ETH-Klimablog - Ernährung & Landwirtschaft - Ist der Klimawandel noch versicherbar?

ETH life zum Thema

Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

Blog-Schwerpunkte

Die Beiträge geordnet nach Wissensgebieten rund um den Klimawandel:
>Klimaforschung
>Umweltfolgen
>Energie
>Mobilität
>Wirtschaft
>Politik
>Stadtentwicklung
>Welternährung
>Nord-Süd

Archive

Ist der Klimawandel noch versicherbar?

10.11.2010 von Doktorandin , ETH Zürich

Haben die Juli-Hitzewochen dieses Jahr bei Ihnen auch Erinnerungen an den Jahrhundertsommer im Jahr 2003 hervorgerufen? Damals stiegen die Preise für landwirtschaftliche Produkte in Europe drastisch an, da in weiten Teilen Europas hohe Ernteausfälle das Ergebnis andauernder Trockenheit waren.

Während die Landwirtschaft in jenem Sommer unter den hohen Temperaturen ächzte, hat die Getränkeindustrie sich über einen gestiegenen Konsum freuen dürfen. In einem regnerischen Sommer würde es allerdings um den Umsatz der Getränkeindustrie anders gestellt sein, und die Landwirte wären zufrieden.

Dieses einfache Szenario zeigt bereits, dass der Umsatz einiger Branchen stark vom Wetter abhängig ist. Zahlreiche andere Bereiche sind ebenso wetterbedingten Umsatzschwankungen ausgesetzt, wie z.B. der Tourismus, die Hersteller von Bekleidung, oder die Vertreiber von Wintersportartikeln – um einige zu nennen. Aus wissenschaftlichen Studien und den IPCC-Berichten ist bekannt, dass durch den Klimawandel die Anzahl der Extremereignisse zunehmen wird. Langfristig dürften sich viele Branchen einer häufigen Abweichung von den für ihr Geschäft einträglichen Wetterbedingungen gegenüber sehen.

Wetterversicherungen – eine Lösung bei Klimawandel?

Als Lösung bei wetterbedingten Risiken kommen Wetterversicherungen – einigen auch als Wetterderivate bekannt – in Betracht. Dies sind Finanzprodukte, die dem Käufer eine Auszahlung zusichern, wenn der Wert eines vorher festgelegten Wetterindizes erreicht wird.

In Anbetracht des Klimawandels könnte der Erwerb einer solchen Versicherung für viele Unternehmen ein Instrument sein, um unliebsame Gewinnschwankungen zu reduzieren. Allerdings gibt es vor dem Kauf einer solchen Versicherung einige Fragen zu klären. In meiner Forschung beschäftige ich mich deshalb damit, ob der Einsatz von Wetterversicherungen in der Landwirtschaft sinnvoll ist, und wie eine Wetterversicherung ausgestaltet sein sollte, um dem Versicherten einen guten Schutz zu bieten.

Ist der Klimawandel noch versicherbar?

Eine grundsätzliche Frage stellt sich allerdings, wenn man über Wetterversicherungen als Anpassungsstrategie nachdenkt: Inwieweit ist der Klimawandel noch versicherbar? Denn schließlich kann eine Versicherung nur auf nicht realisierte Risiken abgeschlossen werden. Ebenso wenig wie eine Gebäudebrandversicherung für ein brennendes Haus abgeschlossen werden kann, ist es dem Inselstaat der Malediven möglich, sich gegen das Versinken aufgrund des unvermeidlichen Anstiegs des Meeresspiegels zu versichern. Demnach wird kein Versicherer ein Produkt anbieten, welches das Risiko eines globalen Temperaturanstiegs abdeckt.

Verträge hingegen, bei denen man sich gegen die Wettereskapaden während eines bestimmten Zeitraums versichert – Wochen oder Monate – sind weiterhin möglich. Denn obwohl über die Auswirkungen des Klimawandels auf globaler Ebene weitgehend Konsens herrscht, ist die Vorhersagbarkeit lokaler Klimaveränderungen noch nicht so weit fortgeschritten. Das ist eine gute Nachricht für diejenigen, die künftig auf Wetterversicherung gegen die Auswirkungen des Klimawandels zurückgreifen wollen.

Zur Autorin

Ines Kapphan schreibt ihre Doktorarbeit am Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich. Zurzeit ist sie Gast-Doktorandin an der Universität Stanford. Persönliches Zitat und Biografie

.

.





