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Lastenverteilung in der Klimapolitik: Gibt es eine faire Lösung?

05.04.2012 von

Gemäss den Vereinbarungen von Durban soll in den nächsten drei Jahren definitiv über die internationale Klimapolitik entschieden werden. In diesem Prozess müssen vielfältige Interessen, Normen und Wertvorstellungen abgeglichen werden. Als nützliche Orientierungshilfe können dabei die sogenannten «Gleichheitsprinzipien» (Equity Principles) dienen. Doch wie sollen sie ausgewählt und kombiniert werden? Wie kann aus einer breiten Wertediskussion ein praktikabler Vorschlag entstehen, der auf dem internationalen Parkett realistische Chancen hat?

Was es zu regeln gilt

Das Montreal Protokoll von 1987 zum Ozon wird oft als erfolgreiche Umsetzung von Gleichheitsprinzipien in einem internationalen Umweltabkommen gesehen. Aber Klimavereinbarungen sind komplexer, weil die Nutzung fossiler Brennstoffe und deren Substitution für die Wirtschaft zentral sind. Durban hat dabei eine neue Ausgangslage geschaffen: Während zuvor durch geeignete Abmachungen möglichst viele Länder zum Mitmachen animiert werden sollten, steht heute die Koalition fest: Sie umfasst nicht weniger als alle Länder. Mit der Bekräftigung des 2°C-Ziels ist zudem das Gesamtbudget für Treibhausgasemissionen gegeben – es geht nun um dessen ländermässige Verteilung.

Soll gleichverteilt werden?

Das gleiche Recht jedes Menschen auf atmosphärische Ressourcen wurde unlängst von verschiedenen Schwellenländern propagiert. Konsequenterweise müssten dann aber sämtliche Ressourcen der Erde gleich verteilt werden, was kaum allgemein akzeptiert würde. Die einzelnen Länder teilen schliesslich ihre eigenen Ressourcen auch nicht gleichmässig auf. Weiter ist zu beachten, dass Treibhaus-Emissionen in einem Kontext zu beurteilen sind. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von CO₂-effizienten Technologien werden Emissionen für die wirtschaftliche Entwicklung relativ gesehen weniger wichtig. Der oft geforderte «gleiche Zugang zur nachhaltigen Entwicklung» ist daher nicht direkt mit blossen Emissionsmengen verbunden, sondern hängt ebenso von der Technologieentwicklung ab.

Formel zum Erfolg?

Angesichts der Komplexität internationaler Verhandlungen wäre es ein grosser Vorteil, die Diskussion um diese sogenannte Lastenverteilung auf wenige Parameter zu konzentrieren. Nötig dazu wäre eine einfache aber allgemeine Formel, welche die vielfältigen Gleichheitsprinzipien wie Zahlungsfähigkeit, gerechte Kostenverteilung oder Technologiebeitrag geeignet zusammenfügt. Die Formel müsste idealerweise allgemein als fair beurteilt werden und allen Ländern angemessene Entwicklungsmöglichkeiten offen halten. Die anwendungsorientierte Forschung ist damit stark gefordert, entsprechende Inputs zu liefern. Politisch eigenständigen Ländern wie der Schweiz könnte in den kommenden Klimaverhandlungen eine vermittelnde und gestaltende Rolle erwachsen, wenn sie solche Ideen geeignet aufnehmen.

Zum Autor

Lucas Bretschger ist Professor für Ressourcenökonomie an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (13) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Sehr geehrter Herr Professor Bretschger,

Ihr Beitrag zu gerechten Lastenteilung von Klimamassnahmen zwischen den Nationen dieser Erde setzt auf die Fortsetzung des Verhandlungswegs, der zum Kyoto-Vertrag geführt hat. Doch der Kyoto-Prozess, der für diese Linie steht, kann nicht wirklich als erfolgreich qualifiziert werden, denn nach dem Austritt von Kanada, und wohl bald schon Japan und Russland , stehen die Kyoto-Vertragsnationen nur noch für 15% der Gesamt-CO2-Emissionen. Ein Post-Kyoto-Vertrag, der alle Nationen umfasst ist zwar geplant, seine Ausgestaltung aber völlig offen, lehnen doch China und Indien Verpflichtungen ab und beharren weiterhin auf Freiwilligkeit. ihre Einschätzung der Lage (Zitat)[Es] steht heute die Koalition fest: Sie umfasst nicht weniger als alle Länder. Mit der Bekräftigung des 2°C-Ziels ist zudem das Gesamtbudget für Treibhausgasemissionen gegeben muss deshalb als überaus optimistisch eingestuft werden, zumal das 2°C-Ziel bereits nicht mehr erreichbar ist, denn die atmosphärischen CO2-Konzentrationen sind in den letzten Jahren immer nur angestiegen und eine Trendumkehr ist nicht in Sicht.

