ETH-Klimablog - Energie - Atomausstieg: Wird Klimapolitik dadurch absurd?

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Atomausstieg: Wird Klimapolitik dadurch absurd?

13.09.2011 von

Je länger die Zeit fortschreitet, desto konkreter wird die eiligst beschlossene Energiewende. Noch schneller geht es in Deutschland voran – mit grossen Mühen allerdings. Die Deutsche Netzagentur plagt nämlich die zentrale Frage, wie die Stabilität des Stromnetzes aufrecht zu erhalten ist – eine Frage, die auch die Swissgrid beschäftigt.

AKW abstellen ist leicht gesagt, doch woher stammt das Ersatzpotenzial, das eine sichere Stromversorgung zulässt? Die Alternativen sind schnell benannt und basieren alle auf der Renaissance der fossilen Energieträger: Kohle-, Öl-, und Gaskraftwerke. In der Schweiz sind vor allem letztere auf die Traktandenliste gerückt.

Wird ein Atomausstieg das Klima belasten?

In der internationalen Klimapolitik war aber immer davon zu lesen, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern, auch um damit Strom zu produzieren, beschleunigt werden muss. Die Zeit sei knapp und handeln müsse man sofort.

Mit einem Verzicht auf Atomstrom tut sich ein krasser Widerspruch auf, der auch bei den Klimaforschern heiss diskutiert wird. Zum Beispiel Barry Brook, ein australischer Klimaforscher, steht nach wie vor dazu, dass der Atomausstieg zulasten des Klimas ginge1. Mit dem sofortigen Handeln in der internationalen Klimapolitik war wohl kaum gemeint, AKW möglichst schnell abzustellen und stattdessen Kohlekraftwerke zu bauen.

Gaskraftwerke nur mit Abwärmenutzung einigermassen klimafreundlich

Ein konkretes Beispiel: In der Stadt Bern wird ein neues Gaskombikraftwerk in Zusammenhang mit der neuen Kehrichtverbrennungsanlage errichtet. Die Stromerzeugung der Energiezentrale Forsthaus basiert nur rund zu einem Fünftel auf der Verbrennung von Holz respektive Abfall, der Rest basiert auf Gas. Diese hybride Anlage (vgl. Abbildung 1, unten) hat daher einen gravierenden Haken: Die Gasverbrennung erzeugt jährlich etwa 100‘000 Tonnen CO₂. Nur mit der optimalen Nutzung der Abwärme der Anlage, die dann andere CO₂-Quellen ersetzt, lässt sich diese Energiezentrale klimapolitisch einigermassen rechtfertigen. Fehlt diese Optimierung, ist die Energiezentrale Forsthaus eine einzige CO₂-Schleuder. Tatsache ist: Egal wie die Abwärme genutzt wird, die Anlage stösst pro Jahr 100‘000 Tonnen CO₂ aus. Die Massnahmen, um diese riesige Menge zu kompensieren, sind beschwerlich.

1 Gaskraftwerk macht CO₂-Einsparungen der Schweizer Wirtschaft zunichte

Dass in der Schweiz die CO₂-Kompensation nicht einfach ist, zeigt die Energieagentur der Wirtschaft (EnAW). Über 2100 Unternehmungen konnten im Jahr 2010 eine CO₂-Reduktion von rund 1.3 Mio. Tonnen bewirken, (vgl. Abbildung 2, unten). Ein Gaskraftwerk mit 600 Megawatt elektrischer Leistung würde diese eingesparte Menge in etwa eliminieren – auf einen Schlag.

Da jedoch ein Gaskraftwerk dieser Grössenordnung nicht reichen wird, um andere Energieformen sowie Importe aus Kohlestrom oder französischen AKW-Strom zu ersetzen, lässt sich leicht erahnen, dass die Schweizer Energie- und Klimapolitik an einem Scheideweg steht. Ersetzen wir die Atomkraftwerke, Stromimporte aus Kohle- und Kernstrom mit Gaskraftwerken, müssen wir uns der Konsequenzen bewusst sein: Zwei bis drei neue grosse Gaskraftwerke stossen im besten Fall drei Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr aus. Wer und wie das zu kompensieren ist, weiss heute niemand. Dieser Zusammenhang muss in der Frage der Energiezukunft klar bekannt sein, sonst droht die beschwerliche Klimapolitik ins Absurde abzudriften.

Ein erster Schritt in Richtung dieser Absurdität kann bereits bei der Beratung des CO₂-Gesetzes im Nationalrat verhindert werden. Alle CO₂-Emmitenten müssen gleich lange Spiesse haben. Einer Asymmetrie, wonach generell alle CO₂-Emmissionen im Inland kompensiert werden müssen und gleichzeitig potenzielle neue Gaskraftwerke bis zu 80% im Ausland reduzieren können, ist entschieden entgegenzutreten.

1http://www.faz.net/artikel/C32436/klimaforscher-barry-brook-deutschland-muss-atomkraftwerke-bauen-30331010.html

Zum Autor

Christian Wasserfallen ist Nationalrat FDP und Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie UREK.

