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«Green Schools» – eine Idee auch für die Schweiz

25.01.2011 von

Ich doktoriere in Physik und dort sind Frauen nicht unbedingt stark vertreten. Häufig werde ich deshalb gefragt, was man tun müsste, um die Zahl der Studentinnen zu erhöhen. Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel darin, Mädchen (und natürlich auch Buben) möglichst früh mit physikalischen Phänomenen experimentieren zu lassen – und so ihr Interesse am Thema zu wecken.

Früh begonnen ist halb gewonnen

Was für die Physik gilt, ist natürlich auch für andere Gebiete richtig. Warum also nicht schon in der Schule beginnen mit einer praktischen Ausbildung zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und Ressourcen?

Genau das hat sich auch Johan Hardy gesagt und die «Green School» in Bali gegründet. Seit drei Jahren besuchen Kinder und Jugendliche diese Schule, machen einen vollwertigen Highschool-Abschluss und belegen zusätzlich Fächer wie Gartenbau, Umweltmanagement und nachhaltiges Wirtschaften. All das geschieht in einem Gebäude, das aus lokal angebautem Bambus gebaut ist und so einen direkten Bezug zur Umwelt bietet. Das Essen wird auf dem Schulgelände von den Schülern und Lehrern angebaut und ein eigenes Wasserkraftwerk erzeugt den benötigten Strom. Nachhaltigkeit wird also nicht nur theoretisch gelernt, sondern auch praktisch umgesetzt. Ein idealer Ort zum Lernen also? Durchaus! Kritiker mögen zwar die Vollwertigkeit einer solchen Ausbildung anzweifeln; dies ist meines Erachtens aber unbegründet, da sich die Schule an konventionelle Lehrpläne hält.

Bildung nur für Einzelne?

Mein persönlicher Kritikpunkt ist ein anderer: Es handelt sich um eine Privatschule, in die Kinder aus aller Welt gehen. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass jeweils die gesamte Familie nach Bali zieht, um den Kindern diese besondere Ausbildung zu ermöglichen. Auch wenn durch Spenden einigen balinesischen Schülern ein Stipendium ermöglicht wird, ist es wohl doch die soziale Oberschicht, die hier vertreten ist. Man kann sich auch fragen, ob man auf der anderen Seite des Globus die Schulbank drücken muss, um bewusstes Handeln zu erlernen.

Wachsende Zahl grüner Schulen

In den Vereinigten Staaten geht man etwas anders an die Sache heran. Hier gibt es seit einigen Jahren eine Bewegung, durch die sich konventionelle Schulen in grüne Schulen umwandeln. Hierbei geht es sowohl um die Lehre als auch um die Infrastruktur. Angeregt durch die Thematisierung im Unterricht entstehen Schülerinitiativen, die später umgesetzt werden. Zum Beispiel der müllfreie Mittwoch oder die Installation von Strommessgeräten. Zwischen den Schulen entsteht zudem ein stetig wachsendes Netzwerk, in dem die Schulen sich über ihre Handlungsstrategien austauschen und so miteinander lernen.

Das Konzept ist auch deshalb vielversprechend, da es sich um öffentliche Schulen handelt und so alle Kinder für die Zukunft geprägt werden. Ich denke, dass dieses Konzept durchaus auch ein Modell für die Schweiz sein könnte!

Weitere Informationen
Zur Autorin

Susanne Dröscher ist Doktorandin an der ETH Zürich und Präsidentin von [project 21], der studentischen Organisation für nachhaltige Entwicklung. Persönliches Zitat und Biografie

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