Kommentare (36) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

$Kommentar von Ben Palmer. 18.11.2010, 13:34

“Herr Dittmar, mit Ihrem letzten Kommentar werden Sie mir immer unverständlicher und unheimlicher.”

Was verstehen sie daran nicht und was ist unheimlich?

“Man kann es immer noch gratis bekommen, aber man muss dazu schon einen Spaten in die Hand nehmen und die Erde bearbeiten.”

Ja kenne ich und ist mein xtes Hobby!
Aber ich habe das Glueck einen Garten zu haben.
Wie sollen das bitte Millionen Schweizer heute machen?

So wie die Kubaner nach deren Oelkrise 1994?
das ist vielleicht eine Idee. Falls sie das meinen?
http://www.beyondpeak.com/cuba-beyondpeak.html

Also ich wuerde denken man kann das sowieso nicht
auf die Schweiz anwenden aber vielleicht sind ein paar Ideen
gar nicht so schlecht wenn es mal richtig bergab geht
(so wie im 2. Weltkrieg!?)

Also stellen wir jedem Schweizer 100m2 “Gemuese – Garten”
(fast) gratis in der “Naehe” zur Verfuegung (wer will) und das Angebot gilt nur
fuer das naechste Jahr. Wer es nicht nutzt dem wird das wieder
weggenommen und anderen Bewerbern gegeben.

“Aber es ist sicher weniger hart, Teilchen zu studieren, und vor allem ist man von der Unbill des Wetters unabhängig.
Wieviel Menschen kann man mit Teilchenphysik ernähren? Wieviel Energie wird dazu aufgewendet?”

die Antwort ist einfach

0 Menschen kann man damit ernaehren und sehr sehr viel Energie
(etwa die Haelfte der elektrischen Energie vom Kanton Genf)
wird gebraucht.

Aber die Existenz wenigstens ein wenig zu rechtfertigen

Dank der Grundlagenforschung koennen sie und ich
recht gut als Agnostiker auskommen und muessen nicht
mehr jeden Sonntag in die Kirche! (nur wenn wir wollen!)

Brauchen wir noch mehr Erkenntnisse um die
Grenzen des Wachstums zu verstehen?

Brauchen wir noch mehr Opern, Bilder, Grundlagenforschung etc um unsere Beduernisse nach Kultur zu befriedigen.

Ich wuerde sagen ja, muessen sie wirklich soviel Geld und Energie verschlingen wenn das Geld und die Energie knapp ist? Nein!

Aber was ist besser etwas Grundlagenforschung fuer die Energie
oder nutzlose Energieverschwendung in 4×4 Autos
in der Grossstadt?

“Vor 1000 Jahren lag die Lebenserwartung vermutlich bei 40 Jahren.”

Sagen wir vor 10000 Jahren. War die Lebenserwartung dort 40 Jahre? Vielleicht, vielleicht auch nicht. So ungesund scheinen
unkontaktierte Ureinwohner nicht zu leben.
Aber ja vermutlich stimmt das!
Aber die Lebenserwartung in Cuba ist in etwa so wie
in den USA. Ein armes Land mit wenig Energie und
ein reiches Land mit viel Energie ..
warum nur?

“ Wollen Sie wirklich das Rad zurückdrehen?”

Nein, das habe ich doch schon etliche Male geschrieben
das Rad dreht sich von alleine.

Wer den “Winter” nicht kommen sieht wird im besten Fall nur frieren”. Wer sich darauf vorbereitet kann sich auf die Skisaison
beim Tourenski oder Langlauf freuen.

alles klar? oder immer noch unheimlich?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Dittmar, mit Ihrem letzten Kommentar werden Sie mir immer unverständlicher und unheimlicher.
Hier noch ein Beispiel für unsere Sucht
Ihre Sucht? Meine ist es nicht. Aber Geldsucht steckt schon dahinter:
“Die Staatengemeinschaft soll einen Ausgleich dafür zahlen, dass es nicht gefördert wird”
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,728316,00.html
Das Paradies auf Erden! Man wird dafür bezahlt, dass man nichts tut. Damit kann man sich dann die Errungenschaften kaufen, die von anderen mit Hilfe von Energie entwickelt und produziert werden: Medizin, Transport, Technologie, Nahrung.
Bezahlen Sie mir einen Ausgleich dafür, dass ich nicht autofahre?

