ETH-Klimablog - Energie - Gemeinsam für das Klima

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Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

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Gemeinsam für das Klima

27.01.2011 von

«Ich möchte ein Eisbär sein im kalten Polar». So fängt ein Lied von Stephan Eichers ehemaliger Band «Grauzone» aus den 80er-Jahren an. Ich jedoch möchte heutzutage kein Eisbär sein, denn an den Polen ist es nicht mehr so kalt wie es sein sollte. Das zeigen wissenschaftliche Untersuchungen. Das Packeis schmilzt dem Eisbären buchstäblich unter den Pfoten weg und damit verkleinern sich sein Jagdgebiet und auch seine Chancen auf Jagderfolg. Der Gedanke, dass das grösste an Land lebende Raubtier einmal nicht mehr existieren soll, stimmt mich mehr als nur nachdenklich.

Das Eis schmilzt auch anderswo, nämlich in den Alpen. Die Gletscher gehen seit Jahrzehnten zurück. In den letzten Jahren hat sich dies beschleunigt. Als passioniertem Bergsteiger ist mir das alles andere als egal. Wenn in Zukunft auf meinen Bergtouren keine weissen Gletscher mehr in der Ferne leuchten, empfinde ich dies nicht nur als tiefgreifende Veränderung des Landschaftsbilds, sondern ebenso sehr als Verlust eines Schweizer Kulturgutes. Wir sind das Land der Gletscher und Höhen; die Gletscher spiegeln insofern auch ein Stück Schweizer Selbstverständnis.

Zusammenarbeit schafft Synergien

Ob dieser Phänomene könnte man den Klimawandel als unveränderbare Tatsache hinnehmen. Das ist nicht meine Haltung. Ich glaube daran, dass wir Menschen es schaffen, das Ruder rechtzeitig herumzureissen. Das erfordert jedoch das Zusammenspiel aller. Es ist unsinnig, wenn sich Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gegenseitig den Ball zuspielen oder sich in den Rücken fallen. Wir sitzen alle im selben Boot. Ich plädiere für mehr Zusammenarbeit. Branchenübergreifend, länderübergreifend. Aus ihr ergeben sich wertvolle Synergien, die es zu nutzen gilt. Als CEO eines grossen Energieunternehmens muss ich mit meinen Mitarbeitern, aber auch mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden nach Lösungen suchen zur Drosselung des CO₂-Ausstosses, der als Hauptursache für die Erderwärmung gilt. Geothermie ist hier nach wie vor ein Hoffnungsträger. Auch für uns. Mit einem eigenen Kompetenzzentrum in Glattbrugg und der Beteiligung an einem fortgeschrittenen Projekt in Taufkirchen (D) versuchen wir, die Grundlagen für Geothermie-Kraftwerke in der Schweiz zu schaffen. Weiter unterstützen wir ein Forschungsprojekt der Universität Zürich, das auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Gletscherforschung und Hydrologie abzielt. Und wir kooperieren mit dem Schweizerischen Alpenclub (SAC), der sich für ein ausgeglichenes, nachhaltiges Nebeneinander von Mensch und Natur in der Bergewelt engagiert.

2 Grad – und nicht mehr

Die Auswirkungen des Klimawandels finden überall auf der Welt statt. Deshalb sind auch die gemeinsamen Anstrengungen aller Länder gefragt. Als Bürger nehme ich erleichtert und auch ermutigt den Beschluss des Klimagipfels von Cancún zur Kenntnis, die Erderwärmung auf höchstens 2 Grad zu begrenzen. Dazu ist eine länderübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit nötig. Da ich in meiner beruflichen Funktion stark auf die Zusammenarbeit setze, unterstützen wir unter anderem als Kooperationspartner die sehenswerte Ausstellung «2 Grad – das Wetter, der Mensch und sein Klima» in Basel, die noch bis 20. Februar dauert. Die Ausstellung dokumentiert, wie Klima und Wetter funktionieren und welche Auswirkungen der Mensch darauf hat. Im Rahmen einer Energiewoche informiert Axpo vom 29. Januar bis 5. Februar über ihren klimafreundlichen Strommix – ihr Beitrag, die globale Erderwärmung von 2 Grad nicht zu überschreiten. Damit es weiter Eisbären gibt, im kalten Polar.

Zum Autor

Gastautor Heinz Karrer ist CEO der Axpo Holding AG.

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Kommentare (28) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Oh ja und fast vergessen hab ich: Deep water horizon!! (Ihr habts auch schon vergessen, richtig?)

Das war auch so eine Jahrhundertkatastrophe die keine Jahrhundertkatastrophe war. Die Angst der Leute ist echt amüsant 😀 LooooL!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Wirt, und wie leben sie nun in dieser Giftwolke aus radioaktivem Staub? Ich lebe seither genauso unbeschwert wie vorher und auch so unbeschwert wie die Japaner (ausser diejenigen die vom Erdbeben oder Flutwelle erwischt wurden, aber gegen Naturkatastrophen kann man ja wenig machen)

Es sieht momentan ganz danach aus, als seien die Journalisten und damit die unkritische Bevölkerung wiedermal viel zu weit in eine Richtung gerannt. Die Fukushima „Katastrophe“ ist so nebensächlich wie der Klimawandel, das Waldsterben und das Ende des Maya-Kalenders zusammen!

