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Meine 10 Thesen zur Energiezukunft

08.03.2011 von

Quelle: www.pixelio.deZum Start meiner Bloggertätigkeit beim ETH-Klimablog versuche ich, mein energiepolitisches Credo in 10 Thesen zusammenzufassen:

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  1. Die Vergangenheit war erneuerbar – die Zukunft auch. Beginnen wir heute!
    Bis zum Beginn der Kohleverbrennung vor 200 Jahren konsumierte die Menschheit nur erneuerbare Energien. Die fossilen Energieträger, aber auch das Uran werden in absehbarer Zeit erschöpft sein, bleiben werden uns die erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasser, Biomasse. Investieren wir schon heute in die Zukunft statt in die Vergangenheit!
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  2. Das Öl wird verbrannt, die Kohle auch. Retten wir, was zu retten ist!
    Die einzige Rettung besteht darin, die erneuerbaren Energieträger rasch konkurrenzfähig zu machen. Das ist für viele Nutzungen wie Heizung und Stromproduktion möglich.
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  3. Die Risiken der Kernenergie sind untragbar.
    Wir dürfen die mit der Kernenergienutzung verbundenen Risiken nicht eingehen. Diese Risiken sprengen den Umfang des Verantwortbaren. Im Falle eines grossen Betriebsunfalls oder eines Terrorangriffs auf ein Schweizer Kernkraftwerk würde die austretende radioaktive Strahlung grosse Teile Mitteleuropas für Jahrzehnte unbewohnbar machen – das ist der Lebensraum von mehreren 100 Millionen Menschen. Die Abfallprobleme werden unsere Zeit bei weitem überdauern, auch das ist unverantwortbar.
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  4. Die Schweiz ist international abhängig – heute und in Zukunft.
    Neben der Biomasse (Holz) ist die Wasserkraft heute die einzige nennenswerte Energiequelle aus der Schweiz. Sie deckt rund 60% unseres Strombedarfs und damit knapp 15% unseres Gesamtenergiebedarfs. Öl, Gas, Uran: überall sind wir vom Ausland abhängig, zu einem grossen Teil stammt unsere Energie nicht aus stabilen demokratischen Partnerstaaten. Auch die Stromproduktion basierte in den vergangenen 30 Jahren zum Beispiel auf Lieferungen aus französischen Kernkraftwerken. Wie heute werden wir auch in Zukunft vom Ausland abhängig bleiben. Anerkennen wir diese Realität!
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  5. Der Stromverbrauch wird zunehmen.
    Im Gebäudebereich, in der Mobilität: Mehr und mehr tritt Strom an die Stelle anderer Energieträger. Die Effizienzgewinne werden durch die grössere Nachfrage mehr als wettgemacht. Machen wir uns nichts vor. Der Stromverbrauch wird zunehmen.
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  6. Die Schweiz soll Drehscheibe des Stromhandels bleiben.
    Die Pumpspeicherung in den Alpen dient nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Westeuropa für den Netzausgleich. Diese Funktion wird in einem Strommarkt, der mehr auf erneuerbare Energien basiert, noch wichtiger als heute. Diese strategische Position ist wirtschaftlich und industriell interessant und sichert die schweizerische Stromversorgung. Durch gezielte Ausbauten ist diese Position zu sichern und zu stärken.
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  7. Strom ist die Schlüsselenergie.
    Unsere Energiepolitik muss sich daher wesentlich auf die Stromproduktion und den Verbrauch ausrichten.
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  8. In die Netze investieren!
    Die grossen Übertragungsnetze sind für den internationalen Stromtransport und Netzausgleich erstens betriebsfähig zu halten und zweitens gezielt auszubauen. Damit sichert sich die Schweiz ihre Schlüsselrolle im Stromhandel.
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  9. Strom ist wertvoll. Er darf auch etwas kosten!
    Heute kommt unser Strom aus Wasserkraftwerken, die zu einem grossen Teil bereits abgeschrieben sind, sowie Kernkraftwerken, die gewissermassen bereits „in der Verlängerung“ laufen. Unsere Stromkosten sind daher auf einem historischen Tief. Diese tiefen Kosten verhindern Investitionen in neue Anlagen, die dringend nötig sind. Fassen wir daher den Mut, der die früheren Generationen in der Schweiz bereits ausgezeichnet hat, investieren wir mit höheren Strompreisen in die Zukunft.
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  10. Unsere gemeinsame Stromzukunft
    Unsere Stromzukunft baut daher auf flächendeckender Produktion von Erneuerbaren Energien auf, der Windkraft in Norden, der Solarenergie im Süden und der Pumpspeicherung in den Alpen. Internationale Gleichstromleitungen (Supergrid) sorgen für den internationalen Netzusgleich, lokale Smartgrids regeln den lokalen Netzausgleich. Packen wir’s an!
Zum Autor

