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Atomausstieg dank «Einsparquoten»

13.05.2011 von

Die Schweiz braucht keine Gaskraftwerke. Sie kann auch ohne zusätzliche Klimabelastung aus der Atomkraft aussteigen. Sie muss sich aber endlich um ihr strompolitisches Stiefkind kümmern: die Effizienz.

Die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E) schätzt das Effizienzpotenzial beim Strom auf einen Drittel (!) des Verbrauchs. Rund 18 der 26 von Atomkraftwerken gelieferten Terawattstunden liessen sich einsparen, wenn wir den neusten Stand der Technik durchsetzen könnten. Die Frage, wie dieses Potential besser ausgeschöpft werden kann, hat die Politik bisher vernachlässigt.

Mindeststandards

Der Bundesrat hat im März eine Botschaft verabschiedet, welche ihm die Kompetenz gibt, Energie verschwendenden Geräten, Fahrzeugen oder Anlagen die Marktzulassung zu verweigern. Damit lässt sich das nationale Einsparpotential aber nicht ausschöpfen, weil Mindeststandards nur einen kleinen Teil des Konsums erfassen können. Wir brauchen ergänzend dazu entweder Lenkungsabgaben oder Einsparquoten.

Lenkungsabgaben…

Lenkungsabgaben verteuern die Energie. Trotzdem haben energiebewusste Familien und Unternehmen am Ende des Jahres mehr Geld in der Kasse. Denn die Einnahmen werden Pro Kopf an Bevölkerung und Betriebe zurück verteilt. Die häufig gehörte Behauptung, Lenkungsabgaben bestraften einfache Leute und kleine Unternehmer, ist falsch. Einzig sehr energieintensive Produktionsbranchen würden die Lenkungsausgaben in der Bilanz merken, könnten davon aber entlastet werden.

…im Gegenwind der Politik

Der wachstumsstarke Kanton Basel-Stadt erhebt seit vielen Jahren eine Lenkungsabgabe auf Strom. Er hat den Stromverbrauch erfolgreich vom Wirtschaftswachstum entkoppelt. Trotz des erfolgreichen Beispiels hat es die Lenkungsabgabe in der nationalen Politik schwer. Viele Politiker verteufeln die Lenkungsabgabe als Ökosteuer und verschweigen, dass das Geld rückverteilt wird. Deshalb ist es unumgänglich die dritte staatliche Steuerungsmöglichkeit ins Spiel zu bringen: die Einsparquoten.

Einsparquoten geben Sparziel vor

Einsparquoten gibt es schon in England, Frankreich, Italien und Belgien. Der Staat macht den Versorgern von Energieendkunden verbindliche Sparvorgaben. Wenn die Energieversorger diese nicht erreichen, bezahlen sie einen Malus. Übertreffen sie die Einsparziele, können sie mit einem Bonus belohnt werden. Im heutigen System der Schweiz sind die Versorger nicht interessiert daran, den Stromverbrauch zu senken, weil sie sonst die Handelsmarge verlieren. Einsparquoten würden das schlagartig ändern.

Zehn Prozent in zehn Jahren

Denkbar wäre folgende Ausgestaltung der Einsparquoten: Die Stromversorger müssen innerhalb von zehn Jahren nachweisen, dass sie zehn Prozent des gelieferten Stromes durch Effizienzsteigerungen bei den Kunden einsparen konnten. Verschiedene Stromversorger könnten sich zur Erreichung der Ziele zusammenschliessen. Die anrechenbaren Effizienzsteigerungen wären auszuzeichnen. Dies könnte mit Einsparzertifikaten geschehen, die von unabhängigen Zertifizierungsstellen ausgestellt werden.

In Zürich laufen bereits Energieeffizienzprogramme die zeigen, dass mehr als zwei Prozent des Stromverbrauches jährlich eingespart werden können. Packen wir es also an!

Zum Autor

Gastautor Beat Jans ist Nationalrat und Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie UREK.