@ Heinz Karrer: Sie sind ein Chamäleon. Das glaubt doch kein Mensch dass dies ihre Meinung ist!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Den mit „umweltfreundlich“ können Sie nun nach Japan wohl nicht mehr ernsthaft bringen wollen, oder? Bin gespannt, welche Augenwischerei Ihr Ghostwriter als nächstes aus dem Hut zaubert… Ich verstehe nicht, weshalb ein Forschungszentrum wie die ETH einen solchen weichspülerischen Reduit-Vertreter aus dem letzten Jahrhundert hier portraitiert, der alles andere als vertritt als Innovation und Fortschritt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Ein paar Anfragen meinerseits zu Ihrem „Artikel“:
„Ich jedoch möchte heutzutage kein Eisbär sein, denn an den Polen ist es nicht mehr so kalt wie es sein sollte. Das zeigen wissenschaftliche Untersuchungen.“

Zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass es an den, also an beiden Polen nicht mehr so kalt ist, wie es sein sollte?

Wie kalt sollte es den wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge denn an beiden Polen sein?
Von welchen wissenschaftlichen Untersuchungen sprechen Sie?

„Das Eis schmilzt auch anderswo, nämlich in den Alpen. Die Gletscher gehen seit Jahrzehnten zurück.“

Kann man den „Gletscherrückgang“ in den Alpen mit einem arktischen Eisrückgang vergleichen, gar gleichsetzen?
Kann man in der Antarktis von einem Eisrückgang sprechen?
Warum dehnen sich der Perito Moreno Gletscher in Argentinien, Gletscher in Norwegen und Neuseeland aus; warum dehnt sich rund 50% der Gletschermasse in der Karakorumregion aus oder stagniert?

„Ob dieser Phänomene könnte man den Klimawandel als unveränderbare Tatsache hinnehmen. Das ist nicht meine Haltung. Ich glaube daran, dass wir Menschen es schaffen, das Ruder rechtzeitig herumzureissen.“

Was ist nicht Ihre Haltung; den Klimawandel als unveränderbare Tatsache oder als Tatsache hinzunehmen?
Passiert Klimawandel nicht immer?
Müsste man, wenn, dann von anthropogen induziertem Klimawandel sprechen?

„Als CEO eines grossen Energieunternehmens muss ich mit meinen Mitarbeitern, aber auch mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden nach Lösungen suchen zur Drosselung des CO₂-Ausstosses, der als Hauptursache für die Erderwärmung gilt.“

Gilt der anthropogene Co2 Ausstoß als Hauptursache für die Erderwärmung oder gilt der anthropogene CO1 Ausstoß nach IPCC höchstwahrscheinlich zur treibenden Kraft?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

Hoi Martin et al,

„Fazit:
– KKW’s und andere Grosskraftwerke sind nicht mit vertretbarem Aufwand zu ersetzen, solange es keine billigen Stromspeicher gibt.“

Vielleicht sollten wir uns doch mal mit den Uranreserven
und dem Uranabbau beschaeftigen bevor wir andere
Argumente fuer oder gegen ein neues KKW diskutieren.

Ohne Uran ist ein neues KKW nur verschwendetes Geld.

In dem Zusammenhang schlage ich mal als Start
meinen neuen Artikel vor.

http://arxiv.org/pdf/1101.4189v1

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Kernkraftunternehmen und Greenpeace?

„Neuester Kooperationspartner des Unternehmens ist Greenpeace. Axpo teilte mit, dass seine 120 Azubis unter Anleitung von Greenpeace auf der sich momentan im Bau befindenden Umwelt Arena (einer Art Ausstellungshalle für umweltfreundliche Produkte) im Herbst das größte Solardach der Schweiz installieren werden. Man wolle mit diesem Jugendsolar-Projekt den jungen Menschen Grundwissen über Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien vermitteln.“

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/000780#When:12:10:56Z

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Herr Sicks: Die Basis für einen guten Konsens ist gegeben.
@Herr Meier: Ja, das ist doch so eine Sache, bei 7°C Luft und 35°C Wasser kommts ja noch irgendwie hin mit dem COP. Nur, ich mag mich bessinnen, dass wir letzten Oktober schon -12°C im Mittelland hatten und der Dezember war ja auch nicht gerade umwerfend mit der Durchschnittstemperatur. Klar, für die Stromlieferanten schon. Noch schlimmer sind die Sanierungsanlagen, wenn Sie Vorlauf von 55°C haben, kommt leider häufig vor.
Wenn wir es doch ernst meinen mit Umdenken, dürfen wir doch nicht eine Technologie einsetzen, die gerade dann wenns eng mit der Stromproduktion wird, einen Wirkungsgrad hat, der unwesentlich besser als der Elektrospeicher ist.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Andreas Sicks. 01.02.2011, 9:37
@Kommentar von werner witschi. 01.02.2011, 9:15

Strom aus Sonnen- und Windkraft, für die sie beide eintreten, wären heute schon die dominanten Strom- und Energiequellen, wenn man Strom auf billige Weise speichern könnte. Gäbe es Batterien mit der zwanzigfachen Kapazität der heutigen zum gleichen Preis, dann könnte ein Eigenheimbesitzer mit Solarpanels auf dem Dach tatsächlich völlig autark leben. Heute muss er den Strom einspeisen und gibt damit das Problem an den Netzbetreiber weiter.