Vor 10000 Jahren gab es das ueberall gratis man hat “hart gearbeitet” um es zu bekommen
Man kann es immer noch gratis bekommen, aber man muss dazu schon einen Spaten in die Hand nehmen und die Erde bearbeiten.
Aber es ist sicher weniger hart, Teilchen zu studieren, und vor allem ist man von der Unbill des Wetters unabhängig.
Wieviel Menschen kann man mit Teilchenphysik ernähren? Wieviel Energie wird dazu aufgewendet?

Vor 1000 Jahren lag die Lebenserwartung vermutlich bei 40 Jahren. Wollen Sie wirklich das Rad zurückdrehen?
The State of Fear, http://www.crichton-official.com/video-speeches-independent.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Herr Palmer und alle anderen..

Hier noch ein eindrucksvolles Beispiel unserer Sucht!
Mit interessanten Informationen und Missinformationen!

Berlin blockiert Rettung von Dschungel-Paradies

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,728316,00.html

Unter dem artenreichen Regenwald in Ecuador lagert Erdöl, viel Erdöl.

“Über fest installierte Kameras betrachten Forscher eines der artenreichsten Waldgebiete der Welt. Ein Reichtum, der nicht in Geld zu beziffern ist.”

dr Satz sagt alles
“Ein Reichtum der nicht in Geld zu beziffern ist”

und klar die Forscher machen Luxus Urlaub und nennen das Arbeit
auf Kosten der hart arbeitenden ..

der Spiegel ist echt klasse bei solchen Artikeln
fuer jeden was!

(wieviel Oel ist eigentlich viel? Ach die Ueberschrift langt oder
wird schon stimmen!)

wer doch noch weiter liest ..
da steht dann eine Zahl

“In einer Blase unter dem Paradies lagern mindestens 850 Millionen Barrel Rohöl, 13 Prozent der ecuadorianischen Reserven.”

850 Millionen Barrel .. das muss ja echt viel sein oder?

rund 10 Tage weltverbrauch der Oelsuechtigen
(etwas 40 Tage alleine in den USA)
das lohnt sich ja nun wirklich oder?

aber halt 1 Barrel Oel = 80 Dollar auf dem Markt
minus (-x Dollar), dem Aufwand es zu foerdern..

bleiben rund 50 Dollar(?)/Barrel

Toll das kann man rechnen .. rund 40 Milliarden
Geschaeft .. deutlich mehr als die 3.5 Milliarden die
Ecuador gerne haette.

Also der Gegenwert fuer das verbleibende Paradies..

Also was sagt der Suechtige ..

TINA.. there is no alternative

(und nach 10 Tagen brauchen wir einen neuen Schuss
und hoffen wir auf noch ein paar mehr Schuesse….)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

$Kommentar von Ben Palmer. 18.11.2010, 0:26

“So wie es Machtzentren gibt, die die Klimawissenschaft beherrschen?”

Wo sind diese Machtzentren?
Bei Shell, BP, Esso, Saudi-Arabien, …

Wo lagern SIE denn all diese Ware, die sie nicht brauchen?

Nehmen wir das Beispiel “Nahrungsmittel”
und alles tolles was wir damit machen koennen!

Vor 10000 Jahren gab es das ueberall gratis
man hat “hart gearbeitet” um es zu bekommen

Dann hat man entdeckt es im zu verkaufen und
zu verstecken und mit Waffen zu verteidigen.
Das Resultat .. kennen wir alle
Auf einmal gab es Arme und Reiche und Kriege und etc ..

oder nehmen wir das Oel und die elektrische Energie
tolle Sache und “wir brauchen immer mehr davon”.

Nur Pech das Oel muss von weit her kommen
und die Menschen dort wollen es selber nutzen und verkaufen.

Macht nichts.. ab und zu fuehren wir dann Kriege

Die elektrische Energie muss erst produziert werden
und wir brauchen jedes Jahr mehr.. und jetzt

kein Problem wir bauen einfach neue Kraftwerke
koste es was es wolle.

Umweltverschmutzung und Zerstoerung in Nigeria
oder dem Niger (Uran) wenn stoert das schon.

Umweltverschmutzung bei uns .. ja das faengt an zu nerven.
Abfaelle aus Kernkraftwerken.. kein Problem
die lassen wir fuer zukuenftige Generationen
dreckige Kohle.. nein die brauchen wir in der
Schweiz nicht .. aber nun ja die anderen Laender
sollen auch so reich werden wie wir dann ..

CO2 .. hm das koennte ein globales Problem werden..
auch in der Zukunft also machen wir erst mal ordentlich
Konferenzen und blabla ..

und dann schlafen wir erst mal weiter.

