ETH-Klimablog - Klimaforschung - «Here comes the Sun»

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«Here comes the Sun»

03.05.2012 von

Vom 4.-13. Mai werden in der ganzen Schweiz Veranstaltungen zu den «Tagen der Sonne» durchgeführt. Eine Gelegenheit für den Klimablog aufzugreifen, wie die Sonne das Klima beeinflusst. Obwohl noch viele Wissenslücken herrschen, ist klar: Die jüngste Erderwärmung lässt sich nicht erklären mit der Sonne. 

Nicht erst seit dem im Ferbuar 2012 erschienenen Buch von Vahrenholt und Lüning hört man die Behauptungen zum Einfluss der Sonne aufs Klima. Beispielsweise wird behauptet, dass Veränderungen der Sonnenaktivität einen grösseren Beitrag zur Erhöhung der globalen Temperatur leisten würden als bisher angenommen (und damit CO₂ einen kleineren) und dass sich die Sonnenaktivität in naher Zukunft abschwäche. Oft hört man dabei die These, dass sich Schwankungen der Sonnenaktivität die globale Bewölkung beeinflussen, indem sie sich via Modulation der kosmischen Strahlung auf die Bildung von Kondensationskeimen auswirken. Was ist dran?

Diese alte These wurde 1997 von Henrik Svensmark und Eigil Friis-Christensen neu aufgestellt und zunächst kontrovers diskutiert. Die Forschung hat sich mittlerweile der Thematik aber sehr wohl angenommen. Die neuere Literatur zum Einfluss von Schwankungen der Sonne auf das Klima ist sogar sehr umfangreich.

Die Studien zeigen, wie wenig wir über den Einfluss der Sonne wissen. So ist zum Beispiel nicht bekannt, ob bei erhöhter Sonnenaktivität tatsächlich mehr direkte Sonnenstrahlung die Erdoberfläche erreicht. Wir wissen nicht, wie stark die Aktivität der Sonne über Jahrzehnte bis Jahrhunderte wirklich schwankt. Es besteht auch keine Einigkeit über die Rolle der Sonne bei früheren Klimaschwankungen wie der Kleinen Eiszeit. Und auch Svensmark’s Mechanismus ist nur eine Hypothese. Es ist einer von mehreren vorgeschlagenen Mechanismen (und in den Augen vieler Forschenden nicht der aussichtsreichste).

Erd-Sonnen-Systemforschung ist komplex

Zwar finden wir die Spuren solarer Zyklen zweifelsfrei in verschiedensten Klimavariablen. Trotzdem ist es ungemein schwierig, die Zusammenhänge zu ergründen und den Einfuss zu quantifizieren. Warum? Die Erforschung dieser Fragen stellt unser ganzes Systemwissen auf die Probe. Von den Tiefen des Ozeans bis zur Ionosphäre, von Wolkenteilchen bis zur globalen Ozonschicht, von energetischen Partikeln zur Nettostrahlung – alles könnte eine Rolle spielen. Ähnliches liesse sich über die physikalischen Vorgänge auf der Sonne sagen. In dieser Erd-Sonnen-Systemforschung treffen auch verschiedene Wissenschaftskulturen aufeinander, kommen verschiedenste Methoden und Datentypen zum Einsatz.

Im «CLOUD»-Experiment am CERN wird derzeit der Einfluss kosmischer Strahlung auf die Bildung von Kondensationskeimen unter Laborbedingungen untersucht. Davon erhofft man sich eine Antwort auf die eingangs erwähnte These, dass Schwankungen der Sonnenaktivität die globale Wolkenbildung beeinflusse. Auch an der ETH Zürich wird zum Thema geforscht. Im Sinergia Projekt «FUPSOL» wird der Einfluss der Sonne auf das Klima der letzten 400 Jahre (und der nächsten 100 Jahre) im Modell simuliert. Dabei geht es insbesondere um den Einfluss der Gesamtstrahlung und die Rolle der UV-Strahlung.

Sonne erklärt aktuelle Klimaerwärmung nicht

Trotz den grossen Unsicherheiten bei den Mechanismen ist aber eines klar: Die Aktivität der Sonne hat sich in den letzten 50 Jahren abgesehen vom 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus kaum verändert. Die jüngste Erwärmung kann die Sonne also nicht erklären.

Zum Autor

Stefan Brönnimann ist Professor für Klimatologie am Oeschger Zentrum für Klimaforschung und am Geographischen Institut der Universität Bern. Persönliches Zitat und Biografie.

Lesetipp




Kommentare (33) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Hallo Herr Broennimann,

haben sie das wirklich gesagt? Die Erwartungen sind schlimmer
als die Modelle?

http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/eis-der-arktis-auf-rekordtief-1.17535897

„Der Rückgang des arktischen Meereises entspreche den Erwartungen, sagt Stefan Brönnimann vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern. Allerdings sei das Meereis noch stärker vom Klimawandel betroffen, als es die Klimamodelle vorhersagten.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Zusammen met einem Kollegen von KNMI (MeteoHolland) habe ich ein Antwort am Fritz Vahrenholt geschrieben im European Energy Review: http://www.europeanenergyreview.eu/site/pagina.php?id=3740
mit dieselbe Erfolgung wie Prof Broennimann: Die Sonne kan die modernen Erwarmung nicht erklaeren.
Auch auf meinem Blog erschienen: http://ourchangingclimate.wordpress.com/

Grusse von einem ETH Alumnus,
Bart

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin

„Gütertransport benötigt heute und damit auch noch in 5 Jahren Öl als Energiequelle.“

dazu lohnt es sich den Hirsch Report zu lesen
mehr unter:
http://en.wikipedia.org/wiki/Hirsch_report

und hier
http://www.apogeeprime.com/prime/extracts/release.html

Im Prinzip laesst sich das aus der Sicht eines Physikers
ganz einfach zusammen fassen:

Es gibt praktisch keinen Ersatz fuer das Oel beim Transport
von Guetern.

