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Energiewende und Klimaschutz sind kein Widerspruch

14.06.2011 von

Der Bundesrat will allmählich aus der Atomenergie aussteigen und die fünf Kernkraftwerke der Schweiz nicht mehr erneuern. Bis 2020, dem nächsten Meilenstein der Klimapolitik, soll demnach die älteste Anlage in Beznau stillgelegt werden. Diese Leistung von 365 Megawatt muss entweder eingespart oder anderweitig bereitgestellt werden.

Daraus ergeben sich zwei scheinbare Widersprüche zwischen Klimapolitik und Stromversorgung: (1) Viele CO2-senkenden Massnahmen ersetzen fossile Energie durch Strom, so zum Beispiel Wärmepumpen (statt Öl- oder Gasheizungen) oder Elektroautos (statt Benzinautos). (2) Werden AKWs durch fossil-thermische Anlagen wie zum Beispiel Gaskraftwerke abgelöst, wird mehr CO2 emittiert. Dieses muss andernorts eingespart werden.

Statt CO2 und Kilowattstunden gegeneinander auszuspielen, sind nun vor allem gleich gerichtete Massnahmen gefragt: Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung können sowohl Elektroboiler als auch Öl ersetzen. Wärmepumpen nutzen die Umgebungswärme und sind trotz Stromverbrauch eine bessere Alternative – sei es zu den 240‘000 Elektroheizungen in der Schweiz, die im Winter die 1.5-fache Strommenge des AKW Mühleberg fressen, oder zu den 840‘000 Ölheizungen.

Wichtigste Massnahme: Gebäude sanieren

Vorrang hat jedoch die verbesserte Wärmedämmung. Die Hälfte des Schweizer Gebäudeparks ist sanierungsbedürftig. Nicht nur schlecht isolierte, sondern auch unnötig beheizte Häuser verschwenden Energie. Gebäudetechnik könnte dafür sorgen, dass die Raumwärme besser reguliert und an die Gewohnheiten der Bewohner angepasst wird.

Neue Klimagesetzgebung wichtiger denn je

Das CO2-Gesetz gibt wichtige Impulse, um den CO2-Ausstoss und Energieverbrauch zu senken; unter anderem über das Gebäudeprogramm, das die Wirkung der CO2-Lenkungsabgabe verstärkt, sowie über technische Vorschriften bei Gebäuden und Personenwagen.

Der Zubau von Gaskraftwerken würde das Erreichen der Klimaziele nicht unmöglich machen, sondern zusätzliche Investitionen in CO2-mindernde Massnahmen auslösen. Kraftwerkbetreiber werden nämlich zur vollumfänglichen Kompensation ihrer Emissionen verpflichtet. Sie helfen somit dabei, den langfristig unabdingbaren Umbau der Infrastruktur voranzutreiben.

Zur Autorin

Andrea Burkhardt ist Abteilungsleiterin Klima beim Bundesamt für Umwelt (BAFU).

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Kommentare (26) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Pflanzen und Tiere brauchen keinen Strom. (Ich habe s.Z. von Hand gemolken!) Für die 4 Mio Schweizer, Stand während des Krieges, Tendenz abnehmend, hätten wir ohne AKW’s Strom in Hülle und Fülle! Aber für die 4 Mio Zuwanderer seither, dazu ghört auch die 2. und 3. Generation, brauchen wir eben die AKW’s und viel Negatives dazu. Dass wir dabei die Natur vergewaltigen ist Teil unserer linken und rechten Politik. (Wachstum über Alles!!!)
Das „Schweizlein“ ist längst „Übernutzt“.
Gilt auch für das CO2 Problem und alle anderen Umweltsünden.

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Klimaschutz. Neue Energie. Unzertrennlich und gleich wichtig.
In verschiedene Möglichkeiten wird investiert, jedoch welche Neu-Energie wird keinen Nebenschaden verursachen.
Ohne Sonne kein Leben. Es wird die Sonnenenergie sein die ohne Schaden die Weiterexistenz der Menschheit garantieren wird. Klimaschutz ist Solarenergie. Wenn Forschung und Investitionen in diese Richtung gebracht werden, dann werden wir früher als vorgesehen von dieser Zukunftsenergie profitieren können.
Eines Tages werden wir die Solarzellen in den verschiedensten Materialien finden und unser Leben wird sich total verändern.
Visionen existieren um realisiert zu werden.

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Guten Morgen Herr Holzherr
Ich denke, wir sprechen vom selben. Es kommt der eine oder andere Energieengpass auf uns zu und da steht die Frage im Mittelpunkt, wie diesen lösen. Nun gut, es gibt das „big-picture“. Die ganze Sache im Auge behalten. Und es gibt eben auch diesen Drittel des Verbrauchs, den privaten Haushalt. Als privater kann ich nun die Energiezukunft einigen Produzenten überlassen, oder ich such nach Möglichkeiten, mir meine Energiezukunft selber zu gestalten. Es gibt genug gescheite Gremien, welche sich dem „big-picture“ widmen. Vor lauter Bäumen wird der Wald nicht mehr gesehen. Mit meinem einfachen Gemüt ist da gerade ein Baum fassbar, also tu ich mich diesem widmen.
Der Versorgungsauftrag ist nicht nur den heutigen Produzenten vorenthalten, auch wenn diese es so darstellen. Mit den heuteigen Möglichkeiten, kann jeder Teil des Versorgungsaufgtrages sein.

