ETH-Klimablog - Politik - Von der Klimaprognose zur Anpassungsstrategie (Teil 6)

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Von der Klimaprognose zur Anpassungsstrategie (Teil 6)

24.01.2012 von

Klimawandel findet statt. Selbst wenn wir den Treibhausgasausstoss sofort auf null reduzierten, würde sich das Klima in naher Zukunft weiter verändern. Deshalb bleibt es uns nicht erspart, Massnahmen zur Klimaanpassung zu ergreifen. Dies ist nicht gratis, doch günstiger als tatenlos zuzuwarten. Insbesondere zeigt sich, dass die Kombination von Risikoprävention und Versicherung in vielen Regionen der Welt den kosteneffektivsten Schutz ermöglicht.

Maharashtra ist kein Einzelfall – Geschicktes Kombinieren von Prävention und Versicherung lohnt sich

Wie ich im Blogbeitrag zur Klimaanpassung im Bundesstaat Maharashtra in Indien (siehe Blogbeitrag Teil 4, >hier) gezeigt habe, verdoppelt sich das klimabedingte Ernteausfallsrisiko in den nächsten zwanzig Jahren (siehe Blogbeitrag Teil 4 >hier). Mit einer Kombination von Versicherung und Risikoprävention lassen sich bis zu 80% der potenziellen Schäden abdecken (siehe Blogbeitrag Teil 5 >hier).

Nebst der Studie in Maharashtra haben wir inzwischen ähnliche Untersuchungen in über sechzehn Regionen weltweit vorgenommen. Die lokalen Gefahren, die betroffenen Wirtschaftssektoren sowie die Risikozunahme über die nächsten zwanzig Jahre sind natürlich sehr unterschiedlich. Ebenso variieren die kosteneffektiven Massnahmen sehr stark. Doch zeigt sich in allen Studien, dass selbst in Regionen mit grosser Risikozunahme kosteneffektive Massnahmen bestehen – und dass durch geschickte Kombination von Prävention und Versicherung selbst ambitiöse Schutzziele erreicht werden können.

Klimaanpassung: selbst benachbarte Karibikinseln sind unterschiedlich zu betrachten

Im Falle von Barbados lassen sich ca. 75% des Risikos durch Präventionsmassnahmen vermeiden (siehe Auszug aus der ECA-Studie >hier). Als besonders effektiv erweisen sich hier der Unterhalt der Riffe und Mangrovenwälder sowie solide Baunormen. Aufgrund der schlechten Bausubstanz müssen allerdings für jeden Dollar an Schadensreduktion neunzig Cent aufgewendet werden.

Für die benachbarte Karibikinsel St. Lucia lassen sich hingegen lediglich 4% des totalen Klimarisikos kosteneffektiv vermeiden. Dies liegt primär daran, dass die kleine Insel St. Lucia selten, im Ereignisfalle jedoch praktisch flächendeckend betroffen sein wird. Für einen Hurrikan, wie man ihn in der Region etwa alle 100 Jahre erwartet, würde dies für St. Lucia zu Schäden in der Grössenordnung von 1.4 Milliarden Dollar führen. Gehen wir davon aus, dass die kosteneffektiven Massnahmen umgesetzt wurden, so reduziert sich der Schaden um die eben erwähnten 4%.

Um ein höheres Schutzziel für St. Lucia zu erreichen, könnten weitere, allerdings nicht mehr kosteneffiziente Massnahmen ergriffen werden. So wäre es denkbar, wie im Falle von Barbados, die Baunormen zu verschärfen und Gebäude entsprechend nachzurüsten. Dies würde aufgrund der lokalen Gegebenheiten für jeden vermiedenen Dollar an Schäden allerdings beinahe drei Dollar an Investitionen bedingen. Zudem vermögen diese teuren Massnahmen nur etwa sechzig Prozent der verbleibenden Schäden zu begegnen. Eine Versicherung gegen seltene, doch zerstörerische Hurrikane vermag einen Grossteil der Schäden abzudecken. Deren Prämie ist nicht zu vernachlässigen, wäre allerdings noch höher, würden die erwähnten Präventionsmassnahmen nicht umgesetzt – denn diese helfen, die Schäden speziell bei häufigeren und kleineren Ereignissen substantiell zu reduzieren.