Vielleicht sollten die Nationen, anstatt neue Verpflichtungen im Geiste des guten Neujahrvorsatzes einzugehen, einen praktischeren Weg beschreiten und ihre Energie-und Emissionsbedürfnisse mit internationalen Experten und Ländern mit praktischer Erfahrung in der CO2-Vermeidung besprechen.

Vielleicht tun sie das schon heute, nur merkt man wenig davon.
Es bräuchte eine internationale Behörde, welche das nötige Fachwissen bündelt, Forschungsanstrengung fördert und honoriert und welche die internationalen Gemeinschaft repräsentiert. Diese Institution sollte Hilfe und Unterstützung anbieten, wenn ein Land seine Energiepolitik CO2-arm gestalten will. Und sie sollte auch entsprechende „Weisungsrechte“ besitzen.

Davon sind wir noch weit entfernt und damit sind wir auch weit von weltweiten CO2-Reduktionen entfernt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Roger Meier. 10.04.2012, 10:38

Sehr geehrter Herr Meier,

Sie haben recht, Filegen ohne CO2-Emission ist heute kaum möglich, denn (Zitat)„Und wie in etwa soll dieses Flugzeug aussehen? Wir dies mit einem Holzvergaser betrieben?“

Da laut Klimawissenschaft die Menschheit aber schon bald jegliche technisch bedingten CO2-Emissionen einstellen muss – egal ob man das 2°C- oder das 3°C-Ziel erreichen will – bleibt nichts anderes übrig. Entweder man erzeugt Treibstoffe biogen, wie das Joule Unlimited vorhat, oder aber man erzeugt Treibstoff in kostengünstigen zukünftigen Nuklearreaktoren oder aber man verwendet flüssigen Wasserstoff als Treibstoff für das Fliegen oder aber man ersetzt Flugzeuge durch den Transport durch evakuierte Röhren, in denen hermetisch abgeschlossene Kapseln mit 4000 km pro Stunde im Vakuum – und damit praktisch ohne Energieaufwand – zirkulieren, wie das das Projekt Evacuated Tunneling Tube Transport vorsieht – und das beinahe ohne Energieverbrauch.

Sie sehen, Herr Meier, man sollte nicht vor jedem zuerst unlösbar scheinenden Problem sofort kapitulieren. Es gibt oft mehr Lösungen für das scheinbar unmögliche als man zuerst denkt. Wir brauchen vielleicht wieder etwas mehr Pioniergeist um das Unmögliche möglich zu machen.

Stillschweigend wird heute von vielen „Realisten“ der Konsensus gepflegt, unsere Ökonomie und Gesellschaft könne noch lange nicht ohne fossile Rohstoffe auskommen und wir müssten uns darum an den Klimawandel adaptieren.
Doch was heute unmöglich oder schwierig erscheint, kann schon in 10 Jahren in Greifweite kommen. Es braucht aber einen offenen Geist und die Bereitschaft die Gelegenheit zu ergreifen, um etwas grundlegend zu ändern.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Auch Al Gore und die Klimawissenschaftler müssen in Zukunft mit CO2-neutralen Flugzeugen fliegen“
Und wie in etwa soll dieses Flugzeug aussehen? Wir dies mit einem Holzvergaser betrieben?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Kommentar von Ben Palmer. 06.04.2012, 17:47

Sehr geehrter Herr Palmer,
Sie schreiben zurecht:
Manchmal ist es besser nichts zu tun als einfach ETWAS zu tun, ohne sich vorher zu überlegen, ob das Ziel damit erreicht werden kann.

Es muss echt CO2 eingespart und eben nicht nur das Gewissen beruhigt werden. Sich als besserer Mensch zu fühlen indem man seinen Lifestyle ändert – vegane Kost, CO2-kompensierter Ferienflug, Fotovoltaikpanel auf dem Dach – genügt nicht. Gut ist jeder Verzicht auf CO2-Emissionen und jede Form von Energie, die weder direkt noch indirekt mit CO2-Emissionen verbunden ist. Also beispielsweise : kein Auto, kein Ferienflug, saisonale Wärmespeicherung als Ersatz für Heizung und Kühlung. Es gibt aber noch zu wenig überzeugende Ersatztechnologien für Öl, Gas und Kohle obwohl viel geforscht wird: An algenbasierem Treibstoff wird schon seit Jahrzehnten geforscht und erst heute behaupten gewisse Firmen für 85 Dollar pro Barrel sei die Technologie ab 2018 verfügbar. Und es fehlt auch am politischen Willen. Nach Studien von Gregor Czisch könnte ein grossräumiges Stromverbundnetz von Nordafrika bis Norwegen und von Portugal bis zum Ural mit Windenergie als Hauptenergiequelle und Wasser- und Bioenergie als Flautenvorsorge Europa fast vollständig mit Erneuerbarer Energie versorgen und das zu einem Preis von 4,65 Euro-Cent. Doch die EU ist scheinbar nicht in der Lage eine solche Gemeinschaftsaufgabe anzupacken (ist ja auch kein Wunder bei dem Zustand, in dem sie die EU befindet).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Palmer,

