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Solar-Unternehmer – Pioniere der Energiewende

17.01.2012 von Gastautor Prof. , SATW

Innovationen, Wachstum und Arbeitsplätze erwarten Ökonomen von der «Energiewende», wie Lucas Bretschger hier mehrfach ausgeführt hat (>hier). Das tönt abstrakt, aber der Prozess ist bereits im Gang; 260 Swisscleantech-Firmen arbeiten daran. Bei einer Anhörung in Bern traf ich Christoph von Bergen, den Gründer einer dieser Pionierfirmen und Gründungsmitglied von Swisscleantech.

Vor 20 Jahren startete Christoph von Bergen die Zwei-Mann-Garagen-Firma «Sputnik Engineering». Heute ist das eine schnell wachsende Exportfirma mit 360 Mitarbeitern und mit Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Belgien, Grossbritannien, neuerdings sogar in China. Das Produkt der Firma ist eine strategische Schlüsselkomponente der Solarenergie: der Wechselrichter, welcher die Photovoltaik-Module ans Netz anbindet. Ich bin fasziniert von diesem Gerät und möchte es Ihnen gerne vorstellen.

Viele Kleine speisen ins Netz

Der Wechselrichter, dieses noch etwas ungewohnte, neue Mitglied unserer Hausgerätefamilie (siehe Bilder und >www.solarmax.com), stellt die Verbindung sicher zwischen jedem der vielen dezentralen Solar-Kleinstkraftwerke und dem bisher hauptsächlich von Grosskraftwerken gespeisten Stromnetz. Neben der Umwandlung des Solargleichstroms in Wechselstrom übernehmen die Wechselrichter auch Netzaufgaben wie die Unterstützung von Stabilität und Qualität.

SolarMax S-Serie

Wichtige Informationen….

Genauso wichtig wie die Energie-Ankopplung ist der Informationsaustausch. Der Verbraucher will über PC oder Handy die aktuelle Produktion ablesen, die Einspeisung ins Netz oder die Verkaufserlöse. Der Netzbetreiber braucht Information über Spannung, Frequenz, Qualität und will Wirk- und Blindleistung am Einspeisepunkt steuern können. Die Wechselrichter bieten auch diese Funktionen an, was sie zu High-Tech-Produkten macht mit hohen Ansprüchen an die laufende Weiterentwicklung der komplexen Multifunktionalität.

…. machen Verbraucher zu Unternehmern

Jeder Besitzer einer Solaranlage kann mit diesen Funktionen zu einem Solar-Unternehmer werden. Er kann Energie verkaufen und vor allem auch den Verbrauch an die Produktion anpassen. Heiz- und Kühl-Anwendungen, die im Schnitt mehr als 20% des Energieverbrauchs der Schweiz ausmachen, können in Zeitfenster mit hoher Eigen-Produktion verschoben werden. Durch eine verbesserte Isolation kann die Speicherzeit der Energie verlängert und der Energieverbrauch insgesamt deutlich gesenkt werden. Auch Wasch- und Spülmaschinen können gezielt bei genügend selbst produziertem Strom eingeschaltet werden. Aus passiven Energieverbrauchern werden aktive Energie-Optimierer. «Noch ist das meiste davon Zukunftsmusik» sagt von Bergen «aber viele Kunden, die sich bis jetzt kaum um den Zähler kümmerten, überdenken ihr Energieverhalten, wenn sie dessen Rückwärtslauf beobachten».

Sie denken, dass sind kleine Änderungen beim Energieverbrauch? Laut einer McKinsey Studie (>hier) wird die Summe dieser Änderungen zu massiven Strukturänderungen der gesamten Energiewirtschaft im Sinne der Energiewende führen.

Mein Rat an die Jungen: Hier tun sich ausserordentliche Chancen auf für Forscher, Erfinder und Unternehmer.

Zum Autor

Gastautor Prof. Klaus Ragaller war bis zu seiner Pensionierung Direktor bei ABB. Seither setzt er sich im Rahmen der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW für den Wissenstransfer ein.

Hinweis der Redaktion: Erfolgreiches Spin-Off-Jahr 2011

ETH-Angehörige haben im letzten Jahr 22 Jungfirmen gegründet. Der Cleantech-Bereich wurde dabei breit abgedeckt. Cleantech steht für jene Produkte, Prozesse und Dienstleistungen, welche natürliche Ressourcen schonen und negative Einflüsse auf die Umwelt reduzieren. Eine wachsende Anzahl Cleantech-Spin-Off-Firmen liess sich bereits in den letzten Jahren feststellen. Dieser Trend setzte sich 2011 fort. Zu den neu gegründeten Cleantech-Firmen im letzten Jahr zählt unter anderem BEN Energy. Dieser Spin-off entwickelt Energieeffizienz- und Smart-Grid-Software mit dem Ziel, Verbraucher zu energieeffizientem Verhalten zu motivieren. Grundlage für die Entwicklungen von BEN Energy liefern Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie, der Psychologie und der Computerspiel-Industrie. Zum ETH-Life-Artikel >hier





Kommentare (45) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Leseempfehlung, WELTWOCHE von heute Donnerstag: “Grüne Träume statt Fakten”

Und weiterhin SPIEGEL NR. 3/2012, S. 18 – 22: “Verblendet”

Beide Beiträge vorläufig nicht im Web zugänglich.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 3

Danke Herr Ragaller
Ich denke eben, das ist ein Ansatz. Das Thema ist ja nciht, ob nun alle Hausdächer genug PV oder auch Wärme produzieren können aber es bricht die Spitzen und dies nicht zu knapp. Dies ist ja mitunter ein Grund, dass die BKW Leute entlassen müssen, weil sie über die Mittagszeit nicht mehr viel teuren Pumpspeicherstrom nach Deutschland exportieren können.
Jeder m2 Dachfläche die genutzt wird, entlastet Netze und Heizöl.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

@Klaus Ragaller, Michael Dittmar

Auch wenn die Photovoltaik-Rechnung für New York nicht aufgeht, passt das New YorkTimes-Ergebnis, dass mit Solarpanel auf jedem Hausdach zwar der Tages-Spitzenbedarf zu 50% gedeckt werden kann, aber insgesamt nur 14 % des Jahresbedarfs damit gedeckt werden. Spitzenleistung und Durchschnittsleistung können bei Solarpanels nämlich bis einen Faktor zehn auseinanderliegen. Das ist eines der Probleme der Photovoltaik. Es könnte am besten mit kostengünstigen Batterien zur Zwischenspeicherung entschärft werden. Ohne solche Batterien wird das Netz während heissen Sommermittagen regelrecht geflutet was zum Zusammenbruch des Netzes führen kann ausser man trennt die Panels automatisch vom Netz.

Solarpanels auf jedem New-Yorker Hausdach sind auch ineffizient und mindestens doppelt so teuer wie Sonnenstrom gewonnen in günstigen Lagen. Man wird die Kosten wahrscheinlich nicht einfach ignorieren können. Das funktioniert nur solange die Einspeisevergütungen so üppig einschenken.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@werner witschi. 25.01.2012, 12:07
“Die Diskussion hier nimmt ja eine ganz interessante Wendung
Wobei…Die Frage darf mal gestellt werden, wie es eigentlich mit den Resultaten, den Ergebnissen aus all der Forschung so weiter gegangen ist.”

