ETH-Klimablog - Politik - Was kann Cancun?

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Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
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Was kann Cancun?

29.11.2010 von

Maximal 2 Grad darf die globale Temperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit ansteigen. Dieser Fixpunkt für die internationalen Verhandlungen wurde an der letztjährigen Konferenz in Kopenhagen festgeschrieben. Dem dazugehörigen Accord haben sich 140 Staaten angeschlossen; darunter auch die Schweiz.

Verbindliche Reduktionen in Etappen

In Etappenzielen ausgedrückt, bedeutet dies für Industriestaaten wie die Schweiz, dass sie die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25-40 Prozent und bis 2050 um 85-95 Prozent unter das Niveau von 1990 verringern müssen. Aus diesem Grund ermächtigt der Bundesrat die Schweizer Delegation, das Angebot der Schweiz von 20 auf 30 Prozent anzuheben, sofern Industrie- und Schwellenländer ihrerseits angemessene Verpflichtungen eingehen. Die Reduktionsvorgabe für Entwicklungsländer beträgt 15 bis 30 Prozent gegenüber dem «business as usual Szenario»; der Emissionsentwicklung, die ohne Massnahmen eintreten würde.

Eine Balance zwischen den Verpflichtungen und Zugeständnissen der Industrie- und Schwellenländer zu finden, ist jedoch der grosse Knackpunkt der anstehenden Verhandlungsrunde. Bezüglich der Lastenverteilung, dem Umfang und der Verbindlichkeit von Verminderungszielen und -massnahmen ist noch keine Einigung in Sicht. Ohne Fortschritte in dieser Frage bleibt jedoch der Weg blockiert für ein Abkommen an der Klimakonferenz in Südafrika Ende nächsten Jahres. Die Schweiz setzt daher an der diesjährigen Klimakonferenz in Cancún auf ein ausgewogenes Paket von Beschlüssen, welche die Eckpunkte eines neuen Klimaabkommens festlegen.

Geld allein löst das Problem nicht

Ein umfassendes Abkommen muss auch die Finanzierung regeln. Jährlich 100 Milliarden Dollar sind nötig für Massnahmen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern. Als Anschub sichert ihnen der «Copenhagen Accord», das Abkommen aus der letztjährigen Klimakonferenz, für den Zeitraum 2010-12 insgesamt 30 Milliarden Dollar zu. Eine Erhöhung dieser Mittel macht aus Sicht der Schweiz nur im Rahmen eines ausgewogenen Klimaregimes Sinn. Denn ohne Verpflichtungen der Schwellenländer verpuffen diese Gelder..

Zur Autorin

Andrea Burkhardt ist Abteilungsleiterin Klima beim Bundesamt für Umwelt (BAFU).

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Kommentare (39) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Kommentar von Martin Holzherr. 09.12.2010, 17:11

Hier noch ein Link zur Studie How carbon pricing changes the relative competitiveness of low-carbon baseload
generating technologies
http://www.ecolo.org/documents/documents_in_english/Carbon-pricing-Nicholson-2010.pdf

Ich empfehle jedem, der sich mit CO2-armer Stromerzeugungstechnologie befasst, diese Studie zu lesen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Tim Schloendorn. 09.12.2010, 16:12

Herr Schloendorn,

Besten Dank für den Link (siehe http://www.juwi.de ).
Das ist eine gute Gelegenheit um sie über ein paar Probleme einer rein erneurbaren Energieversorgung aufzuklären.

Schon einer der Titelslogans auf der verlinkten juwi-Seite geht in die erwartete Richtung des bewusst gepflegten überrissenene Optimismus, der verborgene Probleme nicht einmal erwähnt:

Alles ist machbar Eine hundertprozentige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien ist längst machbar

Doch genau das stimmt nicht, nicht alles ist machbar.

Beispiel: China hat genügend Windpotential um den Strombedarf des ganzen Landes nur mit Wind zu decken. Wenn es nur um die Montage von Windrädern ging, könnte China in 15 Jahren Strom nur noch von Windrädern erzeugen. Doch das Problem ist eben die Integration dieser fluktuierenden launenhaften Stromquelle in ein stabiles Netz und deshalb bremst die chinesische Energiebehörde den Windausbau sogar.

Auf der Juwi-Webseite findet man folgende Aussage: Durch die natürlichen Zyklen von Wind (vorwiegend im Winterhalbjahr) und
Solarstrahlung (vorwiegend im Sommerhalbjahr) ergänzen sich diese beiden Energieträger hervorragend.

Das ist Wunschdenken. Wenn man Glück hat, ergänzen sich Wind und Sonne, wenn man Pech hat bleiben Wind und Sonne gleichzeitig weg und man erlebt einen Black-Out wie ihn die Bewohner von Bagdad fast täglich erleben (und mit häufigen Blackouts gibt es keine florierende Wirtschaft).
Weiter liest man Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie können den Bedarf in flexibel regelbaren Kraftwerken decken und die Lücke zwischen Wind- und Sonnenstrom regenerativ schließen und dem Bedarf decken.
Das stimmt nun wirklich, allerdings muss man
1) genügend Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie zur Verfügung haben
2) Ein teures Netz aufbauen um diese Energiequellen alle miteinander zu verbinden.
Für Europa wurde ein solches Supergrid kürzlich von Günther Oettinger, dem EU-Energiekommissar vorgeschlagen (siehe siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,728345,00.html ). Es soll 1 Billion Euro kosten, soviel wie China in den letzten 15 Jahren für die gesamte Energieinfrastruktur, also Kraftwerke, Netz und Leitungen bis zum Endverbraucher ausgegeben hat.

Ferner liest man: Künftig wird auch die Rückeinspeisung von gespeichertem, regenerativ erzeugtem Strom zunehmend möglich sein; zum Beispiel durch Wasserkraftwerke (Pumpspeicher), Bioenergieanlagen (Gasspeicher) oder Elektromobile (Batterien)

Doch solche Stromspeicher sind immer teurer als die Neuerzeugung von Strom mittels eines Gaskraftwerks.

Wir alle begannen mit billiger, zuverlässiger Energie

Was die meisten Erneuerbaren-Befürworter schlicht nicht wissen oder ableugnen, sind die exorbitanten Kosten für funktionierende Lösungen. Entwicklungsländer und selbst Schwellenländer haben dieses Geld sicher nicht.
Eine der Websites, die scih am stärksten für Wind stark macht, hat aber mindestens begriffen, was für Probleme die Chinesen mit Wind haben (siehe http://www.gwec.net/index.php?id=125 ):
Grid infrastructure continues to be a serious issue in China, and Chinese manufacturers have set themselves the task of improving the quality and reliability of their products, so it is expected that the rate of annual market growth will slow down somewhat, although it is expected that the annual market will continue to grow.

Sehr deutlich äusser sich der indische Umweltminister in Cancun über die Blümchenenergie (aka Erneuerbare): Auch aufstrebende Länder wie Indien machten am Rande der Verhandlungen klar, wie wichtig ihnen die Klimaverhandlungen sind – dass es für sie aber auch Grenzen beim Ausbau erneuerbarer Energien gibt. Es sei „verrückte Romantik“ zu glauben, dass sein Land den Strombedarf allein daraus bestreiten könne, sagte Indiens Umweltminister Jairam Ramesh bei einer Pressekonferenz.

Nur wenige Energiequellen sind wirtschaftlich

Die Studie How carbon pricing changes the relative competitiveness of low-carbon baseload generating technologies kommt zum Schluss, dass Only five current technologies meet these criteria [supplying baseload electricity ]: coal (both pulverised fuel and integrated gasification combined cycle) with carbon capture and storage (CCS); combined cycle gas turbine with CCS; Generation III nuclear fission; and solar thermal backed by heat storage and gas turbines
Die Studie kommt zum Schluss, dass Solarthermie mit Wärmespeicher und Gasbackup die einzige Erneuerbare Energie ist, die kostenmässig noch vertretbar ist (obwohl sie 3 Mal so teuer ist wie Kohle mit CCS).

Auch der OECD-Bericht Projected Costs of Generating Electricity> (siehe http://www.iea.org/press/pressdetail.asp?PRESS_REL_ID=298 und http://nextbigfuture.com/2010/12/oecd-report-compares-nuclear-gas-coal.html ) kommt zum Schluss, dass nur wenige Energieerzeugungstechnologien von der kostenseite vertretbar sind und gibt folgende Reihenfolge an: coal-fired generation followed by coal with carbon capture and gas-fired combined cycle turbines (CCGTs) are the cheapest sources of electricity. Apart from interest rates, generation costs of renewables are heavily dependent on local resources and fast technological improvement. Today, where local conditions are favourable, hydro and wind are competitive generation technologies. Nuclear delivers significant amounts of very low-carbon baseload electricity at stable costs over time. Nuclear must manage, however, high amounts of capital at risk as well as the cost of decommissioning and waste disposal together with social concerns about safety and proliferation.

