ETH-Klimablog - Klimaforschung - Neue Studie zeigt: Mensch beeinflusst Starkniederschläge

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Neue Studie zeigt: Mensch beeinflusst Starkniederschläge

17.02.2011 von

Überschwemmung in Deutschland, 2002 (wikipedia)Stärkere Niederschläge, grössere Trockenheit – aufgrund der Klimaerwärmung werden extreme Wetterereignisse häufiger. Dies lassen Beobachtungen und Klimamodelle vermuten. Allerdings ist es schwierig zu beweisen, ob einzelne extreme Wetterereignisse, wie beispielsweise die Flut in Deutschland im Jahre 2002, auf die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung zurückzuführen sind.

Vermutung wurde nun bestätigt

Trotzdem hat diese Woche eine neue Studie aus Kanada (Min et al., Nature 2011) zeigen können: Die Zunahme der Starkniederschläge während der letzten 50 Jahre ist deutlich und kann tatsächlich zu einem grossen Teil auf den menschlichen Einfluss zurückgeführt werden. Dieser Beweis war möglich dank präziser Beobachtungen der Niederschläge und der eingesetzten Methode: Statt einzelner Orte betrachteten die Forscher die räumlichen Muster und kombinierten diese gekonnt mit Klimamodellen und Messdaten. Die Studie ist ein wichtiger Schritt, das Ergebnis erstaunt allerdings nicht besonders, denn dieser Zusammenhang wurde schon länger vermutet. Die Verstärkung des globalen Wasserkreislaufes durch die menschgemachte Erwärmung wird nämlich durch einfache thermodynamische Argumente unterstützt: Wärmere Temperaturen führen zu mehr Verdunstung und damit mehr Niederschlag. Warme Luft kann zudem mehr Wasser aufnehmen.

Häufigkeit der Flutereignisse verändert sich

Wenn der Mensch mitverantwortlich ist für die Zunahme der Starkniederschläge, so stellt sich die Frage, ob ein einzelnes Ereignis dem Menschen angelastet werden kann. Grundsätzlich gesehen ist dies unmöglich: Fast jedes Ereignis kann auch natürlich auftreten. Was sich aber aufgrund der Klimaerwärmung ändert, ist die Häufigkeit der Ereignisse. Eine andere Studie im gleichen Heft (Pall et al., Nature 2011) zeigt, dass die menschgemachte Erwärmung die Häufigkeit erhöht hat von Flutereignissen wie in England im Herbst des Jahres 2000.

Ob ein einzelnes Ereignis menschverursacht ist oder nicht, lässt sich also nicht bestimmen. Es lässt sich jedoch berechnen, wie viel Mitschuld der Mensch trägt: Mit Klimamodellen lassen sich Hunderte von Simulationen rechnen, jeweils mit und ohne menschlichen Einfluss. Wenn zum Beispiel ein Jahrhundert-Niederschlagsereignis mit menschgemachten Treibhausgasen alle 30 Jahre auftritt, also dreimal häufiger als ohne menschgemachte Treibhausgase, dann ist der Mensch statistisch gesehen für zwei Drittel der verursachten Schäden verantwortlich.

Bald Schadenszahlungen für ausgestossene Tonnen CO₂?

Hypothetisch gesehen könnten mit solchen Berechnungen die Schadenskosten auf die CO₂-Emissionen abgewälzt werden. Die Schweiz müsste dann zum Beispiel pro ausgestossene Tonne CO₂ ein paar Franken für die Hitzewelle in Russland, die Flut in Pakistan oder die Überschwemmungen in Deutschland bezahlen. Die Schäden in Deutschland verursachten Wiederaufbaukosten, die auf 20 Milliarden Euro geschätzt wurden.

Sind das Zukunftsphantasien? Wer weiss. Ich bin überzeugt, dass einige Anwälte heute schon über ein neues Geschäftsmodell nachdenken. Die Vorstellung, als Klimaforscher vor Gericht die Schuldfrage für ein Wetterereignis zu kommentieren, ist aber nicht verlockend. Und billig wäre ein solcher Rechtsstreit wohl auch nicht.

Zum Autor

Reto Knutti ist Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (23) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@ Ben Palmer und andere. Erlauben Sie mir einiges klarzustellen:

1) Über die Interpretation von Proxydaten kann man streiten, aber Niederschlagsmessungen sind direkte Messungen. Auch da gibt es einiges zu beachten (Instrumententypen, Standortverschiebungen etc.), aber wir haben es nicht mit Proxies zu tun.