Gastautor Alec von Graffenried ist Nationalrat der Grünen und Mitglied der nationalrätlichen Kommission für Rechtsfragen.

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Kommentare (18) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Nochmals zu einem höheren Strompreis: Alle denken zuerst immer an den Privatkonsumenten

Ist es nicht der Privatkonsument der letztendlich die erhöhten Kosten bezahlt, ob sie nun bei der Post, der SBB, der Gemeinde, dem Spital, dem Arzt, dem Coiffeur oder beim Bäcker draufgeschlagen werden?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Nochmals zu einem höheren Strompreis: Alle denken zuerst immer an den Privatkonsumenten – und der kann durchaus eine Verdoppelung des Strompreises verkraften wie es in der Schweiz schon von verschiedenen Gruppen vorgeschlagen wurde – und jetzt nach Fukushima wieder.
Ganz anders sieht das bei Industriebetrieben und beispielsweise bei der SBB aus, dem grössten Schweizer Stromkonsumenten. In der Sonntagszeitung vom 20. März 2011 zeigt sich SBB-Chef Andreas Meyer bereits besorgt, dass in der Folge von Fukushima die Strompreise auf dem freien Markt bereits um 10% gestiegen seien und sagt voraus, dass die SBB die Tarife für Bahnkunden über das bereits geplante Mass erhöhen müsste, falls sie in Zukunft Strom auf dem freien Markt einkaufen müsste und sich von den Lieferverträgen für Atom- und Wasserstrom zurückziehen würde. Und er schliesst nicht aus, dass in diesem Fall die Billetpreise bis 2017 anstatt um 15% um 30% steigen werden.

Noch einmal zur Erinnerung: Die Schweiz verbraucht momentan 60 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der Endverbraucherpreis liegt bei etwa 20 Rappen pro Kilowattstunde. Bei einer Verdoppelung dieses Endverbraucherpreises müssten von den Stromkonsumenten jedes Jahr 12 Milliarden Schweizer Franken zusätzlich gezahlt werden.

@Carlos Bernal: Sie schreiben: „Apropos Strompreis: Er besteht hauptsächlich aus dem Preis der Erzeugung und Transport. Wenn sich der Erzeugungspreis Energie sich verdoppelt, so ist die Gesamtpreiserhöhung nur ca. 25% auf dem Gesamtpreis“
Was sie schreiben stimmt, der Gestehungspreis für in der Schweiz erzeugten Strom (Wasser+Atom) liegt bei 4 bis 5 Rappen pro Kilowattstunde, der Endverbraucherpreis aber bei 20 Rappen.
Doch Alec von Graffenried und verschiedene andere Gruppen (wie der WWF), die bereits eine Strompreiserhöhung vorgeschlagen haben, meinen damit eine Erhöhung des Preises für den Endkunden ähnlich der Benzinsteuer – mit dem Ziel des erzwungenen Stromsparens oder der EE-Förderung.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Wenn sich der Erzeugungspreis Energie sich verdoppelt, so ist die Gesamtpreiserhöhung nur ca. 25% auf dem Gesamtpreis. Also sind die Auswirkungen nur Marginal

Wenn die Auswirkung auf den Preis nur marginal ist, welchen Lenkungseffekt hat sie dann? Keinen.ausser bei Menschen die bereits ein niedriges Einkommen haben.