 

Abbildungen

Abbildung 1: Funktionsweise der Energiezentrale Forsthaus, Quelle: EWB

 

Abbildung 2: Jährlich eingesparte Tonnen CO₂ durch rund 2000 Wirtschaftsunternehmungen in der Schweiz, Quelle: EnAW

.


 




Kommentare (25) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Kommentar von Klaus Ragaller. 18.09.2011, 18:09
Sie schreiben, dass die Schweiz schon heute extrem stark vernetzt ist und von dieser europaweiten Vernetzung auch abhängig ist: bei einem Stromverbrauch von ca 60 TWh liegt der Import- und Export-Anteil auch bei je etwa 60 TWh.
und erwecken dann mit Revision eines AKW ist z.B. nur mit Importstrom überbrückbar, auch hier würde niemand auf die Idee kommen, dafür eine Vielzahl von back-up Gaskraftwerken zu bauen den Eindruck, der Stromaustausch zwischen den europäischen Ländern sei bereits jetzt die Lösung für das Problem der unregelmässigen Stromproduktion, das mit mehr EE zunehmen wird.

Doch gesamteuropäisch betrachtet hapert es mit dem Stromaustausch. Gemessen an ihrer Grösse importiert und exportiert CH sehr viel Strom, gemäss Wikipedia/Energiemarkt im Jahre 2008 fast so viel wie das 10 Mal grössere Deutschland. Dies liegt wohl daran, dass die Schweiz eine Durchleiteland für Strom ist und insbesondere Italien sehr viel Strom importiert.Gesamteuropäisch betrachtet sind die Stromtransportkapazitäten zwischen den Ländern jedoch oft sehr gering. Zwischen Frankreich und Spanien z.B. können maximal 1 Gigawatt an Leistung übetragen werden (Gerade mal der Strom eines AKW). Die von ihnen erwähnten Verträge von Zürich und Basel mit Windkraftwerken im Norden und Sonnenkraftwerken im Süden (Spanien) können deshalb heute die vereinbarten Strommengen physisch gar nicht übermitteln, denn die Leitungen dafür fehlen. Auf der Homepage des EWZ liest man (bezüglich Strom aus Spanien)Der Strom wird vorerst vollumfänglich ins lokale Netz eingespeist. Mittel- bis langfristig kommt auch ein Import des Stroms in die Schweiz in Betracht. Das gleiche gilt für den Strom von der Nordsee.
Fazit (Zitat Wikipedia): Bis es ein paneuropäisches Stromnetz ohne Grenzen und Engpässe gibt, könnten noch Jahrzehnte vergehen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

@Kommentar von Thomas Maeder. 19.09.2011, 2:45

„Bisher kann man nicht sagen, dass der Test bestanden ist…“

So schlecht ist der Test gar nicht bestanden!
(ausser Kazakhstan.. wie viel Vertrauen haben sie in dieses
Land mit seiner enormen Korruption?)

„ In Ihrer revidierten Vorhersage (http://arxiv.org/abs/1101.4189) “

Nein, es ist keine revidierte Vorhersage, sondern eine
neue Methode!

Was ist daran schlecht verschiedene Methoden zu nutzen?
Im uebrigen, die Methode eine „deposit by deposit“ Analyse
zu machen ergibt eine obere Produktionsgrenze mit Fehlern!
Die reale Produktion wird wohl eher tiefer liegen .. smile.

„Meine Analyse zeigt auch das Uranressourcen in der Vergangenheit immer ueberschaetzt wurden, egal was der Preis ist.“

@Das stimmt einfach nicht:
Ah? Zahlen bitte!

Den ersten Teil (stetige Überschätzung) haben Sie durch Ihre eigene Unterschätzung (siehe oben) selbst widerlegt!

???? die Zahlen der vergangen Jahrzehnte sind Fakten!
was hat das mit Vorhersagen zu tun?

„Den letzten Teil (Preisunabhängigkeit) konnte man (bisher) einfach nicht testen, da der Preis kontra Erwartungen ziemlich tief blieb, nun real in USD sogar unter 1980-Stand!“

??? Warum nehmen sie den 1980 Stand? Nehmen wir einfach die letzten 20 Jahre!

„Dies entspricht einfach einem Fundament der Wirtschaftslehre: Eine unrentable Aktivität (teuren Bergbau bei tiefem Preis) wird aufgegeben… aber kann bei entsprechendem Preis wieder aufgenommen werden.“

ja, aber Wirschaftslehre und der Oelpreis stimmt eben auch nicht!
Oder das heutige Finanzchaos oder ..

„Fakt: Der Marktpreis ist relativ tief. Wie erklären Sie das?“

relativ zu was? zu den angeblichen Ressourcen bis 130 dollar/kg?

Versuchen sie doch mal etwas quantitativer zu sein!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Maeder

@Kommentar von Thomas Maeder. 19.09.2011, 2:45
„Bisher kann man nicht sagen, dass der Test bestanden ist…“

Sie sollten genauer lesen bevor sie solche Aussagen machen.
in Teil 1 meiner Analyse (in 4 Teilen)
http://arxiv.org/pdf/0908.0627v1
steht folgendes: Seite 12 und folgende (sie sollten ruhig den Mut haben den ganzen Artikel zu lesen und kritisieren! smile).