@Kommentar von Ben Palmer. 05.04.2012, 20:01

„Vielleicht geben Sie uns allen einen Tipp, wie Sie persönlich mit der von Ihnen verursachten “Verschmutzung” umgehen.“

reduzieren wo es geht. in den letzten Jahren haben
wir z.B. ohne Probleme den privaten Stromverbrauch um 30%
gesenkt. (ah, klar ist der Atomstrom aus Frankreich..)

Etliche andere Sachen haben wir auch reduziert.

Ansonsten, klaere ich sie (vergeblich) und andere mit mehr
Erfolg ueber die Grenzen des Wachstums und die Titanic auf.

„Man kann ja vielleicht etwas daraus lernen.“

Exakt, kommen sie doch einfach mal in meine Vorlesung
oder Vortraege zum Thema.

„Ich bin einigermassen erstaunt, dass Sie – als Wissenschaftler – CO2 als Verschmutzung bezeichnen.“

Sie sind vermutlich der einzige der vielen Millionen Leser hier
auf dem Blog der das nicht so sieht.

Aber, was in kleinen Dosen gut sein mag wir in grossen Mengen
zum Gift (Verschmutzung).

Brauchen sie noch mehr Infos wie sie selber mit weniger
sogar besser leben koennen?

Machen Sie den Urlaub einfach mal in der schoenen Schweiz
statt weit weg..

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Arnim Rohde

„Deshalb setze ich mich dafuer ein, dass diejenigen Akteure, die jetzt ein schnelles und noch verhaeltnismaessig guenstiges Handeln blockieren, spaeter die Mehrkosten tragen muessen.“

Ich nehme die Wette an, wenn Sie im Gegenzug die aufgelaufenen Mehrkosten übernehmen, die durch untaugliches Handeln oder falsche Einschätzung der Lage entstanden sind.

Manchmal ist es besser nichts zu tun als einfach ETWAS zu tun, ohne sich vorher zu überlegen, ob das Ziel damit erreicht werden kann.

Die CO2-Emissionen des Staates Kalifornien werden auf 1.3% der globalen Emissionen geschätzt. Die Kosten des Cap-and-Trade-Plans, der die Emissionen Kaliforniens innerhalb von 10 Jahren um 25% (entsprechend um 0.34% der globalen Emissionen) reduzieren soll, werden auf 410 Mia $ veranschlagt.
Wenn man die Schätzungen des IPCC zugrunde legt, ergibt das eine Reduktion der von etwa einem Tausendstel °C.

Abgesehen davon, dass Cap-and-Trade eher für Spekulationen geeignet ist, als für die Reduktion von CO2-Emissionen zu sorgen.

Ich jedenfalls bin nicht bereit, mein Geld in ein va banque-Spiel dieses Ausmasses zu investieren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Martin Holzherr
„… sollte ein Mensch im Durchschnitt nur noch 1 Tonne CO2 – oder weniger – pro Jahr erzeugen“
Und wie wollen Sie das messen? Ein Beispiel: Bei der Konzeption und der Fabrikation des PCs, vor dem Sie gerade sitzen, wird CO2 emittiert. Wird das Ihrem Budget zugerechnet (nach welchem Schlüssel?) oder demjenigen des Herstellers (dem Direktor oder den Mitarbeitern, die damit ja Geld verdienen?)
Gerade in diesem Augenblick sind Sie im Begriff, über weltweit verteilte Serverfarmen Energiequellen zu beanspruchen. Wieviel CO2 emittieren Sie damit indirekt? Wird das von Ihrem Konto abgezogen, und nach welchem Schlüssel?