Entsprechend sollte man sich in einem Land und Region ohne
Oel so schnell wie es geht auf ein Leben ohne 95% der heutigen
Importe einstellen.

„Wer zu spaet kommt den bestraft das Leben“
hat Herr G. zu Herrn H. 1989 gesagt ein paar Monate spaeter
war auf einmal alles ganz anders..

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Hoi Michael,
analog zu den forcings in der Klimaphysik gibt es wirtschaftliche forcings und die dahinter steckenden Triebkräfte sind ähnlich wie in der Klimaphysik träge, ändern sich also nur sehr langsam. Gütertransport benötigt heute und damit auch noch in 5 Jahren Öl als Energiequelle.
Es stimmt zwar, dass wie du schreibst „der Preis regelt die Nachfrage“ nur dummerweise zahlen ja alle Ölverbraucher fast den gleichen Preis. PKW-Fahrer können mit einem steigenden Preis noch gut zurechtkommen, aber der Güterverkehr und auch der Flugverkehr nicht.
Nur eine wirklich Krise lässt uns „die Fakten [akzeptieren] und [führt dazu] uns mit einen rationalen Ausstieg aus dem Oelzeitalter“ zu arrangieren.

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Martin,

„Einen Versorgungsengpass gibt es in diesem Szenario auch darum nicht, weil der Treibstoffverbrauch für PKW’s Jahr für Jahr zurückgeht.“

und ich dachte der Preis regelt die Nachfrage..
und damit die Krise.

Die meisten Leute akzeptieren heute dass es die Krise 2008
war die den Einbruch im Oelverbrauch nicht nur der USA
geschafft hat (10% USA rund 2 Millionen Barrel pro Tag extra
auf dem Weltmarkt.).

Du wirst selber auch nicht behaupten dass der PKW
Verbrauch/Effizienz das bewirkt hat.

„ Und weil die konventionellen Vorkommen bereits ihren Peak überschritten haben“

Die IEA schreibt sogar das war um 2006!

Damit sind die Buehler et al’s am Ende ihres Lateins
(aber sie schweigen lieber dazu und versuchen damit ihre Fehler
der Vergangenheit zu verschleiern!)

Was das EROEI bei den nicht konventionellen Oelquellen
betrifft sind wir uns vermutlich einig ..

Die Mehrkosten sind so hoch und zerstoeren die Umwelt
(weit weg) in einem fuer jeden normalen Sterblichen in
nicht akzeptablen Ausmass.

Aktzeptieren wir also die Fakten und bereiten uns auf einen
rationalen Ausstieg aus dem Oelzeitalter vor, statt weiter
die Augen zu verschliessen.

Die Algen Illusion ist letztendlich auch nur
Sonnenenergie die man besser fuer lokale Nahrungsmittel
Produktion nutzen wuerde.

Sobald das Oel wirklich teuer wird .. kann man den billigen Transport auch schnell vergessen.

Welche „wake-up“ calls brauchen wir eigentlich noch?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Hoi Michael,
„dass das Oel die bei weitem beste
Energiequelle mit dem besten EROEI ist?
stimmt wahrscheinlich. Gäbe es nicht-fossiles Öl zum gleichen Preis wäre dieses Problem gelöst.
Das verspricht beispielsweise die Firma Joule unlimited, welche ähnliche Treibstoffe, wie wir sie jetzt in den Autotank füllen, mit Mikroben erzeugen will.

Viele – vor allem natürlich Ölfirmen – sehen tatsächlich keinen Ersatz für Rohöl. Und weil die konventionellen Vorkommen bereits ihren Peak überschritten haben, sollen eine ganze Batterie von unkonventionellen Quellen die Lücke stopfen: Öl aus Tiefseebohrungen, Ölsand, Ölschiefer (USA), Schweröle (Venezuela), verflüssigtes Gas (LNG), Gas to Liquid, Coal to Liquid und Biotreibstoffe. Jede dieser Komponenten trägt zwar nur wenig dazu bei, die Lücke zu stopfen, aber zusammen schaffen sie es sogar, dass jedes Jahr etwas mehr gefördert werden kann. Einen Versorgungsengpass gibt es in diesem Szenario auch darum nicht, weil der Treibstoffverbrauch für PKW’s Jahr für Jahr zurückgeht.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Martin,

„Dass der heute 5 Mal höhere Rohölpreis verglichem mit 1990 noch immer keine überzeugenden Alternativen hervorgebracht hat, dämpft den Optimismus etwas.“

Liegt das eben doch daran dass das Oel die bei weitem beste
Energiequelle mit dem besten EROEI ist?
(Umweltprobleme ignorieren wir natuerlich wenn es um kurzfristiges
Geld machen geht.).

Deshalb ist eben als Alternative Sichtweise die Peak Oil
Konsequenz eine Hypothese zum Nachdenken..

