst mit hohen Kosten verbunden.

Integration der Schweiz ins europäische Verbundnetz
Die 2000-Watt Gesellschaft wird es so bald nicht geben und die CH-Bevölkerung wächst 1% pro Jahr, so dass es wahrscheinlich mehr Strom braucht, nicht weniger. Das hat direkt/indirekt mehr Import/Stromausgleich mit dem Ausland zur Folge. Daran wird CH nicht herumkommen. Gaskraftwerke sind dagegen eine Autarkie-Illusion. Gas kommt nämlich auch aus dem Ausland.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

ok, das Problem ist immer wieder die Mischung von
Carbon equivalent von Co2 und CO2
(also Co2 = 12 + 32 = 44 Atomic units entsprechen C ist ein 12/44
=27% bzw 1 Tonne Carbon (im CO2) entspricht 3.66 Tonnen Co2)

diesmal bin ich auch drauf reingefallen (smile)

also schauen wir doch mal in die Studie:

http://www.esc.ethz.ch/box_feeder/StrategyD.pdf

„Die durch den Energieverbrauch verursachten Treib­ hausgasemissionen sind schnell und umfassend zu senken. Der CO2­Anteil in der Atmosphäre ist bei rund 500 ppm zu stabilisieren, damit der durchschnittliche Temperaturanstieg auf der Erde – gegenüber dem vor­ industriellen Stand – auf etwa 2 oC beschränkt werden kann.“

2 Grad und 500 ppm .. nicht gerade was unser ETH Klima Wissenschaftler schreiben.
Normalerweise sprechen die politisch korrekten
Zahlen eher von einem Maximum von 450 ppm CO2 oder
(350 ppm waere in etwa was das Vorsorgeprinzip verlangen wuerde)

zu **schnell** findet man dann Seite 31:

„Bis zum Ende der Phase A, etwa 2025, kann der welt­
weite CO2­ Ausstoss bei 30 bis 32 Gigatonnen CO2 / Jahr stabilisiert werden5.“ also was wir heute haben rund 4.5 tonnen/Kopf.

und bis 2050 dann auf 20 Gt CO2 bzw bei 9 Milliarden Menschen
2.2 t CO2/pro Kopf

auf Seite 33 findet man dann endlich mal die heutigen Zahlen
2005 (Welt Mittel = rund 4.5 Tonnen CO2 pro Kopf und
CH rund 9.2 Tonnen CO2/ Pro Kopf.

das ganze wir mit CO2 freiem Strom und auf magische Art geschafft ..

na ja.. also bis zur Pensionierung (und mehr) aller Beteiligten
und uns eingeschlossen im Jahr 2025 machen wir also
erstmal praktisch nichts, aber freuen uns daran weiter wie
bisher und mit „gutem Gewissen“ so zu tun als ob.

Und nur ein paar Jahre spaeter (als die Studie) und schon
ist alles ganz anders .. wo bleibt die neue Studie?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Michael,
du schreibst „10 Milliarden Menschen mit je 1 Tonne co2 pro kopf
ist mehr als heute und heute ist es schon viel zu viel“
als Antwort auf die Aussage “Das Ziel müsste die 1-Tonne CO2 Pro-Kopf-Geselschaft sein.”

Doch im Jahre 2011 wurden (je nach Rechnung) zwischen 30 und 33 Gigatonnen CO2 ausgestossen und das ist 3 Mal so viel wie 10 Milliarden Menschen ausstossen würden, die je 1 Tonne CO2 pro Kopf ausstossen.

Das heisst allerdings nicht, dass 1 Tonne CO2 pro Kopf OK seien. Nein, 1 Tonne CO2 pro Kopf ist nur ein Zwischenziel, das bis ins Jahr 2100 erfüllt sein muss, damit das 2°C-Ziel eingehalten werden kann. Im stabilen Endzustand, in dem der Mensch das Klima nicht mehr mit Treibhausgasen belastet, sollte überhaupt kein technisch erzeugtes CO2 mehr emittiert werden.

