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2-Grad-Klimaziel wäre erreichbar

07.12.2011 von

Vor einem Jahr publizierte das United Nations Environment Programme (UNEP) den «Emissions Gap Report» (download >hier). Der Bericht zeigte, dass die von den verschiedenen Ländern angestrebten Emissionssenkungen insgesamt nicht genügen, um die Welt bis 2020 auf einen Pfad Richtung 2°C-Ziel zu bringen: Es besteht eine Lücke («Gap») zu den dafür eigentlich notwendigen Emissionssenkungen (siehe mein Blogbeitrag >hier). Vorschläge zur Schliessung der Lücke liefert der soeben erschiene Folgebericht «Bridging the Emissions Gap» (download >hier).

Der letztjährige «Emissions Gap Report» zeigte, dass eine grosse Lücke besteht zwischen den Emissionen, die bis 2020 zu erwarten sind gemäss den unterschiedlichen Vorschlägen der Länder, und dem, was laut Wissenschaft ein vernünftiger Pfad hin zum langfristigen 2°C-Ziel wäre. Eine Krankheit mit einer robusten Methodik zu diagnostizieren, ist äusserst wichtig, dann aber ein Heilmittel vorzuschlagen, ist umso wichtiger. In diesem Sinne liefert UNEP nun den Folgebericht «Bridging the Emissions Gap», der aufzeigt, wie die oben erwähnte Lücke geschlossen werden kann. Der Bericht wurde am 23. November der Presse vorgestellt und wird am 6. Dezember offiziell den Delegierten am Weltklimagipfel in Durban übergeben.

Eine erste Erkenntnis des Folgeberichts ist, dass sich die Lücke zwischen den versprochenen und den notwendigen Emissionsreduktionen grundsätzlich nicht geändert hat seit letztem Jahr. Die neuen Zahlen zeigen zwar eine Vergrösserung der Lücke um 2 Gigatonnen CO₂-Äquivalent. Diese Änderung basiert jedoch nicht auf einer Verschlechterung der Situation, sondern auf präzisierten Analysemethoden der unterschiedlichen Forschungsgruppen. Aktuell wird die bestehende Lücke von UNEP auf 11 Gigatonnen CO₂-Äquivalent geschätzt; unter Einbezug der Unsicherheiten ist der wahrscheinliche Bereich 7 bis 16 Gigatonnen CO₂-Äquivalent.

Verschiedene Lösungsvorschläge wären sofort umsetzbar

Zur Schliessung dieser Lücke liefert der UNEP-Bericht viele Lösungsvorschläge. Einige sind schon letztes Jahr bekannt gewesen und wären sofort umsetzbar, falls es die Delegierten am Weltklimagipfel in Durban schaffen, die dafür nötigen Entscheidungen zu treffen. Um zwei bis drei Gigatonnen CO₂-Äquivalent liesse sich die Lücke beispielsweise verkleinern, falls die Länder entschieden, ihre ambitionierteren, momentan aber an Bedingungen geknüpften Emissionsreduktionsziele anzustreben, statt ihren derzeitigen, schwächeren Vorschlägen zu folgen.

Der UNEP-Bericht liefert weitere, neue Lösungsvorschläge. So haben die UNEP-Wissenschaftler mögliche Szenarien anhand neun verschiedener Modelle («integrated assessment models») geprüft und herausgefunden, dass es technologisch und wirtschaftlich machbar ist, die globalen Emissionen herunter zu bringen auf ein Niveau, welches vereinbar ist mit dem 2°C-Ziel. Vor allem durch eine strategische Intervention im Energiesektor ist viel möglich. Dies ist nicht weiter überraschend, da in den Abendländern die Emissionen des Energiesektors bis zu 80 Prozent der Gesamtemissionen ausmachen. Die verwendeten Modelle zeigen, dass dank einer gezielten Verbesserung der Energieeffizienz die Primärenergienachfrage bis 2020 im Durchschnitt um 10 Prozent sinken könnte. Es wäre auch möglich, den Anteil der Energie aus nicht-fossilen Brennstoffen um 50 Prozent zu erhöhen gegenüber 2005, oder den Anteil der erneuerbaren Energien, die keine Biomasse verwenden, zu vervierfachen. In den unterschiedlichen Szenarien wird nicht das maximal mögliche Potenzial an Emissionsreduktionen ausgeschöpft, sondern jedes Szenario zeigt einen unterschiedlichen Mix von Massnahmen. Dies zeigt, dass es viele mögliche Pfade gibt, mit denen das 2°C-Ziel erreicht werden könnte.