Fazit:
– Mit Erneuerbaren Strom zuverlässig erzeugen kann teuer werden
– China bremst den Ausbau der Windkraft obwohl es beliebig viel davon hätte – wegen den Integrationskosten
– Vergleichsstudien geben den Erneuerbaren nur in der Form von Solarthermischen Kraftwerken in der Wüste und Onshore-Windkraftwerken eine Chance
– Indiens Umweltminister spricht von „verrückte Romantik“ bei der Idee vor allem auf Erneuerbare zu setzen

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Ein link für Martin – zu einem der schnellst-wachsenden Unternehmen Deutschlands:

http://www.juwi.de

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Hier noch das Neueste zur Blog-Nebenfrage

„WAS KANN PONTRESINA“

http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com

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@Kommentar von Michael Dittmar. 30.11.2010, 14:34
@Kommentar von Klaus Ragaller. 30.11.2010, 13:06

Zitat: Der Wirtschaftlichkeit werden in der zitierten Roadmap 2050 intensive Analysen gewidmet (von Profis wie Oxford Economics und McKinsey). Sie kommen zum Ergebnis, dass die Umstellung nicht nur technisch machbar sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist.

EE-Strategem Nr. 1: Das offensichtlich Schwierige mit Expertenurteil zum Richtigen machen

Immer wieder wird auf das Expertenurteil verwiesen, wenn die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Lösungen mit Erneuerbaren Energien, zur Diskussion steht. Das macht nicht nur Professor Ragaller, auch der Blogger Björn Lohmann von den scilogs argumentiert so (siehe http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/ouml-ko-logisch/kologie/2010-05-31/100-prozent-erneuerbare-energien-sind-m-glich-und-notwendig ) (Zitat) Die Daten und Berechnungen stammen u.a. von McKinsey, Wissenschaftlern des Imperial College London und der Oxford Economics. Ein Ökoinstitut o.ä. suchen Sie vergebens.

Doch was bedeutet die Inanspruchnahme eines Expertenurteils als erste Reaktion auf eine kritsche Hinterfragung? Wohl folgendes:
– Es braucht einen Experten um aus einer Überschlagsbetrachtung mit schlechtem Ausgang eine Expertenrechnung mit vorteilhaftem Ausgang zu machen (anders formuliert: der sich auf die Studie Stüzende steht selbst vor einem Rätsel)
– Abschiebung der Verantwortung: Nicht meine Wenigkeit kommt zu dem gewagten Schluss, sondern eine (hochverdiente) Kapazität

Verantwortlichkeit heisst Haftung und Entscheidungen sollten verantwortet werden

Auch Expertenurteile müssen im Kontext der Fragestellung und des Auftrages beurteilt werden. Im folgenden möchte ich darstellen wie ein Expertenurteil von den Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten abhängen kann:
Im Klimablog Professor Ragallers wird die Roadmap 2050 vorgestellt, eine Studie, die 100% erneuerbar erzeugten Strom für ganz Europa propagiert und die eine perfekte Zusammenarbeit aller europäischen Länder voraussetzt (siehe http://www.climateblog.ch/2010/08/09/erneuerbare-energien-fuer-europa-eine-oekonomisch-zwingende-option-roadmap-2050/ ). Da gibt es ein anschauliches Bild mit blau eingefärbten Nordländern, die ihren überschüssigen Windstrom nach Süden exportieren. Umgekehrt sind die Südländer gelb eingefärbt und exportieren – angedeutet durch dicke gelbe Pfeile – ihren überschüssigen Solarstrom nach Norden. Genau so hat das der Experte von Oxford Exonomics empfohlen: Eine Lösung für ganz Europa. Würde man den britischen Experten jedoch fragen, ob England sich auf spanischen Strom verlassen soll, könnte es sein, dass plötzlich das Erbe des in splendid isolation lebenden Grossbritanniens zum Vorschein kommt und der britische Experte das entrüstet ablehnt: Grossbritannien soll sich auf spanischen Strom verlassen, welch Ansinnen.

Das Bild mit den blauen Nordländern und den gelben Südländern hat es auch für Nichtbriten in sich: Die Nordländer exportieren ihren Windstrom nach Süden, genau so wie sie vor der grossen Schuldenkrise ihr Kapital den PIGS-Ländern ausgeliehen haben. Und genau so wie die Banken der Nordländer ihr ausgeliehenes Geld von den PIGS-Ländern zurückerhalten, erhalten die Nordländer ihren ausgeliehenen Strom in Form von Sonnenstrom von den Südländern zurück!

Es gibt auch noch weitere Ähnlichkeiten zwischen Finanz- und Energietransaktionen innerhalb Europas. Die Banken der Nordländer wollen ihr Kaptial von den Südländern zurück, notfalls indirekt über Steuergelder. Sie sind nicht bereit selber zu haften. Ähnlich wird es in einem gesamteuropäischen Energieprojekt sein. Die grossen Firmen wie ABB und Siemens wollen ihre Leitungen verlegen und die Energieinfrastruktur aufbauen. Doch wenn es nicht klappt und das ganze eine Fehlinvestition ist, so werden wohl die Steuerzahler Europas dafür haften, nicht aber die Firmen, die vorher profitiert haben.

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@ Holzherr

„Smartgrids etc.“

Im Beitrag (30.11.2010, 11:29) haben Sie aufgeführt, was das europäische Supergrid kosten soll. Woher Oettingers Fantastilliarden kommen sollen, bleibt unklar.
In früheren Beiträgen beschäftigten Sie sich kritisch mit der technischen Machbarkeit, u. a. der Verfügbarkeit der dafür benötigten Rohstoffe.

Was die Finanzierbarkeit anbelangt: hören Sie sich mal Herrn Soames Vortrag vor dem schottischen Parlament an …
http://link.brightcove.com/services/player/bcpid640957304001?bctid=676265059001

Mir scheint das Supergrid-Projekt vom Ansatz her grundfalsch, wirtschaftlich und politisch naiv.
Im Vordergrund sollten dezentrale Lösungen stehen. Die Energieautarkie neuer Gebäude z. B. bildet keine Utopie mehr. Das Null- oder plus-Energie Haus ist real, zu einem hohen Preis (noch), aber machbar.

Eben so realistisch sind daneben lokale Lösungen, dezentrale Kleinkraftwerke, Wärmekraftkopplung (Gas, auch wenn’s Herrn Leuenberger nicht gefällt), Fernwärme, Geothermie usw.
Wenn über die Deckung des Grundbedarfs (Heizung/Kühlung, Warmwasser) hinaus zusätzliche Energie anfällt, umso besser.

Fragwürdig bleiben dagegen staatlich geregelte Einspeisung und Einspeisevergütung, d.h. die Verbindung von Kleinstquellen mit den grossen Netzen. Sie sind von enormen technischen Problemen begleitet, sorgen heute für völlig verfehlte Anreize und beträchtliche Windfallprofite bei den Grossanbietern. Die Erfahrungen Deutschlands und Spaniens sind nicht eben berauschend.

Dezentrale und autarke Lösungen mögen nicht im Interesse der grossen Energieanbieter liegen, aber sie sind – weil hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit greifbar – auf ihre Förderwürdigkeit (steuerliche Abschreibungen) hin zu prüfen.

Sich umgekehrt und national von der Versorgungssicherheit eines europäischen Supergrids abhängig zu machen, bedeutet schon mehr als Leichtsinn.

Neben der weiteren Entwicklung des Null-Energiehauses, sparsameren und effizienteren Heizungen, Motoren usw., Kostensenkungen – sollte speziell der Sanierung von Altbauten und deren Energieversorgung Aufmerksamkeit zukommen. Der Bereich, der neben der Mobilität über das grösste Energiesparpotential verfügt. Dabei zählte die überfällige Abschaffung der Dumont-Praxis zu den ersten sinnvollen Massnahmen überhaupt. Sie wird Wirkung zeigen …

http://www.energieallianz.ch/images/upload/Argumentarium%20Allianz_V01.0%202008-08-14_98.pdf

Auch die ETH leistet ihre Beiträge … http://www.cepe.ethz.ch/research/projects/current

… während einige Kantone, dominiert von Interessenverbänden, völlig über vernünftige Ziele hinauszuschiessen drohen …

http://bazonline.ch/schweiz/standard/Erster-Kanton-zwingt-Hausbesitzer-dazu-Solaranlagen-zu-bauen/story/27126011

http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Grosser-Rat-fuer-obligatorischen-Gebaeudeenergieausweis/story/25444549

Zur Mobilität, die heute für den anderen Grossteil des fossilen Energieverbrauchs verantwortlich ist, lassen sich mehrere Dinge festhalten:

1. handelt es sich zu einem nicht unwesentlichen Teil um ein Luxusproblem (im Unterschied zur Gebäude-Energieversorgung)

2. werden Markt und Käufer nicht erst bei steigenden Ölpreisen reagieren. Ein Umdenken findet bereits heute statt.

3. offeriert der Markt bereits heute und in allen Fahrzeugklassen bis hin zum Sportwagen energieeffiziente Fahrzeuge …

http://www.tcs.ch/main/de/home/auto_moto/umwelt_energie/treibstoff.RightColumn.0002.CtxLinkDownloadFile1.pdf/TCS-Verbrauchskatalog2009de_fr.pdf

4. steht die technische Entwicklung nicht still, wie u. a. das Beispiel von Prof. Guzzellas Erdgashybrid zeigt …

http://www.ch-forschung.ch/index.php?artid=315

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$ Kommentar von Martin Holzherr. 30.11.2010, 18:51

„Lohnt sich dieser Aufwand?“

„Was denkt ihr dazu? Was ist aus der Sicht des Physikers und Energieanalysten dazu zu sagen? “

Ich denke unser Problem liegt unter anderem darin dass wir
alles immer komplexer machen wollen um Probleme damit
nicht zu loesen sondern zu verschieben.
Bis es dann irgendwann (sehr sehr bald) keine weitere
Moeglichkeit mehr gibt und ja..
leider haben wir dann alle die simplen Loesungen
schon lange vergessen.