Gemeinsame Klimaanpassung stärkt Regionen

Es zeigt sich also, wie schon im Beispiel in Maharashtra, dass die Kombination lokaler Prävention mit einer Versicherungslösung den optimalen Schutz bietet. Allerdings wäre die Volkswirtschaft von St. Lucia alleine nicht in der Lage, eine solche Lösung umzusetzen. Deshalb beschlossen die CARICOM-Staaten vor drei Jahren, eine regionale Versicherung zu etablieren, die den sechzehn Staaten Schutz vor Extremereignissen bietet: die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF, www.ccrif.org). Die einzelnen Staaten kaufen Schadensdeckung entsprechend ihren lokalen Bedürfnisse ein. Wer sich besser vorsieht und Präventionsmassnahmen durchführt, kann dies zu günstigeren Konditionen tun – oder sich einen ausgedehnteren Schutz leisten. Wiederum lohnen sich die kostengünstigen Präventionsmassnahmen doppelt: Sie senken das Risiko und machen das Versichern erschwinglicher.

Die Lösung in der Karibik stellt einen vielversprechender Ansatz dar, um dem Klimawandel vorausschauend zu begegnen. In den Verhandlungen in Durban wurden solche Lösungsansätze berücksichtigt. Aller Voraussicht nach werden solche Strukturen auch durch den Green Climate Fund gefördert werden. Doch gibt es, wie in diesem Blog mehrfach erwähnt, im Anpassungsbereich keine Patentlösung. Wie ich eben anhand der Gegenüberstellung von Barbados und St. Lucia gezeigt habe, muss nachhaltige Anpassung stets auf sorgfältiger lokaler Analyse basieren – sinnvollerweise gepaart mit einem regional koordinierten Vorgehen bei der Umsetzung.

Zum Autor

Gastautor David Bresch ist Head of Sustainability & Political Risk Management bei der Swiss Re.

Lesetipp

Lesen Sie auch die Teile 1-5 der Serie «Von der Klimaprognose zur Anpassungsstrategie» von David Bresch und Prof. Reto Knutti

  • Teil 1: Prof. Reto Knutti: Hochentwickelte Klimamodelle bilden Grundlage für Anpassungsstrategien >hier
  • Teil 2: David Bresch: Kosten aufgrund von Naturgefahrenschäden haben sich vervierfacht >hier
  • Teil 3: David Bresch: Robuste Anpassungsstrategien berücksichtigen «totales Klimarisiko» >hier
  • Teil 4: David Bresch: Fallbeispiel zu Ernteausfällen in Maharashtra in Indien >hier
  • Teil 5: David Bresch: Investitionen in kostengünstige Massnahmen lohnen sich doppelt >hier




Kommentare (16) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Hi Peter

„Gratulation übrigens zur publizierten Arbeit. Dass du ein so industriekritisches Papier am Review-Panel vorbeigebracht hast …“

Danke, in der Tat ein kleines Wunder!
(aber da du als pensionierter Hobbyforscher ja eifrig am lesen
bist, lies vielleicht mal diesen Artikel der hat es auch geschafft!)
http://xa.yimg.com/kq/groups/12308153/2061298832/name/Oil%27s+tipping+point+has+passed.pdf)

„Ich werde mich jedenfalls hüten, die Arbeit zu rezensieren, vermisse nach einem ersten Überblick vielleicht ein paar Reaktor-Typen (LFR, TWR),“

steht alles in meinen anderen Papieren (Seitenzahlen sind trotz allem begrenzt!)
siehe http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/24414/

„eine Auseinandersetzung mit den OECD-Zahlen zu den Uran-Vorräten“

steht alles im Detail in den anderen Papieren und in meinem
Davos Paper und talk

2011 World Resource Forum in Davos (19-21 September 2011)
http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/Davos2011endof.pdf

http://arxiv.org/pdf/1106.3617v2.pdf

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Wie kommst du auf „in spe“?!
Du meinst wohl eher „Hobby“-Wissenschaftler in Rente ; -)

… und würdest dann auch besser verstehen, dass ich nun wirklich nicht mehr über jedes hingehaltene Stöcklein springen mag und schon gar nicht ihm hinterhecheln, um es dir freudig zu apportieren.