2) IPCC investiert nicht in Forschung, sondern fasst nur zusammen was die Forschung produziert. Wissenschaftler die bei IPCC Berichten mithelfen werden dafür nicht bezahlt, sie tun dies in Ihrer normalen Arbeitszeit. Das einzige was die Regierungen bezahlen sind die Reisespesen.

3) Die meisten Messnetze werden nicht von der Klimaforschung betrieben sondern von den Wetterdiensten. Diese haben andere Anforderungen und Interessen. Wenn der Flughafen seine Temperaturmessung von hinter dem Haus vor das Haus verschiebt, ist das für das Flugwetter kaum relevant. Für eine langfristige Messreihe zu klimatischen Zwecken ist es ein Problem. Dass Klimadaten anderen Ansprüchen genügen müssen ist klar, aber man keinem Wetterdienst vorschreiben was sie zu tun haben. Zudem können wir nicht zurück und 1920 nochmals messen wenn etwas fehlt. An vielen Orten gibt es auch kaum Stationen (z.B. Afrika).

4) Messnetze sind teuer. Auch Wetterdienste müssen sparen, darum wird die Anzahl Stationen reduziert, vor allem manuelle. Die Klimaforschung muss mit den Daten arbeiten die es gibt. Die Verfügbarkeit ist ein weiterer Punkt. Frühe Wetterdaten (oder z.B. Meereis) wurden oft zu militärischen Zwecken gemessen und waren nicht verfügbar. Oder sie existieren handgeschrieben in Büchern und müssen in mühsamer Arbeit digitalisiert. MeteoCH hat beschlossen alle Daten frei verfügbar zu machen.

5) Ein Trends im globalen Niederschlag ist nicht klar weil er klein ist gegenüber der Variabilität. Die Subtropen werden trockener, die hohen Breiten nässer, im Mittel sieht man wenig. Die zonalen Mittel sind wesentlich deutlicher: http://www.cccma.ec.gc.ca/papers/ngillett/PDFS/nature06025.pdf,…

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Hallo Herr Palmer,

@Kommentar von Ben Palmer. 22.02.2011, 10:50
„Ich führe keine Buchhaltung, aber allein die Summen, die die USA für das IPCC (die Funktion, nicht die Wissenschaft) ausgibt. sprechen Bände.“

Wie schon gesagt ich kenne diese Zahlen nicht
und wuerde es gerne genauer wissen.

„ Von den Beiträgen der anderen Mitgliedsstaaten (auch die Schweiz) des IPCC gar nicht zu sprechen. Michael Mann alleine verfügte über Forschungsbudgets in Millionenhöhe.“

Fragen sie mal nach wie gross das Budget eines
Instituts egal zu welcher Frage an der ETH ist.
Vielleicht koennte Herr Ragaller ja darauf mal antworten.

Ansonsten habe ich das Gefuehl Sie bringen
Millionen und Milliarden (Billionen in den USA)
durcheinander. 13 Millionen sind wohl noch nicht mal die Kosten
wenn der Praesident mal ne Auslandsreise macht um
seinen Nobelpreis zu holen…

—————–
USA House of Reps:
“My amendment simply says that no funds in this bill can go to the IPCC. This would save taxpayers millions of dollars this year and millions of dollars in years to come. In fact, the President has requested an additional $13 million in his fiscal 2012 budget request.”
———–

zu:
„Ich glaube kaum, dass Sie sich in der Teilchenphysik mit approximativen Messdaten begnügen würden, um daraus Thesen abzuleiten. Im Gegenteil, es werden Millionen investiert (LEP, etc), um die theoretischen Annahmen ….“

Ich lade sie gerne mal zu einem Besuch am CERN ein
wo wir darueber im Detail in die Papers schauen koennen.
Aber wiederum das Budget vom CERN alleine
ist 1 Milliarde/Jahr (plus die Beitraege aller UNI Forschungsgruppen wohl noch mal fast das gleiche)

„Ihre Bemerkung betreffend die Investitionen in die Werbung ist zwar populistisch, zeugt aber von Unkenntnis in Fragen der Kommunikation.“

Was ich nicht richtig finde ist
die Werbungskosten von den Steuern abzusetzen!