Ganz abgesehen davon, dass Ihre Rechnung betriebsökonomisch falsch ist. Wenn der Gestehungspreis steigt, steigt auch der Verkaufspreis. Sie glauben doch wohl nicht, dass sich jedermann an den Gestehungskosten frei bedienen kann und dass der Produzent seine Gewinnmarge aus Menschenliebe zusammenstreicht. Wo immer oder was immer Sie persönlich arbeiten, Sie wollen doch auch ihren Lohn, ihre Ferien, ihre Sozialversicherungen, und wenn möglich mit steigender Tendenz …

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Ben: Wie halbiere ich meinen Stromverbrauch?
Persönlich bemühe ich mich bereits heute um einen tiefen Stromverbrauch. Alle Standby-Geräte hängen an einer Stromschiene, die ich bei Nichtgebrauch ausschalte, die Haushaltsgeräte entsprechen der besten Enbergieklasse, die Wäsche wird luftgetrocknet, der Geschirrspüler läuft nachts im ecoProgrammlauf, Licht brennt nur, wo sich auch jemand aufhält usw. Nachdem ich bereits seit 1994 einen Warmwassersonnenkollektor verwende, überlege ich mir weitere Massnahmen (Ersatz der Gastherme durch WKK, Photovoltaik, war bisher infolge Denkmalschutz nicht möglich).
Man tut, was man kann, halt.
Alec

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Ich denke, die 10 Thesen sind viel zu wenig, um eine gesunde Umwelt und eine Energiereduktion zu erreichen. Es braucht mehr als diese 10 Thesen. Leider ist die Eigenverantwortung des Bürgers sehr klein geworden. An diesem hängt unsere Probleme und kaum einer ist bereit etwas dagegen zu tun. Ich habe letztes Jahr eine EFH (280 m2 EBF) mit einem sehr tiefen Energieverbrauch erstellt. Auf dem Dach befindet sich eine PV-Anlage, die den Jahresverbrauch des Eigenstrombedarf decken soll ( Inkl. Antriebsenergie der Wärmepumpe). Heute sind solche Möglichkeiten vorhanden, nur es braucht Eigenverantwortung, dies auch um zu setzen. Der Unfall in Japan zeigt uns, das gewisse Techniken schwierig zu beherrschen sind. Darum appelliere ich an alle mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und mit einem guten Beispiel voran zu gehen. Ach noch was, wenn der Unterhalt an unserer Infrastruktur weiterhin sehr tief gehalten wird, werden wir auch keinen Schritt weiterkommen. Aus Spargründen wurde in den letzten Jahr z.B. die Hochspannungsnetze nur ungenügend kontrolliert. Heute gibt es genügend gute Kontrollinstrumente, nur diese werden ignoriert, weil diese Vorschläge von jungen Firmen und nicht von den Stromgesellschaften kommen. Ich warte nur ab, bis bei uns ein Blackout passiert. ( Apropos Strompreis: Er besteht hauptsächlich aus dem Preis der Erzeugung und Transport. Wenn sich der Erzeugungspreis Energie sich verdoppelt, so ist die Gesamtpreiserhöhung nur ca. 25% auf dem Gesamtpreis. Also sind die Auswirkungen nur Marginal)

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@Kommentar von Ben Palmer. 11.03.2011, 14:43
Herr Palmer,
betreffend Strompreiserhöhung zur Lenkung des Verbrauchs:

ich bin wie im Kommentar von Martin Holzherr. 11.03.2011, 10:24 dargestellt, gegen eine generelle Strompreiserhöhung, weil die nämlich bei den Privathaushalten wenig Wirkung hat, vielen energieintensiven Firmen aber den Garaus macht.

Ich schlage deshalb einen progressiven Stromtarif für Privathaushalte vor, wobei der Preis ab einer bestimmten Limite sehr stark ansteigt. Selber wäre ich davon wohl nicht betroffen, doch ein plötzlicher starker Anstieg der Stromrechnung würde mich darauf aufmerksam machen, dass wir zuviel Strom brauchen (ein Sohn von mir verbringt seit einiger Zeit jeden Tag Stunden beim PC-Gamen, die Stromrechnung ist leicht angestiegen, bei progressivem Tarif würde sich das viel stärker bemerkbar machen).

