ETH-Klimablog - Mobilität - Leben und Arbeiten am gleichen Ort

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Leben und Arbeiten am gleichen Ort

24.03.2011 von

In meinem letzten Beitrag habe ich mich über die ersten Erfolge gefreut bezüglich des Ausbaus des Schweizer Schienennetzes (>zum Blogbeitrag). Die Bahn ist in der Schweiz ein sehr umweltfreundliches Transportmittel, da auch der dazu benötigte Strom-Mix nicht all zu schlecht dasteht. Was für mich jedoch klar ist: Die Frage der unbegrenzten Mobilität ist damit nicht geklärt!

Die Mobilität in der Schweiz hat stark zugenommen. Immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit. Hinzu kommt der ganze Freizeit- und Reiseverkehr.

«Bleiben» ist die umweltfreundlichste «Fortbewegung»

Wäre es nicht an der Zeit, dass wir unsere Mobilität generell verringern? Es ist nämlich klar, dass die umwelt- und klimafreundlichste «Fortbewegung» das «Bleiben» ist. Damit meine ich das Leben und Arbeiten am gleichen Ort.

Es ist mir klar, dass es schwierig ist, die heutige Mobilität einzudämmen. Das würde meiner Meinung nach nur funktionieren über Steuern oder hohe Reisepreise – egal für welches Verkehrsmittel. Wenn es sich wieder lohnt, dort zu wohnen, wo man arbeitet, hätten wir einen ersten Schritt erreicht. Doch der Weg ist lang: Wir haben ein Mobilitätsverhalten entwickelt, welches wir uns nicht mehr so schnell wegnehmen lassen.

Städter machen es vor

Für uns beim VCS steht deshalb vorerst im Vordergrund, dass zumindest keine Verlagerung von der Bahn aufs Auto passiert. Dass nicht alle mit dem Auto ihre paar Meter und Kilometer hinter sich bringen, sondern mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. In den Städten ist der Trend klar ersichtlich: Über 40% der Städterinnen und Städter besitzen kein eigenes Auto mehr. Damit auch die Leute in ländlicheren Regionen die Möglichkeit haben aufs Auto zu verzichten, müssen auch ländliche Regionen mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar sein.

Wie formulierte es die SBB schon in den Fünzigerjahren? «Der Kluge reist im Zuge». Für mich stimmt der Slogan noch immer.

Zur Autorin

Gastautorin Aline Trede ist Kampagnenleiterin beim Verkehrs-Club der Schweiz VCS.

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Kommentare (10) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Mobilität braucht es in einer modernen Gesellschaft. Dies aber vernünftig und effizient. So müssten die öffentlichen Verkehrsmittel für Jedermann gratis sein, bezahlt über doppelt bis dreifach so hohe Brenn- und Treibstoffzuschläge des Individualverkehrs. Zudem müssen nur noch leichte und treibstoffarme Fahrzeuge zugelassen werden mit beschränkten Leistungen sowie muss langsamer gefahren werden. Vorteile sind weniger Unfälle mit positiven volkswirtschaftlichen Folgen bezüglich Unfall- und Heilungskosten, weniger Staus bei stark beschränktem Weiterausbau unseres Strassennetzes. Alles nur positive Folgen für alle.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Palmer,

„In wessen Nähe müssen diese Arbeitsplätze geschaffen werden? In Ihrer oder in meiner?“

ganz einfach: in der Naehe von uns allen!

„Wie weit ist Ihr Arbeitsplatz von Ihrem Wohnsitz entfernt und wieviele km pendeln Sie pro Woche?“ 8km und „zu viel“.

„Toll, da haben wir wenigstens einen Schwarzen Peter,
genau.. wie ist der Name?

und Sie stehen reingewaschen da …“

nein, wieso?
„Rufen Sie uns doch in Erinnerung, wieviel Energie Ihr Arbeitgeber konsumiert. Mitgegangen, mitgehangen.“

guter Punkt, sehr viel. Vermutlich nicht denkbar in einer Gemeinschaft die es ernst mit der Nachhaltigkeit meint.

Was schlagen sie als Alternative vor?

Nach uns die Sintflut?
Oder das Problem erkennen und nicht verschweigen
und dann gemeinsam an der Loesung arbeiten?

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„Schuld tragen die, die unsere Gesellschaft immer weniger Nachhaltig machen!“
Toll, da haben wir wenigstens einen Schwarzen Peter, und Sie stehen reingewaschen da …
Rufen Sie uns doch in Erinnerung, wieviel Energie Ihr Arbeitgeber konsumiert. Mitgegangen, mitgehangen.