Ohne billige Stromspeicher brauchen sie einen gewaltigen Netzausbau plus einen ebenso gewaltigen Ausbau an Stromspeichern wie Pumpspeicher, Wasserstoffspeicher und anderer chemischer Speicher. Diese Speicher arbeiten mit grossen Verlusten. Darum – weil die heutigen Speicher ineffizient sind – brauchen sie ja gerade den massiven Netzausbau: Der überschüssige Wind aus der Nordsee wird dann (vielleicht) in der Schweiz gebraucht.

Fazit:
– KKW’s und andere Grosskraftwerke sind nicht mit vertretbarem Aufwand zu ersetzen, solange es keine billigen Stromspeicher gibt.
– Ob in 20 Jahren das Problem der schwankenden Stromproduktion von Wind-und Sonnenkraftwerken und das Problem der fehlenden Speicher gelöst ist, ist mehr als ungewiss.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Danke für die positiven Reaktionen. Dann könnten wir hier ja fast einen Konsens herstellen? Das wäre ja dann was richtig verdienstvolles von Herrn Karrers Blog-Beitrag.
Der Umbau unserer europäischen Stromversorgung hin zu umweltverträglicheren und zukunftsfähigen (weitestgehend dezentral produzierten) Erneuerbaren Energien ist schwierig, aber machbar. Massive Investitionen in (sich rentierende) Energieeinsparmassnahmen sind dazu als Grundlage unabdingbar. Danach sind neben der Förderung zur Markteinführung neuer Technologien und Innovationen massive Investitionen in Stromübertragungsnetze und intelligente Steuerungsmodelle nötig. Das kostet ziemlich viel Geld. Und deswegen macht es überhaupt keinen Sinn noch massive Investitionen in eine Fossilien-Technologie wie Kernkraftwerke zu stecken, die überhaupt nicht in das zukünftige System passen (Der Ersatz-Neubau zweier KKW in der Schweiz würde heute wahrscheinlich schon etwa 10-14 Milliarden Franken kosten. Die Kosten zum Zeitpunkt der Fertigstellung sind dann wohl noch um ein Vielfaches höher!) Die Restlaufzeit der momentan arbeitenden KKW erlaubt es uns, diesen enormen Umbau des Energiesystems, ohne grössere Verwerfungen anzugehen. Dies unter der Vorausssetzung, dass wir möglichst umgehend mit diesem Umbau beginnen.
Konzerne, wie zum Beispiel die AXPO, werden allerdings Opfer dieses Umbaus werden, sollten Sie sich nicht rechtzeitig und glaubhaft für die sem Umbau engagieren und auch investieren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

Guten Morgen Herr Holzherr
Ja, mit dem Sparen haben Sie natürlich recht.
Ihr Zitat:
„Es kann schon sein, dass im Jahre 2030 die Aussichten für die Erneuerbaren ganz anders aussehen. Doch darauf sollte man nicht vertrauen.“
Ist dann jedoch für mich der Ansporn für die nächsten 20 Jahre. Wenn ich etwas vertraue, dann der Energie, welche jeder selber für sich produziert. Wenn schon ein umfallender Baum am Lukmanier ganz Italien lahmlegt, da kann dies eher acuh nur ein Argument für die Dezentralisierung sein. Es zeigt Ihnen dann gleichzeitig auch schon, dass da bestehende Transitleitungen im Betrieb sind. Ich seh da also diesen „immensen“ Kosten für den Netzausbau eher auch gelassen entgegen. Der zentrale Produzent muss doch alle Argumente nehmen um künftige Preissteigerungen anzukünden 😉
Grüsse, Werner Witschi

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Prof. Hansjürg Leibundgut. 29.01.2011, 4:40

Sehr geehtert Herr Professor Leibundgut,

die „Vorschau“, die sie auf ihren Februar-Beitrag gegeben haben, macht neugierig und hat mich veranlasst ein paar Überschlagsrechnungen zu machen. Sie schreiben:
Ich werde dafür plädieren, dass man 3.5 Millionen m2 Hybridkollektorfläche baut, um die gleiche Strommenge [wie ein 50 MWe-Generator] zu produzieren.

Um im Jahresdurchschnitt mit Photovoltaik in Deutschland oder der Schweiz 50 MWe Leistung zu erzeugen, benötigt man (nach http://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik ) zwischen
6.25 und 3.5 Millionen Quadratmeter Photovoltaikfläche und eine Gesamt-Peakleistung von 500 MWe (denn nur 10% dieser Peakleistung wird im Durchscnitt erbracht). Bei Preisen der Photovolatikmodule in Kürze (2011 bis 2012) von 1 Euro pro Peakwatt und Einberechnung von Montagekosten von 0.5 Euro pro Peakwatt ergeben sich Kosten von 750 Millionen Euro für die ganze Photovoltaikanlage, die dann im Durchschnitt 50 MWe erzeugt.
Im folgenden vergleiche ich die Kosten einer grossen Photovoltaikanlage mit einem KKW (hochgerechnet von vorhin):
KKW 1GWe, Laufzeit 60 Jahre, 8 Milliarden Euro
PV: 1GWe, Laufzeit 30 Jahre, 15 Milliarden Euro => 30 Milliarden Euro auf 60 Jahre gerechnet.