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@Kommentar von Michael Dittmar, 21.6.2011
Hallo Herr Dittmar,
Ihre Angaben über Uranium-Vorrate sind schlicht unrealistisch. Schon Ihre erste Prognose (für 2009 & 2010) hat sich als weit unter der Realität erwiesen:
– 2009 : 50’770 vs. <44'000 Tonnen (Real vs. Ihr Arxiv-Paper)
– 2010 : 53'660 vs. <45'000
Darüber gibt es noch leicht gewinnbare Ressourcen wie Phosphaten (Produktion vor ca. 20 Jahren wegen zu tiefen Preisen eingestellt). Sie begehen den klassischen Fehler, Uran mit Kohle/Gas zu vergleichen: Im Gegensatz kann sich Uran enorme Preiserhöhungen "leisten", da sein Anteil in den totalen kWh-Kosten sehr gering ist (zz. 5%, wahrscheinlich etwa 3% bei modernen Anlagen).
P.S. Ihr Argument über Brütung "nicht erwiesen" ist auch falsch: In der IAEA-Datei steht Phénix mit +16% (tatsächlich erreicht)…

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@Kommentar von werner witschi. 27.06.2011

Sehr geehrter Herr Witschi,

Dieser Blogbeitrag Energiewende und Klimaschutz sind kein Widerspruch handelt ja von der Energiewende, womit hier wohl der Ausstieg aus der Atomenergie gemeint ist.

Die entscheidende Frage im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung ist aber nicht etwa der Ausstieg aus der Atomenergie, sondern die Frage: Gibt es einen Ersatz für die fossilen Energien und zwar so, dass die Menschheit innerhalb der nächsten 40 Jahre vollkommen auf Kohle, Erdöl und Erdgas verzichten kann?

Diejenigen, die an erneuerbare Energien glauben, sagen: ja wir haben einen Ersatz für Kohle, Öl und Erdgas, denn beispielsweise allein die Windenergie reicht schon aus um die ganze Welt mit genug Strom zu versorgen.

Wer an heutige Atomkraftwerke glaubt, sagt:ja Atomenergie kann die ganze Welt mit Strom versorgen, denn beispielsweise Frankreich hat innert 10 Jahren fast 40 AKW’s gebaut.

Und Michael Dittmar – der hier schon viele Kommentare geschrieben hat – sagt: nein, weder AKW’s noch Erneuerbare können die fossilen Energien ersetzen, denn
1) fehlt für AKW’s das Uran
2) sind Wind+Sonne keine zuverlässigen Energiequellen und zudem ist ihre Energiedichte zu klein (man muss zuviel Land überbauen) und es gibt keine kostengünstigen Batterien
3) Wenn AKW‘ s und Erneuerbare nicht genügen, dann schafft es auch die Forschung nicht uns in der nötigen Zeit eine neue massentaugliche Energiequelle zu verschaffen, weil uns die Zeit davonläuft, denn: Wir haben Peak Oil schon überschritten und werden darum schon bald den „Weg nach unten“ beschreiten müssen, den Weg ins postfossile Postwohlstands-Land.

Es kann so kommen wie von Michael vorausgesagt!?
Dass heutige Erneuerbare keine Lösung für die Menschheit sind, ist für mich allerdings offensichtlich. Besuchen sie mal den Irak. Die schaffen nicht mal mit fossilen Kraftwerken eine zuverlässige Stromversorgung, wie denn mit…

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Guten Morgen Herr Holzherr
Ich habe ja Sie zitiert, 17.6. 21.22:
„Ich kann ihnen in vielen Punkten zustimmen. Zu Punkt 1) (Energie sparen) lässt sich folgendes sagen:
Strom- und Energieeffizienz sind bei vorwiegend erneuerbarer Energieversorgung von zentraler Bedeutung, denn ansonsten müssen riesige “Energiesammelflächen” mit Windturbinen und Photovoltaikpanel überbaut werden und viele Hektaren Anbaufläche für Energiepflanzen (Biomasse) abgezweigt werden. Dies hat David Mac Kay in seinem Buch Sustainable Energy without the hot air und dort vor allem im Kapitel Can we live on renewables? eindrücklich vorgerechnet.“

Gut, ist schon eine Zeit lang her, da kann sowas schon unters Eis gehen.

