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Wechselstrom

06.05.2011 von

Kein Zeitungstag vergeht ohne Bericht zum Thema Energie. Und es gibt wohl niemanden mehr, die/der Fukushima nicht mit nuklearem Desaster gleichsetzt. Ich konnte jedenfalls keinen Moment der Windstille ausmachen, als die grosse Drehung der politisch korrekten Hauptwindrichtung erfolgte; alles war ganz plötzlich anders als vorher. Wie das?

Zwei Wege der Informationsverarbeitung

Einerseits reagieren Menschen auf Information mit einem raschen, intuitiv bewertenden, erfahrungsbezogenen System, welches die Wirklichkeit in Form von Bildern und Geschichten verdichtet und speichert: Die Schweizer Bevölkerung «erlebte» das Geschehen aus Distanz, verdrängte die 30’000 Tsunami-Opfer und machte sich umgehend Sorgen um die radioaktive Belastung des eigenen Gemüses. Parteifahnen im Herbstwahlwind zeigten plötzlich neue, unbekannte Rückseiten.

Neben diesem «Bauchgefühl» verarbeiten wir Information auch mit einem langsamer einsetzenden analytischen System. Es baut auf Symbole, Logik und ausführliches Abwägen. Und es benötigt Zeit. Mehr Zeit als scheinbar zur Verfügung steht. Gute Entscheidungen beruhen auf dem Zusammenspiel beider Systeme, dem raschen, intuitiven und dem langsameren, analytischen.

Risiken der nuklearen Option gestiegen?

Wer jemanden kennt, der gestern beim Fensterputzen schwer verunfallte, wird heute das Arbeiten im Haushalt als riskanter beurteilen als noch vorgestern. Die Sozialpsychologie hat diesen Effekt unter der Bezeichnung «Verfügbarkeitsheuristik» erforscht. Er besagt, dass die rasche und anschauliche Verfügbarkeit von Risikoereignissen in die subjektive Beurteilung von Risikowahrscheinlichkeiten mit einfliesst.

Historische Chancen – und Risiken

Deshalb wollen zur Zeit alle alles, subito: sichere Stromproduktionstechnologien und eine gesicherte Stromversorgung; das ganze nachhaltig und ohne Abschreiber beim Landschafts-, Biotop- und Heimatschutz; ewigi Liebi und Null-Risiko. Und natürlich billig. Und, und, und. Dafür sollen gewisse Optionen abgeschrieben werden. Endgültig. No way. No more. Raus aus allem. Sollen doch die Franzosen oder die Asiaten die Entwicklung von sichereren und abfallärmeren Atomenergiekonzepten weitertreiben. Wenn was draus wird, können wir ja immer noch dort einkaufen, wie bei der Photovoltaik.

Hallo! Hallo?

Aber war da nicht noch was? Richtig, die Klimaproblematik! Und unser CO2-Ausstoss. Ok, vernachlässigbar, global gesehen. Entschuldigen Sie bitte die Störung. Aber: Hier ist nicht Deutschland, hier ist die Schweiz. Die Stromproduktion in Deutschland verursacht 50% des dortigen CO2-Ausstosses; in der Schweiz sind es 2.7%. Das bedeutet, dass – schön Träumen und gut Wünschen hin oder her – sich im Gegensatz zu Deutschland unsere CO2-Klimabilanz verschlechtern wird, zum Beispiel durch die Installation von Photovoltaik. Nutzt die reiche Schweiz bald das Potenzial aller Dächer und baut 120 Quadratkilometer Photovoltaik? Löst sie auch die alle 30 Jahre wiederkehrende Entsorgung dieser Photovoltaik-Fläche? Und benötigt sie trotzdem noch Gaskraftwerke? Weil auch die Flüsse und Berge und der ganze Rest vor der Energieproduktion geschützt werden sollen?

