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Endlose Tarifspirale im ÖV begünstigt den Individualverkehr

16.02.2012 von

Die Diskussion um die Tarife des öffentlichen Verkehrs hat vor rund zwei Jahren so richtig an Fahrt zugenommen. Mit meinem Generalabonnement 2. Klasse bereise ich an Werk- und vereinzelt an Wochenendtagen die Schweiz. Seit der Lancierung der Tarifdebatte wird mir immer wieder vor Augen geführt, dass ich – gemeinsam mit der knappen halben Million anderer GA-Fahrgäste – für einen Fahrkilometer durchschnittlich deutlich zu wenig an das aufwändige System bezahlen würde. 

Flexibilität und Bequemlichkeit hat seinen Preis

Der Verband des öffentlichen Verkehrs VöV wiederholt gebetsmühlenartig, zu welchem Schnäppchenpreis der Luxus des offenen Schienen- und Busnetzes in der Schweiz zu haben sei. Ebenfalls immer nachgeschoben wird, dass dieses schweizerische System des flexiblen Verkehrs mittels GA einzigartig und nicht selbstverständlich sei. Es sei ja nachvollziehbar, dass Vielnutzer des öffentlichen Verkehrs diesen in angepasstem Mass mitfinanzieren sollen, ansonsten könnte das «Aus» drohen.

Mehrfach haben mir zudem die SBB – als dominanteste Stimme des VöV – mit Zahlen und Grafiken aufgezeigt, dass Generalfahrscheine exzessiv ausgenutzt werden. Mit durchschnittlichen 13 Rappen könne natürlich nicht mehr von einem gerechten Kilometerpreis gesprochen werden. Hier gelte es dringend, Gegensteuer zu geben.

Widersprüchliche Werbeaktion

Solcherlei Erklärungen hinterlassen bei mir einen schalen Nachgeschmack. Verstärkt wird mein Empfinden durch eine Werbesendung der SBB, die kürzlich ins Haus flatterte. Als GA-Besitzerin wurde ich darauf hingewiesen, dass ich meinen Fahrschein doch vermehrt auch für die Freizeit nutzen solle. Mit verlockenden Bildern von traumhaften, weit entlegenen Ausflugszielen unseres Landes lieferten die SBB einen ganzen Ideenkatalog mit.

Nicht erst seit dieser Werbekampagne ziehe ich ernsthaft in Zweifel, ob der tiefe durchschnittliche Kilometerpreis der GAs tatsächlich das Hauptproblem der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs ist, so wie der VöV seit Jahren glaubhaft machen will.

Bezahlen für ungewisse Leistungen

Der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte, trotz diverser Korrekturmöglichkeiten. Insgesamt funktioniert das hochkomplexe System reibungslos und wird von der stetig wachsenden Anzahl Nutzerinnen und Nutzer geschätzt. Natürlich sind diese auch bereit, für die Transportleitung einen angemessenen Preis zu bezahlen. Die vor wenigen Tagen angekündigte dritte Tariferhöhungsrunde in Jahresfolge zeigt aber, dass an erster Stelle die Fahrgäste ihre Portemonnaies zu öffnen haben.

Die Preisspirale dreht sich in den nächsten Jahren weiterhin gegen oben. Doch als Nutzerin ist mir schleierhaft, wo der Gegenwert für die gestiegenen Kosten genau bleibt – mein GA verteuert sich im Zeitraum 2010-2013 immerhin um fünfzehn Prozent oder um 460 Franken.

Wird die Reisezeit der wichtigsten Fernverkehrsachsen mit Milliardenaufwänden um einige wenige Minuten verkürzt? Wird an die weitere Anbindung ins europäische Netz investiert? Stopfe ich vielleicht das NEAT- oder SBB-Pensionskassen-Loch? Oder gibt es in absehbarer Zeit vermehrt Doppelstockzüge mit praktischen Sitz- und Stehplätzen, allenfalls sogar im Regionalverkehr?

Fahrgäste nicht zu Individualverkehr verleiten

Noch warten wir auf die Antworten und bezahlen vorerst fürs Ungewisse. Als erstes müsste geklärt werden, was der öffentliche Verkehr der Zukunft bieten soll und wer dazu welchen finanziellen Beitrag leistet. Die politische Grundsatzdiskussion hat aber erst begonnen.

Es ist ein Spiel mit dem Feuer, wenn die Fahrgäste, der schwächste Teil im System, regelmässig mit Tariferhöhungen zur Kasse gebeten werden – unter anderem mit dem 13-Rappen-Fahrkilometer-Argument. Denn jeder in den Individualverkehr zurückverlagerte Kilometer ist ein herber Rückschlag für die Umwelt.