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 07.05.2012, 22:47
Hoi Michael,
Menschen als soziale Tiere funktionieren am besten in Kleingruppen. Je mehr Mitglieder eine soziale Einheit umfasst, desto weniger lassen sich Entscheide, die alle betreffen, um- und durchsetzen.

Die 196 Nationen, die es gibt, haben ganz unterschiedliche Interessen und ein Verzicht auf fossile Brenn- und Treibstoffe ist zuerst einmal gegen die Interessen fast aller Nationen. Je mehr eine Nation aber glaubt, auf fossile Rohstoffe angewiesen zu sein, umso mehr wird sie sich gegen Einschränkungen von aussen wehren. Und dummerweise gehören die Besitzer von fossilen Rohstoffen, Länder die über solche Ressourcen verfügen zu denen, die am wenigsten Interesse auf einen Verzicht haben. Selbst wenn es keine Käufer für ihre Produkte mehr gäbe, könnten sie sie immer noch selber verstromen. Gegen einen Verzicht sind also alle Länder mit viel Kohle (USA, China, Indien, Australien) oder mit viel Öl (Saudi-Arabien, Russland, Kanada, Venezuela, …) oder mit grossen Erdgasvorräten. Die Liste wird recht lang.
Wenn man sich das vor Augen hält, wird es klar wie schwierig es werden wird nur schon den Verbrauch zu reduzieren. Wenn Europa etwas weniger Öl konsumiert, so konsumieren einfach die aufstrebenden Länder entsprechend mehr. Dieses Dilemma könnte man wirklich nur mit einem überall gültigen C/CO2-Preis lösen.

Wie wenig guter Wille allein ausrichtet, zeigt das Kyoto-Protokoll. Seit seiner Ratifizierung sind die CO2-Emissionen sogar stärker angestiegen als zuvor.

Ein Ende des fossilen Zeitalters wird dann eingeleitet, wenn es überzeugende Alternativen gibt. Eine Verknappung von fossilen Rohstoffen (Peak Oil) etc. könnte die Suche nach Alternativen noch einmal beschleunigen. Dass der heute 5 Mal höhere Rohölpreis verglichem mit 1990 noch immer keine überzeugenden Alternativen hervorgebracht hat, dämpft den Optimismus etwas.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

gute Antwort!

Aber zu:

„Appelle an die Vernunft der Menschheit doch bitte aus Vernunft- und Vorsichtsgründen mit dem CO2-Ausstoss aufzuhören haben nur begrenzte Wirkung. “

akzeptieren wir also dass der Mensch nicht die Krone der Schoepfung ist und seine angebliche Intelligenz
im Vergleich zu anderen Lebewesen
Richtige Entscheidungen bezueglich der Zukunft zu treffen
nicht zu existieren scheint.
oder nur bei einigen wenigen die noch nicht durch unsere
Super-Zivilisation verdorben wurden…
(falls ueberhaupt noch.. viele scheint es davon nicht mehr zu geben).

Also, als Alternative bereiten wir uns eben doch auf den Crash
vor. Also .. zum einschreiben fuer den Crash Kurs ..
ich empfehle nicht gerade das Rio + 20 Meeting..
(oder auf den kommenden Winter.. selbst wenn es niemand glauben mag in rund 8 Monaten ist es wieder soweit!)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Peter,

ansonsten ging es um Peter Laut und deinen
Svensmark ..

Vergiss deine anderen Punkte im Moment!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Peter:

„the last quarter-century“

ein quarter = 25 Jahre
also 1975 – 2000

wie kommst du auf
„in den 40ern“
??

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 07.05.2012, 20:29
Ihre C/CO2-Massenbilanz hat keinerlei Hinweis- oder gar Beweiskraft.
Es mag ja sein, dass 99.9% des Erdkrustenkohlenstoff in Sedimenten, Kalkstein oder Dolomit steckt. Doch – um ein Analogon zu machen – 96.5% allen H20’s (kommun Wasser) befindet sich in den Ozeanen, und nur 1/100 Promille allen Wassers befindet sich in der Atmosphäre. Trotzdem spielt das Wasser im Ozean eine kleinere Rolle für den Wassergehalt der Atmosphäre als die durchschnittliche Lufttemperatur.

Dabei tönen sie ja selber an, dass die Aktivität einiger Vulkane das Klimasystem bereits durcheinander bringen kann (Zitat)Sie sind bei verstärkter Aktivität durchaus in der Lage, das Klimasystem erheblich zu beeinflussen (s. LIA) und sog. “2°-Ziele” jederzeit ad absurdum zu führen.
Vulkanismus kann längerfristig über den CO2-Ausstoss auch den CO2-Anteil der Atmosphäre erhöhen und dann über den Treibhauseffekt die Temperaturen steigen lassen. Heute verbrennen wir ständig so viel fossile Rohstoffe wie dem Ausstoss von dutzenden Grossvulkanen entspricht und der CO2-Gehalt der Atmosphäre nimmt dementsprechend messbar zu.

In einem Punkt kann ich ihnen recht geben: Appelle an die Vernunft der Menschheit doch bitte aus Vernunft- und Vorsichtsgründen mit dem CO2-Ausstoss aufzuhören haben nur begrenzte Wirkung. Es wäre etwas ganz anderes, wenn unsere CO2-Produktion gar nicht nötig wäre und man Energie ohne weiteres auf andere Art und Weise erzeugen könnte. Schon bald wird es solche Ersatzenergien auch geben womit dann auch die Entschuldigungen für ein Weiter-Wie-Bisher entfallen.