Werbung kann jeder machen wie er will.
Wenn das zu weniger…

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Hallo Herr Ruppert,

machen wir es doch einfach besser als alle anderen
und analysieren die Publikation um die es geht.
(Schade der link dazu fehlt. hier ist er:
http://www.nature.com/nature/journal/v470/n7334/full/nature09763.html)

viel Spass beim kritischen lesen!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Dittmar: Ich führe keine Buchhaltung, aber allein die Summen, die die USA für das IPCC (die Funktion, nicht die Wissenschaft) ausgibt. sprechen Bände. Von den Beiträgen der anderen Mitgliedsstaaten (auch die Schweiz) des IPCC gar nicht zu sprechen. Michael Mann alleine verfügte über Forschungsbudgets in Millionenhöhe.

USA House of Reps:
„My amendment simply says that no funds in this bill can go to the IPCC. This would save taxpayers millions of dollars this year and millions of dollars in years to come. In fact, the President has requested an additional $13 million in his fiscal 2012 budget request.“

Ich glaube kaum, dass Sie sich in der Teilchenphysik mit approximativen Messdaten begnügen würden, um daraus Thesen abzuleiten. Im Gegenteil, es werden Millionen investiert (LEP, etc), um die theoretischen Annahmen faktisch verifizieren zu können.

Dass unsere Politiker in anderen Angelegenheiten grosszügig sind, ist keine Entschuldigung dafür, dass man ganze Theorien auf wackeligen Daten aufbaut.

Ihre Bemerkung betreffend die Investitionen in die Werbung ist zwar populistisch, zeugt aber von Unkenntnis in Fragen der Kommunikation. Wie haben Sie den Ihren PC ausgewählt, wenn nicht aufgrund bekannter Spezifikationen? Und woher kennen Sie diese Spezifikationen, wenn nicht durch Werbung?

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@ Ben Palmer
Die Sorgfalt mit der die Klimaforschung Messdaten erfasst und auswertet kann man z.B. gut aus einer Vorlesungsunterlage der ETH (Prof. Schär) ermessen: http://www.iac.ethz.ch/education/master/numerical_modelling_of_weather_and_climate/05_DataAssimilation_FS10.pdf
Für die unter anderem für unsere Nahrungsmittelversorgung wichtige Frage, ob Wetterextreme zunehmen, hat die World Meteorological Organization wohl die besten Daten und Kompetenzen: http://www.wmo.int/pages/mediacentre/news/extremeweathersequence_en.html

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Was für ein reißerischer Titel!
Spricht da die zurückhaltende, schweizerisch-seriöse ETH?

Man kann es kaum glauben. Solchen Aussagen mögen offenbar nicht einmal Gavin Schmidt von RealClimate oder Andrew Revkin, dot earth NYT, zustimmen.

http://www.realclimate.org/index.php/archives/2011/02/going-to-extremes

http://dotearth.blogs.nytimes.com/2011/02/17/on-storms-warming-caveats-and-the-front-page

Andere zweifeln gar an der Wissenschaftlichkeit: http://rogerpielkejr.blogspot.com/2011/02/flood-disasters-and-human-caused.html

Jedenfalls an den Motiven: http://judithcurry.com/2011/01/15/attribution-of-extreme-events

Bloß ein bedauerlicher Rückfall in vor-Kopenhagen-Zeiten?
Der wissenschaftlich schlecht fundierte Versuch „to build political will for climate change policies“?
Ein einigermaßen unverständliches und hoffnungsloses Unterfangen. Die Skeptiker werden sich die Hände reiben.

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Hoi Herr Palmer,

„Erschreckend deshalb, weil mit Hilfe des IPCC Milliarden in die „Klimaforschung“ investiert wurden, basierend auf Observationsdaten und Messnetzen, die nicht die geringsten Qualitätsstandards erfüllen. Kann man so wirklich ernsthaft Klimaforschung betreiben?“

Falls sie eine Zahl haben was wirklich investiert wurde
(nur zusaetzlich zu den Wetter Messungen ..)
waere interessant.

Aber mal down to earth,

im Vergleich zu anderen Gebieten der Forschung
und der Verschwendung die man sonst ueberall sieht

Fehler sind immer stoerend, aber wenn ich an die
Milliarden denke die in Ruestung gehen
oder die Milliarden die als Subventionen aus Steuergeldern
an Banken und die Industrie gehen
oder in der Werbung verpulvert werden.

also, da kann ich zumindest bei ein
paar nicht funktionierenden Meteo Mess-stationen
ganz cool bleiben.