Die Überlegungen und Begründungen für bestimmte Pro-Kopf-Emissionsgrenzwerte wurden an dieser Stelle ausführlich von Professor Knutti erläutert. Sein zusammen mit anderen erarbeitetes Modell basiert auf einem sogenannten Bilanzansatz und kommt zur Feststellung (Zitat)

dass wir für den Zeitraum von 2000-2050 rund 1000 Milliarden Tonnen CO? ausstossen können, um wahrscheinlich unter 2°C Erwärmung zu bleiben

Doch im Endeffekt bedeutet das Bilanzmodell, dass irgendwann der technisch bedingte CO2-Ausstoss vollkommen aufhören muss, was sogar explizit im Kasten Das CO2-Globalbudget mit folgendem Satz festgehalten ist:
Nach 2050 ist eine weitere Senkung der CO2-Emissionen bis
auf Null erforderlich.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Sehr geehrter Herr Professor Spreng,
Sie schreiben richtig:

Vor einem Jahr den Ausstieg zu beschliessen war leicht. Schwierig ist, den Ausstieg nicht einfach durch Import – samt der damit verbundenen Abhängigkeit – zu erkaufen.

Doch sie denken nicht zu Ende. Schon mit AKW gab es eine gewisse Abhängigekit von Uranimporten, mit Gaskraftwerken gibt es eine noch stärkere Abhängigkeit vom zuverlässigen Erdgasfluss durch grenzüberschreitende Pipelines, fast vergleichbar mit der Abhängigkeit, die man mit grenzüberschreitenden Stromleitungen hat. Aber auch die erneuerbaren Energien Wind + Sonne führen mit heutiger Technik nicht zu mehr Energieautarkie, denn ihre Produktionsschwankungen gleicht man am besten dadurch aus, dass man Windräder und PV-Panels in ein grossräumiges ganz Europa durchspannendes Stromverbundnetz einbindet.

Sie sind allerdings nicht der einzige, der diesen Denkschritt noch nicht vollzogen hat. Es gibt die weitverbreitete, leider grundfalsche Annahme, mit Erneuerbaren können man lokal produzierten Strom lokal verbrauchen. Das wäre heute zwar theoretisch mit Batterien möglich, ist jedoch viel zu teuer.

Die heute beste Lösung für ein EE-dominiertes Energiesystem ist die, PV-Panel und Windräder zu einem riesigen Stromverbundnetz zusammenzuschliessen (am besten etwas grösser als Europa), in dem Grossdistanzen mit Hochspannungsgleichstromübertragung überwunden werden. So bändigt man Produktionsschwankungen weitgehend, macht sich aber vom Funktionieren des europaweiten Netzes abhängig. Doch es führt kein Weg daran vorbei. Für die EU heisst das entsprechende Projekt roadmap 2050.
In einem solchen EU-weiten Netz liefert jede Region die Ressourcen, von denen sie mehr hat als die anderen. In CH wären das Pumpspeicher. Umgekehrt würde Sonnenstrom aus Spanien kommen. CH sollte da mitmachen, denn nur mit mitmachen funktionieren Erneuerbare Energien heute.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Sehr geehrter Herr Professor Spreng,
sie schreiben
Wirksame – und damit für einige Gruppen schmerzhafte – Energiesteuern oder entsprechende Abgaben fanden in kaum einer Demokratie politische Akzeptanz.

Die EU kennt Energiesteuern seit 2003. Jedes Mitgliedland muss folgende Mindeststeuern eintreiben: 1 Euro /MWh Strom, 15 Euro pro Tonne Heizöl, 360 Euro auf 1000 l Benzin. Deutschland erhebt für jede dieser Energieträger deutlich höhere „Ökosteuern“. Wollen sie der EU und D also die demokratische Legitimation absprechen, wenn sie schreiben „Energiesteuern fanden in kaum einer Demokratie politische Akzeptanz“. oder sind die Steuern zu wenig hoch (zu wenig schmerzhaft). Wollen sie schmerzhaft hohe Energiesteuern durch andere schmerzhafte Massnahmen ersetzen?