“Oder sind Sie eventuell der einzige Suchtresistente auf diesem Planeten?”

Nein, leider (noch) nicht!

“ Für wie dumm halten Sie Ihre Mitmenschen?”

Fuer so dumm wie sie sich machen lassen.
Aber vielleicht kann man das mit Hilfe der Bildung die
Peter Buehler fordert aendern!

“Schon mal was von Sklavenarbeit in anderen Laendern gehoert? In anderen Ländern?”

brauchen sie wirklich Beispiele?

“ Ich habe sie in der Schweiz erlebt; man nannte es damals 48-Stundenwoche. Oft waren es aber mehr; freiwillig, denn für mich ist die Arbeit ein Teil meiner Selbstverwirklichung.”

ich glaube wir wissen beide wovon wir reden!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar:
Haben sie nicht vergessen das sich Machtzentren bilden die die Preise bestimmen.
So wie es Machtzentren gibt, die die Klimawissenschaft beherrschen?

Diese Macher machen dann Leute “anhaengig” (so wie Drogendealer) von einer Ware die sie vielleicht gar nicht brauchen aber dann nicht mehr ohne koennen.
Wo lagern SIE denn all diese Ware, die sie nicht brauchen? Oder sind Sie eventuell der einzige Suchtresistente auf diesem Planeten? Für wie dumm halten Sie Ihre Mitmenschen?

Schon mal was von Sklavenarbeit in anderen Laendern gehoert? In anderen Ländern? Ich habe sie in der Schweiz erlebt; man nannte es damals 48-Stundenwoche. Oft waren es aber mehr; freiwillig, denn für mich ist die Arbeit ein Teil meiner Selbstverwirklichung.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

$Kommentar von Ben Palmer. 17.11.2010, 7:00

“Ihre Version der Apokalypse?”

Je nachdem wie sie das definieren wollen.

Ich wuerde eher sagen nach dem Fruehling und Sommer
kommt der Herbst und der Winter.
Nur wer sich nicht auf den Winter vorbereitet wird das als
Apokalypse empfinden.

“ Wir Menschen sind zwar Produkte des für die natürliche Artenerhaltung unabdingbaren Wachstums (Stichwort Biodiversität!), aber Sie sprechen von wirtschaftlichem Wachstum.”

Genau schauen wir uns doch mal verschiedene Oekosysteme
an und was mit Hefe im geeigneten Milieu passiert

waechst und waechst .. und macht einen Dieoff

“ Sie bedauern, dass das Wachstum langsam bergab geht, aber Ihre einzige Lösung scheint zu sein, den Wachstumsabbruch durch dirigistische Massnahmen (Weltregierung?) vorzuziehen.”

Nein, zum x-ten Male ich propagiere die lokale
Loesung fuer globale Probleme.

Mit Glueck gibt es dann vielleicht sowas wie eine
Beispielwirkung der Schweizer (Berfuehrer) beim Abstieg
im Gewitter..

“Nach dem Gejammer in Ihrem Kommentar über fehlende Ethik und Moral möchte ich gerne wissen, wem Sie diese Aufgabe der Wachstumsdekonstruktion anvertrauen wollen. Denken sie eher an einen demokratischen Prozess oder die Diktatur einer Nomenklatura?”

Siehe oben .. “lokale Loesungen von den Menschen selber geschaffen.”

Wer es nicht will, wird untergehen und vermutlich Milliarden
von Menschen mit in den Abgrund zwingen.

“Wie wäre es mit natürlicher Auslese.”

Das ist eine Moeglichkeit .. nicht gerade ein angenehmer Gedanke
das wir uns selber durch “Kriege” in die Steinzeit bringen.

Aber ja, wir bemuehen uns genau das zu machen.
(20000 nukleare Sprengkoepfe warten noch auf ihren Einsatz)

Also wiederum mit Einstein:

I know not with what weapons World War III will be fought, but World War IV will be fought with sticks and stones.

Wenn die Wasserreserven in einem Wasserloch zu Ende gehen, zieht die Karawane weiter oder sie geht unter …

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Ben Palmer. 17.11.2010, 6:39

“Der kalifornische Staat ist kein freier Marktteilnehmer. Er verwaltet Kapital, das er von den Bürgern unter Zwangsandrohung erhalten hat.”

Ah, was gibt es denn in Kalifornien? Eine Diktatur?

“Wo habe ich in meinem Beispiel Lohn erwähnt?”

Genau, das haben sie vergessen. Die meisten Menschen
verkaufen eben doch ihre Arbeit. Da hatte K.M. schon irgenwo recht!