Zur Autorin

Gastautorin Sara Stalder ist Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS.





Kommentare (13) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Griezi Frau Stalder,

ich habe auch meine liebe Mühe mit der Kostenspirale der SBB und ich kann die immer wieder gleichen Aussagen, dass das GA zu günstig sei, nicht mehr hören, weil sie meiner Meinung nach falsch ist. Ich hatte in den letzten 5 Jahren ein GA und als ich nachrechnete, ob ich zu günstig fahre, kam heraus, dass dies nicht stimmt. Werktäglich fuhr ich die Strecke Basel-Lenzburg und etwa an 20 Sams- oder Sonntagen pro Jahr in die Berge. Dafür würde ich mit GA heute 3’300.- zahlen. Vergleiche ich dies mit der Summe der Einzelbillette, käme mir das GA sehr viel günstiger. Aber ein Abo ist pers se günstiger als die Summe der Einzelbillette, sonst wäre es kein Abo, das macht aber die SBB, was falsch ist! Der Abo-Preis muss mit einem dem Streckenabo verglichen werden, dieses kostet für Basel-Lenzburg 2’400.-, für meine Ausflüge in die Berge würde ich zusätzlich 700.- in Form von Einzeltickets bezahlen, macht summa summarum 3’100.-, also weniger als das GA.

Laut offiziellem Bericht der SBB ist die durchschnittliche Reisedistanz in der Schweiz 50km pro Fahrt, was Basel-Aarau entspricht, also weniger weit als Lenzburg. Nach Aarau kostet das Streckenabo weniger als 2’400.-, d.h., dass im Durchschnitt das GA nicht zu günstig ist. Das GA ist nur auf wenigen Strecken zu günstig, wo das Streckenabo wenig günstiger bis teurer ist, nämlich auf den Strecken Zürich-Bern, Basel-Bern und Basel-Zürich. Und das stört die SBB gewaltig und deswegen sollen auch alle anderen GA-Fahrer mehr bezahlen!

Dazu kommen noch 2’000.- Steuern, die ich mehr zahle, seitdem ich nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fahre, weil ich im Kt. BL nämlich 12’500.- an Steuern abziehen konnte. Der Staat erhält von mir viel mehr Geld, wenn ich mit dem ÖV fahre!

Das GA ist nicht zu günstig!

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Sehr geehrter Herr Holzherr

So habe ich das noch nie gesehen. Danke für den Input!

Ich Schlussfolgere dass die Kostenspirale gestoppt werden könnte indem die Subventionen gekürzt oder sogar Steuern auf ÖV erhoben würden (das wär mal was!). Dies würde dazu führen dass weniger investiert wird und die Ticketpreise steigen. Insgesamt der ÖV also weniger attraktiv würde und so die Kostenspirale, getrieben von der Nachfrage, gestoppt werden könnte.

mfG
P.K.

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@ Tim

Hi Tim,

ein guter und überfälliger Hinweis auf ein zeitgerechtes Ticket-System.
Immerhin kriegen wir so was Ähnliches wenigstens in den Skigebieten hin, ganz einfach deshalb, weil die dort im Unterschied zu den öffentlichen Verkehrsbetrieben deutlich effizienter arbeiten müssen.

Interessieren würde, wie weit die Oyster-Card-Nutzer die Kosten des Londoner Övs decken. Da ist seit Langem eine Studie versprochen. Ich kann sie aber nicht auftreiben.

Haben Sie Material dazu?

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Frau Stalder ruft auch nach höheren Strompreisen und gleichzeitig tieferen Bahnpreisen. Für eine Bahn die mit Strom betrieben wird.

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Das komplizierte System von „ganzen“ Billets (Benachteiligung von Touristen & Wenigfahrern), Halbtax (Pro-Fahrt Tickets) und GA, sowie die 24 Stunden „Retour“ tickets im städtischen Nahverkehr sind technisch überholt…

Als Beispielhaft für eine gerechte ÖV Abrechnung sollte die Londoner „Oyster“ Card gelten – damit fahren die 14 Millionen Bewohner von Greater London seit vielen Jahren sorglos, jeder bezahlt elektronisch nach gefahrenen Kilometern, ganz einfach.
Gratis dazu gibts auch noch die optimale Erfassung der Fahrgastdaten zur Fahrplanoptimierung und viel weniger Aufwand an Kontrollen.

