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Die Verlierer im Klima-Monopoly

16.09.2011 von Prof. , ETH Zürich

Die Probleme, die mit der Klimaerwärmung auf uns zukommen, tragen monopoly-artige Züge, denn die schwächeren «Mitspieler» ziehen in jeder Hinsicht den Kürzeren. Dies zeigen wir in einer neuen Studie unter Leitung der ehemaligen ETH-Doktorandin Irina Mahlstein: Die Klimaerwärmung wird am stärksten in den Entwicklungsländern zu spüren sein wird. Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden auch die meisten Industrienationen die Auswirkungen des Klimawandels erfahren.

Die typischen Bilder des Klimawandels sind schmelzende Gletscher und Eisbären auf zu kleinen Eisschollen. In der Tat ist die absolute Erwärmung (in °C) ist in den hohen Breiten und der Arktis am grössten. Aber erstaunlicherweise sind es gerade nicht diese Gebiete, in denen sich die Klimaerwärmung am deutlichsten von den natürlichen Jahr-zu-Jahr Variationen abzeichnet. Denn in diesen Regionen sind die natürlichen Klimaschwankungen sehr gross – die aktuelle Klimaerwärmung bewegt die Temperatur daher erst spät aus der normalen Bandbreite der Variabilität (Schwankung) hinaus.

Im globalen Mittel (das heisst bezogen auf die «Welt-Temparatur») ist die Klimaerwärmung schon lange deutlich messbar. Lokal sind jedoch die Schwankungen grösser und die Klimaerwärmung kann sich mehr oder weniger deutlich zeigen. Für die meisten Gebiete genügt eine globale Erwärmung von einem halben bis einem Grad, damit sich die lokale neue Temperaturverteilung deutlich von der vergangenen unterscheidet.

Tropen spüren die Klimaerwärmung als Erste

Wir stellten uns daher die Frage: In welchen Gebieten wird sich die Erwärmung zuerst deutlich von der normalen Bandbreite jährlicher Schwankungen abheben? Denn dort ist zuerst zu erwarten, dass sich Ökosysteme auf die neuen klimatischen Verhältnisse einstellen müssen. Unsere Modellierungen zeigen: Das Klima wird sich am deutlichsten ändern in den Tropen. Denn in diesen Gebieten variiert das Klima nur wenig, bereits eine geringe Erwärmung verändert deshalb das Klima deutlich (signifikant).1

Verlierer bleiben Verlierer

Eine Kindheitserinnerung vom Monopoly-Spiel ist mir besonders geblieben: Wer einmal schlecht dran ist, dem wird es immer schlechter gehen, während für den Mitspieler ein paar Häuser auf «Zürich Rennweg» eine endlose Goldgrube sind. Aber was hat das mit dem Klima zu tun? Wie wir in der neuen Studie zeigen, wird sich die Klimaerwärmung entgegen gängiger Meinungen zuerst in den Tropen – und damit in den Entwicklungsländern – deutlich abzeichnen. Dort sind aber nicht jene Menschen ansässig, die am meisten CO₂ ausstossen. Zudem sind die Menschen in diesen Ländern sehr oft direkt von der Landwirtschaft und damit vom Klima abhängig. Das bedeutet, dass sie eine höhere Anfälligkeit (auch «Verwundbarkeit» (vulnerability) genannt) gegenüber dem Klimawandel haben. Und damit nicht genug: es sind auch die Länder, die – im Gegensatz zu uns – über wenig Wissen und finanzielle Mittel verfügen, um sich an klimatische Veränderungen anzupassen.

Die Entwicklungs- und Schwellenländer in den Tropen sind also dreifach benachteiligt: Erstens spüren sie die Erwärmung zuerst, zweitens wirken sich klimabedingte Schäden besonders stark aus, und drittens haben diese Länder nicht die Mittel, um diesen Schäden vorzubeugen. Aber die Menschen dieser Länder sind nicht die Hauptverursacher des Problems!

Es gibt viele Gründe, warum die Lösung des Klimaproblems schwierig ist, aber die Distanz von Ursache und Wirkung, räumlich und zeitlich, ist sicher ein kritischer Faktor. Es trifft vor allem die anderen, und es trifft spätere Generationen. Für ein faireres Monopoly müssten wir gemeinsam die Spielregeln ändern. Aber wer will schon gerne «Zürich Rennweg» oder seinen Goldesel «Zürich Paradeplatz» freiwillig abgeben?

