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Doktorand bloggt: Was ist ein NAMA?

Was ist ein NAMA?

01.12.2010 von Doktorand , ETH Zürich

Kennen Sie NAMA? Es gibt noch kein NAMA. Aber falls es mal eines gäbe, dann wäre es eine «Nationally Appropriate Mitigation Action», also eine «National angemessene Milderungsaktion». Alles klar?

NAMAs sind eines der heissesten Themen an den Verhandlungen zur Fortsetzung und Weiterentwicklung des Clean Development Mechanism (CDM) in Cancun. NAMA bezeichnet freiwillige, landesweite Emissionsreduktionsmassnahmen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese Massnahmen kann die nationale Regierung bei der UN anmelden, um dafür Emissionsrechte für einen potentiellen Post-Kyoto-Vertrag zu erhalten. Damit soll es einem Land möglich werden, ganze Wirtschaftssektoren mit Klimageld zu «begrünen». Und durch NAMAs sollen auch bisher nicht oder nur ungenügend abgedeckte Sektoren wie z.B. der Transport eingebunden werden.

Ein hypothetisches NAMA-Beispiel

Betrachten wir als Beispiel die Stahlproduktion in Indien: Der bisherige, projektbasierte CDM erlaubt es einem einzelnen Stahlhersteller, für wirtschaftlich unrentable und daher additionelle (zusätzliche) Energieeffizienzmassnahmen CDM-Zertifikate zu erhalten. Die projektbasieren CDM-Zertifikate werden aber nur solange ausgestellt, wie es keine offiziellen Vorschriften zur Energieeffizienz gibt, da das Projekt ansonsten nicht mehr als additionell gelten würde. Erlässt nun also die Indische Regierung zum Beispiel ein Gesetz das Energieeffizienz in Stahlwerken vorschreibt, gibt es keine Zertifikate mehr.

Ein NAMA sollte es nun unter einem Post-Kyoto Vertrag ermöglichen, dass die indische Regierung Entschädigungen erhält, mit denen sie die makroökonomischen Kosten decken kann, die durch die Einführung eines solchen Gesetzes entstehen. Dadurch soll der perverse Umstand verändert werden, dass es im Moment weniger Klimageld gibt, wenn ein Energieeffizienzgesetz verabschiedet wird.

Warum gibt es noch keine NAMAs?

NAMAs sollen für alle denkbaren Wirtschaftsbereiche funktionieren und flexibel auf die Bedürfnisse einzelner Länder anpassbar sein. Eine Bedingung, die insbesondere von den Käufern der Zertifikate innerhalb der UN an NAMAs gestellt wird, ist das «Monitoring, Reporting and Verification» (MRV) – also die Überwachung, Berichterstattung und Verifizierung der Emissionsreduktionen. Einige Schwellenländer halten das jedoch für einen inakzeptablen Eingriff in die nationale Souveränität.

Wie können NAMAs bezahlt werden?

Es ist gut möglich, dass der multilaterale Weg über die UN sich als zu schwerfällig erweist und NAMAs stattdessen als bilaterale Abkommen zustande kommen. Japan hat diesen Weg bereits mit einzelnen Projekten beschritten. Im Falle Japans werden die Zuwendungen jedoch als Teil der offiziellen Entwicklungshilfe (Overseas Development Aid) abgerechnet – das führt zu einem weiteren Streitpunkt in Cancun: Die Schwellen- und Entwicklungsländer fordern, dass es sich bei den Klimazahlungen immer um «frisches Geld» handelt und die klassische Entwicklungshilfe zusätzlich weiterläuft.

