ETH-Klimablog - Klimaforschung - El Niño – oder das (wahrscheinlich) wärmste Jahr

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El Niño – oder das (wahrscheinlich) wärmste Jahr

22.12.2010 von

Dieses Jahr ist es wieder soweit: El Niño – das Christkind – wird uns bescheren. Ich freue mich auf die vielen Geschenke, die es mir bringen möge. Ich bin mir hingegen nicht so sicher, ob ich mich über ein weiteres Geschenk freuen soll: El Niño bringt uns wahrscheinlich auch das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahre 1850. 

Noch ist das Jahr 2010 nicht vorbei und es wird etwa 1 bis 2 Monate dauern, bis alle Daten ausgewertet sind. Dennoch hat die World Meteorological Organization (WMO) vor einigen Tagen verlauten lassen, dass «das Jahr 2010 mit grosser Sicherheit unter den drei wärmsten Jahren seit 1850 rangieren wird». Die WMO begründet ihre Aussage damit, dass die Periode von Januar bis Oktober 2010 die wärmste bisher gemessene war.

El Nino wirkt sich global aus

Mit El Niño wird ein Phänomen benannt, das in unregelmässigen Abständen (im Mittel zwischen 3 und 7 Jahren), aber immer ungefähr um die Weihnachtszeit herum zu einer Erwärmung des tropischen Ostpazifiks führt. Seinen Namen erhielt El Niño von Fischern und Bewohnern aus dem Norden Perus, die dieses Phänomen schon seit Menschengedenken kennen, denn es hat für sie oft verheerende Folgen. Während eines El Niño bleiben die Fische aus und ungewöhnlich lang anhaltende und starke Niederschläge können ganze Täler überschwemmen.

Erst im Laufe des letzten Jahrhunderts wurde den Klimatologen aber bewusst, dass El Niño auch globale Auswirkungen hat, insbesondere auf den Tropengürtel. Durch Verschiebungen der globalen Zirkulationssysteme kommt es in vielen Regionen zu starken Dürren und Überschwemmungen – in Indonesien fällt der Regen aus und es ist ungewöhnlich warm, vor der Westküste Südamerikas und teilweise auch Nordamerikas hingegen regnet es ungewöhnlich hohe Mengen, selbst in Afrika sind die Auswirkungen zu spüren. Insgesamt erwärmt sich die globale Lufttemperatur im Jahr nach einem mittelstarken El Niño im Schnitt um etwa 0.1°C.

2010 wärmstes Jahr trotz moderatem El Nino

Im Laufe des Jahres 2009 hat sich abgezeichnet, dass sich ein El Niño entwickelt. Um Weihnachten 2009 erreichte der El Niño 2009/2010 seine maximale Stärke. Diese war im historischen Vergleich moderat und das Erwärmungsmuster beschränkte sich primär auf den zentralen Teil des tropischen Pazifiks. El Niño-Modoki wird dieses Muster genannt, was in Japanisch «ähnlich aber doch verschieden» heisst. Doch auch ein solch moderater El Nino führt im folgenden Jahr zu einer globalen Erwärmung, jedoch zu einer nur leichten.

Insofern ist es wenig überraschend, dass das Jahr 2010 wärmer war als die letzten paar Jahre, während denen es keinen El Niño gab. Was mir aber zu Denken gibt, ist, dass 2010 wahrscheinlich so warm werden wird wie das Jahr 1998. Dieses bisher wärmste Jahr folgte auf den mit Abstand grössten El Niño der vergangenen 100 Jahre

Dass nun das Jahr 2010 – wohlgemerkt nach einem moderaten El Niño – das Jahr 1998 als bisher wärmstes Jahr enttrohnt, interpretiere ich als klares Signal der globalen Erwärmung. Ohne einen darunter liegenden langfristigen Erwärmungstrend hätte es für den El Niño 2009/2010 nicht auf den ersten Platz gereicht.

Es bleibt viel zu tun

Das Jahr 2010 hat uns noch andere Dinge gebracht: Mit grosser Wahrscheinlichkeit wuchsen die CO₂-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger um drei Prozent und erreichen damit einen neuen Höchststand – satte 40% oberhalb der Emissionen von 1990. Unausweichlich ist damit auch, dass die atmosphärische CO₂-Konzentration dieses Jahr neue Höchststände erreichen wird.

In Anbetracht dieser Entwicklungen ist das Resultat der soeben zu Ende gegangenen Klimakonferenz in Cancún ernüchternd. Es wurden Fortschritte gemacht, der Prozess scheint wieder auf die Schienen gebracht worden sein, aber es klafft eine riesige Lücke zwischen der 2°C-Zielvorgabe und den entsprechenden Zusagen der verschiedenen Staaten in Bezug auf ihre Emissionsreduktion (siehe auch Beitrag von Joeri Rogelj >hier).

Langsam läuft uns die Zeit davon. Es bleibt viel zu tun – packen wir es an im 2011!

Frohe Weihnachten und einen erfolgreichen Start ins Neue Jahr!

Literaturhinweise

WMO > www.wmo.int

NOAA: State of the climate > www.ncdc.noaa.gov

Global Carbon Project: Carbon budget > www.globalcarbonproject.org

Zum Autor

Nicolas Gruber ist Professor für Umweltphysik an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

Hinweis der Redaktion

Inzwischen ist es klar: 2010 war global gesehen das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Sehen Sie dazu den Ausschnitt aus der Tagesschau des Schweizer Fernsehens vom 23. Januar 2011 >hier.

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Kommentare (30) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

es ist einfach verrueckt heute, dass man soviel mit den tausenden von autos herumblocht, meistens alleine, und sich der klimakrise nicht mehr bewusst wird!!! aber ceos von sbb und autolobby kuemmert das einen dreck leider.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Kommentar von Roger Meier. 05.01.2011, 18:34
Zitat Roger Meier:In den letzten 10’500 Jahren waren nur 9099 Jahre wärmer als 2010!

Das muss nicht falsch sein, denn das Holozän (die Zwischeneiszeit in der wir leben) hatte zwischen 8000 und 4000 vor Christus ihre wärmste Periode, anschliessend fiel die Temperatur langsam um mit der kleinen Eiszeit, die 1850 zu Ende ging, ihren niedrigsten Wert zu erreichen (natürlich gab es viele Spitzen und Dellen während diesem Verlauf). Seit dem Ende der kleinen Eiszeit steigt die Temperatur, besonders stark seit den späten 1970er Jahren.

Uebrigens lässt sich der Temperaturtrend der letzten 10’000 Jahre mit tendenziell niedrigeren Temperauren in den letzten paar tausend Jahren gut erklären: Er hängt mit den periodischen Schwankungen der Erdbahn zusammen, die ja auch für den Wechsel zwischen Kalt-und Warmzeit unseres Eiszeitalters verantwortlich ist (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Temperature_record ). Was sich aber nicht mit der Erdbahn erklären lässt ist die starke Erwärmung der letzten Jahrzehnte.