„…muss zukünftig ohne Öl, Gas oder Kohle geheizt werden und in Sizilien ohne Öl, Gas oder Kohle im Sommer gekühlt werden.
Auch Al Gore und die Klimawissenschaftler müssen in Zukunft mit CO2-neutralen Flugzeugen fliegen. Das ist durchaus möglich.“

Lassen Sie die Katze aus dem Sack, wenn Sie wissen, wie man das macht. Ich bin eventuell bereit, in ein Joint Venture zu investieren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Kommentar von Roger Meier. 05.04.2012, 22:09
Sehr geehrter Herr Meier,
In der nicht mehr so fernen Zukunft sollte ein Mensch im Durchschnitt nur noch 1 Tonne CO2 – oder weniger – pro Jahr erzeugen. Fossile Brenn- und Treibstoffe sind somit ein Auslaufmodell und müssen vollkommen ersetzt werden. Die Frage
Darf einer, der in Nord-Norwegen lebt, nicht mehr CO2 verursachen, als einer der in Sizilien lebt?
kann deshalb einfach beantwortet werden. In Nord-Norwegen muss zukünftig ohne Öl, Gas oder Kohle geheizt werden und in Sizilien ohne Öl, Gas oder Kohle im Sommer gekühlt werden.
Auch Al Gore und die Klimawissenschaftler müssen in Zukunft mit CO2-neutralen Flugzeugen fliegen. Das ist durchaus möglich. Es braucht natürlich noch eine Übergangszeit um dorthin zu kommen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

„Nichts spricht deshalb gegen den einfachen (von der WBGU empfohlenen) Budgetansatz, der für jeden Erdenbürger dieselben CO2-Emissionen vorsieht.“

Ein Vorschlag, der Fragen aufwirft. Gilt dieses Budget auch für Politiker? Auch für Al Gore? Wie sieht es mit den Klimawissenschafter aus? Dürfen die noch an die zahlreichen Konferenzen fliegen? Darf einer, der in Nord-Norwegen lebt, nicht mehr CO2 verursachen, als einer der in Sizilien lebt?
Fragen über Fragen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Michael Dittmar. 05.04.2012, 10:40
„wo ist das Problem:
der, der die Verschmutzung (mit CO2 etc) verschuldet hat,
sorgt dafuer die Verschmutzung zu saeubern.
Neue Verschmutzung wird verboten!“

Vielleicht geben Sie uns allen einen Tipp, wie Sie persönlich mit der von Ihnen verursachten „Verschmutzung“ umgehen. Man kann ja vielleicht etwas daraus lernen.
Ich bin einigermassen erstaunt, dass Sie – als Wissenschaftler – CO2 als Verschmutzung bezeichnen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

Jede weitere Verzoegerung von Klimaschutz- und Anpassungsmassnahmen wird die spaeteren Kosten in die Hoehe treiben. Deshalb setze ich mich dafuer ein, dass diejenigen Akteure, die jetzt ein schnelles und noch verhaeltnismaessig guenstiges Handeln blockieren, spaeter die Mehrkosten tragen muessen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

wo ist das Problem:

der, der die Verschmutzung (mit CO2 etc) verschuldet hat,
sorgt dafuer die Verschmutzung zu saeubern.

Neue Verschmutzung wird verboten!

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Sehr geehrter Herr Professor Bretschger,

Feilschen um gerechte CO2-Emissionsbudgets hat wenig Aussicht auf Erfolg. Nichts spricht deshalb gegen den einfachen (von der WBGU empfohlenen) Budgetansatz, der für jeden Erdenbürger dieselben CO2-Emissionen vorsieht.

Natürlich wird es beispielsweise für China sehr viel schwieriger sein einen bestimmten tiefen Pro-Kopf-CO2-Ausstoss einzuhalten als für Frankreich, denn China emittiert jetzt schon mehr CO2 pro Kopf als Frankreich, obwohl der Pro-Kopf-Energieberbrauch in China erst gerade 2000 Watt erreicht. Der Grund ist einfach: China setzt bei der Stromerzeugung und in der Industrie auf Kohle und die CO2-Emissionen durch (Kohle-) Kraftwerke machen den grössten Anteil an den CO2-Emissionen überhaupt aus.

Ein Pro-Kopf-Budget- Ansatz wird also alle Länder in Schwierigkeiten bringen, die auf Kohle (oder etwas weniger Erdgas) setzen und das sind typischerweise Länder, die über eigene Kohlevorkommen verfügen wie China, die USA, Südafrika, Indien. Andererseits führt mittel-bis langfristig kein Weg am Verzicht auf Kohle vorbei. Dieses Problem sollte durch eine eigene UNO-Behörde die ICE-Agency angegangen werden, wobei das ICE in ICE-Agency für International Coal Exit steht.

Im übrigen ist es absehbar, dass schon im Jahre 2030 die heutigen asiatischen Schwellenländer, nämlich China, die Nicht-OECD-Asienländer und Indien für zusammen mehr als 50% der CO2-Gesamtemissionen verantworltich sein werden. Im Jahre 2009 stammten 23% der CO2-Emissionen aus China, 18% aus den USA, 14% aus der EU und 6% aus Indien, im Jahre 2030 werden aber nach EIA die CO2-Emissionen Chinas doppelt so hoch sein wie diejenigen der USA.
Diese Länder werden das unter sich ausmachen müssen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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