Zum Autor

Tim Schloendorn ist Doktorand in Umweltpolitik & -ökonomie an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie





Kommentare (27) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Danke für den interessanten Blog. Ein paar Ergänzungen/Korrekturen:
- Der CDM hat den perversen Anreiz, dass die Klimagelder gesenkt werden, wenn ein Klimagesetz verabschiedet wird, mittels der sogenannten E+/E-Policy-Regel abgeschafft. Die Regel wurde leider noch nicht umfassend in die Praxis umgesetzt.
- Schwellenländer waren schon in Kopenhagen mit MRV für supported NAMAs einverstanden, Knackpunkt sind die “un-supported” NAMAs bzw. “National Actions”, wie sie von China bezeichnet werden. Hier konnte man sich in Kopenhagen zwar nicht auf MRV, aber immerhin auf “International Consultation & Analysis” einigen, was wichtigerweise durch die Cancun Agreements bestätigt wurde, nachdem China zwischenzeitlich so tat, als hätte es den Copenhagen Accord nie gegeben.
- Alle Industrieländer rechnen sich sämtliche Klimagelder als ODA an, nicht nur Japan, und auch die Schweiz. Grossbritannien hat als einziges Land angedeutet, dass es an dieser Praxis rütteln will. Zur Frage “neu & zusätzlich”, siehe auch: http://www.cis.ethz.ch/publications/publication/2010_WP66_Stadelmann_Michaelowa.pdf
- In Cancun wurde ein Register beschlossen, indem die NAMAs und die Unterstützungsmittel eingetragen werden.

Gruss, Martin Stadelmann, Doktorand Politikwissenschaften, CIS UNI/ETH Zürich

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@Kommentar von Martin Holzherr. 08.12.2010, 17:30

Nachtrag zur Festlegung der japanischen Cancun-Delegation, eine Kyoto-Fortsetzung könne es nur mit bindenden Reduktionszielen für China und Indien geben, diesmal von chinesischer Seite:

In China Daily wird unter dem Titel China vows voluntary, non-binding carbon cuts (siehe http://www.chinadaily.com.cn/china/2010cancunclimate/2010-12/08/content_11670515.htm ) folgendes berichtet:
China has made it clear that the autonomous nature of the national mitigation actions of developing countries, including China, will not be changed.

China is a developing country; and it is not subjected to internationally-binding frame under the current negotiations. “That’s the distinction between the developed and developing countries,” he said, as it follows the principle of “common but differentiated responsibilities”.

Im Artikel steht dann auch noch, die freiwilligen Verpflichtungen Chinas zum Klimaschutz seien Sache allein von China, würden aber in die nationalen Pläne für soziale Entwicklung einfliessen.

Fazit:
- China will Fortsetzung von Kyoto ohne bindende Verfplichtungen der Entwicklungsländer (zu denen sich China zählt) zu CO2-Reduktionen
- Japan will Post-Kyoto nur mit bindenden CO2-Zielen für China und Indien

Schlussbemerkung:
Cancun kann zu Ergebnissen auf 4 Nebengebieten führen, kaum aber zu einem bindenden Vertrag. Die 4 Gebiete mit Erfolgsausichten sind (siehe http://www.chinadaily.com.cn/china/2010cancunclimate/2010-12/08/content_11670386.htm )
- REDD+ (Entwaldung) mit Finanzierung
- Adaption mit Hilfen für Ärmste
- Finanzierung: 30 Milliarden Klimahilfe ab 2012
- ein jährlicher Klimahilfefond von 100 Milliarden ab 2020 ist in Vorbereitung

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@Kommentar von Peter Bühler. 02.12.2010, 20:48
@Kommentar von Tim Schloendorn. 03.12.2010, 11:47

Zitat:“Japan will not inscribe its target under the Kyoto protocol on any conditions or under any circumstances.”
Hintergrund: Japan will das Kyoto-Protokoll nicht mit den heutigen Kyoto-Vertragsstaaten allein fortsetzen, weil es nur 27% der Emissionen umfasst und es keinen Sinn macht, ohne Schwellen- und Entwicklungsländer fortzufahren.(siehe http://www.thestatesman.net/index.php?option=com_content&view=article&id=350842&catid=37 ) im Gegensatzz zu Indien und China, die auf Post-Kyoto auch ohne Indien und China drängen.