Das einzige worin man Klimaskeptikern recht geben kann ist die Unsicherheit der Aussage über eine zunehmende globale Erwärmung allein aufgrund der Temperaturaufzeichnungen, denn 2 bis 3 Jahrzehnte der Erwärmung könnten auch eine Laune der Natur sein. Erst das Wissen um die Wirkung des CO2 auf das Klima in der Vergangenheit und in der Gegenwart (aufgrund physikalischer Überlegungen) gibt uns eine recht grosse Sicherheit in der Interpretation des jüngsten Temperaturverlaufs. Haben die Klimawissenschaflter recht, muss es in diesem Jahrzehnt wiederum wärmer werden. Bis jetzt spricht nichts gegen diese Erwartung einer weiteren Erwärmung. Falls sich der Erwärmungstrend fortsetzt werden wir schon in 20 Jahren bei deutlich wärmeren Temperaturen landen als sie in den letzten 10’000 Jahren je herrschten und dabei wird es nicht bleiben.

Ein warmes, aber nicht zu heisses 2011 wünscht ihnen Martin Holzherr

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Herr Meier,

schauen sie doch mal etwas genauer auf den Plot
und die Y Achse. Wenn sie etwas kritischer mit den
ihnen angenehmen Meldungen waeren haetten sie das selber
bemerkt. Zum Beispiel mal nach dem Original suchen
Also zum Beispiel der Prof. Don J. Easterbrook
Nov 2008
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=10783

der hat immerhin nicht das Diagram manipuliert
(es geht um delta O18).

Der Artikel hat aber eine interessante Aussage am Ende
die man testen kann!

Nur Pech 2 Jahre spaeter versagt die Hypothese von
ihrem Kronzeugen.

„CONCLUSIONS

Global warming (i.e, the warming since 1977) is over. The minute increase of anthropogenic CO2 in the atmosphere (0.008%) was not the cause of the warming—it was a continuation of natural cycles that occurred over the past 500 years.

The PDO cool mode has replaced the warm mode in the Pacific Ocean, virtually assuring us of about 30 years of global cooling, perhaps much deeper than the global cooling from about 1945 to 1977. Just how much cooler the global climate will be during this cool cycle is uncertain. Recent solar changes suggest that it could be fairly severe, perhaps more like the 1880 to 1915 cool cycle than the more moderate 1945-1977 cool cycle. A more drastic cooling, similar to that during the Dalton and Maunder minimums, could plunge the Earth into another Little Ice Age, but only time will tell if that is likely.“

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Wieder mal eine interessante Temperaturrekonstruktion

http://www.nationalreview.com/planet-gore/256079/only-9099-last-10500-years-warmer-2010-brian-bolduc

In den letzten 10’500 Jahren waren nur 9099 Jahre wärmer als 2010!

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@Kommentar von Ben Palmer. 05.01.2011, 14:39
Zitat Ben Palmer Für die Lebensbedingungen auf dem Planeten Erde sind die “globalen” Temperaturen absolut nichtssagend.

Das stimmt nicht.
– Höhere Durschnittstemperaturen bedeuten schmelzende Gletscher und Eisschilde und damit steigende Meeresspiegel.
– Die globale Erwärmung mit stärkerer Erwärmung gegen die Pole hin lässt die angestammten Klimazonen nach Norden wandern. Damit wandern auch landwirtschaftliche Anbaugebiete: Weinanbau in höheren Breitengraden wird möglich, aber auch trockene Klimazonen wandern tendenziell nach Norden : Spanien und Griechenland trocknen aus, die Sahara bekommt eventuell plötzlich mehr Regen.

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El Niño bringt uns wahrscheinlich auch das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahre 1850.

Wer ist „uns“?

Die Chinesen?
„Wegen einer Kältewelle haben in Südchina fast 60’000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Unter Eis und Schnee sind mehr als 1200 Hausdächer zusammengebrochen.“
http://snipurl.com/1rye79

Die Engländer?
„December values of the longest instrumental record in the world (CET – Central England) are just in.

December 2010 was the second-coldest December in the entire history dating back to 1659 (including the Little Ice Age.) Only Dec 1890 was colder (by a slim 0.1 deg C). [Update“ Paul Hudson

While 2010 worldwide is nudging 1998 for warmest year in the three major land temperature indices, 2010 was the 6th coldest CET year since 1950.“
http://snipurl.com/1ryeww

Es gibt zu jedem Zeitpunkt auf diesem Planeten einen kältesten und einen wärmsten Ort. Für die Lebensbedingungen auf dem Planeten Erde sind die „globalen“ Temperaturen absolut nichtssagend.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

… gab einen Bug beim posten: SAU steht für „Strafandrohungen, Ablasszahlungen und Umverteilung von Geldern“

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@Kommentar von Ben Palmer. 27.12.2010, 17:38

Zitat:Der Treibhauseffekt kühlt obere Luftschichten ab? Ist es nicht eher so, dass warme, feuchte Luft aufsteigt und z.T. ihre Wärme bei der Kondensation abgibt, also die oberen Luftschichten erwärmt?

Herr Palmer,
Der Wärmetransport durch aufsteigende feuchte Luft endet auf der Höhe der Wolkenschichten, in denen die Feuchtigkeit kondensiert.
Oberhalb dieser Wolkenschicht dominiert die Wirkung des CO2-Treibhauseffekts immer stärker wie auch im Wikipedia-Artikel Greenhouse effect (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Greenhouse_effect ) zu lesen ist: Radiative energy losses become increasingly important higher in the atmosphere largely because of the decreasing concentration of water vapor, an important greenhouse gas. It is more realistic to think of the greenhouse effect as applying to a „surface“ in the mid-troposphere
Der CO2-Treibhauseffekt wirkt darum – radikal vereinfacht dargestellt – ähnlich wie eine wärmeisolierende Decke, die sich irgendwo oberhalb der typischen Höhenlage der Wolken befindet.
Der Treibhauseffekt wirkt auf eine bestimmte Atmosphärenschicht kühlend, wenn mehr Strahlung aus dieser Atmosphährenschicht abgestrahlt wird als sie an Strahlung absorbiert. In den äusseren Atmosphärenschichten sorgt der Treibhauseffekt dafür, dass Wärme in den Weltraum abgestrahlt wird. Die Atmosphärenschichten dort strahlen mehr ab als sie an Strahlung absorbieren und kühlen sich darum ab. Ohne Treibhauseffekt könnte sich die Atmosphäre gar nicht selber abkühlen und Erdoberfläche und Wolken müssten die ganze Kühlungsarbeit leisten. Allerdings wäre die Temperatur der Erdoberfläche ohne Treibhauseffekt niedriger, denn die Atmosphäre wäre völlig transparent für die von der Erde abgestrahlte Wärme. Mit Treibhauseffekt wird ein Teil der von der warmen Erdoberfläche abgestrahlten Energie zurückgestrahlt und wärmt die Erdoberfläche zusätzlich.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Ben Palmer:

Ich denke Sie haben die Ironie in meinem Kommentar überhört – er sollte auf die Unmöglichkeit des von Martin Holzherr vorgebrachten Vorschlag einer mit Verboten bewaffneten Internationalen Fossilen Energieagentur hinweisen und die Notwendigkeit der multilateralen Verhandlungen und Konsensfindung in der Klimapolitik heraustreichen.

Zu dem Rest ihres Kommentars:

Ich bin selbst ein Gegner von Verboten, insbesondere wenn es um Selbstgefährdung wie Spaziergänge auf Autobahnen und Drogenkonsum (= saufende Jugendliche) geht.

Verbote von Fremdgefährdung (Mord, Todschlag, Vergewaltigung etc.) unter Strafandrohung halte ich hingegen durchaus für sinnvoll. Ebenso das Verbot Arsen ins Trinkwasser zu leeren. Oder Uran.