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Zitat Nationalrat Beat Jaun:
Der wachstumsstarke Kanton Basel-Stadt erhebt seit vielen Jahren eine Lenkungsabgabe auf Strom. Er hat den Stromverbrauch erfolgreich vom Wirtschaftswachstum entkoppelt.

Warum schlägt Beat Jaun dann nicht Lenkungsabgaben für die ganze Schweiz vor? Wahrscheinlich,
1) weil er weiss, dass die Energie- und Finanzpolitik (Lenkungsabgaben) in die Kompetenz der Kantone fällt und die Kantone sich diese Kompetenz nicht nehmen lassen wollen. Doch wenn jeder Kanton eine andere Energiepolitik betreibt, bleibt das Einsparpotential beschränkt.
2) weil er weiss, dass ein Verfassungsartikel über eine Energielenkungsabgabe im Jahre 2000 schon einmal mit 55% zu 45% abgelehnt wurde.

Sein Vorschlag der Einsparquoten macht nicht mehr Kantone oder den Bund für die Durchsetzuung von Einsparungen verantwortlich, sondern die Energieversroger, welche dafür belohnt werden, wenn in ihrem Versorgungsgebiet weniger Strom verbraucht wird. Der US-Bundesstaat Kalifornien ist ein Vorreiter für dieses System, das dort bewirkt hat, dass die Strompreise in den letzten 20 Jahren kaum gestiegen sind. Andere US-Staaten und einige europäische Staaten sind nachgezogen.

Die nächste Frage – nach dem Energieeinsparen – wäre nun: Wie kann der Atomausstieg und die Energiewende politisch organisiert werden? Paradoxerweise erzwingt eine stärker dezentrale Stromproduktion – also Erneuerbare Energien und WKK – eine gesamtschweizerisch besser koordinierte Energiepolitik und so etwas wie einen Masterplan für unsere Energiezukunft, denn: Je stärker dezentral und unregelmässig der Strom produziert wird, desto grösser ist der Bedarf für einen Netzausbau (Stromverteilung,Stromimport von der EU), für Stromspeicher (Pumpspeicherseen und Backupkraftwerke und all das muss gesamtschweizerisch aufeinander abgestimmt werden. Versagt die Politik bleiben nur Gaskombikraftwerke als Ersatz für die AKW’s, denn dann ändert sich strukturell wenig.

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Warum werden Erneuerbare niedlich gemacht?

Viele Schweizer – doch immer weniger Deutsche – glauben, Solarpanels auf jedem Hausdach, ein Kleinkraftwerk in jedem zweiten Bach oder Flüsschen und ein paar putzige Windturbinen seien unsere grüne Energiezukunft, in der die Grosskraftwerke mit ihren hässlichen Kühltürmen abgelöst sind. Seriöse Analysen wie David Mac Keys Sustainable Energy – without the hot air zeigen aber ganz etwas anderes: Um die heute von jedem Briten verbrauchte Energie – inklusive konsumierte Waren (sogenannte Grauenergie) vollständig mit Erneuerbaren zu ersetzen braucht es pro Person: 200 Quadratmeter Solarpanel, 13kWh Solarkollektoren, 32 kWh Deep Offshore Wind, 16 kWh Shallow Offshore Wind, 20 kWh Land Wind und 24 kWh Biomasse; insgesamt benötigt die erneuerbare Energieproduktion pro Person mehr als 1000 Quadratmeter (wobei das meiste der Biomasse anzulasten ist).

Warum werden Erneuerbare gross gerechnet?