Kyoto: mässige Ziele, noch mässigere Resultate

Das Kyoto-Protokoll sah CO2-Emissionsreduktionen von 5.2% gegenüber dem Stand von 1990 vor.
Die Reduktionen sollten zwischen 2008 und 2012 erreicht werden.
Doch im Jahre 2007 erreichten von den 15 wichtigsten Vertragsstaaten nur die ehemaligen Sowjetstaaten, Deutschland und Grossbritannien annhährend das Kyoto-Ziel.

Es ergibt sich insgesamt folgendes Bild:
Ostländer: 1990-2000 39.3% Reduktion, danach wieder Zunahme.
Uebrige: 1990-2000 8.8% Zunahme, dann 2% Zunahme 2000 bis 2004
Ausbrecher nach oben: Spanien: + 53.5% Emissionszunahme, Australien + 30%
Ausbrecher nach unten: Deutschland erreichte das Ziel zur Hälfte über das ehemalige Ostdeutschland, zur Hälfte über eigene Reduktionen. Grossbritannien

Japan hatte im Jahre 2007 sein Reduktionsziel von -6% CO2-Emissionen relativ zu 1990 weit verfehlt und emittierte sogar 8.2% mehr CO2 aus als 1990.
Japan hat sich aber trotzdem im Juni 2009 der sogenannten Mamizu climate policy verschrieben mit ehrgeizigen CO2-Reduktionszielen bis 2020 und 2050

Japan und die Mamizu climate policy

Mamizu Klimaziel: Japan will seine Emissionen bis 2020 um 15% relativ zu 2005 reduzieren.
Später hat Japan folgenden Vorschlag gemacht um dieses Ziel zu erreichen:
9 neue AKW’s, alte mit höherer Auslastung betreiben, 5 Millionen Kilowattstunden Windkraftanlagen, 5.3 Millionen Häuser mit Solarpanel ausstatten (20 Mal mehr als jetzt), Minergie bei Neubauten von 40% auf 80% anheben, Neuwagenanteil mit tiefer Emission von 4% auf 50% anheben.

Es erstaunt, was alles nötig ist um nur 15% Emissionsreduktionen zwischen 2005 und 2020 zu erreichen.

Fazit:
- Wirtschaftswachstum und CO2-Emissionen sind immer noch stark gekoppelt, das zeigt Kyoto
- Die nötigen Massnahmen um substantielle CO2-Reduktionen zu erreichen, werden unterschätzt
- Japan lehnt eine Verlängerung von Kyoto ohne Indien und China ab, wegen den gewaltigen wirtschaftlichen Auswirkungen einer autonomen CO2-Reduktion und der Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit
- Anstatt Deklamation von ambitiösen Zielen wäre die Einhaltung von mässigen Zielen und die Langfristplanung für die Dekarbonisierung wichtig

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@ Dittmar

Michael,

wäre es evtl. hilfreich, wenn …

1.
wir uns – egal auf welchem Gebiet – nicht gegenseitig (süddeutsch und unterhalb des Wiki-Levels) als “Dubel” betrachteten/behandelten?

2.
wir uns die Neugier auf neue/spannende/interessante Forschung wachhielten?

3.
wir nicht jedes Gaia-umarmende Greenpeace/Outdoor/Trecking/Jack-Wolfskin/Abenteuer gleich für eine wissenschaftliche Expedition hielten?

http://www.niemanlab.org/2009/11/ngos-as-newsmakers-a-new-series-on-the-evolving-news-ecosystem

http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1013

4.
wenn die Schweizer Delegation in Cancun z. B. den aktuellen Albedo-Beitrag der Schweiz und der übrigen Nordhalbkugel in die Waagschale des “Weltwirtschaftsgipfels würfe”?

Nachdem die Südhalbkugel ihr Scherflein im letzten Halbjahr bereits eindrücklich geleistet hat ( http://www.bbc.co.uk/news/world-latin-america-10749124 )…

5.
wenn wir uns nicht einfach wegen der tief empfundenen Kränkung der G-20 nicht anzugehören, in Cancun besonders eifrig ins Zeug legten?