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Der Titel dieses Blogbeitrags Energiewende und Klimaschutz sind kein Widerspruch entspricht keinem Fakt sondern eher einem Wunschdenken, denn der Ausstieg aus einer CO2-armen Technologie (der Atomkraft) führt in Ermangelung zeitnah mobilisierbarer alternativer CO2-armer Technologien (aka der Erneuerbaren Energien ) und dem Unwillen den Energieverbrauch massiv einzuschränken fast zwangsläufig zu einer Renaissance der fossilen Energien. Im günstigsten Fall ist das Erdgas (wohl in der Schweiz und hier keine Renaissance sondern eine Neugeburt), in den Ländern mit einer Kohlevergangenheit und -gegenwart aber Kohle.

Dies zeigt der unter der Kategorie Energiewende im Spiegel Online erschienene Artikel Maroder Stahl verzögert Start neuer Kohlekraftwerke
Hier liest man: Moderne Kohlekraftwerke haben für viele Experten einen enormen Stellenwert bei der Energiewende in Deutschland. Denn die leistungsfähigen Anlagen könnten den Wegfall von Atomkraftwerken ausgleichen. Und dann wird über Probleme mit einem neuen hitzefestem Stahl bei diesen im Bau befindlichen Kohlekraftwerken berichtet. Im gedruckten Spiegel-Heft erfährt man unter dem Titel Die Not der Kesselflicker zudem über die betroffenen Kohlekraftwerke: Denn die neun Kraftwerke entsprechen mit ihrer Gesamtleistung von gut zehn Gigawatt ziemlich genau jender Menge an Strom, die durch das Atommoratorium im Netz fehlt.

Wie die Energiezukunft im Wind+Sonne propagierenden Deutschland aussieht, kann man auch gut der Liste geplanter Kohlekraftwerke in Deutschland entnehmen. Hier findet man 26 geplante oder im Bau befindliche Kohlekraftwerke aufgelistet. Die Gesamtkapazität ist 26 Gigawatt, 11 davon sind im Bau und bei 10 ist der geplante Baubeginn innerhalb der nächsten 4 Jahre. Kohle gwinnt gegen Wind+Sonne?

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@Kommentar von werner witschi. 24.06.2011, 11:24

Sehr geehrter Herr Witschi,

Sie schreiben: Warum soll nur “vorwiegend bei erneuerbarer Energieversorgung” die Strom und Energieeffizienz ein Thema sein?
Energieeffizienz hat nicht im geringsten nur etwas mit den erneuerbaren zu tun, Energieeffizienz ist so oder so angesagt.

Da irren sie sich gründlich: Energieeffizienz und Energieeinsparungen sollen den ökologischen Fussabdruck der eingesetzten Energiequelle reduzieren

Stellen sie sich die ideale Energiequelle vor, eine Black Box, die aus dem Nichts Energie gewinnt und mit 100% Wirkungsgrad Energie ins Hochspannungsnetz einspeist. Von diesem Strom könnten sie auch 5 Mal so viel brauchen wie heute. Die einzig negativen Auswirkungen wären der notwendige Ausbau des Hochspannungsnetzes und ein bisschen mehr Abwärme, da letztlich alle Energie zu Wärme verpufft. Mit dieser idealen Energiequelle wäre übrigens, wenn sie billig wäre, das Klimaproblem sofort gelöst. Sie müssten nur überall diese nichtfossile Elektrizität einsetzen: Elektromobile, Elektroheizungen (ja die wären bei sauberem, billigem Strom gut), Elektro- … überall.

Mit Kohle, Öl und Gas als Energiequelle ist der ökologische Fussabdruck gewaltig: Wie Professor Knutti berechnet hat, erwärmt sich das Klima damit 50 Mal mehr als über die Verbrennungswärme.

Mit erneuerbaren Energien ist der ökologische Fussabdruck ebenfalls schlecht: Sie brauchen „Energiesammelflächen“, ein Smart Grid, ein gut ausgebautes Netz (allein in CH 1000km neue Leitungen) und ein transkontinentales Supergrid um die Produktionsschwankungen von Wind+Sonne auszugleichen. Das ist übrigens ein Paradigmenwechsel: Früher war das Ideal, dass die Energieinfrastruktur kaum sichtbar und fühlbar wurde (nur ein paar Stausseen in den Bergen). Mit den Erneuerbaren verbauen sie hunderte von Quadratkilometern Land allein über die nötigen Bauten (mehr als 100 Quadratkilometer Solar, Hochspannungstrasses etc.).

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Herr Holzherr, können Sie mir dies bitte erklären?:
„Strom- und Energieeffizienz sind bei vorwiegend erneuerbarer Energieversorgung von zentraler Bedeutung, denn ansonsten müssen riesige “Energiesammelflächen” mit Windturbinen und Photovoltaikpanel überbaut werden und viele Hektaren Anbaufläche für Energiepflanzen (Biomasse) abgezweigt werden.“

Warum soll nur „vorwiegend bei erneuerbarer Energieversorgung“ die Strom und Energieeffizienz ein Thema sein?

