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Atomenergie: Nicht mehr Übergangstechnologie sondern Langfristoption

09.09.2011 von

Es ist bemerkenswert, wie die Politik mit der Atomenergie umgeht. Während Jahrzehnten wurde sie als Übergangstechnologie bezeichnet. Doch am 30. August 2011 hat die Energiekommission des Ständerats (UREK-S) sie zur Langfristoption erklärt. Beide male ging es ums Gesichtwahren der unterlegenen Seite.

Lange haben die Befürworter der Atomenergie den Gegnern zugestanden, dass die Atomenergie keine Langfristoption sei, sondern eine Übergangstechnologie. Die Absicht war, die Gegner nicht allzu sehr darüber zu verärgern, dass Atomkraftwerke gebaut und betrieben werden. Die Sprachregelung gab gleichzeitig den Gegnern die Möglichkeit, prinzipiell gegen Atomenergie zu sein, ohne für unpopuläre Sofortmassnahmen eintreten zu müssen.

Nun hat sich die Situation gekehrt: In der UREK des Ständerats haben jetzt, nach Fukushima, die Gegner der Atomenergie den Befürwortern zugestanden, dass Atomenergie allenfalls langfristig doch eine Option sein könnte, falls sie sicherer werde.

Energiepolitik muss langfristig sein

Als die Atomenergie mehrheitsfähig war, wurde sie als «Übergangsenergie» bezeichnet. Jetzt, wo die Mehrheit des Stimmvolkes und der Politiker offensichtlich für den Ausstieg aus der Atomenergie ist, wird die Hoffnung der Kernenergiebefürworter auf den Bau weiterer Anlagen nicht begraben, vielmehr werden sie auf die Zukunft vertröstet. Offensichtlich wird die langfristige Beurteilung gerne der kurzfristigen Entscheidungshoheit geopfert.

Die Energiewirtschaft gleicht jedoch einem Supertanker. Energieproduktionsanlagen und viele Energieverbrauchsgüter (z.B. Häuser) haben eine lange Lebensdauer und können nicht alle von heute auf morgen ersetzt werden. Zudem brauchen Veränderungen von Gewohnheiten und Institutionen viel Zeit. Kursänderungen in der Energiepolitik wirken sich nur im Laufe von Jahrzehnten aus. Die Geringschätzung der langen Sicht ist in der Energiepolitik nicht angebracht.

Es braucht einen Plan B

Im ersten Moment war ich erfreut über die Einschätzung der UREK-S, dass die Atomenergie eine Langfristoption sein soll. Die Sicht der Dinge entspricht der, die ich persönlich schon Jahrzehnte gehabt habe. Die Atomenergie ist eine immer noch sehr neue Technik und die bis vor kurzem geplanten Werke sind bezüglich Sicherheit sub-optimal. Man hätte nach Tschernobyl sichere Typen entwickeln müssen.

Wäre der Entscheid der UREK-S nicht als Trostpflaster für die Befürworter gemeint, sondern «gouverner, c’est prévoir», dann hätte er eine bescheidene, aber vielleicht wegweisende positive Auswirkung auf die Energieforschung, auf die Atomkraft-Branche und auf unsere Energiezukunft. Denn «prévoir» (vorausschauen) bedeutet für mich bezüglich Energiepolitik, dass es auch einen Plan B braucht. Als jemand, der Jahrzehnte lang Bemühungen zum Energiesparen analysiert hat, empfehle ich einen solchen Plan B für den Fall, dass das Energiesparen nicht ganz so einfach wird, wie viele das heute meinen. Ich fürchte, dass das modische Wort «Energieeffizienz» die Energiepolitiker noch immer blendet, obwohl die Energiesparpolitik der vergangenen 35 Jahre ihr Ziel nicht erreicht hat. Die grossen Erfolge beim energieeffizienten Bauen zum Beispiel wurden durch die Zunahme der Wohnflächen vollumfänglich aufgefressen.

Energiesparen ist erstrebenswert, technisch leicht möglich, volkswirtschaftlich kein grosses Problem, aber politisch und gesellschaftlich eine riesige Herausforderung. Dasselbe gilt für den massiven Ausbau der neuen erneuerbaren Energien. Diesen Herausforderungen sind wir – ohne Krise – wohl kaum gewachsen.