“Fairness ist eine menschliche Verhaltensweise, nicht ein Attribut eines Systems.”

Und das System ist vom Menschen gemacht?

“Meine Analogie weitergesponnen: Mein Eierhandel blüht, ich baue den Hühnerhof aus, lege mir mehr Hühner zu (natürlich bei gleichem Lohn für gleiche Arbeit). Mein Futterlieferant ist am Ende seiner Kapazität erhöht die Preise (Angebot/Nachfrage). Ich beschliesse, den Mais selbst anzubauen. Dazu brauche ich einen Traktor, einen Pflug, eine Erntemaschine, einen Silo. Mir fehlt natürlich das Geld dazu. Also überzeuge ich meine Verwandten und Nachbarn, mir Geld zu leihen, mit dem Versprechen, es mit Zinsen (der Frucht meiner Arbeit) zurückzubezahlen. Ich habe damit eine Aktiengesellschaft gegründet. Freie Marktwirtschaft, noch Fragen?”

und ja klar. Haben sie nicht vergessen das sich Machtzentren
bilden die die Preise bestimmen.
Diese Macher machen dann Leute “anhaengig” (so wie Drogendealer) von einer Ware die sie vielleicht gar nicht brauchen
aber dann nicht mehr ohne koennen.

Man muss schliesslich den Markt am Leben halten.

“Ob sich dann Politiker von mir kaufen lassen, wenn ich sie denn kaufen lassen wollen, ist wohl eher eine Frage der individuellen Ethik als eines Systems.”

Warum werden die “Kaeufer” der Politiker nicht hart bestraft?
Lesen sie mal ein paar Artikel ueber Italien.

“ Obwohl es ganze Staaten gibt, die auf Korruption aufbauen (insbesondere sozialistische Staaten).”

Haben sie ein paar Beispiele (sogenannte sozialistische Staaten,
ja welche gibt es denn noch?) von Korruptionsaffaeren
der letzten Jahre?

nur Siemens zum Beispiel!

“Ich bin erstaunt: Sie sprechen dauernd von Systemen, denken aber nicht systemweit? ”

sie meinen global vermute ich?

Doch doch, der Ausgleich ist nicht zu vermeiden ausser natuerlich
wenn man die Macht hat..

Das war aber nicht der Punkt!

Schon mal was von Sklavenarbeit in anderen Laendern gehoert?
Gut fuer die Aktienkurse aber schlecht fuer die Moral.

“Nehmen Sie doch einen Schraubenzieher in die Hand und öffnen Sie Ihren PC. Was lesen Sie da auf den Bauteilen? Made in China. Nein Sie brauchen sich nicht zu schämen, Sie sollten froh sein, denn ohne diese Bauteile aus China könnte Ihr Arbeitgeber es sich nicht leisten, Ihnen einen PC zur Verfügung zu stellen.”

Richtig, die Machverhaeltnisse verschieben sich.
Ist China nun ein kapitalistisches Land oder nicht?

“Abgesehen davon, haben Chinesen nicht auch ein Anrecht auf Arbeit und Lohn?”

absolut, nur leider leider kann nicht jeder Chinese und Afrikaner
etc so leben wie ein durchschnittlicher Schweizer, Deutscher etc.

So ist das mit endlichen Ressourcen. Welcome on Board of the
real world!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@M. Dittmar: Das Wachstum ist offensichtlich auf einem Plateau angekommen und allem Anschein nach wird es jetzt erst langsam aber dann immer schneller bergab gehen.
Ihre Version der Apokalypse? Wir Menschen sind zwar Produkte des für die natürliche Artenerhaltung unabdingbaren Wachstums (Stichwort Biodiversität!), aber Sie sprechen von wirtschaftlichem Wachstum. Sie bedauern, dass das Wachstum langsam bergab geht, aber Ihre einzige Lösung scheint zu sein, den Wachstumsabbruch durch dirigistische Massnahmen (Weltregierung?) vorzuziehen. Nach dem Gejammer in Ihrem Kommentar über fehlende Ethik und Moral möchte ich gerne wissen, wem Sie diese Aufgabe der Wachstumsdekonstruktion anvertrauen wollen. Denken sie eher an einen demokratischen Prozess oder die Diktatur einer Nomenklatura?
Wie wäre es mit natürlicher Auslese. Wenn die Wasserreserven in einem Wasserloch zu Ende gehen, zieht die Karawane weiter oder sie geht unter …

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 16.11.2010, 22:54
Zum Thema freie Marktwirtschaft:
bekomme ich eher den Eindruck Wucher und Betrug sind die Regel in unserem System!
Von welchem System sprechen Sie? Der kalifornische Staat ist kein freier Marktteilnehmer. Er verwaltet Kapital, das er von den Bürgern unter Zwangsandrohung erhalten hat.