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Sehr geehrter Herr Kuster,

Von den 166’000 Hits (in 0.13 Sekunden), die sie erhalten, wenn sie unter google.ch das Wort Kostenspirale eingeben, gibt es viele, die das Gesundheitswesen betreffen. Und da leuchtet es auch ein, dass es zu einem schwindelerregenden „spiraligen“ Anstieg der Kosten kommen kann (Zitat Aktiv gegen die Kostenspirale)
Neue diagnostische Verfahren, wie z.B. die Kernspintomographie, verbessern wesentlich die Voraussetzungen für eine erfolgreiche medizinische Behandlung. oder symbolisch dargestellt:

Teure Anschaffung neuer bildgebender Verfahren (CT, MRI) =>
Mehr Diagnosen =>
Mehr Operationen.

Auch beim Verkehr gibt es Spiralen:
Bessere Strassenverbindungen => Weniger Stau => Mehr Verkehr => Strassen noch mehr verbreitern. Und das kostet ja auch etwas

Im öffentlichen Verkehr ähnlich:
Teures S-Bahn-Netz erschliesst Zürichs Umgebung => Mehr Leute, die in Z-Umgebung wohnen und in Zürich arbeiten => Verdichtung des Fahrplans + zusätzliche Strecken sind nötig => noch mehr Leute finden Umgebung von Zürich attraktiv => noch mehr Verkehr => noch mehr Schienen + Buslinien.
Es gbit aber noch andere Ursachen für Kostenspiralen neben der Zunahme des Verkehrs, einige davon finden sie mit der google-Suchanfrage Kostenspirale Öffentlicher Verkehr, die immerhin 35’900 Ergebnisse liefert.

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Sehr geehrte Frau Stalder

Sie verwenden den Begriff der Kostenspirale. Es ist nicht nachvollziehbar wieso sie im Zusammenhang mit den Kosten von einer Spirale reden.
Den Begriff der Spirale kenne ich von den Diskussionen nach 9/11, als von einer Gewaltspirale die Rede war. Dieser Begriff macht auch Sinn, denn Gewalt führt zu Gegengewalt und so weiter und das wird immer schlimmer…
Aber was ist eine Kostenspirale? Verursachen höhere Kosten noch höhere Kosten? Oder wie genau sind sie auf die Idee gekommen, von einer Spirale zu sprechen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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Kostenwahrheiten & Konsumentenschutz

Weshalb werden hier neben den steigenden Kosten für die Bahnfahrer nicht auch die Belastungen der Steuerzahler und der übrigen Konsumenten erwähnt?

Die sind gewaltig – ca. 13,6 Mia jährlich waren es 2009, wie sich dem folgenden Link entnehmen lässt:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-schiefe-Bahn/story/24879729

Ab 2013 werden sie zusätzlich um ca. 2.5 Mia jährlich ansteigen.
Die Steuerzahler werden ausserdem die Mia-teure Sanierung der maroden SBB-Pensionskasse übernehmen müssen.

„Niemand weiss, wie viel Subventionen fliessen“

Man kann über Kosten und Nutzen streiten, und die Bahnfahrer werden sich über die weitgehende Sozialisierung der Bahnkosten zweifellos freuen.

Bedenklich ist, dass kaum jemand mehr, schon gar kein Parlamentarier, noch über den Durchblick verfügt: „Die Liste der Zuschüsse ist nicht mehr überblickbar und somit der öffentlichen Kontrolle faktisch entzogen.“

Die Kostenwahrheit lässt erkennen, dass Frau Stalder ihr GA zu einem eigentlichen Schnäppchenpreis erhält. In Wirklichkeit bezahlen es neben den Steuerzahlern zu einem grossen Teil die von ihr vertretenen KonsumentInnen.

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„Steht das fuer: die Menschen vor sinnlosem Konsum
schuetzen?“

Nö, das steht für paradoxe Stellungsnahmen. In einem früheren Bericht hat Frau Stalder laut nach einem viel höheren Strompreis gerufen. Jetzt regt sie sich auf, dass die Bahn teurer wird.
Wenn sie das nächste Mal Zug fährt, sollte sie vor dem Einsteigen nach oben schauen. Vielleicht sieht sie dann die beiden Leitungen oberhalb des Zuges.

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@ Frau Stalder

Weshalb legen Sie hier nicht dar, mit ungleich viel mehr Geld als die eigentlichen Bahnnutzer die Konsumenten und Steuerzahler die Bahn finanzieren?

Ihr GA würde sich erheblich verteuern, wenn auch nur die Hälfte dieser Subventionen wegfiele.