Zum Autor

Daniel Spreng ist emeritierter Professor und forscht in den Bereichen Energiewirtschaft und Energieanalyse. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (22) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Hallo Herr Mollet,

zu viele Dinge auf einmal.
(Besprechen wir die „nicht“ nuklearen Fragen mal woanders
und vielleicht bei einem Drink.. nach dem Film(?)
Donnerstag 1.12.2011 17:30: „A Call of Life“
http://www.calloflife.org/
und schauen und studieren Sie mal auf meine Seite
http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/ smile)

nun zu:

„Eine Frage, warum wurde ihrer Meinung nach das MSR-Projekt eingestellt?“

Weiss nicht.. Fragen Sie doch mal bei der WNA an..
bin gespannt was die antworten werden.

Vermute, die Resultate waren damals nicht so gut
wie das heute dargestellt wird.
(die Alternative waere immer noch die Verhinderung
durch den militaerischen-industriellen Komplex..)

„Es muss, wenn es nach ihnen geht, einen Grund geben, wodurch die Erfolgswarscheinlichkeit beim LFTR kleiner ist als beim schnellen Brüter.“

Ich vermute mal, wenn man das Experiment durchfuehrt
ist der Neutronenfluss zum Brueten („dank“ vieler
Spaltungsisotope) zu klein und die Reaktivitaet
auf Dauer nicht so einfach zu kontrollieren.
Aber alles Spekulation solange man keine genaue Daten
bekommt../hat.

zu:
|“Ansonsten.. Sie wollen wirklich hoehere Steuern fuer
|die Reichen? “Wir” machen doch genau das Gegenteil.”
und
„Ich Bezog mich auf die EEG-Umlage und nicht auf die weltweite Verteilung von reich und arm, dagegen kann man auch mit unmengen Geld kaum was ändern.“

Ok, leider wahr!

„Ich spreche von unsozialen Steuern, die an “reiche” PV-Anlagenbesitzer gehen.“
(lassen wir mal die Superreichen weg.. da gibt es noch ganz
andere Steuergeschenke..)

aber, das ist ein interessanter Punkt:
Idealistische(?) Mittelklasse(?) Hausbesitzer bekommen Steuerverguenstigungen
fuer bessere Fenster, Isolierung und Solarpanels etc etc

Zahlt es sich fuer diese Idealisten aus?
(nach 20 Jahren und mit Glueck)

Und jetzt die Preisfrage:
Wer verdient daran wenn es weder die ohne Haeuser
noch die Hausbesitzer sind?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Dittmar
Eine Frage, warum wurde ihrer Meinung nach das MSR-Projekt eingestellt?

Es muss, wenn es nach ihnen geht, einen Grund geben, wodurch die Erfolgswarscheinlichkeit beim LFTR kleiner ist als beim schnellen Brüter.

„Ansonsten.. Sie wollen wirklich hoehere Steuern fuer
die Reichen? “Wir” machen doch genau das Gegenteil.“
Ich Bezog mich auf die EEG-Umlage und nicht auf die weltweite Verteilung von reich und arm, dagegen kann man auch mit unmengen Geld kaum was ändern.
Ich spreche von unsozialen Steuern, die an „reiche“ PV-Anlagenbesitzer gehen.

„und nur wenn das Steuer Geld fliesst ..!“
Soviel ich mitbekommen habe, sind dort viele der Meinung, dass das der LFTR privat finanziert werden soll.

Natürlich ist der CO2-Ausstoss(CO2 ist kein Problem ;)) ein Problem, die Frage ist eher, wie gross dieses Problem ist.
Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie sinnvoll es ist, CO2 zu sparen.
z.B. wenn bei den EE irgendwie das Speicherproblem gelöst wird und diese auch massiv günstiger werden oder der LFTR entwickelt wird, halte ich es für sinnvoll einige Mehrkosten
Anderseits ist es mit heutiger Technologie meiner Meinung nicht sinnvoll und vorallem nicht realisierbar weltweit CO2 zu sparen.
Da sind wir warscheinlich besser beholfen die Auswirkungen zu bekämpfen(Küstenschutz, DDT gegen Malaria, besserer Hochwasserschutz usw.) und (mögliche) positive Auswirkungen nutzen(z.T. besseres Pflanzenwachstum, weniger Kältetote(überkompensieren warscheilich ja die Hitzetoten), Ergrünen der Sahara usw.).