6.
wenn statt politischer Parolen einfach bloss Fakten auf den Tisch gerieten?

7.
… du die – betr. AGW – bei Gelegenheit nachliefern könntest?

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$Kommentar von Peter Bühler. 05.12.2010, 22:48
Peter, kennst du die Ausdehnung des arktischen
Permafrostbodens? (im Vergleich zur Schweiz)

Verstehst du das Feedback mit dem Methan?

Ansonsten ist doch erfreulich wenn es in der Schweiz
bisher keine erschreckenden Bergstuerze gibt.

Was soll das beweisen?

@ Dittmar
“Permafrost” oder eher winterlich gefrorene Böden?
Schilf und andere Wasserpflanzen im Sommer?
Zweimal hingucken bei diesem Beitrag!
Etwas regionale Versachlichung …
“An den zwei anderen Standorten sind in der kurzen Beobachtungsperiode keine markanten Veränderungen festgestellt worden”

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@ Dittmar

“Permafrost” oder eher winterlich gefrorene Böden?

Schilf und andere Wasserpflanzen im Sommer?

Zweimal hingucken bei diesem Beitrag!

Etwas regionale Versachlichung …

“An den zwei anderen Standorten sind in der kurzen Beobachtungsperiode keine markanten Veränderungen festgestellt worden”

http://www.bafu.admin.ch/umwelt/indikatoren/08596/08597/index.html?lang=de

http://www.cryosphere.ch/permafrostseite.html

http://www.faz.net/s/Rub2542FB5D98194DA3A1F14B5B01EDB3FB/Doc~E2C65E83E75574E6594DD740587E4F8DE~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Waehrend in Cancun geredet wird
hier noch ein paar wichtige Informationen
zum Permafrost ..

Peter. erklaere das doch mal!

http://www.youtube.com/user/greenman3610#p/u/1/WKyRHDFKEXQ

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@ Schloendorn

“Würde mich wundern wenn die Japanische Position in Cancun davon sonderlich beeinflusst ist, insbesondere da Japan gleichzeitig eine sehr ambitiöse Klimapolitik verfolgt”

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/arte-journal/NAV__cancun/3568128.html

Empfehlung eines “Alten Mannes”: planen Sie einen Post-Doc-Aufenthalt in Japan – und wir werden es vielleicht eines Tages erfahren.

Sie müssen da nicht gleich Namako (“Was ist ein NAMAKO”?!) oder Walfleisch essen, aber tauschen Sie den vertrauten EU/US-Kulturkreis (PIK, CRU, PSU etc.) gegen etwas vollkommen Anderes ein – und halten Sie die “Zurückgebliebenen” gelegentlich über Ihre neuen Einsichten und Erfahrungen auf dem Laufenden.

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Im Zusammenhang mit hypothetischen Diskussionen
auf internationalen Konferenzen..

Hier wird fuer jeden der es sehen will
“Ein Deja vu .. ” erzeugt.

Nur, vermutlich werden weder die CO2 Klimawandel Kritiker
noch die Glaeubigen des 2 Grad Ziels
dieses Interview lesen wollen. Schade, denn die Aehnlichkeiten sind verblueffent und es wuerde sich wirklich lohnen ueber diese Milliarden Dollar/Euros etc zu reflektieren. Warum versuchen wir nicht einfach mal was anderes? (Ideen sind willkommen!)

Fehlgeleitete Entwicklungshilfe
“Spenden finanzieren Krieg”

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,730015,00.html

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… der Link ist vom Februar 2009, der Text vermutlich noch älter – Würde mich wundern wenn die Japanische Position in Cancun davon sonderlich beeinflusst ist, insbesondere da Japan gleichzeitig eine sehr ambitiöse Klimapolitik verfolgt.

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Peter, noch ein Nachtrag zu deinen 4(?) Japanern

erklaere doch mal bitte was ein

“leading scientist” ist.
War Galileo einer oder Einstein?
Haben sie die Regierungen beraten?

ansonsten..