Eine gute Frage!
Ich wuerde antworten:
a) “Science promised us truth, or at least a knowledge
of such relations as our intelligence can seize:
it never promised us peace or happiness”
Gustave Le Bon

b) in den Koepfen der Wissenschaftler die ihr Wissen
und die wissenschaftliche Methode anwenden und verbreiten.
Und dann manchmal in der Praxis nutzbar machen.
Sei es auch nur im Verstaendnis unserer Umwelt und
ihren Grenzen.
Was ist der Wert der Erkenntnis dass der Vatikan nicht
mehr das Zentrum des Universums ist?
oder
Die Entdeckung der Evolution der Arten?
(und wir Menschen als eine Art unter vielen. Eine Art die
glaubt das Universum beherrschen zu koennen.)

und leider:
c) in Tonnen von vollgeschriebenen Publikationen
die eigentlich niemand interessieren.

gibt noch mehr aber da es hier um Thema Energie und
Klima geht:

d) unsere Lebensweise ist nicht nachhaltig solange
wir endliche Ressourcen zum Leben brauchen.
und wenn man nicht nachhaltig lebt dann geht das nur
so lange bis das Kapital aufgebraucht ist, dann kommt die Rechnung!
(siehe Griechenland als Beispiel)

Muss man fuer solche trivial Erkenntnisse
wirklich tausende von Wissenschaftlern haben?
Das ist eine andere Frage..

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Ragaller,

der Artikel gibt leider wenig Details und die “Map” auch nicht.

Aber selbst wenn die Zahlen realistisch sein sollten was sehr
unwahrscheinlich ist, dieser Abschnitt:

“At those output levels, the panels could meet 49.7 percent of the current estimated daytime peak demand and about 14 percent of the city’s total annual electricity use, the officials said. The figures consider typical weather conditions.”

sagt eigentlich schon alles! 14% maximal im Jahresmittel.

Aber weil der Verbrauch einer Weltstadt wie New York
interessant ist, hier ein paar mehr Informationen

http://apps1.eere.energy.gov/states/electricity.cfm/state=ny

150 000 Millionen kwh/jahr = 150 TWh/Jahr (2005)
fast 3 mal mehr als in der Schweiz.

rund 8 Millionen Einwohner auf einer Flaeche von 789km2

http://en.wikipedia.org/wiki/New_York_City
“The city’s total area is 1,214 km2, 425 km2 of this are water and 789 km2 is land.”

davon Hausdaecher?

egal Zahlen die ich habe sind:

man schafft ganz gut bei “guten” Bedingungen
150 kwh/Jahr und m2

In Deutschland mit einem enormen Aufwand hat man:

“The German solar PV industry installed 7.5 GW in 2011,[2] and solar PV provided 18 TW·h of electricity in 2011, about 3% of total electricity.”
http://en.wikipedia.org/wiki/Solar_power_in_Germany

Also, in Deutschland mit (7.5 GW installiert in 2011)
total 24.8 GW nominal schafft man 18 TWh (immerhin!)
im Vergleich NY Studie
“The rooftops could generate up to 5,847 megawatts from hundreds of thousands of buildings”

Wie soll das in NY funktionieren?
14% von 150 TWh = 21 TWh. Das soll in NY mit 6 GW gehen
aber in D mit 25 GW schafft man nur 18TWh..

bitte nachrechnen .. vielleicht habe ich auf die Schnelle was
uebersehen ???

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Eignet sich die Photovoltaik auch für die Stadtbewohner, die kein eigenes Hausdach haben? wurde hier gefragt. Dazu gibt es eine interessante Analyse für New York: http://www.nytimes.com/2011/06/16/science/earth/16solar.html
Die Untersuchung möglicher Standorte und der Einstrahlungsverhältnisse zeigt: ungefähr 50% der Verbrauchsspitze am Tag könnte damit abgedeckt werden.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Die Diskussion hier nimmt ja eine ganz interessante Wendung ;-)

Wobei…Die Frage darf mal gestellt werden, wie es eigentlich mit den Resultaten, den Ergebnissen aus all der Forschung so weiter gegangen ist.
Ich habe mich schon 2-mal “erfrecht” nachzufragen, da mich das eine oder andere Resultat interessiert hätte. Die Antworten waren nichts als ernüchternd.
Die eine Antwort war:” kaufen Sie doch mein Buch VDF-Nummer xy, da steht alles drin”, die 2. Antwort war recht resolut, so in etwa: ” was fällt ihnen da ein….”.
Wer kontrolliert eigentlich all die Resultate und Fortschritte bei den hunderten von Forschungsprojekten? Die Geldmenge die in die Forschung fliesst ist ja nicht unbeträchtlich. Wer vergibt die Forschungsaufträge?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Peter,
ganz im Gegenteil, mehr fuer die Forschung aber richtig
und nicht im Interesse der Profiteure.

Anstatt abstruse Thesen ueber mich zu verbreiten,
(schaeme dich!) solltest du akzeptieren dass es andere
auch Art von Forschung und Entwicklung gibt!
(zum Beispiel Permaculture Projekte!
brauchst du links
Greening the desert zum Beispiel das ist was wir brauchen
was “wir” und deine Freunde machen sind die Wuesten
zu vergroessern!)

Ausserdem bist es doch du
der Klima-Forscher etc entlassen moechte, nicht ich!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Dittmar verfügt Entwicklungsstopp: Forschungsinstitute, Patentämter schliessen, sinnlos weiterzuarbeiten, es gibt nichts mehr zu tun, zu entdecken, oder zu optimieren.
Köpfe in den Sand stecken und auf den Untergang warten …

Hättest du um 1800 gelebt und da etwas zu bestimmen gehabt, wäre uns vieles erspart geblieben: all diese unnötigen und schädlichen Entwicklungen in Technik, Grundversorgung, Hygiene, Medizin, Landwirtschaft, Ernährung, Bildung, sozialer Sicherheit, Kommunikation usw. hätten nie stattgefunden.

Wir würden – durchschnittliche Lebenserwartung – mit 35 Jahren ins Grab sinken, der AHV und dem Klima keine Probleme bereiten, könnten uns aber vorher (und statt am PC zu bloggen) im trüben Schein von Argand-Lampen mit den Grundlagen der Thermodynamik beschäftigen.

Oder hätte dein Bannstrahl die Lampenentwicklung evtl. auch verhindert? Du weisst schon … Jevons’ Paradox ; -)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Ein Wunder bei Peter Buehler?

“Als sinnvoll erweisen sich bei nüchterner Betrachtung nur die Entwicklung neuer, deutlich effizienterer Technologien der Energieproduktion und die (vergleichsweise kostengünstige) Ausschöpfung der reichlich vorhandenen Einsparpotenziale.”

Hast du etwa das Energieproblem mit den begrenzten Ressourcen
an Oel, Gas, Kohle, Uran, Biomasse, Umwelt erkannt,
und setzt jetzt (mit und ohne CO2 Problem) auf den alternativen Zug um die Energiekosten in Grenzen zu halten?

Bin begeistert! Meine Beitraege waren wohl doch nicht umsonst!

Was dir noch fehlt?
Deinen unerschuetterlicher Glauben an eine revolutionaere Technik die die 200 Jahre alten Grundgesetze der Physik (1. und 2. Hauptsatz der Thermodynamik: Energieerhaltung und Umwandlung von einer Form in eine andere ist immer ein Verlust) ausser Kraft setzen wird, zu beenden.