Dazu .. sitze gerade im blockierten Zug nach Zuerich
(2. Versuch seit gestern um 16:45 .. nichts ging mehr
und nach Hause zu kommen war auch ein Abenteuer..)

soviel zu dem Problem verschieben..

Aber um mit was positivem zu enden:

in dem Zug ist immerhin das Restaurant offen und
es gibt immer sehr schoene Zitate

diesmal passt es hervorragend zu deiner Frage:
(auch fuer Peter B!)

„Was hat der Mensch von allem seinem Wissen,
wenn er nicht weiss, wo das Brot herkommt.“

Pestalozzi

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Träumereien von Holzherr : Freuen sich Herr Palmer und Herr Meier schon auf die nachtaktive Waschmaschine und die Überweisung auf ihr Sparkonto, wenn das Smartgrid die Batterie ihres Elektroflitzers abzapft?

Haben Sie schon einmal versucht, die Waschmaschine zu öffnen, wenn der Strom während des Waschzyklus ausfällt? Sie würden sicher auch hocherfreut sein, wenn Sie am Morgen in Ihr Elektroauto steigen und feststellen, dass die Batterie über Nacht leergesaugt wurde, damit der Nachbar seine Wäsche waschen konnte.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

@ Dittmar

Betr. Hansen: „Peter, das sind Behauptungen. Kannst du die rechtfertigen?“

Behauptungen? Rechtfertigen?
Du meinst die unten belegten Aussagen von Hansen zur Temperaturentwicklung oder zum Meerespegel in New York?
Da gibt es von meiner Seite nichts zu rechtfertigen. Du musst die verlinkten Texte bloss lesen.

Was die GISS-Temperaturen angeht: die habe ich dir im Vergleich mit anderen Quellen mehrfach verlinkt. Hier ein neuer Versuch:

http://www.woodfortrees.org/notes#wti

Das GISS steht darüber hinaus in der Kritik, weil es in der Arktis kaum Stationen unterhält, von dort aber via Interpolation notorisch überhöhte Temperaturen meldet …

http://stevengoddard.wordpress.com/2010/10/24/where-will-giss-find-the-warming-moving-forwards

Das DMI (Dänemark), das in der Arktis tatsächlich Stationen unterhält, verzeichnet regelmässig tiefere Temperaturen.

Der „realclimate“-Link funktioniert nicht … und die Frage
„Ah, kein Wasserplanet und was folgt daraus?“ überhöre ich jetzt einfach mal, denn ernsthaft willst du sie kaum stellen!?

“Ach, jetzt erklaere mal was wir deiner Meinung nach den zukuenftigen Generationen and Energierohstoffen ueberlassen?“

Wir müssen uns ja nicht ständig in die gleichen Sackgassen der Verständigung begeben. Fest steht, dass vorerst weiterhin Öl zur Verfügung steht, Gas, Kohle, Wasserkraft und Nuklearenergie.
Sie alle werden nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden. Es bleibt Zeit, für Ersatz, Einsparungen und Effizienzsteigerungen zu sorgen.
Etwas Lenkungsdruck bzw. positive steuerliche Anreize bei der Gebäudesanierung und bei den PW-Neuzulassungen – und wir erzielen beim Ölverbrauch rasch messbare Ergebnisse.

Nicht indem wir EE-Industrien begünstigen, die heute noch nicht das leisten, was sie vielleicht mal leisten werden. Bei zu starker staatlicher Förderung fehlt denen die Motivation, in Innovationen zu investieren, s. Deutschland. Für den Preisdruck bei Standardprodukten sorgen inzwischen die Chinesen und dominieren prompt den Markt.

Ich blicke daneben mit mehr Zuversicht auf die künftigen Entwicklungen als du. Schau dir mal die Preis- und Leistungsentwicklung anderer Industrien in den letzten Jahrzehnten an (Chips, PCs etc.).

Du wirst dich doch nicht etwa dem Beauftragten des US-Patentamts, C. H. Duell, anschliessen, der 1899 munter und abschliessend verkündete: „Alles, das erfunden werden kann, ist erfunden worden.“

Dass auch an der ETH etliches in der Pipeline steckt, ist doch erfreulich, nicht? Wünschen wir deshalb der Politik die Weisheit, für F&E künftig deutlich mehr Geld auszugeben.

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So ein Smartgrid ist sicher toll, dann kann ich nur Waschen, wenn mal in der Nacht die Sonne scheinen sollte. Und natürlich ein Argument für den Erwerb eines Elektrovelos für ca. 5000.- CHF, dann damit kann ich Strom für etwa 0.01 Rappen speichern, den ich doppelt so teuer verkaufen kann. Auch ein Elektroauto ist eine tolle Sache, nach 100 km muss ich einen halben Tag Rast einlegen, bis die Batterie wieder aufgeladen ist. Die Fahrt in die Ferien wird so sicher speziell.

Überhaupt wird das Leben mit dem Smartgrid sehr gewöhnungsbedürftig: Mit Kochen muss man warten, bis wieder mal stärkerer Wind weht.

Ausserdem steht in dem verlinkten Artikel:

„Solange der Nutzer primär seinen eigenen Strombedarf deckt, minimieren sich die Energieverluste, die bei Stromübertragung über lange Distanzen unvermeidbar sind“

D.h. man darf nur den selber erzeugten Strom konsumieren! Pech halt für die Leute, die in einem Schattenloch ohne viel Wind leben…

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Alle : Smartgrids dienen dem Lastmanagement und integrieren viele kleine Stromquellen und viele kleine Stromverbraucher in ein stabiles Netz. Der SmartGrid-Ready Kühlschrank kühlt auf Hochtouren wenn gerade Starkwind herrscht, die SmartGrid-Ready Waschmaschine wird automatisch in der Nacht gestartet um den überschüssigen Nachtstrom zu verbrauchen, die Batterien von Elektrovehikel werden abgesaugt, wenn Flaute herrscht und kaum Windstrom generiert wird, genau so wie Miniblockheizkraftwerke, die im Notfall halt auch einmal im Sommer laufen um einen gefährlichen Strommangel auszugleichen.

Hier der Artikel aus dem ich das alles habe: http://www.spektrumdirekt.de/artikel/1055950
Er ist recht amüsant geschrieben und vermittelt gut die Hoffnungen, die in diese Technologie gesteckt werden.

Mein Einwand: Heute braucht es das nicht und morgen braucht es das vor allem wegen den Erneuerbaren Energien genauso wie man das Supergrid und die Stromspeicher wegen den Erneuerbaren Energien benötigt. Lohnt sich dieser Aufwand?
Andere mögen sagen: Das erzeugt doch einen ganz neuen Markt, belebt die Wirtschaft.

Was denkt ihr dazu? Was ist aus der Sicht des Physikers und Energieanalysten dazu zu sagen? Freuen sich Herr Palmer und Herr Meier schon auf die nachtaktive Waschmaschine und die Überweisung auf ihr Sparkonto, wenn das Smartgrid die Batterie ihres Elektroflitzers abzapft?

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$Kommentar von Peter Bühler. 29.11.2010, 22:48

„Debattieren wir hier nun ernsthaft Glaubensfragen?“

Ich denke schon und wir machen das nach der wissenschaftlichen
Methode. Hypothesen formulieren und testen.

„Dann allerdings, gebe ich gerne den Häretiker.“
Na prima, dann sind wir ja schon mindestens zwei!


“Herr Hansen, ein Klimawissenschaftler mit einer langen Liste
von Publikationen… weltberuehmt”
Weltberühmt für die Zuverlässigkeit seiner Predictions?
Die von allen anderen Temperaturmessungen notorisch nach oben abweichenden Werte des GISS?

Peter, das sind Behauptungen. Kannst du die rechtfertigen?
Schaue doch einfach mal seine Publikationen selber
kritisch an. Da koennen wir dann alle was von lernen!

http://pubs.giss.nasa.gov/authors/jhansen.html

„““
“Und nach deiner immer wieder vorgebrachten Idee “Bildung Bildung ueber alles” solltest du dich freuen, wenn solche Menschen in die Schweiz kommen”
Ich freue mich doch! Und speziell darüber, dass ich mir den “klimatreibenden” Weg dahin sparen kann, weil doch …
„““““

Deswegen waere es doch schoen wenn Herr Hansen direkt an
die ETH kommen wuerde. Wo er nun schon mal in der Schweiz ist
kostet das auch nicht mehr viel.

“Terra incognita” ist gut.

Tja, und ich warte immer noch auf die Leute die
das Ticket zum Mars einfach bestellen wollen.
Scheinen nicht viele machen zu wollen.