Zudem halte ich es für wahrscheinlich, dass es in diesem Jahrhundert auch in Afrika fertig mit den Kleptokratien ist, und sich diese Länder entwickeln können.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Mollet,

schoen wenn sie auch nicht an die absurde Theorie
des Komplotts der existierenden Nuklear Lobby gegen den
Wunder Thorium Reaktor glauben.

Die Leute der Thorium Website die Sie quoten glauben daran.
Auf ne Art, ihre Aussage „Welche Laender haetten denn…“

Die Frage waere besser .. welche Laender nicht?

unbekannt? Seit mehr als 35 Jahren hoere ich von diesem
Wunder Reaktor in der einen oder anderen Form..
(der Kaiser wartet immer noch auf seine neuen Kleider.. smile)

in ihren Artikel.. Conclusions steht:

Overall power costs of the traditional Single Fluid Breeder design have been estimated to be lower by a small amount than LWR costs (Rosenthal et al., 1972; Moir, 2002; Moir and Teller, 2005),

also seit 1972 .. und sie glauben niemand liest solche fundamentalen Artikel in einer Welt wo man praktisch alles macht
um Geld zu machen..

aber es steht noch mehr da:

„Design and modeling work is ongoing by the author and others on these designs and numerous others giving the versatility to adapt to unforeseen design obstacles.“

also, wie schon geschrieben ..

Wunschdenken!

zum Gen IV Forum.. Ich glaube sie kennen ihre eigenen Quellen
nicht.

Lesen Sie einfach mal was ihre Thorium Website Leute
zum Gen IV Forum/Programm schreiben
sowie was das Gen IV Forum eigentlich macht..
Was ich gesehen habe:
bla bla bla.. (und nur wenn das Steuer Geld fliesst ..!)

Ansonsten.. Sie wollen wirklich hoehere Steuern fuer
die Reichen? „Wir“ machen doch genau das Gegenteil.

Wollen Sie wirklich das Geld aus reichen Laendern
in die armen Laender geben?

CO2 Problem..

Ist das fuer Sie ein Problem?

Falls ja, was schlagen Sie vor um unseren Verbrauch an
fossiler Energie zu reduzieren?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Die angebliche “Conspiracy” den Thorium Wunder Reaktor
zu verhindern ist auch laecherlich.“
Habe ich irgendwo von einer Verschwörung gesprochen?

„Rein pragmatisch.. wenn es tatsaechlich alles so simple waere
haetten das schon etliche Laender realisieren koennen.
Haben sie aber nicht! “
Mir gefählt es halt, wenn man versucht, das Konzept möglichst einfach zu halten, siehe hier:
http://www.ecolo.org/documents/documents_in_english/MSR-Molten-salt-reactor.pdf
Damit sollte man den Reaktor auch beliebig gross bauen können.
Welche Länder hätten denn darauf setzen sollen?
Imerhin müssten sie dann Kentnisse vom Konzept haben, leider war es aber ziemlich unbekannt.
Zurzeit setzten ja China, Japan, FliBe Energy und das Generation IV Forum auf das Konzept, wobei letztere (noch) zu wenig Geld haben oder investieren.

„Was schlagen Sie vor wie man Reich–> Arm umverteilt
und gleichzeitig den Planeten lebenswert laesst?“
z.B. indem es über die direkten Steuern finanziert wird.
Zudem möchte ich noch anmerken, dass WKAs und PV-Anlagen kaum zu CO2 Einsparungen führen, durch den schlechteren Nutzungsgrad stossen die konventionellen Gas und Kohlekraftwerke pro kWh mehr CO2 aus. Ich finde dieses zusätzliche CO2 sollte man den WKAs und PV-Anlagen anrechnen.