Keine Angst deine letzten Illusionen werden auch noch verschwinden!

Schon komisch wie so manche Ereignisse im Mittelmeer
die Denkweise in Dogmen der technologischen Unfehlbarkeit
beenden koennen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Peter Bühler
Ihrem letzten Satz “Als sinnvoll erweisen sich bei nüchterner Betrachtung nur die Entwicklung neuer, deutlich effizienterer Technologien der Energieproduktion und die (vergleichsweise kostengünstige) Ausschöpfung der reichlich vorhandenen Einsparpotenziale.” kann man nur voll zustimmen. Genau das passiert zur Zeit mit grossem Einsatz und unerwartet schnellen Fortschritten weltweit. Die aufgewendeten Mittel sind dabei zu messen an der Grösse der Aufgabe – die Umstellung praktisch der ganzen Energieversorgung – und der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit. Mehr Einsatz wäre möglich und nötig. Der Nutzen besteht in der Vermeidung weit grösserer Kosten und nicht eingrenzbarer Risiken, bei weiterem Anstieg des CO2.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Prof. Ragaller und M. Holzherr

“Die KEV fördert den Wettbewerb zwischen den Technologielieferanten und damit eine rasche Weiterentwicklung”

Wenn’s bloss so wäre … tatsächlich sorgen Subventionen selten für Innovation. Die Erfahrungen in Deutschland lehren, dass die Hersteller mit den erzielten Renditen zufrieden waren und nur wenig Geld in R&D investierten. Inzwischen sehen sie sich überflügelt durch chinesische Hersteller, die – technisch betrachtet – zwar auch nicht innovativ sind, aber zu tieferen Kosten liefern.

“EE-Europa und EE-Nordafrika”: ein hübscher Traum.

“Mit einer Kombination aus Wind-, Sonnen- und Bioenergie kann die Reduktion der fossilen Energien um 20% bis 2020 und um 80% bis 2050 erreicht werden.”

Theoretisch vielleicht, aber um welchen Preis und mit welchem Nutzen?
Wenn De 100 Mia Euro dafür ausgibt, um 3% seines Strombedarfs solar zu produzieren, kriegt man eine ungefähre Vorstellung: Strom (Atom, Wasser, EE) deckt kaum 15% des deutschen Primärenergieverbrauchs.

Mit anderen Worten: die 100 Mia-Investitionen tragen mit gerade mal 0.45 % zur Deckung des Gesamtverbrauchs bei. Wenn Sie davon 20% solar ersetzen möchten, beträgt der dafür notwendige Aufwand unter Einsatz heutiger Solartechnologie das gut 40-fache … (die Anteile an Grauenergie, die Degradation der Zellen und die teuren Netzausbauten nicht einkalkuliert).

Und wozu das alles: damit Deutschland – bei entsprechend höheren Emissionen in Fernost – seinen Anteil an den weltweiten CO2-Emission von 2,94% (2011) auf 2% senkt?!

Denken Sie, dass diese Anstrengungen (geschweige denn jene der Schweiz) irgendeinen messbaren Einfluss auf die atmosphärische CO2-Konzentration ggf. das Weltklima ausüben?

Als sinnvoll erweisen sich bei nüchterner Betrachtung nur die Entwicklung neuer, deutlich effizienterer Technologien der Energieproduktion und die (vergleichsweise kostengünstige) Ausschöpfung der reichlich vorhandenen Einsparpotenziale.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

Hallo Herr Witschi,

@Aber in diesem Blog gehts ja nicht um diese Suppe. Schreiben @Sie mal einen Blog zum Thema Ernährung?

Gerne.. aber hier auf dem Blog werden
nicht alle Teilnehme gefragt was zu schreiben!

aber zu unserem Thema:
@Anteil der Nahrungsmittel, der ungebraucht weggeworfen wird?
50% steht zum Beispiel hier:
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/muehlviertel/art69,795145

nach dem Tagesanzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Das-sind-die-groessten-Sorgen-der-Schweizer/story/21001694

sind es 250 000 Tonnen (= 30 kg/Person?)

Kf-Präsidentin Troesch-Schnyder bezeichnete es als unsinnig, dass in der Schweiz jährlich 250’000 Tonnen Lebensmittel vernichtet würden. Deshalb müsse unter anderem die Verbraucherinformation verbessert werden, indem beispielsweise nur noch ein Datum auf einer Verpackung stehe, sagte sie.

und hier steht was von 2.2 Millionen Tonnen (300 kg??)
http://www.beobachter.ch/natur/natuerlich-leben/abfall-recycling/artikel/esswaren-im-muell_das-wegwerf-system/

Die Zahlen in Tonnen sind eh irgendwie Quatsch
und ob die Zahlen stimmen und
ohne einen Vergleich mit dem Verbrauch bringt das eh nichts!

“Wie viele Tonnen konsumiert ein Schweizer pro Jahr
insgesamt..”?

aber gibt ja alles zum Beispiel hier (auf die Schnelle)=
700 kg/Jahr
http://www.sbv-usp.ch/fileadmin/user_upload/bauernverband/Statistik/Ernaehrungsbilanz/se_0602.pdf

Diesen Bericht sollte man genauer studieren!
nur kurz:
Nehmen wir noch die Kriegszeit mit 4 Millionen Schweizern
und ohne Importe.. ging wohl gerade eben gut!

Damals haette man Ihnen die 100m2 gerne abgenommen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Herr Dittmar
Wie gross ist nun schon wieder der Anteil der Nahrungsmittel, der ungebraucht weggeworfen wird? In der ganzen Wertschöpfungskette kommen wir fast auf 50%, ist ja nicht nichts. Hätte da noch einige 100m2 zum bewirtschaften.
Aber in diesem Blog gehts ja nicht um diese Suppe. Schreiben Sie mal einen Blog zum Thema Ernährung?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Martin Holzherr
Technologie-Förderung hat den höchsten Nutzen (return on investment) bei Technologien mit einer steil absinkenden Lernkurve. Ein Quotensystem für Erneuerbare Energien führt vorzugsweise zu Investitionen in bereit ausgereifte Technologien wie Wind, fördert aber nicht die Entwicklung des Potentials zukunftsträchtiger Technologien wie Photovoltaik. Dafür ist die KEV das beste Instrument. Die KEV fördert den Wettbewerb zwischen den Technologielieferanten und damit eine rasche Weiterentwicklung.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Klaus Ragaller, Peter Bühler
Strom darf auch etwas kosten, vor allem wenn er aus erneuerbaren Quellen stammt. Das ist eine häufig gehörte Meinung von EE-Befürwortern. Doch kann man ein System zulassen, in dem wie in D 50% der Einspeisevergütungen für Fotovoltaik ausgegeben werden, obwohl damit nur 3% des Stroms erzeugt wird. Die Fotovoltaik kannibalisiert damit die anderen erneuerbaren Energien im Interesse von Eigenheimbesitzern und Solarfirmen, die sich an den Honig des Fördertopfes gewöhnt haben. Solarstrom kann später, wenn sie billiger ist, durchaus einen bedeutenden Beitrag zur Stromversorgung leisten, wobei sie wohl eher in Spanien oder der Sahara erzeugt werden sollte als auf irgend einem deutschen Hausdach.