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„eine Verdoppelung der Strompreise hat ganz klar eine lenkende Wirkung, führt also nicht zu einer Verdoppelung Ihrer Stromrechnung, sondern zu einer Einsparung beim Verbrauch“

Es ist ja so leicht, andere zum Sparen aufzufordern. Um jetzt aber ganz konkret zu werden und den Verfechtern dieser Art von Zwangsmassnahmen den offenbarungseid abzufordern: Wie würden denn Sie, Alec v. Graffenried & Martin Holzherr, auf diese Strafabgabe reagieren. Zählen Sie hier bitte detailliert auf, auf was Sie dann verzichten, welchen Stecker Sie aus der Steckdose ziehen würden.
Und ich erwarte von Ihnen, nicht nur die Mehrkosten damit zu kompensieren, denn dann wären Sie genau beim selben Energieverbrauch wie zuvor aber zu einem höheren Preis (bei Ihrem Salär sicher kein Problem). Nein, ich erwarte von Ihnen, dass Sie über die Kostenkompensation hinaus Ihren persönlichen Energiekonsum um 50% Unter den derzeitigen Verbrauch senken.

Wenn Sie Ihre Vorschläge wirklich ernst nehmen, dann ist das jetzt Ihre Gelegenheit, uns zu zeigen wie man so etwas erreicht. Ich erwarte also eine ganz konkrete Liste der Verbraucher, die Sie nicht mehr ans Netz schalten und eine realistische Abschätzung Ihres verbrauchs jetzt und nach der Einsparaktion. Wenn Sie hier kneifen, verlieren Ihre Argumente jegliche Glaubwürdigkeit.

Und wenn Sie Ihre Liste hier dann als glorioses und nachahmenswertes Beispiel publiziert haben, stelle ich Ihnen die Frage: warum haben Sie das nicht schon freiwillig getan, warum müssen sie warten, bis er Energiepreis verdoppelt wird.

In Erwartung einer konstruktiven Antwort ….!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Hm,

Jetzt schreiben sie:
Kommentar von Alec v.Graffenried. 11.03.2011, 5:44
@Martin
„Zu den Strompreisen: eine Verdoppelung der Strompreise hat ganz klar eine lenkende Wirkung, führt also nicht zu einer Verdoppelung Ihrer Stromrechnung, sondern zu einer Einsparung beim Verbrauch.“

in den 10 Punkten (Punkt 5) liest man das aber so:

„Der Stromverbrauch wird zunehmen.
Im Gebäudebereich, in der Mobilität: Mehr und mehr tritt Strom an die Stelle anderer Energieträger. Die Effizienzgewinne werden durch die grössere Nachfrage mehr als wettgemacht. Machen wir uns nichts vor. Der Stromverbrauch wird zunehmen.“

also was denn nun?
Die Wahrheit weniger Strom oder mehr?

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@Kommentar von Alec v.Graffenried. 11.03.2011, 5:44
Herr Graffenried,
Die lenkende Wirkung von erhöhten Strompreisen ist bei Privathaushalten sicher erwünscht, wobei ich anstatt einen höheren Grundtariffs einen progressiven Tarif vorschlagen würde, so dass Verschwendung über eine Limit hinaus exzessiv teuer würde.
Problematisch finde ich die Verdrängung der energieintensiven Betriebe durch höhere Strompreise, denn die Auslagerung alles Schmutzigen und Energieintensiven nach China und Indien überzeugt mich nicht.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Martin
Zu den Strompreisen: eine Verdoppelung der Strompreise hat ganz klar eine lenkende Wirkung, führt also nicht zu einer Verdoppelung Ihrer Stromrechnung, sondern zu einer Einsparung beim Verbrauch. Ich frage die Leute jeweils, ob sie die Höhe ihrer Stromrechnung kennen oder ihrer Krankenkasse. Resultat: Krankenkassenprämie kennt jeder, Strompreis kaum einer. Eine solche Lenkungswirkung ist erwünscht. Erst dann wird der Strom bewusst eingesetzt, und auch das Effizienzpotenzial ausgeschöpft.