Auswege brauchen Geld und Zeit zum Nachdenken

Wenn wir nicht nur an unser Gemüse, sondern auch an die fernere Zukunft denken, werden wir rasch mehr Geld und Grips investieren müssen in die Entwicklung neuer und klimaschonender Energietechnologien – welcher Art auch immer. Und die technischen Effizienzgewinne? Werden durch Dummheit und Masslosigkeit gefressen. Niemand scheint wirklich wissen und erfahren zu wollen, wie die 2000-Watt- oder die 1Tonne CO2/Person/Jahr-Welt wirklich schmeckt – und ob nicht bereits heute weniger eigentlich bereits genug wäre. Und weil das alles so ist, werden wohl auch weiterhin zu wenig Mittel fliessen in die sozialwissenschaftliche Erforschung von Transformationswissen oder in die geisteswissenschaftliche Suche nach bewegenden Suffizienzgeschichten.

In Grindelwald fand Mitte April ein von ProClim und der SAGW durchgeführter Workshop statt, wo genau zu diesen letzteren Themen das Weltforschungsprogramm «Knowledge, Learning, and Societal Change» (KLSC) geplant und zumindest in den Köpfen gestartet wurde – ein Ansporn für die Schweizer Forschung.

Weitere Informationen

Website und Informationen zum geplanten Weltforschungsprogramm «Knowledge, Learning, and Societal Change» KLSC >hier (in Englisch)

Zum Autor

Heinz Gutscher ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Zürich, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz (a+) sowie von ProClim, dem Forum für Klima und globale Umweltveränderungen der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).

 





Kommentare (10) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Sehr geehrter Herr Professor Bernhard Wehrli,

der gewaltige, aber zuverlässige Unterschied in den CO2-Emissionen von Industrieländern gegenüber den CO2-Emissionen von armen Entwicklungsländern, macht deutlich, dass es heute noch kaum Alternativen zu den fossilen Energien gibt. Kein Wunder also, dass wirtschaftliche Entwicklung in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit erhöhtem CO2-Ausstoss verbunden ist, denn diese Länder setzen auf die billigste Energieform und das ist oft Kohle.

Wenn von alternativen, nichtfossilen Energien die Rede ist, meint man zum grossen Teil Energiequellen, welche Strom produzieren. Doch Raumheizung und Mobilität sind heute noch kaum auf Strom umgestellt. Sonne+Wind liefern Strom zudem unzuverlässig, so dass Stromspeicher und gut ausgebaute Stromnetze nötig werden. Mit den neuen erneuerbaren Energien Sonne+Wind wird das Energiesystem also teurer und komplexer, was diese Energien für Entwicklungsländer wenig attraktiv macht ,selbst wenn das Potential – zum Beispiel in Form von 300 Sonnentagen – vorhanden wäre.

Als Lösungsansätze sehe ich:
1) Kooperationen von Entwicklungs- mit Industrieländern. Ein Beispiel ist Desertec, welches Strom in der Wüste erzeugt und diesen Strom sowohl regional absetzt als auch exportiert. Die technischen Probleme werden dann also von den Industrieländern gelöst, profitieren tun beide Partner.
2) CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS) als Standardkraftwerkstechnologie. Falls die Komplexität von CCS gering wäre könnten Entwicklungsländer CCS nutzen um ein ansonsten einfaches, konventionelles Energiesystem zu betreiben.

Unabhängig von der Notwendigkeit der Dekarbonisierung gibt es auch das Problem der steigenden Ölpreise weil der Ölhunger in China und Indien von Jahr zu Jahr steigt. Die OECD muss ihren Ölkonsum schon allein deshalb verringern. Das sieht auch der Worl Energy Outlook 2010 der internationalen Energieagentur so.

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Herr Holzherr, darf ich ihnen einmal mehr nahelegen, Beiträge nicht nach eigenem Gutdünken zu interpretieren? Sie neigen dazu, alles was nicht gross ist, ins lächerliche zu ziehen, passt irgendwie nicht so ganz hier hin.
Dezentrale Energieproduktion wird ein Teil der künftigen Energieproduktion sein und in keinem Text finden Sie die Aussage, dass dezentral die Grosswerke ablösen wird, aber ergänzen tun sie dies.
Wenn die 30% Privatverbrauch und die Wärme für den Privatverbrauch solar gedeckt wird, bleibt für ihre erwähnten LKW und Flugzeuge schon mal etwas mehr übrig.
Die tägliche Fördermenge von Rohlöl von 85 Mio Barrel wird wohl nciht erhöht werden können. Engpass und Verteuerung sind wohl vorprogrammiert.