„Zusaetzlich vielleicht noch:
ein Disaster bei den neuen erneuerbaren ist vermutlich harmloser
als Fukushima etc. “
Wenn ein Desaster bei den Erneuerbaren ein mehrtägiger Stromausfall ist, sieht es warscheinlich schon anders aus. Aber das ist Ansichtssache. Nur von den Toten ist wohl ein Stromausfall schlimmer (noch schlimmer, sollte schwache radioaktive Strahlung positive Wirkung haben).
Bei den Kosten währe man wohl auch ziemlich schnell auf dem selben Niveau
Bleiben nur noch die Flächen, die nicht mehr für Landwirtschaft verwendet werden können.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Stimmt, der Reaktor ist kein Brüter, aber das Konzept des LFTRs hat gut funktioniert“

Also ich wuerde sagen der „winzige“ 6 MWtherm Reaktor
ohne jedes Brueten und mit x% spaltbarem Startmaterial
(sehr hoch?) hat scheinbar funktioniert.

Das beweist gar nichts! Kleine Reaktoren koennten wir
beide vermutlich auch zuammen bauen.

„grosse Schwierigkeiten der Bau eines Brüters eigentlich nicht bereiten.“

Das ist Wunschdenken! Die Schwierigkeiten beim
Schnellen Brueter von U238–>Pu239 zeigen
das eine Extrapolation von kleiner Leistung auf das 100 oder
1000 fache alles andere als trivial ist.
Die angebliche „Conspiracy“ den Thorium Wunder Reaktor
zu verhindern ist auch laecherlich.

Rein pragmatisch.. wenn es tatsaechlich alles so simple waere
haetten das schon etliche Laender realisieren koennen.
Haben sie aber nicht!

„Ich denke Sie können mit mir übereinstimmen, dass da die Erneuerbaren Energien vor weit grösseren Problemen stehen, schliesslich existiert kein Konzept, wie die Energie nur im Ansatz und in der erforderlichen Menge wirtschaftlich gespeichert werden kann.“

vor weit groesseren Problemen stehen?

Ich wuerde sagen beides funktioniert heute und in absehbarer
Zeit nicht. Deshalb sollte man damit nicht planen.
Weder die eine noch die andere Lobby noch ihre Anhaenger
haben ein Konzept auch nur einen Bruchteil der fossilen
Energien zu ersetzen!

Zusaetzlich vielleicht noch:
ein Disaster bei den neuen erneuerbaren ist vermutlich harmloser
als Fukushima etc.

am besten hoeren sie mal mein DRS 2 Gespraech von letzter
Woche.

„Würden Sie behaupten, dass die Arm–>Reich Umverteilung in Deutschland durch das EEG besser ist, als eine Investition von ca. 800-1000 Millionen Fr. in dieses Reaktorkonzept?“

Nein!

Was schlagen Sie vor wie man Reich–> Arm umverteilt
und gleichzeitig den Planeten lebenswert laesst?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Stimmt, der Reaktor ist kein Brüter, aber das Konzept des LFTRs hat gut funktioniert, grosse Schwierigkeiten der Bau eines Brüters eigentlich nicht bereiten.

Ich denke Sie können mit mir übereinstimmen, dass da die Erneuerbaren Energien vor weit grösseren Problemen stehen, schliesslich existiert kein Konzept, wie die Energie nur im Ansatz und in der erforderlichen Menge wirtschaftlich gespeichert werden kann.
(Für Deutschland sind zwischen 50-100 TWh nötig)
Ansonsten sind die EE weiterhin von konventionellen Kraftwerken abhängig und verschlechtern deren Umweltbilanz durch höhere Anlaufphasen und niedrigere Nutzungsgrade.