Energieeffizienz hat nicht im geringsten nur etwas mit den erneuerbaren zu tun, Energieeffizienz ist so oder so angesagt.

Die aktuelle Energiediskussion betrachte ich keineswegs als eine Glaubensfrage. Das Problem ist eher der anstehende Paradigmenwechsel.

Bis anhin hatten die Energieproduzenten und Verteiler den Leistungsauftrag, uns mit Energie zu versorgen. 1/3 des Gesamtenergiebedarfs liegt im privaten Haushalt. Ist ja nicht wenig und so kann der Leistungsauftrag durchaus auf den privaten Haushalt ausgedehnt werden. Aber gerade hier liegt wohl das grösste Problem. Wollen dies die heutigen Versorger? Sind wir doch ehrlich: nein.

Wir stellen heute die Weichen für die Energieversorgung der nächsten Generationen. Da zeig ich mich in diesem Forum (ist ja doch die ETH) des öftern noch recht erstaunt, wenn über die Strategie der nächsten Generationen diskutiert wird, die eine oder andere Weiche nicht gestellt werden kann, basierend auf heutigen Erkenntnissen.

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@Kommentar von Hansulrich Hörler. 22.06.2011, 14:15

Sehr geehrter Her Hörler,
wer im Umkreis von Deutschland wohnt denkt bald einmal die Energiezukunft drehe sich nur noch um neue Energien – Wind, Sonne, Erdwärme etc..
Die Begeisterung für diese neuen Energieformen gibt es zwar auch in den USA, Grossbritannien oder den Schwellenländern in gewissen Kreisen – aber eben nur in gewissen Kreisen, lange nicht bei allen Leuten, die sich mit Energiefragen beschäftigen.

Diese weltanschaulichen Lager haben Auswirkungen bis in Energiestudien. Die kürzlich vom Weltklimarat veröffentlichte Sammelstudie zur Zukunft der Erneuerbaren Energien beispielsweise enthielt eine einzige Studie, die voraussagte, im Jahre 2050 könnnte die Welt zu 80% mit Erneurbaren versorgt werden. Das war eine Studie von Greenpeace mit einem Deutschen als Studienleiter. Im Durchschnitt erwarteten die Energiestudien einen Energieanteil von 27% durch Erneuerbare bis 2050 und die Studie der Internationalen Energieagentur kam gar nur auf einen Anteil von 15%.
Dennoch wurde in den Pressemitteilungen vor allem die Greenpeace-Studie mit dem 80% Anteil der Erneuerbaren im Jahr 2050 hervorgehoben.
Es ist so: Die Energiefrage ist bei vielen zu einer Frage des rechten Glaubens, also zu einer Religionsfrage geworden.

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Danke für die zwei Antworten!
Herr Dittmar, ich sehe, dass Sie sich mit dem Problem bereits seit langem auseinandersetzen, aber glauben Sie mir, man kann auch Stromsparen vernünftig und problemmindernd finden, wenn man eine Form der Atomenergie mittelfristig für das Beste hält. Besonders, wenn man sieht, dass es in einer Demokratie für solche Kraftwerke ev. keine Chance mehr gibt. Und für Sonnen- und Windstrom brauchen wir dann halt besonders viele Pumpspeicherwerke oder, viel teurer, Batterien. Ueber die finanziellen Folgen einer solchen Zukunft bin ich mir schon im klaren, aber auch bei den politischen Schwierigkeiten bei extremen Sparszenarien.Die erwähnten Rechnungen dazu sind eigene kleine Ueberlegungen, die nicht veröffentlicht wurden.
Die neuste Euforie für Geothermiestrom muss zuerst noch gerechtfertigt werden. Dieser ist ja auch nicht richtig nachhaltig; wenn man einige Kubikkilometer Gestein im Lauf von 50 Jahren um 30 oC abgekühlt hat, braucht es mindestens 1000 Jahre, bis sich die Temperatur in diesem Bereich wieder einigermassen erholt hat!

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Hallo Herr Hoerler,

„Herr Dittmar, wieso finden Sie es nicht logisch, dass wir in Zukunft möglichst viel Strom sparen müssen?“

Sie haben mich falsch verstanden.
Unter meinen Annahmen werden wir sehr bald gezwungen
werden den Guertel extrem enger zu schnallen.

Nach Ihren(?) und den normalen Annahmen
haben wir ja gar kein Energieproblem
und (wie sie glauben loesen schnelle Brueter alle unsere
Probleme.)

Also, in meinem Model gebe ich eine Erklaerung warum
wir sparen muessen

und in ihrem Model sehe ich keine Erklaerung
trotzdem wollen sie sparen. Warum?