Also, was sie beschreiben ist sowas wie fairer Handel
(gleicher Lohn fuer gleiche Arbeit oder so aehnlich)

Meinen Sie damit die Hühner? Wo habe ich in meinem Beispiel Lohn erwähnt? Fairness ist eine menschliche Verhaltensweise, nicht ein Attribut eines Systems.

Wenn ich unser System beobachte gibt es aber schon sowas wie grosse Eigentuemer (und Aktionaere) von Fabriken, Banken etc. Und diese bestimmen dir Richtung, kaufen Politiker und trinken nicht mal mehr nur heimlich Wein.
Meine Analogie weitergesponnen: Mein Eierhandel blüht, ich baue den Hühnerhof aus, lege mir mehr Hühner zu (natürlich bei gleichem Lohn für gleiche Arbeit). Mein Futterlieferant ist am Ende seiner Kapazität erhöht die Preise (Angebot/Nachfrage). Ich beschliesse, den Mais selbst anzubauen. Dazu brauche ich einen Traktor, einen Pflug, eine Erntemaschine, einen Silo. Mir fehlt natürlich das Geld dazu. Also überzeuge ich meine Verwandten und Nachbarn, mir Geld zu leihen, mit dem Versprechen, es mit Zinsen (der Frucht meiner Arbeit) zurückzubezahlen. Ich habe damit eine Aktiengesellschaft gegründet. Freie Marktwirtschaft, noch Fragen?
Ob sich dann Politiker von mir kaufen lassen, wenn ich sie denn kaufen lassen wollen, ist wohl eher eine Frage der individuellen Ethik als eines Systems. Obwohl es ganze Staaten gibt, die auf Korruption aufbauen (insbesondere sozialistische Staaten).

Gleichzeitig werden ganze Regionen erpresst mit “wenn ihr nicht das tut was wir wollen dann gehen wir eben nach China oder sonstwo”
Ich bin erstaunt: Sie sprechen dauernd von Systemen, denken aber nicht systemweit? Nehmen Sie doch einen Schraubenzieher in die Hand und öffnen Sie Ihren PC. Was lesen Sie da auf den Bauteilen? Made in China. Nein Sie brauchen sich nicht zu schämen, Sie sollten froh sein, denn ohne diese Bauteile aus China könnte Ihr Arbeitgeber es sich nicht leisten, Ihnen einen PC zur Verfügung zu stellen.
Abgesehen davon, haben Chinesen nicht auch ein Anrecht auf Arbeit und Lohn? Und ist es nicht besser, die chinesische Bevölkerung an den modernen Technologien teilhaben zu lassen (übrigens eine prominente Forderung an IPCC-Konferenzen) und ihnen Arbeit zuzuhalten, als ihnen Milliarden an Entwicklungshilfe zu überweisen. In beiden Fällen kommt das Geld aus Ihrer Tasche: Entweder Sie bezahlen den Chinesen die Bauteile und haben dafür einen PC, oder Sie bezahlen Entwicklungshilfe über die Steuern und haben nichts davon, ausser weniger Geld zur freien Verfügung.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Hallo Herr Palmer,

$Kommentar von Ben Palmer. 16.11.2010, 16:23

“Eine freie Marktwirtschaft verhindert weder Betrug noch Irreführung noch Wucher (die selben “Delikte” finden sich auch in simpelsten zwischenmenschlichen Beziehungen), aber sie lässt die Möglichkeit offen, dass ein Mitbewerber in solchem Gebahren eine Marktlücke findet, um mit niedrigeren Prämien höhere Umsätze zu erzielen.”

Sehr interessant! Wenn ich die Zeitungen lese bekomme ich
eher den Eindruck Wucher und Betrug sind die Regel
in unserem System!

zum Beispiel hier:
“California Will Default On Its Debt, Says Chris Whalen”
http://finance.yahoo.com/tech-ticker/california-will-default-on-its-debt-says-chris-whalen-535616.html?tickers=%5Edji,%5Egspc,%5Eixic,%5Etnx,tlt,tbt

aber nun zum Thema
$Kommentar von Michael Dittmar. 16.11.2010, 8:23
“Ihr Kommentar umfasst ein (allzu) breites Spektrum, ich werde deshalb nur auf einige Punkte eingehen.”