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1Zur Studie: Mahlstein et al. 2011. Early onset of significant local warming in low latitude countries. Environmental Research Letters (Studie ansehen >hier)

Wissenschaftliche Kommentare zur Studie

ERL Perspective: Global warming: it’s not only size that matters (>Link) und Environmental Research Web News : Tropics will prove climate change first (>Link)

Zum Autor

Reto Knutti ist Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (15) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

ja, WIE DENN genau wird sich das Klima in den Tropen veraendern? Scenario?? WIE wird sich im einzelnen das tropische Klima in welchen Regionen veraendern? DAS waere doch mal interessant und informativ!
Kann man das nicht deutlicher und detaillierter skizzieren, anstatt ueber Monopoly zu reden?

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Oh herrje, da sind wieder Zahlen, die so gar nicht in’s Konzept passen wollen:

http://wattsupwiththat.com/2011/09/25/the-amazing-decline-in-deaths-from-extreme-weather-in-an-era-of-global-warming-19002010/

“The Amazing Decline in Deaths from Extreme Weather in an Era of Global Warming, 1900–2010″

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@Kommentar von Prof. Reto Knutti, ETH Zürich. 19.09.2011, 22:13

Sehr geehrter Herr Professor Knutti,

im oben referenzierten Kommentar auf Einwürfe von Ben Palmer offenbaren sie mit ihren Antworten, dass es tatsächlich sehr schwierig werden wird, eine weltweit erfolgreiche Klimapolitik umzusetzen, mindestens solange es keinen kostengünstigen und einfach handhabaren Ersatz für die fossilen Rohstoffe gibt.

Sie schreiben, als Antwort auf die Behauptung von Ben Palmer: Einen weltweiten Gesellschaftsvertrag kann man nur mit Hilfe weltübergreifender Gewalt abschliessen., dass man die Massnahmen für den Schutz der Ozonschicht ohne Gewalt und ohne einen Gesellschaftsvertrag durchsetzen konnte.

Doch die Reduktion der CO2-Emissionen ist im Vergleich zur Reduktion der ozonschädigenden Substanzen ein ganz anderes Kaliber, denn 80% der technisch erzeugten Energien stammen aus fossilen Quellen und es gibt keinen Ersatz, den man wie ein Software-Plugin einfach an die Stelle der heutigen fossilen Rohstoffe einsetzen könnte. Zudem gibt es schon heute – mindestens in den USA – zwei politische Lager, die sich unter anderem über ihre Einstellung zu den fossilen Energien und der Rolle des Staates in der Energiepolitik definieren.

Und dann vergleichen sie das Risiko, das wir mit dem Verbrauch fossiler Rohstoffe eingehen mit dem Risiko, das ein Spieler bereit ist auf sich zu nehmen:
Leute bevorzugen Wetten/Spiele mit bekannten Spielregeln und Wahrscheinlichkeiten gegenüber solchen mit unbekannten Gewinn-Wahrscheinlichkeiten:

Doch dieser Vergleich hinkt, denn wer an einem kalten Wintertag den Heizölbrenner anstellt, sieht sich selbst nicht in der Rolle des russisches Roulett spielenden Hasardeurs, der wegen ein bisschen Wärmebedürfnis das Schicksal des ganzen Planeten aufs Spiel setzt, sondern er denkt sich gar nichts dabei und hat oft auch keine Alternative zu dem was er tut.

Einfach wird die Abkehr von Öl, Gas und Kohle also nicht.

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@ Ben Palmer:
Der menschliche Einfluss auf die gross-skaligen Trends im Niederschlag wurde schon von einigen Jahren belegt: http://www.icsu.org/icsu-asia/news-centre/news/archive-2006-2010/HumanInfluenceonPrecipitationnature06025.pdf
Auf Zeitskalen von Tausenden von Jahren sind natürlich noch andere Prozesse wichtig, vor allem die Änderungen in den Erdbahnparametern.

Sie sagen: “Einen weltweiten Gesellschaftsvertrag kann man nur mit Hilfe weltübergreifender Gewalt abschliessen.“ Die Massnahmen zum Schutz der Ozonschicht zumindest hat man ohne Gewalt beschliessen und durchsetzen können.