„Those who are interested in the near future nuclear energy contribution and thus uranium mining perspectives for the next 10 years should consequently not use the Red Book data directly. Instead one could try to guess more realistic numbers by using the ratio between the 2007 mining results and the 2007 capacity as a first guess and update and improve these numbers accordingly during the next few years. Following this method, one would reduce the mining capacities by at least 20-30% in order to obtain some forecast (Scenario A). As a result one would predict a total uranium production of about 60000 tons in 2010 and 72000 tons in 2015. At least for 2010 Scenario A numbers are too high.
For Scenario B, we use the evolution of new uranium mines in order to determine how fast new capacity can become operational. Using this procedure and the real mining data from the past few years, roughly 40000 tons per year, and assuming that only 50% of the new mining capacities can be realized one would predict a perhaps more production of 54000 tons in 2010, 61500 tons by 2015. Those numbers can be compared to the latest WNA June 2009 estimates, where a total of 49400 tons and 74000 tons are predicted for 2009 and 2015 respectively [29]. It seems that such professional estimations do not use much more input than a mixture of the above two simple minded methods. “

In Ihrer revidierten Vorhersage (http://arxiv.org/abs/1101.4189) geben Sie als Grund für die Diskrepanz das neue Bergwerk in Kazachstan.
(es sind einige smile)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Maeder,

@Kommentar von Thomas Maeder. 19.09.2011, 2:45
@Kommentar von Michael Dittmar. 16.09.2011, 10:12

@Ihre Prognose (http://arxiv.org/pdf/0908.3075) vs. Realität:
@2009: 44’000 vs. 50’772 t
@2010: <45'000 vs. 53'663 t

ich bin begeistert! Sie kennen mein Paper!

es waere fair das zugehoerige Statement mit zu zitieren!

`In absence of such political insights, one can nevertheless try to guess how much uranium fuel will come from different sources and how many existing and new nuclear power plants can be operated with this fuel during the coming years. For this forecast we use uranium supply information presented in chapter I and II of this document and assume that the demand will be limited by the possible supply. This “upper” limit guess is calculated on the basis that 170 tons/GWe/year are required to fuel an already operational reactor and that 500 tons/GWe(new) are are needed for the first reactor load. This forecast is presented in Table 3 and can be compared with the one from Table 2. The main difference comes from the mining forecast and the assumption that the military component of the secondary supply from Russia will stop at the end of 2013. Obviously the two scenarios should be checked and corrected for the real mining results during the coming years. Interested readers should fill Table 3 with their favorite nuclear energy scenario, requiring that it is consistent with their future secondary and primary uranium supply estimates.

und

Both scenarios obviously contain some guesswork and many political and economic decisions during a worldwide economic crisis can change the near future of uranium mining and the evolution of the nuclear disarmament. Especially critical for uranium mining will be the situation in Kazakhstan where the current optimistic forecast expects that by 2013 the existing and new mines will increase the uranium output from 8500 tons (2008) to about 18000 tons/year.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 16.09.2011, 10:12
„Der Punkt ist: mein Model beschreibt die Vergangenheit
und macht Vorhersagen die man testen kann.
So funktioniert eigentlich die Wissenschaft.“
Ihre Prognose (http://arxiv.org/pdf/0908.3075) vs. Realität:
2009: 44’000 vs. 50’772 t
2010: <45'000 vs. 53'663 t
Bisher kann man nicht sagen, dass der Test bestanden ist… In Ihrer revidierten Vorhersage (http://arxiv.org/abs/1101.4189) geben Sie als Grund für die Diskrepanz das neue Bergwerk in Kazachstan. Frage: Wieviele davon haben Sie "vergessen"?

"Meine Analyse zeigt auch das Uranressourcen in der Vergangenheit immer ueberschaetzt wurden, egal was der Preis ist." Das stimmt einfach nicht:
Den ersten Teil (stetige Überschätzung) haben Sie durch Ihre eigene Unterschätzung (siehe oben) selbst widerlegt!
Den letzten Teil (Preisunabhängigkeit) konnte man (bisher) einfach nicht testen, da der Preis kontra Erwartungen ziemlich tief blieb, nun real in USD sogar unter 1980-Stand!
http://en.wikipedia.org/wiki/File:MonthlyUraniumSpot.png
Dies entspricht einfach einem Fundament der Wirtschaftslehre: Eine unrentable Aktivität (teuren Bergbau bei tiefem Preis) wird aufgegeben… aber kann bei entsprechendem Preis wieder aufgenommen werden.

