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Vorausschauend umgehen mit Klimarisiken

22.11.2010 von

Die globale Erwärmung findet statt: Seit Beginn der Temperaturmessungen 1850 wurden die wärmsten zehn Jahre alle seit 1996 beobachtet. Auch das Jahr 2010 wird mit grosser Wahrscheinlichkeit die Serie anormal warmer Jahre der jüngsten Vergangenheit fortsetzen. Die Treibhausgas-Konzentrationen von CO₂ und Methan in der Atmosphäre liegen weit über den in den letzten über 800‘000 Jahren beobachteten Werten. Selbst wenn wir die globalen Treibhausgas-Emissionen ab sofort vollständig vermeiden würden, müssten wir auf weitere Veränderungen des Klimas vorbereitet sein.

Je länger wir damit zuwarten, die Treibhausgas-Emissionen zu begrenzen, desto stärker wird sich das Weltklima verändern. Allerdings wird sich dies lokal sehr verschieden äussern. Die Bevölkerung steht somit in vielen Regionen vor der immer grösseren und kostspieligeren Herausforderung, höhere Vermögenswerte vor wetterbedingten Risiken zu schützen. Dazu zählen häufigere und schwerere Stürme, Überschwemmungen, Dürren und andere Naturkatastrophen genauso wie der Anstieg des Meeresspiegels, Ernteausfälle und Wasserknappheit.

Die am stärksten bedrohten und gleichzeitig am wenigsten vorbereiteten Regionen liegen in den Entwicklungsländern. In der 2009 erschienenen Studie «Shaping climate resilient development» (>pdf)  schätzt die Arbeitsgruppe Economics of Climate Adaptation (ECA), der die Swiss Re angehört, dass Klimarisiken bis 2030 in Schwellenländern Schadensummen von bis zu 19% des Bruttoinlandprodukts verursachen.

Risiken ganzheitlich bewältigen

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist einerseits eine substantielle Reduktion der Treibhausgasemissionen gefordert. Andererseits müssen wir uns dem sich weiter verändernden Klima anpassen.

→ Deshalb unterstützt der Schweizerische Versicherungsverband die bundesrätlichen Reduktionsziele im Hinblick auf die Klimaverhandlungen in Cancun.

Die Klimaanpassung erfordert einen integrierten Ansatz im Umgang mit den Risiken, namentlich das Zusammenspiel von Prävention und Versicherung. Solide Prävention stellt nicht nur die Versicherbarkeit von Risiken sicher, sie hat auch einen kostensenkenden Einfluss auf die Prämien – was wiederum einen Anreiz für Prävention darstellt. Präventionsmassnahmen sind besonders in Bezug auf häufig wiederkehrende Ereignisse erfolgreich. Eine Versicherung ist im Allgemeinen eine attraktive Möglichkeit zur vorausschauenden Absicherung gegen Ereignisse mit hohem Schadenausmass und geringer Häufigkeit.

Deshalb sollen in den Klimaverhandlungen in Cancun Versicherungsinstrumente als integrierte Anpassungsmassnahmen mitberücksichtigt werden.

Der Tatsache, dass Schwellen- und Entwicklungsländer besonders stark von den Klimaauswirkungen betroffen sind, muss Rechnung getragen werden.

Diese Forderungen basieren auf der Erkenntnis, dass es sinnvoll ist, bereits heute in Anpassungsmassnahmen zu investieren (siehe mein letzter Beitrag >hier). Kein verantwortungsbewusster Entscheidungsträger würde ernsthaft erwägen, bis ins Jahr 2030 mit der Klimaanpassung zuzuwarten. Hoffen wir, dass diese Erkenntnis in Cancun Verbreitung findet – und dass ich bald Zeit finde, meinen nächsten Blogbeitrag zu schreiben. Ich möchte aufzeigen, dass es auch kostengünstiger ist, jetzt in Anpassung zu investieren als zuzuwarten.

Hinweis

Swiss Re nimmt als offizielles Mitglied der Schweizer Delegation teil an der Klimakonferenz in Cancun. Weitere Infos >hier

Zum Autor

Gastautor David Bresch ist Head of Sustainability & Emerging Risk Management bei der Swiss Re, der Schweizerischen Rückversicherungsgesellschaft.

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Kommentare (28) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Kommentar von Martin Holzherr. 06.01.2011, 0:08
Man sollte überhaupt vorsichtig sein mit Attributierungen und Voraussagen: Wie sich die regionalen Klimata durch die globale Erwärmung verändern bleibt weitgehend Spekulation.

Da sind wir uns schliesslich wieder einig. Die von Ihnen verlinkte Studie
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/mechanismen/2011-01-05/flutkatastrophe-in-queensland-australien
bezieht übrigens ihre Weisheiten aus Modellberechnungen. Naja, das Vorsorgeprinzip flüstert mir ins Ohr, dass es eine Ruhepause einlegen will.

Die Meerestemperaturen um Australien sind so warm wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen

Einheimische berichten, dass man dort mittlerweile Eier hartkochen kann. Aus Vorsorge für die weiter steigenden Temperaturen haben sie grössere Kontigente an Eiern aufgekauft, um sie an Ostern den Touristen verkaufen zu können. Ein originelles Geschäftmodell.

Mein Vorsorgeprinzip rät mir allerdings ab, auf den Rohstoffenmärkten auf Eier zu setzen:
These graphs make it abundantly clear that the sea surface temperature along Australia’s Great Barrier Reef are not increasing at an alarming rate. The people who say otherwise have no evidence whatsoever to support their claims.
http://mclean.ch/climate/GBR_sea_temperature.htm

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Ben Palmer. 05.01.2011, 16:53

Zitat Ben Palmer:Ich glaube, Sie bringen hier globale (Erwärmung) und regionale (Meeresoberflächentemperaturen) Ereignisse durcheinander. Die globalen Meerestemperaturen sind übrigens gerade auf einem relativen Tiefpunkt angelangt,…

Sie haben recht, letztlich entscheidet die lokale oder regionale Temperatur (sei es nun des Meeres oder der Atmosphäre). Mit zunehmender globaler Temperatur werden aber regional und lokal höhere Extremwerte wahrscheinlicher. Hier ein Zitat aus Überschwemmungen in Queensland (siehe http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/mechanismen/2011-01-05/flutkatastrophe-in-queensland-australien ) zur Interpretation der Niederschläge und des Korrallensterbens in und um Australien
Die Meerestemperaturen um Australien sind so warm wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen . Dies hat bereits zu einem Korallensterben geführt. Auf Basis der hohen Meerestemperaturen und des sich entwickelnden starken La Niña hatten australische Forscher bereits vor Monaten vor sehr starken Regenfällen in der kommenden Regenzeit gewarnt.

Sicher gilt, dass nur die statistische Häufung von Extremereignissen mit Klimaveränderungen in Zusammenhang gebracht werden kann, nicht aber das einzelne Extremereignis. Man sollte überhaupt vorsichtig sein mit Attributierungen und Voraussagen: Wie sich die regionalen Klimata durch die globale Erwärmung verändern bleibt weitgehend Spekulation. Wie schlimm sich die globale Erwärmung auswirkt wissen wir erst mit Sicherheit wenn sich das über Jahrzehnte manifestiert hat. Deshalb auch der Appell an das Vorsorgeprinzip.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Ein Beispiel wo es einen statistischen Zusammenhang zwischen Meeresoberflächentemperatur und Niederschlägen gibt, sind die Niederschläge in Australien. Die jüngsten Sintfluten dort unten werden durch die globale Erwärmung begünstigt und damit wahrscheinlicher gemacht

Ich glaube, Sie bringen hier globale (Erwärmung) und regionale (Meeresoberflächentemperaturen) Ereignisse durcheinander. Die globalen Meerestemperaturen sind übrigens gerade auf einem relativen Tiefpunkt angelangt, die globale Temperaturanomalie (UAH) liegt gerade mal 0.18°C höher als der 30-jährige Durchschnitt.
http://www.drroyspencer.com/2011/01/dec-2010-uah-global-temperature-update-0-18-deg-c/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Die World Meteorological Organisation (WMO) kommt ebenfalls zum Schluss:
Die Serie der aktuellen Ereignisse entspricht den IPCC-Projektionen von häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen aufgrund der globalen Erwärmung.