Ein Klimagleichgewicht gibt es nicht, da haben sie recht. Das Klima ändert sich jedoch meist recht langsam, jetzt jedoch sind in 5 bis 15 Jahrzehnten Änderungen zu erwarten wie sie sonst nur selten und dann meist über Zeiträume von hunderten von Jahren vorkommen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@ Holzherr

Um Ihnen halbwegs eine quantitative Vorstellung zu geben …

99.9% der irdischen Masse an CO2 findet sich in Sedimenten, Kalkstein, Dolomit.

0.02% in fossiler Form, Erdöl, Erdgas, Braunkohle, Kohle.

0.6% in Gewässern, hauptsächlich den Ozeanen, in Form von CaCO3 und HCO3.

0.01% ist in der Atmosphäre enthalten in Form von CH4, CO2, CO, VOCs und Halogenen.

0.05% findet sich in Mineralböden in der Form von Humus, Waldböden, Mooren.

0.01% enthalten lebende Organismen, hauptsächlich in der Vegatation.

Sie sollten diesen, zugegeben unterschiedlich langsam bzw. schnell wirkenden Senken, schon etwas mehr vertrauen, bevor Sie bei einem Anstieg in einer der unbedeutendsten, wenn auch zeitlich umschlagstärksten, der Atmosphäre, gleich das Schlimmste befürchten.

In den oben aufgeführten Zahlen fehlen übrigens zwei Aspekte: die Vulkane, die oberirdischen und jene entlang der mittelozeanischen Tiefenrücken. Sie sind bei verstärkter Aktivität durchaus in der Lage, das Klimasystem erheblich zu beeinflussen (s. LIA) und sog. „2°-Ziele“ jederzeit ad absurdum zu führen.

Von welchem „Gleichgewicht“ Sie sprechen, bleibt mit Blick auf die wechselhafte Klimageschichte, besonders der jüngeren, schleierhaft. Das Gleiche gilt für die von Ihnen postulierte Verweildauer von menschlich emittiertem CO2. Gehen Sie von einem Wert irgendwo zwischen 1 bis 20 Jahren aus und ziehen Sie, von mir aus im stillen Kämmerlein, wenigstens einmal in Erwägung, dass der CO2-Atmosphärengehalt sich abhängig von der Temperatur entwickle und nicht umgekehrt.

Vergleich Pakistan/Kalifornien – Armut/Reichtum: wenn es um Entwicklung geht, haben Sie meine Zustimmung. Sie ist dringlich. Sollten Sie aber diese Entwicklung über den Apparat einer CO2-Bürokratie abwickeln wollen, dann lassen Sie’s besser gleich bleiben: die „Leitungsverluste“ werden den Nutzen bei weitem übersteigen.
Das tun sie bereits heute.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 4

@ Dittmar

Deine Argumentation schlägt erneut Volten und das liegt erkennbar an der mangelnden Lesefähigkeit, die du unverdrossen anderen unterstellst.

Ist dir annähernd klar, was der zitierte Satz bedeutet?

„In reality, however, it is only the agreement with the last quarter-century of the Mann et al. hockeystick temperature history that has disappeared”

Deutsch: die Übereinstimmung bis hin zur Wärmephase in den 40ern ist offensichtlich, sie scheitert allein an den Briffa/Mann-Rekonstruktionen für das letzte Vierteljahrhundert …

Briffa/Mann … zu diesem speziellen Höhenflug der Wissenschaftsgeschichte gibt es ganze Kapitel zu schreiben, die drei jüngsten – fahr bitte den Zeilen mit dem Finger nach – findest du hier …

http://climateaudit.org/2012/05/06/yamal-foi-sheds-new-light-on-flawed-data

http://aston.academia.edu/ReinerGrundmann/Papers/1583125/Climategate_and_The_Scientific_Ethos

http://aston.academia.edu/ReinerGrundmann/Papers/1598985/The_legacy_of_climategate_revitalizing_or_undermining_climate_science_and_policy

Es werden nicht die letzten sein.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

Die von der Sonne abgestrahlte Gesamt-Strahlungsleistung (über alle Wellenlängen gemessen) schwankt kaum, was sich darin ausdrückt, dass die Solarkonstante, also der Strahlungsfluss, der die Erdbahn erreicht, über die Jahre und auch während den verschiedenen Phasen des 11-jährigen Sonnenzyklus nur um Promille vom Wert 1.361 kW/m² abweicht. Und trotzdem scheinen sich Spuren des Sonnenzyklus auch in periodischen Klimaschwankungen wiederzufinden. Zum Teil liesse sich das dadurch erklären, dass die Schwankungen der Strahlung im UV-Bereich sehr viel stärker sind als über alle Wellenlängen gemittelt.
Auch der Artikel Schwächelnde Sonne löste antike Kälteperiode aus (SPON 6.5.2012) berichtet über ein Arbeit, die die Kälteperiode des Homerischen Minimums vor 2800 Jahren mit einem solaren Minimum in Zusammenhang bringt. Diese Arbeit erklärt diese europäische Kälteperiode mit der dazumal reduzierten UV-Strahlung, welche den Wärmehaushalt der mittleren Atmosphäre und der Ozonschicht änderte und Windsysteme beeinflusste. Allerdings habe das Homerische Minimum die globale Mitteltemperatur nur wenig geändert, sondern lediglich eine regional europäische Abkühlung verursacht.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

„Eine Katastrophe müssen Klimaveränderungen nicht sein, weil der (wohlhabende) Mensch sich mit genügend Technik oft gut an extreme Klima anpassen kann.“
Glaubst du das wirklich?