Insgesamt gibt es ein fantastisches System wo
dank Internet jeder interessierte Meteo Daten praktisch
online bekommen kann. Meteo.ch uebrigens ein sehr positives
Beispiel!

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„Für Extremniederschläge braucht es tägliche Regenmessungen von hoher Genauigkeit …“ Vielleicht kann mir jemand erklären, wie man aus täglichen Regenmessungen mit „hoher“ Genauigkeit einen Trend ableiten kann. Wir wissen doch alle, wie ungenau die terrestrischen Temperaturmessungen und -proxys sind, aus denen man den Hockey Stick abgeleitet hat.

Geradezu erschreckend ist es, wenn Seung-Ki Min, Xuebin Zhang, Francis W. Zwiers & Gabriele C. Hegerl feststellen, dass
„There is a sudden drop in observational coverage after 2000. For 2001-2003, fewer than 60% of grid-points have data compared to the 1961-1990 mean. […] The sudden drop in observed data coverage can be clearly seen in the plot, with almost no grid-points over Eurasia […]“ http://goo.gl/jo8T0

Erschreckend deshalb, weil mit Hilfe des IPCC Milliarden in die „Klimaforschung“ investiert wurden, basierend auf Observationsdaten und Messnetzen, die nicht die geringsten Qualitätsstandards erfüllen.
Kann man so wirklich ernsthaft Klimaforschung betreiben? Als würde man Schlösser auf Sand bauen!

Verursachen global zunehmende Temperaturen (unabhängig welche Ursache dahinter steht) global zunehmende Niederschläge? Offenbar nicht, man müsste sonst davon ausgehen, dass es in der LIA kaum geregnet hat. Und seit 1900 stellt man keinen Trend fest: http://goo.gl/Gt5ui. Das sind doch immerhin schon über 100 Jahre.

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Hier noch ein sehr detaillierter Artikel von Willis Eschenbach zu diesem Thema:

http://wattsupwiththat.com/2011/02/20/nature-unleashes-a-flood-of-bad-science/

Hier kommt man zu einem anderen Schluss.

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„Die Zunahme der Starkniederschläge während der letzten 50 Jahre ist deutlich und kann tatsächlich zu einem grossen Teil auf den menschlichen Einfluss zurückgeführt werden. “

Eine lange Kette von vermeintlichen Korrelationen, die dann plötzlich ohne Beweis zu einer kausalen Kette wird. Menschlicher Einfluss -> CO2 -> höhere Temperaturen -> mehr Niederschläge (oder auch mehr Trockenheit) -> mehr Starkniederschläge.

„Min et al. haben nicht von ungefähr Ihre Studie nur für den Zeitraum ab 1950 gemacht. Für Extremniederschläge braucht es tägliche Regenmessungen von hoher Genauigkeit, diese gibt es vor 1950 nur an sehr wenigen Orten.“

Und trotzdem wagen Min et al. die Prognose, dass Starkniederschläge extremer werden? Natürlich ohne Möglichkeit, diese Aussage je verifizieren zu können. Die Modelle sind nicht einmal in der Lage, nachzuweisen, dass in früheren Zeiten (hindcast) extreme Wetterverhältnisse weniger häufiger und weniger extrem waren. Sie würden ja auch durch bekannte Fakten allzuleicht zu widerlegen.

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Hr. Knutti
„Aber seriöse Wissenschaft basiert ja nicht auf Blog-Beiträgen“. Da aber die Vertreter der AGW Theorie irrsinnige Summen vom Steuerzahler wollen, bleibt ihnen nichts anders übrig, als gewisse Theorien und Methoden auf 3000 Zeichen zu kondensieren. Einfach auf die Authoritätsgläubigkeit zu zählen geht nicht (mehr).

Hier noch der Kommentar des bekannten Klima-Bloggers Lubos Motl zu der Studie:
http://motls.blogspot.com/2011/02/gavin-schmidt-theres-no-theory-that.html
Weniger als 3000 Zeichen und doch sehr überzeugend!