Womit auch die ausgedehnten Kältewellen in der nördlichen (und südlichen) Hemisphäre erklärt wären! Die Projektionen sind offensichtlich nicht falsifizierbar.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Kommentar von Ben Palmer. 05.01.2011, 12:14

Extremereignisse nehmen in einer wärmeren Welt tendenziell zu, weil mehr Energie im atmosphärischen System steckt. Trotzdem könnte die folgende Aussage korrekt sein

Zitat: There is simply is no connection between hurricanes and supposed global warming/AGW driven sea surface temperature increases

weil bei der Hurrikanentstehung viele Faktoren eine Rolle spielen. So können zunehmende Scherwinde die Hurrikanentstehung behindern.

Ein Beispiel wo es einen statistischen Zusammenhang zwischen Meeresoberflächentemperatur und Niederschlägen gibt, sind die Niederschläge in Australien. Die jüngsten Sintfluten dort unten werden durch die globale Erwärmung begünstigt und damit wahrscheinlicher gemacht ( siehe http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/mechanismen/2011-01-05/flutkatastrophe-in-queensland-australien ).

Die World Meteorological Organisation (WMO) kommt ebenfalls zum Schluss:
Die Serie der aktuellen Ereignisse entspricht den IPCC-Projektionen von häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen aufgrund der globalen Erwärmung.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Aus David Breschs Profil: „Vorausschauend umgehen mit Klimarisiken“

Solange sich das „Vorausschauen“ im Wesentlichen darauf beschränkt, alarmistische Mantras zu propagieren, befinden wir uns im Bereich der unseriösen Spekulation. Man könnte sogar, ohne böswillig zu sein, den Versicherungsgesellschaften Interessenkonflikte unterstellen.

Ich empfehle eine Rückschau auf die vergangenen, angeblich wärmsten Jahrzehnte, bevor man Hellseherei betreibt.

Global Tropical Cyclone Accumulated Cyclone Energy [ACE] remains lowest in at least three decades, and expected to decrease even further

There is simply is no connection between hurricanes and supposed global warming/AGW driven sea surface temperature increases, and now we have another peer reviewed paper saying there’s no signal showing a connection between hurricane damage losses and AGW.
http://wattsupwiththat.com/2011/01/05/hurricanes-and-global-warming-still-no-connection/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Peter,

hier noch mal der link zu dem Talk ueber Slowenien.
Sollte eigentlich funktionieren.

http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/ENERGY_IN_SLOVENIA_ETH_ZURICH.pdf

nur ganz kurz jetzt
du schreibst:
—————-
“Deine einzige Hoffnung gegen das Problem endlicher Ressourcen”
Mit knappen Ressourcen hatte die Menschheit geschichtlich immer zu kämpfen.
—————-

Ja und wenn man sich das so anschaut hat sie es nie besonders
geschickt gemacht. Und praktisch immer dabei noch mehr verloren
als noetig war.

Kennst du andere Beispiele?
(ausser dem Pharaonen der sich den Traum interpretieren laesst
und darauf hoert .. das Beispiel bringe ich ja schon immer .. smile)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Dittmar

„Attacken gegen jegliche Reaktion auf das Klimaproblem“

Was heisst hier „Attacken“? Ich stelle die berechtigte Frage nach der Evidenz, während viele so tun als hätten sich die Gewissheiten bzw. Unsicherheiten seit IPCC AR4 dahin geändert, dass für eine (ausschliesslich) menschlich verursachte und signifikant zunehmende Erderwärmung heute und wissenschaftlich fundiert eine nahezu 100%ige Gewissheit vorläge.

Banalerweise lässt sich festhalten, dass sich die Erde seit 20’000 Jahren erwärmt, so auch in den letzten 150 Jahren. Man kann aber
einwenden, dass sie sich seit ca. 10’000 Jahren abkühlt, wie z. B. in den letzten 12 – 15 Jahren und trotz steigenden CO2-Atmosphärenanteils.

Der Wechsel in der Terminologie: „Klimawandel“ statt „AGW“ ist denn auch bezeichnend. Kälte und Hitze, Dürren und Fluten, extreme Wetterreignisse: sie alle dienen auf einmal als Belege für eine von Menschen verursachte Klimaänderung?

„Deine einzige Hoffnung gegen das Problem endlicher Ressourcen“

Mit knappen Ressourcen hatte die Menschheit geschichtlich immer zu kämpfen. Der Überfluss, von dem ein privilegierter Teil dieser Menschheit seit ca. 100 Jahren profitiert, stellt nicht den historischen Normalfall dar. Vorausgesetzt, eine gem. dir unvermeidliche Energieknappheit tritt rasch ein: wie viel des heute vorhandenen Überflusses wird sich als entbehrlich erweisen? Mit wie wenig Energie werden/würden wir auskommen? Welche Optionen stünden uns zur Verfügung?

Wir haben und hatten nie eine Alternative dazu, mit den jeweils gegebenen realen Verhältnissen irgendwie zurechtzukommen und haben das, geschichtlich betrachtet, und mit Opfern ziemlich erfolgreich gemeistert.
Welche Alternative siehst du denn? Lose verteilen – wer ein ungerades zieht, erhält den Schierlingsbecher?

“hat aber unter dem Strich auch viel gebracht – Fuer wen?“

Was für eine Frage! Du möchtest tatsächlich zurück in vorindustrielle oder noch frühere Zeiten und hältst die Entwicklung von Wissenschaft, Technik, Medizin, Agrarwirtschaft etc. insgesamt für unnütz und schädlich?

Sorry, aber da redest du einer Art grünen Pol-Potismus das Wort. Selbst wenn schwere (Energie)Krisen drohen und unter was für widerwärtigen Umständen auch immer: man kann den Menschen weder ihr Recht auf eine selbstbestimmte Existenz und das Streben nach materieller Sicherheit noch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft wegnehmen oder wegadministrieren. Ob wir gesamthaft oder individuell überleben oder nicht: wir werden wie in allen Zeiten nichts unversucht lassen, exakt dies zu schaffen.

Polnische Kohlevorräte: würden noch 20 bis 30 Jahre reichen, – allerdings droht das EU-Regime betr. CO2-Emissionen den weiteren Abbau und Verbrauch deutlich einzuschränken.

Slowenien: Link funktioniert nicht.

„Kreuzzug gegen die Wissenschaftler“

Kannst du den irgendwie belegen oder behauptest du ihn einfach deshalb, um die in der Sache kritischeren und skeptischen Stimmen pauschal der Wissenschaftsfeindlichkeit zu bezichtigen?

Angemahnte Bildung: schimmert da etwa Dünkel durch?
Kommt mir vor, als möchtest du die aus deiner Sicht ideologisch ungefestigten Elemente einer Umerziehung unterziehen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

$Kommentar von Peter Bühler. 25.11.2010, 0:35
Peter,
koennte es sein dass du Angst davor hast deine
Gedanken bis zu Ende zu denken?

Bevor ich im Detail antworte.
Ein Punkt den ich vergessen habe.

Was wir heute und unsere so erfolgreichen
Generationen (in der Schweiz und anderswo) vorher noch
gemacht haben. Sie haben das eigene (oder das anderer) „natuerliche“ Kapital verprasst und weit ueber dem
Nachhaltigkeitsgebot.