Was bei solchen Überlegungen zu Energieeinsparungen, vor allem aber bei Überlegungen zu CO2-Einsparungen immer wieder zu kurz kommt – auch bei ihnen – ist die Langfrist- und Globalbetrachtung.
1) Das Klimaproblem ist ein globales Problem. Wenn wir hier in Europa deutlich weniger fossile Brenn- und Treibstoffe verbrauchen, kann das den Preis für Öl, Gas und Kohle senken, was andern erlaubt zum gleichen Preis mehr zu konsumieren. Das könnte die fatale Wirkung haben, das z.B. Indien auf Kohle setzt, weil die Kohle auf dem Weltmarkt günstig ist – günstig weil wir in Europa immer weniger davon brauchen.
2) Die CO2-Emissionen können so oder so nur langsam gesenkt werden, weil z.B. der Ersatz von Öl-und Gasheizungen durch die energetische Sanierung nur langsam vorangeht. Wer bis 2050 die CO2-Emissionen auf 2 Tonnen pro Kopf senken will muss jetzt Neubauten ohne fossile Klimatisierung fordern und die energetische Sanierung vorantreiben.
Der Rest kommt von selbst. Die EU senkt die erlaubten CO2-Emissionen, Gaskraftwerke werden stillgelegt oder von den Climate Warriors gesprengt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

In diesem Artikel wird eine ganze Liste von Energiesparmassnahmen vorgestellt und dann gefordert, dass all diese Massnahmen umgesetzt werden, denn es wäre ein grosser Irrtum (Zitat)die Liste als Auswahl zu missverstehen.

Mein Urteil über diesen Vorschlag deckt sich völlig mit dem des Autors. Natürlich wird diese Liste als Auswahlliste missverstanden und dann die (Zitat)wohl dosierte Kombination [gesucht], die sowohl wirksam als auch politisch umsetzbar ist

Doch anders als der Autor denke ich nicht, dass die richtige Antwort auf dieses Problem die Moralkeule und das Menetekel an der Wand ist (Zitat: dass es ums Überleben geht, dann würde die Bereitschaft gross sein, den Besitzstand zu hinterfragen und schmerzhafte Massnahmen zu akzeptieren

Es ist doch ganz einfach und wurde auf diesem Blog schon mehrmals abgehandelt:
Solche Listen, wie sie Herr Professor Spreng vorschlägt braucht es nicht. Sie sorgen nur für unnötige, unfruchtbare Diskussionen. Zudem geht es gar nicht um die Energie, sondern um die Treibhausgasemissionen.
Was es braucht ist beispielsweise ein Preis für CO2-Emissionen. Wer 5 Tonnen CO2 pro Jahr emittiert zahlt 5000 Franken dafür wäre beispielsweise ein moderater Anfang. Man kann das immer noch kombinieren mit CO2-Limiten für neu zugelassene Autos oder Vorschriften, dass Neubauten kein CO2 mehr emittieren dürfen.
Entscheidend ist aber, dass Treibhausemissionen ähnlich behandelt werden wie Emissionen von Giftstoffen.

Diese CO2-Bepreisung müsste überall gelten, in China wie in der Schweiz. Parallel dazu sollte man die Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen international auf Alternativen zu den fossilen Energien ausrichten .

Wo stehen wir heute: Immer noch bei der (halbherzigen) Anstrengung eines Häufchens von Willigen. Die Willigen sind aber nicht genug, denn es gibt nur eine Atmosphäre und keine Separation in einen Teil für die Willigen und einen Teil für die Andern.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Das Ziel müsste die 1-Tonne CO2 Pro-Kopf-Geselschaft sein.“

Nein, viel weniger!

10 Milliarden Menschen mit je 1 Tonne co2 pro kopf
ist mehr als heute und heute ist es schon viel zu viel
(plus 1.5 ppm pro Jahr etwa.. wenn rund 20% absorbiert werden
dann ist der maximal akzeptable mittlere Verbrauch
eben nur das weltweite equivalent von 0.2 vom heutigen
wenn man den CO2 Wert constant halten moechte..
aber noch deutlich weniger wenn man zurueck auf weniger als 350
ppm als minimales sicheres Ziel erkennt….
die Alternative ist das russische Roulette spielen!)