Im Tagesanzeiger vom 17.Mai 2011 liest man:„Unsere vier Windkraftanlagen produzieren pro Jahr rund 53 Gigawattstunden, was in etwa dem Strombedarf einer Stadt wie Schaffhausen mit ihren 35’000 Einwohnern entspricht“
Doch der Pro-Kopf Haushaltsstromverbrauch liegt in der Schweiz bei 2000 kWh; 35’000 Schaffhauser brauchen also 70 Gigawattstunden, was schon 6 anstatt der angegebenen 4 Windturbinen benötigt. Rechnet man noch den Industrie-und Dienstleistungsstrom, die öffentliche Beleuchtung und den Verkehr (SBB) dazu braucht Schaffhausens 270 Gigwattstunden Strom pro Jahr und bräuchte dafür mehr als 20 Windturbinen zu je 3.6 Megawatt. Im Zeitungsartikel erhält der naive Leser aber den Eindruck 4 Windturbinen zu je 3.6 Megawatt könnten den gesamten Strombedarf Schaffhausens abdecken.

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Hm,

ich verstehe die Rechnung nicht.
Nicht alles Gas wird zum heizen benutzt
und nicht alle Umweltwaerme sowie
(die Abwaerme aus KKW’s die Verschwendet wird)

aber egal

klar der Luxus unseres Oelverbrauchs
so oder so geht bald zu Ende.

Erkennen wir das einfach an und bereiten wir uns
schon mal freiwillig auf die unausweichliche 2-3% Reduktion
pro Jahr in wenigen Jahren vor.
(sowohl bei Treibstoffen wie auch beim Heizen..)

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auch mit smile:
Quelle BFE Energieverbrauch Schweiz 2009
total energieverbauch schweiz 2009: 877’560 TJ,
davon Wärme:
Erdölprodukte Brennstoffe: 190’210 TJ
Gas: 106’340 TJ
Kohle: 6’290 TJ
Holzenergie: 35’660 TJ
Fernwärme: 16’060 TJ
Umweltwärme: 8’800 TJ
Anteil Elektrizität: (total 206’980 TJ) 40’000 TJ (ich habe mich erfrecht, dies mal so anzunehmen)
Ergibt in Summe 403’360 TJ

Ja, ist nicht ganz die Hälfte, habe ja auch „fast“, aber dann schon auch wieder etwas mehr als ein drittel 😉

Der Mix macht die künftige Versorgungssicherheit aus. Und da ist schon fast Eile angesagt. Ich gab am Freitag am Tech Burgdorf ein Gastrefereat und habe da einige dezentrale Konzepte aufgezeigt, aber auch, warum es Sinn macht, diese zu verfolgen.
Schauen Sie mal die Primärenergieträger an, alle irgendwie mit einem „Peak“ versehen, die globale wirtschaftliche Entwicklung vor allem im asiatischen Raum. JA, wenn die mal die selbe Autodichte haben, wie wir im Westen fahren da einige Millionen mehr herum als bei uns. Dann im Gegenzug die maximale Fördermenge von Oel, 85 Mio Barrel pro Tag sind mal das Ende der Fahnenstange. Dann folgt die Preisentwicklung (
http://www.tecson.de/oelweltmarkt.html , Ja, ich hab natürlich auch meine Quellen ;-)) 5mal höher als vor 10 Jahren, das Ende der Fahnenstange ist dies noch lange nicht.
Mit jedem Haus das ich umbauen kann, verbleibt mehr Energie für die Wirtschaft.
eines der ersten Häuser mit Latentspeicher ist nun fertig, bin gerne bereit, dies mal zu zeigen.
Es sind sehr viele „Schubladen“ mit sehr guten Lösungen vorhanden. Man muss diese nur öffnen und mal reinschauen. Ich verweise immer auf die Forschung beim Ottomotor: 100 Jahre Forschung haben den wahnsinnigen Wirkungsgrad von sage und schreibe ca. 30% gebracht 😉
So, nun Mahlzeit und Grüsse, Werner Witschi

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Hallo Herr Witschi,

„Fast die Hälfte des Energieverbrauchs in der Schweiz ist für Wärme.“

Wie kommen sie auf diese Zahl?
Hier finden sie bessere Zahlen
(zum merken ist ganz gut 1/3 Waerme 1/3 Mobilitaet
und 1/3 alles andere .. stimmt nicht ganz, dafuer kann man
es sich aber gut merken! smile)

http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00541/00542/00631/index.html?lang=de&dossier_id=00867