Muss erneurbar erzeugter Strom teuer sein, damit er koscher ist? Braucht es ganze Industrien (Clean-Tech), die sich ein paar Prozente des Landes-BIP abzwacken, damit wir auf den rechten Weg kommen?

Nicht wenn man den dissidenten Forschern Gregor Czisch und Matthias Popp glaubt. Allerdings braucht es den Mut, von Klein-Klein-Lösungen abzukommen und die nötige Infrastruktur aufzubauen. Wind+Sonnenenergie sind volatil und die beiden kostengünstisten Formen damit umzugehen sind A) ein grossräumiges Stromverbundnetz und B) Die Speicherung von überschüssigem Strom in Pumpspeicherwerken.
Zu A): Der Physiker Gregor Czisch hat ein kostenoptimiertes EE-Europa und EE-Nordafrika durchgerechnet: Resultat: Sommerwind aus Nordafrika + Winterwind von der Atlantikküste + Wasserkraft + etwas Bioenergie können ganz Europa zum Gestehungspreis von 4,65 Cent pro Kilowattstunde versorgen
zu B): Rinwallspeicher könnten als künstlich angelegte Doppelseen fehlende Pumpspeicher ersetzen

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

Herr Witschi,

“Bevor wir mit 2030 spekulieren, denken wir doch mal ueber
die naechsten Jahre nach!”. Es ist nun aber auch die Zeit des handelns und die ist lokal.

Genau, also beginnen wir mit der Ernaehrung in und fuer die
Schweiz.

Wie schaffen wir es die Anhaengigkeit von Nahrungsmittelimporten
(50% und mehr) zu reduzieren?

Mein Vorschlag eben:

fuer jeden Haushalt der “will” 100m2
um selber einen Teil seines Obst/Gemueses auf biologische
Art zu erzeugen. (Erst kommt das Fressen und dann die Moral!)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Peter Bühler
Mit einer Kombination aus Wind-, Sonnen- und Bioenergie kann die Reduktion der fossilen Energien um 20% bis 2020 und um 80% bis 2050 erreicht werden. Alternativen dazu, die ähnlich ausgereift, breit anwendbar und kostengünstig sind, gibt es nicht. Über die bestgeeigneten Fördermassnahmen zur Erreichung dieser Zielwerte lässt sich streiten. Eine hervorragende (besser als der Spiegel-Artikel) Faktenbasis dazu hat eine IPCC Arbeitsgruppe zusammengestellt: http://srren.ipcc-wg3.de/
Am besten bewährt hat sich für die Solarenergie die KEV, die allerdings in einigen Ländern angepasst werden musste (oder gerade wird wie in De) und zwar wegen der schneller als erwarteten Kostensenkung. Einige Länder arbeiten mit einem Quotensystem, für die dynamische Solarindustrie hat sich das nicht bewährt, England stieg deshalb vor einem Jahr vom Quotensystem auf die KEV um. Etwa 120 Länder arbeiten an der Förderung der drei genannten Erneuerbaren, die Organisation REN21 fördert den Erfahrungsaustausch, sodass aus Fehlern, die es natürlich bei so einem radikalen Technologiewechsel gibt, schnell gelernt werden kann. Bei uns wird zur Zeit über die beste Art, den bisherigen KEV-Deckel aufzuheben, beraten. Die Notwendigkeit, die aus den Verpflichtungen zur CO2 Reduktion folgt, ist weithin unbestritten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 3

Es ist ein Glück, dass sich die Schweiz bisher nicht auf den solaren Abenteuerpfad verschiedener europäischer Länder eingelassen hat, und dass der Bund die Subventionssumme der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) beschränkt. Die abschreckenden Beispiele (u. a. Spanien, Deutschland) sollten Warnung genug sein, gerade auch in den sog. solarfreundlichen Kantonen.

Unter dem Titel “VERBLENDUNG” publizierte der SPIEGEL letzte Woche eine Gesamtschau zum Ausmass und zum Ergebnis des Förderwahns (Seiten 18 – 22).
Der Artikel ist inzwischen z. T. in englischer Sprache bei SPIEGEL-online zugänglich (2 Seiten) …

http://www.spiegel.de/international/germany/0,1518,809439,00.html

Der Titel beschreibt das 100-Milliarden-Missmanagement treffend. Notorisch werden z. B. (wie bei der Windenergie) installierte Kapazität und tatsächliche Leistung verwechselt. Der wegen der stochastischen Schwankungen des Energieaufkommens notwendige Aufbau und Unterhalt eines dualen Versorgungssystems mit Backup-Kraftwerken (Kohle, Gas, Atom) wird eben so verschwiegen wie die fehlenden Speichermöglichkeiten und labilen Netzverhältnisse.

Textauszüge: “From the standpoint of the climate, every solar system is a bad investment” … a “waste of money at the expense of climate protection” …. “Irrsinn beenden”.

Bleibt der Traum des “Nullenergiehauses”. Handelt es sich um ein echt autarkes Haus ohne Netzanbindung trägt der Bauherr den (beträchtlichen) Aufwand.
Ist dagegen von einem sog. “bilanzierten Nullergiehaus” mit Netzanschluss die Rede, werden die Kosten zu einem erheblichen Teil den Energiekonsumenten und Steuerzahlern aufgebrummt, denen man die unvermeidlichen Strompreiserhöhungen mit “CleanTech” und “Klimarettung” schmackhaft zu machen versucht.

Lobbyisten-Talk einer Industrie von “Ewiggestrigen”, die nicht einzuhalten vermag, was sie zu leisten vorgibt.
Zitat: ” … mit Abstand ineffizienteste Technologie bei den Erneuerbaren”

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

Guten Morgen Herr Dittmar
Bleiben wir beim Slogan “Global denken, lokal handeln”. Das ist wie mit dem “über den Tellerrand schauen”. Vor lauter Blick über den Tellerrand weiss kaum mehr jemand, ob nun Tomaten- oder Flädlisuppe im Teller ist.
Im aktuellen Suppenteller geht es um Wechselrichter und Solarunternehmer. Man kann nun in einem anderen Bericht eine Bananensuppe anrichten und sich die Frage stellen, ob es gerechtfertigt ist, dass der Produzent in Nicaragua ca. 20 Rappen pro kg erhält und wir hier im Sonderangebot 2 Franken. Ist es gerechtfertigt, dass wir hier 50 Rappen mehr für Fairtrade bezahlen, von diesem “Fairen Preis” aber kaum etwas beim Produzenten landet?
Die Oelsuppe ist sicher auch interessant. Wie sieht die Versorgung und der Preis aus, wenn der Anteil der autofahrenden Chinesen und Inder gleich gross ist, wie bei uns? Was unternimmt die Schweiz geopolitisch, um auch in 20,30 Jahren noch genügend Oel für den Eigengebrauch zu haben?
Sie sehen, ganz unterschiedliche Suppen und jeder dieser Teller hat wieder einen Rand über den man schauen muss. Sie schreiben ja selbst weiter unten “oder wie oder was?
Bevor wir mit 2030 spekulieren, denken wir doch mal ueber
die naechsten Jahre nach!”. Es ist nun aber auch die Zeit des handelns und die ist lokal.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Witschi,

Genau, fangen wir mal bei uns an!
(und vergessen nicht wie unsere Nachbarlaender aehnliche
Probleme loesen muessen und vergessen auch nicht
den Slogan: Global denken, lokal handeln!)