Photovoltaik kann also scheinbar schon bald (2012) zum nur 4-fachen Preis eines KKW’s Strom liefern. Doch das ist eben nur scheinbar, denn der Photovoltaikstrom muss ja zwischengespeichert werden, so dass auch nachts Strom zur Verfügung steht. Längere Perioden von trübem Wetter machen noch viel grössere Probleme und der Stromimport kann dann eventuell gar nicht helfen, wenn auch die benachbarten Länder unter einer Wolkendecke liegen.
Trotzdem: Es hat mich überrascht, dass Photovoltaik schon jetzt nur noch ein kleines Vielfaches teurer ist als Wasser- oder Atomstrom.
Schlussbemerkung: Sollte jemand zu einem anderen Resultat kommen bezüglich Kosten oder Flächenbedarf, bitte mitteilen!

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@Kommentar von Andreas Sicks. 31.01.2011, 9:18
Herr Sicks,
ihr Einwand gegen die Selbstversorungsmentalität hat sicher seine Berechtigung und die Schweiz ist ja schon auf den grenzüberschreitenden Stromimport und -export angewiesen. Hier noch einmal ihre Aussage: Wenn Sie schon “Einführungsbedarf” haben, dann könnten sie den Lesern (nicht nur mir!) vielleicht erkären, warum sie der EU unterstellen, sie müsste/wollte/sollte Norwegen oder die Schweiz enteignen? Welche Angst steckt hinter dem Gerede vom bösen “Stromimport” und der Aversion gegen grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil?

Tendenziell wird ein auf erneuerbaren Energien basierendes System nur europaweit funktionieren mit neu zu erstellenden Leitungen über viele tausend Kilometer. Sonnenstrom wird dann aus dem Süden in den Norden geleitet und umgekehrt Windstrom in den Süden. Das macht einen starken Netzausbau nötig. Günther Oettinger, der EU-Energiekommissar fordert deshalb 1’000 Milliarden Euro in den Ausbau der europäischen Netze für die nächsten 10 Jahre (siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,728345,00.html ).
Ich frage mich aber: Lohnt sich das, wenn man am Schluss eine extreme gegenseitige Abhängigkeit und eine weniger sichere Stromversorgung erhält?

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Hr. Witschi:

Was haben Sie denn gegen Luft-/Wärmepumpen? Ein Nachteil ist vielleicht, dass der Venti Krach macht, aber Strom brauchen sie nur wenig. Siehe 2. Hauptsatz der Thermodynamik.

@Prof. Leibundgut
Schön, dass Sie im sonnigen Singapur sind. Ich bin hier im nebligen Mittelland. Es ist Mittag und so dunkel, dass ich trotz 2 Fenstern die Lampe anschalten muss. Da nützen auch 3.5 mio m2 Kollektorfläche (die die Schweiz sowieso nicht übrig hat) nichts.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Kommentar von werner witschi. 31.01.2011, 9:32
Herr Witschi
Ihre Aussage
Alle Marktteilnehmer sind sich bewusst, dass in den nächsten 2 Generationen noch viel Forschung angesagt ist, in der Produktion, der Speicherung und vor allem aber auch im Netzmanagement.
ist sehr treffend. Tatsächlich dürften noch 2 Generationen Forschung und Entwicklung nötig sein, um 100% Erneuerbare zu Preisen zu ermöglichen, die sich auch weniger wohlhabende Länder leisten können. Was die Photovoltaik angeht kommen selbst wohlwollende Begutachter in The State and Prospects
of European Energy Research
zum Schluss (siehe ftp://ftp.cordis.europa.eu/pub/fp7/energy/docs/portfolios_report_en.pdf ):
Photovoltaics (PV) has the potential to contribute a major share of Europe’s electricity supply in a long-term perspective (after 2050). However, its contribution before 2030 will be rather limited (<= 1% of Europe’s electricity demand)
und der World Energy Outlook Report 2010 der IEA schreibt (siehe http://www.worldenergyoutlook.org/docs/weo2010/WEO2010_es_german.pdf ): Die Stromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen nimmt rasch zu, obgleich ihr Anteil an der Weltstromerzeugung 2035 nur ca. 2% erreicht.

Kommt dazu: Ein System von 100% Erneuerbaren ist zwar dezentral, was die Stromerzeuger angeht, nur leben die Versorger nicht unbedingt dort wo der Strom erzeugt wird. Die an der Nordsee erzeugte Windkraft beispielsweise muss mit neu zu erstellenden Hochspannungstrasses in den Süden geleitet werden und die ersten geplanten Leitungen stossen auch schon auf Widerstand.