Prof. W Catton hat das in seinem neuen Buch
„Bottleneck:Humanity’s Impending Impasse, by William R. Catton, Jr.“

Fuer eine Zusammenfassung hier:
http://www.theoildrum.com/node/5954

„To a growing number of people it is looking more and more like mankind is about to undergo a most unpleasant transition.“
und
„This idea that once things like money and capitalism, etc. fulfilled good purposes and were good for society as a whole, but have simply been overdone in our modern technologically-driven world, is actually one of the common themes sounded by many writers. It is certainly something I have subscribed to in my evaluation of human affairs. Early in mankind’s history, these inventions, these institutions, served a purpose to make man more fit as a species, to quell the negative selective forces of nature and allow humans to succeed evolutionarily. But somewhere along the line humans failed to recognize that too much of a good thing is actually bad.“

Wir sind so was wie geschickte Taschendiebe, die mehr nehmen
als nachwaechst. Wir stehlen nicht nur
das Kapitalder kommenden Generationen, sondern
verhindern auch noch dass diese kommenden Generationen
und wir selber ohne dieses Taschendieb Leben leben koennen.
Eben genau bis zu dem Moment wo der Taschendieb nichts mehr
findet.
(und ja, Taschendiebe sind meistens sehr sympathisch!
http://de.wikipedia.org/wiki/Über_den_Dächern_von_Nizza
und der Trailer dazu fuer „aeltere“
Carry Grant http://www.youtube.com/watch?v=GJ48kqGa_N4&feature=related

Das Argument auf das wir alle gerne rein fallen,
die Ressourcen an Oel etc (billiger Energie) und
Science and technology werden alle Probleme loesen
wenn wir nur weiter daran glauben.

und jetzt zu deinen Antworten und meinen dazu:

“welchen Stellenwert kommt der Energie in deiner langen Liste
zu?”
Peter:
„Die Verfügbarkeit von (relativ) billiger Energie ist wichtig.
Besondere Bedeutung (Schweiz 19. Jh) kam zu Beginn der Industrialisierung (Engländer!) der Wasserkraft zu und den aufkommenden Dampfmaschinen.“

und nun ist es schon praktisch vorbei mit der
billigen Energie. Aber unser System in dem wir uns gut
arrangiert haben, basiert darauf und kommt nicht ohne aus.

Deshalb deine Attacken gegen jegliche Reaktion
(auf das Klimaproblem und egal ob richtig oder falsch im Moment)
einer Reduktion bei der Energienutzung.
Da es unserer Wirtschaft und dem Wohlstand schaden
wuerde. Deine einzige Hoffnung gegen das Problem endlicher Ressourcen, (ja wir haben es alle gelernt sie sind endlich
wir wollen nur nicht genau wissen wie endlich!)
werden wir schon was finden. Aber was nur und in welchem
Zeitraum? Wie schnell muessen wir die „Higgs“ Energie
Maschine denn nun entwickeln? 5 Jahre? 25 Jahre
oder hundert Jahre wenn wir nun wirklich alle tot sind?

Und was wenn deine naechtlichen Gedanken sagen
„der Zug ist abgefahren“ (bzw wir wissen es eigentlich schon.)

“Also ich wuerde sagen ohne den direkten und indirekten Ressourcen Abbau etc haette es nicht geklappt”
Peter:
„Stimmt, hat aber unter dem Strich auch viel gebracht.“

Fuer wen?

“Die Schweiz hat sich geschickt aus den 2 Weltkriegen herausgehalten. Das hat viel zum Erfolg beigetragen!”

Peter:
„Wir haben vom Schaden der anderen jeweils profitiert, einverstanden. Es hat uns umgekehrt aber auch in wechselnden Phasen geschwächt, durch Saturiertheit, mangelnde Konkurrenz, Überheblichkeit etc.“

Es gab auch das profitieren davon. Aber was ich geschrieben
habe war eigentlich eher .. in der Schweiz hat man es geschafft
nicht alles kaputt zu machen und aus diesem „Kapital“
aus den Wirren der Kriege vergleichsweise besser als andere
zu starten. Das hat auch bei der sozialen Struktur,
die noch gut funktioniert, geholfen.

“ohne billige Energie bricht das Kartenhaus leider schnell zusammen!”
Peter:
„Nenn es Kartenhaus und möglicherweise hast du sogar Recht, was auf längere Dauer die Verfügbarkeit billiger Energie angeht.“

Na dann denke doch mal bis zu Ende.

„ Aber es gibt keine Umkehr im Wissensstand, grundlegender Einsichten und Fertigkeiten. Keine Ahnung, wo die Schmerzgrenze liegt, aber angenommen, wir müssten, würden wir auch mit erheblich weniger Energie zurechtkommen.“

Na, das hoffe ich auch. Im Gegensatz zu dir sage ich aber
wie viele andere auch. Je laenger wir warten
desto groesser wird der Schmerz!
(mein Beispiel Gewitter droht in den Bergen.
Peter klettert weiter bis das Gewitter ausbricht
Michael steigt ab, und versucht fuer diesen Abstieg
eine Seilschaft zu finden, denn
„alleine“ kann es fast niemand schaffen sobald das Gewitter
ausbricht.)

“Island (war vor kurzem noch ein Musterbeispiel)”

Peter:
„Denen fehlt’s nun wirklich nicht an Energie, die müssten welche exportieren. Die haben sich ganz anderweitig vertan.“

Wirklich? Vielleicht haben es denen nur die Taschendiebe
eingeredet. Unendlich viel Geothermie etc..
„ihr muesst nur die high Tech fuer viel Geld bei uns kaufen
und dafuer .. ja, verkauft uns billig eure (Fisch) Reichtuemer
macht Schulden auf die Zukunft etc

und dann kommt der Moment der kommen musste!

„Die Iren dagegen … aber kein Anlass, sie vorzeitig abzuschreiben: so viel gut (aus)gebildete, intelligente und lebensfrohe Menschen findest du weltweit selten auf so engem Raum.“

Na, machen wir ne Wette? Wenn das wirklich stimmen wuerde
dann haetten die sich gar nicht erst so verschulden lassen!

„ Was bedeuten dem gegenüber schon Euro-Schulden, wenn die Notenpressen beinahe beliebig für Nachschub sorgen? Die werden es packen.“

Genau, wir tricksen einfach weiter noch ein paar Jahre
bis der Trick nicht mehr funktioniert.

“hast du ein paar Beispiele von Laendern ohne eigene Energiequellen?

Peter:
„Ohne nennenswerte Quellen? Eben Irland, weitgehend jedenfalls, Bangladesh, Litauen, Slowenien, Polen?“

wie bitte? Polen hat jede Menge Kohle, Slowenien
schau mal hier (ein Kurzvortrag aus meiner Vorlesung)
http://ihplx2.ethz.ch/energy21/ENERGY_IN_SLOVENIA_ETH_ZURICH.pdf

aber Bangladesh? Das meinst du wohl nicht ernst oder?

“Wie soll das fuer Haiti funktionieren?”
Peter:
„Keine Ahnung, bin mit der Situation zu wenig vertraut, ausser vielleicht damit, dass eine Art Feudalherrschaft die Entwicklung massiv bremst. Kein rassistisches Argument, aber lass die Iren und die Haitianer ihre Inseln tauschen: Haiti würde blühen und die Haitianer nicht erfrieren.“

Na dann lese doch mal etwas ueber Haiti.
(mal ne Ablenkung von deinem Kreuzzug gegen
die Wissenschaftler die dein Gebot der „Bildung“ und damit
auch das CO2 Problem ernst nehmen. smile)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Hi Michael,

“welchen Stellenwert kommt der Energie in deiner langen Liste
zu?”

Die Verfügbarkeit von (relativ) billiger Energie ist wichtig. Besondere Bedeutung (Schweiz 19. Jh) kam zu Beginn der Industrialisierung (Engländer!) der Wasserkraft zu und den aufkommenden Dampfmaschinen.

„Also ich wuerde sagen ohne den direkten und indirekten Ressourcen Abbau etc haette es nicht geklappt“

Stimmt, hat aber unter dem Strich auch viel gebracht.