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Lieber Herr Witschi,

In einer 2000-Watt Gesellschaft können die Schweizer ihre 100-Quadratmeter-Wohnungen nicht mehr mit Öl oder Elektroheizungen wärmen – denn dafür reichen die 2000 Watt nicht aus -, wohl aber mit den effizienten Wärmepumpen, von denen Herr Professor Leibundgut berichtet hat (7 Mal mehr Energiegewinn als Stromzufuhr). Und diese Wärmepumpen könnten den Strom durchaus von Solarpanels beziehen – oder aus Windfarmen. Der Flächenbedarf ist übrigens für Solarpanels und Windfarmen durchaus vergleichbar.

Was will ich mit meinen Daten zu den Erneuerbaren Energien bezwecken? Ganz einfach, ich will bewusst machen, was eine 100% Erneuerbare Energieversorgung bedeutet. Ich behaupte folgendes:

1) 100% Erneuerbare nur mit inländischer Erzeugung beansprucht beim heutigen Energieverbrauch mehr als 5 Prozent der Fläche der Schweiz (es können aber auch 10% oder mehr sein, siehe hier. Dazu kommen zusätzliche Pumpspeicher und Hochspannungsleitungen. Es genügt bei weitem nicht, alle Dächer mit Solarpanels auszustatten. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Schweizer Bevölkerung bei der Totaltransformation hin zur Industrialisierung des ganzen Landes mitmacht
2) Dichtbesiedelte Länder wie Deutschland oder die Schweiz sind schlecht beraten alle Energie mit Erneuerbaren im Inland zu erzeugen – ausser sie reduzieren ihren Energiebedarf massiv (die 2000-Watt Gesellschaft ist aber meist erst auf das Jahr 2100 geplant). Wenn schon 100% Erneuerbare in der Schweiz oder in Deutschland, dann braucht es Projekte wie Desertec- Strom aus der Wüste.

Häuser von Fremdenergie unabhängig machen – wie sie es tun – ist wichtig und wird immer wichtiger. Das muss man fördern.
Daneben braucht die Schweiz aber auch einen Energiefahrplan für die Zukunft. Zuerst muss sich CH wohl ins EE-Netz der EU integrieren? Was meinen sie…

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Lieber Herr Holzherr
Fast die Hälfte des Energieverbrauchs in der Schweiz ist für Wärme. Der solare Wirkungsgrad ist da ca. 4mal höher als bei PV. Also ists nichts mit Bodensee und Genfersee.
Aber was bezwecken Sie eigentlich mit ihren immerwährenden Vergleichen mit den Flächen? Mal sinds 100km2 für ein AKW, mal Genfersee und Bodensee für den Energiebedarf einer 2000Watt Geselscahft. Ich bin nicht so belesen, dass ich alle Ihre Links durcharbeiten könnte. Ich muss mich jeden Morgen entscheiden, lesen oder tun, meistens entscheide ich mich fürs tun. Und da tu ich dann z.B. Häuser umbauen, dass diese anschliessend kaum mehr von Fremdenergie abhängig sind.
Grundsätzlich wird der Energiemix der Zukunft höhere Anteile an solarer Nutzung aufweisen müssen, aber noch nirgends wurde eine 100%ige solare Nutzung gefordert. Die Anteile der solaren Nutzung sind noch marginal und das Potential ist gut eine 10er Potenz höher als diese heute genutzt wird, nur mal so auf die Schweiz bezogen.
Grüsse, Werner Witschi

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Sehr geehrter Herr Witschi,

beim Flächenbedarf für die solarzellenbetriebene Schweiz habe ich bereits massive Energieeinsparungen angenommen, rechne ich doch mit der 2000-Watt-Gesellschaft. Doch auch in einer 2000-Watt-Gesellschaft – in der Elektroheizungen ein Ding der Unmöglichkeit sind -, benötigen die 7 Millionen Schweizer eine Solarpanelfläche von insgesamt 700 Quadratkilometern, wenn sie damit allein ihren gesamten Energiebedarf decken wollen.