„Herr Hansen kennt auch die Temperatur auf der Venus und wie man dessen Temperatur rein physikalisch erklaeren kann”

„Zum Glück lässt die sich auch messen – und was dir und Herrn Hansen dabei möglicherweise entgeht: die Venus ist nun definitiv kein Wasserplanet, mit allen sich daraus ergebenden Folgerungen.“

Na dann erklaere doch mal rein wissenschaftlich:
http://www.realclimate.org/wp-content/uploads/planetsinradiativebalance1.png

http://www.astronomie.de/sonnensystem/venus/atmv.htm

Ah, kein Wasserplanet und was folgt daraus?

“unverantwortlich gegenueber zukuenftigen Generationen … sich in Richtung Terra Incognita zu bewegen”

Peter:
„Trifft sich mit meinen bescheidenen persönlichen Überlegungen.
Wir sollten den zukünftigen Generationen neben dem Schuldenberg nicht auch noch eine ineffiziente Energieversorgung hinterlassen.“

Ach, jetzt erklaere mal was wir deiner Meinung nach
den zukuenftigen Generationen and Energierohstoffen
ueberlassen?

Wir wissen ja selber nicht richtig ob wir „morgen“
und im Winter noch den Peak Load Bedarf erfuellen
koennen. Das nennst du effizient?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Also ich lasse mir James Hansen nicht entgehen und werde jetzt gleich nach Pontresina aufbrechen.“
Aus persönlicher Sicht findet man immer immer „triftige“ und „unabdingbare“ Gründe, um den CO2-Austoss zu rechtfertigen. Schon allein die Tatsache, dass man für (oder gegen?) den Klimawandel arbeitet, ist so eine Rechfertigung.
Ein solch wichtiger Grund ist für Tausende (oder Zehntausende?) die Reise nach Cancun (obwohl man alles, was dort besprochen wird, im Internet nachlesen könnte).
Ein ebenso wichtiger Grund ist es, James Hansen die Hand zu schütteln. Damit ist auch eine Reise nach Pontresina zu rechtfertigen, ob mit Flugzeug, Bahn oder Auto. Die Reise dient ja schliesslich einem höheren Zweck.
Allerdings glaube ich nicht, dass das Klima sich davon beeindrucken lässt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Herr Ragaller,

sie schreiben:
„Der Wirtschaftlichkeit werden in der zitierten Roadmap 2050 intensive Analysen gewidmet (von Profis wie Oxford Economics und McKinsey).“

Ist es mir entgangen. Aber haben diese Profis etwa
die globale Finanzkrise vorher analysiert?
Oder Griechenland, Irland, Portugal, Spanien etc
erfolgreich beraten?

(oh Island habe ich vergessen.. der Traum der billigen
Geothermie hat sich wohl auch in einen Alptraum verwandelt)

„Bevor man das plausible Verdikt “viel zu teuer” ausspricht, wäre zu prüfen, welche der gemachten Annahmen denn unrealistisch sein sollen.“

Wer spricht von zu teuer?

Ich spreche von den physikalischen Naturgesetzen
und dem 1. und 2. Hauptsatz der Thermodynamik
sowie den endlichen Energieressourcen auf einem endlichen Planeten, die sollche Traeume begrenzen.

Geld kann man drucken (bis es niemand mehr haben will).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

„Wenn aber damit eine Firma, wie Repower, ihren Kohlestrom grün waschen will“

Wissen Sie eigentlich, wer RePower ist? Die gute alte Rätia Energie: Und die haben meines Wissens keine Kohlekraftwerke, jedenfalls habe ich keines in all den Jahren in Graubünden gesehen.

Ansonsten gute Fahrt, Schneeketten nicht vergessen….
Und geben Sie uns morgen bitte Bescheid, was Mr. Death Train so zu erzählen wusste.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Martin Holzherr
Angesichts der Grösse der erforderlichen Investitionen für eine völlig neue Energie-Infrastruktur (1 Billion für Netze…) kann man tatsächlich erschrecken. Als Vergleichsmassstab sollte man die Investitionen in die Infrastruktur der letzten 30 Jahre nehmen. Allerdings kann man auch da erschrecken über „unseren“ Bedarf an Energie. Der Wirtschaftlichkeit werden in der zitierten Roadmap 2050 intensive Analysen gewidmet (von Profis wie Oxford Economics und McKinsey). Sie kommen zum Ergebnis, dass die Umstellung nicht nur technisch machbar sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist. Das natürlich wie bei jeder solchen Prognose unter gewissen Annahmen wie z.B. die Einführung einer CO2 Steuer oder Kostendegressionen von Technologien bei Massenanwendungen. Bevor man das plausible Verdikt „viel zu teuer“ ausspricht, wäre zu prüfen, welche der gemachten Annahmen denn unrealistisch sein sollen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Pumpspeicherkraftwerke sind wichtig – keine Frage. Sie eigenen sich z.B. auch sehr gut in Ergänzung zu Windkraft. Wenn aber damit eine Firma, wie Repower, ihren Kohlestrom grün waschen will und dann die damit erwirtschafteten Gewinne in fossile Energieformen steckt, dann habe ich etwas dagegen.
Also ich lasse mir James Hansen nicht entgehen und werde jetzt gleich nach Pontresina aufbrechen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

$Kommentar von Klaus Ragaller. 30.11.2010, 12:34

„Eine Zusammenfassung der roadmap 2050″

dort steht:

„Die Studie geht von dem von Klimaforschern vorgegebenen Ziel einer 80 % Reduktion der CO2 Gesamt-Emissionen bis 2050 aus. Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn die Stromversorgung zu 100 % dekarbonisiert wird.“

und dann wird nur noch ueber den Strom gesprochen oder?

Aber mal ehrlich:

Wie wollen sie in der Schweiz und realistisch
80% des CO2 Ausstosses reduzieren?

(ist ja (fast) simple sich nur auf den Strom in der Schweiz
zu konzentrieren. Der ist ja praktisch CO2 frei.
Da muss ich immer an die laecherlichen Poster
der Birnen mit der Energiespar „Gluehbirne“ vom WWF
denken. Wieviel idealistisches Spendengeld des WWF ging
da wohl in die Kassen der Werbebranche.
Jedenfalls hatte es mit dem Slogan nichts zu tun!)

„Die von Ihnen zu Recht geforderten Massnahmen zur Energie-Einsparung und Effizienzsteigerung sind ein wesentlicher Teil dieses Plans.“

Ja, das habe ich und sie auch schon vor 30 Jahren gehoert!
Hat damals nicht funktioniert. Warum sollte es jetzt
mit den gleichen untauglichen Mitteln funktionieren?

Wie waere es einfach mal was neues zu probieren wenn man
gelernt hat dass die alte Methode nicht funktioniert!

„ Schon jetzt (nicht erst in 40 Jahren) erfordern die bereits installierten Windanlagen einen grossen und schnell wachsenden Speicherbedarf.“

Herr Holzherr hat genau das beantwortet.

Und ja, meine Vorlesungsunterlagen sind fuer jeden zugaenglich.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Michael Dittmar
Eine Zusammenfassung der roadmap 2050 finden Sie hier: http://www.climateblog.ch/2010/08/09/erneuerbare-energien-fuer-europa-eine-oekonomisch-zwingende-option-roadmap-2050/
Die von Ihnen zu Recht geforderten Massnahmen zur Energie-Einsparung und Effizienzsteigerung sind ein wesentlicher Teil dieses Plans. Schon jetzt (nicht erst in 40 Jahren) erfordern die bereits installierten Windanlagen einen grossen und schnell wachsenden Speicherbedarf.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Kommentar von Michael Dittmar. 30.11.2010, 11:29
@alle Energieinteressierte

Ich empfehle allen , auch solchen Energieoptimisten wie Herrn Professor Ragaller, einmal die Vorlesungsunterlagen über Energie und Umwelt des Energierealisten Michael Dittmar anzuschauen (siehe http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/Vorlesung.html ).

Fazit seiner Unterlagen: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel (selbst wenn man aufblicken muss, bei den Baumspitzen ist noch nicht der Himmel), auch und gerade nicht im Energiebereich.

Ein wichtiger Punkt, der von vielen Verfechtern Erneuerbarer vergessen wird, und der in Dittmar’s Folien nur indirekt über den Begriff EROEI angesprochen wird, ist der grosse Finanzbedarf für Investitionen in Energiequellen. Die kürzlich vom europäischen Energiekommissar Günther Oettinger geforderten 1 Billion Euro in den nächsten 10 Jahren für das europaweite Zusammenführen des Gas- und Stromnetzes (mit Supergrid, siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,728345,00.html ) ist keine Phantasiezahl. So viel kann ein Zubau an Infrastruktur für die nächsten 10 Jahre kosten, wobei nicht einmal irgendwelche neuen Kraftwerke für diese Summe gebaut werden.

Pumpspeicherkraftwerke brauchen die vielen deutschen Windturbinen übrigens nur, wenn man von der bisherigen Praxis, ihre Produktionsschwankungen mit Backupkraftwerken (Gaskraftwerke) abzufangen, abkommt und zu 100% Erneuerbaren mit Energiespeichern übergeht. Man muss aber wissen: Speichern von elektrischem Strom ist heute teurer, als den Strom neu zu erzeugen. Der Strompreis wird sich beim Übergang zu 100% Erneuerbaren mit intermittierenden Energiequellen wie Wind+Sonne und Stromspeichern mehr als verdoppeln und die Sicherheit der Stromversorgung wird abnehmen. Nur wenige stellen sich die Frage, ob sich das Deutschland und die EU wirklich leisten können.