Hr. Blaser
„Jetzt noch eine technische Frage zu den anhaltenden minus 30 Grad in Moskau. Ist dies auch eine Konsequenz des Klimawandels, und welche klimabedingten Thesen lassen sich dazu ableiten?“
Selbstverständlich sind die 30 Grad minus ein weiterer Beweis des AGW, wie bis jetzt jedes andere Wetter.
„Bei dejenigen mit sehr hohen Einkommen, macht es eh kein Unterschied, ob sie jetzt doppelt so viel an der Tankstelle zahlen müssen“
D.h. nur noch die Reichen können sich dann leisten, mit dem Auto zu fahren. Pech für die Armen, die auf’s Auto angewiesen sind.

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@Kommentar von Martin Holzherr. 19.02.2011, 1:18
Hoi Michael, „deine Auffassung, der Mensch sei unbelehrbar und nur an kurz-und eventuell mittelfristigen Resultaten interessiert steht nicht unbedingt im Widerspruch zu meiner Meinung, deutliche Aktionen gegen den Klimawandel seien erst möglich, wenn die Mehrheit der Menschen sich der Notwendigkeitvon Massnahmen bewusst wird.“

Hoi Martin,

ich habe eigentlich nicht vom „Menschen“ gesprochen sondern
von der Art und Weise wie grosse Menschengruppen
(und eigentlich deren Elite) entscheiden.

„Wenn sich die Menschen bedroht fühlen, ändern sie ihre Einstellung.“

Ja, und manchmal machen sie Revolutionen wie vor 220 Jahren
in Frankreich mit jeder Menge Collateral Damage.

„Ein gutes Beispiel ist der Nicht-Proliferationsvertrag für Nuklearwaffen, der von der Internationalen Atom Energie Agentur überwacht wird.“

Schoen waere es, aber a) die 5 Kernwaffenlaender
verletzen den Vertrag seit der Unterzeichnung
(Abruestung der Waffen)

b) Jede Art von Kernphysik/ Technik Austausch
mit nicht unterzeichner Laendern ist verboten.
Niemand kuemmert sich darum!

Die Waffen warten immer noch auf ihren Einsatz.
20000 alleine bei Russland und den USA.

Versuche mal alleine 1000 Ziele zu finden.

„ Da muss sich jeder Mitgliedsstaat detaillierten Kontrollen unterziehen.“

Siehe oben. Die grossen Kernwaffen-Laender haben
Vetorecht.

Schau die mal das Abkommen mit Indien an.

„Solange eine Nation arm ist, kümmert sie eine verschmutzte Umwelt wenig“

Das kann man ueberall lesen, aber stimmt das auch?

Die Reichtuemer der Natur sind oft gerade noch in den armen
Laendern erhalten, und die Reichen sichern sich die
besten Straende, werden Ureinwohner aus den Narur-Reservaten
heraus die die ueber tausende von Jahren erhalten haben.

Aber ja, Korruption einer lokalen Elite durch die zivilisierten
reichen Laender zerstoert auch noch den Rest.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Knutti
Ja ich finde auch dass Individualisten, welche gesellschaftliche Verantwortung nicht tragen wollen, auch für die Klima-, Umweltschäden und -kosten aufkommen müssen. Bei dejenigen mit sehr hohen Einkommen, macht es eh kein Unterschied, ob sie jetzt doppelt so viel an der Tankstelle zahlen müssen. Da muss auch die Politik Massnahmen ergreifen, sowohl beim Individuum als auch in der Industrie ansetzen, wie z.B. Importverbot von Fahrzeugen mit mehr als 120 g CO2 Ausstoss pro km, Förderung umweltfreundlicher und öffentlicher Transportmittel. Ich finde man kann der Gesellschaft, Familien und Kinder nicht zumuten, mehr und mehr mit Allergien und Krankheiten kämpfen zu müssen, während andere unbekümmert jeden Tag kiloweise CO2 und andere Abgase in die Luft rauslassen. Andererseits finde ich auch, dass man umweltfreundliches Verhalten belohnen soll!
Wenn unseres Mehrparteien- und Demokratiesystem in der Schweiz in bezug auf Klima- und Umweltänderungen nicht funktioniert, müssen Bundesrat und Parlament mit den entsprechenden wissenschaftlichen Experten Dekrete verabschieden, welche im Interesse unserer Gesellschaft und der Allgemeinheit sind.
Jetzt noch eine technische Frage zu den anhaltenden minus 30 Grad in Moskau. Ist dies auch eine Konsequenz des Klimawandels, und welche klimabedingten Thesen lassen sich dazu ableiten? Lassen sich damit auch Schlüsse ziehen für das zukünftige Klima und allfällige Kälteperioden in der Schweiz?
Freundliche Grüsse
Thomas Blaser