2°C-Ziel wäre mit mässigem finanziellen Aufwand erreichbar

Nebst globalen und sektorübergreifenden Ansätzen schlagen die UNEP-Autoren auch Lösungen auf sektoraler Ebene vor: Effizienz-Massnahmen im Elektrizitäts-, Industrie- und Transportsektor, Massnahmen bei den Gebäuden, in der Landwirtschaft und im Abfallsektor sowie gezieltes Management im Waldsektor inklusive dem Stoppen der Entwaldung. Mit diesen Massnahmen könnten insgesamt um die 16 Gigatonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr einspart werden. Das wäre mehr als genug, um die Treibhausgasemissionen auf einen 2°C-Pfad herunter zu bringen.

Wichtig ist nicht nur zu wissen, dass es möglich ist, das 2°C-Ziel zu erreichen, sondern auch, wie hohe Kosten dies verursachen würde. Tatsächlich zeigen die Modelle, dass die vorgeschlagenen  Massnahmen mit mässigem finanziellem Aufwand umgesetzt werden könnten. Global gesehen liegt der Preis bei 25 bis 50 CHF pro Tonne CO₂-Äquivalent. Betrachtet man den Preis nur pro Sektor, liegt er in einigen Sektoren bei 45 bis 90 CHF pro Tonne CO₂-Äquivalent. Zum Vergleich: Der Kohlenstoffpreis in der Europäischen Union ist heutzutage um 10 CHF.  Die Brennstoffsteuer ist deutlich höher und beträgt umgerechnet ungefähr 500 CHF pro Tonne CO₂-Äquivalent.

Der neue UNEP-Bericht schreit also «Yes, we can!», zeigt aber gleichzeitig auf, dass sehr wenig gemacht wird. Vielleicht inspiriert der Bericht Politiker weltweit zu mehr Schritten in Richtung einer Zukunft mit weniger Treibhausgasemissionen. Ob ein erster Schritt in Durban gemacht wird, erfahren wir spätestens am 10. Dezember, wenn die Klimakonferenz zu Ende geht.

Zum Autor

Joeri Rogelj ist Doktorand in Klimaphysik an der ETH Zürich. Er ist Hauptautor des UNEP-Berichts «Bridging the Emissions Gap» und hat auf der UN-Klimakonferenz in Durban einen Teil des Berichts vorgestellt. Persönliches Zitat und Biografie





Kommentare (10) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Sehr geehrter Herr Professor Knutti,
Ich habe mich über die Bücher gemacht und komme zum Schluss, dass CH mit den vorgesehenden CO2-Reduktionsmassnahmen das 20%-Reduktionsziel bis 2020 nicht erreicht.

Sie schreiben Ich sehe nicht, warum die CH 20% oder 30% bis 2020 prinzipiell nicht erreichen kann. Technologisch und finanziell wäre es möglich, aber der Wille ist nicht stark genug. Ein Beispiel dafür ist eine Abgabe auf Treibstoffe, die noch immer eine heilige Kuh ist.
und verlinken in einer späteren Replik eine Einschätzung des Bundesrates über die volkswirtschaftlich gut verkraftbaren Auswirkungen der dort vorgeschlagenen Reduktionsmassnahmen.
Die dort vorgeschlagenen Massnahmen sollen (Zitat)das Reduktionsziel von minus 20 Prozent im Vergleich zu 1990 per 2020 erreichen.
Zwar hat CH (bis jetzt) nur einen Teil der dort aufgeführten Massnahmen realisiert, doch auch bei Intensivierung sehe ich keine realistische Chance die nötigen jährlichen 1.5% Prozent CO2-Emissionsreduktion ab 2012 zu erreichen, trotzdem CH die CO2-Emissionsgrenzen für Neuwagen, 130 gr CO2/km ab 2015 (teileingeführt ab 2012) übernimmt.
Ein wichtiger Grund warum die zugesagte 20%-Reduktion nicht erreicht wird ist das 1%-ige Bevölkerungswachstum in CH, was mehr Autos, Häuser und Heizungen zur Folge hat.
CH könnte das Ziel immer noch erreichen, wenn
1) Die Gebäudesanierungsrate deutlich über die heutigen 1% pro Jahr erhöht würde
2) Wenn mehr als 70% der sanierten Gebäude auch energetisch saniert würden anstatt nur 50% heute
3) Wenn Neubauten zu mehr als 70% nichtfossil geheizt würden.
4) Wenn Zwangsmassnahmen ergriffen würde um Ölheizungen zu ersetzen