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Na toll!

„Das Ziel der Initiative ist, den ökologischen Fussabdruck der Schweiz auf eine Erde zu reduzieren. Das bedeutet, dass ihre Gesamtumweltbelastung auf ein nachhaltiges Mass verringert werden soll.“

Wie gross ist denn der Fussabdruck eines durchschnittlichen Europaeers heute?

und mit und ohne fossile Energien, inklusive Uran?

Wir sollten das Problem erst mal definieren und verstehen.
Danach koennen wir vielleicht etwas zu seiner Loesung beitragen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Natürlich stehen wir Grünen dafür ein! Seit heute gibt’s dazu die Initiative für eine Grüne Wirtschaft!

Siehe Medientext:
„Die Volksinitiative für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft) packt die Umwelt-, Gerechtigkeits- und Wirtschaftsprobleme an der Wurzel. Sie fordert den Umbau der heutigen Wegwerfwirtschaft zu einer umweltfreundlichen und gerechten Kreislaufwirtschaft. Das Ziel der Initiative ist, den ökologischen Fussabdruck der Schweiz auf eine Erde zu reduzieren. Das bedeutet, dass ihre Gesamtumweltbelastung auf ein nachhaltiges Mass verringert werden soll.

5 gute Gründe für Ihre Unterschrift
Die Zukunft der Wirtschaft ist grün
Nur eine grüne Wirtschaft ist zukunftsfähig. Sie baut auf erneuerbare Ressourcen und setzt auf Innovationen.

Eine intakte Umwelt und mehr Lebensqualität
Mit der grünen Wirtschaft werden Natur und Umwelt geschont und bleiben den kommenden Generationen erhalten.

Arbeitsplätze mit Zukunft
Eine grüne Wirtschaft macht die Schweiz wettbewerbsfähig und schafft neue Arbeitsplätze mit Zukunft. Schon heute bietet die grüne Wirtschaft hierzulande rund 160’000 Arbeitsplätze.

Eine gerechte Verteilung
Mit der Reduktion unseres Ressourcenverbrauchs trägt die Schweiz dazu bei, dass die Menge an Güter weltweit gerechter verteilt wird.

Das glauben nicht nur wir!
Neben dem Bund benutzen schon jetzt Industrieländer, wie Finnland und Japan den ökologischen Fussabdruck, um ihren Rohstoffverbrauch zu messen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Hoi Martin,

ein interessantes Dokument, kannte ich noch gar nicht.
Komisch, warum spricht man
eigentlich nicht ueberall darueber?
(zum Beispiel hier auf diesem Blog, and der ETH, in Schulen
etc etc)

Da stehen interessante Saetze drinnen
(wir sollten diese mal genau analysieren!)

„der Fussabdruck ist zu gross“
(dann wir verhalten uns so als ob „wir“ eine weitere Erde
zur Verfuegung haetten)

Aha, wie wird dieser Fussabdruck bestimmt?
(Wie kommt die Studie auf einen Faktor 2 Planeten
fuer die Schweiz wo alle politisch korrekten Rechnungen
von 4 Planeten sprechen)

Warum werden Oel, Kohle und Gas nicht mit gerechnet?
Wie gesagt jeder der rechnen kann, kommt leicht
auf viel viel hoehere Werte.
(Weltmittel angeblich 1.3 Planeten oder?
Die Schweiz und Westeuropa haben einen Faktor 3 hoeheren Energieverbrauch als das Weltmittel?)

Aber, angeblich erneuerbare Energiequellen Wasser, Wind
Sonne und Biomasse schaffen gerade mal 20% oder so vom
Weltstrommix … der selber nur 16% am Energiemix betraegt.
also 3.2% sind nachhaltig ..