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Hoi Michael,
deine Auffassung, der Mensch sei unbelehrbar und nur an kurz-und eventuell mittelfristigen Resultaten interessiert steht nicht unbedingt im Widerspruch zu meiner Meinung, deutliche Aktionen gegen den Klimawandel seien erst möglich, wenn die Mehrheit der Menschen sich der Notwendigkeit von Massnahmen bewusst wird. Wenn sich die Menschen bedroht fühlen, ändern sie ihre Einstellung. Ein gutes Beispiel ist der Nicht-Proliferationsvertrag für Nuklearwaffen, der von der Internationalen Atom Energie Agentur überwacht wird. Da muss sich jeder Mitgliedsstaat detaillierten Kontrollen unterziehen.
Wenn einmal eine Mehrheit von Menschen – wie James Hansen schon jetzt – glaubt, Kohlekraftwerke seinen Todesfabriken, dann ist der Weg vorgezeichnet und in absehbarer Zeit wird das letzte Kohlekraftwerk entweder mit Kohlendioxidabscheidung ausgestattet oder einfach abgeschaltet.

Letztlich machen die meisten – mindestens kurzfristig – eine Kosten-/Nutzen-Rechnung. Solange eine Nation arm ist, kümmert sie eine verschmutzte Umwelt wenig, weil das Wirtschaftswachstum Priorität hat. Später, wenn man genug Reichtum angehäuft hat, leistet man sich eine „Reparatur“ der Schäden – darum sind die Schweizer Gewässer jetzt in viel besserem Zustand als vor 30 Jahren. Es kann natürlich sein, dass der Punkt der Umkehr zuspät kommt, denn Klimaschutzmassnahmen wirken sich erst mit einer gewissen Verzögerung aus.

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Hoi Martin,

„Deshalb bin ich überzeugt: Erst wenn die negativen Folgen einer ungebremsten Erwärmung für die Mehrheit sichtbar wird, werden weltweit Massnahmen ergriffen, die über ein Kyoto oder Post-/Kyoto-Abkommen hinausgehen und nicht nur zu einer Stabilisierung, sondern zu einer massiven Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen.“

Glaubst du das wirklich?
Welche Institution existiert heute oder morgen
die so was auf wissenschaftlich begruendeter Basis
gerecht fuer alle 7 Mrd Menschen regeln koennte.

keine Einzige!

Deshalb sollte man einfach nur in die Geschichtsbuecher schauen
und nach aehnlichen vergleichbaren Katastrophen suchen.

Hungersnot durch zu starke Nutzung in einer Region
zum Beispiel.

Hat man es in der Vergangenheit geschafft die Ausbreitung der „Wuesten“ zu verhindern?

Oder der Abbau von endlichen Rohstoffen?
Haben reiche Laender jemals Ruecksicht auf die zukuenftigen
Interessen der Menschen in den ehemaligen Kolonien
genommen?

Oder profitieren wir in den reichen Laendern nicht
fast ungebremst von der Politik der verbrannten Erde
die wir ueberall hinterlassen?

Ausser Lippenbekenntnissen die eh nicht eingehalten werden
(wie die Millenium-goals) machen wir nicht nicht viel.

Ist halt Pech wenn die Lebensmittelpreise steigen oder?

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@Arnim Rohde:
Die Idee eines globalen Anpassungs-Fonds, aus dem die Benachteiligten Gelder für Massnahmen bekommen, gibt es seit einiger Zeit. Die Schwierigkeit ist, dass sich die Länder einigen müssten, wer wie viel bezahlt, und wer wie viel bekommt. Soll dies nach heutigen Emissionen gehen, oder nach historischen totalen Emissionen? Oder nach den finanziellen Möglichkeiten? Sind die Emissionen für all die Produkte die China nach Europa exportiert den Chinesen anzurechnen oder uns? Zudem: obwohl die Studie von Pall et al. eine Methode aufzeigt, ist es schwierig für jedes Ereignis zu bestimmen ob es einen menschgemachten Anteil gibt. Es ist schon schwierig genug zu bestimmen, was überhaupt ein 200 jähriges Extremereignis ist, wenn man nur 100 Jahre Daten hat. Man muss dazu entweder Modelle verwenden oder statistische Annahmen z.B. über Extremwertverteilungen machen.