Und auf welche Studien für die Stromversorgung im schlechtesten Wintermonat beziehen Sie sich?

lesen sie zum Beispiel mein paper

google: Dittmar
The European Electricity Grid System and Winter Peak Load Stress: For how long can the european grid system survive the ever increasing demand during cold winter days? (von 2008)

„ Ein ziemlich erschreckendes Szenarium. Aber trotzdem: Wieso finden Sie, Pumpspeicherwerke würden nutzlos sein?“

Wie gesagt ohne KKW’s im Ausland die in der Nacht den Strom
„gratis“ vertreiben, machen sie wenig Sinn.

„Falls man AKW einer späteren Generation in Brütertechnik bauen würde, hätte man Brennstoff für tausende von Jahren dafür“

Ja falls, nur bisher hat so ein Ding noch nie funktioniert!
(nur auf dem „Computer“ gibt es Zahlen!)

„inzwischen wäre vielleicht die Kernfusion reif. “

Wir wissen schon genug.. die Kernfusion auf der Erde
funktioniert nur in der Bombe!

Ansonsten, wenn sie finanzielle Entscheidungen fuer die Zukunft treffen.. basieren sie die Entscheidungen auf dem Lottogewinn von morgen.. oder auf ihrem in etwa mehr oder weniger sicheren
Einkommen?

„Nur sollte man auch nicht zum Vornherein jede Lösungsmöglichkeit ausschliessen.“

Genau, als erstes akzeptieren wir mal eine Regelung die
es zukuenftigen Generationen erlaubt nicht in der menschengemachten „Wueste“ zu leben (zu sterben)

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Sehr geehrter Herr Hörler,

ihre Berechnung Zitat: fand, dass wir im Jahr 2050 bei 40 % Fotovoltaikstrom dafür Pumpspeicherkraftwerke mit 50 GW Pumpleistung und 170 GWh Kapazität brauchen zeigt genau eines: Die Produktionsschwankungen der neuen erneuerbaren Energien (Sonne + Wind) benötigen bei einer autarken Lösung (Schweiz versorgt sich selbst) gewaltige Stromspeicher: Nur ein weiträumiger Energieverbund (mindestens ganz Europa), in dem die beteiligten Länder und ihre Produktionsstandorte über Hochspannungstrasses grosser Kapazität verbunden sind, reduziert den Speicherbedarf auf praktikable Werte. Dies demonstriert das Projekt Roadmap 2050 eindrücklich (siehe auch hier zur Diskussion).

Eine Energielösung, die vor allem auf Wind+Sonne basiert, würde in CH am besten in 2 Phasen realisisert.
1 Phase: Gaskombikraftwerke bauen, vebesserter Anschluss ans EU-Hochspannungsnetz
2. Phase: Photovoltaikanlagen erstellen, Gaskombikraftwerke als Backup benutzen

Im übrigen bin ich wie sie überzeugt, dass eine neue Form von Kernenergie unsere gegenwärtigen Energiesysteme irgendwann ablösen wird, allein schon deshalb, weil Energiesysteme mit vorwiegend neuen Erneuerbaren schlicht zu teuer und zu komplex sind für Entwicklungs- und Schwellenländer. Allerdings dürfte es bis es so weit ist mindestens noch 20 Jahre dauern.

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Danke für die zwei Antworten, besonders Herrn Holzherr. Die riesigen Flächen für Biomasse mit ihrem sonnenenergetischen Wirkungsgrad von etwa 0,2 % stehen uns in der übervölkerten Schweiz aber kaum zur Verfügung, da sehe ich eher Fotovoltaik oder Solarthermie mit Wärmespeichern, obwohl das Klima bei uns dafür wenig geeignet ist!
Herr Dittmar, wieso finden Sie es nicht logisch, dass wir in Zukunft möglichst viel Strom sparen müssen? Und auf welche Studien für die Stromversorgung im schlechtesten Wintermonat beziehen Sie sich? Ich versuchte eine solche für die Schweiz und fand, dass wir im Jahr 2050 bei 40 % Fotovoltaikstrom (mit starkem Stromsparen und Vollversorgung mit Wärmepumpen und Elektromobilen) dafür Pumpspeicherkraftwerke mit 50 GW Pumpleistung und 170 GWh Kapazität brauchen, mit zusätzlichen Notstrom- Gasturbinen für extreme Witterungsverläufe. Ein ziemlich erschreckendes Szenarium. Aber trotzdem: Wieso finden Sie, Pumpspeicherwerke würden nutzlos sein?
Falls man AKW einer späteren Generation in Brütertechnik bauen würde, hätte man Brennstoff für tausende von Jahren dafür, und inzwischen wäre vielleicht die Kernfusion reif. Aber eben, falls man dies alles nicht möchte, sehe ich die ganze Stromproblematik, die ja von den relativ wenigen Fachleuten gelöst werden muss, als sehr unsicher und mühsam an. Nur sollte man auch nicht zum Vornherein jede Lösungsmöglichkeit ausschliessen.