Der Umbau eines Energiesystems nimmt an und für sich sehr viel Zeit in Anspruch und sollte meiner Meinung nach so geplant sein, dass alle Komponenten am Schluss zusammenarbeiten und im Falle des Stromsystems zuverlässig und kostengünstig arbeiten.
Es kann schon sein, dass im Jahre 2030 die Aussichten für die Erneuerbaren ganz anders aussehen. Doch darauf sollte man nicht vertrauen.
Das einzige was heute schon zuverlässig funktioniert ist das Stromsparen. Hier sollte man zuerst ansetzen. Allerdings ist Herr Karrer wohl dafür nicht der richtige Ansprechpartner.

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Ein herzliches Wilkommen an Werner und Andreas – Freut mich neue Namen in den Blog-Kommentaren zu sehen!

Noch zur Speicherung: Es gibt viele Wege zur Innovation, z.B. ist durchaus denkbar mit stark schwankenden Strompreisen zu leben, abhaengig von Wind und Sonne. Wenn diese an die Industrie & Konsumenten weitergegeben wuerden (inklusive Negativ-Preise bei Ueberangebot) koennten sich schnell alle moeglichen „Speicher“ etablieren.
Muss ja nicht Strom sein der gespeichert wird, einige „Stromdienstleistungen“ wie z.B. Kaelte & Waerme lassen sich hervorragend Speichern. Es liesse sich auch andenken stromintensive industrielle Prozesse (z.B. Aluminium und einige chemische Prozesse wie Ozon Produktion) nur in Zeiten von Stromueberschuss zu betreiben – im Moment unwirtschaftlich, aber das aendert sich schnell.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Herr Holzherr
Ich geh mal davon aus, dass alle von uns alle paar Jahre ein neues Auto kaufen. Im weiteren gehe ich davon aus, dass wir alle wissen, dass permanent im Automobilsektor geforscht wird. Dann geh ich noch davon aus, dass keiner von uns mit einem Autokauf wartet, bis das Automobil „ausgeforscht“ ist.
Ich frag mich manchmal, warum gerade bei den erneuerbaren zuerst alles ausgeforscht sein muss, bis es zu deren Einsatz kommt, oder hat es hier andere Gründe, vielleicht ein Paradigmenwechsel? Weg von der zentralen hin zur dezentralen Produktion? Mehr Marktplayer machen den MArkt nicht einfacher. Alle Marktteilnehmer sind sich bewusst, dass in den nächsten 2 Generationen noch viel Forschung angesagt ist, in der Produktion, der Speicherung und vor allem aber auch im Netzmanagement.
Aber wie beim Auto, beim Flat-Screen, bei all den anderen technischen Accessories, machen müssen wir es sowieso.

Grüsse, Werner Witschi

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Lieber Herr Holzherr,
schön, dass Sie meinem vorhergehenden Beitrag weitestgehend zustimmen, wenn Sie auch meine Annahmen bezüglich RE als „zu optimistisch befinden“.
Was mich zugebenermassen ein bisschen befremdet ist die Tatsache, dass Sie meinen, mich in die Probleme der Erneuerbaren Energien „einführen“ zu müssen.
Wenn Sie schon „Einführungsbedarf“ haben, dann könnten sie den Lesern (nicht nur mir!) vielleicht erkären, warum sie der EU unterstellen, sie müsste/wollte/sollte Norwegen oder die Schweiz enteignen? Welche Angst steckt hinter dem Gerede vom bösen „Stromimport“ und der Aversion gegen grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil? …und das in einem Lande, das wie kein anderes von offenen Grenzen und grenzüberschreitenden Handel und Finanztransfers lebt!

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@Kommentar von Andreas Sicks. 28.01.2011, 16:08

Lieber Herr Sicks,
in der folgenden Kleinserie von 3 Beiträgen will ich sie in die Ökonomie und die Probleme der Erneurbaren Energien einführen.
Im ersten Beitrag geht es um Methoden wie man Produktionsschwankungen von Wind- und Sonnenkraftwerken ausgleichen kann, so dass der Kunde Strom erhält, wenn er den Schalter betätigt und nicht etwa nur dann, wenn gerade die Sonne scheint oder der Wind bläst.