Als erstes wuerde ich vorschlagen “unser” Energieproblem
zu definieren und jedem einzelnen zu erklaeren!

Ohne ein breiteres Verstaendnis wird man weder an einer Loesung
arbeiten noch moegliche Loesung akzeptieren.

Fangen wir mal an.
1) Billiger Transport wird bald etwas aus der Vergangenheit
sein! —> Wir sollten unsere Import/Exportabhaengigkeit
schnellstens aendern. Das gilt vielleicht als erstes
bei der Ernaehrung (auch eine Art Energie!).
50% und mehr wird in die Schweiz importiert und praktisch jede
Kalorie die wir essen enthaelt in der industriellen Landwirtschaft
noch mal 10 Kalorien aus Oel oder Gas!

“Ob nun auf dem Land oder auch in der Stadt fangen wir doch erst an, den Anteil der Eigenversorgung zu nutzen.”

Genau, wir organisieren fuer jeden Haushalt der “will” 100m2
um selber einen Teil seines Obst/Gemueses auf biologische
Art zu erzeugen. (Erst kommt das Fressen und dann die Moral!)

http://oregonstate.edu/instruct/ger341/wovon.htm

“Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
Und Sünd und Missetat vermeiden kann
Zuerst müßt ihr uns was zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

Ihr, die euren Wanst und unsre Bravheit liebt
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr’s immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.

etc..”

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@Herr Dittmar:
Ja klar doch. Aber bleiben wir mal in der Schweiz und lösen hier unser Energieproblem der Zukunft und da sind die 30% Endenergieverbrauch der Privaten für mich von zentraler Bedeutung. Ob nun auf dem Land oder auch in der Stadt fangen wir doch erst an, den Anteil der Eigenversorgung zu nutzen.
@Herr Holzherr:
Wir befinden uns nicht in einer digitalen Welt mit der Energieversorgung, versuchen sie dies mal als analoge Welt zu betrachten und so ist eine Eigenversorgung von 0-100% heute schon möglich. Hier noch von einem Mythos zu sprechen ist doch eher etwas für Ewiggestrige oder so und das mit der ästhetik hatten wir doch schon mal.
@Herr Müller:
Ja, das mit dem Lobbyverein ist schon ein Ding. Da werden sich aber alle anderen Industriezweige sputen, das dem Cleantech gleich zu tun….
Ist irgendwie eingenartig, dass scheinbar nur Bereiche aus den Erneuerbaren von Subventionen leben.

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@Klaus Ragaller,

Ich bin auch der Meinung, dass man mit der CO2 Reduktion nicht warten sollte, bis alle Technologien fix fertig auf dem Tisch liegen. Aber ich denke man sollte zuerst die am einfachsten realisierbaren Reduktionspotenziale nutzen. Mit dem Emissionshandel hatte ich nicht in erster Linie die CO2 Kosten im Inland im Kopf sondern die Reduktion im Ausland. Gerade das scheint politisch aber leider kaum mehr möglich zu sein (siehe neues CO2 Gesetz). Der Verband Swisscleantech hat u.a. dazu beigetragen den Kauf ausländischer Zertifikate nicht mehr zum Hauptreduktionsziel anrechnen lassen zu können. Ich finde das nicht sinnvoll und hier handelt m.E. dieser Wirtschaftsverband aus eigenen Interessen heraus gegen ein sinnvolles Instrument für den Klimaschutz.

Dass es neben der Forschung auch praxisnahe “markt”-Anwendung braucht ist mir auch klar. Nur in welchem Umfang? Macht es Sinn diesen Markt schon in diesem Stadium so aufzublähen? Diese Praxistests könnten ja auch im kleineren Umfang erfolgen und bis sich die Technologie weiterentwickelt hat, konzentriert man sich eben auf noch vorhandene Reduktionspotentiale die mit bestehender, funktionierender, günstiger Technologie realisiert werden können.

Swisscleantech verfolgt hingegen aus wirtschaftlichen Interessen einen nationalen Kurs für ein globales Problem. Bei den hunderten von Millionen, die pro Jahr nur schon in die Gebäudesanierungen gehen werden, erstaunt mich das auch nicht. Nur: Es gibt ja auch ganz andere Konzepte. Globalere Ansätze oder z.B. die Konzentration auf Methan und Russ für die nächsten Jahre, die kürzlich gerade wieder in den Medien war.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Alexander Müller
Der Zeitdruck für die Umstellung auf erneuerbare Energien kommt von den Erkenntnissen der Klimaforschung: http://blogs.ethz.ch/klimablog/2012/01/10/klimaverhandlungen-die-kommenden-jahre-sind-schicksalsjahre/
Natürlich wären angemessene CO2 Kosten effizienter als Fördermittel – politisch sind sie jedoch offensichtlich nicht durchsetzbar.
Dass Forschung nötig ist, bezweifelt niemand. Die genannten Einführungs-Probleme können jedoch nur in Anwendungen mit dem feed-back der Praxis gelöst werden. Die Weiterentwicklung am Markt ist bei jeder neuen Technologie erfolgsentscheidend.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Hoi Martin
(treffen wir uns am 27.1? funktioniert deine email noch??)

“CH braucht allerdings einen Ersatz für die AKW’s (in 20 Jahren) und die Frage ist woher dieser Strom kommt. Wenn der Import billiger kommt als die Eigenproduktion, dann wird wohl importiert.”

Man, du denkst schon an die naechsten 20 Jahre?
Offiziell werden die ersten 3*300 MWe schon ab 2019 vom Netz
gehen (50 Jahre Laufzeit).
Die Winterluecke existiert in der Schweiz eigentlich schon jetzt!
in D sind bis dahin fast alle KKW’s abgeschaltet.

Wieviel % vom heutigen Oel werden dann wohl noch in der
Schweiz und der EU verbrannt?
Wieviel vom Gas und von der Kohle?

-20%… wie die EU behauptet (2020)??

oder wie oder was?
Bevor wir mit 2030 spekulieren, denken wir doch mal ueber
die naechsten Jahre nach!

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@Martin Holzherr
Ein beträchtlicher Teil von Eigenversorgung aus den dezentralen Anlagen ist einfach realisierbar – wie im Beitrag erwähnt, lassen sich z.B. die Wärmepumpen der Heizung und des Kühlschranks auf die Produktionszeiten programmieren. Für höhere Anteile an Eigenversorgung werden zukünftig auch Batterien attraktiv werden. Gebrauchte Autobatterien eignen sich dafür. Siehe z.B. http://www.abb.com/cawp/seitp202/a2b2d2aff96520bec1257989004e62ae.aspx
Elektroautos hält man weithin für zukunftsträchtig, erstaunlicherweise zweifelt man am Einsatz von Batterien für die doch eigentlich noch viel wichtigere Energieversorgung.
Import oder Export von grossen Mengen elektrischer Energie sind schon lange für eine stabile Versorgung der Schweiz unerlässlich. Das wird auch in Zukunft so sein wenn auch aus anderen Gründen. Statt der Revision eines grossen Kraftwerks könnte in Zukunft eine Phase schwacher oder besonders starker Sonneneinstrahlung der Grund für Import oder Export sein.