Ein anderes Fundament: der Marktpreis einer Ressource entspricht der erwarteten künftigen Knappheit. Wäre Ihre Prognose richtig, würde er explodieren, da zurzeit gebaute Reaktoren (für mind. 60 Jahre Lebensdauer ausgelegt, eher ≈100 Jahre) chronisch "unternährt" wären. Fakt: Der Marktpreis ist relativ tief. Wie erklären Sie das?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Martin Holzherr
Ihre Schlussfolgerung bezüglich einer stärkeren Vernetzung wird auch durch die Tatsache untermauert, dass die Schweiz schon heute extrem stark vernetzt ist und von dieser europaweiten Vernetzung auch abhängig ist: bei einem Stromverbrauch von ca 60 TWh liegt der Import- und Export-Anteil auch bei je etwa 60 TWh. Eine Revision eines AKW ist z.B. nur mit Importstrom überbrückbar, auch hier würde niemand auf die Idee kommen, dafür eine Vielzahl von back-up Gaskraftwerken zu bauen. Im übrigen sind die städtischen Werke in Zürich und Basel intensiv daran, durch Investitionen in Windkraftwerke im Norden und Sonnenkraftwerke im Süden von Europa diese Forderung umzusetzen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Christian Wasserfallen stellt zurecht fest, dass es keinen schnellen, billigen und unsere Umwelt kaum verändernden Umstieg auf ein vorwiegend erneuerbar ausgerichtetes Energiesystem gibt. Der Ausstieg aus der Atomkraft macht es noch schwieriger: Will man 1 grosses AKW mit heutiger Technologie durch rein erneuerbare Energiekomponenten ersetzen, braucht es nicht nur entweder 70 Quadratkilometer Solarpanels oder 600 Windturbinen a 5 Megawatt, sondern auch 1 bis 2 Pumpspeicherkraftwerke und einen Anteil an einem grossen Stausee für die längerfristige Speicherung sowie viele Kilometer neuer Hochspannungsleitungen um Speicher und Energieerzeugungsanlangen aneinander zu koppeln. Solche lokalen, autarken Lösungen sind fast unrealistisch teuer und beinträchtigen zudem unsere Umwelt. Viel besser wäre eine Vernetzung ganz Europas mit Hochspannungstrasses um Schwankungen in der Stromerzeugung auszugleichen, denn dann bräuchte es viel weniger Speicher. Genau dies schlägt die Studie roadmap 2050 vor und das Factsheet Transformation der Energiesysteme spricht sogar von einem transkontinentalen Hochleistungstransportnetz für Strom In der Realität dominieren heute aber Gaskraftwerke als Backup. Es bräuchte bis zu 10 Gaskraftwerke in CH (oder importiert) für einen vollständigen Backup des unregelmässig anfallenden Sonnen- und Windstroms. Die bessere Lösung wäre aber die Kombination von wenig Speicher und einer EU-weiten Vernetzung. Die Schweiz könten in einer solchen EU-weiten Lösung Pumpspeicher und Stauseen als Speicher zur Verfügung stellen. Glaubt man an Erneuerbare müsste CH jedes Jahr mindestens ein neues Pumpsoeicherkraftwerk a 1 Milliarde Franken bauen – genau so viel Geld wie jetzt die Schweizer Armee pro Jahr zusätzlich (für 100’000 Soldaten+Flugzeuge) erhalten soll.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

Guten Morgen Herr Wasserfallen
Ja, danke, ich habe dies kurz nach meinem Kommentar auch gesehen. Nun haben wir beide recht, ist auch gut so. Im Kontext zur Radiosendung wären diese Angaben auch für den Zuhörer wertvoll gewesen, dass nicht NUR mit Gas, sondern eben auch mit dem Abfallholz Strom produziert wird.
Und wenn nun noch in der nächsten Legislatur der administrative Aufwand für EigenheimbesitzerInnen vereinfacht wird, Projekte für die solare Nutzung auf den Eigenheimdächern zu realisieren, ist es ein einfaches, den CO2 Ausstoss der EWB-Gasturbine zu kompensieren.
Da kommen wir aber eben dem Problem der Energiewirtschaft wieder etwas näher: Die BKW kann über die Mittagszeit weniger Spitzenstrom absetzen und muss daher Personal entlassen, da dieses lukrative Geschäft kleiner wird. http://www.derbund.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/BKW-plant-einen-groesseren-Stellenabbau/story/16285081
Das Problem ist nicht die verfügbare oder nicht verfügbare Technik, das Problem ist der fehlende Wille zur Veränderung. Neue Köpfe braucht das Land.

Grüsse aus Kernenried

Werner Witschi

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

@Kommentar von werner witschi. 15.09.2011, 8:04

Die berühmten ausgeblendeten Probleme, ich geb mich da geschlagen.

Herr Witschi, wenn sie in einem Energiesystem Probleme ausblenden, dann sind black-outs, brown-outs und andere hässliche Dinge garantiert. Sie schreiben zurecht, dass jede Änderung der Produktionskapazität berücksichtigt werden muss um ein funktionierendes Gesamtenergiesystem zu bekommen. Dies gilt unabhängig davon ob sie Atomkraftwerke zubauen oder Windräder.