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@Kommentar von Hansulrich Hörler. 17.06.2011, 15:22

Sehr geehrter Herr Hörler,

Eine wichtige Ergänzung betreffend Notwendigkeit zum Energiesparen:
Sie schrieben: “1) Es ist ja so wie so klar und logisch, dass wir in Zukunft den Strom äusserst sparsam und mit höchster Effizienz verwenden müssen.”
Warum eigentlich?

Ich antwortete, Energieeinsparungen seien vor allem bei einer Umstellung auf erneurbare Energien sehr wichtig wegen den riesigen Flächen für Windturbinen und Photovoltaikpanel, die es bräuchte um unseren heutigen Energiebedarf zu decken.

Das stimmt zwar, jedoch ist Energieeffizienz bei jedem Versuch die fossilen Energien – also Öl+Gas – zu ersetzen wichtig, weil die fossilen Energien einen so grossen Anteil an der schweizerischen Energieversorgung haben.
Insgesamt verbrauchte die Schweiz 2009 243 Terawattstunden Energie, davon 133 Teraswattstunden in Form von Erdöl, 30 Terawattstunden in Form von Erdgas und 58 Terawattstunden in Form von Strom. Öl und Gas zusammen machen also zusammen 67% des schweizerischen Energieverbrauchs aus.
Wollten wir in der Schweiz die 2009 verbrauchten 243 Terawattstunden allein mit Atomkraftwerken decken, bräuchte es
30 grosse Atomkraftwerke.

Zum Glück gibt es beim Ersatz von Erdöl ein grosses Einsparpotential. Erdöl als Brennstoff kann durch Dämmung und effiziente Wärmepumpen ersetzt werden und Erdöl als Treibstoff wird idealerweise durch Elektromobilität ersetzt, denn ein benzingetriebenes Auto hat nur einen Wirkungsgrad von 20 bis 30%, ein Elektroauto aber einen Wirkungsgrad von 80% oder mehr.

Allerdings sind erschwingliche und leistungsfähige Elektroautos noch eine Zukunftsvision – wie übrigens vieles in den Energieszenarien Deutschlands und auch in der Schweiz.

Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Der Verzicht auf die fossilen Energien bedeutet einen grossen Einschnitt umd Umbruch. Nur schon von der Energiemenge her, die ersetzt werden muss.

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@Kommentar von Hansulrich Hörler. 17.06.2011, 15:22

Sehr geehrter Herr Hörler,

Ich kann ihnen in vielen Punkten zustimmen. Zu Punkt 1) (Energie sparen) lässt sich folgendes sagen:
Strom- und Energieeffizienz sind bei vorwiegend erneuerbarer Energieversorgung von zentraler Bedeutung, denn ansonsten müssen riesige „Energiesammelflächen“ mit Windturbinen und Photovoltaikpanel überbaut werden und viele Hektaren Anbaufläche für Energiepflanzen (Biomasse) abgezweigt werden. Dies hat David Mac Kay in seinem Buch Sustainable Energy without the hot air und dort vor allem im Kapitel Can we live on renewables? eindrücklich vorgerechnet.

Auch mit Punkt 3) (CH in Europa) treffen sie einen Kernpunkt was EE betrifft: Neue Erneuerbare Energien (Sonne+Wind) kann man mit heutiger Technologie nur in einem grossräumigen Energieverbund effizient nutzen. Ganz Europa muss sich in einem EE-Verbund zusammenschliessen

Zu Punkt 2) künftiger Strom-/Energiebedarf gilt sogar: Viel wichtiger noch als nichtfossiler Strom (z.B. in Form von Wind-oder Sonnenstrom) ist der Ersatz aller fossilen Energien – also von Benzin, Heizöl, sogar Erdgas – durch eine CO2-freie Energiequelle. Zusätzlich benötigen wir in Zukunft auch Energie um unsere Abfallberge zu verkleinern. Die nachhaltige Lösung für den Abfall heisst 100% Wiederverwendung. Und das braucht Energie.

Fazit:
– Energieversorgung mit Sonne, Wind und Biomasse bedeutet grosse Flächen von Land für die Energieerzeugung einzusetzen
– Energieversorgung mit Sonne, Wind und Biomasse funktioniert am besten im grossräumigen Verbund, also beispielsweise mit allen EU-Ländern zusammen
– Energieversorgung mit Sonne, Wind und Biomasse erzwingt Energieeinsparungen, ansonsten wirds teuer und ressourcenverschwenderisch (was den Landbedarf angeht)
– 100% Rezyklierung, EMobil,etc. brauchen in Zukunft…

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@ Kommentar von Hansulrich Hörler. 17.06.2011, 15:22
„Es gehört heute zum guten Ton, hochgemute Atom- und CO2- Ausstiegsszenarien zu vertreten.“
insbesondere wenn man gleichzeitig das Paradies verspricht.

„Dabei ergeben sich für mich immer wieder Gedanken wie folgende:“

„1) Es ist ja so wie so klar und logisch, dass wir in Zukunft den Strom äusserst sparsam und mit höchster Effizienz verwenden müssen.“

Warum eigentlich?