Mit dem Fazit ihrer Antwort bin ich daher nicht einverstanden:

< In unserer Welt wird nahezu jede politische und wirtschaftliche Entscheidung mittels SAU durchgeführt, insbesondere mit dem „Umverteilung von Geldern“. Die derzeitige „Verteilung der Gelder“ auf der Welt ist dabei gottgegeben sondern ein Resultat derartiger historischer politischer Entscheidungen.
Nebenbei bemerkt: Ohne die „Strafandrohung“ für Diebstahl würden sich die Gelder ebenfalls sehr schnell umverteilen – somit führt das Ende einer der von ihnen verteufelten etaistischen SAU Massnahmen sofort zu der Umsetzung einer anderen.

Es gibt eine ganze Reihe von Verboten die notwendig sind, genau weil sie den „Interessen der Betroffen zuwiderlaufen“:

Es liegt im Interesse eines Grossgrundbesitzers Sklaven zu halten.
Es liegt im Interesse einer Ölförderungsfirma auf jegliche Sicherheitsmassnahmen zu verzichten.
Es liegt im Interesse eines jeden, keine Steuern zu zahlen, zumindest solange das alle anderen tun und damit die Gehälter der Polizisten bezahlen die ihn vor Diebstahl schützen.
… etc.

Die „Interessen“ der Unternehmen sind bereits durch politische Rahmenentscheide bestimmt – z.B. nur da ein Stromunternehmen Rechnungen verschicken kann und die Abnehmer mit staatlicher Unterstützung zwingen kann diese auch zu bezahlen, sind zentrale Grosskraftwerke überhaupt rentabel.

An einige dieser etaistischen SAU Zwangsmassnahmen (wie die Durchsetzung des Eigentumsrechts) haben wir uns bereits so gewöhnt, dass sie nicht mehr zu dem liberalen Aufschrei „Weg damit!“ führen. Ein umfassendes Politikverständniss muss sowohl das modifizieren der existierenden Säue als auch das hinzufügen neuer erlauben, in Angesicht neuer Problemstellungen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Kommentar von Ben Palmer. 27.12.2010, 16:13

Zitat 1:Meine Enkelin, zweijährig, fasst mit den Händen weder den heissen Schwedenofen noch die Kochplatten an.

Zitat 2:Man kann nicht erwarten, dass Regeln eingehalten werden, wenn sie den Interessen der Betroffenen widerlaufen und die Rechtfertigungen nicht überzeugen. Und wenn das Gegenteil der Fall wäre, also die Rechtfertigungen glaubwürdig und akzeptabel wären und alle zur Einsicht kämen, wären gar keine Strafen erforderlich.

Herr Palmer,
mit ihren Beispielen zeigen sie, dass sie die Probleme, die mit einem Verzicht auf fossile Rohstoffe verbunden sind, sehr wohl begriffen haben. Die Nutzung von Öl, Gas und Kohle fügt einem zuerst keinen Schaden zu – ganz anders als das Berühren einer heissen Kochplatte – und es läuft auch nicht dem Interesse der Betroffenen zuwider.

Wenn schon sollte man die Nutzung der fossilen Rohstoffe mit dem Zuckerkonsum vergleichen, der im Übermass zu Diabetes führt oder mit der Nikotinsucht, die einem schliesslich das Leben kostet.

Wie kann man jemanden vom Rauchen wegbringen? Eine Methode ist das Rauchen immer teurer zu machen. Das ist genau die Idee des Emissionshandels, welches einen immer höheren Preis für das erzeugten CO2 verlangt.
Eine andere Methode der Entwöhnung besteht darin, das Rauchen mit Liebesentzug und sozialer Ausgrenzung zu bestrafen. Dem entspricht das Abbrechen von Geschäftsbeziehungen mit Partnern, die für CO2-Emissionen verantwortlich sind oder Sanktionen für ein ganzes Land, das als Trittbettfahrer vom Kohle/Öl/Gas-Verzicht der anderen Staaten profitieren will.

Um beim Bild der Nikotinentwöhnung zu bleiben, ist der IPCC momentan bei den weichen Methoden: er spendet den armen Ländern jährlich 100 Milliarden Dollar, damit sie sich gegen die negativen Wirkungen des Passivrauchens wappnen können (also Gelder in die Klimaanpassung stecken können) und damit sie sich anstatt der schädlichen Zigaretten, den zahnschonenden Kaugummi leisten können (Windräder und Solarpanels anstatt Kohlekraftwerke).

Doch diese weichen Methoden bringen erfahrungsgemäss nicht den entscheidenden Durchbruch, das heisst die völlige Abstinenz (vom Nikotin oder eben den fossilen Rohstoffen).

Nur die völlige Abstinenz bringt einen Süchtigen vom Rauchen weg. Nur das Abschalten der Kohlekraftwerke bringt einem von der Kohle wirklich weg. Im Grunde wissen das alle, sowohl sie, Herr Palmer, als auch der IPCC. Nur wagen es nur wenige, das auch auszusprechen. Einer, der dies schon früh erkannt hat, ist James Hansen. Er fordert das Abschalten aller Kohlekraftwerke, die über keine Kohlendioxidabscheidung verfügen ab einem bestimmten Stichdatum.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

zu Kommentar von Martin Holzherr. 27.12.2010, 11:38

Bei genauerer Betrachtung ist die einheitliche Temperatur bei der treibhausgaslosen Atmosphäre zu modifizieren – aber ruhend bleibt sie.

Bei der Vertikalzirkulation wird die Luft in der Nähe der Oberfläche schon erwärmt (ca. 4K), aber was die Oberflächentemperatur ist, wird weitgehend von der Tropopause bestimmt. Wenn man so will eine Huhn-Ei-Problem.

Ich bringe mal mein Posting aus einer anderen Diskussionsrunde.

Bei Manchen hat ein Physiker oft schon ein richtiges Bauchgefühl, aber er ist auch nur ein Mensch und kann von Vorgaben getäuscht werden – vor allen Dingen bei Schnellschüssen.

Deswegen mal was zur Arbeitsweise und den Ergebnissen eines Physikers.

Verglichen werden der reale Planet Erde mit einer hypothetischen Erde, die fast die gleichen Atmosphärenbestandteile haben soll – aber keine Treibhausgase enthalten soll.

Ein Physiker macht nun sinnvolle Annahmen, und untersucht die Folgerungen aus den Annahmen – zunächst qualitativ und ggf. quantitativ. Je nachdem ob die Ergebnisse mit den Annahmen verträglich sind, sind ggf. die Annahmen zu modifizieren.

Voraussetzungen: Die Absorption der Oberflächen beider Planeten soll gleich sein und die Aggregatzustände gleich bleiben. – auch wenn das beim treibhausgaslosen Planeten eine kleine Vergewaltigung ist.

Erste Annahme: beide Oberflächen strahlen im Mittel so viel ab, wie sie absorbieren. Da die absorbierte Menge lokal unterschiedlich ist, wird auch lokal unterschiedlich abgestrahlt, was lokal unterschiedliche Temperaturen bedingt und auch unter der Oberfläche unterschiedliche Temperaturen bedingt. Unterschiedliche Temperaturen führen durch Wärmeleitung zu Wärmeströmen, die zu Wärmespeicherung und Temperaturmodifizierungen gegenüber dem Startwert führen. Je geringer der Temperaturgradient ist, um so geringer sind die Änderungen. Deswegen reichen meistens die vertikalen Temperaturgradienten in der Oberflächenschicht, da die horizontalen Temperaturgradienten sehr gering sind.