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Knutti,

sie schreiben:

„Zu a) kann man sagen, dass man sich international auf ein 2°C Ziel geeinigt hat. Daraus folgt, dass die erlaubte totale Menge CO2 stark begrenzt ist. Dies zu quantifizieren ist Aufgabe der Klimaforschung.“

Wenn ich bei der NASA/NOAA lese (2007 Report siehe unten)
es geht alles schneller als in den Modellen
und die letzten 4 Jahre das Bild praktisch bestaetigen
dann sagt die Klimawissenschaft also
dass das 2 Grad Ziel staerkere Massnahmen erfordert.

Warum wird das verschwiegen?

http://nsidc.org/news/press/20070430_StroeveGRL.html

„Scientists at the National Snow and Ice Data Center (NSIDC) and the National Center for Atmospheric Research (NCAR) found that satellite and other observations show the Arctic ice cover is retreating more rapidly than estimated by any of the eighteen computer models used by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in preparing its 2007 assessments.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Lieber Herr Holzherr,

>“Doch scheinbar fehlen die finanziellen und ökonomischen Reserven für solche Mehrausgaben sogar in den Überflussländern.“

Zumindest der Bundesrat ist hier anderer Meinung:

„Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der vorgeschlagenen Reduktionsmassnahmen bis zum Jahr 2020 sind moderat. Es ist mit keinen nennenswerten Wachstums- und Wohlstandseinbussen zu rechnen. Zudem sind keine gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur der Schweiz zu erwarten.“
http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/medieninformation/00962/index.html?lang=de&msg-id=28680

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Sehr geehrter Herr Professor Knutti,

besten Dank für die Antwort betreffend Erreichbarkeit eines 20% oder 30% Reduktionsziels.
Es scheint tatsächlich nicht ausgeschlossen solch ein Ziel zu erreichen. Allerdings müsste dann die Klimapolitik eine hohe Priorität haben. Die hat sie heute sicher nicht, weder in der Schweiz noch in Europa oder den anderen industrialisierten Ländern. Dies obwohl hier die Ausgaben für Energie und Mobilität nur wenige Prozent der Gesamtausgaben ausmachen und Mehrausgaben in diesem Bereich in den industrialisierten Ländern noch am ehesten verkraftbar wären. Doch scheinbar fehlen die finanziellen und ökonomischen Reserven für solche Mehrausgaben sogar in den Überflussländern.

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Lieber Herr Holzherr

Ich sehe nicht, warum die CH 20% oder 30% bis 2020 prinzipiell nicht erreichen kann. Technologisch und finanziell wäre es möglich, aber der Wille ist nicht stark genug. Ein Beispiel dafür ist eine Abgabe auf Treibstoffe, die noch immer eine heilige Kuh ist.

Aber trennen wir doch die Sache in a) Resultate des Klimasystems, b) Resultate von ökonomischen Modellen und c) politische Realität. Zu a) kann man sagen, dass man sich international auf ein 2°C Ziel geeinigt hat. Daraus folgt, dass die erlaubte totale Menge CO2 stark begrenzt ist. Dies zu quantifizieren ist Aufgabe der Klimaforschung. Ob es realistisch ist, mit dieser CO2 Menge auszukommen, ist für diesen Schritt egal. Zu b) gibt es Studien mit ökonomischen Modellen, die zeigen was so etwas kostet und welche Technologie wo eingesetzt werden muss. Diese Studien zeigen, dass für das 2°C Ziel notwendigen Emissionsreduktionen für 2020 technisch und wirtschaftlich durchaus noch möglich sind. Allerdings nicht mehr lange. Ob sie politisch realistisch sind, ist auch hier nicht die Frage. Bis zu diesem Schritt ist es eben „fünf vor zwölf“. Und dann kommt c), ob der politische und gesellschaftliche Wille vorhanden ist, wie man dies international regeln könnte, und wer welchen Teil von dieser Last tragen soll. Gut möglich, dass es hier „fünf nach zwölf“ für das erklärte 2°C Ziel ist, wenn man die Entscheidungen in Durban berücksichtigt. Aber ich betrachte es nicht als meine Kompetenz, dies zu beurteilen.