Ein Energiesystem das vor allem auf Stromproduzenten beruht, die einmal sehr viel, dann aber wieder fast keinen Strom produzieren, ist allerdings mit heutigen Mitteln äusserst schwierig zu beherrschen. Ich möchte diesbezüglich noch einmal auf den Artikel von Herrn Grüter auf scilogs verweisen Wunschdenken – die ausgeblendeten Probleme der Energiewende. Auch Randolf Janker schreibt in seinem Kommentar von Randolf Janker. 14.09.2011, 21:1 schreibt zurecht Der zügige Ausbau der eneuerbaren Energien schafft in den Wintermonaten keine Entlastung der Situation.

An anderer Stelle im Blog wurde erwähnt, dass eine rein erneuerbare Energielösung für die Schweiz, die Produktionslücken mit Speichern abdeckt, 20 oder noch mehr neue Pumpspeicherkraftwerke erfordert.

Tatsächlich gibt es nur eine Lösung für ein EE-dominiertes Energiesystem, die mit vernünftigem Aufwand schon heute funktioniert und die in Deutschland wahrscheinlich noch auf Jahrzehnte hin verwendet wird: Man hat soviele Reservekraftwerke/Backupkraftwerke, dass man im Notfall allen benötigten Strom damit erzeugen kann. Für CH würde das bis zu 10 Gaskombikraftwerke in Wartestellung bedeuten. Wenn zuwenig Sonne scheint oder Wind bläst, springen diese in die Lücke.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

@werner witschi:
http://www.ewb.ch/de/uploads/media/100824_Medienmitteilung_Fakten_KVA_Forsthaus_angepasst_Finanzierung.pdf

Auf Seite 3 von 4 sehen Sie klar, dass der überaus grösste Teil der Anlage im Forsthaus (ewb-Anlage) eben doch mit Gas betrieben wird. Das macht rund 100’000 Tonnen CO2 pro Jahr aus.
Viele Grüsse

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Wie hoch ist der Ausstoss an CO2 bei der Gewinnung des Rohmaterials für die Atomenergiegewinnung. Wenn diese auf gleichem Level hoch ist, wie die Gaskraftwerke dann lieber Gaskraftwerk (ohne Radioaktivität). Ausserdem lassen sich Gaskraftwerke viel schneller an- und abstellen als ein Atomkraftwerk, als ergänzungskraftwerk in den 6-8 windstillen und sonnenlichtarmen Tage in Europa wäre diese Wahl eine sehr effiziente.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

@Kommentar von Thomas Maeder. 16.09.2011, 7:27
„Hallo Herr Dittmar, Dass der Uranpreis in die Zukunft ansteigt, ist Wahrscheinlich.“

Je nach der Entwicklung beim Ein/Austieg!

„ Ihr Beitrag finde ich aber nicht sehr realistisch:
http://arxiv.org/pdf/1106.3617v2

Der Punkt ist: mein Model beschreibt die Vergangenheit
und macht Vorhersagen die man testen kann.
So funktioniert eigentlich die Wissenschaft.

Meine Analyse zeigt auch das Uranressourcen in der Vergangenheit
immer ueberschaetzt wurden, egal was der Preis ist
und das Deposits sehr sehr endlich sind und die Planungen
fuer neue Minen sehr mager sind.

„Vgl. mit anderen Quellen:
http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=how-long-will-global-uranium-deposits-last
http://web.mit.edu/mitei/docs/spotlights/nuclear-fuel-cycle-nfc-119.pdf

sowie die Red Books de IAEA/NEA

Ja, kenne ich. Die basieren die Analyse auf dem was irgendwo
im Bodel liegt und eventuell abgebaut werden koennte.

Aber eben, wie ich in meiner Analyse zeige, die stimmen
nicht mit der Praxis der letzten Jahre und Jahrzehnte.

In der Wissenschaft gibt man Modelle die so versagt haben eigentlich auf! In der Politik und Oekonomie ist einem das egal.

„Frage ist, was ist die “Schmerzgrenze” beim Uranpreis?“

Nein, eben nicht! Die Frage ist wie viel Uran kommt pro Jahr aus
dem Boden und wie viel wird gebraucht.

Hier noch mal der wichtige Satz aus der IAEA/NEA Presse Erklaerung
zum 2009 Red Book vom Sommer 2010:

http://www.oecd-nea.org/press/2010/2010-03.html

In addition, current projections of uranium mine production capacities could satisfy projected high-case world uranium requirements until the late 2020s. However, given the challenges and length of time associated with increasing production at existing mines and opening new mines, it is unlikely that all production increases will proceed as planned.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 14.09.2011, 10:16
Hallo Herr Dittmar,
Dass der Uranpreis in die Zukunft ansteigt, ist Wahrscheinlich. Ihr Beitrag finde ich aber nicht sehr realistisch:
http://arxiv.org/pdf/1106.3617v2
Vgl. mit anderen Quellen:
http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=how-long-will-global-uranium-deposits-last
http://web.mit.edu/mitei/docs/spotlights/nuclear-fuel-cycle-nfc-119.pdf
Frage ist, was ist die „Schmerzgrenze“ beim Uranpreis? Wegen dem winzig kleinen (<5%) Anteil von U3O8 an den totalen Kosten (und den künftig höheren Strompreisen…), liegt diese Grenze sicher weit über $200/kg. Bei diesem Preis ist die Verfügbare Menge gewaltig!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Ja guten Morgen Herr Holzherr