Ich weiss beim besten Willen nicht, was die Themen „Fehlerbalken“ und „pysikalische Erklärungen zum Entstehen von extremen Wetterverhältnissen“ an den grundsätzlichen Aussagen der verlinkten Proxy-Arbeit ändern sollten.
Vielleicht tust du uns den Gefallen?

Gratulation übrigens zur publizierten Arbeit. Dass du ein so industriekritisches Papier am Review-Panel vorbeigebracht hast …

Ich werde mich jedenfalls hüten, die Arbeit zu rezensieren, vermisse nach einem ersten Überblick vielleicht ein paar Reaktor-Typen (LFR, TWR), eine Auseinandersetzung mit den OECD-Zahlen zu den Uran-Vorräten ( http://www.iaea.org/newscenter/news/2008/uraniumreport.html ) und – betr. „Endlager“ eine Notiz zu Olkiluoto oder gar Oklo.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Peter et al,

da du ja ein Fan von peer reviewed papers bist:

http://www.sciencedirect.com/science/journal/03605442/37/1
(einer davon ist von mir!)

Wie versichern wir uns eigentlich gegen die Folgen des Peak oil?
(oder gehen die Versicherungen mit den Banken unter?)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

ok,

und kannst du, als Hobby Wissenschaftler in spe..
auch noch den Fehlerbalken angeben?
Oder die Unsicherheiten?

Und ja, erklaere doch mal wie extrem Wetter Bedingungen
entstehen.

So ganz einfach.. mit ein paar physikalischen Erklaerungen
dabei.

Danke schonmal

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Dittmar

Danke für den Link. Ich hatte ihn nicht gefunden und dachte, die Arbeit sei nur hinter einem Paywall zugänglich.

Pseudo Science Bloggerfreunde?!

Bleib doch einfach bei den klaren Aussagen der Autoren und versuch sie nicht zu verwedeln:

„The frequency of high magnitude events peaked near 6 storms per century between 2800 and 2300 years ago“

„A marked decline in the number of large storm deposits, which began around 600 years ago, has persisted through present with below average frequency over the last 150 years when compared to the preceding five millennia“

Das sind – beim schnellen oder langsamen – Lesen der Arbeit nicht eben Ergebnisse, wie sie AGW-Alarmisten mögen.

Oder liest du irgendetwas von einer bedrohlichen Zunahme von tropischen Wirbelstürmen in den vergangenen 150, 75 oder 30
Jahren?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Peter,

koenntest du dir nicht mal die Muehe machen
die Papers im original zu linken und
zu diskutieren?

http://www.geo.umass.edu/faculty/woodruff/Publications_files/Lane_et_al_MarGeo2011.pdf

Aber du magst wohl lieber sensationelle claims als
rationale langweilige Statements ???

Wie auch immer, beim schnellen lesen im original
bekommt man nicht den gleichen Eindruck den deine
pseudo science Freunde auf den Blogs gerne darin lesen wuerden.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Hier eine neue und interessante Studie:

http://www.co2science.org/articles/V15/N4/C1.php

Sie belegt, dass in den vergangenen 150 Jahren eine Zunahme von extremen Hurrikan-Ereignissen eben so wenig zu beobachten ist wie ein anthropogenes Signal, d. h. eine Wirkung der gestiegenen CO2-Emissionen auf die Häufigkeit und die Stärke der beobachteten Stürme.

Ganz im Gegenteil – in der Periode vor 2800 bis 2300 Jahren waren solche Extremereignisse weitaus häufiger, während die Zahl von Superstürmen in den vergangenen 150 Jahren deutlich unterhalb des Mittels der über einen Zeitraum von 5’000 Jahren ermittelten Ereignisse liegt.

Gestiegen ist, ergänzend angefügt, aber die Verletzlichkeit der betroffenen Regionen durch Bevölkerungswachstum, Siedlungserweiterungen, Infrastruktur etc.