Natürlich kann sich Deutschland deutlich teurere Energie leisten, wenn man die Ausgaben für das Gesunheitswesen mit den Ausgaben für den Energiesektor vergleicht. Doch ich bin mir nicht sicher ob das ein adäquater Vergleich ist.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Ragaller,

„Pumpspeicherkraftwerke sind ein wichtiger Bestandteil für eine zukünftige Stromversorgung mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien.“

Da wir aber alle rechnen koennen wissen wir
ja sowas fruehestens in 40 Jahren bei den erneuerbaren
eine Rolle spielen wird (wenn ueberhaupt).

Da wir weiter rechnen koennen wissen wir auch
dass die Kernkraftwerke in Europa schneller in Pension gehen
als sie nachwachsen (alles Dokumentiert bei der Euratom/IAEA etc). Deshalb kann man sich schnell davon ueberzeugen
dass eine Kapazitaetsluecke sich beim Fuellen
der Pumpspeicher abzeichnet.

Da ja Kernkraftwerke angeblich ein Auslaufmodel sind
(und sie werden es wegen Uranmangel tatsaechlich sein)
kann man also getrost mit den existierenden Pumpspeichern
in der Schweiz leben. Selbst wenn in 40 Jahren die sehr
unwahrscheinliche Revolution bei der Solarenergie passiert.

Wir loesen also zwei Probleme auf einmal.

Keine neuen Kohlekraftwerke (wie sie es auch fordern)
und brauchen nicht noch mehr Taeler zu zerstoeren.

Was will man eigentlich mehr?

(ah ja, die Stromluecke und unsere heutige Verschwendung
weiterfuehren.. nun ja nicht alles ist moeglich!)

„Wegen der langen Planungs- und Bauzeiten und den sehr beschränkten geeigneten Standorten (mit einem speziellen Standortvorteil der Schweiz) sollten solche Projekte im Interesse des Klimaschutzes beschleunigt und gefördert werden.“

Siehe oben! Nicht noetig da wir ja lernen mit 2000 Watt
statt 6000 Watt zu leben (ob wir wollen oder nicht
mother Nature entscheidet fuer uns!)

„Planungen einer künftigen CO2 armen Stromversorgung zeigen das, wie z.B. Roadmap 2050: http://www.roadmap2050.eu/.“

Koennten sie mal kurz zusammenfassen was
dort theoretisch behauptet wird und was
real in den naechsten 5 Jahren passieren soll
damit man diese Hypothesen als realistisch/unrealistisch
erkennen kann?

„Ein Stop für den Bau weiterer Kohlekraftwerke bzw. ein Ersatz durch CO2 arme Stromerzeugung ist für den Klimaschutz am dringendsten, und James Hansen’s Einsatz dafür bewundernswert.“

Na, genau darum geht es ja offensichtlich.
Aber:

„ Das eine sollte man aber nicht gegen das andere ausspielen, beides ist nötig.“

Wer spielt das eine gegen das andere aus???

Koennten sie das bitte mal genauer erklaeren?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@ Christina Marchand
Pumpspeicherkraftwerke sind ein wichtiger Bestandteil für eine zukünftige Stromversorgung mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien. Wegen der langen Planungs- und Bauzeiten und den sehr beschränkten geeigneten Standorten (mit einem speziellen Standortvorteil der Schweiz) sollten solche Projekte im Interesse des Klimaschutzes beschleunigt und gefördert werden. Planungen einer künftigen CO2 armen Stromversorgung zeigen das, wie z.B. Roadmap 2050: http://www.roadmap2050.eu/.
Ein Stop für den Bau weiterer Kohlekraftwerke bzw. ein Ersatz durch CO2 arme Stromerzeugung ist für den Klimaschutz am dringendsten, und James Hansen’s Einsatz dafür bewundernswert. Das eine sollte man aber nicht gegen das andere ausspielen, beides ist nötig.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

@ Dittmar

„Jeder darf zum Glueck glauben was er will“

Debattieren wir hier nun ernsthaft Glaubensfragen?
Dann allerdings, gebe ich gerne den Häretiker.

„Herr Hansen, ein Klimawissenschaftler mit einer langen Liste
von Publikationen… weltberuehmt“

Weltberühmt für die Zuverlässigkeit seiner Predictions?
Die von allen anderen Temperaturmessungen notorisch nach oben abweichenden Werte des GISS?

„Und nach deiner immer wieder vorgebrachten Idee “Bildung Bildung ueber alles” solltest du dich freuen, wenn solche Menschen in die Schweiz kommen“

Ich freue mich doch! Und speziell darüber, dass ich mir den „klimatreibenden“ Weg dahin sparen kann, weil doch …

„Herr Hansen mit seiner wissenschaftlichen Analyse zu dem Schluss kommt, dass wir uns mit CO2 oberhalb von 350 ppm auf eine Reise in die Terra Incognita befinden“

„Terra incognita“ ist gut.

Herr Hansen kennt auch die Temperatur auf der Venus und wie man dessen Temperatur rein physikalisch erklaeren kann“

Zum Glück lässt die sich auch messen – und was dir und Herrn Hansen dabei möglicherweise entgeht: die Venus ist nun definitiv kein Wasserplanet, mit allen sich daraus ergebenden Folgerungen.

„unverantwortlich gegenueber zukuenftigen Generationen … sich in Richtung Terra Incognita zu bewegen“

Trifft sich mit meinen bescheidenen persönlichen Überlegungen. Wir sollten den zukünftigen Generationen neben dem Schuldenberg nicht auch noch eine ineffiziente Energieversorgung hinterlassen.

Nimmt etwas Zeit in Anspruch, handelt nicht von der Situation der Schweiz aber jener Schottlands – aber lohnt dennoch das genaue Hinhören …

http://link.brightcove.com/services/player/bcpid640957304001?bctid=676265059001

„Dass bei einer veraenderten Absorption von sagen wir 1-2 Watt mehr pro m2 sich das letztendlich in eine Erwaermung entwickeln muss“

OK, um wie viel?

“Aber in der Wissenschaft stellen wir Hypothesen auf die wir dann ueberpruefen koennen (Weder du noch deine Informanten sind dazu bisher bereit)“

Wär schön, wenn die Wissenschaft ausser der einen, mal zwei oder drei zusätzliche Hypothesen zur Debatte stellen könnte.

„Meine Informanten“?
Degradierst du mich hier zu einer Art FO, PG oder IM?

“Wissen ist Fluch” hoert sich gut an fuer jemand
der “Bildung” ganz an oberster Stelle haben moechte!“

Ich bitte dich! Philosophische Erwägungen eines Klassikers zur Bedeutung und zum Wert von Wissen an sich …
Horaz übrigens … „lange Liste von Publikationen … ob es dir passt oder nicht – weltberuehmt“

„Was passieren wird ist Peak Oil und seine Konsequenzen“

OK, und wenn das zutrifft, empfehle ich dir erneut die Lektüre von Punkt 2 im Beitrag vom 28.11.2010, 15:21, Nebenblog „Den Handlungsspielraum in Cancun nutzen“.

„und gerade jemand in der Wissenschaft sollte ueber diese
Message ab und zu philosophieren“

Du sagst es – und ich werde mich, solang ich’s vermag, weder dem Dialog noch dem Glas Wein versagen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Nachtrag

„Was kann Pontresina?“

Nachdem wir alle mit Widersprüchen leben müssen, schauen wir mit leisem Neid auf diejenigen, denen das besonders gut zu gelingen scheint …

Atomkraft? NEIN DANKE!

Endlager (das Zeug ist zwar vorhanden und strahlt)? NEIN DANKE!

Gaskraftwerke? NEIN DANKE!

Wasserkraft (Grimsel, Pontresina)? NEIN DANKE!

Windenergie (im Jura)? NEIN DANKE!

Energie überhaupt? NEIN DANKE!

Hauptsache, Zug und Strassenbahn fahren pünktlich, iBook, iPhone oder iPad laufen fehlerfrei, Google, Facebook und W-LAN funktionieren, der lokale Döner- oder Pizza-Lieferant und die Szenebar haben auf, wenn mal Bedarf ist, Dusche, Kühlschrank, Glotze und Heizung tun’s, Schwimmbad, Squash – oder Tennishalle sind beheizt, der Skilift, die Konzerthalle, Vaters Wagen, wenn’s unvermeidlich ist (Urlaub, Wochenende, IKEA, ebay-Errungenschaften, Sportreff etc.).

Bliebe noch die Wäsche … aber die macht ja Mutti am Wochenende, unbelehrbar in Sachen Ökologie zwar, aber letztlich bloss eine Generationenproblem …

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

$ Kommentar von Peter Bühler. 29.11.2010, 20:58

„Abgesehen davon, dass du dich hier aus rein ideologischen Gründen gegen ein echtes EE-Projekt, Wasserkraft, in die Bresche wirfst,“

Ich habe mich fuer gar nichts in die Bresche geworfen.
Selbst ein kritischer Mensch wie du sollte sich freuen
wenn er sich mit direkt Hansen auseinandersetzen kann.
Warum gehst du nicht hin und machst deine kritischen
Kommentare? Du bist doch herzlich eingeladen.