Die berühmten ausgeblendeten Probleme, ich geb mich da geschlagen. Stimmt, würde Mühleberg gebaut, mit einer dreifachen Kapazität, die anderen geplanten auch mit viel grösseren Kapazitäten, die wären natürlich einfach auf den bestehenden Leitungen ans Netz gegangen. Mühleberg, das, mit Vorbehalt, nicht mal am europäischen 380 kV Netz hängt, hätte das Gigawatt einfach mal so an die Leute gebracht, ohne Netzausbau, einfach so, die BKW kann das. Herr oder Frau XY, der/die 5 kWp auf dem Dach hat, dafür muss das Netz natürlich mit einem gigantischen Aufwand ausgebaut werden.

Herr Holzherr, ihr Argument greift nicht, Netze müssen so oder so ausgebaut werden. Wenn ich aber nun ein grosser Produzent bin, mach ich dies natürlich lieber zu meinen Gunsten.

Es gibt verschiedene Ansätze:

-hätte, würde, täte, möchte, könnte
oder
-hat, wird, tut, will, macht

Grüsse aus Kernenried, Werner Witschi

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

@Ch. Wasserfallen: In Ihrem Artikel kommt das Thema „Strom sparen“ viel zu kurz. Dies ist aber nicht nur eine Problem dieses Artikels, sondern ein Problem der gesamten Diskussion um das Thema Atomausstieg.

Es geht immer nur um erneuerbare Energien und Ökostrom. Wenn der Stromverbrauch auf dem aktuellen Niveau bleibt, wird es bei der Stromversorgung gerade in diesem und in kommenden Wintern (vgl. Aussagen des BDEW) sehr angespannt werden. Der zügige Ausbau der eneuerbaren Energien (vgl. http://www.oekostromanbieter.org/oekostromanbieter-blog/101-208-prozent-oekostrom.html ) schafft in den Wintermonaten keine Entlastung der Situation. Das Thema „Strom sparen“ sollte mehr in den Fokus gerückt werden. Dann können die Klimaziele auch erreicht werden..

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

@Kommentar von Roger Sternberg. 13.09.2011, 17:08
@Kommentar von werner witschi. 13.09.2011, 14:03

Sehr geehrter Herr Sternberg,

Sie schreiben: Ein Blick auf die andere Seite des Rheins zeigt: Bald jedes Dach verfügt über eine Fotovoltaik-Anlage, auch Oekononmiegebäude landwirtschaftlicher Betriebe, ganze Gewerbepärke funktionieren dort energieautark.

Energieautarke Gebäude wären toll. Doch heute muss der Besitzer einer Fotovoltaikanlage seinen Strom ins Netz einspeisen, weil eine Batterie für die autarke Speicherung viel zu teuer wäre.

Herr Witschi gibt in seinem Kommentar (Zitat)bei einer Sanierung oder bei einem Neubau, eine positive Energiebilanz zu erreichen, mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Rechnungen für den Fremdenergiebezug zu null gehen. immerhin zu, dass eine Fotovoltaikanlage vor allem die Rechnung des Stromerzeugers entlastet nicht aber das Netz.

Tatsächlich wird Deutschland in Riesenprobleme hineinlaufen, sobald der Fotovoltaikanteil 20 oder 30% des erzeugten Stroms übersteigt, weil dann überschüssiger Strom irgendwo „entsorgt“ werden muss und es in Deutschland – und natürlich auch in der Schweiz – nicht genügendend Leitungen und Speicher für überschüssigen Strom gibt. Einen guten Artikel dazu finden sie auf scilogs. Er hat den Titel Wunschdenken – die ausgeblendeten Probleme der Energiewende

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

Hallo Herr Maeder,
eine kurze Antwort zu:
@Kommentar von Thomas Maeder. 13.09.2011, 23:56
@Michael Dittmar: 2000 W-Gesellschaft ??!!
– El. Verbrauch in CH (nach BfE-Statistik): 64 TWh in 2010
– Durchschnitt pro Kopf: ≈940 W (elektrisch)
– Durchschnitt pro Kopf: ≈370 W (elektrisch, Kernkraft)
Das Wegfallen der 370 W würde uns nicht sehr weit bringen.

klar, mein reden! Kernkraft macht eben nur einen kleinen
(weltweit) winzigen Teil des Energiemix.
Man sollte die Kernkraft mit all ihren ungeloesten Problemen
eben als Teil unseres Energieproblems und nicht als
(Uebergangs)Loesung betrachten.

in dem Zusammenhang interessiert vielleicht mein
Beitrag/Vortrag beim Weltresource Forum in Davos naechste Woche
.. http://arxiv.org/pdf/1106.3617v2

Warum geht also die ganze Energiediskussion nur um
pro oder contra KKW?

Gerade in der Schweiz sollte man sich wirkliche Gedanken
bezueglich Oelpeak und dessen Folgen machen.