„Die Schweiz hat sich geschickt aus den 2 Weltkriegen herausgehalten. Das hat viel zum Erfolg beigetragen!“

Wir haben vom Schaden der anderen jeweils profitiert, einverstanden. Es hat uns umgekehrt aber auch in wechselnden Phasen geschwächt, durch Saturiertheit, mangelnde Konkurrenz, Überheblichkeit etc.

„ohne billige Energie bricht das Kartenhaus leider schnell zusammen!“

Nenn es Kartenhaus und möglicherweise hast du sogar Recht, was auf längere Dauer die Verfügbarkeit billiger Energie angeht. Aber es gibt keine Umkehr im Wissensstand, grundlegender Einsichten und Fertigkeiten. Keine Ahnung, wo die Schmerzgrenze liegt, aber angenommen, wir müssten, würden wir auch mit erheblich weniger Energie zurechtkommen.

„Island (war vor kurzem noch ein Musterbeispiel)“

Denen fehlt’s nun wirklich nicht an Energie, die müssten welche exportieren. Die haben sich ganz anderweitig vertan.
Die Iren dagegen … aber kein Anlass, sie vorzeitig abzuschreiben: so viel gut (aus)gebildete, intelligente und lebensfrohe Menschen findest du weltweit selten auf so engem Raum. Was bedeuten dem gegenüber schon Euro-Schulden, wenn die Notenpressen beinahe beliebig für Nachschub sorgen? Die werden es packen.

“hast du ein paar Beispiele von Laendern ohne eigene Energiequellen?

Ohne nennenswerte Quellen? Eben Irland, weitgehend jedenfalls, Bangladesh, Litauen, Slowenien, Polen?

„Wie soll das fuer Haiti funktionieren?“

Keine Ahnung, bin mit der Situation zu wenig vertraut, ausser vielleicht damit, dass eine Art Feudalherrschaft die Entwicklung massiv bremst. Kein rassistisches Argument, aber lass die Iren und die Haitianer ihre Inseln tauschen: Haiti würde blühen und die Haitianer nicht erfrieren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Peter, du beschreibst wichtige Punkte
aber da du mich ansprichst..

„welchen Stellenwert kommt der Energie in deiner langen Liste
zu?“

„Praktisch alles davon kommt lesenden Zeitgenossen vertraut vor, allerdings aus fernen Ländern.
Beschäftigt man sich mit der Entwicklung, die aus diesen Problemen herausführte, zeigen sich gewisse Projekte als massgeblich: Gewässerkorrekturen, verbesserter Anbau, bessere klimatische Bedingungen (!), Bildung, Energie, Gesetze (Forstpolizeigesetz 1876) und Rechtsstaatlichkeit, Säkularisierung, Bürgerrechte, intelligente Eliten, Industrialisierung, Transportwege, Versicherungswesen etc.“

„MD wird einwenden, der Erfolg beruhe einzig auf Ressourcen-Raubbau und der Beteiligung an kolonialer Ausbeutung, mit denen allein die Schweiz einen gewaltigen Happen der planetaren Ressourcen vorzeitig verschlungen habe.“

Also ich wuerde sagen ohne den direkten und indirekten
Ressourcen Abbau etc haette es nicht geklappt.

Aber du hast einen wesentlichen Punkt vergessen.
Die Schweiz hat sich geschickt aus den 2 Weltkriegen
herausgehalten. Das hat viel zum Erfolg beigetragen!

(Aber, wie wir bald sehen werden ohne billige Energie
bricht das Kartenhaus leider schnell zusammen!
Schauen wir nur nach Island (war vor kurzem noch ein Musterbeispiel, Irland etc.. Gegenbeispiele gibt es viele!

„Ich teile diese Auffassung nicht. Die Geschichte lässt sich auch anderswo wiederholen.“

Wirklich, hast du ein paar Beispiele von Laendern ohne eigene Energiequellen.
Wie soll das fuer Haiti funktionieren?)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

„Endlich schreiben sie mal etwas, Her Bühler, was ohne Zweifel richtig ist.“

Was habe ich bloss falsch gemacht?
Ich meine, wenn SIE so was gleich merken!?
Na ja, vielleicht fühlen Sie sich jetzt ermutigt, auch meine älteren Beiträge mal durchzulesen ; – )

„Klassische Versicherungen braucht es vielleicht kaum, generelle Vorsorgemassnahmen können schon viel ausrichten“

Sag ich doch und hoffe, dass u. a. die Swiss Re ihr Know-how dort zur Verfügung stellt, wo es am dringendsten benötigt wird.

Im Übrigen hilft auch hier der Blick in unsere eigene Geschichte, die Schweiz im 19. Jahrhundert: Unterentwicklung, mangelnde Bildung und medizinische Versorgung, bescheidene Infrastruktur, schlechte Erschliessung, Hungersnöte, Kinderarbeit, Armenelend und Auswanderung, knappe Ressourcen, Wassernöte und andere Naturschäden (Missernten), mangelnde Versicherung usw. usf.

Praktisch alles davon kommt lesenden Zeitgenossen vertraut vor, allerdings aus fernen Ländern.
Beschäftigt man sich mit der Entwicklung, die aus diesen Problemen herausführte, zeigen sich gewisse Projekte als massgeblich: Gewässerkorrekturen, verbesserter Anbau, bessere klimatische Bedingungen (!), Bildung, Energie, Gesetze (Forstpolizeigesetz 1876) und Rechtsstaatlichkeit, Säkularisierung, Bürgerrechte, intelligente Eliten, Industrialisierung, Transportwege, Versicherungswesen etc.

MD wird einwenden, der Erfolg beruhe einzig auf Ressourcen-Raubbau und der Beteiligung an kolonialer Ausbeutung, mit denen allein die Schweiz einen gewaltigen Happen der planetaren Ressourcen vorzeitig verschlungen habe.

Ich teile diese Auffassung nicht. Die Geschichte lässt sich auch anderswo wiederholen. Zu den Grundvoraussetzungen zählen dabei u. a. die Planung und Realisierung von Schutzmassnahmen gegen Naturgefahren. Man wünschte sich einen pakistanischen Hans Conrad Escher und Eliten, denen das Volkselend nicht vollkommen gleichgültig ist, die aber mit Interesse einem möglichen Umverteilungssegen per Klimaabkommen entgegensehen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 24.11.2010, 14:44

Zitat:Wer dagegen meint, es liessen sich beide Ziele [globale Extremereignisversicherung + Dekarbonisierung]parallel verfolgen, wirft vielleicht mal einen Blick auf die ökonomischen Aspekte und die Schuldentürme der “Geberländer”.

Endlich schreiben sie mal etwas, Her Bühler, was ohne Zweifel richtig ist. Die finanziellen Ressourcen sind genau so begrenzt wie die Erdölquellen. Das schliesst aber nicht aus, dass man die „Versicherungssituation“ der exponierten Menschen deutlich verbessern kann. Klassische Versicherungen braucht es vielleicht kaum, generelle Vorsorgemassnahmen können schon viel ausrichten. Wird die Vorsorge gegen (klimabedingte) Extremereignisse allerdings zum Kernthema in Cancun, verfehlt die Konferenz wohl ihr eigentliches Ziel. Da dies aber ohnehin alle erwarten – nämlich dass Cancun sein Ziel verfehlt – können Randthemen wie Adaption, Vorsorge oder REDD+ wenigstens noch gewisse Resultate versprechen (siehe http://pubs.iied.org/pdfs/17088IIED.pdf und http://www.europarl.europa.eu/news/public/story_page/064-89982-298-10-44-911-20101025STO89966-2010-25-10-2010/default_en.htm )

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Wetterextreme und Klimawandel“

Zitat: „Analyses show that although economic losses from weather related hazards have increased, anthropogenic climate change so far did not have a significant impact on losses from natural disasters. The observed loss increase is caused primarily by increasing exposure and value of capital at risk.“

http://journals.ametsoc.org/doi/abs/10.1175/2010BAMS3092.1

http://journals.ametsoc.org/doi/pdf/10.1175/2010BAMS3092.1

http://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/08/climate-porn-2010.html

Ergänzend: die Politik täte besser daran, realisierbare und finanzierbare Massnahmen zur Vermeidung von Schäden durch extreme Wetterereignisse zu ergreifen – Schadenrisiken, die durch Bevölkerungs- und Infrastrukturwachstum in gefährdeten Regionen ansteigen – statt unrealistische und kaum finanzierbare „Klimaziele“ und eine forcierte Dekarbonisierung zu verfolgen.
Wer den zweiten Weg befürwortet, sollte sich nicht der Illusion hingeben oder sie gar verbreiten, dass extreme Wetterereignisse und Naturschadengefahren bzw. die Exposition der in gefährdeten Gebieten siedelnden Bevölkerung damit irgendwie vermindert würden.

