ETH-Klimablog - Energie - «Tschernoshima» und Klimawandel – Sehen wir die Warnzeichen?

ETH life zum Thema

Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

Blog-Schwerpunkte

Die Beiträge geordnet nach Wissensgebieten rund um den Klimawandel:
>Klimaforschung
>Umweltfolgen
>Energie
>Mobilität
>Wirtschaft
>Politik
>Stadtentwicklung
>Welternährung
>Nord-Süd

Archive

«Tschernoshima» und Klimawandel – Sehen wir die Warnzeichen?

11.05.2011 von

Der April 2011 war um 3.5-5.5°C zu warm, um etwa 75 % zu trocken und rund 50 % zu sonnig. Ist das ein Warnzeichen bezüglich Klimawandel?

Obwohl der April 2007 etwas wärmer war, wurden seit Messbeginn noch nie so früh im Jahr Sommer- und Hitzetage beobachtet. Ein solcher April passt zu den erwarteten Auswirkungen des Klimawandels und kann deshalb als Warnzeichen dessen, was noch auf uns zukommen könnte, gedeutet werden. Ein Beweis für den Klimawandel sind ein einzelner Monat, ein Hitzesommer oder ein Hochwasser aber nie.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Extrem seltene, zum Klimawandel passende Wetterereignisse haben sich in den letzten Jahren gehäuft. Der Sommer 2003 war ein 4-Millionen-, der April 2007 ein 18-Tausend-, der Herbst 2006 ein 6-Tausend-, der Juli 2006 ein 1.5-Tausend, der April 2011 ein 1-Tausendjahrereignis. Für mich bedeutet diese Häufung in einem einzigen Jahrzehnt bezüglich Klimawandel Alarmstufe Rot. Doch sehen wir diese Zeichen? Deuten wir sie richtig?

Als Reaktion auf den diesjährigen April wurde viel und Richtiges getan: Fische wurden umgesiedelt und der Bauernverband lanciert einen Vorstoss zur Regelung des Wasserverbrauchs und finanzieller Abfederung der Schäden. Aber was mir fehlt, ist ein ebenso dringlicher Appell des Bauernverbandes, weiteren Klimawandel unbedingt zu vermeiden. Denn dieser April ist wohl erst ein Vorgeschmack auf das, was noch auf uns zukommt, wenn wir nicht endlich beginnen, diese Ereignisse besser zu deuten. Vorbeugen ist besser als Heilen, das gilt auch für den Klimawandel.

Energiepolitik ist immer auch Klimapolitik

Doch der Klimawandel ist momentan nicht das einzige Thema, das mich nachdenklich stimmt. Auch bezüglich Energiepolitik haben wir uns in eine höchst bedenkliche Zwangslage hineinmanövriert. Vor 25 Jahren geschah das Reaktorunglück in Tschernobyl. Es hat nicht zum Atomausstieg, aber zu einem Ernstnehmen der Umweltproblematik beigetragen. Die diesjährige Reaktorenhavarie von Fukushima lässt nun den Bundesrat den Atomausstieg erörtern.

Ich bin kein Freund der Atomenergie, dennoch anerkenne ich, dass sie einen unverzichtbaren Bestandteil des heutigen Energiemixes darstellt. Doch wie soll der zukünftige Energiemix aussehen? Das anzustrebende Klimaschutzziel ist durch die Völkergemeinschaft festgelegt, die Erwärmung soll auf maximal 2°C gegenüber vorindustriellem Klima begrenzt werden ¹ . Im letzten IPCC-Bericht findet sich die hoffnungsstiftende Kernaussage, dass dieses Ziel noch erreichbar sei (IPCC, 2007, pdf >hier). Doch wird hierbei gerne übersehen, trotz Machbarkeit bedeutet dieses Ziel grösste Anstrengungen und einschneidende Änderungen. Zudem wurde in diesen IPCC-Szenarien angenommen, dass die Kernenergie eine leicht zunehmende, nicht abnehmende Rolle spielt.