Was beide Planeten haben, ist auf jeden Fall eine nach unten zunehmende Dichte der Atmosphäre auf Grund der Schwerkraft, weil die über einer bestimmten Höhe befindliche Atmosphäre mit ihrem Gewicht auf die darunterliegende Atmosphäre drückt.

Die nächste Annahme wäre, daß beide Atmosphären ruhen.

Erste Annahme wäre, daß die Strahlungseigenschaften auch bei der treibhausgashaltigen Atmosphäre zu vernachlässigen wäre. Dann spielen nur die Wärmeleitfähigkeiten eine Rolle – die sich bei beiden Atmosphären kaum unterscheiden. Aus der Äquatorregion wird entsprechend den Oberflächentemperaturen Wärme in Richtung Polregion befördert. Zunächst wird der Einfachheit halber angenommen, daß die Temperaturen relativ konstant sind. Dann reicht die Betrachtung eines Querschnitts.

Nun kann man unter diesen Annahmen Isothermen in die Atmosphäre im Querschnitt einzeichnen (siehe http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Isothermen1.jpg ). Diese Isothermen müssen an der Oberfläche an den Oberflächentemperaturen enden. Damit in der Äquatorregion Wärme aufsteigen kann, müssen nach oben die Temperaturen abnehmen, d.h. die Isothermen müssen äquatorwärts geneigt sein. In der Polregion müssen die Temperatur nach oben zunehmen, da ja der Wärmestrom abwärts sein muß. Das verlangt, daß die Isothermen polwärts geneigt sind. Zwischen den beiden Bereichen muß eine Grenze existieren, wo die Isotherme senkrecht von der Oberfläche weggeht, denn dort darf kein vertikaler Temperaturgradient existieren.

Die Isothermen haben noch eine weitere Randbedingung: zur Spitze der Atmosphäre müssen die Isotermen vertikal verlaufen, da ja keine Wärme in Richtung Weltall befördert werden kann. Mit diesen Randbedingungen kann man die Isothermen qualitativ zeichnen als eine Art Abschnitte von Halbellipsen deren große Achse horizontal an der Spitze der Atmosphäre ist – genauer eines Abschnitt des Ellipsenteiles, der von der kleinsten Achse zur größten Achse verläuft. An der größten Achse ist automatisch der senkrechte Verlauf zur Spitze der Atmosphäre gesichert. Dabei liegen die Brennpunkte der Ellipsen im Erwärmungsbereich äqutorseits der Isothermen, im Bereich der Wärmeabgabe liegen die Brennpunkte der Ellipsen polwärts der Isothermen. Unterhalb der großen Achse bildet die Ellipse mit einer Horizontalen einen Winkel, der um so kleiner wird, je weiter die Horizontale von der Großachse entfernt ist – also wird der Abschnitt in der Atmosphäre verlaufen, bei dem dieser Winkel noch größer ist als die Anfangsneigung der Isothermen. Direkt in der Äquatornähe werden die Isothermen nicht zur Spitze der Atmosphäre reichen, da die Isothermenneigungen durch einen oberen Ellipsenabschnitt geschlossen werden.

Die transportierte Wärmemenge kann man auch abschätzen: der Temperaturgradient an der Oberfläche ist bei -150°C an den Polen und +100°C am Äquator bei einer Entfernung vom Äquator zu den Polen von 10000km gleich 0,025K/km [(100°C – (-150°C))/ 10000km]. Diese Temperaturgefälle erstreckt sich dort, wo die Isothermen fast senkrecht von der Oberfläche weggehen bis zur Spitze der Atmosphäre. Aber selbst wenn man eine Atmosphärendicke von 100km annimmt (die Wärmeleitfähigkeit eines Gases ist fast unabhängig vom Druck) ist die transportierte Wärmemenge sehr gering. Da an der Grenze zwischen Wärmeabgabe von der Oberfläche und Wärmeaufnahme an der Oberfläche der maximale Wärmestrom ist, muß jeder andere Temperaturgradient kleiner sein. Bei einem Temperaturgradienten kleiner sagen wir 3K/km ist die Luftschichtung stabil – es kann deswegen keine vertikale Strömung existieren, denn 0,025K/km ist klein gegen 3K/km. Ohne vertikale Strömung kann auch keine horizontale Strömung existieren, denn entgegengesetzte horizontale Strömungen (z.B. polwärts oben, äquatorwärts unten) müssen durch vertikale Strömungen geschlossen werden. Wie der Druckverlauf einer ruhenden Atmosphäre mit unterschiedlichen Temperaturen aussieht habe ich noch nicht untersucht.

Bei der treibhausgaslosen Atmosphäre ist die Untersuchung damit abgeschlossen, denn die Annahme einer ruhenden Atmosphäre führt zu keinen Widersprüchen und ändert die Oberflächentemperatur fast gar nicht wegen der geringen Wärmeströme.

Bei einer treibhausgashaltigen Atmosphäre sind neben der Wärmeleitung auch der Wärmetransport durch Strahlungsabsorption und Emission zu untersuchen. Diese Untersuchung ist schon gemacht und veröffentlicht ( http://www.mpimet.mpg.de/fileadmin/grafik/presse/FAQs/BRPromet2802.pdf Abb. 2-5, S. 11 ). Diese Rechnung führt zu einem Temperaturgradienten von ca. 16K/km in niedrigen Höhen. Dieser hohe Gradient ist unvereinbar mit einer stabilen (ruhenden) Luftschichtung und führt deshalb zur Vertikalzirkulation, wobei die Grenze, bis zu der Vertikalzirkulation entsteht, natürlich von der Konzentration der Treibhausgase abhängt.

MfG

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@Holzherr: weil der Treibhauseffekt obere Luftschichten abkühlt und die nun kältere Luft sinkt, was mit dem Aufstieg wärmerer Luft ausgeglichen wird
Der Treibhauseffekt kühlt obere Luftschichten ab? Ist es nicht eher so, dass warme, feuchte Luft aufsteigt und z.T. ihre Wärme bei der Kondensation abgibt, also die oberen Luftschichten erwärmt?

@Jochen Ebel: Interessante Informationen. Dazu passt wohl auch dieser Artikel: http://wattsupwiththat.com/2010/12/23/some-of-the-missing-energy/

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@Kommentar von Tim Schloendorn. 26.12.2010, 10:12
Zitat:… und wer bestraft die Nichteinhaltung deiner Regeln durch einzelne Länder? Die US-Army? Ein Verbot ohne dazugehörige Strafe führt nicht weit.

Hier teilen sich unsere Ansichten grundsätzlich! Ich bin der Ansicht, dass das Tun und Nichttun des Mensch (mit wenigen Ausnahmen) nicht durch ein umfassendes Regelwerk, mit Strafandrohung bei Nichteinhaltung, bestimmt werden muss (und darf). Das menschliche Gehirn unterscheidet sich in seiner Funktionsweise und Kapazität wesentlich von demjenigen von Primaten.

Ich wehre mich entschieden dagegen, dass man Menschen auf der Stufe von Primaten einordnet und ihr verbriefte Freiheit, sich selbst eine Meinung zu bilden und ihr Leben selbst zu bestimmen, in eine geschlossen Anstalt einsperrt, die nur mit Vorschriften und Strafen funktioniert.