„2) Gibt es seriöse Studien, was im schlechtesten Wintermonat im schweizerischen Mittelland Solarwärme und Fotovoltaik beitragen können zur Versorgung, wenn wir noch durchgehend Elektromobile und Wärmepumpen betreiben wollen?“

Ja, die Studien die nichts verschleiern und sagen
der Rueckgang ist unvermeidlich und wir alle muessen
den Guertel bald enger schnallen!
(so wie die Griechen wohl schon heute!)

Wie wir das unter uns und in jedem Land am besten oder
schlechtesten Regeln haengt von uns allen ab.

„3) Wieso spricht man noch von Stromimport, nachdem ja ganz Europa vor dem gleichen Problem steht und die Schweiz immerhin Wasserkraft und Pumpspeicherwerke hat? Müssten wir gerechterweise gar noch Strom exportieren?“

Genau, das ganze kann eben gar nicht funktionieren!
die vielen Pumpspeicherwerke werden bald recht nutzlos sein.

„4) Immerhin wird meist erkannt, dass wir auf Gaskraftwerke angewiesen sind, immer mit der Bemerkung, dass dies wegen der Kompensationspflicht, im In- oder Ausland, womöglich bezüglich CO2 noch besser sei als heute. Offensichtlich wäre es aber noch viel besser, AKW zu bauen und diese CO2- Massnahmen trotzdem zu leisten!“

Nein, eine Illusion Kraftwerke bauen kann man
aber genug Ressourcen um sie auch zu betreiben
wird man nicht haben (weder Uran noch Gas!).

Welcome auf der Titanic!

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Es gehört heute zum guten Ton, hochgemute Atom- und CO2- Ausstiegsszenarien zu vertreten. Dabei ergeben sich für mich immer wieder Gedanken wie folgende:

1) Es ist ja so wie so klar und logisch, dass wir in Zukunft den Strom äusserst sparsam und mit höchster Effizienz verwenden müssen.

2) Gibt es seriöse Studien, was im schlechtesten Wintermonat im schweizerischen Mittelland Solarwärme und Fotovoltaik beitragen können zur Versorgung, wenn wir noch durchgehend Elektromobile und Wärmepumpen betreiben wollen?

3) Wieso spricht man noch von Stromimport, nachdem ja ganz Europa vor dem gleichen Problem steht und die Schweiz immerhin Wasserkraft und Pumpspeicherwerke hat? Müssten wir gerechterweise gar noch Strom exportieren?

4) Immerhin wird meist erkannt, dass wir auf Gaskraftwerke angewiesen sind, immer mit der Bemerkung, dass dies wegen der Kompensationspflicht, im In- oder Ausland, womöglich bezüglich CO2 noch besser sei als heute. Offensichtlich wäre es aber noch viel besser, AKW zu bauen und diese CO2- Massnahmen trotzdem zu leisten!

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Herr Meier,

sie mixen local (Schweiz) wenn es ihnen passt
und vergessen wo und wie der Holzbedarf in der Schweiz
gedeckt wird.

Gasfoerderung zerstoert nichts?

Wers glaubt kommt in den Himmel
Wer nicht vielleicht ueberall hin!

Bei den Lachsen (und den Vogel/Fledermaus-schreddern) sind wir uns praktisch einig!

AKW’s ohne Speicherkraftwerke?
AKW’s ohne warme Fluesse?
Akws ohne Uran?
Akws ohne Fukushima etc?
Akws ohne Muell?

Sie leben auf einem anderen Planeten

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

„was muss noch alles zerstoert werden?“
Gasförderung zerstört gar nichts. Atomkraftwerke auch nicht.
„Welche Nachricht hinterlassen sie unseren Kindern?“
Ressourcen sind da, um gebraucht zu werden?
„Wollen Sie wirklich bis zum letzten Baum abwarten?“
Dem Wald geht’s prächtig, keine Sorge.
„Wo sind eigentlich die Lachse in unseren Fluessen geblieben.“
Die wurden wegen der Erzeugung erneuerbarer Energien (Flusskraftwerke) zurückgehalten.
„Wie koennen wir die wieder kriegen?“
Wir bauen AKWs und reissen dafür die Flusskraftwerke ab. Übrigens: Vogelschredder bauen nützt nichts.

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Herr Meier,

was ist daran Propaganda?

Ich schlage ihnen mal vor einige Zeit in einem Kohlerevier
zu leben oder besser dort arbeiten!

Oder schlagen sie mal ein paar Kohlekraftwerke
in ihrer Nachbarschaft vor..

Oder googlen sie einfach mal nach
Moutain top removal

wegen Kohlefoerderung.