Die Studie macht klar, dass eine Verfolgung von CO2-Reduktionsziele mit Blick auf eine Eindämmung von Sturmereignissen keine sinnvolle Option darstellt und allein Anpassung und Risikovermeidung zu vernünftigen Ergebnissen führen.

Bleibt die Frage, wie die Versicherungen, die sich in der AGW-Frage strategisch weitgehend festgelegt haben, auf die hier vorgelegten und auch in anderen Studien gewonnenen Erkenntnisse eintreten und ggf. reagieren werden.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Martin,

„Doch der Klimawandel ist kein wirklich aktuelles Problem.“

Stimmt, es ist so wie mit dem Frosch im Topf mit Wasser
und das Wasser wird immer waermer..
Wenn der Frosch es merkt ist es zu spaet zum handeln.
(aber der Frosch ist angeblich zu dumm, nicht so wie
wir die „Krone der Schoepfung“)

Also, klar wir Menschen warten bis es knallt!
Die Geschichte ist voll von solchen Beispielen.
Jeder der wollte konnte es wissen, Hitler steht fuer Krieg und
Massenmord. Aber niemand wollte es wissen.

Dagegen reden wir ja hier rein theoretisch darueber wie man
den kommenden Generationen lebenswerte Bedingungen
erhalten kann/koennte.

Und man sollte mit dem GAU rechnen.. zum Beispiel:

mit wie viel % Wahrscheinlichkeit steigt der Meeresspiegel
um 1m in den naechsten 50 Jahren
oder mit welcher Wahrscheinlichkeit muss man mit einer Erwaermung von +6 Grad in den naechsten 50 Jahren rechnen

etc.

Also wenn man den Frosch entscheiden lassen koennte
und er beobachtet .. das Wasser wird jede Minute um sagen
wir 1 Grad waermer und wir sind jetzt bei angenehmen 20 Grad
.. wann sagt der Frosch stop?

bei 40 Grad? oder vielleicht sagt er schon in den naechsten
Minuten:
„macht das Experiment ohne mich, ich huepfe davon“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 3

„Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist – global betrachtet – ein deutlicher Meeresspiegelanstieg zu beobachten“
Nein wirklich, es ist seit der kleinen Eiszeit wärmer geworden? Ich bin schockiert. Was wohl Mitte des 19.Jh. passiert ist? Hat es da plötzlich Millionen von SUVs gehabt?

„Einige neue Forschungsergebnisse lassen bis zum Jahr 2100“
Irgendjemand sagt, dass der Meeresspiegel noch stärker ansteigen wird? Armaggedon und Höllenfeuer wird von irgendjemandem propheizeit? Ein weiterer Schock an diesem Morgen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

@Peter Bühler, @Michael Dittmar, @Roger Meier

Es scheint zwei Lager zu geben: Die einen sehen den Klimawandel schon tüchtig am Werk, die anderen nur das normale, natürliche Geschehen. Doch in den praktischen Auswirkungen sind die Gegensätze viel geringer. Es ist zwar unbestreitbar, dass die Temperaturen im globalen Durchschnitt in den letzten 30 Jahren gestiegen sind (wenn auch über das Ausmass wiederum gestritten wird), wie weit diese Erwärmung aber menschengemacht ist, darüber kann man streiten. Vieles spricht für die Treibhausgase als Ursache, jedoch ist das Klimageschehen so komplex, dass man sich nicht wirklich sicher sein kann. Sogar Klimawissenschaftler sprechen nur von grosser Wahrscheinlichkeit ihrer Projektionen und davon, dass man jetzt die Treibhausgasemissionen reduzieren muss um auf der sicheren Seite zu bleiben.

Falls die Treibhausgase wirklich die Rolle im Klimageschehen spielen, die ihnen von Klimwissenschaftlern zugeschrieben wird, so werden wir eine Klimänderung in so kurzer Zeit erleben, dass selbst das PETM-Ereignis dagegen langsam verlief.