Wer dagegen meint, es liessen sich beide Ziele parallel verfolgen, wirft vielleicht mal einen Blick auf die ökonomischen Aspekte und die Schuldentürme der „Geberländer“.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Ben Palmer
Im letzten IPCC Bericht 2007 werden die regionalen Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs für Afrika, die Mittelmeerregion, Europa Asien und Nordamerika beschrieben. Diese Ergebnisse wurden durch Klimamodelle gewonnen. Deren Genauigkeit ist zwar begrenzt, vor allem an den Grenzen zwischen Gebieten erhöhter und reduzierter Niederschlagsmengen. Die Grundaussagen, dass bestimmte Regionen mit erhöhter Trockenheit und andere mit erhöhten Niederschlägen rechnen müssen, sind robust, sie werden durch verschiedene unterschiedliche Modellierungen bestätigt (sinngemäss aus dem Buch „The Climate Crisis“ von David Archer und Stefan Rahmstorf). Neuere Messergebnisse finden sich in dem ausführlichen Bericht „Weather and Climate Extremes in a Changing Climate“ des US Climate Change Science Programs: http://www.climatescience.gov/Library/sap/sap3-3/final-report/sap3-3-final-AppendixA.pdf.
Darin finden sich ausführliche Statistiken über Wetterextreme, sowie Ausführungen zum wissenschaftlichen Stand der „Attribution“ (auf Grund welcher Indizien kann man bestimmte Beobachtungen dem CO2 Anstieg zuordnen oder eben nicht).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

@ Holzherr

„Wären die Versicherungen gegen Extremereignisse falsch oder gar sinnlos, falls die Klimaerwärmung bald einmal abgesagt wird?“

Um die leidige Klimafrage zunächst wegzulassen: das Problem besteht doch darin, dass in unterentwickelten Gesellschaften nur die wenigsten überhaupt versichert sind oder davon einen Nutzen hätten.
Versicherungen sind ein Privileg entwickelter Gesellschaften.
Die Menschen in Pakistan, Haiti und anderswo benötigen erst mal ein sicheres Dach über dem Kopf, Energie, Arbeit, Nahrung, medizinische Versorgung, Bildung, Infrastruktur, rechtliche Sicherheit, Bürgerrechte etc.

Versicherungen, die „Absicherung des Errungenen“ stehen nicht an der Basis, sondern an der Spitze zivilisatorischer Entwicklung.
Man kann die fehlende Basisentwicklung nicht dadurch ersetzen, in dem man – bildlich gesprochen – erst mal mit dem Bau des 11. Stockwerks beginnt.
Anders gesagt; wenn die Menschen etwas zu verlieren haben, werden sie es auch versichern wollen.

Es kann auch nicht angehen, dass die westlichen Gesellschaften die Versicherungsprämien und damit die Verantwortung für unfähige Regimes, korrupte Administrationen und Eliten, fehlende Planung etc., kurz für Unterentwicklung generell übernehmen und z. B. Jahr für Jahr Häuser ersetzen, die an dafür nicht geeigneten Plätzen und in unzureichender Bauweise erstellt werden.

Natürlich ist es dennoch eine nobles Engagement der Versicherer, ihren Erfahrungsschatz bei der Gefahrenvermeidung Regierungen und Ländern anzubieten, die nur über ungenügende (Wissens-) Ressourcen verfügen. Ich nehme mal an, dass dies geschieht.

Unabhängig davon und unter Anerkennung aller Verdienste speziell der schweizerischen Versicherungsindustrie, scheint mir ein grösseres Engagement der Versicherer bei der Klärung einer wissenschaftlichen Grundfrage problematisch. Förderung UND Zurückhaltung vertragen sich möglicherweise schlecht, wären aber nach meinem Dafürhalten zwingend geboten, um Interessenskonflikte und Glaubwürdigkeitskrisen zu vermeiden.

„Bill und Melinda Gates“

In der Tat vorbildlich vorbildlich, wegen des intelligenten Handelns (im Vergleich mit vielen – nicht allen – staatlichen Projekten), aber auch vor dem Hintergrund des amerikanischen Stiftungsrechts, das so etwas – ganz ohne Erbschaftssteuer – ermöglicht.

Was ähnlich entschlossene und intelligente Menschen in kleinem Rahmen bewirken, zeigt seit Jahren Toni Rüttimann …

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/haengebruecken_gegen_die_armut_1.946148.html

http://www.connection.de/artikel/gesellschaft-oekologie/der-brueckenbauer-toni-ruettimann.html

Nicht vorzustellen, was Leute seiner Sorte mit 0,5 % des CH BIP und ganz ohne administrativen Wasserkopf anfangen würden.

Ob sich für all diese Brücken wohl auch ein (Schweizer) Versicherer findet?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Am konkreten Beispiel wird vorgerechnet […] wie die Häufigkeit der Schadensereignisse in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist – in Übereinstimmung mit den Prognosen der Klimaforschung.“

Auch in Übereinstimmung mit den tatsächlichen Beobachtungen?

Schwere Unwetter haben die Schweiz in den letzten rund dreissig Jahren in dichter Folge heimgesucht. Trotzdem: Blickt man zurück bis ins 16. Jahrhundert, so zeigen klimahistorische Analysen, dass das 20. Jahrhundert insgesamt am wenigsten durch Unwetter belastet war. Die grösste Belastung hatte das 19. Jahrhundert zu tragen.
http://www.knowledge.allianz.at/deutsch/content/klimawandel/klima_profile/klimawandelprofil_schweiz_teil2.html
So Dr. Stephan Bader, Klimatologe im Klimaauskunftsdienst und Lehrbeauftragter im Fach Klimatologie an der Universität Zürich.

Liegen ETHZ und UniZ geografisch so weit auseinander?

Unwetter sind lokale Ereignisse. Von globalen Entwicklungen auf lokale Ereignisse schliessen zu wollen, scheint mir ebenso gewagt zu sein wie die Auffassung, dass eine zunehmende CO2 Konzentration zu extremerem Wetter führen soll. Wo ist die Evidenz, dass GLOBAL die Frequenz und Stärke von Unwettern und Dürren in den letzten Dezenien zugenommen hat? Für Hurrikane (ebenfalls lokale Ereignisse) trifft es jedenfalls nicht zu.
Wie lässt es sich physikalisch erklären, dass erhöhte CO2-Konzentrationen (oder Temperaturen) gleichzeitig zu extremeren Regenfälle UND Dürren führen sollen? Zu erklären wäre das nur dadurch, dass sich Wolken über bestimmten Regionen stärker konzentrieren, während sich über anderen Regionen überhaupt keine Wolken bilden. Gibt es dafür Modelle, die das nachvollziehen?

Welche Ursachen waren denn für die extremen Dürreperioden in den vergangenen Jahrhunderten verantwortlich?

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@Kommentar von Peter Bühler. 23.11.2010, 15:57

Herr Bühler,

ihnen schmeckt aber weiterhin eines nicht: die geläufige Vermischung der Fragen betr. “Klimawandel” oder “AGW” an sich und der Fragen betr. die steigenden Schadenwahrscheinlichkeiten durch eine wachsende Bevölkerung und Infrastruktur.