Wir verbrauchen also jedes im Mittel jedes Jahr mehr als 4*31 Planeten Erde! Dank der in Oel, Gas und Kohle sowie
Uran gespeicherten Sonnenenergie.

zurueck zur Studie:

„Die Schweiz verringert ihren Ressourcenverbrauch auf ein naturverträgliches Mass (Fussabdruck „eins“).“

also dann mal ein paar Zahlen dazu (fehlen leider in der Studie!)
Aufklaerung ueber die aktuelle Situation waere vielleicht
auch wichtig. Nach dem Motto „Erst verstehen dann handeln“!

aber hier die Realitaet aus der Studie:
also noch weniger nachhaltig und mit Volldampf und schoenen
Worten in den Abgrund!

„Der globale Verbrauch von fossilen Energieträgern, Wasser, Luft, Land und seltenen Roh-stoffen wird weiter steigen. Denn die Weltbevölkerung nimmt stetig zu und Schwellenländer wie China, Brasilien, Russland oder Indien wachsen rasant. Der steigende Wohlstand verän-dert die…

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 09.03.2011, 11:35

Hoi Michael,
du schreibst an Herrn Graffenried gerichtet: „Ihre Idee der Zukunft steht im Gegensatz zu allem was “Gruene” sonst sagen:
der oekologische Footprint ist heute in der Schweiz angeblich einen Faktor 4 groesser als was direkt in der Schweiz waechst.Also, seien Sie doch ehrlich. Entweder lernen wir es mit viel viel weniger
zu leben ….“

Doch der optimistische Ton von Herrn Graffenrieds 10-Punkte-Plan, der an die Machbarkeit des Wünschbaren glaubt, lässt sich vielleicht nicht bei den Ur-Grünen finden, aber durchaus bei den Vertretern der CleanTech-Zunft. Der Masterplan Cleantech (siehe http://www.cleantech.admin.ch/cleantech/00529/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdIJ9fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A– , auch zu erreichen unter http://www.cleantech.admin.ch/cleantech/index.html?lang=de ) beginnt mit einer Vision:
Die Schweiz verringert ihren Ressourcenverbrauch auf ein naturverträgliches Mass (Fussabdruck „eins“).
der auf der weiter unten stehenden Diagnose basiert: Der ökologische Fussabdruck der Schweiz ist zu gross. Er hat sich in den letzten fünfzig Jahren verdoppelt.
Nach der Vision folgen die (technokratischen Ziele) von Cleantech (von jetzt an CT abgekürzt): Führend in CT-Forschung, Wissens-und Technologietransfer, Führend in Produktion von CT, CT steht für CH-Qualität.
Dann kommen die Brands, die CT für sich beansprucht: Green Econcomy, CO2-frei, CO2-neutral-Eco-friendly.
In den Titeln des Masterplans tauchen die folgenden Worte auf: Wertschöpfungskette, Wachstumsmarkt, Cleantech-Wissensbasis und -Exporte, Welthandelsanteil der Schweiz bei Cleantech.

Logisch, dass man vor so einem Hintergrund die Vision Fussabdruck „eins“ noch so gern annimmt, wenn doch die immensen Fortschritte von CleanTech die baldige Lösung verheissen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Graffenried

sie schreiben:

„Die Vergangenheit war erneuerbar – die Zukunft auch. Beginnen wir heute!“

was meinen sie mit „heute“? im Jahr 2050 fangen wir an?

und weiter:
„bleiben werden uns die erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasser, Biomasse.“

Richtig, in x Jahren wird nichts anderes mehr in die Schweiz
und nach Europa kommen. Warum weil es auch in
den armen Laendern nicht mehr viel gibt.

Ihre Idee der Zukunft steht im Gegensatz zu allem was „Gruene“
sonst sagen:

der oekologische Footprint ist heute in der Schweiz
angeblich einen Faktor 4 groesser als was die direkt
in der Schweiz waechst.
(dabei werden Oel, Gas, Kohle und Uran nicht gezaehlt)
Wenn man das zaehlen wuerde waere der footprint
rund 10 mal groesser!)