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Man sollte Swisscleantech endlich als das sehen, was er ist. Ein Lobbyverband einer Industrie, die grossen Einfluss auf die Politik auszuüben versucht, da sie zu einem essenziellen Teil von Subventionen abhängt. Das heisst nicht, dass man alles das von dieser Seite kommt verwirft, aber ich wünschte mir ein gesundes Mass an kritischem Blick, so wie es z.B. gegenüber Economiesuisse gang und gäbe ist. Wir sollten aufhören dem Cleantech Bereich reflexartig nur die besten Absichten für das Gemeinwohl zu unterstellen.

Ich möchte z.B. daran erinnern, dass sich der Verband gerade kürzlich gegen den Emissionshandel ausgesprochen hat. Ein Instrument zum Klimaschutz das eigentlich sehr vernünftig wäre, aber der hiesigen Cleantechindustrie natürlich den Subventionstopf etwas verkleinert. Und während man z.B. bei neuen Atomkraftwerkstypen von Zukunftsmusik redet, bin ich immer wieder überrascht wie das ganze Konzept einer Versorgung mit erneuerbaren Energien noch in der Schwebe ist. Auch hier gibt es noch sehr viele Ungewissheiten und offene Fragen. Zentral, dezentral, Speichern oder ein grosser Energieverbund, wie sollen die Stromtransporte von statten gehen usw. Von der Seite von Cleantech und co wird aber immer so getan, als läge es nur am fehlenden Willen oder verkurstetem Denken und schon in wenigen Jahren könne man….

Was die Solarindustrie angeht: Ich frage mich einfach. Ist es sinnvoll jetzt schon Milliarden zu investieren um alles mit Solarpanelen zu übbauen, die noch zu teuer sind und wo man Fragen zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit noch nicht gelöst hat. Oder investierte man das Geld lieber in die Forschung in dem Bereich?

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@Michael Dittmar
Zitat: Nicht nur die Schweiz hat eine Stromluecke an kalten Wintertagen!
Das stimmt natürlich. Doch, wie du selbst geschrieben hast, kann man das – wenn der Winter nicht allzu kalt wird auch durch Verhaltensänderungen bewältigen. Zudem schrumpft die Bevölkerung Europas eher als sie wächst. CH braucht allerdings einen Ersatz für die AKW’s (in 20 Jahren) und die Frage ist woher dieser Strom kommt. Wenn der Import billiger kommt als die Eigenproduktion, dann wird wohl importiert.

@Werner Witschi
Die Selbstversorgung ist doch ein Mythos. Der private Haushalt produziert den Strom über die auf dem Dach montierten Solarpanel dann, wenn der Bewohner des Hauses ausser Haus arbeitet und bezieht ihn dann, wenn die Sonne nicht mehr scheint, nämlich abends. Auf jedes Hausdach ein paar Solarpanel zu montieren ist weder ästhetisch noch technisch noch ökonomisch sinnvoll.

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Hallo Herr Witschi,

“Haushalte sind nun mal von Natur aus eher dezentral gebaut und da gibt es nicht im Geringsten einen Grund diese nicht selber Strom und Wärme produzieren zu lassen.”

Sie denken vermutlich an Leute die im eigenen Haus und auf dem
Land mit grossem Garten leben.

Die meisten Menschen in Europa leben aber in zentralen
Staedten und wohl in Apartments. Da ist wenig Platz
fuer Solarpanels, Windanlagen, Gemuesegarten, die Kuh auf
dem Balkon etc

Ich wuerde sagen: Stadtmenschen brauchen so was wie
zentrale Grossanlagen zur Stromerzeugung (leider)
so wie eine industrialisierte Landwirtschaft und
billigen Transport (etc).

Also, Stadtmenschen brauchen kompakte Energiequellen,
je groesser die Stadt, desto groesser das Problem.

–> das Ende des billigen Oels –> das Ende von???

Bin gespannt auf die Antwort(en)!

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“Wenn Strom billiger zu importieren ist als dass er auf dem Hausdach produziert werden kann, wird Strom daher importiert werden. Das ist meine Voraussage.”

Aber was wenn nicht?
Nicht nur die Schweiz hat eine Stromluecke an kalten
Wintertagen!

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@Herr Holzherr
ca. 30% des Endenergieverbrauchs haben die privaten Haushalte. Haushalte sind nun mal von Natur aus eher dezentral gebaut und da gibt es nicht im Geringsten einen Grund diese nicht selber Strom und Wärme produzieren zu lassen. Eines der grösseren Probleme das da auf die Wirtschaft zu kommt trifft vor allem die heutigen Energielieferanten, die haben einfach weniger an die privaten Haushalte zu liefern, weniger liefern heisst weniger in der Kasse. Die Herausforderung liegt daher bei all den Karrers und Rohrbachs ihr Geschäftsmodell diesen neuen Herausforderungen anzupassen. Technisch gibts die eine oder andere Herausforderung zu lösen, das ist ja mal unbestritten.

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@Klaus Ragaller, Werner Witschi
Das grosse Potential der dezentralen PV Anlagen liegt in einem damit möglichen hohen Anteil von Eigenversorgung. 30% ist mit relativ einfachen Massnahmen erreichbar, 50% ist mit einigen weiteren realistischen Innovationen möglich.

Alle sprechen von Eigenversorgung, dabei ist die heute gar nicht realisitsch. Eigenversorgung läge vor, wenn ein Fotovoltaiknutzer seinen selbst erzeugten Strom gar nicht ins Netz einspeisen würden sondern ihn direkt brauchen oder aber in einer Batterie speichern würde. Den selbst erzeugten Strom in einer Batterie zu speichern ist aber auf absehbare Zeit zu teuer und ihn ins Netz einzuspeisen ist sogar absolut notwendig damit man überhaupt Einspeisevergütungen erhält. Doch mit dem Einspeisen schafft man ja eine ganze Reihe von Sekundärproblemen. Deshalb wird in Energiezukunft Schweiz eine nennenswerte photovoltaische Stromproduktion in der Schweiz erst ab 2025 vorgesehen wobei Batterien Stromspitzen kappen sollen. (Zitat)Interessant ist der prognostizierte Verlauf des Beitrags der Photovoltaik zumindest in qualitativem Sinne. Hohe kurzfristige Gestehungskosten, die aber schnell sinken werden, legen einen bescheidenen Zuwachs in den nächsten 10 Jahren, einen beschleunigten Ausbau bis 2030 und ein eigentliches „Take-off“ danach nahe. … danach würden die Kosten der Speicherung in Batterien das Ausmass der weiteren Zunahme wesentlich mitbestimmen.

Eine Verdoppelung des Strompreises (von 20 Rappen auf 40 Rappen) würde eine jährliche Mehrbelastung von 12 Milliarden CHF bedeuten. Wenn Strom billiger zu importieren ist als dass er auf dem Hausdach produziert werden kann, wird Strom daher importiert werden. Das ist meine Voraussage.