„ lass uns doch mal den folgenden Satz etwas analysieren …“

gerne!

“Wenn die Menschheit einen Planeten erhalten möchte, der dem ähnlich ist, auf dem sich unsere Zivilisation entwickelte und an den das gesamte Leben unseres Planeten optimal angepaßt ist, dann wird hinsichtlich der paläoklimatologische Daten und der heute schon eintretenden klimatischen Veränderungen der CO2-Gehalt der Atmosphäre von den aktuellen 385 auf 350 ppm verringert werden müssen.”

Zitat Peter
„Nur mal kurz nachdenken und bevor wir “DAS Klima” definitiv zum Popanz stilisieren: besteht die Möglichkeit, dass “DAS Klima” systemtheoretisch nicht die alleinbestimmende Wirkgrösse sondern evtl. oder “bloss” eine Funktion bzw. das Ergebnis von zahlreichen planetarischen und kosmischen Prozessen des Energieumsatzes bildet?“

Haettest du auch einfacher formulieren koennen.

Du glaubst nicht an die Korrelation von CO2 Anstieg
und den 0.5 Grad der letzten 30 Jahre.
Und deshalb muessen deiner Meinung nach auch die Modelle
versagen.

Jeder darf zum Glueck glauben was er will.

Herr Hansen, ein Klimawissenschaftler mit einer langen Liste
von Publikationen, ist ob es dir passt oder nicht weltberuehmt.
Und nach deiner immer wieder vorgebrachten Idee
„Bildung Bildung ueber alles“ solltest du dich freuen
wenn solche Menschen in die Schweiz kommen.
(egal ob du die Meinung mit ihnen teilst oder nicht!)

Also wie auch immer, Herr Hansen kommt mit seiner
wissenschaftlichen Analyse zu dem Schluss dass wir uns
mit CO2 oberhalb von 350 ppm auf eine Reise in die Terra Incognita befinden. Herr Hansen kennt auch die Temperatur
auf der Venus und wie man dessen Temperatur
rein physikalisch erklaeren kann.
Da Herr Hansen vermutlich gelernt hat komplexe
Gleichungen nur etwas schwieriger als 2+2 = x
zu loesen kommt er zu dem Schluss
dass es unverantwortlich gegenueber zukuenftigen Generationen
ist sich in Richtung Terra Incognita zu bewegen.
Vermutlich kennt er auch den Energieerhaltungssatz
und akzeptiert das bei einer veraenderten Absorption
von sagen wir 1-2 Watt mehr pro m2 sich das letztendlich
in eine Erwaermung entwickeln muss.

Was Herr Hansen offensichtlich noch nicht versteht ist
das Problem der endlichen Energieressourcen
(inklusive Uran!). Ich wuerde also die Gelegenheit
gerne nutzen ihm das Problem zu erklaeren. smile!

Was stoert dich daran.

„Und wäre es dann weiter denkbar.. “

Ja klar denkbar ist vieles. Aber in der Wissenschaft
stellen wir Hypothesen auf die wir dann ueberpruefen
koennen. Weder du noch deine Informanten sind dazu bisher bereit.

Also wissenschaftliche Methode gegen „Glauben“

Du kannst waehlen!

Dein Quote (Sowas mag ich!):

„Wissen ist Fluch“ hoert sich gut an fuer jemand
der „Bildung“ ganz an oberster Stelle haben moechte!

Mit Horaz:
“Frag nicht, Michael, – wissen ist Fluch – was Götter mir, was dir
ausersehen an Zeit. Frage auch nicht Babylons weisen Rat,
vielbedeutende Zahl.“

„Besser ist’s doch dulden, was kommen mag!“

Genau, nach uns die Sintflut .. toll wenn andere
die Konsequenzen aus unserem Tun haben.

„Ob dir Jupiter gibt Winter noch mehr oder als letzten, der
Jetzt mit trotzendem Fels, schützender Wehr, bricht des Tyrrhenums Sturm: Sei du weise und klug, kläre den Wein, kürze die Sehnsucht ein, auf ein sinnvolles Maß.
Flüchtige Zeit neidet uns weiter noch Worte.“

Ein Glas Wein unter Freunden ist auch gut! Wann?
Ist ja bald Weihnachten..

„Sieh, welch ein Tag! Wähne doch nicht morgigen Tages Last!”

Genau, deshalb amuesieren wir uns hier mit einem
philosophischen hin und her.

Und ja, wie schon oft geschrieben:

In Cancun passiert ausser den Eindruck zu wecken
„die Maechtigen kuemmern sich“
so oder so nichts!

Was passieren wird ist Peak Oil und seine Konsequenzen
werden die Reduktion des CO2 Ausstosses ganz von alleine
erreichen. Nur ob die Natur es mit Samthandschuhen mit uns machen wird bezweifle ich.

Deshalb sollten wir einfach runter von unserem hohen Ross
der Ueberheblickeit. (Wir wollen wie Goetter sein
aber sind es eben nicht)

und hier noch mal weil es so schoen ist
der Zauberlehrling! Kann man immer wieder sehen!
(und gerade jemand in der Wissenschaft sollte ueber diese
Message ab und zu philosophieren.
Also Peter, was ist die Message?)

http://www.youtube.com/watch?v=XChxLGnIwCU

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

$Kommentar von Ben Palmer. 29.11.2010, 21:12

Herr Palmer,
das macht es nur schlimmer EU15 statt EU25
(und was dazu kam war eher klein beim CO2..)

aber wenn sie die Zahlen akzeptieren:

China = 6,538,367.00 tons (mit 1300 Millionen Einwohnern)
EU = 4,177,817.86 tons (mit 450(?) Millionen Einwohnern)

dann machen 30% von der EU rund 18% von China
nicht 18.6 Tage! sondern eher 68 Tage!

Der Pro Kopf Verbrauch waere dann in der EU uebrigens immer
noch doppelt so hoch wie in China.
Sollte doch ein Europaer noch recht gut mit leben koennen.

Wie schon vermutet, ihre Quelle hat fuer die EU
nur die elektrische Energie als Quelle des CO2 genommen.
Das passt dann naemlich viel besser.

Einverstanden?

Quellenangabe von Wikipedia finden sie die Zahlen für EU (15)!!!
Aber lassen wir die Zahlenspielereien, auf die MTonne genau wird es niemand wissen. Mit Ihren Zahlen sind es dann halt 18 Tage statt zwei Wochen. Sie haben damit 3 Tage gewonnen aber die grundsätzliche Aussage der IEA nicht falsifiziert.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

“Wenn die Menschheit einen Planeten erhalten möchte, der dem ähnlich ist, auf dem sich unsere Zivilisation entwickelte und an den das gesamte Leben unseres Planeten optimal angepaßt ist …

Unsere Zivilisation konnte sich erst entwickeln, als der Planet die Eiszeit überwunden hatte. Und es gibt immer noch riesige Teile dieses Planeten, die nur mit Hilfe unserer Technologie überhaupt bewohnbar sind. Das Leben hat sich nicht optimal angepasst, sondern es hat sich die optimalen (gemässigten) Klimazonen ausgesucht, um leben, und nicht nur überleben, zu können.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

@Dittmar: Herr Palmer,
wie waere es wenn sie diese Webseiten etwas kritischer analysieren wuerden bevor sie sie posten.

Oder vielleicht sollten Sie aufmerksamer lesen? In der Quellenangabe von Wikipedia finden sie die Zahlen für EU (15)!!!

Aber lassen wir die Zahlenspielereien, auf die MTonne genau wird es niemand wissen. Mit Ihren Zahlen sind es dann halt 18 Tage statt zwei Wochen. Sie haben damit 3 Tage gewonnen aber die grundsätzliche Aussage der IEA nicht falsifiziert.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Dittmar

Abgesehen davon, dass du dich hier aus rein ideologischen Gründen gegen ein echtes EE-Projekt, Wasserkraft, in die Bresche wirfst, lass uns doch mal den folgenden Satz etwas analysieren …

“Wenn die Menschheit einen Planeten erhalten möchte, der dem ähnlich ist, auf dem sich unsere Zivilisation entwickelte und an den das gesamte Leben unseres Planeten optimal angepaßt ist, dann wird hinsichtlich der paläoklimatologische Daten und der heute schon eintretenden klimatischen Veränderungen der CO2-Gehalt der Atmosphäre von den aktuellen 385 auf 350 ppm verringert werden müssen.”

Nur mal kurz nachdenken und bevor wir „DAS Klima“ definitiv zum Popanz stilisieren: besteht die Möglichkeit, dass „DAS Klima“ systemtheoretisch nicht die alleinbestimmende Wirkgrösse sondern evtl. oder „bloss“ eine Funktion bzw. das Ergebnis von zahlreichen planetarischen und kosmischen Prozessen des Energieumsatzes bildet?

Und wäre es dann weiter denkbar, dass so etwas wie „DAS Klima“ mit diesen wechselhaften Prozessen innerhalb einer – historisch betrachtet – ansehnlichen Bandbreite von Ereignissen, Einflussfaktoren und -grössen erstaunlich gut zurecht kommt?

Kurz, sollten wir uns über eine relatives, wenn auch aus tausenderlei Gründen stets gefährdetes Equilibrium nicht vorbehaltlos freuen?