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@Michael Dittmar: „Genau, das ist ja das Problem. Arbeitsplaetze muessen in der Naehe geschaffen werden. Schuld tragen die, die unsere Gesellschaft immer weniger Nachhaltig machen!“

In wessen Nähe müssen diese Arbeitsplätze geschaffen werden? In Ihrer oder in meiner? Wie wäre es, wenn Sie einen Arbeitsplatz in Ihrer Nähe suchten? Vielleicht nicht der Traumjob, aber in unser aller Interesse. So viel kann man doch wohl noch von Ihnen verlangen, oder nicht? Put your money where your mouth is …..
Da fällt mir ein: Wie weit ist Ihr Arbeitsplatz von Ihrem Wohnsitz entfernt und wieviele km pendeln Sie pro Woche?

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Kommentar von Roger Meier. 28.03.2011, 9:19
„Ich für meinen Teil habe meine Stelle in der Nähe verloren und war ein Jahr arbeitslos“

Genau, das ist ja das Problem. Arbeitsplaetze muessen
in der Naehe geschaffen werden.
Schuld tragen die, die unsere Gesellschaft
immer weniger Nachhaltig machen!

Was wird aus all diesen Stellen wenn das Oel knapp wird?
Solange wir Probleme nur verschieben aber nicht loesen
wird es nur noch schlimmer werden.

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Ich für meinen Teil habe meine Stelle in der Nähe verloren und war ein Jahr arbeitslos. Jetzt habe ich was 60 km weit eine Stelle gefunden. Wer jetzt denkt ich hätte ein schlechtes Gewissen, dass ich pendle, liegt superfalsch.

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… Ein Problem dabei ist, dass die Leute an allen möglichen Orten wohnen, und man von überall schnell ins Stadtzentrum kommt…

Nehmen wir an sie wohnen in Adliswil und ihr Kollege in Dübendorf => Sie beide können nach Zürich pendeln, aber wenn die Firma nach Dübendorf zieht wirds für Sie mühsam und andersrum für ihren Kollegen.

Das ganze funktioniert nur wenn es ausreichend Wohnraum gibt, dass ein Umzug kein grosses Problem darstellt, oder durch zelluläres, IT verknüpftes Arbeiten (in getrennten Büros oder von zu Hause) verbunden mit regelmässigen (seltenen) meetings in der Stadt.

In jedem noch so IT/Dokument lastigen Betrieb ist es wichtig zumindest ab und zu direkt mit den Kollegen zu interagieren, und sei es nur für den sozialen Kontakt.

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Warum müssen Bürohäuser in Stadtzentren sein?
Ich frage mich schon lange, warum rein administrative Betriebe, wo nur Mails oder Papierdokumente von links nach rechts, von einem Körbchen zum anderen, von da nach dort verschoben werden, in den (teuren) Stadtzentren angesiedelt sein müssen. Mit den heute alltäglichen IT-Lösungen könnten diese dort angesiedelt sein, wo Menschen wohnen und auch in kleinere Zellen gesplittet bis hin zur Arbeit von zu Hause aus. Wenn der Arbeitsplatz zu den Menschen geht statt umgekehrt, würde das Millionen von Pendler-Kilometern eliminieren. Die Zukunft muss in diese Richtung gehen.

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… Oder Anreize saemtliche computer basierten Arbeitsplaetze nach Hause zu verlegen…

Bei meinem Arbeitgeber steht es jedem Angestellten frei einen Teil seiner Arbeitszeit von zu Hause zu erledigen. Mehr davon!
In den meisten Diensleistungs und wissensorientierten Unternehmen liesse es sich einrichten z.B 2 Tage pro Woche Heimarbeit als Standard zu setzen.

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Sehr geehrte Frau Trede,
ob jemand auf das Auto schwört oder gar keines hat hängt einerseits von den Persönlichkeitsmerkmalen und den Überzeugungen dieser Person ab, viel stärker aber noch wird es von den Umständen bestimmt – auch wenn die meisten Menschen ihren freien Willen betonen.
Der Fakt, dass „Über 40% der Städterinnen und Städter kein eigenes Auto mehr besitzen“ ist den Umständen des Stadtlebens zu „verdanken“, denn vieles vergällt einem die Freude am Auto, wenn man in der Stadt wohnt. Zudem braucht man es ja nicht – oder nur selten.
Doch der Unterschied zwischen dem persönlich besessenen, jederzeit verfügbaren Fahrzeug und dem öffentlichen Verkehr ist dennoch so gross, dass ich bezweifle, dass die bessere Erschliessung des ländlichen und vorstädtischen Raumes mit dem öffentlichen Verkehr etwas an der Präferenz der Agglomerations- und Landbevölkerung für das Auto ändert. Allenfalls könnten Car-Sharing (Mobility) und später vielleicht automatische Taxis (ohne Fahrer) etwas daran ändern.

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