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@Martin Holzherr
Sie haben geschrieben: “Dies zeigt gerade das Beispiel mit dem Wechselrichter: In photovoltaischen Grossanlagen braucht es weniger davon.”
Mein Beispiel zeigt ja nur das es einen braucht, ob gross oder klein, ok?
Was Sie dann versuchen zu erläutern nennt man “Skaleneffekt”, hab ich zumindest mal gehört, irgendwo in Zürich an der Rämistrasse. Und dies ist wohl von allen akzeptiert, dass dies auch hier so ist.
Bisher alle PV-Anlagen (ob nun klein oder gross), welche ich gebaut habe, sind auf einem Dach, das hat eine vorgegebene Ausrichtung und hat mir der Grösse der Anlage nichts zu tun. Beispiele, wie die von Nanosolar werden in der Schweiz eher nicht realisiert werden, da unser Boden zu teuer ist und doch eher für die Landwirtschaft genutzt werden soll.
Ihre Preise der Solarmax Wechselrichter sind nicht aktuell.
Das weitere Problem der rein dezentralen Solarstromerzeugung ist irgendwie nur ihr Problem. Habe noch ein keinem Blog hier dies als “die Lösung” der Energiezukunft gelesen. Es wird immer von einem Mix gesprochen.

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@Martin Holzherr
Das grosse Potential der dezentralen PV Anlagen liegt in einem damit möglichen hohen Anteil von Eigenversorgung. 30% ist mit relativ einfachen Massnahmen erreichbar, 50% ist mit einigen weiteren realistischen Innovationen möglich. Das reduziert nicht nur Netzkosten und Verluste. Hinzu kommen daraus resultierende Einsparmöglichkeiten. Die Umstellung auf einen hohen Anteil dezentraler Energieproduktion ist eine recht tiefgreifende Strukturänderung nicht nur der Technik sondern auch des Markts und der aktiven Marktgestalter. Die heutigen Preise sind als Orientierung für die dadurch ausgelöste Dynamik nur von begrenztem Wert.

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@werner witschi
Wie sie richtig schreiben hat Eine 5 kWp PV-Anlage hat einen Wechselrichter, eine 50 kWp PV-Anlage hat auch einen Wechselrichter, jedoch ist der Wechselrichter für die 50 kWp Anlage nicht 10 Mal so teuer wie der Wechselrichter für die kleinere Anlage. Solche Unterschiede bewirken, dass eine Grossanlage bis zu 30% günstiger zu stehen kommt als eine Kleinanlage. Dazu kommt, dass Grossanlagen meist besser auf die Sonne ausgerichtet sind als PV-Flächen auf irgend einem Hausdach.

Tatsächlich macht heute schon der Modulpreis nur noch ungefähr die Hälfte des Gesamtpreises für eine Photovoltaikanlage aus. Wiederum gilt, dass die Montagekosten bei einer Grossanlage stärker reduziert werden können als bei der Montage auf dem Hausdach eines Einfamilienhauses. Dass dies einen grossen Unterschied ausmachen kann, zeigt die Firma Nanosolar, welche PV-Anlagen für Elektrizitätsunternehmen optimiert.

Hier noch ein paar Daten zu Solarwechselrichtern verschiedener Grösse von Solar-Max:
SolarMax 20S: 20 kW Zentralwechselrichter Preis 7’603,23 Euro
SolarMax 100C: 100 kW Zentralwechselrichter Preis 29’790 Euro
SolarMax 300C: 300 kW Zentralwechselrichter Preis 81’741 Euro

Für einen 300 kW Wechselrichter zahlen sie nicht das 3-fache wie für einen 100 kW Wechselrichter und viel weniger als wenn sie mehrere 20 kW Wechselrichter verwenden würden.

Ein weiteres Problem der rein dezentralen Solarstromerzeugung darf ebenfalls nicht unterschätzt werden: Die notwendige Netzanpassung bis auf Quartierebene. Bei einer Grossanlage haben sie notwendigen Anschlüsse ans Netz viel besser im Griff.

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@Ben Palmer
Solarenergie schwankt zeitlich und geographisch, ebenso die Windenergie. Diese beiden ergänzen sich erstaunlich gut (müsste ja nicht unbedingt so sein). Der geographische Ausgleich ist – Herr Holzherr hat darauf schon hingewiesen – sehr effizient, bei europaweitem Ausgleich kann die erforderliche Speicherkapazität auf ein Minimum beschränkt werden. Genaueres finden Sie z.B. in dem Bericht http://www.roadmap2050.eu/. Diese Zusammenhänge sind der Grund, warum die Schweiz auch weiterhin im europäischen Verbundnetz voll integriert bleiben sollte. Übrigens: heute wurde in Deutschland eine Solar-Peakleistung von etwa 8 GW produziert: http://www.deutsche-dachboerse.de/faqs/38/65-deutsche-solarstromerzeugung-aktuell

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@Ben Palmer
Eine autarke Versorgung mit Wind-oder Solarstrom ist in Europa nur mit sehr teurem Speicher zu haben. Das Beispiel von der wochenlang wegbleibenden Sonne in Deutschland, das sie in ihrem Kommentar vom 17.01.2012, 17:18 zitieren, belegt dieses Problem.

Ein weitgehender Ausgleich solcher Produktionsschwankungen ist aber mit einem sehr grossräumigen Stromverbund möglich, wie dies von Gregor Czisch vorgeschlagen wurde.
Erstaunlich ist das geringe Wissen über die Probleme der erneuerbaren Energien und wie man diese Probleme lösen kann. Selbst Leute, die für EE eintreten wissen oft fast nichts. Dem Publikum wird vorgegaukelt, mit ein paar Solarpanels auf dem Dach könne man sich selbst mit Strom versorgen, dabei muss dieser Strom eingespiesen werden und das Netz muss dabei stabil gehalten werden, was gar nicht so einfach ist.

In Deutschland wird der nötige Netzausbau allerdings noch ein paar Jahre auf sich warten lassen und ein gesamteuropäisches Netz wird auch – wenn überhaupt – erst in vielen Jahren bereit sein. Deswegen ist in naher Zukunft in Deutschland mit vermehrten Zwangsabschaltungen von Windturbinen und bald auch schon Photovoltaikanlagen zu rechnen. Der Artikel von Thomas Grüter auf scilogs Wunschdenken – die ausgeblendeten Probleme der Energiewende geht auf diese Probleme ein.

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Eine 5 kWp PV-Anlage hat einen Wechselrichter, eine 50 kWp PV-Anlage hat auch einen Wechselrichter, zumindest wenn ich diese baue, für andere kann ich nicht sprechen.
Dass die Effizienz bei Kleinanlagen kleiner sein soll, als bei grossen, ist mir soweit auch neu.
Nun, es gibt da so Märs, die sich hartnäckig halten, Warmwasserkollektoren sollen ja auch nichts bringen und nur teuer sein.
Bei den PV-Anlagen machen die Modulpreise heute noch ca. 50% der Kosten aus. Dieser Anteil wird laufend kleiner. Stabil werden die Kosten für das restliche Material und die Montage sein.
Nicht unerheblich sind die administrativen Kosten in einem PV-Projekt und die werden eher noch steigen. Man stelle sich vor, bei Anlagen >30kWp muss für das Ablesen der Serienummer beim Wechselrichter und beim Zähler ein auditiertes Büro, z.B. SQS auf den Platz. Nun gut, es soll ja für alle Akademiker Platz in der Wertschöpfungskette geben.
Wir stehen erst am Anfang im Aufbau der dezentralen Energieproduktion, diese wird eine Säule der künftigen Energieversorgung sein. Die grössten Probleme die ich orte sind eben die “Märs” die sich halten, der Widerstand der bestehenden Energieversorger und die nicht konsistenten Bewilligungs- und Meldeverfahren bei den verschiedenen Projekten. Aber die eingeschlagene Richtung ist unumkehrbar.