Carpe diem?

Mit Horaz:
„Frag nicht, Michael, – wissen ist Fluch – was Götter mir, was dir
ausersehen an Zeit. Frage auch nicht Babylons weisen Rat,
vielbedeutende Zahl.
Besser ist’s doch dulden, was kommen mag!
Ob dir Jupiter gibt Winter noch mehr oder als letzten, der
Jetzt mit trotzendem Fels, schützender Wehr, bricht des Tyrrhenums Sturm: Sei du weise und klug, kläre den Wein, kürze die Sehnsucht ein, auf ein sinnvolles Maß.
Flüchtige Zeit neidet uns weiter noch Worte.
Sieh, welch ein Tag! Wähne doch nicht morgigen Tages Last!“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Marchand

Danke für den Hinweis.
Eine perfekte Gelegenheit Dr. Hansen mit seinen eigenen Prophezeiungen zu konfrontieren.

Hansen im Interview mit Bob Reiss betr. New York (1988): „The West Side Highway [which runs along the Hudson River] will (2008) be under water“

http://dir.salon.com/books/int/2001/10/23/weather/index.html

Hansen mit „99% confidence“ (heutige Klimaforscher werden ihn darum beneiden) vor dem US-Kongress, 23. Juni 1988: „Global warming has reached a level such that we can ascribe with a high degree of confidence a cause and effect relationship between the greenhouse effect and the observed warming“

http://image.guardian.co.uk/sys-files/Environment/documents/2008/06/23/ClimateChangeHearing1988.pdf

Auf der letzten Seite (Anhang) wird von 1988 bis 2008 eine Erwärmung um 1 °C prognostiziert (Szenarien A, B).

Die tatsächliche Erwärmung der Referenzperiode: annähernd Null.

http://picasaweb.google.com/lubos.motl/TheReferenceFrame#5215088820136251714

James Hansen sah 2008 dennoch keinen Anlass, von seinen 1988er-Voraussagen abzuweichen …

http://www.worldwatch.org/node/5798

… und die New Yorker befahren den West Side Highway weiterhin nicht mit Motorbooten.

Während kühlere Köpfe, selbst unter erklärten NICHT-Skeptikern, die Sache so betrachten …

http://rankexploits.com/musings/2008/ordinary-eyeball-how-did-hansens-predictions-do

http://www.skepticalscience.com/Hansen-1988-prediction.htm

Wer die Nase rümpft und es gern etwas prominenter hätte …

http://pielkeclimatesci.wordpress.com/2010/08/13/is-jim-hansens-global-temperature-skillful-guest-weblog-by-john-christy/

Man wundert sich zum Schluss bloss, was die Provinz klaglos an Heimsuchungen der unterschiedlichsten Art erträgt: Wundergeiger, Wrestler, Wanderzirkusse, Uri Geller, Maharishis, alternde Rockbands usw. usf.

Suche sich jede/r nach ihrem/seinem Gusto aus, was ihr/ihm gefällt, ohne dabei die anderen sendungsbewusst zum Pflichtbesuch zu nötigen.

Anflug & Transporte? CO2-kompensiert, selbstverständlich!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

$Kommentar von Christina Marchand. 29.11.2010, 16:23
Vielen Dank fuer die Information.

und hier noch was J. Hansen zum Thema und 350 ppm CO2
sagt! mehr unter http://www.350.org/en/350-messengers

Dr. James Hansen

„Wenn die Menschheit einen Planeten erhalten möchte, der dem ähnlich ist, auf dem sich unsere Zivilisation entwickelte und an den das gesamte Leben unseres Planeten optimal angepaßt ist, dann wird hinsichtlich der paläoklimatologische Daten und der heute schon eintretenden klimatischen Veränderungen der CO2-Gehalt der Atmosphäre von den aktuellen 385 auf 350 ppm verringert werden müssen.“

„Klimaforscher James Hansen in das kleine Pontresina um dort zu der lokalen Bevölkerung zu sprechen. Dort wird nämlich über ein die Neuvergabe der Konzession über Largo Bianco entschieden, wo potentielle Kohlefinanzierer Ihren Kohlestrom grünwaschen können.
Nur falls einer der Leser dieses Blogs Interesse hat:
Weltbekannter Klimaforscher besucht überraschend die Schweiz — Dr. James Hansen, spricht am Dienstag, 30. November 2010 zur Gemeinde Pontresina; 20.00 Uhr Hotel Saratz, Pontresina“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Herr Palmer,

wie waere es wenn sie diese Webseiten etwas kritischer
analysieren wuerden bevor sie sie posten.
Sie erreichen damit nur diese Webseiten unglaubwuerdig zu machen. Vielleicht war das ihre Absicht.

… according to IEA Chief Economists Fatih Birol:
“We estimate extending Europe’s plan to cut emissions from 20 to 30 percent would roughly equal China’s two-week gas output.”
http://breakthrougheurope.org/blog/2010/11/eye_on_the_prize_china_is_make.shtml

Also hier die richtigen Zahlen:
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_carbon_dioxide_emissions

China = 6,538,367.00 tons (mit 1300 Millionen Einwohnern)

EU = 4,177,817.86 tons (mit 450(?) Millionen Einwohnern)

USA = 5,838,381.00 tons (mit 310(?) Millionen Einwohnern)

Indien = 1,612,362.00 tons (mit 1100 Millionen Einwohnern)

Ich vermute mal ihre Websource hat
in der EU die CO2 Menge nur aus der elektrischen
Energie Produktion genommen.
Aber bei China alles.

Warum akzeptieren Sie und wir alle nicht einfach
den pro Kopf Verbrauch als Verhandlungsbasis.

(man koennte auch noch die schon verbrauchte Menge an
CO2 dazu rechnen. Das macht die Ungleichheit noch ungleicher.)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Cancun can’t!
„Europeans hang on to the dead treaty process because letting go requires acknowledging an uncomfortable reality. Europe has not reduced its emissions and is in no position to lecture the world. Fed up, the world’s largest developing powers — China, India, Brazil, and South Africa — broke away from Europe in Copenhagen.“
http://breakthrougheurope.org/blog/index.shtml

… according to IEA Chief Economists Fatih Birol:
„We estimate extending Europe’s plan to cut emissions from 20 to 30 percent would roughly equal China’s two-week gas output.“
http://breakthrougheurope.org/blog/2010/11/eye_on_the_prize_china_is_make.shtml

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Weltbekannter Klimaforscher besucht überraschend die Schweiz

Ich nehme an, er kompensiert seinen CO2 Foot Print. Ob das Klima dann weiss, dass das CO2 von Hansen nicht zum Klimawandel verwendet werden darf?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

Oh, der „Death-Train“ Hansen kommt in die Schweiz! Schade geht er nur an einen so abgelegenen Ort wie Pontresina, ich wäre sonst auch hingegangen und hätte ein paar unangenehme Fragen gestellt. Andererseits findet er dort (besonders jetzt) sicher nicht viel „Klimaerwärmung“.
Erzählen Sie uns bitte anschliessend, was der Hansen zu erzählen wusste. Was ich nicht ganz begreife: Der Hansen ist GEGEN die Wasserkraft??

P.S. Und wieder mal eine politisch unkorrekte Temperatur-Rekonstruktion

http://www.iceagenow.com/GISP2%20Ice%20Core.jpg

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Liebe Frau Burkhardt

Wichtig, damit die Industrieländer Ihre Verpflichtungen erfüllen können, wäre, dass sie keine Kohlekraftwerke mehr bauen oder finanzieren. Um das zu verhindern reist morgen der bekannte Klimaforscher James Hansen in das kleine Pontresina um dort zu der lokalen Bevölkerung zu sprechen. Dort wird nämlich über ein die Neuvergabe der Konzession über Largo Bianco entschieden, wo potentielle Kohlefinanzierer Ihren Kohlestrom grünwaschen können.

Nur falls einer der Leser dieses Blogs Interesse hat:
Weltbekannter Klimaforscher besucht überraschend die Schweiz — Dr. James Hansen, spricht am Dienstag, 30. November 2010 zur Gemeinde Pontresina; 20.00 Uhr Hotel Saratz, Pontresina

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 3

„Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht“

Wir sind Zeugen historisch beispielloser Vorgänge: in Cancun übt eine abgehobene Klimabürokratie die Weltregierung, den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, die N/S-Umverteilung (zur Freude aller Kleptokraten) und die Ansteuerung des 2 °C-Ziels.

Gibt/gab es in der Schweiz demokratisch gefällte Entscheidungen, die ein Mandat von derartiger Tragweite legitimieren?

Und worauf genau stützt sich das 2 °C-Ziel? Auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse? Oder rein politische Absichtserklärungen?

Was die Wissenschaft anbelangt: die nährt entweder zunehmend Zweifel an der Hypothese einer dramatischen, anthropogenen Klimaerwärmung oder sie räumt zumindest Unsicherheiten ein.

Nur spielt das auf der politischen Ebene keine Rolle mehr.
Die Deutungshoheit in Fragen der Klimaerwärmung liegt inzwischen bei der Bürokratie, und die zeigt naturgemäss wenig Neigung, sich den hart erkämpften Knochen bzw. ihre Existenzgrundlage bloss wegen wissenschaftlicher Einwände wieder entziehen zu lassen.