Produktionsschankungen von Wind- und Sonnenkraftwerken ausgleichen

Die Kombination von Erneuerbaren Energien mit Gaskraftwerken als Backup, die sie vorschlagen, entspricht der gegenwärtigen Praxis in Deutschland: Bei Flaute werden Gaskraftwerke, die sonst in Wartestellung verharren, hochgefahren. Damit kann man aber nicht einaml 50% der fossilen Energie durch Erneuerbare ersetzen, denn Windkraftwerke an Land stehen oft still und die Sonne scheint nicht nur in der Nacht nicht.
Deutschland will deshalb bis 2050 zu 100% Erneuerbaren übergehen (siehe http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2010/pd10-039_energieziel_2050_100_prozent_strom_aus_erneuerbaren_quellen.htm ). Anstatt Gaskraftwerken übernehmen Pumpspeicher, Staudämme (in Norwegen und evtl. der Schweiz) und Wasserstoffspeicher in Kavernen die Aufgabe, bei Flaute und Dunkelheit Strom bereitzustellen. Strom aus einem Speicher zu erzeugen ist jedoch heute teurer als den Strom neu per Gaskraftwerk zu erzeugen. Aber es gibt keine Alternative zu Stromspeichern, wenn man die CO2-Emissionsziele für 2050 nur mit Erneuerbaren erreichen will.
Pumpspeicher sind Kurzfristspeicher, geeignet um Stromlücken von 1 bis 2 Tagen auszugleichen. Für längere Zeiträume – Tage bis Wochen und auch für saisonale Schwankungen – braucht es Langfristspeicher. Langfristspeicher sind heute die grossen norwegischen und schweizerischen Staudämme und in Zukunft grosse mit Wasserstoff gefüllte Kavernen. Will Europa Staudämme als Langfristpeicher für ihren überschüssigen Erneuerbaren Strom nutzen, so muss die EU Norwegen und die Schweiz quasi enteignen – ob die Bergländer Norwegen und Schweiz da mitmachen wage ich zu bewzeifeln.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Ja, die Grundlast scheint wohl so ein kaum lösbares Problem zu sein. Und dann ist es im Winter noch schlimmer, da muss dann sogar noch importiert werden. Also Herr Karrer, versuchen wir doch mal dem lieben Eisbären zu helfen. Schauen wir uns doch mal die Stromflüsse an: Im Winter wird von 18.00 – 06.00 Strom importiert. Wenn mir recht ist, liegt gerade zu dieser Zeit ein grosser Teil der Industrie im Schlaf, wird dies also nicht der Grund sein, dass importiert werden muss. Beim genaueren hinschauen findet man dann die Verbraucher, die da sind: Pumpspeicherwerke und Elektrospeicherheizungen und schon wie Sand am Meer die Luft-Wärmepumpen. Wir können uns wohl im Punkt einig sein, dass eine Elektrospeicherheizung die ineffizienteste Möglichkeit ist, ein Haus zu wärmen, gefolgt von der Luft-Wasserwärmepumpe. Herr Karrer, lassen Sie doch bitte den Eisbären Eisbär sein und die Gletscher Gletscher. Betriebswirtschaftlich ist es doch für die Versorger viel interessanter, an diesen Stromfressern festzuhalten und dann noch die Speicher mit Kohle- und Atomstromzu füllen, als aktiv die Energiefresser zu stoppen. Wenn Ihnen etwas an den Eisbären und den Gletschern liegt, dann verbieten Sie morgen diese Energiefresser. Dann wird Ihnen ein solcher Text geglaubt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

Eisbären sind neben den Pandabären die Lieblingstiere der Menschen. „einen Bären aufbinden“ eine beliebte Redewendung.
Es ist interessant zu lesen, dass Herr Karrer, der für 2 oder 3 Kernkraftwerke in der Schweiz einsteht, sich im ETH-Blog für geothermische Kraftwerke einsetzt. Beides sind Technologien, die Investitionen über 100 Mio erfordern an einem Ort, kontrolliert von einem mächtigen CEO. Beide Technologien verwenden Wärme, um daraus Strom zu machen. Beide beruhen auf der Spaltung von Atomen der Erde. (Die Geothermie ist die Restwärme von nuklearen Zerfallsprozessen im Erdinnern). In so fern bleibt sich Herr Karrer treu.

Ich werde meinen ersten eigenen ETH-Blog-Beitrag im Februar mit der Sonne in Singapore beginnen. Die Sonne, die dafür verantwortlich ist, dass ich diesen Beitrag im klimatisierten Hotelzimmer schreibe. Es ist zu warm und zu feucht draussen. Zuviel Sonne. Die Strahlungsenergie der Sonne basiert auf dem Fusionsprozess und bewirkt einen permanenten hochwertigen Energiestrom auf die Erde, der 2000 mal grösser ist als der niederwertige geothermische Enegiestrom.

Es wird spannend werden: Karrer lässt 5000 Meter in die Erde bohren und muss eine Wärmeaustauschfläche von 20 Milliarden m2 aktivieren für den nachhaltigen Energienachschub für die 50 MW Turbine. Für die 150 MW Abwärme muss er ein Wärmeverteilnetz aufbauen das grösser ist als dasjenige der Stadt Zürich.

Ich werde dafür plädieren, dass man 3.5 Millionen m2 Hybridkollektorfläche baut, um die gleiche Strommenge zu produzieren. Ich bin der Bulle der Sonnenenergie.

Bär oder Bulle. Fission oder Fusion. Atome der Erde oder Atome der Sonne. Das ist die Frage, die die Menschheit demnächst klären muss.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 3

@Kommentar von Andreas Sicks. 28.01.2011, 16:08

Herr Sicks,
ich kann ihnen zu den Schlussfolgerungen in ihrem Kommentar nur zustimmen, denke jedoch, dass sie zu optimistisch sind, was die Erneuerbaren Energien angeht. Im Endeffekt würden wohl die (Zitat)hocheffiziente[n] und schnell regelbare[n] Gaskraftwerke einfach die AKW’s ersetzen. Trotz aller Effizienz würde der CO2-Ausstoss in der Schweiz damit deutlich steigen. Dabei hat sich die Schweiz doch zu einer deutlichen Reduktion ihres CO2-Ausstosses verpflichtet.