Weiter: „Beim gegenwärtigen Stand der Klimawissenschaft gibt es keine Instanz, die mit gutem Gewissen behaupten könnte, alles über das Klima zu wissen und die richtigen Entscheidungen treffen zu können.“ Einiges über das Klima wissen wir immerhin. Aber Unsicherheit ist kein Grund nicht zu handeln, im Gegenteil, ich würde argumentieren dass man vorsichtiger sein sollte wenn die Unsicherheit gross ist. Kann man die Risiken abschätzen, dann kann man sie vielleicht eingehen, kennt man sie nicht ist man weniger bereit sie einzugehen. Ein Resultat, das sich auch in psychologischen Experimenten zeigt: Leute bevorzugen Wetten/Spiele mit bekannten Spielregeln und Wahrscheinlichkeiten gegenüber solchen mit unbekannten Gewinn-Wahrscheinlichkeiten: http://en.wikipedia.org/wiki/Ellsberg_paradox

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@Andreas Sicks:
Wir haben in der Studie nur Resultate für die Temperatur präsentiert. Niederschlag ist natürlich sehr wichtig, aber schwieriger zu verstehen. Die Variabilität ist hoch, die Beobachtungen spärlicher, und die Modellunsicherheiten sind auch grösser. Aber bald werden wir dazu auch mehr sagen können.

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@Ben Palmer: Was ist mit dem IPCC? Mit den stattfindenden Klimakonferenzen? Dem globalen Panel der UNO für Nachhaltigkeit? Ich würde soweit gehen und sagen, es besteht weitgehend Konsens, dass gehandelt werden muss und auch das 2-Grad-Ziel bzw. dass dieses auf keinen Fall überschritten werden darf, ist seit Cancun Konsens. Dennoch haben wir ein grosses Problem: Dass wir eben nicht handeln bzw. zu wenig schnell handeln. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Schlussendlich hängt es also von unserem Gestaltungswillen ab. Ich persönlich setze eine gewisse Hoffnung in den Rio+20-Nachhaltigkeitsgipfel. Und wenn mittlerweile grosse Industrienationen wie Deutschland bereit sind, diese Transformation anzupacken, folgen vielleicht weitere. Verheerend wäre in der Tat, wenn jeder auf den anderen wartet, bis auch er handelt.

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@ Ben Palmer
“Alles zu wissen” das behauptet niemand. Wir wissen jedoch längstens genügend um zu handeln. Die Arbeit von I. Mahlstein und Kollegen ist ein eindrückliches Beispiel für die zunehmende Genauigkeit der Klimamodelle: besonders die Vergleiche der Berechnungen mit den Messungen, und die verblüffend genaue Wiedergabe der komplizierten geographischen Muster unterschiedlicher Erwärmung.
Natürlich werden durch die verbesserten Modelle nicht nur zunehmend Details und Feinheiten des Klimawandels beschrieben. Diese fortgeschrittenen Modelle sind – ohne dass die Wissenschaft noch grosse Worte über diese breit abgestützte Tatsache verliert – immer auch eine weitere Bestätigung der Grundtatsache einer menschenverursachten Klimaerwärmung. “Man weiss noch nicht genug” und “die Wissenschaft ist sich nicht einig” sind zwar ständig wiederholte Einwände der Skeptiker-Szene sie sind aber nicht richtig.

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@Roger Sternberg. 16.09.2011, 21:18
Welcher Gesellschaftsvertrag? War nicht das Kyoto-Protokoll als Gesellschaftsvertrag zu verstehen?
Sind die UNO-Menschenrechte nicht als Gesellschaftsvertrag zu verstehen?
Ist die Vereinbarung, dass die EU keine Transferunion sein soll, kein Gesllschaftsvertrag?
Ist das Schweizer Bankgeheimnis nicht als Gesellschaftsvertrag zu verstehen?
Ist das Gesetz, welches den Zusatz von Ethanol zum Treibstoff vorschreibt, kein Gesellschaftsvertrag?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass alle Menschen auf diesem Planeten die gleichen Meinungen, Wunschvorstellungen, Zielsetzungen und Prioritäten in Bezug auf das Leben auf diesem Planeten haben. Es gibt ja nicht einmal einen Konsens darüber, dass Kriege und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Völkern zu unterlassen sind.

Einen weltweiten Gesellschaftsvertrag kann man nur mit Hilfe weltübergreifender Gewalt abschliessen. Und dann handelt es sich nicht mehr um einen Vertrag, sondern um eine Gewaltdiktatur. Eine solche Diktatur würde dann nur die Meinungen, Vorstellungen und Prioritäten und vor allem die Interessen (nicht nur die klimatischen!) der Gewaltinhaber repräsentieren.
Beim gegenwärtigen Stand der Klimawissenschaft gibt es keine Instanz, die mit gutem Gewissen behaupten könnte, alles über das Klima zu wissen und die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Und es gibt auch keine Instanz, die die ungewollten Folgen einer solchen Diktatur auch nur annähernd abschätzen könnte (oder wollte). Welche Folgen hat z.B. der Konsens (=Gesellschaftsvertrag), dass Bio-Treibstoffe eine bessere Alternative sein sollen als fossile Brennstoffe, für die Lebensmittelversorgung?