Oel macht rund 55% des Mix aus!
(und ohne graue Oel Energie bei allen Importen).

zu .. der Kernkraft in Deutschland
im Jahr 2010 waren es 133 TWh (aber das ist nur ein Detail)

@Ch. Wasserfallen:
Zum Thema Atomausstieg und Klima kann man leicht die Frage für unseren nördlichen Nachbarn beantworten:
Kernkraft in Deutschland bis 2010: ca. 150 TWh/Jahr
Ersatz durch Kohle (∆≈+0.9kg CO2/kWh): ca. +135 Mt CO2/Jahr
Vgl. mit CO2-Ausstoss der ganzen Schweiz: ca. 41 Mt CO2/Jahr
In dieser Weise kreiert Deutschland mehr als 3 “CO2-Schweize”!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Michael Dittmar: 2000 W-Gesellschaft ??!!
– El. Verbrauch in CH (nach BfE-Statistik): 64 TWh in 2010
– Durchschnitt pro Kopf: ≈940 W (elektrisch)
– Durchschnitt pro Kopf: ≈370 W (elektrisch, Kernkraft)
Das Wegfallen der 370 W würde uns nicht sehr weit bringen.

@Ch. Wasserfallen:
Zum Thema Atomausstieg und Klima kann man leicht die Frage für unseren nördlichen Nachbarn beantworten:
Kernkraft in Deutschland bis 2010: ca. 150 TWh/Jahr
Ersatz durch Kohle (∆≈+0.9kg CO2/kWh): ca. +135 Mt CO2/Jahr
Vgl. mit CO2-Ausstoss der ganzen Schweiz: ca. 41 Mt CO2/Jahr
In dieser Weise kreiert Deutschland mehr als 3 „CO2-Schweize“!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

Sehr geehrter Herr Wasserfallen
Ich nehme an, Sie haben sich intensiv mit den ETH-Ergebnissen anlässlich des ETH-Energiegespräches auseinandergesetzt. Auch die Frage des Energienetzes wurde geprüft. Die 7 Thesen zur Energiezukunft der Schweiz halten die Energiestrategie 2050 des Bundesrates für möglich. Ich wohne hier direkt an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg. Ein Blick auf die andere Seite des Rheins zeigt: Bald jedes Dach verfügt über eine Fotovoltaik-Anlage, auch Oekononmiegebäude landwirtschaftlicher Betriebe, ganze Gewerbepärke funktionieren dort energieautark. Warum ist das bei uns noch nicht so fortgeschritten? Warum werden diese Potenziale nicht gefördert? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür! Wann wenn nicht jetzt? Wenn wir es also so kleines Land nicht bewerkstelligen, wer dann? Wo bleibt Ihr Mut? Welche Antworten haben Sie für unsere Nachkommen parat auf nicht angenehme Fragen, sofern wir nicht endlich die richtigen Weichen stellen. Mir gefällt der Vorschlag von Ständerat Schwaller für eine regelrechte Energieoffensive! Und ich vertraue unserem Bundesrat, der Energiestrategie 2050, weil ich glaube, dass damit mehr Chancen als Risiken verbunden sind! Sonst hätte der Bundesrat diesen Weg nicht vorgeschlagen! Bitte helfen auch Sie mit! Danke!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

Die jährlichen 50 Mio t CO2 Emissionen der Schweiz müssen bis 2020 um 20% also um 10 Mio t pro Jahr reduziert werden (Nationalratsbeschluss in Anerkennung der Klimaproblematik). Bei aller Würdigung der bisher „freiwillig“ erreichten Reduktionen, diese sind bei weitem, um Faktoren nicht ausreichend. Die wichtigste Massnahme, auch im Sinn von marktwirtschaftlichen Lösungen – siehe auch These 7 der ETH Studie ( http://blogs.ethz.ch/klimablog/2011/09/02/eth-studie-thesen-zur-energiezukunft-schweiz/#more-8092 ) wäre die Herstellung von Kostenwahrheit bei fossilen Energieträgern also eine CO2 Abgabe. Warum wurde heute eine Abgabe auf Treibstoffe vom Nationalrat abgelehnt? Auch von Abgeordneten, die gerne auf die Klimaproblematik hinweisen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

Absurd ist meiner Meinung nach in erster Linie die Frage, die als Titel für diesen Artikel dient. Sowohl der Atomausstieg wie auch die Klimapolitik sind Herausforderungen, die im Sinne einer nachhaltigen (Energie-)zukunft von der Politik mit aller Konsequenz angegangen werden sollten. Es ist an der Politik, endlich glaubwürdige langfristige Rahmenbedingungen zu setzen, damit beide Ziele tatsächlich auch erreicht werden können. Das heutige Ergebnis der Parlamentsdebatte zeigt, dass gerade die bürgerliche Seite (die offensichtlich auch unter der fast schon peinlich einseitigen Einflussnahme der Wirtschaftsverbände und der Stromlobby steht) davon noch unendlich weit entfernt zu sein scheint. Gerade von jüngeren Politikern, deren Generation irgendwann die Folgen dieser Verzögerungstaktik ausbaden muss, würde ich erwarten, dass sie sich konsquenter dafür einsetzen, dass man sowohl in der Klima- wie auch in der Energiepolitik endlich entschiedener auftritt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 3

JA, der faz-Artikel ist ja vom 20. März. Ob Herr Brook immer noch die selben Antworten geben würde, ich weiss dies nicht.