Dann müssen sie sich doch die Frage stellen: Wären die Versicherungen gegen Extremereignisse falsch oder gar sinnlos, falls die Klimaerwärmung bald einmal abgesagt wird?
Wie sie selber – in Einklang mit David Bresch – feststellen, bereiten sich die Versicherten besser auf die (versicherten) Gefahren vor, z.B. mit besseren Bauten und Benutzung von Frühwarnsystemen, dies vor allem unter dem Druck der Versicherungen. Eine bessere Versicherung gegen Extremereignisse könnte also zum Vorteil beider Parteien sein, der Versicherten und der Versicherer. Den einzigen Moral Hazard, den ich erkennen kann, ist ein Moral Hazard für die Versicherungen, z.B. die Swiss Re, die ihre Interessen mit Unterstützung der Klimawissenschaft, also des IPCC durchsetzen kann. Der Begriff Moral Hazard stammt eigentlich aus der Versicherungsbranche und bezieht sich dort auf den Versicherungsnehmer, was in folgendem Zitat aus der Wikipedia erläutert wird (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Moral_Hazard ): Ein Moral Hazard droht, wenn eine höhere Instanz, z. B. eine Regierung, oder eine kollektive Instanz, z. B. eine Versicherung, eine Kollektivrationalität durchsetzen will, dies aber von den Individuen zugunsten ihrer eigenen Interessen ausgenutzt und damit womöglich unterlaufen wird. Beispiel (auch aus der Wikipedia ) Autofahrer gehen nach Abschluss einer Versicherung ein höheres Risiko beim Autofahren ein, weil durch die Versicherung ein eventueller Schaden gedeckt würde. In einem gewissen Sinn besteht für die Versicherer – wie die Swiss Re – ein Moral Hazard, wenn sie durch den IPCC ihr Geschäft gewaltig ausdehnen können. Das macht sie in der Folge allzu sicher.

Nun noch kurz zu den Mikroversicherungen (Zitat)Gib es evtl. low level-Angebote? Dem Leistungsvermögen angepasste Mikro-Versicherungen? ( http://www.eudnet.net/microinsurance.html )
Die Rede ist von Ländern, in denen die Hausbesitzer oft nicht malüber einen verbindlichen Rechtstitel für ihr Eigentum verfügen … (Haiti z. B.)
. Der Link verweist auf eine Mikroversicherungsintiative, die ursprünglich von der Bill & Melinda Gates Foundation getragen wird. Ich kann dazu nichts sagen, finde aber das Engagement von Bill Gates in der Entwicklungshilfe vorbildlich, vor allem weil es nicht nur gut gemeint sondern auch intelligent ist. Seine Impfprogramme in Afrika und Indien haben so viel bewirkt wie die staatlichen und internationalen Impfprogramme vorher. Allerdings zeigt dies gerade auch, dass die staatliche und internationale Entwicklungshilfe wenig bewirkt. Die Industrieländer geben ja auch nur einen Bruchteil eines Prozents ihres Bruttoinlandprodukts dafür aus und oft erst noch für fragwürdige Projekte.

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@ Holzherr

„Ja, auch die Gerechtigkeit darf bei einer wegweisenden Lösung (für die Versicherungsbranche) nicht vergessen werden“

Hübsch gesagt, mir schmeckt aber weiterhin eines nicht: die geläufige Vermischung der Fragen betr. „Klimawandel“ oder „AGW“ an sich und der Fragen betr. die steigenden Schadenwahrscheinlichkeiten durch eine wachsende Bevölkerung und Infrastruktur.

Offenbar ist es die Sache der Versicherer nicht, mit den Unsicherheiten bei der Beantwortung von Frage 1 klarzukommen und sich in Geduld zu üben. Es drängt sie verständlicherweise nach raschen, vornehmlich positiven Antworten. Negative Antworten bilden no news, bzw. keine praktisch verwertbaren Ergebnisse.
Der Druck der Versicherer (und Banken) auf den Wissenschaftsapparat mag subtil sein und es an Respekt vor dessen Unabhängigkeit nicht fehlen lassen. Abgelegt wird diese Zurückhaltung allerdings bei der Selektion und Interpretation des wissenschaftlichen Outputs.

Erwähnt sei daneben, dass nur der Teil der Schäden durch Extremereignisse die Versicherungsbilanzen belastet, der auch tatsächlich versichert ist. Hier leisten die Versicherer denn auch Vorbildliches, indem sie – aus Schaden wird man klug – Anpassungen fördern, strenge Bauvorschriften durchsetzen, die Forschung fördern und die Installation von Frühwarnsystemen unterstützen. Durchaus aus Eigennutz, aber mit Erfolg und in unbestreitbarem Allgemeininteresse.

„Versicherungsinstrumente als integrierte Anpassungsmassnahmen“ sollten nicht in „Klimaverhandlungen mitberücksichtigt werden“, aber Teil der wirtschaftlichen Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern bilden.

Stimmen dort die Angebote? sind sie für breite Teile der Bevölkerung finanzierbar und nützlich? Gib es evtl. low level-Angebote? Dem Leistungsvermögen angepasste Mikro-Versicherungen? ( http://www.eudnet.net/microinsurance.html )

Die Rede ist von Ländern, in denen die Hausbesitzer oft nicht mal über einen verbindlichen Rechtstitel für ihr Eigentum verfügen … (Haiti z. B.)

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@ Prof. Ragaller

„träumerisches Wunschdenken einer verharmlosenden Skeptiker-Blogosphäre“

Mit Verlaub, in irgendeiner Nische muss sich die Skepsis schliesslich erhalten, wenn sie aus weiten Teilen ihres angestammten Biotops, der Wissenschaft, vertrieben werden soll.

Gestatten Sie mir acht lesenswerte Beispiele:

Das erste betrifft ein eher betrübliches Belegstück für die „faktenbasierten Arbeiten von hochkarätigen Institutionen und Experten den real existierenden Problemen auf wissenschaftlicher Basis“. Die Sache wäre nicht weiter von Belang, ginge es hier nicht ausgerechnet um eines der weltweit massgeblichen Institute für globale Temperaturmessungen und Klimarekonstruktionen. Das folgende Protokoll entbehrt nicht einer gewissen Komik, aber es enthüllt die verzweifelten und vergeblichen Anstrengungen des zuständigen Programmierers aus dem CRU-Datenwirrwarr irgend etwas Brauchbares zu destillieren („So what the hell can I do about all these duplicate stations? Well, how about fixdupes.for? That would be perfect – except that I never finished it, I was diverted off to fight some other fire. Aarrgghhh“) …

http://www.anenglishmanscastle.com/HARRY_READ_ME.txt

Beispiel N° 2 beschäftigt sich mit dem immer wieder zitierten Anstieg der Meeresspiegel. Zur Repetition: die Erde ist keine Kugel, ihre Form gleicht eher einer Kartoffel mit Beulen und Dellen, Tälern und Hügeln. Der mittlere Meeresspiegel kann an zwei Standorten in relativer regionaler Nachbarschaft um bis zu 195 m (!) abweichende Pegelhöhen aufweisen. Der Unterschied der Meeresspiegel an den beiden Enden des Panamakanals beträgt gut 21 cm. Zwischen der amerikanischen Westküste und den Philippinen z. B. bestehen Unterschiede von 70 – 100 cm usw. usf.
Wer sich gern in Potsdam orientiert: es existiert dort ein zweites Institut, das den gelegentlichen Besuch lohnt …

http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Public+Relations/Pressemitteilungen/Archive-PMs/2009/091223-GFZ-Weihnachten2009

Drittes Beispiel: es setzt sich mit der Auslese der IPCC-Leadautoren auseinander…

http://nofrakkingconsensus.wordpress.com/2010/11/18/should-un-employees-be-ipcc-lead-authors