(was ist mit Griechenland, Italien etc..
und ja, gehen wir mal 2000-2500 Jahre zurueck und schauen uns
den Mittelmeerraum an.. Rom als Empire war sicher sehr sehr
wohlhabend aber .. den Klimawandel(?) in der jetzt libyschen
Kornkammer hat das reiche (auf Kosten anderer und der
Natur) Empire beendet!

Und dein Beispiel Kalifornien:

„ So gibt es landwirtschaftlich genutzte Gebiete in Kalifornien mit weniger Niederschlägen als in der Sahara.“

na, schau mal auf wessen (Wasser) Kosten LA lebt
und mit welchem Aufwand an Energie das Wasser aus anderen
Gebieten nach LA kommt.

http://finance.yahoo.com/news/pf_article_111186.html

Nachhaltig ist das sicher nicht.

und deiner Meinung nach:

Was passiert mit LA in den naechsten 10-20 Jahren wenn
das Oel unerschwinglich wird und die Temperaturen noch weiter
steigen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 06.05.2012, 17:18
Sehr geehrter Herr Bühler,
Es ist kein Alarmismus und es sind keine Katastrophenszenarien , wenn man die globale Erwärmung mit der kleinen Eiszeit vergleicht und wegen der langsamen progredienten Erwärmung zuerst negative lokale Folgen und später auch Meeresspiegelerhöhungen voraussagt.
Eine Katastrophe müssen Klimaveränderungen nicht sein, weil der (wohlhabende) Mensch sich mit genügend Technik oft gut an extreme Klima anpassen kann. So gibt es landwirtschaftlich genutzte Gebiete in Kalifornien mit weniger Niederschlägen als in der Sahara. In Gebieten wie Pakistan oder Bangladesh gibt es aber zuviele Menschen und zuwenig Reichtum um Klimaveränderungen ohne Probleme verkraften zu können.
Im Unterschied zur natürlichen Klimavariabilität, die schliesslich wieder zum Gleichgewicht zurückführt, hört die globale , durch Treibhausgase verursachte Erwärmung erst auf, wenn die Treibhauskonzentrationen wieder sinken – wir also von den fossilen Rohstoffen wegkommen. Das 2°C-Ziel ist schon nicht mehr erreichbar, das Ziel, den CO2-Emissionspeak in den nächsten 20 Jahren zu erreichen und dann immer weniger CO2 zu emittieren, bleibt realistisch.

@Kommentar von Edoardo Ghidelli. 06.05.2012, 15:53
Sie schreiben Wir spielen mit dem Feuer, was bekanntlich Hitze und Abgase verursacht und sorgen nicht für einen Ausgleich. und kommen dann mit dem Vorsorgeprinzip. Doch ein weiter aufgefasstes Vorsorgeprinzip führt uns in ein Dilemma, denn ärmere Länder müssen auch vorsorgen, dass die Armut abnimmt und dieses Ziel steht oft im Widerspruch zum Verzicht auf CO2-Emissionen. Deshalb wurde sogar auf diesem Blog gefordert, Indien solle erlaubt werden, mehr CO2 auszustossen. CO2-Emissionen seien in Indien noch kein Problem.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Peter,

wenn du wenigstens mal lesen wuerdest was du postest..

Worum geht es denn bei der ganzen Diskussion um das CO2
und die Erwaermung der letzten 30 (plus) Jahre?
Genau, CO2 Anteil steigt jedes Jahr um 2 ppm
und die Sonnenaktivitaet kann die Temperaturdaten nicht
erklaeren. Genau das geben deine „Super Daten verdreher“
jetzt selber zu: „only the last quarter of the century“
was will man mehr?
(2 Fliegen mit einer Klappe (1) Peter B. kann nicht selber lesen
(und denken?)
und (2) die Kritik von Peter L ist korrekt..)

„The new result, to quote Damon and Laut, means that „the sensational agreement with the recent global warming, which drew worldwide attention, has totally disappeared.“ In reality, however, it is only the agreement with the last quarter-century of the Mann et al. hockeystick temperature history that has disappeared;“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Dittmar

„Pattern of Strange Errors Plagues Solar Activity and Terrestrial Climate Data“

„Rufmord-Kampagnen von Bloggern“ ???

Lass doch einfach die Betroffenen selber zu Wort kommen, E. Friis-Christensen und Henrik Svensmark:

„In summary, Laut’s methodology consists of first writing false accusations, then totally neglecting the refutations, and finally referencing his very own claims as corroboration when publishing new accusations. This is in our view an interesting, but also the very only, conclusion that can be drawn from the article“

http://www.space.dtu.dk/upload/institutter/space/forskning/05_afdelinger/sun-climate/full_text_publications/comment%20to%20eos_28_sept_04.pdf

http://www.agu.org/pubs/crossref/2000/2000JA900067.shtml

http://www.co2science.org/articles/V7/N41/C2.php

@ Holzherr

Sie verlegen wie alle gescheiterten Propheten Ihre Voraussagen immer weiter in die Zukunft, in der sie unfehlbar eintreten werden (müssen). Das war schon früher so und das wird so bleiben.