Würden Sie behaupten, dass die Arm–>Reich Umverteilung in Deutschland durch das EEG besser ist, als eine Investition von ca. 800-1000 Millionen Fr. in dieses Reaktorkonzept?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

hallo Herr Mollet,
stimmt den habe ich nicht erwaehnt.
aber:

in dem Wikipedia link steht:

„For simplicity, it was to be a fairly small, one-fluid (i.e. non-breeding) reactor operating at 10 MW(t) or less, with heat rejection to the air via a secondary (fuel-free) salt.“

also klein und kein Brueter Beispiel..

aber wie auch immer
mein Kollege der mir immer von dem Thorium Forum
vorschwaermt hat immer von dem Shippingport Reaktor
geredet. Deshalb habe ich dazu Material gesammelt.

also bleiben wir beim Status der Cargo Cult
Reaktoren .. bis wir mehr wissen und basieren unsere
Entscheidungen auf dem was wir heute wissen!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hmm, ich gebe zu, war ein bisschen versteckt, dachte es sei einfacher zu finden:
http://www.energyfromthorium.com/pdf/

Die Kosten des Brennstoffkreislaufs sind beim LFTR ja viel niedriger und einfacher als bei anderen Thoriumreaktoren, da der Brennstoff in flüssiger Form vorliegt und die Handhabung dadurch leichter ist.

Zudem ist mir aufgefallen, dass in ihrem Artikel das MSR-Experiment von 1965-1969 gar nicht erwähnt wird.
http://en.wikipedia.org/wiki/Molten-Salt_Reactor_Experiment
Mit 7.4 MWth hat dieser ja auch schon eine beachtliche Leistung gehabt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Mollet,

„Falls Sie sich wirklich mit diesem Reaktorkonzept auseinandersetzen wollen, kann ich Ihnen nur die Seite
http://energyfromthorium.com/

Kenne ich doch schon lange.

Aber, leider ausser schoenen Bildern und nicht nachpruefbaren
angeblichen Ergebnissen gibt es da leider nicht viel.

Lesen Sie als Alternative lieber bei der WNA
http://www.world-nuclear.org/info/inf62.html
A great deal of testing, analysis and licensing and qualification work is required before any thorium fuel can enter into service. This is expensive and will not eventuate without a clear business case and government support – abundant uranium is available.

Other impediments to the development of thorium fuel cycle are the higher cost of fuel fabrication* and the cost of reprocessing to provide the fissile plutonium driver material.

oder in meinem Artikel zum Thema (der Rest duerfte Sie auch
interessieren..!)
http://arxiv.org/abs/0911.2628
Danach sehen wir weiter.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Falls Sie sich wirklich mit diesem Reaktorkonzept auseinandersetzen wollen, kann ich Ihnen nur die Seite
http://energyfromthorium.com/
empfehlen.
Darauf solten sie alle nötigen Informationen finden, z.B. findet man alle Dokumente zum erfolgreichen MSR-Reaktorexperiment und praktish der gesamten wissenschaflichen Arbeit, die zu diesem Reaktorkonzept durchgeführt wurden.
Zudeminvestiert China 1 Mrd. in dieses Konzept, das aus sehr vielen Brüterkonzepten ausgewäht wurde.
Meines erachtens wird die Konstruktion aufgrund des niedrigen Druckes, der thermischnen Neutronen und dem Vorliegen des Brennstoffes in flüssiger Form, einfacher als jedes andere Brüterkonzept.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Mollet,

der Glauben kann bekanntlich „Berge“ versetzen.

Aber, koennten Sie vielleicht einige Details zu ihrem Wunder
Reaktor bringen.

Sie sind hoffentlich nicht Anhaenger
der Cargo Cult Science.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

habe deine Antwort leider uebersehen
(weil man nur die letzten 3 Kommentare sehen kann..)
aber:
Wenn du schreibst:

„Uns sollten eigentlich nur die nächsten 20 Jahre kümmern und dieser Zeit werden jährlich mehr und nicht weniger fossile Rohstoffe verbraucht.“

warum reden wir dann ueberhaupt ueber das Klima Problem
oder die Endlagerung oder Nachhaltigkeit?

Ich wuerde sagen
wir sollten Entscheidungen eben gerade in Hinblick auf die naechsten 100-200 Jahre treffen.