Welcher vernünftige Mensch würde denn auf der Autobahn spazieren gehen, auch wenn es NICHT verboten wäre? Und andererseits verhindert das Verbot nicht, dass ab und zu Leute zu Fuss auf der Autobahn unterwegs sind.
Meine Enkelin, zweijährig, fasst mit den Händen weder den heissen Schwedenofen noch die Kochplatten an. Sie springt auch nicht durch das offene Gartentor auf die Strasse. Obwohl man es ihr beides nicht mit Strafandrohung verboten hat.
Die Mehrzahl der Jugendlichen besaufen sich nicht. Aber sicher nicht deshalb, weil ein Verbot sie daran hindert. Aber einige Jugendliche lassen sich trotz (oder wegen?) des Verbots regelmässig volllaufen.

Regeln, die von einer selbsternannten Elite und gegen den Willen sowie zum Nachteil Anderer, aufgestellt werden, werden grundsätzlich abgelehnt und entsprechend nicht eingehalten. Insbesondere wenn diese Regeln die besondere Situation der betroffenen Anderen nicht berücksichtigen oder wenn ihre Rechtfertigung unglaubwürdig scheint.

Man kann nicht erwarten, dass Regeln eingehalten werden, wenn sie den Interessen der Betroffenen widerlaufen und die Rechtfertigungen nicht überzeugen. Und wenn das Gegenteil der Fall wäre, also die Rechtfertigungen glaubwürdig und akzeptabel wären und alle zur Einsicht kämen, wären gar keine Strafen erforderlich.

Das IPCC muss sich wirklich ein neues Konzept ausdenken, um ohne Strafandrohungen, Ablasszahlungen und Umverteilung von Geldern die Menschheit zu überzeugen, dass Alarmismus gerechtfertigt ist.

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@Kommentar von Jochen Ebel. 25.12.2010, 8:43

Sehr geehrter Herr Ebel,
ihre Ausführungen über den Treibhauseffekt heben sich deutlich von den gängigen Erklärungen ab, die sich zumeitst auf die IR-Adsoprtion, -Emission von Treibhausgasen und ihre höhenabhängige Wirkung beschränken. Sie hingegen gehen einen Schritt weiter und machen interessante Folgerungen, die ich an anderer Stelle kaum gelesen haben. Beispiele sind:
– Die austeigende warme Luft (Vertikalzirkulation) der unteren Atmosphäre ist dem Treibhauseffekt zu verdanken (weil der Treibhauseffekt obere Luftschichten abkühlt und die nun kältere Luft sinkt, was mit dem Aufstieg wärmerer Luft ausgeglichen wird)
– Ohne Treibhauseffekt wäre die Atmosphäre fast einheitlich warm bis auf eine kältere Bodenschicht: Folgerung es gäbe gar kein Wetter ohne Treibhauseffekt

So etwas habe ich kaum je gelesen, dabei scheint es mir sehr wichtig. Zugegeben überrascht es mich. Ich hätte eigentlich erwartet, dass die Erwärmung der Luft an der Erdoberfläche (durch Wärmeleitung) genügt um eine Vertikalzirkulation in Gang zu setzen. Ferner würde ich erwarten, dass die Verdunstung von Wasser und in grösserren Höhen die Kondensation von Wasser ebenfalls für einen starken Wärmetransport sorgt und genügt um Wetterphänomene zu ermöglichen, auch wenn Wasser kein Treibhausgas wäre.
Eigentlich sollte ihr Atmosphären-Modell genügen um einen einfachen Modellplaneten mit und ohne Treibhausgaswirkung zu simulieren. Wäre interessant, das einmal durchzuspielen.

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@Kommentar von Tim Schloendorn. 26.12.2010, 10:12

Zitat:… und wer bestraft die Nichteinhaltung deiner Regeln durch einzelne Länder? Die US-Army? Ein Verbot ohne dazugehörige Strafe führt nicht weit.

Ich nehme an, die obigen Aussagen beziehen sich auf meinen Vorschlag, eine der Internationalen Atomenergie Agentur analoge Agentur für den Ausstieg aus den fossilen Energien zu bilden.

Der Einwand, ein Verbot ohne Sanktionen nütze nichts ist sehr berechtigt und offenbart ein zentrales Problem des UNFCC-Prozesses mit den geplanten Verpflichtungen der Industrieländer (ohne USA), ihre Emissionen zu reduzieren. Auch diese Verpflichtungen nützen wenig
1) wenn sich China, Indien und die anderen Schwellen- und Entwicklungsländer nicht auch verpflichten (und das tun sie auch in einem Post-Kyoto-Vertrag nicht)
2) wenn die Verpflichtungen schliesslich doch nicht oder nur über Kompensationen eingehalten werden.

Warum funktioniert denn der Atomwaffensperrvertrag einigermassen (zugegeben nicht so gut wie es eigentlich sollte)? Weil sich die Vertragsstaaten über die Gefahren einer allseitigen nuklearen Bewaffnung einig sind. Wegen dieser Einigkeit in der Beurteilung einer Gefahr, werden Sanktionen gegen Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag unterlaufen wollen, als angemessen betrachtet.

Genau diese Einigkeit über die Gefahren einer ungebremsten Treibhausgasfreisetzung fehlt. Wäre sie vorhanden, würde also die Emission von Kohlendioxid als ähnlich schwerwiegend betrachtet wie die Emission von radioaktiven Stoffen, dann wären Sanktionen für Emissionssünder in ähnlicher Form möglich wie beim Atomwaffensperrvertrag und es bestände Hoffnung, das langfristige Ziel einer Dekarbonisierung zu erreichen.

Mein Vorschlag einer Dekarbonisiserungsbehörde hat tatsächlich momentan wenig Chancen realisiert zu werden, aber auch der Post-Kyoto-Vertrag wird die CO2-Emissionen kaum reduzieren, weil eben für beides das Gefühl der Dringlichkeit fehlt – darüber können ein paar Aktionen von Klimabewegten und von Greanpeace nicht hinwegtäuschen.

Fazit:
– Dekarbonisierung ist kein Sonntagsspaziergang. Sie ist teuer.
– Eine weltweite Dekarbonisierung setzt eine weltweite Einsicht in die Notwendigkeit einer Dekarbonisierung voraus
– Wenn die meisten Staaten in ungebremsten CO2-Emissionen grosse Gefahren erkennen sind auch Sanktionen gegen abseitsstehende Staaten möglich
– Da eine Dekarbonisierung so teuer ist, sollte der kostengünstigste Weg gesucht werden
– Indirekte und „weiche“ Wege zur Dekarbonisierung wie beispielsweise über die 100 Milliarden Dollar, die ab 2020 jährlich an Entwicklungsländer für Klimaanpassung und Klimaschutz gehen sollen, sind wahrscheinlich – gemessen an ihrer CO2 Reduktionswirkung – verschwendetes Geld

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Ich habe einen anderen Teil der Arbeit Gerlich/Tscheuschner gemeint (der die -18 °C wiederlegt)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

… und wer bestraft die Nichteinhaltung deiner Regeln durch einzelne Länder? Die US-Army? Ein Verbot ohne dazugehörige Strafe führt nicht weit.

Und wer legt die Regeln überhaupt fest? Du? Ein Expertengremium? Wer benennt die Experten? Eine weltweite, demokratische Wahl?

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„Offiziell“ wird der Treibhauseffekt relativ unanschaulich erklärt., denn der beobachtete Treibhauseffekt ist ohne Luftströmungen nicht zu erklären – man kann sich nicht nur auf Absorption und Emission beschränken.