Schade, ich haette gerne ihre Meinung zur Frage der
begrenzten Ressourcen und dem “freien Mark” gehoert.

<>

“Nennen wir es freie Marktwirtschaft.”

Einverstanden. Aber dann eben die Frage zu ihrer Definition:

“Und es handelt sich nicht um ein System mit festen Regeln, Manifesten oder einem Parteibuch, sondern es handelt sich um eine natürliche Ordnung sozialer Interaktion.
Ich habe einen Hühnerhof, der mehr Eier produziert, als ich essen mag. Mein Nachbar hat einen Kartoffelacker, er erntet mehr Kartoffeln, als er essen kann. Er gibt mir Kartoffeln ab, wenn ich ihm im Gegenzug Eier abgebe. Inzwischen haben andere Nachbarn auch Lust auf Rösti mit Spiegeleiern, haben aber die Zutaten nicht. Einer der Nachbarn wohnt in einem Wald und versteht es, aus Holz Gebrauchsgegenstände herzustellen. Seither essen wir unsere Rösti auf Tisch und Stühlen.
Inzwischen ist die Nachfrage nach Eiern gestiegen, ich habe die “Preise” erhöht. Dann sind Andere auf die selbe Idee gekommen und ich musste aufgrund der Konkurrenz die Preise wieder senken, konnte aber das Angebot dank Anstellung eines Gehilfen weiter steigern.
Das ist freie Marktwirtschaft, was ist daran asozial?”

Also, was sie beschreiben ist sowas wie fairer Handel
(gleicher Lohn fuer gleiche Arbeit oder so aehnlich)

Wenn ich unser System beobachte gibt es aber
schon sowas wie grosse Eigentuemer (und Aktionaere) von Fabriken, Banken etc. Und diese bestimmen dir Richtung,
kaufen Politiker und trinken nicht mal mehr nur heimlich Wein.

Gleichzeitig werden ganze Regionen erpresst
mit “wenn ihr nicht das tut was wir wollen dann gehen wir eben
nach China oder sonstwo”

Nehmen Sie nur die Drohung der Stromkonzerne in Deutschland
bei einer kleinen Steuer auf die Brennelemente
alle KKW’s sofort abzustellen.

Das Resultat, die Regierung hat schon die Idee sofort zurueck genommen. Brauchen Sie noch mehr Beispiele
und zum Beispiel Ethik?

“Waffenproduzenten und der Waffenexport in Kriegsgebiete”

am besten an beide Seiten liefern so wie damals Krupp in Deutschland. Mit Kriegen laesst sich sehr gut Geld machen.

Aber zurueck zu ihrem Beispiel das man in der Schule so lernen
kann. Was passiert eigentlich mit den hart arbeitenden Bauern
in der Schweiz und anderswo? Die werden doch gerade nieder gemacht. Von wegen gleicher Lohn fuer gleiche Arbeit.

Gehen sie mal Obst und Gemuese im Supermarkt kaufen
und schauen sie wo das im Winter produziert wird.

Kenia zum Beispiel .. nicht gerade ein Land wo es genug
fuer die Menschen zu essen gibt.

Dann “Bio” Treibstoffe (was daran Bio ist nun ja)

wie kann sowas moeglich sein wenn rund jeder 6. Mensch
hungrig zu Bett geht.
Noch fragen zur Moral?

und dann bleibt immer noch das Problem mit der
tragedy of the commons
G. Hardin (einfach danach googlen)

“ Ich brauche dazu keine Ideologie, kein System, keine Vorbeter. Noch Fragen?”

Ja jede Menge. Ihre “keine Ideologie” ist auch eine.
Sie und ich haben nur das Glueck noch im “happy” Teil der
Welt zu leben wo wir ohne Nachdenken die noch verbleibenden
Ressourcen verschleudern koennen wie es uns Spass zu machen
scheint.

Aber das ist bald vorbei! Lesen sie nur mal den Bericht der IEA
zum World Energy Outlook 2010.

Sie schreiben dazu:

“Das Wachstum wird irgendwann enden. Wann?”

Wie gesagt schauen sie sich einfach den Bericht der IEA
mal etwas kritisch an. Das Wachstum ist offensichtlich
auf einem Plateau angekommen und allem Anschein nach
wird es jetzt erst langsam aber dann immer schneller bergab gehen.