Eben: nicht „Nach uns die Sintflut“!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Meines Erachtens hat die Kernenergie 4 Grundlegende Mängel:
Es besteht ein minimales Sicherheitsrisiko
Es besteht ein Problem mit geringen Mengen von radioaktivem Abfall.
Es dauert sehr lange bis ein KKW in Betrieb gehen kann.
Kosten nehmen aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen zu, Uran aus dem Meer könnte zu 0.5-1.5 Rp./kWh höheren Brennstoffkosten führen.

Wie löst man diese Probleme?

Ganz einfach:
10-100 MWel grosse KKWs des LFTRs
Sicherheit:
Der Reaktor muss aktiv in Betrieb gehalten werden, gefhrliche Elemente wie Cs sind im Salz gebunden und können nicht freigesetzt werden. Zudem können Spaltprodukte laufend dem Reaktor entnommen werden.
Abfall:
Es fallen nur Spaltprodukte als Abfall an, von diesen müssen 17% länger als 10 Jahre gelagert werden(Rest 300 Jahre) zudem ist die Menge viel kleiner.
Inbetriebnahme
Durch die kleine Bauweise ist der Reaktor schon innerhalb 1-2 Jahre betriebsbereit, Bewilligungsverfahren können aufgrund identischen Bauweise drastisch gekürz werden.
Wirtschaftlichkeit:
Da der Reaktor mit Thorium betrieben wird und dieses auch nicht aufbereitet werden müss, fallen praktisch die gesamten Brennstoffkosten weg.
Zudem sind viele Sicherheitssysteme nicht mehr nötig und können gespart werden.
Der Reaktor arbeitet nicht unter hohem Druck, wodurch der Reaktor kleiner gebaut werden kann.
Die kleine Bauweise ermöglicht die Fertigung am Fliessband.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 12.09.2011, 13:58
Hoi Michael,
1) das fossile Zeitalter endet, wenn weltweit über mehrere Jahre und absehbar für immer jedes Jahr weniger fossile Rohstoffe verbraucht werden
2) flüssige Treibstoffe können aus konventionellem Öl, Ölsand, extraschwerem Öl, Ölschiefer, CTL, GTL und Biotreibstoffen gewonnen werden. Zählt man schwer förderbare Quellen zu den unkonventionellen, ist schon jetzt der Anteil von unkonventionellem Öl hoch, denn immer mehr wird aus der Tiefsee und neuerdings aus der Arktis gefördert. Nach Total Oil Reserves machen unkonventionelle Ölreserven 70% aller Reserven an flüssigen Treibstoffen aus. In den nächsten 10 Jahren wird wohl jedes Jahr mehr Öl gefördert werden. Und trotzdem wird der Ölpreis tendenziell steigen, denn die Nachfrage aus Asien wächst sehr stark. Die Schweiz wird in den nächsten 10 Jahren genügend, allerdings sicher nicht billigeres Öl als heute erhalten.
3) Der Kohleverbrauch wird selbst bei stagnierendem Ölverbrauch wegen stagnierendem Öl-Angebot steigen, vor allem in Indien und weiterhin in China – überhaupt in allen Schwellenländern. Nicht nur weil Kohle billig ist, sondern auch weil Kohlekraftwerke sehr schnell gebaut werden können. Kohle wird zudem ebenfalls unkonventionell gewonnen werden, z.B. durch Underground Coal Gasification

Längerfristig , das heisst, wenn man 20 oder mehr Jahre vorausschaut, ist der Nachschub an fossilen Rohstoffen tatsächlich nicht gesichert. Doch innerhalb der nächsten 20 Jahre ist noch vieles möglich. Uns sollten eigentlich nur die nächsten 20 Jahre kümmern und dieser Zeit werden jährlich mehr und nicht weniger fossile Rohstoffe verbraucht.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Ja, Energiepolitik muss langfristig sein!
Ja, wir stehen vor einer Herausforderung!
Ja, packen wir es an!

Nutzen wir es als unsere Chance.