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@ Holzherr

Natürlich gibt es Länder, welche mit vernachlässigbar kleinen CO2- Emissionen auskommen (müssen). Die Leute in Mali produzieren im Mittel 0.06 Tonnen CO2 pro Person und Jahr. Wie schaffen ohne die graue Energie in den Importprodukten 6 Tonnen, also 100 Mal mehr.

Quelle: http://www.eia.gov/

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@Kommentar von werner witschi. 09.05.2011, 18:14

Sehr geehrter Herr Witschi,
Sie treten für dezentrale Energieversorgung ein und schreiben dementsprechend:
Wirds schon geben, hat sich doch der Oelpreis in den letzten 10 Jahren verfünffacht. Da rechnet sich doch plötzlich die eine oder andere Oekokramgeschichte auf dem Dach. Besitzer solcher Oekokramdinger auf dem Dach schauen generell der Energiezukunft doch eher gelassener entgegen, als die reinen Bezüger von Energie.
Doch
1) liefern Solarpanel nur Strom. Autos, LKW’s, Schiffe, Flugzeuge usw. werden jedoch noch kaum mit Strom, sondern mit Ölderivaten betrieben.
2) ist die Konjunktur in der Schweiz, in Europa und der Welt selbst für denjenigen, der meint er sei mit seinen Solarpanels autark (ist er nicht weil er das Netz braucht), viel entscheidender für sein Leben als der selbstproduzierte Strom.

Wenn die Ölpreise also um den Faktor 5 gestiegen sind gegenüber vor 10 Jahren und sie sich in den nächsten 5 Jahren vielleicht noch einmal verdoppeln, so helfen Solarpanel kaum. Biotreibstoffe und der Ölsandabbau kann das Problem nur lindern, nicht aber beheben, denn sie können nicht so schnell angekurbelt werden wie der Ölbedarf Chinas und Indiens steigt. Der Artikel Global World Product Will Not Grow at 4%+ for Five Years zeigt auf, dass bei dem erwarteten 4% Wachstum der Weltwirtschaft sehr viel zusätzliches Öl gefördert werden muss – wenn man die historischen Daten für den Zusammenhang Wachstum/Ölverbrauch zugrunde legt.

Fazit:
– Alle reden über den Strom, aber die steigenden Ölpreise wegen dem Nachfrageüberhang werden unsere nähere Zukunft viel mehr beeinflussen
– Der Ölverbrauch in den OECD-Ländern muss um 1 bis 3 Prozent pro Jahr sinken, um zu verhindern, dass steigende Ölpreise die Wirtschaft abwürgen: Heizöl muss substitutiet, der Ölverbrauch von Fahrzeugen deutlich reduziert werden.

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Ja, Berichte gibt es viele und Studien und Forschungsresultate auch, und dann?
Ja, es gibt noch viele Reserven im Boden, und ja, irgendwie kann oder könnte man all diese nutzen.Vielleicht hilft uns dann aber die Oekonomie, nicht nur vielleicht, sondern sehr wahrscheinlich. Das Barrel Oel ist ja gefallen, so auf $107, von 125. Da lohnt sich der Oelsandabbau endlich mal. Auswirkungen auf die Wirtschaft? Wirds schon geben, hat sich doch der Oelpreis in den letzten 10 Jahren verfünffacht. Da rechnet sich doch plötzlich die eine oder andere Oekokramgeschichte auf dem Dach. Besitzer solcher Oekokramdinger auf dem Dach schauen generell der Energiezukunft doch eher gelassener entgegen, als die reinen Bezüger von Energie.