Also, seien Sie doch ehrlich.
Entweder lernen wir es mit viel viel weniger
zu leben

oder wir versuchen es weiter wie bisher (bis auch der letzte
Tropfen Oel und Blut geflossen ist)

oder ..

nach uns die Sintflut!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Herr Meier,
sie verlangen nach einer Quelle
aber selber haben sie keine!

„So? Quelle? Uran reicht noch für mehr als 100 Jahre.“

Woher kommt diese Zahl?
(aus dem Red Book 2009 der IAEA/NEA)
Der UNO glauben sie ja sonst auch nicht.
Also warum beim URAN?

und ja, verstehen sie was diese Zahl 100 Jahre meint?
(bei konstantem Verbrauch von heute ueber die naechsten 100 Jahre!)

Wenn sie wirklich eine eigene Meinung formulieren wollten
dann wuerden sie sich die Muehe machen die Zahlen mal zu ueberpruefen!

also nur zu!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

„aber auch das Uran werden in absehbarer Zeit erschöpft sein“
So? Quelle? Uran reicht noch für mehr als 100 Jahre.

„Wir dürfen die mit der Kernenergienutzung verbundenen Risiken nicht eingehen“
Wieso? Die Wasserkraft hat aber schon viel mehr Tote verursacht als die Kernenergie (Vajont-Staudamm,Möhnetal-Sperre, Mattmark, etc. etc.)

„Im Falle eines grossen Betriebsunfalls oder eines Terrorangriffs auf ein Schweizer Kernkraftwerk würde die austretende radioaktive Strahlung grosse Teile Mitteleuropas für Jahrzehnte unbewohnbar machen“
So? Quelle? Greenpeace-Propaganda? Wieso war selbst Kiev immer bewohnbar, das liegt ja gleich neben Tschernobyl.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 4

Herr von Graffenried,
ich bezweifle, dass sie die von ihnen entworfene Energiezukunft in ihren Konsequenzen voll durchdacht haben und vor allem bezweifle ich, dass sie die nötige Zustimmung in der Schweizer Bevölkerung finden werden.

Vor allem kommt ihre Energievision die Schweizer Bürger teuer zu stehen.
Sie schreiben „Fassen wir daher den Mut, der die früheren Generationen in der Schweiz bereits ausgezeichnet hat, investieren wir mit höheren Strompreisen in die Zukunft.“
Eine Verdoppelung der Strompreise würde den Schweizer Konsumenten beim heutigen Verbrauch von 60 Milliarden Kilowattstunden und bei einem Preis von heute 20 Rappen pro Kilowattstunde 12 Milliarden Schweizer Franken pro Jahr kosten. Das zeigt, welchen Stellenwert die Stromproduktion in der modernen Gesellschaft hat und wieviel uns der Strom schon heute kostet. Doch woher sollen diese zusätzlichen 12 Milliarden Franken pro Jahr kommen? Wollen sie das Geld von den Gesundheitsausgaben abzweigen (wie ein Kollege von mir das vorgeschlagen hat) oder wollen sie beim Verkehr sparen – oder etwa bei der Bildung?
Das vielgelobte europäische Supergrid ist ein weiteres Beispiel einer sehr teuren Investition: Der neu installierte EU-Kommissar Günther Oettinger fordert 1000 Milliarden Euro Investition in europäische Energienetze für die nächsten 10 Jahre (siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,728345,00.html )
und will das ganze über Euro-Bonds finanzieren.

Fazit: Die von ihnen vorgeschlagene Energiezukunft macht eine Umwverteilung von finanziellen Mitteln in einem gewaltigen Ausmass nötig. Doch welcher Sektor soll die Finanzen dafür bereitstellen?
In einem Punkt muss ich ihnen recht geben: Erneuerbare Energie soll dort produziert werden wo sie am reichlichsten anfällt: Sonnennergie aus der Sahara und nicht vom Hausdach, Wind von der Nordseeküste und nicht aus dem Jura. Kosten, die nicht nötig sind, sollten wir uns nämlich nicht aufbürden und wir können es uns auch gar nicht…

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

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