Ohne Treibhauseffekt gäbe es keine Vertikalzirkulation und die Atmosphäre wäre fast einheitlich warm mit einer isolierenden Bodeninversion von vielleicht 100m ( http://www.geographie.uni-stuttgart.de/seminare/lehrpfad/klima/Bodeninversion.html ), die die Oberfläche (mit Temperaturen fast gleich wie bei atmosphärenlos) effektiv von der darüberliegenden warmen Atmosphäre isoliert. Isoliert deshalb, weil eine Inversionsschicht als ruhende Luft ein guter Wärmeisolator ist.

Daß die Arbeit von Gerlich&Tscheuschner massiv gegen die Physik verstößt, habe ich hier gezeigt:
http://www.ing-buero-ebel.de/Treib/Auszug.htm
http://www.ing-buero-ebel.de/Treib/Hauptseite.pdf

Dazu die Kurzfassung des Treibhauseffekts in 5 Punkten:
1. Die Atmosphäre ist im Wesentlichen zweigeteilt: unten die konvektionsreiche Troposphäre, in der das Wetter ist und wo wir leben und oben die konvektionsarme Stratotosphäre, wobei sich die Grenze zwischen beiden Sphären verschieben kann.
2. Der Temperaturgradient in der Troposphäre ist (fast) konstant – auch wenn sich die Dicke der Troposphäre ändert. Diese Konstanz ist konvektionsbedingt.
3. Die fast konstante optische Dicke einer sich ändernden Stratosphäre. Diese Konstanz ist strahlungsbedingt und ergibt sich aus der Skalierung (Maßstabsänderung) der Strahlungstransportgleichung bei Änderung der optischen Dicke infolge von Konzentrationsänderungen der Treibhausgase.
4. Wenn der Temperaturgradient (z.B. am unteren Rand der Stratosphäre) einen bestimmten Grenzwert überschreitet kann die Luftschichtung nicht ruhig bleiben und wird instabil = Konvektion = Kennzeichen der Troposphäre.
5. Im stationären Zustand (d.h. auch wenn Zeit vergeht, ändert sich der mittlere Zustand fast nicht) ist im Mittel die Wärmeabgabe der Erde genau so groß wie die Wärmeabsorption – andernfalls müßten sich die mittleren Temperaturen laufend erheblich ändern. Das aber widerspräche der Stationarität.

Auf der Basis dieser 5 Punkte kann man eine Grundsensitivität der Oberflächentemperatur gegenüber Änderungen der CO2-Konzentration berechnen – die bedeutend höher ist als beobachtet. Denn durch die höhere Temperatur kommt z.B. mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre, daraus folgen mehr Wolken und Albedoänderung, die die Grundsensitivität verkleinert.

Die Suche muß also mehr den Gegenkopplungen gelten als irgendwelchen Feedbacks zur Verstärkung. Der Strahlungsantrieb laut IPCC-Definition ( http://www.ipcc.ch/pdf/reports-nonUN-translations/deutch/IPCC2007-Annex.pdf ) ist absolut ungeeignet, denn bei CO2-Zunahme sinkt die Strahlung aus der Stratosphäre (kälter und dünner) und nimmt nicht zu, denn die Voraussetzung „unveränderte Troposphäre“ ist nicht erfüllt.

MfG

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Der folgende Beitrag soll alle diejenigen zum Nachdenken anregen, die von fast unbegrenzten fossilen Ressourcen ausgehen.

Wir sind ja hier im IPCC-Land und der IPCC geht in seinen Szenarien von praktisch unbegrenzten Kohlevorräten aus. Seltsam nur, dass China überhaupt nicht so handelt, als hätte es unbegrenzte heimische Kohlevorräte. Das zeigt der Artikel China Energy Shortages And Their Impact On Your Business (siehe http://www.chinalawblog.com/2010/12/china_energy_shortages_and_their_impact_on_your_business.html )

Hier die wichtigste Stell aus diesem Artikel:
For many years it has been accepted that China could meet its coal needs through domestic production. Recently, there have been reports that during the 12th Five Year Plan (2011 to 2015), China will cap its domestic coal output at 3.6 billion to 3.8 billion metric tons per year. China currently produces 3.4 billion metric tons per year. This cap would thus mean virtually no future increases in domestic coal production. By the most conservative estimates, China needs 5.0 billion metric tons of coal per year to meet its electricity generation demand for the year 2020. That means China will need to make up for the domestic shortage by importing more than 1 billion metric tons of coal per year. No country has ever imported that much coal in a year and it is not clear if China can pull it off.

Fazit:
– China will seine heimische Kohleproduktion kaum noch erhöhen und importiert deshalb immer mehr Kohle. Das gleiche macht Indien. Der Kohlepreis steigt.
– Die internationale Energieagentur geht davon aus, dass immer mehr Öl aus unkonventionellen Reserven kommen muss (Ölsand, Schweröl, Ölschiefer, …)
– Viele Ölanalysten gehen davon aus, dass bereits 2011 der Rohölpreis deutlich über 100 Dollar pro Barrel liegen wird

Prognosen:
– Bereits am Weltklimakongress nach Durban – also im Jahr 2012 – werden viel weniger Delegierte teilnehmen, schlicht und einfach weil sie wegen gestiegenen Rohöl- und damit Flugpreisen sich die Reise an den Klimakongress nicht mehr leisten können. Das gleiche gilt für Umweltaktivisten
– Die Sorge um das Klima wird schon in ein paar Jahren der Sorge um schwindende Ressourcen weichen müssen

Ich wünsche allen fröhliche und ein gutes Neues Jahr mit der Hoffnung, dass auch in den nächsten Jahren zuviel Schnee und ein zu kalter Winter die einzige Sorge bleiben möge.

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Professor Gruber schreibt im Absatz Es bleibt viel zu tun über das Jahr 2010: Mit grosser Wahrscheinlichkeit wuchsen die CO₂-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger um drei Prozent und erreichen damit einen neuen Höchststand – satte 40% oberhalb der Emissionen von 1990. Unausweichlich ist damit auch, dass die atmosphärische CO₂-Konzentration dieses Jahr neue Höchststände erreichen wird.

In all den Beiträgen, die bisher im ETH-Klimablog erschienen, ging kaum einer auf die vielversprechensten Massnahmen zur Treibhausgasreduktion ein. Statt dessen gab es viele Beiträge, die den UNFCC-Prozess (Kopenhagen, Cancun, Durban, ….) als das entscheidende Glied im Klimaprozess darstellten. Doch auch wenn sich alle Länder zu bindenden Emissionsreduktionen verpflichten, heisst das nicht, dass sie die Ziele dann auch erreichen, das zeigt gerade auch der Kyoto-Prozess selbst, der ja über die Kopenhagen/Cancun/Durban-Verhandlungen verlängert werden soll. Letztlich ist die Grundidee hinter dieser UNO-Verhandlungen die Souveränität der UNO-Mitglieder hochzuhalten. Doch effektiver wäre – wie ich schon an anderer Stelle dargelegt habe – eine UNO-Behörde, die nach dem Modell der Interantionalen Atom Energie Agentur sich um fossile Rohstoffe kümmern würde und als eines ihrer Hauptziele den Ausstieg aus der Kohle hätte. Denn, wie James Hansen schon früh angemerkt hat, ist nur die Weiterverwendung von Kohle und unkonventionellem Öl in der Lage, den CO2-Anstieg über die Grenze von 450ppm zu treiben. Hier ein paar Vorschläge was einen internationale Behörde zuständig für den Ausstieg aus Kohle und den anderen fossilen Rohstoffen für Schritte in den Weg leiten müsste:
– Verbot der Subvention von fossilen Rohstoffen, die im Jahre 2008 559 Milliarden Dollar betrug (siehe http://www.worldenergyoutlook.org/docs/weo2010/weo2010_es_german.pdf). Nach IEA würde dies die Primärenergienachfrage um 5% senken und den Ölverbrauch bis 2020 um 5 Millionen Barrel /Tag reduzieren. Die CO2-Emissionen würden bis 2020 um 5.8% oder 2 Gigatonnen sinken
– Kohlekraftwerke ohne Kohlendioxidabscheidung ab 2025 abschalten
– internationales Programm für effiziente Kohlendioxidabscheidung auflegen
– Ein vollständiges Verbot für die Erstellung neuer Kohlekraftwerke in den entwickelten Ländern durchsetzen

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So, hier ist der Link:

http://real-planet.eu/atmoseff.htm

Thermodynamischer Atmosphäreneffekt heisst dieses Modell.