Doch der Klimawandel ist kein wirklich aktuelles Problem. Wäre er das, würde man nicht von der Energiewende sprechen und damit die Abschaltung der AKW’s meinen, immerhin einer Energiequelle, die CO2-frei ist. Man würde nicht von Erneuerbaren Energien sprechen, aber zugleich eine einheimische Versorgung mit EE-Energien fordern, wobei heute schon eine weitgehende Versorgung mit EE möglich wäre, wenn man nur ein europaweites Stromverbundnetz aufbauen würde.

Es wird keinen stetigen, linearen Umstieg auf CO2-freien Energien geben, sondern erst das Erleben eines schnellen Klimawandels (starker Meerespiegelanstieg, schneller Temperaturanstieg) wird zum Umdenken führen. Sollten plötzlich günstige CO2-freie Energien zur Verfügung stehen könnte es schneller gehen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Herr Meier,

„steigt seit etwa 20’000 Jahren an (19’980 Jahre natürlich, 20 Jahre menschengemacht). Das wäre cheibe gspässig, wenn der Meeresspiegel plötzlich NICHT mehr ansteigen würde.“

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Holocene_Sea_Level.png

Interessant, und bekannt!
Aber um wie viele mm pro Jahrzehnt zwischen
-3000 Jahre und heute -200 Jahre sagen wir..

und was wir jetzt beobachten

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Meeresspiegelanstieg_Satelliten.png&filetimestamp=20111011174826

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist – global betrachtet – ein deutlicher Meeresspiegelanstieg zu beobachten, der allein im 20. Jahrhundert bei etwa 17 cm gelegen hat. Seit 1993 steigt der Meeresspiegel um durchschnittlich 3,2 mm pro Jahr[1].
Eine Ursache des Anstiegs ist wahrscheinlich die globale Erwärmung. Die Klimaerwärmung führt aus zwei Gründen zum Meeresspiegelanstieg: Erstens kommt es durch die Aufheizung der Ozeane zur thermischen Expansion des Wassers, das folglich mehr Volumen einnimmt. Zweitens führen gestiegene Lufttemperaturen zum Verlust von Landeis in Form von Gletschern oder Eisschilden, was zusätzliches Wasser in die Ozeane einbringt. Wieweit säkulare Effekte mitspielen (z.B. die Geodynamik oder eine Gegenbewegung zur „kleinen Eiszeit“ um 1850) ist im Detail noch ungeklärt.
Einige neue Forschungsergebnisse lassen bis zum Jahr 2100 einen Meeresspiegelanstieg von mindestens einem halben bis zu zwei Meter erwarten[2][3]. Innerhalb von 300 Jahren ist ein Anstieg um 2,5 m bis zu 5,1 m möglich[4].

Aber klar wir sind uns einig.

Nur vor 20000 Jahren,
wie viele Menschen mussten eine neue Heimat suchen
und wie viele sind es heute?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Zitat D. Bresch: „Klimawandel findet statt. Selbst wenn wir den Treibhausgasausstoss sofort auf null reduzierten, würde sich das Klima in naher Zukunft weiter verändern“

Weshalb nur in naher Zukunft?
Hat sich das Klima nicht zu allen Zeiten geändert und wird dies weiter tun? Woher die Vorstellung eines klimatischen Equilibriums?
So was gab es nie und wird es auch nie geben.

Stehen wir vor einem unerwarteten Skeptiker- oder Denyierproblem, indem die erdgeschichtliche Realität eines permanenten Klimawandels auf einmal bestritten wird?

Die unscharfe Verwendung des Begriffs ist an sich fragwürdig. Wenn darunter sämtliche klimatischen Veränderungen zu verstehen sind, wie unterscheidet man dann menschliche und natürliche Ursachen für diese Veränderungen?

Ist die Unschärfe etwa beabsichtigt? Dient sie dazu, zwischen menschlichen und natürlichen Ursachen deshalb nicht länger zu unterscheiden, weil damit jede Veränderung „DEM“ Klimawandel, zugeschrieben werden kann, d. h. direkt oder indirekt einem von Menschen verursachten Geschehen?