Der Prozess der „Klimarettung“ ist institutionalisiert und wird – unbesehen der wachsenden Zweifel – zum Selbstzweck.
An neueren Forschungsergebnissen besteht geringes Interesse, schon gar nicht an widersprechenden.

Man darf gespannt sein, wie die BürgerInnen bei einem evtl. Abkommen in Cancun auf das angekündigte strenge Regime der Berner Klimakommissare reagieren werden, und ob der Traum jedes Bürokraten, das Regieren ohne Volk, sich über die Klimaverwaltung tatsächlich erfüllt.

Um hier für einmal nicht die Temperatur sondern eine andere der zentralen AGW-Ikonen etwas näher zu betrachten – die angeblich dramatisch ansteigenden Meeresspiegel:

http://www.agu.org/pubs/crossref/2010/2010GL044770.shtml

http://www.physorg.com/news/2010-11-satellites-reveal-differences-sea.html

http://icecap.us/images/uploads/ThecrownjewelofGWisafake.pdf

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

„Seitdem in Folge der erfolgreichen Schiefer gasförderung der Erdgaspreis sinkt und sinkt, werden in den USA immer mehr Erdgaskraftwerke entweder schon gebaut oder sind geplant.“

Genau. Aber das hat man in der Presse nur mal kurz als Randnotiz wahrgenommen. Offenbar betet man lieber das Mantra von Photovoltaik und Windkraft nach.

Frau Burkhardt meint:
„Jährlich 100 Milliarden Dollar sind nötig für Massnahmen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern“

Die Zahl ist sicher viel zu niedrig. Täglicher Ölverbrauch ist momentan über 80 Mio. Barrel. Wenn wir nur 10% davon ersetzen durch was, das nur doppelt so teuer ist (wahrsch. sind die erneuerbaren Alternativen viel mehr als doppelt so teuer), kostet das jährlich 248 Milliarden $. Von Kohle haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Was kann Cancun?
Zitat:Eine Balance zwischen den Verpflichtungen und Zugeständnissen der Industrie- und Schwellenländer zu finden, ist jedoch der grosse Knackpunkt der anstehenden Verhandlungsrunde. Bezüglich der Lastenverteilung, dem Umfang und der Verbindlichkeit von Verminderungszielen und -massnahmen ist noch keine Einigung in Sicht.

Die Lastenteilung zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern bei den Treibhausgasemissionen, die Andrea Burkhardt anspricht, war ein Hauptthema bei der vorbereitenden Klimakonferenz in Tianjin (siehe http://www.telegraph.co.uk/earth/environment/climatechange/8152624/QandA-Cancun-climate-change-conference-2010.html ), wo China von den industrialisiserten Ländern CO2-Reduktionen von 40% bis 2020 forderte, so dass das Gesamtziel von weltweit 50% Reduktionen bis 2050 mit geringeren Reduktionen auf Seiten der Entwicklungsländer (zu denen sich auch China zählt) erfüllt werden kann.
Sich darauf einzulassen würde für die Industriestaaten ein äusserst strenges Klimaregime ab sofort bedeuten. Doch die USA, welche nun im Klimafragen durch die klimaskeptischen, jedoch den Kongress nun beherrschenden Republikaner auf Jahre hinaus blockiert sind, werden schon Schwierigkeiten haben, die in Kopenhagen abgegebene Verpflichtung von 17% CO2-Emissionsreduktionen bis 2020 relativ zum Jahr 2005 zu erfüllen (allenfalls könnte ihnen das gelingen, weil in den USA Kohle zunehmend durch Erdgas (und Wind) ersetzt wrid). Selbst die Schweiz wird bis ins Jahr 2020 kaum die 20% CO2-Reduktion erreichen, zu der sie sich verpflichtet hat, dagegen sprechen die ungenügenden Verpflichtungen des Nationalrats zu Treibstoffeinsparungen, die bis zu 3 Gaskraftwerke, die geplant sind (Chavalon, Bern integriert in KVA, grosses Gaskraftwerk vor 2020 wegen Stromlücke) und die Bevölkerungszunahme in der Schweiz von bis zu 1% pro Jahr. Wenn der Bundesrat die Cancun-Verhandlungsdelegation ermächtigt, das Reduktionsangebot der Schweiz von 20 auf 30 Prozent anzuheben, so bedeutet das im Erfüllungsfall also, dass die Schweiz einen immer grösseren Anteil ihrer CO2-Emissionen im Ausland kompensieren wird. Doch dieser Erfüllungsfall, der die Schweiz zu 30% Reduktionen bis 2020 verpflichten würde, tritt nur ein, wenn die Industrie- und Schwellenländer sich auf höhere CO2-Reduktionen verpflichten als im Copenhagen d’Accord festgelegt. Niemand erwartet so etwas von Cancun.

Betrachten wir die Situation vor Cancun im gesamten, kommen wir zu folgendem Schluss:
– Mehrere Kyoto-Vertragsstaaten (darunter die Schweiz) erreichen die bescheidenen Kyoto-Reduktionsziel, zu denen sie sich verpflichtet haben, nicht
– Ein Schwellenland wie China unternimmt gewaltige Anstrengungen, seine CO2-Intensität pro erwirtschaftesten Yuan zu verbessern, vergrössert seine CO2-Emissionen aber wegen einem Wirtschaftswachstum von fast 10% trotzdem von Jahr zu Jahr auf unabhsehbare Zeit hin.
– die USA werden ihre Emissionen wegen dem Ersatz von Kohle durch Erdgas (welches jetzt sehr billig ist) auf alle Fälle reduzieren ohne dass sie ein CO2-Programm auflegen müssen, sie sind jedoch auf lange Zeit hin kaum willens, Verpflichtungen zu den geforderten hohen Reduktionsziele von deutlich über 20% bis 2020 einzugehen.
– Indien beschleunigt seine Industrialisierung gerade und setzt verstärkt auf die kostengünstige Kohle
– Ein PostKyoto-Vertrag vor 2015, der die USA, Indien und China einschliesst scheint unwahrscheinlich, weil die USA von den klimaskeptischen Republikaneren in Klimafragen blockiert werden, weil Indien gerade erst einen grossen Wachstumsschub mit Kohlekraft anstossen will und weil China weiterhin wachsen will

Sollen wir nun einfach abwarten – vielleicht mehrere Jahre – bis die Staatengemeinschaft sich doch noch zu deutlichen CO2-Reduktionen verpflichtet? Das wäre nur sinnvoll, wenn es die Lösugen für das Klimaproblem schon gäbe und es nur am guten Willen fehlte, wie das der Schweizer Delegationsleiter vor Cancun am Schweizer Fernsehen äusserte. Doch meiner Meinung nach gibt es DIE LOESUNG für das Klimaproblem noch gar nicht. Die vielbeschworenenen Erneuerbaren sind schlicht zu teuer für den massenhaften Einsatz in Schwellen- und Entwicklungsländern. Um als Beispiel die Photovoltaik zu nehmen: Der Photovoltaik-Anteil an der Primärenergieerzeugung weltweit ist im Jahr 2005 0.04%, stieg aber schon 2009 auf 0.09% an, das meiste davon wird allerdings im reichen Deutschland erzeugt. Im Jahr 2035 wird nach Prognosen der Internationalen Energieagentur der Anteil der Photovoltaik an der weltweiten Stromproduktion 2% betragen (siehe http://www.worldenergyoutlook.org/docs/weo2010/weo2010_es_german.pdf ). Damit kann die Photovoltaik nichts entscheidendes zur Lösung des Klimaproblems beitragen. Es stimmt zwar, dass auch Indien und China immer mehr Windräder aufstellen, doch der Zuwachs bei der Kohle ist absolut sowohl in Indien als auch in China wesentlich grösser. Und der Grund sind allein die Kosten.

Anstatt auf ein Klimaabkommen zu warten, sollten die Forschungs- und Förderungsanstrengungen im Bereich nichtfossiler Energien um den Faktor 10 vergrössert werden. Nur billige Alternativenergien, die mit Kohle kostenmässig konkurrenzieren können, werden die aufstrebenden Länder von der Kohle wegbringen. Dies beweist auch das Beispiel der USA. Seitdem in Folge der erfolgreichen Schiefer gasförderung der Erdgaspreis sinkt und sinkt, werden in den USA immer mehr Erdgaskraftwerke entweder schon gebaut oder sind geplant. Sogar eines der von der Obama-Regierung geförderten Atomkrarftwerke wird nun nicht gebaut und durch ein Erdgaskraftwerk ersetzt. Das müssen alle Leute in der Klimaszene zuerst noch lernen: Energie ist so wichtig wie Nahrung und der Preis von Energie hat eine ähnliche Bedeutung wie der Preis von Nahrung. Wir hier im reichen Westen können uns teuere Nahrungsmittel und damit auch teure Energie leisten, doch die 2.3 Milliarden Menschen mit einem Einkommen pro Kopf von wengier als 1500 Dollar pro Jahr können sich keine Luxusenergie leisten. Und auch die 1.4 Miiliarden Chinesen und die 1 Milliarde Inder haben noch nicht das Geld oder die billige Alternativenergie um auf Kohle verzichten zu können. Die Lösung des Klimaproblems ist also fast identisch mit der Lösung des Energieproblems.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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