Das vierte Beispiel widmet sich den biblischen Plagen „Fluten und Dürren“ …

http://co2science.org/articles/V13/N45/C2.php

Beispiel Nr. 5 belegt die Risiken unbedarfter, in wenigen Stunden generierter Schadensprognosen und das wirtschaftliche Risiko von Versicherungen selber. Vergleichen Sie die RMS-Voraussage und den tatsächlichen Schadenverlauf (kein Skeptikerblog nota bene!) …

http://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/11/82-billion-prediction.html

Beispiel Nr. 6 erhellt, wie z. B. in Neuseeland Temperaturrekorde entstehen – und (ganz offiziell!) wieder verschwinden, mit Folgen für die Daten des Südpazifik …

http://www.suite101.com/content/legal-defeat-for-global-warming-in-kiwigate-scandal-a294157

In Beispiel Nr. 7 geht’s um die dramatischen IPCC-Prognosen – aufgrund eines WWF-Berichts (Rowell und Moore) – zur Schädigung von Regenwäldern bei höheren Temperaturen, geringeren Niederschlägen und steigenden CO2-Atmosphärenanteilen. Der Regenwald scheint deutlich robuster als behauptet (nicht betr. Abholzung selbstverständlich) …

http://www.sciencemag.org/content/330/6006/957.abstract?searchid=1&hits=10&sortspec=date&resourcetype=HWCIT&maxtoshow=&RESULTFORMAT=&FIRSTINDEX=0&fulltext=Jaramillo

Beispiel Nr. 8 beschäftigt sich mit der Geschichte der Arktis bzw. eisfreien Perioden in den vergangenen 6, 7-tausend Jahren …

http://adsabs.harvard.edu/abs/2007AGUFMPP11A0203F

Nirgend auch nur der kleinste Anlass zu Skepsis an Mainstream-Gewissheiten?

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Klaus Ragaller schreibt: (Zitat) Am konkreten Beispiel wird vorgerechnet, wie überraschend gross die Kosten durch Wetterextreme schon heute sind und wie die Häufigkeit der Schadensereignisse in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist – in Übereinstimmung mit den Prognosen der Klimaforschung.

Viele Statistiken bestätigen die Zunahme der Schadensereignisse, auch andere Versicherungen erleben das so und die Münchner Rück konstatiert: In den letzten vier Jahrzehnten sind die Häufigkeit grosser Naturkatastrophen auf das Dreifache, die volkswirtschaftlichen Schäden auf das Achtfache und die versicherten Schäden sogar auf das Vierzehnfache gestiegen.
Als Grund werden die Verstädterung, die Besiedelung exponierter Regionen, die Zunahme der installierten Sachwerte und der Klimawandel angegeben.

Genau gegen solche Extremereignisse kann man sich – unabhängig von der Ursache – versichern. Eine Versicherung gegen den steigenden Meeresspiegel oder gegen eine fortdauernde Degradation von Lebensräumen – wie er im Rahmen eines fortschreitenden Klimawandels zu erwarten ist – kann ich mir dagegen nicht vorstellen. Wobei es Übergangsbereiche gibt. Ein steigender Meeresspiegel führt zu mehr Fluten, also wiederum zu Extremereignissen mit Schadenfolge.

Doch der Klimawandel mag noch so schlimm ausfallen, das Potential für Versicherungen wird kaum gewisse Grenzen übersteigen, wie auch David Bresch im Interview Versichert in den Klimawandel (siehe http://www.nachhaltigkeit.org/200903311645/mensch-gesellschaft/interviews/versichert-in-den-klimawandel ) zu verstehen gibt.

Frage an David Bresch: Können Sie sich vorstellen, dass es eines Tages eine verpflichtende Klima-Versicherung, vergleichbar mit einer Autoversicherung, geben könnte?

Antwort von David Bresch: Das wäre ein sehr effizienter Mechanismus. Doch an der Umsetzung habe ich Zweifel. Denn es ist schon erstaunlich, dass praktisch nur in England und in der Schweiz eine flächendeckend verpflichtende Flutversicherung existiert. Alle OECD-Staaten wären mit solch einer Versicherung gut beraten. Und wenn es sogar auf diesem Niveau nicht funktioniert, bin ich skeptisch, ob sich dies global umsetzen lässt.

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@Hr. Ragaller:
„wie die Häufigkeit der Schadensereignisse in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist – in Übereinstimmung mit den Prognosen der Klimaforschung“

Huh? Und die Häufigkeit ist nicht eingetreten, weil auch mehr versichert ist?
Ich warte seit Jahren auf die Graphik, die mir zeigt, dass die Häufigkeit und Schwere der Stürme zugenommen hat, ebenfalls die von Hochwassern und Dürren. Aber nie kann die mir jemand zeigen. Komisch, nicht?

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Der zitierte Bericht ist eine hervorragende Studie zu den Möglichkeiten und Grenzen der Adaption – nicht nur und nicht einmal primär vom Standpunkt der Versicherung aus. Am konkreten Beispiel wird vorgerechnet, wie überraschend gross die Kosten durch Wetterextreme schon heute sind und wie die Häufigkeit der Schadensereignisse in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist – in Übereinstimmung mit den Prognosen der Klimaforschung. Zwar lohnt es sich, Adaptionsmassnahmen zu ergreifen – der Bericht zeigt aber auch sehr klar deren Grenzen auf vor allem in längerfristiger Perspektive. Nur in Kombination mit energischen Massnahmen zur Reduktion der CO2 Emissionen macht die Adaption Sinn. Der Bericht enthält solide, faktenbasierte Arbeiten von hochkarätigen Institutionen und Experten an den real existierenden Problemen auf wissenschaftlicher Basis statt träumerischem Wunschdenken einer verharmlosenden Skeptiker-Blogosphäre.

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Mal ne dumme Frage

wie kann man sich gegen sowas versichern?
(und gegen die Probleme mit Peak Oil?)

also was serioeses aus der NYT.. smile

„It’s hard to see how this situation is resolved without a major crisis of some kind. Mr. Simpson may or may not get the blood bath he craves this April, but there will be blood sooner or later. And we can only hope that the nation that emerges from that blood bath is still one we recognize.“

http://www.nytimes.com/2010/11/22/opinion/22krugman.html?_r=1&ref=opinion

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David Bresch bietet in diesem Artikel eine überzeugende Sicht auf das Klimaproblem aus der Perspektive einer Versicherung.

Cancun, ein Meilenstein im Versicherungswesen?

Erfrischend direkt und transparent bringt er die Interessen seiner Branche, in der die Swiss Re bestimmt nicht zum Schlusslicht gehört, mit folgendem Satz zum Ausdruck: Deshalb sollen in den Klimaverhandlungen in Cancun Versicherungsinstrumente als integrierte Anpassungsmassnahmen mitberücksichtigt werden.
Doch es geht ihm nicht nur um das Versicherungsgeschäft, gibt er doch auch der Prävention einen hohen Stellenwert. Vorsorgemassnahmen wie bessere Vorwarnsysteme, Planung von Schulen als Notunterkünfte, Bau von Strassen als Entwässerungskanäle erhalten auch beim kürzlich veröffentlichten Uno-Weltbank-Report über Katastrophenschäden (siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,728636,00.html#ref=rss ) einen hohen Stellenwert. David Bresch hat erkannt, dass solche einfachen Präventionsmassnahmen nicht etwa in Konkurrenz zu einer Versicherung bei der Swiss Re stehen, sondern dass diese Präventionsmassnahmen die häufigeren Schadensfälle abdecken müssen. Nur so bleibt den Leuten noch genug Geld übrig (Zitat) zur vorausschauenden Absicherung gegen Ereignisse mit hohem Schadenausmass und geringer Häufigkeit .