Fakt ist, dass für Ihre Katastrophenszenarien die Anhaltspunkte schwach und schwächer werden, sei es hinsichtlich der Temperaturentwicklung, rasch schmelzender Gletscher und Eisbedeckungen, dramatisch ansteigender Meeresspiegel oder angeblich während Jahrhunderten akkumulierender CO2-Konzentrationen.

Die LIA übrigens dauerte Jahrhunderte, nicht Jahrzehnte, und Sie beantworten die Frage nicht, wie Sie vor dem Hintergrund natürlicher Variabilität a) an alarmistischen Aussagen und b) an 2°-Zielen festhalten wollen.

„Als grosser Dampfer mit einem entsprechend langen Bremsweg“ erweist sich weniger der menschlichen CO-Output, sondern die AGW-Hypothese.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 3

Bei der heutigen Klimadiskussion sollte es m.E. nicht darum gehen, was die Natur an Klimaveränderung verursacht, sonder welchen Beitrag wir (schade, dass wir zwichen Natur und uns einen Unterschied machen müssen) möglicherweise verursachen. Wir spielen mit dem Feuer, was bekanntlich Hitze und Abgase verursacht und sorgen nicht für einen Ausgleich. Möglicherweise schafft es unsere Umwelt, unseren Einfluss zu kompensieren (das Gleichgewicht zu halten). Da wir aber unsicher sind (oder sogar das Gegenteil befürchten), sollten wir unser Tun überdenken und alle wissenschaftliche, gesellschaftliche und ökonomische Enegie ins Ersetzen des Feuers durch umweltfreundlichere Energie stecken.
Bei weit weniger komplexen Entscheidungen im Alltag handeln wir selbstverantwortlich. Dort wo wir die Wirkung unseres Tuns nur erahnen können, tun wir es nicht.
Beim russischen Roulet erhöhen die 5 leeren Kammern die Komlexität Der Entscheidung und verringern die Wahrscheinlichkeit des Todes, nicht aber die Gefahr. Es ist kein Zeichen von grosser Vernunft bei 6 Kugeln abzudrücken, aber auch bei einer Kugel ist der der abdrückt nicht intelligenter.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

Peter,

lese einfach die Artikel von Peter Laut

(und dann, da du dir selber nicht sicher bist die von deinen
Bloggern ueber Peter Laut)

und kommentiere.

Was ist daran kryptisch?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Kommentar von Peter Bühler. 05.05.2012, 1:27

Betreffend natürlichen Variabilität des Klimas:
Nur ein plötzlich einsetztender starker Vulkanismus könnte das Klima auf „natürliche Weise“ abrupt und für viele Jahrzehnte ändern – was beim Vulkanismus abkühlen bedeutet. Viele Jahrzehnte dauerte die kleine Eiszeit vor allem, weil die primäre Abkühlung durch die Vulkanasche sekundär zu Gletscherwachstum und erhöhter Rückstrahlung von Sonne ins All führte, was die Abkühlung verstärkte und stabilisierte. Aus menschlicher Sicht war die LIA nicht nur durchschnittlich kühler, es gab auch mehrere sehr kalte Perioden, die beispielsweise die Besiedelung Grönlands durch die Wikinger beendeten.

Die jetztigen schnell steigenden CO2-Konzentrationen werden sich ähnlich wie bei der kleinen Eiszeit über viele Jahrzehnte, ja sogar mehrere Jahrhunderte auswirken. Ähnlich wie bei der kleinen Eiszeit nicht allein der Vulkanismus ein neues Klimaregime einleitete, wird es auch hier Sekundäreffekte geben, die die Erwärmung verstärken und perpetuieren: Eisfreie arktische Sommer werden der Erde zusätzlich einheizen. Ähnlich wie sich die LIA an einigen Stellen katastrophal auswirkte (Grönland) wird auch die globale Erwärmung einzelne Landstriche entvölkern. Anders als bei der LIA stellt sich das neue Klima aber nicht schnell ein, sondern es ändert sich wegen den weiter steigenden CO2-Konzentrationen ständig, was dem Menschen immer neue Anpassungen abverlangt. Zuerst trifft es vor allem einzelne Landstriche existenziell, dann die meisten Küstengebiete, wenn der Meeresspiegel schneller anzusteigen beginnt. Sobald diese Zukunft den meisten Menschen klarer vor Augen steht, wird auch die Bereitschaft steigen, die Fossilität zu beenden. Doch das wird auf die Kürze nichts ändern, denn das Klima ist wie ein grosser Dampfer mit einem entsprechend langen Bremsweg.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

Ihr Post beschäftigt sich zurecht mit der natürlichen Variabilität des Klimas, ein Aspekt der in einem Umfeld fortgeschrittener „Klimawandel“-Hysterie kaum mehr Beachtung findet.

Weiter legen Sie dar, wie eine Serie von Vulkanausbrüchen – innerhalb von mehreren Jahrzehnten auch künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten – zu einer spürbaren Abkühlung der globalen Mitteltemperatur führte (LIA).

Wäre daher interessant zu erfahren, wie Sie vor diesem Hintergrund und speziell unter Berücksichtigung der natürlichen Variabilität die Verfolgung von 2°-Zielen rechtfertigen.

@ Dittmar

??????