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@Kommentar von Roger Meier. 23.12.2010, 19:58

Herr Meier,

die Theorien von Tscheuschner/Gerlich wurden im ETH-Klimablog schon mehrmals besprochen (und als falsch beurteilt) und auch der Treibhauseffekt wurde schon x-mal durchdiskutiert. Jochen Ebel ist beispielsweise im Kommentar von Jochen Ebel 11.06.2010, 12:06 im Beitrag Wie kann man Skeptier-Argumente überprüfen? auch auf die Abschätzung der Erdtemperatur ohne Treibhauseffekt eingegangen. Die oft zitierte Erdmitteltemperatur ohne Treibhauseffekt von -18°C bezieht sich auf ein physikalisches Modell der Erde (sog. Black-Body-Modell) bei dem angenommen wird, die Erdoberfläche leite die Wärme perfekt, so dass die Erdoberfläche überall die gleiche Temperatur hat. Ohne diese Annahme und ohne Atmosphäre kommt man zu den -55°C Durchschnittstempertur des Mondes.

Hilfreich für die Berechnungen des Treibhauseffekts können die folgenden Beiträge von real climate sein:

– Calculating the greenhouse effect (siehe http://www.realclimate.org/index.php/archives/2006/01/calculating-the-greenhouse-effect/ )
– A simple recipe for GHE (siehe http://www.realclimate.org/index.php/archives/2010/07/a-simple-recipe-for-ghe/ )

Hier ein paar Experimente zum Treibhauseffekt, die sie über die Festtage durchführen können:
– Demonstrate the Greenhouse Effect
http://www.rmets.org/activities/schools/greenhouse-effect.php
– How to demonstrate the Greenhouse Effect (siehe http://www.wikihow.com/Demonstrate-the-Greenhouse-Effect )

Sie können sich auch den Greenhaus Effect Demonstration Apparatus (siehe http://www.cencophysics.com/ig0044518/p/IG0044518/ ) für $293.00 unter den Gabentisch legen.

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Hier schön die Herleitung, warum die -18 °C Humbug sind:

http://www.tsch.de/a-falsification/pdf/0707.1161v4.pdf

Ich weiss, Tscheuschner/Gerlich sind umstritten. Und zwar nicht ohne Grund, sie behaupten ja, den Treibhauseffekt gäbe es nicht. Wie machen sie das? Sie sagen, dass es bei einer Rückstrahlung eines Mediums auch eine Wärmeleitung dieses Mediums gäbe, diese könne ja grösser sein als die Rückstrahlung. Irgendwie eine doofe Argumentation, wenn auch korrekt. Ausserdem sagen sie, die AGWler postulieren, die Rückstrahlung erwärme die Erdoberfläche (das tun auch einige dieser Experten, die ich nicht kritisieren darf). Natürlich erwärmt die Rückstrahlung nicht die Erdoberfläche, die verkleinert die Abstrahlung der Erdoberfläche. Wieder etwas doofe Argumentation. Jedoch sind die Ausführungen bezgl. der -18 °C meines Erachtens korrekt.

Mond:
Ich zitiere Wikipedia:
„Am Tag erreicht die Temperatur eine Höhe von bis zu etwa 130 °C und fällt in der Nacht bis auf etwa −160 °C ab. Als Durchschnittstemperatur ergeben sich 218 K = – 55 °C“

Und das soll die -18 °C verifizieren? Wie kommt man mit der Strahlung eines schwarzen Körpers Mond auf die -55 °C??

Natürlich führt die Atmosphäre auf der Erde zu höheren Temperaturen als ohne, aber das geht auch ohne Treibhauseffekt. Jemand hat z.B. das Ganze durch Druckunterschiede in der Atmosphäre erklärt, ich suche den Link resp. die Arbeit noch raus.

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Einige Fragen:
„Insgesamt erwärmt sich die globale Lufttemperatur im Jahr nach einem mittelstarken El Niño im Schnitt um etwa 0.1°C.“
„dass El Niño auch globale Auswirkungen hat, insbesondere auf den Tropengürtel.“
Globale Auswirkungen? Und wo holt El Nino die Energie, die zur Erwärmung führt?

„Mit El Niño wird ein Phänomen benannt, das […] zu einer Erwärmung des tropischen Ostpazifiks führt.“
El Nino – Ursache oder Wirkung? Und woher kommt die Energie, die El Nino dem Ostpazifik abgibt?

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Herr Meier,

Sie stellen sehr viele Postulate auf
(ich bin mir sicher sie schuetteln all die Beweise
ihrer Thesen aus dem Handgelenk!)

Aber erklaeren sie mir bitte nur dieses:

„- Jeder mit Mathematikkenntnissen kann sehen, dass die die Erdmitteltemperatur nicht -18 °C ohne Treibhauseffekt wäre (wie mantramässig postuliert wird)“

(und warum eigentlich nicht die Physik Kenntnisse der
black body radiation.. aber bitte, ich bin gespannt)

Erklaeren sie bitte gleich noch die Mondtemperatur
sowie die der anderen Planeten.

als Grundlage zum Beispiel dies hier
http://www.enchantedlearning.com/subjects/astronomy/planets/

und/oder
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Solar_Spectrum.png

vielen Dank im voraus.

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„Insbesondere dann nicht, wenn es eine Problematik betrifft, die nicht annähernd etwas mit seiner Fachrichtung zu tun hat“

Merkwürdige Argumentation. Wieviel Klimawissenschaftler sind ausgebildete „Dipl. Klimatologen“? Wenige, denn diese Studienrichtung gibt’s wohl nirgends (mittlerweile evtl. schon).

Wieso wird z.B. ein James Hansen als grosse Kapazität unter den AGWlern angesehen? Der ist Astronom. Nur ein Bsp. unter vielen.

„Robert B. Laughlin’s Einwände sind nicht viel mehr wert als die Einwände irgend eines Wissenschaftlers oder Zeitgenossen“

Natürlich nicht. Aber ich habe absichtlich die Aussage eines Wissenschaftlers reinkopiert und nicht von irgendjemadem, weil ihr es sonst nicht ernst nehmen würdet.

„Hat nicht eine Analyse von Profis an der ETH, von Spezialisten, die sich Jahre/Jahrzehnte mit dem Thema auseinander gesetzt haben, ein ungleich höheres Gewicht?“

Wenn sich die AGW-Theorie auf die Argumentation abstützen muss auf „Die Experten wissen es besser als du, glaube es einfach“, dann höre ich ein Totenglöcklein klingeln.