Die Wissenschaft muss die Fakten liefern (erlaubte Emissionen, Kosten, Technologien), die Politik soll auf dieser Basis entscheiden. Wenn ein Emissionsziel politisch nicht realistisch ist, dann ist das nicht der Fehler der Klimaforschung.

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Sehr geehrter Herr Rogelij,
Sie haben recht wenn sie schreiben, die von den verschiedenen Ländern angestrebten Emissionssenkungen insgesamt genügen [nicht], um die Welt bis 2020 auf einen Pfad Richtung 2°C-Ziel zu bringen: Es besteht eine Lücke («Gap») zu den dafür eigentlich notwendigen Emissionssenkungen.
Doch ihre Schlussfolgerung, Um zwei bis drei Gigatonnen CO₂-Äquivalent liesse sich die Lücke beispielsweise verkleinern, falls die Länder entschieden, ihre ambitionierteren, momentan aber an Bedingungen geknüpften Emissionsreduktionsziele anzustreben, statt ihren derzeitigen, schwächeren Vorschlägen zu folgen. besteht leider den Realitätstest nicht.
Denn, und das ist der entscheidende Punkt, die ambitionierteren, momentan aber and Bedingungen geknüpften Emissionsreduktionsziele können von vielen Länder bis 2020 gar nicht erfüllt werden, selbst wenn diese Länder das wollten. Dazu gehört beispielsweise die Schweiz, die bis 2020 eine (ungenügende) 20%-ige Reduktion der CO2-Emissionen bis 2020 versprochen hat, sich aber bereit erklärte auf 30% zu erhöhen, falls auch die EU als Ganzes dieses ambitioniertere Ziel verfolgt. Doch die Schweiz kann in Wirklichkeit nicht einmal das 20%-Ziel erfüllen, wie auch Professor Knutti in seinem Beitrag Fünf vor zwölf für das 2-Grad-Klimaziel? in der Figur 2 eindrücklich zeigt. Auch die EU als Ganzes könnte nur theoretisch oder bei Eintreten einer schweren Rezession das ambitioniertere 30%-Reduktionsziel erfüllen.
Es ist also nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach zwölf für das 2-Grad-Klimaziel. Ihr UNEP-Report Bridging the Gap wird übrigens auch auf Next Big Future besprochen und so kommentiert:Making pledges is trivial, actually meeting them is a very different story.

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Sehr geehrter Herr Rogelj,

bevor sich die Politik zu weiteren unbedachten Schritten inspirieren oder hinreißen lässt, sollte sie mal einen Blick auf die wirtschaftlichen Folgen des Kyoto-Protokolls werfen …

http://judithcurry.com/2011/12/06/kyoto-protocol-unintended-consequences

http://ourfiniteworld.com/2011/11/15/is-it-really-possible-to-decouple-gdp-growth-from-energy-growth

http://ourfiniteworld.com/2011/11/30/thoughts-on-why-energy-use-and-co2-emissions-are-rising-as-fast-as-gdp

http://rogerpielkejr.blogspot.com/2011/05/continued-ddeceleration-of.html

.. und sich den nicht minder unerfreulichen Nebeneffekten zuwenden:

http://www.thepoultrysite.com/poultrynews/23114/ethanol-now-takes-more-than-half-us-corn-says-ncc

Das sind die Ergebnisse, wenn Physiker und Bürokraten als Zauberlehrlinge die Weltwirtschaft zu steuern versuchen. „Klimarettung“? Exakt das Gegenteil ist der Fall.