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@Michael Dittmar, @Roger Meier

Gegenwärtig dreht sich die Energiediskussion vor allem um den Strom, was ja auch der Titel Wechselstrom assoziiert.
Doch sogar in der Schweiz sind die fossilen Energien viel wichtiger.

Sollten diese zum Problem werden, gäbe es momentan keine Alternative ausser Einsparungen.

Ich bin überzeugt, schon bald werden wir wir einsparen müssen, auch wenn das eine Minderheitenmeinung ist. Im Artikel Let’s face it: none of our environmental fixes break the planet-wrecking project wird dagegen die vorherrschende Meinung vertreten: The problem we face is not that we have too little fossil fuel, but too much. As oil declines, economies will switch to tar sands, shale gas and coal; as accessible coal declines, they’ll switch to ultra-deep reserves (using underground gasification to exploit them) and methane clathrates.

Im Artikel The green problem: how do we fight without losing what we’re fighting for?</a
vertritt George Monbiot die Meinung, dass das grüne Projekt, obwohl schon jahrzehntealt, scheitert, weil die Beharrungskräfte viel zu gross sind und die Alternativen nicht wirklich überzeugen. Die Erneuerbaren als Alternative sieht er so: Those of us who support renewables find ourselves in a difficult position: demanding the industrialisation of the countryside, supporting new power stations, new power lines and (for the electricity storage required) new reservoirs. Even offshore power, whose landscape impacts are much smaller, means more grid connections and more storage.

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Hallo Herr Meier

„Kommentar von Roger Meier. 08.05.2011, 10:29
Genau, guter Bericht.“

Ja, die verschiedenen wichtigen Fragen werden
besprochen.

„Die tausenden Toten bei der Gewinnung von Energie durch Kohle, Gas, Wasserkraft interessiert niemanden. Jetzt ist ja Fukushima in den Medien.“

genau. (FasT) Niemand interessiert sich wirklich
fuer 10 Millionen Menschen die jedes Jahr verhungern.
(Tendenz steigend).

„Prof. Gutscher sollte noch die Gleichschaltung der Medien erwähnen. “

absolut meine Meinung.

„Selbst intelligente Zeitgenossen plappern nur noch den ist nach, den die Medien so verzapfen.“

Das beobachte ich nun wieder nicht (bezueglich Energie).

Was wirklich ne Rolle spielt .. zum Beispiel letztes Wochenende

ein toter Golfer und Roger und Raphael haben beide verloren.

„ Und über die Atomkraft erzählen sie zu 90% Mist.“

(ich wuerde noch „fast“ hinzu fuegen)

aber sonst in der Tat!

Haben sie in der letzten Zeit mal gelesen wie viel
Uran jedes Jahr aus der Erde kommt und wie viel
in den KKW’s weltweit (nur 14% des Stroms)
gespalten wird.

Kennen Sie selber diese Zahlen?

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Genau, guter Bericht.

Die tausenden Toten bei der Gewinnung von Energie durch Kohle, Gas, Wasserkraft interessiert niemanden. Jetzt ist ja Fukushima in den Medien.

Prof. Gutscher sollte noch die Gleichschaltung der Medien erwähnen. Selbst intelligente Zeitgenossen plappern nur noch den ist nach, den die Medien so verzapfen. Und über die Atomkraft erzählen sie zu 90% Mist.

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Sehr geehrter Herr Professor Gutscher,

mit ihrem Beitrag Wechselstrom bringen sie gut die Wechselwirkungen und Widersprüche zwischen

a) langfristigen gesellschaftlichen Trends in der Schweiz
b) technischer Realität und technischen Optionen und
c) externen Schocks, die zum Umdenken führen

zum Ausdruck.