Auch ein unwahrscheinliches Ereignis kann eintreten

Die Tragik von Tschernoshima hat uns gezeigt, dass auch sehr unwahrscheinliche Ereignisse eintreten können. Nach jetzigem Wissensstand ist es – vorsichtig geschätzt und ausgedrückt – sogar wahrscheinlich (Eintretenswahrscheinlichkeit zwischen 66 % und 90 %), dass sich bei ungebremstem Fortsetzen des Treibhausgas-Ausstosses ein unumkehrbarer, folgenschwerer Klimawandel einstellt. Ein katastrophaler Klimawandel hingegen, der z. B. heute bewohnbare Regionen grossflächig in Wüsten verwandelte, ist sehr unwahrscheinlich (Eintretenswahrscheinlichkeit unter 10 %, siehe z. B. Fischlin, 2009 <hier). Doch: Warum sind viele so sicher, dass der sehr unwahrscheinliche katastrophale Klimawandel nicht eintreten wird? Ich bin es nicht, denn Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima sind Realität, auch wenn sie noch weit unwahrscheinlicher waren!

Natürlich müssen globale Risiken nicht nur bezüglich Eintretenswahrscheinlichkeit, sondern auch bezüglich Auswirkungen bewertet werden. Wenn ich das tue, stufe ich persönlich den Klimawandel insgesamt als die grössere Gefahr für unser Wohlergehen ein als die Atomenergie, trotz all des unglaublichen menschlichen Elends, das die Tschernoshima angerichtet haben! Obwohl bestimmt viel sicherer für die Anwohner, stellen deshalb meines Erachtens Gaskraftwerke als Ersatz für Atomkraftwerke ein unannehmbar grosses Risiko für die gesamte Menschheit dar. In was für ein grässlich unmenschliches Dilemma haben wir uns hineinmanövriert!

Atomenergie und Klimawandel haben viel gemeinsam

Lauter Anzeichen von auf uns zukommenden Problemen, deren Warnungen jedoch zu oft übersehen und fahrlässig auf die lange Bank geschoben werden. Warum beharre ich so darauf, dass wir Warnzeichen rechtzeitig und genügend ernst nehmen? Weil ich glaube, dass unsere menschlichen Fähigkeiten, die Naturkräfte immer in der gewünschten Art kontrollieren zu können, begrenzt sind! Tschernoshima und der Klimawandel haben vieles gemeinsam: Sind Naturkräfte einmal freigesetzt und entfesselt, sei es Radioaktivität oder Erwärmung, so bleibt uns nur noch, die Schäden zu begrenzen. Soweit sollten wir es deshalb gar nie kommen lassen.

Wir müssen deshalb die Warnzeichen der Klimaerwärmung und der verfahrenen Energiepolitik richtig deuten und endlich lernen entsprechend frühzeitig zu handeln. Wie viele zu warme Aprilmonate braucht es noch? Wann endlich beginnen wir neben dem Atomausstieg den noch dringlicheren Ausstieg aus dem Klimawandel ernsthaft zu erörtern? Erst wenn die halbe Welt zur «Sperrzone» erklärt werden muss?

 

¹ Dies wurde anlässlich der letzten Klimakonferenzen Ende 2009 in Kopenhagen und Ende 2010 in Cancun, Mexico beschlossen (Link >hier)

Zum Autor

Andreas Fischlin ist Professor für Systemökologie an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

 





Kommentare (14) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Schön. Ich habe meine Aussage logisch begründet (11.6.2011 / 10:25) und mit realen Messdaten hinterlegt!

Kann man widersprechen in dem man sagt: „ich widerspreche“? Ist das wirklich alles was vom ursprünglich so fundierten Klimawandel noch übrig ist? 🙂

Das ist doch lächerlich, Herr Dittmar!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

ich widerspreche!

total nonsense!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

Wenn mir niemand widerspricht dann können wir hier also abschliessend festhalten dass die beobachtete Klimaerwärmung zu einem Grossteil auf abnehmende Bewölkung zurückzuführen ist!

Danke!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Die Sonnenscheindauer variiert von nicht nur von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, sondern auch von Jahr zu Jahr, und von Monat zu Monat, auch von Tag zu Tag usw… So etwas wie eine Konstante gibt es in einem solch komplexen dynamischen System natürlich nicht.

Ich habe quantitative Angaben zur jährlichen Sonnenscheindauer!
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/02/22/lexi.Document.20725.xls

Für einen Quantitativen Vergleich holen sie sich doch dieses excel Dokument, welches jährliche Werte von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer zeigt.