@Ben Palmer:
Min et al. haben nicht von ungefähr Ihre Studie nur für den Zeitraum ab 1950 gemacht. Für Extremniederschläge braucht es tägliche Regenmessungen von hoher Genauigkeit, diese gibt es vor 1950 nur an sehr wenigen Orten. Für solche Studien sind die Messdaten oft der limitierende Faktor.

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Sehr geehrter Herr Professor Knutti,
Studien, die unzweifelhaft belegen, dass die globale Erwärmung zunehmende Schäden verursacht, sind in meinen Augen sehr wichtig, denn für Nicht-Klimatologen ist die Klimaerwärmung nur ein Menschheitsproblem unter vielen und die Ressourcen, die zur Bewältigung von Problemen zur Verfügung stehen sind nun einmal begrenzt. So kann es passieren, dass Länder wie China oder Indien der wirtschaftlichen Entwicklung einen höhere Priorität zuordnen als allfälligen, erst schemenhaft erkennbaren Folgen der globalen Erwärmung.
Die Erkenntniss der Notwendigkeit des Handelns muss also wachsen.
Das legalistische Argument mit der Schuldzuweisung und Kostenüberwälzung auf Klimasünder führt dagegen möglicherweise zu mehr unnötiger Konfrontation, wie sie richtig bemerkt haben: „Die Vorstellung, als Klimaforscher vor Gericht die Schuldfrage für ein Wetterereignis zu kommentieren, ist nicht verlockend“.

Die globale Erwärmung zu stoppen, indem man die Treibhausgasemissionen massiv reduziert ist eine beispielslose Herausforderung, denn Treibhausgase wie CO2 werden ja nicht unbeabsichtigt emittiert, sondern sind unvermeidliche Begleiter unseres fossil dominierten Energiesystems, das 85% der Weltenergie liefert. Deshalb bin ich überzeugt: Erst wenn die negativen Folgen einer ungebremsten Erwärmung für die Mehrheit sichtbar wird, werden weltweit Massnahmen ergriffen, die über ein Kyoto oder Post-/Kyoto-Abkommen hinausgehen und nicht nur zu einer Stabilisierung, sondern zu einer massiven Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen.

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@ Roger Meier:
Sie verstehen sicher, dass mit 3000 Zeichen in einem Blogbeitrag für Nicht-Wissenschaftler keine vollständige Diskussion der Methoden möglich ist. Aber seriöse Wissenschaft basiert ja nicht auf Blog-Beiträgen. Hier finden Sie einen Überblick und Verweise auf einige tausend Seiten Fachliteratur zu detection/attribution: http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/ch9.html

Leider gibt es wahrscheinlich nicht weniger Dürren. Die Verstärkung des Wasserkreislaufes hat (vereinfacht gesagt) zur Folge, dass die trockenen Gebiete trockener werden (Sahara, Südafrika, Teile Australiens, Mittelmeerraum, Südwesten der USA, Mexiko, etc.) und die nassen Gebiete nässer (hohe nördliche Breiten): http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/figure-spm-7.html
Die Modelle zeigen, dass global sowohl Starkniederschläge als auch Hitzewellen und Trockenperioden zunehmen (natürlich mit grossen regionalen Variationen). Es regnet also lange nicht und dann viel auf einmal.
Starkniederschläge und Trockentage: http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/figure-10-18.html
Hitzewellen: http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/figure-10-19.html

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Auszug aus der Studie:
The models were run thousands of times to enable the probability of the extreme floods to be determined in both scenarios, taking 40,000 years of computing time. Global warming was found to have most likely doubled the risk of the 2000 floods, but there is a one in 10 chance that the increased risk was as high as 700% or as low as 20%.

Man beachte die Spannbreite (confidence interval): 20% und 700%. Und es handelt sich wohlgemerkt um Szenarien, deren Parameter offenbar beliebig gewählt werden können.