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Sehr geehrter Herr Rogelij,
ihr UNEP Synthesis Report «Bridging the Emissions Gap» betrachtet das Emissionsproblem sehr global und allgemein und kommt zu Schlüssen wie The gap can be bridged by making realistic changes in the energy system, in particular, by further increasing its efficiency and accelerating the introduction of renewable energies, welche einer detaillierten Analyse unter Berücksichtigung der momentanten technologischen und politischen Voraussetzungen nicht standhalten.
Ich möchte dies mit einem Beispiel belegen: Wind+Sonnenenergie funktionieren nur in Kombination mit Speichern und/oder grossräumigen Stromnetzen. Weil beides fehlt musste in den ersten 6 Monaten von 2010 in China auf 50% des erzeugbaren Windstroms infolge Zwangsabschaltungen bei Starkwind verzichtet werden und trotz einer installierten Windleistung von 41.8 Gigawatt war nur 0.7% des erzeugten Stroms aus Windkraftwerken. Auch Deutschland hat dieses Problem und die beste Lösung (mangels billiger und effizienter Stromspeicher) wäre ein europaweiter Ausbau der Hochspannungsnetze mit beispielsweise einer Erhöhung der Transmissionskapazität von 1 auf 40 GW von Spanien nach Frankreich. Doch ein solcher Ausbau dauert 10 oder mehr Jahre und müsste subventioniert werden, denn die betroffenen Energieunternehmen erkennen darin keine Profitabilität.

Ihrem Ansatz, Emissions-Prognosen basierend auf Reduktionszusagen von Ländern zu machen, möchte ich die
Tatsache entgegenhalten, dass im Zeitraum 2000 bis 2010 die Treibhausgasemission 3% pro Jahr zunahmen, während der Anstieg in den 1990er Jahren nur 1% betrug. Auch eine neue Studie der University of East Anglia geht davon aus, dass die Emissionen auch 2011/2012 (8 Jahre vor 2020) um 3% zunehmen.

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Hallo,

ich „verstehe“ nicht was Sie sagen wollen.

„Eine Krankheit mit einer robusten Methodik zu diagnostizieren, ist äusserst wichtig, dann aber ein Heilmittel vorzuschlagen, ist umso wichtiger.“

Wenn wir die Ursachen der Krankheit nicht kennen (wollen?)
dann ist ein herum „doktern“ mit allen moeglichen
Heilmittelchen sinnlos.

Wenn es darum geht aus dem Heilmittel Geld zu machen
dann bringt das nur dem mit der besten Propaganda etwas
aber nicht dem Patienten.

ein bestes Beispiel ist die CO2 Abscheidung

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,801896,00.html

Aus für neue Technologie
Vattenfall stoppt CO2-freies Kraftwerk

(wer etwas anderes erwartet hat .. bitte melden!)

Also, was ist Ihrer Meinung nach die Ursache der Krankheit
unseres Planeten?

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Aus dem UNEP Synthesis Report «Bridging the Smissions Gap»: “There is abundant evidence that emission reductions of between 14 to 20 Gt of CO2 equivalent are possible by 2020″

Dies trifft jedoch nur unter der Annahme zu, dass sofort umgesteuert wird, denn zwischen 2011/12 und 2020 (dem Zieljahr) liegen ja nur noch 8 bis 9 Jahre und vieles was in diesen 8 Jahren passiert, ist in Wirklichkeit bereits geplant. So plant Deutschland bis 2020 zusätzliche 10 Gigawatt an fossilen Kraftwerken und Indien mindestens 100 neue Kohlekraftwerke.

Der Report geht von Möglichkeiten aus, die nur dann bestehen, wenn man den realen Ablauf von Projekten, egal ob im Energie- oder Infrastrukturbereichn nicht berücksichtigt: Ein Projekt beginnt mit Zielvorgaben/Wünschen (z.B: Indien will die Energieproduktion in x Jahren verdoppeln), geht dann in die Planungs- und schliessllich Realisationsphase. Für die Zeit bis 2020 ist die Planungsphase aber schon weitgehend abgeschlossen. Deshalb ist das 2°C-Ziel praktisch nicht mehr erreichbar, es sein denn die Welt trete in eine längere tiefe Rezessionphase ein.
Allerdings könnte das Ziel der Umkehr bei den CO2-Emissionen vielleicht mit 5 bis 10 Jahren Verspätung erreicht werden, wenn jetzt ein Umdenken stattfinden würde und alle darauf hin arbeiteten. Doch das ist nicht der Fall. Gerade bei den Hochemissionsländer USA und China (zunehmend auch Indien) ist kein Konsens erkennbar nun radikal tiefe CO2-Emissionen anzustreben. Doch von selbst gehen die Emissionen nicht zurück.

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