Parallel höre ich gerade die Diskussion auf DRS1: Herr Wasserfallen, in der neuen KVA der Stadt Bern wird Holz berbrannt, kein Erdgas, soweit meine Informationen. Gut, die Sendung ist nun vorbei und so kann keine Korrigenda nachgereicht werden.

Mit meinem einfachem Gemüt halte ich mich immer an die selben Fakten: 1/3 des Endenergieverbrauchs betrifft die privaten Haushalte. Gefragt ist Energieeffizienz und solare Nutzung. Die Herausforderungen sind überschaubar, sei dies bei einer Sanierung oder bei einem Neubau, eine positive Energiebilanz zu erreichen, mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Rechnungen für den Fremdenergiebezug zu null gehen.

Da kommen wir dem Problem so langsam auf die Schliche und dies hat nichts mit AKW, Klimaerwärmung oder Gaskombi zu tun, es hat ganz einfach damit zu tun, dass im Energiemarkt die Karten neu gemischt werden. Sind heute einige wenige Marktplayer am Markt, sind dies künftig hunderte, tausende, alle die Strom ins Netz liefern und alle, die sich die Wärme selber vom Dach holen und nicht übers Netz. Marktanteile zu verlieren ist nciht jedermanns Sache, aber für eine unabhängige Energieversorgung der Schweiz unumgänglich.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

Die Grünen und Grünliberalen behaupten, dass man mit erneuerbaren Energien die Atomenergie ersetzen kann. Die Frage ist zu welchem Preis und wie zuverlässig die alternativen Energien sind. Ich halte nichts von der Verteufelung der Atomenergie.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 4

Sehr geehrter Herr Wasserfallen,

als Politiker solten sie eigentlich in der Lage sein, Signale aus der Bevölkerung, wie den Wunsch nach dem Atom-Ausstieg richtig interpretieren zu können: Das ist zuerst einmal einfach ein „Nein“, eine ablehnende nicht unbedingt rational durchdachte Einstellung, die nicht schon die Alternativen parat hat.
Wer die Gefahren der Atomenergie als sehr hoch einschätzt für den ist alles andere besser, auch wenn man noch nicht so genau weiss was das andere ist.
Und ja, die einfachste Alternative zu den AKW’s sind Gaskraftwerke und/oder Importstrom. Sollten die Gaskraftwerke aus regulatorischen Gründen in der Schweiz zu teuer zu stehen kommen, wird der Strom halt importiert. Sogar Schweizer Grüne lassen verlauten Alternativstrom sei viel schneller im Ausland zu aquirieren als hier. Mit grosser Sicherheit wird – anders als in Deutschland das jetzt seine geplanten 26 Kohlekraftwerke baut – nur ein kleiner Teil der Ersatzenergie für die AKW’s in der Schweiz selber erzeugt werden. Sie selber liefern ein weiteres Argument für Importstrom, wenn sie schreiben: Zwei bis drei neue grosse Gaskraftwerke stossen im besten Fall drei Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr aus. Wer und wie das zu kompensieren ist, weiss heute niemand. Wenn der Strom – egal welcher Sorte – aber im Ausland produziert wird, hat man dieses Problem nicht. Wer will denn so genau nachrechnen woher der ausländische Strom kommt und wie er produziert wird. Zudem schaut man einem geschenkten (oder auch gekauften) Gaul nicht ins Maul.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 3

Falsch gestellte Fragen bzw angebliche Alternativen
fuehren automatisch zu absurden Antworten!

„Ersetzen wir die Atomkraftwerke, Stromimporte aus Kohle- und Kernstrom mit Gaskraftwerken, müssen wir uns der Konsequenzen bewusst sein:

Richtig!

Aber warum sparen wir nicht einfach die 40% ein?
Im Rahmen der 2000 Watt Gesellschaft war das angeblich
kein Problem.

„Zwei bis drei neue grosse Gaskraftwerke stossen im besten Fall drei Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr aus.“

Richtig.. (unter der Annahme das Gas kommt aus der Leitung
und aus einem befreundeten Land, welches?)

„Wer und wie das zu kompensieren ist, weiss heute niemand.“

Herr Wasserfallen wie erklaeren sie das den Klimawandel
Skeptikern, die gleichzeitig nicht an die endlichen Ressourcen
von Oel, Gas und Kohle (und Uran) glauben.

Glauben sie selber an die endlichen Ressourcen
(Wir muessen das Oel verlassen bevor es uns verlaesst F. Birol)

Wenn man die Situation so betrachtet dann
beantworten sich obige Fragen wie von selbst!
Nicht genug Uran, nicht genug Gas und nicht genug Atmosphaere
fuer den CO2 Ausstoss!

Und schon haben wir die Absurditaet ihrer Ideen zur
„Energiezukunft“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 3

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