Ist ja nicht meine Schuld wenn manche (auch an der ETH?) nicht richtig rechnen koennen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

Energie sparen war und ist wie Professor Spreng schreibt (Zitat)wiederholt auf dem ersten Platz der politischen Prioritäten. Auch in der Schweiz und speziell in der Stadt Zürich.
Kürzlich berichtete die Stadt Zürich (und in der Folge der TA vom 1.6.2012) über ihre Fortschritte auf dem Weg zur 2000 Watt Gesellschaft: Seit 1990 sank der Pro-Kopf Verbrauch von 5000 Watt 1990 auf 4200 Watt im Jahr 2010. Der Grund für diesen Erfolg: Das EWZ bezieht nun Strom standardmässig aus erneuerbaren Quellen, nicht mehr aus AKW’s. AKW’s aber setzen die erzeugte Primärenergie (die Wärme) mit einem schlechteren Wirkungsgrad in Strom um als andere Energiequellen. Die Einsparungen von 800 Watt seit 1990 betreffen also den Primärenergieverbrauch. Ganz anders sieht es beim Endenergieverbrauch der Zürcher aus. Seit 1990 stieg der Stromverbrauch in Zürich absolut und Pro-Kopf an. Im Gebäudebereich hat sich der Energieverbrauch aber tatsächlich verbessert und sogar der Treibhausgasausstoss sank, nämlich von 6 Tonnen pro Kopf und Jahr auf 5 Tonnen pro Kopf und Jahr.
Aus Sicht der Klimawissenschaft ist die Reduktion des Primärenergieverbrauchs der Stadt Zürich irrelevant. Einzig die Treibhausgaseinsparungen zählen. Das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft ist ebenfalls nicht das richtige Ziel aus Klimasicht. Das Ziel müsste die 1-Tonne CO2 Pro-Kopf-Geselschaft sein.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Energiesparen ist kein Spaziergang schreibt Professor Spreng. Das stimmt. Schon mehrere US-Bundesstaaten, aber auch Schweizer Kantone haben mittels preislicher Massnahmen versucht, die Strombezüger zum Stromsparen zu „verführen“. Auch hier wurde darüber berichtet. Keines dieser Programme führte zu deutlichen Reduktionen des Gesamt-Stromverbrauchs, es wurde lediglich der Pro-Kopf-Stromverbrauch stabilisiert. Mit ein Grund dass Kalifornien (Zitat Wikipedia) has one of the lowest per capita energy consumption rates in the country.
Doch benötigt der Klimaschutz überhaupt Energieeinsparungen?

Klimaschutz verlangt nach weniger CO2-Emissionen, nicht nach effizienter Nutzung der Fossilen
Nicht ein hoher Energieverbrauch ist klimaschädlich, sondern das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle. Die folgende Graphik zeigt, dass der weltweite Verbrauch fossiler Energien bis 2050 auf 1/20 des heutigen Verbrauchs pro BIP-Einheit sinken müsste, wenn gleichzeitig Reichtum für alle erreicht werden soll. Sparen hilft da wenig, es braucht den Ausstieg aus den fossilen Energien.

Warum Energieeinsparungen bei Dominanz von Erneuerbaren Energien wichtig sind
Windräder verändern die Landschaft. Umso mehr es hat, umso stärker. Wer also weniger Strom braucht, hat noch Chancen an mindesten einem Ort einen unverstellten Blick aufs Meer zu haben. PV-Panel herzustellen ist energieintensiv, so dass sich 40 gr emittiertes CO2 pro PV-erzeugte kWh ergibt.

Fazit: Fossile Energien sparsamer nutzen genügt nicht
Soll man sparsam mit shale-Gas (unkonventionellem Gas) umgehen? Nein: Man soll shale-Gas gar nie nutzen. Wenn die Wirtschaft weltweit so weiterwächst gibt es nur eine Lösung für das Klimaproblem: Auf fossile Energien verzichten.

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Guten Tag,

hier kann ich nur voll zustimmen:

„Wenn genügend viele Bürger realisieren würden, dass es ums Überleben geht, dann würde die Bereitschaft gross sein, den Besitzstand zu hinterfragen und schmerzhafte Massnahmen zu akzeptieren. Wir haben geld- und energiemässig massiv über unsere Verhältnisse gelebt. Energiesparen ist kein Spaziergang.“

Was also fehlt damit genuegend „Buerger“ das realisieren?

Fangen wir vielleicht einfach mal in unserem ETH Umfeld an
und diskutieren wir mit unseren Kollegen ueber diese Realitaet.

Warum treffen wir uns nicht „regelmaessig“ als
anonyme Energie Junkies und Verschwender und reden ueber
unsere Erfahrungen mit denen die das selbst in den hoechsten
Punkten des Elfenbeinturms nicht erkennen wollen?

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