Nehmen sie die Temperatur und die Sonnenscheindauer in die gleiche Grafik (evtl. gemittelt von allen Stationen und 10jährige Mittelwerte). Dann nehmen sie zusätzlich noch die atmosphärische CO2 Konzentration in die gleiche Grafik. Sie werden sehen es gibt KEINE Korrelation zwischen CO2 und Temperatur. Die Korrelation zwischen Sonnenscheindauer und Temperatur ist aber sehr gut! Dies würde man so erwarten selbst wenn man gar keine Physikkenntnisse hat und ist völlig ausreichend um die beobachtete Erwärmung zu erklären!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

@Kommentar von Pius Kuster. 30.05.2011, 14:38

Sehr geehrter Herr Kuster,

Sie schreiben Auf mein Argument, es sei logisch dass es 3.5 – 5.5°C wärmer sein kann wenn die Sonne in einem Monat 50% mehr scheint gehen sie leider nicht ein. Diesen Punkt könnte man ausführlicher Diskutieren! Frage: Hat die mittlere Sonnenscheindauer im 20. Jhdt zugenommen???

Die Sonnenscheindauer in der Schweiz und in Süddeutschland schwankt tatsächlich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt deutlich, scheint aber kaum mit dem Temeperaturanstieg seit den späten 1970er-Jahren zu korrelieren. Für die Sonnenscheindauer in Süddeutschland fand ich folgendes: 1931 bis 1951 waren überdurchschnittlich sonnenreich, 1960-89 sonnenscheinarm und ab 1990 nahm die Besonnung wieder zu, erreichte jedoch nur 2003 die Sonnenscheindauer, die zwischen 1931 und 1951 Durchschnitt war. In Hessen dagegen waren die 1950er (in SüdD neutral) besonders sonnenreich.
In Zürich schien die Sonne besonders häufig in den 1890ern, den 1940ern und den 2000ern (letztes Jahrzehnt).Besonders wenig Sonne gab es in Zürich in den 1980ern.
Übrigens: Die globale Erwärmung führt zum Polwärtswandern der Regionalklimata. Auch in der Schweiz ist in Zukunft darum mit (etwas) mehr Sonne zu rechnen.

Global gesehen gab es 1950-1980 eine globale Verdunkelung, 1980-2000 eine globale Aufhellung, wahrscheinlich durch menschliche Aerosole. Die echte Bewölkung jedoch nahm – mindestens in Europa – zwischen 1971 und 86 ab und erhöhte sich zwischen 1987 und 2002 (siehe http://meteora.ucsd.edu/~jnorris/reprints/2006JD007794.pdf). Global gesehen nahm die Bewölkung seit 1952 zu und kühlte insgesmat die Erde ( http://meteora.ucsd.edu/~jnorris/presentations/Caltechweb.pdf )

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Also nein. Erst stimmen sie mir im praktisch ganzen Text zu, um dann mit einem völlig banalen Argument trotzdem bei ihrer Meinung zu bleiben?

Martin Holzherr: „Eigentlich ist es viel zu teuer ohne unbezweifelbaren Beweis den Klimawandel zu bekämpfen. Doch andererseits wird es viel zu spät sein, erst zu handeln, wenn die globale Erwärmung nicht mehr geleugnet werden kann.“

Wenn sie so denken, dann erübrigt sich jede Diskussion und es ist völlig egal ob es nun den Treibhauseffekt gibt und wie stark er ist.

Auf mein Argument, es sei logisch dass es 3.5 – 5.5°C wärmer sein kann wenn die Sonne in einem Monat 50% mehr scheint gehen sie leider nicht ein. Diesen Punkt könnte man ausführlicher Diskutieren! Frage: Hat die mittlere Sonnenscheindauer im 20. Jhdt zugenommen???

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Kommentar von Pius Kuster. 24.05.2011, 10:33
@Kommentar von Pius Kuster. 23.05.2011, 21:26

Sehr geehrter Herr Kuster,
sie weisen Herr Professor Fischlin’s Hinweis auf mögliche Zeichen eines Klimawandels :
“Der April 2011 war um 3.5-5.5°C zu warm, um etwa 75 % zu trocken und rund 50 % zu sonnig. Ist das ein Warnzeichen bezüglich Klimawandel?”
zurück und erklären den April 2011, wahrscheinlich auch den Sommer 2003 mit natürlichen Ursachen (die Sonne scheint wenn sie scheint).