Haben sie etwas selbstmoerderisches in sich?

oder aber Gedanken wie

Nach mir die Sintflut?

das wuerde vieles erklaeren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Hr. Holzherr

Ja, in Polen wird es nicht so einfach werden. Aber sobald die Propaganda hochkocht (die Medien werden sich diese Möglichkeit zur Panikmache nicht nehmen lassen), wird die EU Druck auf Polen ausüben. Machen sie ja auch jetzt schon wegen den polnischen Kohlekraftwerken.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Meier,

was muss noch alles zerstoert werden?
Welche Nachricht hinterlassen sie unseren Kindern?
Wollen Sie wirklich bis zum letzten Baum abwarten?

Haben wir aus der Geschichte nicht genug Beispiele
vom Kollaps?

Wo sind eigentlich die Lachse in unseren Fluessen geblieben.
Wie koennen wir die wieder kriegen?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Kommentar von Roger Meier. 15.06.2011, 17:58

Sehr geehrter Herr Meier,

Energiepolitik war schon immer von nationalen und ideologischen Überlegungen unterlegt.
Was in Deutschland energiepolitisch richtig ist, kann in Frankreich darum grundfalsch sein. Wenn sie also schreiben Der Propaganda-Feldzug feiert übrigens schon erste grosse Erfolge, Frankreich hat den Abbau [von Schiefergas] schon (ohne jegliche Opposition) verboten. so können sie daraus nicht folgern, dass der Schiefergasabbau in ganz Europa in ein schiefes Licht gerate und gar verboten würde. Polen beispielsweise, das über grosse Schiefergasvorkommen verfügt, wird sich nicht so leicht davon abhalten lassen, diese zu fördern, denn in Energiefragen von Russland unabhängig zu werden, ja Russland sogar bei Energielieferungen zu ersetzen, das will sich Polen nicht nehmen lassen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Gaskombikraftwerke brauchen aber Gas. Europa hätte zwar viel Gas (in unkonventionellen Lagerstätten), wird es aber nicht nutzen dürfen.
Die nächste Propaganda-Aktion (die schon angelaufen ist), ist die Anti-Gas-Bewegung. Der Beginn war der Film „Gaslands“, der mit Halbwahrheiten gegen den Abbau von unkonventionellen Gaslagerstätten mobil macht. Bald auch bei uns auf der Mattscheibe zu sehen. Die Masche läuft dabei in etwa so ab: Der Abbau dieser Lagerstätten braucht Chemikalien (uhhhh, böse böse) und das Trinkwasser wird verseucht usw. usw. Das übliche Öko-Gefasel. Der Propaganda-Feldzug feiert übrigens schon erste grosse Erfolge, Frankreich hat den Abbau schon (ohne jegliche Opposition) verboten.

Es gibt sicher auch jetzt noch Leute, die das Muster dahinter nicht sehen.

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Sehr geehrte Frau Burkhardt,

Der Wahlspruch Energiewende und Klimaschutz sind kein Widerspruch könnte auch aus Umweltkreisen in Deutschland stammen, wo es ambitiöse Programme für eine Zukunft mit Wind+Sonne gibt. Ein Ersatz der CO2-armen Atomkraft durch eine andere CO2-arme Energiequelle ist jedoch nicht einfach, zumal Wind+Sonne als dominante Energiequellen einen Umbau des gesamten Energiesystems erfordern.
Der Verzicht auf Atomenergie war bis jetzt immer mit einem Ausbau bei den fossilen Energien verbunden, im österreichischen Zwentendorf etwa wurde ein geplantes AKW durch eine Kohlekraftwerke ersetzt. Und wenn Deutschland als Reaktion auf den beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie vermehrt auf OffShore-Wind und Photovoltaik setzt, braucht es dennoch – bei noch fehlenden Speichern für den unregelmässig anfallenden Strom aus Wind+Sonne -, Gaskraftwerke als Backup. In der Schweiz wiederum wird wohl Erdgas als neue Energiequelle in Form von Gaskombikraftwerken und Wärmekraftkoppelungsanlagen die Oberhand gewinnen. Dies aus mehreren Gründen:
1) Der Stromkonsum steigt in CH besonders stark wegen einem ähnlichen Wirtschaftswachstum wie in Deutschland zu dem aber noch die Bevölkerungszunahme durch Migration dazukommt. Nur Gaskombikraftwerke, verstärkte Stromimporte oder ein aggressiv angelegtes, sofort einsetzendes Stromsparprogramm können diese zunehmende Stromnachfrage auffangen
2) Die Schweiz hat wenig gute Windressourcen, im Vergleich zu Deutschland jedoch stellenweise viel Sonneneinstrahlung. Photovoltaikanlagen im grossen Massstab sind jedoch aus Kostengründen erst in 20 Jahren zu erwarten. Bis dann braucht es also andere Stromquellen.
3) CH-Wirtschaftskreise wollen den Preisvorteil der CH gegenüber D beim Strom erhalten. Am ehesten geht das noch mit Gaskombikraftwerken.

Schlussbemerkung: Elektroheizungen und Ölheizungen ersetzen dient nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch der Versorgungssicherheit. Da kann man nichts falsch machen.

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