Zu kryptisch, – für mich jedenfalls.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

@Kommentar von Peter Bühler. 04.05.2012, 0:49
Ich sehe keine offenen Fragen, wenn es um die Wärme im frühen Holozän geht. Niemand behauptet ja, es sei nie wärmer gewesen als heute. Die Zwischeneiszeit vor dem Holozän (das Eem) war um ein bis 2 Grade wärmer als die heutige Zwischeneiszeit und die regionale Verteilung von Kalt-/Warmzonen eine leicht andere als heute. Entsprechend den höheren Durchschnittstemperaturen war im Eem der Meeresspiegel um 4 bis 6 Meter höher als heute und Teile des grönländischen und antarktischen Eisschilds abgeschmolzen.

Im frühen Holozän war es ebenfalls wärmer als heute. Dementsprechend waren die Schweizer Gletscher viel kleiner, die Baumgrenze höher. Was nun war der Grund für die Wärme im Eem und frühen Holozän: Es war die stärkere Sonneneinstrahlung in den höheren Breiten verursacht durch die bekannten periodischen Schwankungen in der Erdbahn. Sekundär hatte es auch etwas mehr Kohlendioxid in der Luft und – bedingt nur kleinere Schnee-/Eisflächen – wurde weniger Sonnenlicht ins All zurückgestrahlt, was die Erwärmung noch einmal etwas erhöhte.

Die Erdbahnparameter ändern sich im allgemeinen recht langsam mit signifikanten Zeitabschnitten von hunderten von Jahren. Das heisst auch, dass solche Änderungen der Erdbahn keine entscheidene Rolle für die Klimänderungen der letzten dutzenden, ja sogar der letzten paar hundert Jahre spielen können.
Den stärksten kurzfristigen Einfluss auf das Klima haben Vulkanismus und Änderungen des CO2-Spiegels. Der kleinen Eiszeit scheint verstärkter Vulkanismus vorausgegangen zu sein und die heutige Erwärmung ist wohl den steigenden Kohlendioxikonzentrationen zu verdanken. Da die CO2-Konzentrationen weiter steigen ist auch mit weiter steigenden Temperaturen zu rechnen, wobei sich der Trend nur über Abschnitte von 15 und mehr Jahre mit Sicherheit erkennen lässt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Peter,

wie gewohnt. Du kannst Texte nicht mehr lesen.

die Artikel sind von Peter Laut (er hat mir persoenlich
von der Rufmord Kampagne gegen ihn und von
deinen geistigen Verfuehrern berichtet!)
(falls du den kritisieren willst ok.. der Schneider hat das nur auf
der Website).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

@ Dittmar & Holzherr

So viel Gelehrsamkeit in wenigen Zeilen, aber wenig Antworten auf die offenen Fragen.

Was das Holozän anbelangt, empfehle Ihnen erneut die folgenden beiden Arbeiten zur Lektüre …

http://www.botany.unibe.ch/paleo/publications/reprints/Holocene_15_672.pdf

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277379109001152

Svensmark: Kronzeuge der Anklage Stephen „consensus“ Schneider oder vielleicht eine echt sachliche, wenn es irgendwie geht, wissenschaftliche Auseinandersetzung?

http://nofrakkingconsensus.com/2012/02/08/scientific-consensus-leadership-stephen-schneider

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 5

@Kommentar von Peter Bühler. 03.05.2012, 13:51

Sehr geehrter Herr Bühler,
das Temperaturmaximum zu Anfang des Holozäns

(Zitat) Unklar bleibt auch, welcher Mechanismus zu Beginn des Holozäns die Temperaturen derart rasch – und in höherem Ausmass als in der jüngeren Gegenwart – ansteigen liess, dass z. B. die Alpengletscher verschwanden.

ist nichts ungewöhnliches, sondern typisch für die meisten Zwischeneiszeiten. Der initiale Wärmepeak am Ende einer Eiszeit ist einer Kombination von Änderung der Erdbahnparameter, Eisschmelze und CO2-Ausgasung (weil z.B. wärmeres Wasser weniger CO2 löst) zu verdanken. Meist gehen während diesem initialen Wärmepeak die Erdbahnparameter schon wieder in negatives Territorium, der hohe Norden wird also wieder weniger beschienen und die Temperatur sinkt schon bald wieder leicht.

Genaueres findet sich unter Holozän:
Auch die tendenzielle Abkühlung in den mittleren und höheren Breiten der Nordhalbkugel seit dem Hauptoptimum des Holozäns wird auf eine Änderung der Präzession zurückgeführt, die in einem Zyklus von 23 000 Jahren die Neigung der Erdachse auf der elliptischen Erdbahn wandern lässt. So lag der N-Sommer vor 9 000 Jahren im Perihel, dem sonnennächsten Punkt, während er heute im Aphel, dem sonnenfernsten Pubkt, liegt. Hinzu kam noch eine Verringerung der Achsenneigung der Erde um 1° während der letzten 9 000 Jahre, so dass beide astronomischen Efekte bei 65°N eine Verringerung der solaren Einstrahlung um 10% zur Folge hatten.