Da (fast) nichts dieser Art von Politik/Science
zufaellig ist..

Hier meine Vermutung:

Es muss schlecht um die japanische Kernenergie stehen.
Sonst wuerde man lauter von dieser CO2 freien Technologie
hoeren..

koennte Japan ein Problem damit haben
smile

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“Flat-Earthers”

Wenn man den Text liest bleiben nicht viele andere
Moeglichkeiten.

smile

mehr demnaechst ..

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@ Schloendorn

Sehr respektabler und realpolitisch kluger Beitrag, Kompliment!

Es gibt da allerdings einen zusätzlichen Aspekt, den man in die Betrachtungen mit einbeziehen sollte: die japanische Klimawissenschaft bewegt sich ausserhalb des von westeuropäischen und nordamerikanischen Instituten bestimmten Mainstreams …

http://www.theregister.co.uk/2009/02/25/jstor_climate_report_translation

Irgend jemand der Meinung, dass die betreffenden Forscher der Tabak-Öl-Kohle-Industrie oder den Flat-Earthers zuzuordnen seien?

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Japanologe bin ich nicht – Kann aber trotzdem ein paar Punkte vorbringen die Japans Position erklären können:

- Die Internationalen Verhandlungen werden immer wieder von Ländern wie Saudi Arabien und Papua Neu Genuia torpediert und verzögert.

- Im grossen Clash zwischen China und USA spielt der Klimawandel nur eine Nebenrolle – Solange die anderen Probleme immer weiter eskalieren werden sich die beiden auf diesem Gebiet kaum einig werden.

- Als Lösung bietet sich an die Dinge selber in die Hand zu nehmen… Und das nicht nur im eigenen Land sondern auch noch in ausgewählten Partner-Entwicklungsländern.

- Den ausgewählten Partner Ländern & Projekten (bzw. NAMAs) kann Japan dann auch nach eigenem Gutdünken auf die Finger schauen und hat damit gute Chancen die Schlupflöcher im UN basierten CDM auszuschalten.

So kann Japan seinen als fair wahrgenommenen Teil beitragen ohne auf den Rest der UN zu warten. Persönlich fände ich ein analoges Vorgehen der EU/Schweiz zumindest diskutabel. Da es seit letztem Jahr absehbar ist, dass es sobald kein UN-Klimaregime geben wird macht es durchaus Sinn Alternativen dazu zu erkunden.

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Peter,

noch was fuer dich zum Nachdenken.
Wissenschaft und Bildung werden uns retten.
Da sind wir uns einig, nicht wahr?

Aber was nun?
(eine unzulaessige Einmischung der “faulen” Wissenschaftler,
oder eine weitere Warnung die wir ignorieren sollten
solange es nicht genauere Ergebnisse gibt?)

(Nama ist kein Tier so weit ich weiss.. )

Artenschwund gefährdet menschliche Gesundheit
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,732289,00.html

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“NAMA”

Muss wohl definitiv etwas Japanisches bedeuten, s. Meldung unten …

Vernunft? Einsicht? Klugheit?

Irgendein Japanologe oder Makro-Altaiker an Bord?

http://www.guardian.co.uk/environment/2010/dec/01/cancun-climate-change-summit-japan-kyoto

“Japan will not inscribe its target under the Kyoto protocol on any conditions or under any circumstances.”

“Kyoto” … wer hat’s erfunden?

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@Ben Palmer:

Wenn Sie aufhören wollen Geld für Klimaschutz in Entwicklungsländern zu spenden geht das ganz einfach: Verkaufen Sie Ihr Auto!