Versicherung im Zeichen der Unsicherheit über die Art des Schadens

Einen entscheidenden Schwachpunkt gibt es in der Analyse von David Bresch (scheinbar), das haben auch schon die früheren Kommentare angesprochen: Die Art des zu erwartenden Schadens ist heute noch weitgehend unbekannt. Auch Reto Knutti hat in seinem Artikel über Klimamodellierung (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/04/26/von-der-klimaprognose-zur-anpassungsstrategie-teil-1/ ) darauf hingewiesen, dass zwar alle Klimamodelle ähnliche Erwärmungstrends und -muster voraussagen, dass sie jedoch recht unterschiedliche regionale Auswirkungen prognostizieren. Ein Extremszenario mit schwersten Dürren ab den 2030er Jahren in Südeuropa,grossen Teilen Afrikas, beiden Amerikas und China, wird im Beitrag Blick in eine trockene Zukunft (siehe http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog/klima-und-umwelt/2010-11-17/trockene-zukunft ) vorgestellt. Eine solche Zukunft lässt sich kaum versichern, sollen die Dürren in ihrer Intensität doch das Dust-Bowl-Ereignis in den USA der 1930er Jahre um ein Mehrfaches übersteigen. Es bliebe wohl nur noch die Umsiedelung von beispielsweise Spaniern und Griechen in nördlichere Gefilde, jedenfalls aber müsste die Landwirtschaft in den betroffenen Länder aufgegeben werden, wie das auch während der Dust-Bowl Dürre passierte. Doch wie gesagt, allzuviel Vertrauen sollte man in diese Studie nicht haben: es kann auch ganz anders kommen. Insoweit erscheint der Vorschlag von David Bresch Versicherungsinstrumente als integrierte Anpassungsmassnahmen in Cancun mitzuberücksichtigen als vorausschauend – vorausschauend für die Versicherungsbranche. Hat man einen grossen, möglicherweise global abgedeckten Topf von Klimageldern für Schadensereignisse, kommt es auf die Art des Schadensereignisses möglicherweise gar nicht mehr an. Man nimmt ständig Prämien ein und bezahlt Klimaschäden unterschiedlichster Art daraus, sobald sie einen bestimmtes Niveau übersteigen. Eine Schiedskommission entscheidet aufgrund eines noch zu erarbeitenden Kriterienkatalogs, ob ein Schadensfall in die Kategorie Klimaschaden fällt oder nicht. Der Vorschlag Versicherungsinstrumente als integrierte Anpassungsmassnahmen in Cancun zu verankern, könnte deshalb tatsächlich wegweisend sein für die Versicherungsbranche. Sogar die Länder, die sich eine Versicherung aus finanziellen Gründen gar nicht leisten können werden von David Bresch berücksichtigt (Zitat: Der Tatsache, dass Schwellen- und Entwicklungsländer besonders stark von den Klimaauswirkungen betroffen sind, muss Rechnung getragen werden). Für Entwicklungsländer gibt es dann halt einen anderen Fonds, der von den reicheren Ländern gespeist wird. Ja, auch die Gerechtigkeit darf bei einer wegweisenden Lösung (für die Versicherungsbranche) nicht vergessen werden.

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„Dazu zählen häufigere und schwerere Stürme, Überschwemmungen, Dürren und andere Naturkatastrophen genauso wie der Anstieg des Meeresspiegels, Ernteausfälle und Wasserknappheit.“

Herr Bresch, das klingt wie ein Bibelzitat:

Darum daß die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf die Erde, gehen die Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter.
Das Wild steht auf den Hügeln und schnappt nach der Luft wie die Drachen und verschmachtet, weil kein Kraut wächst. Ach HERR, unsre Missetaten haben’s ja verdient; aber hilf doch um deines Namens willen! denn unser Ungehorsam ist groß; damit wir wider dich gesündigt haben.

Gab es füher keine Naturkatastrophen?
1876-79 :: Drei fast regenfreie Jahre lösten im Norden und in der Mitte Chinas eine große Hungersnot aus, der fast 11,3 Millionen Menschen zum Opfer fielen. In der Provinz Kwangtung hingegen regnete es soviel, dass die Ernte durch Überschwemmungen vernichtet wurde.
1898 :: 36 Millionen Menschen mussten in den Regionen im Süden und im Westen Indiens hungern, da eine Dürre die Ernten vernichtete. Fast eine Millionen Menschen starben den Hungertod.
http://www.naturgewalt.de/duerrechronologie.htm

Eine versicherungstechnische Frage: Angenommen ich habe eine Klimawechselversicherung abgeschlossen, wird die Versicherung die durch starken Regenfall im August, heftigenSchneefall und eine längere Kälteperiode im November, durch einen darauffolgenden trockenen Sommer an meinem Landwirtschaftsbetrieb entstandenen Schäden übernehmen?
Gibt es Messgeräte oder sichere Indizien dafür, dass diese Unwetter NICHT durch den Klimawandel bedingt und deshalb NICHT von der Versicherung gedeckt sind?

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„Deshalb sollen in den Klimaverhandlungen in Cancun Versicherungsinstrumente als integrierte Anpassungsmassnahmen mitberücksichtigt werden“

Sehr geehrter Herr Bresch,

leider bleibt offen, was Ihre Forderung genau beinhaltet.

„Der Tatsache, dass Schwellen- und Entwicklungsländer besonders stark von den Klimaauswirkungen betroffen sind, muss Rechnung getragen werden“

Sie meinen, dass Schwellen- und Entwicklungsländer zwar wachsen, aber die Summe ihrer dadurch mitwachsenden Risiken (Leben, Gesundheit, Infrastruktur, Gebäude usw) noch völlig ungenügend versichern bzw. in Sachen Versicherungsdeckung eher zu Fatalismus als zum europäischen Hang zur Überversicherung neigen?

Möglich, dass nicht „häufigere und schwerere Stürme, Überschwemmungen, Dürren und andere Naturkatastrophen genauso wie der Anstieg des Meeresspiegels (wo, wie viel?), Ernteausfälle und Wasserknappheit“ an sich das Problem bilden, sondern die kontinuierlich wachsende Zahle gefährdeter Objekte und Leben in problematischen Zonen (Pakistan)?

Versicherungstechnisch betrachtet, natürlich auch die fehlende Einsicht bzw. Finanzkraft der Betroffenen für Angebote zur Abdeckung dieser Risiken?

Vielleicht hilft hier der Blick zurück in die Versicherungsgeschichte z. B. der Schweiz, um in etwa eine Vorstellung des Entwicklungstempos und des Durchsetzungsvermögens von Versicherungsangeboten zu gewinnen.

Eher schlecht vorstellbar dagegen: eine aus öffentlichen Mitteln generierte „Weltversicherung“, zumal nach der Umtaufe von „Global Warming“ in „Climate Change“. Eine derartige Versicherung müsste buchstäblich für jeden Schaden einstehen …

http://joongangdaily.joins.com/article/view.asp?aid=2928688

http://www.associatedcontent.com/article/234089/studies_show_global_warming_could_change.html

Um von eher exotischen Szenarien mal abzusehen, wenn Sie bitte etwas konkreter ausführen könnten, was die folgende Forderung angewandt auf Schweizer Verhältnisse in den nächsten Jahren und Jahrzehnten konkret bedeutet …

„Die Klimaanpassung erfordert einen integrierten Ansatz im Umgang mit den Risiken, namentlich das Zusammenspiel von Prävention und Versicherung“

Wie genau passe ich mich als Schweizer Versicherungsnehmer und Bürger dem Klimawandel optimal an? Schaffe ich mir eine warme Jacke an oder beschäftige ich mich besser mit der Kultivierung von Ananas- und Zitrusfrüchten?

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Wie lautet das oberste Gebot der Versicherungsbrache? Suche dir die guten Risiken!
Das heisst versichere Risiken, die kaum je einen Schaden generieren. Jetzt überlegt mal, wieso Versicherungen wie SwissRe und die Münchner Rück mit so grossem Effort auf den AGW-Zug aufgesprungen sind.

noch was:

„Kein verantwortungsbewusster Entscheidungsträger würde ernsthaft erwägen, bis ins Jahr 2030 mit der Klimaanpassung zuzuwarten“

Es hat nie jemand gesagt, man solle sich nicht an Klimaveränderungen anpassen. Man soll sich einfach nicht an Entwicklungen anpassen, die NOCH NICHT geschehen sind

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