Interessant zu sehen, wie erfolgreich die Global-Warming-Gemeinde die semantische Umdeutung oder Usurpation des Begriffs „Klimawandel im alltäglichen und medialen Gebrauch durchgesetzt hat.

Mit der Folge, dass keiner mehr weiss, worum es geht, wenn von „Klimawandel“ die Rede ist. Denn inzwischen steht der inflationär verwendete Begriff buchstäblich für alles, was sich geophysikalisch verändert – egal, alles „Klimawandel“ und alles irgendwie von Menschen verursacht.

Ganz schön praktisch für die Nutzniesser der Schreckensbotschaften: die unscheinbare Binsenwahrheit „Klimawandel“ wird zum patenten und nicht näher geprüften Allzweckargument bei der Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen.

Es geht um viel Geld …

http://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/11/82-billion-prediction.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

„Wie versichert man sich eigentlich gegen einen Anstieg des Meerwassers von x cm?“

Dies hingegen wird keine Versicherung versichern. Der Meeresspiegel steigt seit etwa 20’000 Jahren an (19’980 Jahre natürlich, 20 Jahre menschengemacht). Das wäre cheibe gspässig, wenn der Meeresspiegel plötzlich NICHT mehr ansteigen würde.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Wie versichert man sich eigentlich gegen einen Anstieg des Meerwassers von x cm?

bei einer Fehler Bandbreite von 20cm-200cm am Ende des Jahrhunderts?

http://www.nature.com/climate/2010/1004/fig_tab/climate.2010.29_F1.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Sehr geehrter Herr Bresch,
das schönste an ihrem Beitrag ist die Karte mit dem Inselbogen zwischen Puerto Rico und Port of Spain (Trinidad und Tobago) – nur schon durch ihre geographische Lage ist diese Gegend ein „Asset“ und solche Inseln sind ein attraktiver Zufluchtsort für Mensch und Kapital.

Eigentlich ist eine solche Abklärung potenzieller Schäden durch Naturereignisse wie sie von Versicherungen durchgeführt werden auf jeden Fall wertvoll, beeinflusst sie doch sinnvollerweise alle Investitionen in Immobilien und Infrastrukur mit langer Lebensdauer. Sind Totalzerstörungen durch Hurrikane in der Lebensperiode einer Immobile oder einer Infrastruktur wahrscheinlich, so muss man sinnvollerweise abwägen zwischen strengeren Baunormen um auch verheerende Ereignisse mit geringen Schäden zu überstehen und zwischen einer bewussten Billigbausweise, die die Zerstörung in Kauf nimmt und sie gar als Chance für einen Neuaufbau und eine Neuausrichtung betrachtet.

Der Klimawandel bringt hier ein Element der zusätzlichen Unsicherheit in die Planung. Denn wenn der Klimawandel auch eine Tatsache ist, so sind seine Auswirkungen – gerade auf Ereignisse wie Hurrikane – höchst ungewiss. Die gängige Einschätzung der Klimawissenschaft ist ja, dass Hurrikane eher seltener werden, dafür aber stärker ausfallen. Doch wie immer bei solchen Aussagen sind die Fehlerbalken sehr breit. Wie sie aber schon in einem ihrer früheren Beiträge geschrieben haben, gibt es durchaus Strategien, die für die meisten zukünftigen Szenarien mehr Sicherheit zu vertretbaren Kosten bringen. Wenn da als Finanzierungshilfe noch der Green Climate Fonds einspringt fallen Entscheidungen leichter. Wer weiss, vielleicht zahlt schon die nächste Generation der Touristen mit ihrem Flug in die Karibik auch den dortigen Versicherungsschutz, wird doch darüber diskutiert, dass die „Klimagelder“, die z.B. die EU für Flüge erheben will, in den Green Climate einfliessen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Die beste Anpassungsstrategie hat SwissRe tatsächlich:
Sie postulieren schreckliche Naturkatastrophen in der Zukunft (Ernteausfälle, Hurricans) und verkaufen Versicherungen dagegen. Die Daten, die irgendeine Zunahme von Hurricans belegen sollen, sind irgendwie gerade nie zur Hand.
Verkaufe Angst – das zweitälteste Gewerbe der Welt

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

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