Dazu meint die Klimazwiebel (Hans von Storch):
„Several elements of the story are familiar to Klimazwiebel readers. There is the attempt to link current weather to long term climate, to use computer models to achieve the evidence, and to alarm the public and policy makers that climate change is real and here. This storyline follows a script used by Hansen who made a reference to „loaded dice“ back in 1988:“
http://snipurl.com/22ngd9

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@Arnim Rohde: Sollte sich nun aufgrund des Klimawandels die Häufigkeit solcher Extremwetterereignisse verändern, so müssten die Kommunen sämtliche Infratrukturmassnahmen anpassen was enorme Mehrkosten bedeutet. Kommen sie dieser Vorsorgepflicht nicht nach, so können sie im Schadensfall von Haus- und Grundeigentümern verklagt werden.
Und wer bezahlt dann im Schadensfall? Die Kommunen! Und woher haben die Kommunen das Geld? Von allen, die in der Kommune wohnen!

Meiner Meinung nach könnte man auch argumentieren, dass die notwendigen Anpassungsmassnahmen durch so genannte Klimaskeptiker verschleppt wurden. Dann müsste es doch möglich sein, diese für zukünftige Schäden infolge Klima-verursachter Extremwettereignisse haftbar zu machen

Man könnte auch die Verbraucher von Energie haftbar machen. Sie besitzen kein Auto, beheizen Ihre Wohnung nicht, arbeiten in einem ungeheizten Büro, kaufen keine Lebensmittel, die mit dem Auto transportiert wurden?
Wollen Sie Menschen dafür bestrafen, dass sie nicht alles schlucken, sondern sich gegenüber Alarmismus skeptisch zeigen und die Grundlagen hinterfragen?

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„Mit Klimamodellen lassen sich Hunderte von Simulationen rechnen, jeweils mit und ohne menschlichen Einfluss“

Und das ist ein wissenschaftlicher Beweis?

Zudem: Starkniederschläge sollen mit Erwärmung korrelieren, darum ist auch eine Kausalität gegeben?
Und was ist wenn die Erwärmung natürlichen Ursprung ist?

Ich muss auch die Überschwemmungen in Ostaustraliern erwähnen, da hiess es auch: Ah, das war der menschengemachte Klimawandel. In Brisbane gibt es aber recht genaue Aufzeichnungen über die Fluten in den letzten 100 und mehr Jahren. Und die zeigen: Das Ausmass der Fluten ist nicht aussergewöhnlich!

¨Wärmere Temperaturen führen zu mehr Verdunstung und damit mehr Niederschlag“
Das heisst, es gibt auch weniger Dürren. Wird der dadurch abgewendete Schaden dann von den Flutschäden abgezogen?

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„Stärkere Niederschläge, grössere Trockenheit – aufgrund der Klimaerwärmung werden extreme Wetterereignisse häufiger.“

Klimaerwärmung findet seit der letzten kleinen Eiszeit statt. Demnach müsste man diese Tendenz zu extremen Wetterereignissen seit dieser Zeit beobachten können. Kann man das?
Wäre eine Eiszeit, gemäss dieser These also praktisch frei von extremen Wetterereignissen (ausser der extremen Kälte!) wünschenswert für unseren Planeten?

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Danke, das ist ein Thema das mich schon seit langem umtreibt! Wie steht es in dem Zusammenhang mit der rechtlichen Verantwortlichkeit der Kommunen? Unsere Infrastruktur, z.B. Deiche, ist so dimensioniert dass sie Extremwetterereignissen standhält, die häufiger als beispielsweise einmal in 200 Jahren auftreten (die genauen Vorschriften unterscheiden sich je nach Fall, aber es geht mir hier um das Prinzip). Sollte sich nun aufgrund des Klimawandels die Häufigkeit solcher Extremwetterereignisse verändern, so müssten die Kommunen sämtliche Infratrukturmassnahmen anpassen was enorme Mehrkosten bedeutet. Kommen sie dieser Vorsorgepflicht nicht nach, so können sie im Schadensfall von Haus- und Grundeigentümern verklagt werden. Eine gewaltige und teure Zwickmühle die sich hier für die Kommunen auftut. Ich würde gerne wissen, wie der Autor darüber denkt.

Dazu ein persönlicher Vorschlag: Meiner Meinung nach könnte man auch argumentieren, dass die notwendigen Anpassungsmassnahmen durch so genannte Klimaskeptiker verschleppt wurden. Dann müsste es doch möglich sein, diese für zukünftige Schäden infolge Klima-verursachter Extremwettereignisse haftbar zu machen…

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