Wenn sie Erneuerbare Energien konkret durchgerechnet und in Szenarien für die Energieversorgung Grossbritanniens umgesetzt, studieren wollen, empfehle ich ihnen die Lektüre von David MacKay’s Sustainable Energy – without the hot air. Eine Besprechung dieses Meilenstein-Buchs finden sie in Buchtipp: Regenerative Energien, quantitativ

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Ich habs mir doch gedacht, dass da wieder so ein Flächenvergleich daherkommt. Nun sind wir schon beim Boden- und Genfersee angelangt.
Grosse Teile der Endenergie nutzen wir für Wärme, diese mit 100%Strom zu produzieren mag nur als Umsatztreiber und Grundlast für die EW’s Sinn machen. Aber mal ehrlich, würden wir das tun? Ich denke nicht. Mehr Sinn macht da doch der Kollektor und Herr Holzherr, da ist dann schon mal der Genfersee weg.
Zitat Herr Holzherr: „Eines ist jedenfalls sicher: Wenn sie den Bau von Gaskraftwerken durch Einsparungen verhindern wollen, muss das Sparen jetzt sofort beginnen.“
Ja richtig und wo liegt wohl eines der grössten Potenziale? Bei den Elektrospeichern und wer hat wohl nicht gerade ein grosses Interesse, dort mit Sparen anzufangen? Die Antwort können Sie sich selber geben.
Lenkungsabgabe: Warum nicht? Warum soll ein neues Haus nicht einen Malus erhalten, wenn dieses heute noch Fremdenergie bezieht und warum soll ein neues Haus, das Energie abgibt nicht einen Bonus erhalten?

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Sehr geehrter Herr Jans,

Würde jeder Schweizer die von ihm jährlich verbrauchten 30’000 Kilowattstunden Endenergie (Strom, Heizen, Mobilität, Produktion, …, einfach alles) selbst mit Solarzellen erzeugen, bräuchte jeder Schweizer im Durchschnitt 300 Quadratmeter Solarpanelfläche, was einem Quadrat mit der Seitenlänge 17 m entspricht. Das zeigt: Wer auf die neuen erneuerbaren Energien setzt, kommt nicht um das Einsparen von Energie herum, will er nicht einen beträchtlichen Teil seiner Umgebung mit Energieerzeugungsanlagen verbauen. In einer 2000-Watt Gesellschaft genügen dagegen 100 Quadratmeter Solarpanelfläche pro Person und die Flache von Bodensee und Genfersee zusammen würden ausreichen, die ganze Schweiz über den erzeugten Solarstrom mit aller benötigten Energie zu versorgen. Studien, die Schweizer AKW’s durch eine Kombination von Erneuerbaren aus dem In- und Ausland und wenig Gaskraft ersetzen wollen, wie die Infras-Studie oder eine WWF-Studie aus dem Jahr 2009 setzen darum auf massive Stromeinsparungen, wie sie auch in ihrem Artikel gefordert werden.

Trotz Stromsparappellen seit Jahrzehnten steigt der Verbrauch ständig. Nach den Mindeststandards, den Lenkungsabgaben kommt nun ihr Vorschlag der Einsparquoten, der die Energieversorger in die Pflicht nehmen will. Diese müssten wohl über den Stromtarif auf den Endverbraucher einwirken. Eines ist jedenfalls sicher: Wenn sie den Bau von Gaskraftwerken durch Einsparungen verhindern wollen, muss das Sparen jetzt sofort beginnen.
Trotz Einsparungen steigt der Stromverbrauch langfristig wohl dennoch, weil fossile Energien ersetzt werden müssen. (z.B. Wärmepumpen,E-Auto, siehe auch http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/may/02/environmental-fixes-all-greens-lost ). Sparen ist deshalb umso wichtiger!

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