Die Stiftung Klimarappen hat bisher erfolgreich durch Kompensation im Ausland verhindert, dass die Schweiz eine nationale Reduktion des Treibstoffverbrauchs ernsthaft anstrebt. 1.5 Rappen / Liter gehen daher derzeit (zu einem Teil) in CDM-Credits.

evtl. Müssen sie auch noch aufhören Steuern zu zahlen und einzukaufen (Mehrwertsteuer). Auch der Schweizer Bundestaat kauft Kyoto Credits…

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$Kommentar von Peter Bühler. 02.12.2010, 0:30
“Warum formulierst du eigentlich keine Hypothesen zur Klimaentwicklung”

“Mach ich gern: sie wird uns immer wieder aufs Neue überraschen?!”

Ok, also dann los:
1) mittlere Temperatur der naechsten 5 Jahre 2010-2015
hoeher oder gleich oder tiefer als das Mittel zwischen
1960-1980 (oder wenn du es lieber magst nehmen wir die Periode
2000-2009 als Vergleich)
Und mit der gleichen Methode gemessen.
(da mittelt sich dann auch die systematik beim Mittelwert raus).

2) die Arktis .. minimum der Eisflaeche ..
gleich/weniger/mehr wie in den Jahren 2000–2004

also geht der Trend weiter wie bisher oder nicht.

“… und zum Peak Oel Datum”

“Du erwartest doch nicht ernsthaft, dass ich hier die Börsenkurse in trouble bringe?”

Nein, die Boersengaenger haben eh noch nicht den ETH Blog
entdeckt.

Also nur zu:

2005 (als Referenz Jahr)
wird 2011, 2015, 2020
mehr Oel pro Tag konsumiert (weltweit)
oder nicht?

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Aktuell zum Thema NAMA bzw. “green growth plans” und deren Finanzierung:
http://project-catalyst.info/images/publications/101127_from_climate_finance_to_financing_green_growth_formated.pdf

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@ Dittmar

“Warum formulierst du eigentlich keine Hypothesen zur Klimaentwicklung”

Mach ich gern: sie wird uns immer wieder aufs Neue überraschen?!

“… und zum Peak Oel Datum”

Du erwartest doch nicht ernsthaft, dass ich hier die Börsenkurse in trouble bringe?

“Meine Erfahrungen mit dem Schnee in Genf sind auch recht eindrucksvoll”

Wurde wohl Zeit!

“Ich habe dem Wetterbericht geglaubt …”

… und ich soll dem Klimabericht …?

“Ein kleiner Vorgeschmack fuer die Planungen auf die Zeit nach dem Peak Oil”

und es ging doch!

“Murphy in Aktion”

Damit habt ihr Genf doch nun reichlich Erfahrung.
Zeit, sie mit anderen zu teilen, oder nicht?

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@ Dittmar

“ob das Datum eine Rolle spielte?”

Selbstverständlich tut es das, zeigt es doch anschaulich die Halbwertszeit von klimatologischen Kaffeesatzlesereien.

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Peter,

ps..

beim Spiegel Artikel ob das Datum eine Rolle spielte?

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Peter,

ein guter Spiegel link (aus dem Jahr 2000).
Na ja fairerweise hat der Author noch 10 Jahre Zeit
seine Hypothese zu testen.

“Nie wieder Schnee?

In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: “Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben”

Aber, und nun den Spiegel vorgehalten:

Nur wer Hypothesen aufstellt kann sich damit
eventuell blamieren und dann in der naechsten Runde
die Hypothese verbessern.

Warum formulierst du eigentlich keine Hypothesen zur
Klimaentwicklung und zum Peak Oel Datum etc

Nur zu.

Michael
ps..
Meine Erfahrungen mit dem Schnee in Genf sind
auch recht eindrucksvoll.

Ich habe dem Wetterbericht geglaubt und wollte
deshalb rechtzeitig am Dienstag spaeten Nachmittag
aufbrechen. Meine Rechnung ging fast auf..
nur leider leider konnte der Zug doch nicht fahren
weil es ein “Stellwerkproblem” gab.
Nach 3 Stunden hin und her kam schiesslich die Ankuendigung
es wuerde noch mindestens eine Stunde dauern.
Dann habe ich versucht wieder nach hause zu kommen.
Aber leider hatte nun das Schneetreiben den oeffentlichen
Verkehr sowie den privaten Verkehr zum erliegen
gebraucht. Heute morgen habe ich es dann
in etwa 6 Stunden (statt 3 Stunden) geschafft nach Zuerich
zu kommen.