Ab 2013 soll’s noch mal deutlich teurer werden und hinten am Horizont wartet die Mia-teure Sanierung der SBB-Pensionskasse …

Hier sind die Zahlen von 2009 …

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Niemand-weiss-wie-viel-Subventionen-fliessen/story/24879729

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Sehr geehrte Frau Stalder,

Der Titel dieses Artikels kommt schon mit einer Schlussfolgerung daher, nämlich mit der, dass sich der Verkehr vom ÖV zum Individualverkehr verlagert. Doch wenn diese Verlagerung aus Kostengründen auch naheliegen würde, kann sie trotzdem gar nicht stattfinden, denn auch die Strasse – nicht nur die Schiene – leidet auf wichtigen Strecken bereits an Kapaziätsproblemen, nehmen doch die gefahrenen Anzahl Kilometer auf CH-Strassen im langjährigen Durchschnitt um 3% pro Jahr zu, was auch die Anzahl und Dauer der Staus zunehmen lässt. Zudem gibt es eine Verlagerung von Güterverkehr von der Schiene auf die Strasse (Zitat) Der Lieferwagenverkehr auf den Nationalstrassen hat im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 4.5 % zugenommen. Damit lag die Wachstumsrate über derjenigen des Gesamtverkehrs, aber unter der Zunahme des schweren Güterverkehrs.

Es ist also gar nicht nötig, den Schienenverkehr und ÖV allgemein stärker zu subventionieren, damit keine Verlagerung vom ÖV in den privaten Verkehr stattfindet. Anstatt im Stau zu sitzen ziehen es wohl viele vor im Zug zu stehen.
Sowohl im ÖV als auch im privaten Verkehr verstärken sich die schon bestehenden Kapazitätsprobleme, denn die Bevölkerung wächst aufgrund der Zuwanderung weiterhin mit 1% pro Jahr und das sogar mit leicht steigender Tendenz, so dass die CH-Bevölkerung von 7.8 Millionen Ende 2010 auf wohl 9 Millionen im Jahre 2025 ansteigen wird.

Tatsächlich wäre es wohl das beste, man würde dem Trend zu immer mehr Verkehr sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich entgegentreten.

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Sehr geehrte Frau Stalder,

Das Verursacherprinzip und das Prinzip, dass derjenige, der Leistungen nutzt, diese auch bezahlt, ist sicher gerecht und sinnvoll. Doch der Konsument von Leistungen sollte auch den Preis dieser Leistungen beeinflussen können. Bei Gütern des täglichen Lebens wählt der Konsument einfach das günstigste Produkt, das seinen Qualitätsansprüchen genügt. Bei öffentichen Leistungen, wie dem Verkehr ist dies aufgrund einer Monopolsituation und weil es Infrastrukturen wie Gleise, Bahnhöfe etc., Tunnel nur einmal gibt und das zu Kosten, die der spätere Nutzer nur wenig beeinflussen kann, jedoch anders.
Ein wichtiges Problem in der schon stark überbauten Schweiz ist meiner Ansicht nach, dass zu teuer gebaut wird. Die Durchmesserlinie für 2 Milliarden Franken, der Brüttener Tunnel für 1 Milliarde Franken, die NEAT zusammen mit allen Anschlüssen im In- und Ausland gegen 30 Milliarden Franken. In der CH werden teure Lösungen durchgewinkt, weil man meint, man könne sich das leisten. In Italien sind dagegen bereits 6 Milliarden Euro für eine Brücke Festland-Sizilien zu teuer, ein Bauwerk von nationaler Bedeutung, das in CH schon längst gebaut wäre.
Voraussichtlich werden die Kosten des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs in Zukunft eher noch zunehmen, denn es gibt kaum noch freies Land und jede Neubaustrecke enthält viele Tunnels und Brücken.
Der Individualverkehr wiederum wird allein dadurch weniger attraktiv, dass er an Kapazitätsgrenzen stösst. Das ist bei einem Bevölkerungswachstum von deutlich mehr als 1% pro Jahr auch nicht verwunderlich.
Eine intelligentere Form der Planung mit mehr Kompetenzen und einem stärkeren Fokus auf den Kosten könnte die Situation vielleicht etwas verbessern.

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„Denn jeder in den Individualverkehr zurückverlagerte Kilometer ist ein herber Rückschlag für die Umwelt.“

Wenn man an die Idee (zum Beispiel der 2000 Watt Gesellschaft)
„lokal leben, arbeiten und erholen“ aus welchen Gruenden auch immer glaubt dann gilt eigentlich:

Jeder km Wachstum bei der Mobilitaet ist ein herber Rueckschlag!

Aber, obwohl wir das alle eigentlich wissen,
wollen tun es die wenigsten!

Und noch was:

Konsumentenschutz?

Steht das fuer: die Menschen vor sinnlosem Konsum
schuetzen?

oder fuer mehr Konsum weil immer billiger, egal
wo die Konsumgueter herkommen und wie sie produziert wurden?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

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