Wir haben es hier tatsächlich mit einem Problem zu tun: es gibt Indizien für die globale Erwärmung, doch diese sind nicht absolut schlüssig:
Einzelne Wetterereignisse können nie direkt der globalen Erwärmung zugeordnet werden und für die globale Erwärmung wiederum – es ist ja zweifellos wärmer geworden in den letzten Jahrzehnten – kann man nicht ohne weiteres die zunehmenden Konzentrationen an Treibhausgasen verantwortlich machen.

„Ein Beweis für den Klimawandel sind ein einzelner Monat, ein Hitzesommer oder ein Hochwasser aber nie.“

Aber ein Hinweis ist es. Stellen sie sich vor sie schiessen mit einem Schrotgewehr, das weit streut, wiederholt auf einen Baum. Hin und wieder wird auch der Nachbarbaum getroffen – wegen der Streuung. Richten sie nun das Gewehr mehr in Richtung Nachbarbaum, so erhält er plötzlich mehr „Querschläger“. Das ist ein Hinweis darauf, dass das Gewehr seine Zielrichtung geändert hat, ein Beweis ist es wegen der grossen Streuung aber nicht.

Es stimmt: Eigentlich ist es viel zu teuer ohne unbezweifelbaren Beweis den Klimawandel zu bekämpfen. Doch andererseits wird es viel zu spät sein, erst zu handeln, wenn die globale Erwärmung nicht mehr geleugnet werden kann.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

Wieder mal die Ursache-Wirkung-Diskussion…

Wenn die Sonne in einem Monat 50% mehr scheint (weil es weniger Wolken hat) dann ist das doch völlig normal dass auch die Durchschnittstemperatur höher ist!

Oder glauben sie es sei umgekehrt: die Sonne scheint weil es warm ist? Selbstverständlich nicht!

@Roger Meier:
Hab Daten von Meteo Schweiz runtergeladen. Die zeigen (für ZH und BE) ca. 4°C zuviel.
http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/klima/klima_heute/homogene_reihen.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Zitat Prof. Fischlin:
„Der April 2011 war um 3.5-5.5°C zu warm, um etwa 75 % zu trocken und rund 50 % zu sonnig. Ist das ein Warnzeichen bezüglich Klimawandel?“

Wenn die Sonne scheint ist es warm und wenn nicht dann ist es weniger warm. Wenn nun die Sonne in einem Monat 50% mehr scheint (weil es weniger Wolken hat), dann wirkt sich das logischerweise auch auf die Durchschnittstemperatur aus.

Mit dem Treibhauseffekt hat dies aber rein gar nichts zu tun!

Oder wollen sie mir weismachen die Sonne scheine weil es warm ist? Dann wäre das Erdklima ein seeeeehr instabiles System!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 4

Sehr geehrter Herr Professor Fischlin,

In diesem Beitrag rufen sie zur Umkehr auf und beschwören das Vorsorgeprinzip wie sie das auch in den Beiträgen Selbstmord in Raten und Die Geister, die wir riefen … getan haben.
Vorsorge ist besser als die Schäden zu begrenzen, nachdem die Naturkräfte einmal freigesetzt und entfesselt sind.
Doch leider betreibt die Menschheit nur auf wenigen Gebieten Vorsorge – zum Beispiel bei der militärischen Verteidigung -, viel häufiger jedoch nimmt sie Krisen und Katastrophen in Kauf, ja sie benötigt Krisen vielleicht sogar um sich neu zu orientieren. Besipiele:
a) vor der Immobilienkrise in den USA 2007/2008 haben namhafte Ökonomen schon 2005 gewarnt; nach der Krise werden die Finanzplätze nun wieder stärker reguliert
b) vor einem Megatsunami haben japanische Wissenschaftler die Atomkraftbetreiber schon vor Fukushima gewarnt; nach Fukushima wird die Haltung zur Atomkraft in vielen Ländern neu überdacht

Auch vor der Klimaerwärmung wird ständig gewarnt; doch, wie sie selbst schreiben: es geschieht zu wenig; Auch hier muss die Menschheit wohl zuerst eine Krise erfahren, bevor sie umdenkt. Umdenken bei der Immobilienblase noch vor der Krise hätte bedeutet, dass viele Firmen auf Profit hätten verzichten müssen; Umdenken bei der Atomkraft noch vor Fukushima hätte bedeutet, dass viele Firmen Milliarden zusätzlich in die Sicherheit von Atomkraftwerken hätten investieren müssen ohne zu wissen, ob sich ihre Investition auch lohnt. Umdenken beim Klimawandel würde bedeuten, dass wir unser Energiesystem vollkommen umbauen obwohl es für Länder wie die USA, China und Indien, ja sogar für die Schweiz, viel einfacher, naheliegender und kostengünstiger wäre, das bestehende Energiesystem weiter zu pflegen und auszubauen.