Im übrigen haben sie mit ihrer Einschätzung der Zuständigkeit recht. Der Bundesrat und das Parlament sind für die Ausrichtung der schweizerischen Energiepolitik verantwortlich.
Was die von ihnen erwähnten Energieeinsparprogramme betrifft, so hört man immer wieder – auch von den Bundesräten – wie wichtig es sei, Strom und andere Energien einzusparen. Doch unternommen wird nichts, am Schluss muss jeder persönlich und nach seinem gusto Energie einsparen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Lieber Herr Holzherr,
sie antworten mir mit:
Sie kritisieren die Axpo und Herrn Karrer für die ungenügende Unterstützung Erneuerbarer Energien und für dafür, dass die Axpo weiterhin auf Kernenergie setzt.
Das habe ich nicht gesagt. Ich will nur vermeiden, dass ein solcher vernebelnder Beitrag, den Eindruck erweckt, die AXPO würde in die genannten Bereiche viel investieren. Sie haben aber mit ihrer Interpretation dessen, was die AXPO wirklich macht oder nicht macht, natürlich Recht. Die Investititionen in Erneuerbare Energien sind ungenügend und mit dem Neubau von Kernkraftwerken werden ein grosser Teil der vorhandenen Mittel (nicht nur die der AXPO) davon absorbiert und stehen eben nicht mehr für Investitionen in Erneuerbare zur Verfügung.
Ausserdem verhindern schwerfällig regelbare Grundlastkraftwerke gerade die Integration Erneuerbarer Energien in das Energiesystem. Die Integration wird dagegen gefördert durch hocheffiziente und schnell regelbare Gaskraftwerke, durch Investitionen in die Leitungsnetze, durch Speicher vielfältiger Art auch durch Pumpspeicherkraftwerke und europäische Kooperation und grenzüberschreitender Strom-Handel.
Dies alles kann und soll nun nicht die AXPO alleine leisten. Diese Massnahmen wären – neben Investititionen in Energieeinsparprogramme – Bestandteile einer zielgerichteten und zukunftsfähigen Energiepolitik. Leider ist die von diesem bundesrat nicht zu erwarten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

Ich danke ihnen Herr Karrer für die engagierte Rede für eine lebenswerte Perspektive auf unserem Planeten. Es beruhigt mich in Ihnen einen Bergsteiger zu wissen, denn ich habe die Vorstellung, dass die Berge uns Mensche etwas Bescheidenheit lehren.
Was für mich gar nicht dazu passt, sind gewisse Taten der Axpo die sie letztelich zu verantworten zu haben.
Sind sie nicht auch an dem RE-Power Kohlekraftwerk projekten in Brunsbüttel beteiligt, welche 40% des Schweizerischen CO2-Ausstosses produzieren würden? Wieso?
Und das Festhalten an den AKW und die Behauptung diese Klumpenrisiken seien Klimafreundlich. Neben den bekanten Kritikpunkten, was ist die Perspektive über deren Laufzeit hinaus? Noch höhrer Energieverbrauch und weiter weg von einer Lösung? Zeit und unser Geld (Axpo gehört doch zum Grossteil der öffentlichen Hand) wurde nicht für die Energiewende gebraucht. Das ist doch nicht klimatauglich.

und noch eine ganz konkrete Frage, was hat die Axpo insgesamt für die anlaufende Kampagne für eue AKWs (PR-Rechnungen von Bursen-Marsteller, immergenugstrom.ch, Strom-tv, …) budgetiert?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 3

Es gibt aber heutzutage mehr Eisbären als noch vor 50 Jahren…
Wie haben die Eisbären die römische und minoische Wärmeperiode überlebt? Damals war es viel wärmer als heute.
Eisbären können übrigens auch ohne einen m2 Eis leben, fragen Sie mal einen Kanadier oder einen Einwohner Alaskas.

„Ob dieser Phänomene könnte man den Klimawandel als unveränderbare Tatsache hinnehmen“
Das Klima hat sich in den letzten 5 Milliarden Jahren immer gewandelt, ob es damit aufhört, wenn wir das so wollen, bezweifle ich.
„die Gletscher spiegeln insofern auch ein Stück Schweizer Selbstverständnis“
Zum Glück ist mein Selbstverständnis nicht von einem Klumpen Eis abhängig.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

@Heinz Karrer: Wie kalt sollte es denn an den Polen sein? Offenbar ist es den Eisbären am Südpol zu kalt, dort gibt es nämlich gar keine.

Die Gletscher gehen seit der letzten Eiszeit zurück, zum Glück. Dort wo ich jetzt wohne, könnte ich sonst gar nicht wohnen.
http://nsidc.org/glims/glaciermelt/index.html

Das die Axpo in der Lage sein soll, den Temperaturregler des Planeten Erde zu beeinflussen, um den Anstieg auf maximal 2° zu begrenzen, scheint mir überheblich. Wo ist er denn, dieser Regler, wo muss man drehen?