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ja, Yingli Solar oder wie die alle heissen, geht es wahrscheinlich gut.

D.h. mit all den x Milliarden Subventionen bekommen wir:
– chinesische Arbeitsplätze
– etwas Zufallsstrom

natürlich gibt es in einer Marktwirtschaft in jedem Sektor Pleiten. Aber diese Anhäufung ist nicht normal und nicht Zeichen einer gutgehenden Industrie, die Arbeitsplätze schafft. Ein Gegenbeispiel von Prof. Ragaller sagt noch viel weniger aus. Da kann ich auch sagen Firma x stellt Plattenspieler her und beschäftigt so und soviele Arbeiter, also sind Vinyl-Platten der zukünftige Renner.

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“Seit Wochen haben die 1,1 Millionen deutschen Photovoltaikanlagen so gut wie keinen Strom mehr erzeugt. (…) Damit die Lichter nicht ausgehen, muss Deutschland zur Zeit große Mengen Atomstrom aus Frankreich und Tschechien importieren. Der Stromnetzbetreiber Tennet griff bereits auf eine Notreserve zurück: Ein betagtes Ölkraftwerk im österreichischen Graz wurde hochgefahren, um den Ausfall der Sonnenkraft zu kompensieren.”

http://zettelsraum.blogspot.com/2012/01/zitat-des-tages-verblendet-der-solare.html

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@Martin Holzherr
Die zukünftige Energieversorgung mit Erneuerbaren wird aus einer Mischung von kleinen, mittleren und Grossanlagen bestehen. Alle drei haben Vor- und Nachteile und bei allen drei Technologien findet eine stürmische Entwicklung statt, vor allem auch der Kosten. In Entwicklungsländern ohne ausgebautem Netz ist die dezentrale Solarenergie schon heute kostengünstiger als ein Netzausbau.

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@Roger Meier
Bei jedem historischen Technologiewechsel oder der Einführung einer neuen Technologie ist die Anfangsphase sehr turbulent. Viele neue Firmen werden gegründet, viele verschiedene technische Lösungen werden ausprobiert, der Markt ist zersplittert und unübersichtlich. Nach dieser Phase bildet sich eine dominante technische Lösung heraus, die Firmen konsolidieren sich zu grösseren Einheiten (viele gehen Pleite) und während des Prozesses sinken die Kosten. Eine systematische Darstellung historischer Beispiele finden Sie z.B. in Christensen “The Innovator’s Dilemma”. Die Erneuerbaren Energien entwickeln sich genau nach diesem historischen Drehbuch. Zu Ihrer Liste müssten Sie nur noch die dramatischen Kostensenkungen der letzten 5 Jahre hinzufügen.

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@Roger Meier
Als Verfechter unseres marktwirtschaftlichen Systems dürfen sie doch Firmenpleiten nicht als Zeichen einer falsch ausgewählten Technologie sehen. Das wäre nur dann der Fall, wenn sich die Welt von der Photovoltaik abwenden würde. Tut sie aber nicht. Es überleben halt nur die Anbieter mit den kostengünstigsten Produkten und bei der Photovoltaik sind das fast ausschliesslich chinesiche Anbieter.
Hier ein Überblick für Dezember 2011:
PV-Modul Kristallin Deutschland 1.12 Euro/PeakWatt
PV-Modul Kristallin China 0.81 Euro/PeakWatt
PV-Modul Kristalling Japan 1.1 Euro/PeakWatt
PV-Modul Dünnschicht CdS/CdTe 0.73 Euro/Peak Watt

China liefert also um 25% billigere Kristallin PV-Module und die USA (nämlich First Solar) liefern die Dünnschicht-Module

Aber selbst First Solar kann dem Ansturm der Chinesen nicht standhalten. SunTech Power, der grösste PV-Hersteller erreichte 2009 eine Produktions-Kapazität von 1 GW jährlich. Studieren sie doch einmal den Geschäftsbericht von Suntech

Zum Abschluss: Der Preis von PV-Anlagen muss mindestens noch 4 Mal günstiger werden (relativ zum Preis zu Beginn des Jahres 2010) um mit anderen Stromerzeugern zu konkurrenzieren und selbst dann lohnt sich ihr Einsatz nur in sonnenreichen Gegenden (in der Sahara). Der Preis muss sogar um den Faktor 8 herunter damit es sich in Spanien zu lohnen beginnen.

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“Innovationen, Wachstum und Arbeitsplätze erwarten Ökonomen von der „Energiewende”

Vielleicht Ökonomen, die keine Zeitung mehr lesen…kurze Momentanaufnahme von Firmen, die sich mit der Energiewende befassen (oder befassten…):

Solon: pleite
Solar Millennium: pleite
Conergy: Fall des Aktienkurses von Höchst bei 112 EUR auf 0.39 EUR momentan
Q-Cells: Aktie ist nach einem Höchst bei 81 EUR auf 0.52 EUR momentan
ESE: pleite
Solyndra: pleite
Evergreen Solar: pleite
Evergreen: pleite
Solarworld: Aktie Höchst bei 48 EUR, momentan bei 4.11 EUR
Beacon Power: pleite
SpectraWatt: pleite
Eastern Energy: pleite
First Solar: Aktie ist “grösster S&P Verlierer 2011″
Nevada Geothermal Power: kurz vor pleite

“Ausserordentliche Chancen” sehen bei mir anders aus

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Sehr geehrter Herr Professor Ragaller,
Als Solarunternehmer fühlt man sich vielleicht wie jemand der sein eigenes Gemüse anpflanzt und sich auch sonst selbst versorgt. Doch kleine Energieerzeugungsanlagen sind im allgemeinen weniger effizient als Grosse und zudem relativ teurer. Dies zeigt gerade das Beispiel mit dem Wechselrichter: In photovoltaischen Grossanlagen braucht es weniger davon.
Schon heute könnte sich Europa zu über 50% mit erneuerbar erzeugter Energie versorgen, wenn es eine grossräumigen Stromverbund von standortoptimalen Windkraftwerken (Sommerwind aus Nordafrika, Winterwind von der nördlichen Atlantikküste) über HGÜ-Leitungen miteinander verbunden hätte und wenn verbleibende Produktionsschwankungen mit Wasserkraft aus Skandinavien und der Schweiz und etwas Biomasse-Energie abgedeckt würden. Nach Gregor Czisch würde sich mit diesem optimierten EE-Netzwerk ein Stromgestehungspreis von 4,65 Cent pro Kilowattstunde ergeben. Im oben verlinkten aufschlussreichen Interview erfährt man als weitere Ergebnisse seiner Optimierungsrechnungen:
– Autarke Stromversorgung mit EE wird teuer. Grossrämige Vernetzung lohnt sich selbst bei Erdkabeln (10x teurer)
– Photovoltaikanlagen müssten 16 Mal billiger werden als 2010, damit sie in Deutschland konkurrenzfähigen Strom liefern und 8 Mal billiger als 2010, damit sie in Spanien konkurrenzfähigen Strom liefern
– Auch Solarthermie und damit DESERTEC ist heute und wohl auf absehbare Zeit zu teuer
– Smartgrids braucht es nur für kleinräumige Stromverbunde, die sowieso viel teurer als ein Grossverbund sind.
– Grosse Anlagen (Windparks) sind kostengünstiger als verteilte Anlagen (Solarpanel auf jedem Hausdach)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 3

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