Ein kleiner Vorgeschmack fuer die Planungen auf
die Zeit nach dem Peak Oil ..
Murphy in Aktion oder wie man das sonst nennen kann.

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@ Schloendorn

Links zu Cancun?

Bitte …

http://www.youtube.com/watch?v=q83CQ_7CGCg

Meanwhile …

http://www.20min.ch/winterspecial/news/story/Riesiges-Schnee-Chaos-in-der-Schweiz-28469584

Ist bloss Wetter selbstverständlich, denn tatsächlich gibt es so was bei uns schon lange nicht mehr …

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,71456,00.html

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Wie können NAMAs bezahlt werden?
Sponsoren, Herr Schloendorn, freiwillige Sponsoren.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer fordern, dass es sich bei den Klimazahlungen immer um «frisches Geld» handelt und die klassische Entwicklungshilfe zusätzlich weiterläuft.
Man kann es ja mal versuchen und Forderungen stellen.

PS: Streichen Sie mich von der Sponsorenliste, falls ich namentlich oder als Teil eines Kollektivs darauf sein sollte.

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Hier noch ein Link zu einem Nachbarblog zu NAMAs, dieser im Gegensatz zu meinem live aus Cancun:

http://www.carbon-financeonline.com/index.cfm?section=cop&action=view&id=13371&linkref=cnews

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Die Idee der «National angemessene[n] Milderungsaktion[en]», also der NAMA’s mag gut sein, sie steht und fällt aber mit der Finanzierung. Emissionszertifikate jedenfalls werden heute viel zu günstig gehandelt, als dass mit ihnen genug Geld generiert werden könnte um beispielsweise eine CO2-ärmere Stahlherstellung in Indien finanzieren zu können.

Ein wichtiger Punkt ist, wie im Artikel festgehalten, die Verifizierung (Zitat)Eine Bedingung, die insbesondere von den Käufern der Zertifikate innerhalb der UN an NAMAs gestellt wird, ist das «Monitoring, Reporting and Verification» (MRV) – also die Überwachung, Berichterstattung und Verifizierung der Emissionsreduktionen.

Auch die Tatsache, dass folgendes gilt: Einige Schwellenländer halten das jedoch für einen inakzeptablen Eingriff in die nationale Souveränität. sollte einen nicht davon abhalten, ein Emissions-Monitoring zu installieren, am besten mit objektiven, also nicht rein buchhalterischen Methoden, wie von Franziska Aemisegger in ihrem Beitrag Wie viel emittieren wir tatsächlich (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/10/18/wie-viel-emittieren-wir-tatsachlich/ ) gefordert.

Man kann übrigens nicht nur Entwicklungsländern nicht trauen, was die Verwendung von zweckgebundenen Mittel angeht, sondern keinem einzigen Land und keiner einzigen Regierung. Die von Russland, Deutschland, Spanien, ja auch von der Schweiz verkündeten Emissionsreduktionen nehme ich erst für bare Münze, wenn sie durch Messgeräte verifiziert worden sind. Franziska Aemisegger berichtet ja in ihrem Beitrag, von Diskrepanzen zwischen Messungen und offizieller CO2-Buchhaltung (aka nationalen Inventaren ) Einige Studien haben grosse Abweichungen festgestellt zwischen den Emissionswerten gewisser Treibhausgase aus direkten Messungen und denjenigen aus globalen Emissionswerten, die auf nationalen Inventaren beruhen.

Eine mögliche Finanzierung der NAMA’s wäre das Instrument der CO2-Zölle, wie es vom Autor Tim Schloendorn, in einigen Kommentaren hier vorgeschlagen wurde. Abgaben auf CO2-intensiv produzierte Stahlwaren aus China könnten dann die CO2-arme Produktion von Stahl in Indien finanzieren.

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