Ich halte Anstrengungen von Unternehmen für löblich, alternative Energiequellen zu erschliessen und die Energieeffizienz zu erhöhen. Aber der Erfolg dieser Anstrengungen lässt sich nur mit einer Dosis Überheblichkeit an der globalen Erderwärmung messen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 4

Herr Karrer,

ausser den Gletschern gibt es noch andere wichtige
Dinge die zu einer natuerlichen Bergwelt gehoeren.

Zum Beispiel unverbaute Fluesse und Schluchten.
Sie kennen bestimmt die Gorges du Verdon
oder den Grand Canyon. Grossartige Moeglichkeiten fuer
Staudaemme und (Pumspeicherseen) oder?

Bersport, dazu gehoert sicher auch das Wildwasserfahren
durch einsame Schluchten wenn es sie nur noch haette.

Also, wie waere es gemeinsam fuer das Klima und den Erhalt
der Bergwelt, nicht nur der Gletscher.

wenn Sie schreiben:
„Die Auswirkungen des Klimawandels finden überall auf der Welt statt. Deshalb sind auch die gemeinsamen Anstrengungen aller Länder gefragt. Als Bürger nehme ich erleichtert und auch ermutigt den Beschluss des Klimagipfels von Cancún zur Kenntnis, die Erderwärmung auf höchstens 2 Grad zu begrenzen. “

dann stellt sich die Frage ob sie das wirklich glauben?

Alle Messungen und Modelle zeigen etwas anderes
wir „Menschen“ (im wesentlichen 1/6 davon) sind auf bestem
Wege zu 3-4 Grad Erhoehung. (Falls sie Referenzen brauchen,
man findet sie inzwischen ueberall.)

Glauben sie wirklich man kann ohne starke Reduzierung
des Energieverbrauchs in den reichen Laendern
auch nur irgendetwas gemeinsam erreichen?

und ja, bezueglich Kernenergie, glauben sie wirklich
man kann Benzin Autos durch Elektroautos ersetzen?
(von dem Problem der unmoeglichen Uranversorgung bei
einem 1% Wachstum/Jahr weltweit will ich gar nicht erst anfangen.)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 6

@Kommentar von Andreas Sicks. 27.01.2011, 10:26

Herr Sicks,

Sie krtisieren die Axpo und Herrn Karrer für die ungenügende Unterstützung Erneuerbarer Energien und für dafür, dass die Axpo weiterhin auf Kernenergie setzt.

Doch Klimaschutz ist mit Kernenergie genau so gut möglich wie mit Erneuerbaren Energien. Erneuerbare Energien sind vielmehr die Alternative sowohl zu den fossilen Energien als auch zur Kernenergie – allerdings einen sehr teure Alternative, denn es ist nicht getan mit dem Aufstellen von ein paar Windrädern und Photovoltaikpanels. Die Produktionsschwankungen von Solarpanels und Windturbinen erfodern im Endeffekt einen völligen Umbau der Stromproduktion mit Bereitstellung von Speichern und dem Bau von neuen Stromleitungen. Massive Investitionen in Erneuerbare Energien lassen sich nur rechtfertigen, wenn man der Kernenergie ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellt und glaubt, sie sei so gefährlich wie die fossilen Energien.
Wenn Herr Karrer auf Geothermie anstatt auf Sonne und Wind setzt, so ist der Grund dafür, dass Geothermie grundlastfähig ist.

Allerdings sind wir von erfolgreichen Geothermieprojekten noch weit entfernt. Zuviel darf man von Geothermie nicht erwarten. Von einer eletkrischen Versorgung der Schweiz mit Solarpanels sind wir jedoch noch viel weiter weg und Windkraftwerke kann es in der Schweiz nur im Jura und in den Alpen geben, wo mit Widerstand zu rechnen ist. Erneuerbare Energien in der Schweiz bedeutet somit in der Praxis Stromimport.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 5

Viele schöne Worte! Ein bisschen Sensibilität und Betroffenheit (der Eisbär), ein Hauch von Unterstützung fur neue „Erneuerbare Energien“ (Geothermie als Hoffnungsträger), sowie ein bisschen Gletscher- und Hydrologieforschung und Kooperation mit dem SAC – fertig ist die Corporate Social Responsibility-Sosse.
Ueber den „klimafreundlichen“ Strommix will die AXPO wieder im Rahmen einer Energie-Woche vom 29. Januar bis zum 05. Februar informieren.
Vielleicht kommunizieren die AXPO und Herr Karrer in dieser Woche ja dann auch ihre Investitionspläne für die nächsten 10-15 Jahre -und den Anteil für neue „Erneuerbare Energien“ in diesen Plänen?…und vielleicht über die Ausgaben für Gletscherforschung und die Kooperation mit dem SAC? Man könnte dies den geplanten Investitionen in die Kernenergie gegenüberstellen und den bereits seit einiger Zeit laufenden Ausgaben für die Beeinflussung der oeffentlichen Meinung zur zukünftigen Kernenergieenutzung.
Dann könnte die Oeffentlichkeit versuchen einzuschätzen, wie wichtig Herrn Karrer die im Blog beschriebenen Engagements wirklich sind.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 8 Daumen runter 4

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