Klimatologie ist eben nicht wie Quantenphsik. In der Quantenphysik gibt es Leute die drauskommen und solche, die keinen blassen Schimmer haben. Dazwischen gibt es nicht viel. Aber selbst da hilft Common Sense weiter. Erinnert ihr euch an den Professor, der den Weltuntergang prophezeit hat, sobald der neue Teilchenbeschleuniger im CERN angeschaltet wird? Die grosse Mehrheit hat korrekterweise ihm nicht geglaubt. Ohne konkretes Wissen in der Quantenphsik.

Klimatologie ist anders, weil es interdisziplinär ist:

– Jeder Ingenieur, der sich ein wenig mit Strömungssimulation befasst hat (z.B. ich), weiss, dass Klimasimulationen Voodoo-Science sind

– Jeder Biologe kann erkennen, dass die Eisbären nicht aussterben werden, auch nicht, wenn es noch wärmer wird. Und dass alle momentan exisiterende Kreaturen das superwarme minoische Klimaoptimum locker überlebt haben

– Jeder mit Mathematikkenntnissen kann sehen, dass die die Erdmitteltemperatur nicht -18 °C ohne Treibhauseffekt wäre (wie mantramässig postuliert wird)

– Jeder mit Physikkentnissen kann sehen, dass die prophezeiten 2, 3, 4 °C Erwärmung bei CO2-Verdoppelung nur duch obskure Feedback-Prozesse zustandekommen

– Jeder mit Geschichtskenntnissen weiss, dass es während der Römerzeit einiges wärmer war als heute. Und evtl. auch während dem Mittelalter

– Jeder mit gesundem Menschenverstand beginnt zu zweifeln, wenn gewissen Wissenschaftler jetzt sagen: Die jetzigen strengen Winter passen genau in’s Bild der AGW-Theorie und bestätigen diese

– Jeder Statistiker sieht, dass die Hockeystick-Kurve Humbug war

– Jeder mit Mathematik-Kenntnissen weiss, dass der Temperaturanstieg der 80er und 90er Jahre nichts besonderes war

– Jeder Archivar weiss, dass in den 70er Jahren die Klimatologen vor einer neuen Eiszeit warnten. Dass es eine extreme Hitzwelle in den 30ern in den USA gab (ohne SUVs). Dass es in den 30ern und 40ern einen massiven Eisschwund in der Arktis gab.

– Jeder Soziologe sieht, dass die AGW-Geschichte religiöse Züge bekommen hat

– Jeder Glaziologe weiss, dass die Gletscher schon seit Mitte des 19. Jh abschmelzen

– Jeder Meeres-Experte (wie heissen die eigentlich korrekt?) weiss, dass die Meere schon seit Jahrhunderten 1-2 mm pro Jahr steigen

– Jeder Hobby-Astronom weiss, dass in den 80er und 90er Jahren die Sonnenaktivität sehr gross war. Und vermutlich in der kleinen Eiszeit minimal.

usw. usw., es gibt dutzende von Beispielen.
Also kommt mir nicht mit „die Klima-Experten“ wissen es genau, du überhaupt nicht.

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@Kommentar von Bojan Skerlak. 22.12.2010, 22:15
@Kommentar von Roger Meier. 22.12.2010, 9:29

Ich möchte kurz auf die Art der Skepsis gegenüber dem Klimawandel eingehen, die Robert B. Lauhglin an den Tag legt.

Hier der Originalartikel von Robert B. Laughlin (siehe http://www.theamericanscholar.org/what-the-earth-knows/#more-7077 ).

Robert B. Laughlin argumentiert in diesem Artikel, in dem er anzweifelt, dass menschliche Einflüsse das Klima ändern können, vor allem mit dem Common Sense. Für ihn ist das Klimageschehen eine Nummer zu gross für den Menschen, deshalb könne der Mensch das Klima gar nicht verändern, selbst wenn er wollte.

Alle Menschen haben neben ihrem Verstand auch ein Bauchgefühl, auch Physiker wie Robert B. Laughlin. Doch dieses Bauchgefühl kann täuschen. Einstein beispielsweise wendete sich gegen die zu seiner Zeit entstandene Quantentheorie mit dem Spruch „Gott würfelt nicht“. Das leuchtet vielen ein, doch es ist kein sehr starkes Argument. Etwas ähnliches macht Robert B. Laughlin in diesem oben referenzierten Artikel und die letzten Sätze seines Artikels offenbaren seine interne Referenz, nämlich die geologischen Zeiträume und die laufen auf einer anderen Skala ab als die menschlich relevanten Zeiträume:

Climate change, by contrast, is a matter of geologic time, something that the earth routinely does on its own without asking anyone’s permission or explaining itself. The earth doesn’t include the potentially catastrophic effects on civilization in its planning. Far from being responsible for damaging the earth’s climate, civilization might not be able to forestall any of these terrible changes once the earth has decided to make them.

Fazit:
– Jede Faser von Robert B.Laughlin sträubt sich dagegen, dass ein Fliegenscheiss wie der Mensch das Klima ändern könne
– Robert B. Laughlin geht nicht auf die Erkenntnisse der Klimawissenschaftler ein
– Robert B. Laughlin’s Einwände sind nicht viel mehr wert als die Einwände irgend eines Wissenschaftlers oder Zeitgenossen

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@Roger Meier:
Ich finde man sollte ein Statement eines Quantenphysikers (so einer bin ich auch) bezüglich des Klimawandels mit höchster Vorsicht geniessen. Auch wenn R. Laughlin vor 30 Jahren bahnbrechende Forschung geleistet hat, ist nicht alles was er heute von sich gibt, unbedingt richtig. Insbesondere dann nicht, wenn es eine Problematik betrifft, die nicht annähernd etwas mit seiner Fachrichtung zu tun hat. Hat nicht eine Analyse von Profis an der ETH, von Spezialisten, die sich Jahre/Jahrzehnte mit dem Thema auseinander gesetzt haben, ein ungleich höheres Gewicht?

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El Niño – oder das (wahrscheinlich) wärmste Jahr

Stefan Rahmstorf hat auf seiner Website KlimaLounge unter dem Titel Globale Temperatur genäueres dazu (siehe http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2010-12-19/globale-temperatur-2010 ).

Er schreibt unter anderem: Das meteorologische Jahr 2010 ist vorbei – es läuft nämlich von Dezember bis folgenden November.
Was die bodennahe Lufttemperatur (Stationsdaten) betrifft ist 2010 sowohl bei NASA-GISS als auch bei NOAA das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert (siehe Grafik). Auf Rang 2 liegt in beiden Datensätzen das Jahr 2005.

Die beiden Satellitendatensätze von UAH und RSS, die die Temperatur der mittleren Troposphäre (in einigen Kilometern Höhe in der Atmosphäre) messen, zeigen 2010 als zweitwärmstes Jahr knapp hinter 1998.

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“Please remain calm: The Earth will heal itself — Climate is beyond our power to control…Earth doesn’t care about governments or their legislation. You can’t find much actual global warming in present-day weather observations. Climate change is a matter of geologic time, something that the earth routinely does on its own without asking anyone’s permission or explaining itself.”

Nobel Prize-Winning Stanford University Physicist Dr. Robert B. Laughlin, who won the Nobel Prize for physics in 1998, and was formerly a research scientist at Lawrence Livermore National Laboratory.

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