Heute also 10% weniger solare Einstrahlung als zu Beginn unserer Zwischeneiszeit. Und trotzdem wird es jetzt immer wärmer. Schon eigenartig! Woran liegt das nur? Ziemlich sicher nicht an der Sonne jedenfalls.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

Seit der kleinen Eiszeit hat sich die Sonnenaktivitaet sehr wohl stark veraendert (sunspots).
Aber klar, man weiss sehr wenig ueber das Zusammenspiel Sonnenaktivitaet-Klima (ausser dass es die Erwaermung in letzter Zeit nicht bewirkt hat – das ist ja schliesslich das Axiom jeder Klimaforschung). Klar fuer mich ist aber: Wenn die Sonnenaktivitaet auch nur minim die Wolkenbildung beeinflusst (kann sein, weiss ich aber nicht), dann hat dies 100mal mehr Einfluss als jedes CO2.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Sehr gut geschriebener Beitrag, informativ, interessant und nötig. Danke.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 4

und noch was zu dem Kaliber Svensmark

nicht gerade was man ein Beispiel nennen kann.

http://stephenschneider.stanford.edu/Publications/PDF_Papers/DamonLaut2004.pdf

Pattern of Strange Errors Plagues Solar Activity and Terrestrial Climate Data

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

„Es wäre daneben erfreulich, wenn Leute vom Kaliber Svensmarks“

ach nein, P. Buehler macht das schon genug.

aber hier etwas Hintergrund zu dem Kaliber

Therefore, HS should tell the Public, that he now has changed his mind, and that he now believes that ‘low cloud cover’ and not ‘total cloud cover’ is the essential physical parameter.
And he should tell the Public that his old 1998-figure is not supported by scientific evidence – and has never been.
http://stephenschneider.stanford.edu/Publications/PDF_Papers/Laut2003a.pdf

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

„Sonne erklärt aktuelle Klimaerwärmung nicht“

Sehr geehrter Herr Prof. Brönnimann,

das ist nach allem Nicht-Wissen und angesichts der Komplexität, von denen Ihr Beitrag berichtet, eine Aussage von erstaunlicher Gewissheit.

Genau so gut lässt sich sagen, dass CO2 die Erwärmungsphasen im 19. Jh, zu Beginn, zur Mitte und zum Ende des 20. Jh. nicht erklärt, schon gar nicht die relative Abkühlung in den vergangen Jahren, wie sie sich auf gut zwei Dritteln der Erdoberfläche, den Ozeanen, beobachten lässt. Bei gestiegenem CO2-Atmosphärenanteil, sei angefügt.

Unklar bleibt auch, welcher Mechanismus zu Beginn des Holozäns die Temperaturen derart rasch – und in höherem Ausmass als in der jüngeren Gegenwart – ansteigen liess, dass z. B. die Alpengletscher verschwanden.

Vielleicht findet sich eine Lösung der Widersprüche von Sonne- vs. CO2-Erklärungen und realen Beobachtungen in den fehlerhaften Modellen, wie eine jüngere Arbeit zur Debatte stellt …

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169809512000191

Aus dem Abstract: „Kein einziges Modell zeigt eine statistisch signifikante Übereinstimmung mit den Beobachtungsdaten der durchschnittlichen jährlichen Wolkenbedeckung (CF) oder den Amplituden der saisonalen Zyklen in all den analysierten Regionen“

Und „die meisten Modelle unterschätzen die durchschnittlichen jährlichen CF-Werte“ – mit den entsprechenden Folgen für die Berechnung des Energie-Budgets des Erdklimas.

Es wäre daneben erfreulich, wenn Leute vom Kaliber Svensmarks sich in diesem Blog gelegentlich selber zu Wort melden könnten und ihre Arbeiten nicht bloss durch kritische Vermittlung zur Sprache gelangten.
Hier ein Link zu seinem jüngsten Werk …

http://www.ras.org.uk/news-and-press/219-news-2012/2117-did-exploding-stars-help-life-on-earth-to-thrive

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 7

Sehr geehrter Herr Professor Brönnimann,

ihre Beurteilung, was den Einfluss der Sonne auf das Klima angeht, lässt sich durchaus verallgemeinern. Nicht nur kennen wir den Einfluss der Sonne auf das Klima nur aus allgemeinen physikalischen Kenngrössen und Überlegungen – postulieren darum beispielsweise , dass die Sonnenintensität nur sehr wenig schwankt – wir kennen auch den Einfluss der Treibhaushase auf das Klima mehr aus allgemeinen physikalischen Überlegungen und nur sehr unsicher aus gemessenen Werten. Zwar gibt es eine Paläoklimatologie, die frühere Treibhausgaskonzentrationen rekonstruiert hat. Doch leider ist die Korrelation zwischen früheren hohen Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre und höheren Temperaturen zwar meist vorhanden, jedoch nicht immer. Und wir wissen nicht, ob das an falschen Rekonstruktionen von vergangenen Temperaturen und Treibhauskonzentrationen liegt oder an natürlichen Faktoren.

Kurzum, die Klimawissenschaft weiss weniger als von vielen angenommen. Plausibilitätsüberlegungen sprechen für den heutigen Konsens der treibhausbedingten globalen Erwärmung, doch mit absoluter Sicherheit lässt sich das nicht festmachen. Deshalb wird ja auch oft das Vorsorgeprinzip herangezogen. Um uns vor katastrophaler anthropogener Klimaerwärmung zu schützen gehen wird davon aus, dass die Plausibilitätsüberlegungen der Klimaforscher zutreffen, auch wenn es aus der Warte eines Experimentalphysikers alles andere als sicher ist was die Klimaforscher vorhersagen. Vielleicht kommen ja beide Parteien zum Zug: Die Klimaforscher mit ihren modellbasierten Vorhersagen und die Experimentalphysiker, die ein Live-Experiment am Planet-Erde-System miterleben können.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

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