Zu a), Trend 1: Ein langanhaltender gesellschaftlicher Trend in alternden und reichen Gesellschaften wie der Schweiz ist das zunehmende Sicherheits-/Gesundheits-/Sauberkeitsbestreben. Für die Energietechnik bedeutet das, um sie zu zitieren: sichere Stromproduktionstechnologien und eine gesicherte Stromversorgung; das ganze nachhaltig und ohne Abschreiber beim Landschafts-, Biotop- und Heimatschutz; ewigi Liebi und Null-Risiko.
Vom Trend 1 wird auch die Klimaproblematik abgedeckt, allerdings hat sie in der Schweiz und auch in Deutschland nicht höchste Priorität: Eine verschlechterte CO2-Bilanz durch den Ersatz von Atomkraftwerken durch Gaskombikraftwerke verblasst angesichts des Menetekels Fukushima.
Zu a), Trend 2: Ein noch älterer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Trend ist die Auslagerung alter Technologie ins Ausland und der kostengünstige Import aus Billiglohnländern: Schwerindustrie und Masenfabrikation (z.B. Photovoltaik, Windturbinen) wandern in Billiglohnländer
Zu b): Wechsel im Energieversorgungssystem werden als fast so problematisch empfunden wie Wechsel bei den bevorzugten Nahrungsmitteln. Ist Biogemüse oder Ökostrom seinen Preis Wert? Wie lassen sich die paar Grosskraftwerke heute gegen all den Ökokram auf unseren Dächern, in unseren Bächen und Landschaften aufrechnen?
Zu c): Fukushima ist das, was überhaupt nicht zu a) (sicherer,sauberer) passt. Externe Schocks sind das schlimmste was unserer abgesicherten Gesellschaft zustossen kannn und ja, unsere Gesellschaft ist egozentrisch: nicht die Toten in Japan, sondern mögliche Tote hier sind von Interesse.

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Sehr geehrter Herr Professor Gutscher,

Sie sind einer der Wenigen, die aus der airbrush-geschönten Darstellung einer Zukunft ausbrechen, die dank den Additiven Green Growth und Clean Tech, die Vorteile unserer Gegenwart – Wohlstand, steigendes Lebensalter, Spass – mit den Vorteilen der Nachhaltigkeit – Versöhnung von Mensch, Natur und Klima, ewiger Fortbestand unserer Lebensweise – verbindet.
Zwischen den Zeilen fragen sie zurecht: Könnte es nicht sein, dass wir mit so hehren Zielen und edlen Techniken wie Green Growth und Clean Tech eigentlich nur unser alt vertrautes Entwicklungsmodell fortführen wollen, wozu auch die Auslagerung alles Schmutzigen, Energieintensiven und Gefährlichen in die weniger hochstehenden Nationen gehört, die uns dann beispielsweise billige Photovoltaikriegel liefern – produziert mit Kohle- und Atomstrom.
Fukushima zeigt nicht nur die unterschätzten Gefahren der Nuklearenergie, sondern auch die Verwundbarkeit unserer auf Technik angewiesenen Gesellschaft. Wenn die Atomtechnik nicht so sicher ist wie geglaubt, könnte dann nicht auch die Energieversorgung mit fossiler Energie (Benzin, Öl, Gas usw.) viel weniger abgesichert sein als wir annehmen?

Und dann stellen sie die bisher ungestellte Frage: Wie sieht unsere Energiezukunft konkret aus – also ganz physisch und nicht in den abstrakten und hehren Begriffen wie Clean Tech, 100% Erneuerbare, Bio-[IrgendWas]. So wohl: 120- Quadratkilometer-Photovoltaikfläche + Jeder-Bach-Wird-Zum-Kraftwerk + Der-Jura-Wird-ZugeWindmühlt + 3-Bis-8-Gaskombikraftwerke + 300KmHochspannungsleitungen.

Schliesslich eine allerletzte Volte:Niemand scheint wirklich wissen und erfahren zu wollen, wie die 2000-Watt- oder die 1Tonne CO2/Person/Jahr-Welt wirklich schmeckt – … .
Warum gibt es kein Land, keinen Kanton, der heute schon 100% Erneurbar ist, mit 2000-Watt auskommt und auf Öl, Gas und Kohle verzichtet. Eigenartig, dabei ist es doch nur eine Frage des politischen Willens ???

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