Eine Klimakrise könnte zum Umdenken führen. Dumm nur, dass ein Umdenken im Falle des Klimas erst nach Jahrzehnten Früchte trägt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

Herr Palmer und Herr Meier,

Wie definieren sie unser Klima und seine Variabilitaet?
Wenn sie den Zeitraum von 100 000 Jahren nehmen
gibt es sicher eine grosse Breite von Moeglichkeiten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Rekorde, Rekorde …. und man kann offenbar alle diese Rekorde dem „Klimawandel“ zuschreiben (es wird damit natürlich der anthropogene Klimawandel gemeint). Nur gab es Klimawandel schon immer. Und man kann keinen dieser füheren Klimawandel dem CO2 und noch weniger dem Menschen anlasten. Oder gibt es Anzeichen dafür, dass die kleine Eiszeit auf einen Mangel an CO2 zurückzuführen ist?
http://joannenova.com.au/2011/05/the-brutal-cold-of-the-maunder-minimum-and-the-great-irish-frost/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 4

„Der April 2011 war um 3.5-5.5°C zu warm“

Falsch. UAH global temperature anomaly: 0.12 °C

„Extrem seltene, zum Klimawandel passende Wetterereignisse haben sich in den letzten Jahren gehäuft“
Nein. Solange ich keine entsprechende Daten sehe, glaube ich es nicht

„Der Sommer 2003 war ein 4-Millionen…jahrereignis“
Nein. Im römischen Klimaoptimum (2000 Jahre her) war es wärmer.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 8

Sehr geehrter Herr Professor Andreas Fischlin,

Mit den Sätzen

Natürlich müssen globale Risiken nicht nur bezüglich Eintretenswahrscheinlichkeit, sondern auch bezüglich Auswirkungen bewertet werden. Wenn ich das tue, stufe ich persönlich den Klimawandel insgesamt als die grössere Gefahr für unser Wohlergehen ein als die Atomenergie, trotz all des unglaublichen menschlichen Elends, das die Tschernoshima angerichtet haben!

bringen sie gut zum Ausdruck wie der Mensch durch aktuelle Ereignisse – jetzt eben durch Fukushima – in seiner Risikowahrnehmuung beeinflusst, ja geprägt wird. Denn es muss ihnen – weit über eine persönliche Einstufung hinaus – klar sein, dass beim Klimawandel globale Auswirkungen erwartet werden, die jede regionale Katastrophe wie sie eben Fukushima darstellt, bei weitem übersteigen. Wird nämlich wahr, was in den Beiträgen Klimaflüchlinge und Klimaschutz entschärft künftige Ernährungsprobleme prognostiziert wird – abnehmende landwirtschaftliche Produktivität in ganzen Kontinenten (Afrika) und regionaler Wassermangel, der die Auswanderung aus ganzen Regionen erzwingt – so stehen uns anhaltend unruhige Zeiten bevor und nicht nur ein paar sporadisch auftrende Wetter- und Klimaextrema. Wetterextrema wie der Hitzesommer 2003 oder der April 2011 sind allerdings Analoga zu Fukushima. Sie könnten uns ebenso wie Fukushima zum Umdenken bewegen, wären sie denn unzweifelbar klimawandelbedingt.

Die atomare Gefahr kann durch den Ausstieg aus der Atomenergie gebannt werden, die Gefahr durch den Klimawandel durch den Ausstieg aus den fossilen Energien. Das erste sollte verkraftbar sein, denn nur 16% des Stroms und 5% der Gesamtenergie wird nuklear erzeugt. Das zweite bedeutet, dass 85% unserer Energien ersetzt werden müssen. Eine wahre Herkulesaufgabe.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

top
 
FireStats icon Powered by FireStats