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Noch zwei interessante Factsheets:
Factsheet 1/2011 “Transformation der Gesellschaft”
http://www.wbgu.de/factsheets/factsheet-12011/
Factsheet 2/2011 “Transformation der Energiesysteme”
http://www.wbgu.de/factsheets/factsheet-22011/

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Und jetzt noch etwas Realität als Ausgleich, und zwar vom unverdächtigen National Geographic:

http://news.nationalgeographic.com/news/2009/07/090731-green-sahara_2.html

Satellite data shows “that indeed during the last decade, the Sahel is becoming more green,”

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@A. Sicks: Haben Sie irgendwelchen Daten, die zeigen, dass es diese Variabilität und die (niedrige) Quantität der Niederschläge erst seit dem 20. Jahrhundert gibt? Gibt es Untersuchungen, die einen kausalen Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Niederschlägen gibt?

“The history of Eastern African hominids has been linked to a progressive increase of open grassland during the past 8 million years. This trend was explained by global climatic processes, which do not account for the massive uplift of eastern African topography that occurred during this period. [...] Our results suggest that the uplift itself led to a drastic reorganization of atmospheric circulation, engendering the strong aridification and paleoenvironmental changes suggested by the data. ”

http://www.sciencemag.org/content/313/5792/1419.short

“During the lower Holocene (10–7 kyr BP), the mean calculated precipitation estimate is 30 mm/yr (2%) below the present-day value, with several abrupt positive shifts; the maximum at ca. 8 kyr BP reaches 600 mm/yr (42%). Great variations between low and high precipitation values are expressed post ca. 4 kyr BP. [...] We feel confident that the greater variability at the century scale registered in the equatorial highlands provides a good explanation for increased aridity in the desertic region of Sudan and Egypt during the last 4 kyr. The possibility that such greater variability could be induced by high variability or instability of the Atlantic Ocean or global sea surface temperature instability should be explored.”

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0921818100000321

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Damit aus dem Monopoly nicht auch noch ein russisches Roulette wird, brauchen wir einen Gesellschaftsvertrag für eine grosse Transformation –> hierzu hier ein hörenswerter Forums-Beitrag (beim Anklicken braucht es etwas Geduld, bis der Hörbeitrag geladen ist)
http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/forum/201109/162024.html

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Hoi Martin,

Wüstenstädte wie Riad in Saudiarabien..

man sollte sicher noch Los Angeles, Las Vegas und andere
amerikanische Schoenheiten erwaehnen

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Sehr geehrter Herr Knutti,

dass die Ärmsten und diejenigen, die am meisten von einer Landwirtschaft abhängen, die kaum Kapitalmittel kennt, von einem Klimawandel betroffen sind scheint mir klar.

Was von den meisten wohl noch unterschätzt wird, ist das Migrationspotential, das es durch einen Klimawandel geben kann. Heutige Wüstengebiete oder semiaride Gebiete wie die Sahelzone sind kaum bewohnt. Wüstenstädte wie Riad in Saudiarabien gibt es nur, wenn genug Geld vorhanden ist um sie mit Wasser zu versorgen. In Gebieten mit wenig Wohlstand wo die Leute von der Landwirtschaft leben genügen schon kleine klimatische Änderungen um die Leute zu vertreiben, denn sie können sich infolge Geldmangel an Klimaänderungen nicht anpassen. Man kann sich also durchaus Auswanderungswellen vorstellen, an denen hunderttausende beteiligt sind.

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Lieber Herr Knutti,

herzlichen Dank für die sehr wichtige und kompakte Darstellung der Vulnerabilitäts-Aspekte, aber auch der damit verbundenen indirekten (Un-) Gerechtigkeitsaspekte.
Wenn Sie von einer niedrigen Klimavariation in den Tropen sprechen, beziehen Sie sich vermutlich vorwiegend auf die Temperatur. Nun hängt die klimatische Vulnerabilität nicht nur von der Temperatur ab, sondern von der Variabilität der Niederschläge und deren Verteilung im Jahresverlauf ab. Und diese Vulnerabilität ist z.B. in Afrika ausserhalb der inneren (feuchten) Tropen heute schon sehr hoch.

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