Unsere Vorfahren haben z.B. die Abwasserverschmutzung als Herausforderung -trotz steigendem Wasserverbrauch- angenommen. Ihnen gehört unser Dank!
Wir sind durch die CO2-Belastung -trotz steigendem Energiebedarf- herausgefordert. Unsere Kinder, können Sie auch einmal über uns stolz sein?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Lieber Daniel Spreng,

Vor 33 Jahren, am 2. Oktober 1978, unterzeichneten nahmhafte Professoren, Wissenschafter und Politiker aus dem Raume Genf den „Appel de Genève“, den sie an alle Regierungen Europas richteten, mit der Bitte zur nuklearen Abrüstung und der Um- und Aufrüstung in erneuerbare Energien.

Die Schweiz hat während diesen 33 Jahren weniger in erneuerbare Energien investiert als fast jedes andere Land der Welt.

Trotzdem unser südliche Nachbar schon 1904 eine geniale alternative Energielösung durch Erdwärme entwickelt hatte, blieb Geothermie in der Schweiz ein Buch mit sieben Siegeln!

Wir verdanken der Erdölinsutrie, u.a. Chevron, das weltweit grösste Geothermiewerk in Kalifornien, The Geysers, das laut California Energy Commission, nicht nur die günstigste aller Energieformen, weniger als sieben Rappen die kilo Watt Stunde, liefert, sondern auch 4.5% zum kalifornischen Energiebedarf beisteuert!

Island versorgt sich zu 100% mit erneuerbaren Energien, wobei 75% aus Wasserkraft und 25% aus Geothermie stammen, aber die Fernwärme zu 90% kommt ebenfalls aus Geothermie und reduziert so die Abhängigkeit von Heizöl fast vollständig.

Alle erdölproduzierenden Länder werden die Erben dieser erbauten Infrastruktur sein, die sich mit wenig zusätzlichem Aufwand für Geotherm umwandeln lässt!

Die Schweiz, ein erdölarmes Land, wird vom Genuss dieses Erbes ausgeschlossen bleiben, kann aber, wie St. Gallen, sich mit Geothermie vorsorgen.

Geothermie ist, wie Wasserkraft, eine Grundlastenergie, welche zusammen mit Sonnen- und Windenergien alle AKWs ersetzen kann, wenn wir es wollen.

Wir werden sehr wohl auf die nukleare Energie verzichten können und dies schneller, als es die meisten denken!

Gruss

Lucas Wyrsch

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

@Kommentar von Martin Holzherr. 09.09.2011, 20:55
„Eine Ölverknappung gibt es jetzt schon. Nur ist es ein Irrtum zu glauben, das läute das Ende des fossilen Zeitalters ein.“

Wie definierst du das Ende des fossilen Zeitalters?
a) Wenn das Wachstum beim Oel beendet ist?
oder
b) wenn der letzte Tropfen fliesst?
oder
c) Wenn der Benzin-Preis die 2 Franken Grenze
ueberschreitet?
d) Wenn wir Menschen die Folgen des CO2
als potentielle Gefahr fuer das ueberleben unserer Spezies
erkennen?

„Die Verknappung des konventionellen Öls wird durch die Entwicklung unkonventionellen Öls und durch Ausweichen auf Gas und Kohle ausgeglichen.“

Ist Kohle wirklich eine Schweizer Option
56% unserer Energie kommt aus dem Oel
23%*56% aus der Wasserkraft (eher etwas weniger
wenn man die franz. Kernkraft als Primaerquelle der
Pumpspeicherkraftwerke zaehlen wuerde.

„ Vorübergehend kann es durchaus zu extrem hohen Ölpreisen und in der Folge zu Rezessionen kommen,“

in der letzten Rezession ist der Oelverbrauch in der Tat gesunken..

„aber dann werden eben als Reaktion vermehrt unkonventionelle Ressourcen angezapft wie venezolanisches Schweröl“

die Kapazitaeten der unkonventionellen Oelquellen
sind vergleichsweise gering und koennen eben
wegen des schlechterer EROEI niemals den Niedergang beim
konventionellen Oel ersetzen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Holzherr: „… wenn ganze Städte schon im Meer versunken sind (Meeresspiegelanstieg)“

Diese Gefahr besteht schon seit vielen Jahrzehnten, nämlich seit dem Ende der letzten Eiszeit. Versuchen Sie es doch einmal mit der Vorhersage des Weltuntergangs …

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 09.09.2011, 18:37

Hoi Michael,

Zitat: aber auch ohne .. in 40 Jahren gibt es nun wirklich keinen
Tropfen mehr und das schlimmste wird beim CO2 Problem
kann eben gar nicht passieren.

Eine Ölverknappung gibt es jetzt schon. Nur ist es ein Irrtum zu glauben, das läute das Ende des fossilen Zeitalters ein.

Die Verknappung des konventionellen Öls wird durch die Entwicklung unkonventionellen Öls und durch Ausweichen auf Gas und Kohle ausgeglichen. Vorübergehend kann es durchaus zu extrem hohen Ölpreisen und in der Folge zu Rezessionen kommen, aber dann werden eben als Reaktion vermehrt unkonventionelle Ressourcen angezapft wie venezolanisches Schweröl

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Hoi Martin,

ich dachte du bist ein Peak Oil Verstaendiger..
..

aber auch ohne .. in 40 Jahren gibt es nun wirklich keinen
Tropfen mehr und das schlimmste wird beim CO2 Problem
kann eben gar nicht passieren.

Es sei denn.. die Modelle sind viel zu optimistisch
(siehe arktisches Eis diesen Sommer mal wieder)..
und der Tipping point liegt schon hinter uns?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Die Auseinandersetzung mit der Atomtechnologie macht für mich immer wieder überdeutlich wie weit wir noch vom Ausstieg aus den fossilen Energien entfernt sind. Und zudem wie Herr Professor Spreng erwähnt, wie langsam sich die Dinge in der Energieversorgung grundsätzlich ändern.
Die Atomtechnologie hat schon seit 30 Jahren erbitterte Gegner, doch erst jetzt überdenken viele Länder ihre Haltung zu ihr.

Doch einige Argumente gegen die Atomtechnologie treffen nach heutigen Erkenntnissen genau so oder sogar noch stärker auf die fossilen Technologien zu. Nehmen wir das Argument mit dem Abfall, der noch nach Jahrtausenden ein Problem sei. Das trifft auf das aus fossilen Kraftwerken ausgestossenes CO2 noch viel mehr zu als auf radioaktive Abfälle, denn radioaktive Abfälle werden weltweit nur einige hundert Tonnen pro Jahr erzeugt, weltweit werden aber jährlich 30 Milliarden Tonnen CO2 technisch erzeugt. Eine so gewaltige Menge, dass die Endlagerung von CO2 im Untergrund (CCS) wohl noch lange ein Problem bleiben wird.

Nehmen wir die Entwicklung im Atomenergiesektor zum Masstab für die Entwicklung im fossilen Energiesektor, müssen wir wiederum in perfekter Analogie damit rechnen, dass auch in 30 Jahren fossile Energien immer noch eine entscheidende Rolle spielen werden.

Bleibt als allerletzte Analogie Fukushima: Auch die fossile Energieversorgung braucht ihr Fukushima um sie wirklich in Frage zu stellen und ein Umdenken zu bewirken. Ich bin fest davon überzeugt, dass die grossen Einsparungen im fossilen Bereich erst stattfinden werden, wenn ganze Städte schon im Meer versunken sind (Meeresspiegelanstieg) und das Klima nur noch mit Geoengineering einigermassen im Gleichgewicht gehalten werden kann.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Plan A = Atom kennen wir mit allen Konsequenzen, das Stichwort Endlagerung des Atommülls fehlt hier noch – Langfristoption? – in der Kürze des Einsatzes dieser Technologie haben wir langfristige Abfälle produziert – ohne Antwort auf deren Lagerung – und schwere AKW-GAU’s erlebt. Ebenso fehlt das Stichwort Kostenwahrheit, sowohl bei der Kern- als auch bei der fossilen Energie. – JA, wir brauchen einen Plan B: Energiekonzept 2050 liegt auf dem Tisch. Es ist eine grosse Herausforderung, das ist wahr. Sie ist nach heutigem Wissensstand mit gutem Willen umsetzbar. Der Bundesrat bewies Mut mit seinem Entscheid: Gouverner, c‘ est prévoir!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 4

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