Die Frage die sich Peak-Oiler stellen ist eben auch
wie lange muss man sich darauf vorbereiten
um es mit so wenig Schmerzen wie moeglich
zu ueberstehen. Und Westeuropa schaffte es ja noch nicht mal
eine Krise in den USA zu ueberleben!

Mehr zum Beispiel hier:
http://news.yahoo.com/s/afp/20101115/ts_alt_afp/usenergyrenewableoilinvestment

oder hier
http://www.energybulletin.net/stories/2010-11-15/review-impending-world-energy-mess-robert-hirsch-roger-bezdek-and-robert-wendling

“ Hier geht es wie bei Versicherungen um das Abwägen von Risiken und den daraus entstehenden Folgen. Es besteht immer noch die Chance, dass der Schaden nicht eintritt, oder dass die Folgen nicht so schwerwiegend sind, weil bis dann Alternativen entwickelt wurden. Aber wenn der Schadensfall eintritt, muss ich mich damit abfinden.”

genau, deshalb macht man ja so eine einfache Spieltheorie
(und was sind die Konsequenzen

Fact ist
Peak Oil oder
Co2 Problem aktion ja aktion nein

ist falsch im schlimmsten keine Konsequenz
Fall blamieren wir uns

ist richtig wir verhindern Sie sterben!
das schlimmste

(choose wisely!)

Sie wollen die Entscheidung über den Zeitpunkt des Eintritts des Schadensfalles und dessen Folgen an Menschen delegieren?

Ja genau! An uns alle! Baue ein Boot heisst es so schoen!

“Wer fällt Ihnen denn da als geeigneter, selbstloser, gerechter “Führer” ein? Eine Weltregierung unter der Führung von Politikern, die, wie alle Menschen, eben Menschen sind?”

Nein, das hat man schon versucht und hat noch nie richtig geklappt
und Gandhis werden immer recht schnell ermordet!

Deshalb .. wir alle muessen in den sauren Apfel beissen
und selber nachdenken und uns eben lokal
organisieren (global denken, lokal handeln)
und versuchen das beste draus zu machen.

“Gerecht? Was ist an der Natur gerecht? Was ist am Leben gerecht? Ist Gerechtigkeit ein Naturgesetz? Die Natur macht nicht in Philosophie, sie hat keine hehren Ziele.”

Da kann ich sogar zum Teil zustimmen!

“ Ist es gerecht, dass Kinder in Beduinenzelten zur Welt kommen und kaum Chancen auf Ausbildung, Zugang zu medizinischer Pflege, Besitz eines PCs haben?”

ich wuerde es anders formulieren:

Ist es gerecht den Beduinenkindern das bischen Wasser
was sie brauchen auch noch zu stehlen nur damit bei uns
mit dem Uran aus dem Niger die Lichter nicht ausgehen?

“ Falls Sie mehr über die “Gefahren” des Passivrauchen erfahren wollen, können wir uns gerne in einem andern Forum darüber unterhalten. Sie würden Staunen, wie viele Parallelen es zur Klimadebatte gibt.”

Nein, kein Bedarf! Ich bin nur froh dass auch ich wieder
mal ins Restaurant oder in die Bar gehen kann
ohne das meine Augen hinter brennen und meine Kleidung
stinkt wie sonstwas.

Eine neue Freiheit fuer mich und viele andere
wenn sie so wollen durch die vernuenftige Einschraenkung der Freiheit anderer. Eine Notwendige Konsequenz wenn man
in grossen Menschengruppen lebt!
(so wie Ampeln im Strassenverkehr!)

wo ist ihr Problem?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Um nochmals auf meinen Hinweis zurückzukommen, dass Versicherungen mit Hilfe von “pro-aktiver Meinungsbildung” leichtes Spiel haben, ihre Prämien festzulegen, vor allem wenn sie Unterstützung bekommen von institutionellen Angstmachern. Es genügt, diskret das Wort “Konsens” einfliessen zu lassen.
Überzeugen wir die Landwirte, dass in den nächsten Jahren an einigen Orten in der Schweiz die Erde austrocknen, an anderen unter Dauerüberflutung leiden wird, dann werden die Versicherungen mehr Nachfrage erfahren und die Prämien erhöhen.

“RMS, a multimillion-dollar company that helps insurers estimate hurricane losses and other risks, brought four hand-picked scientists together in a Bermuda hotel room.

There, on a Saturday in October 2005, the company gathered the justification it needed to rewrite hurricane risk. Instead of using 120 years of history to calculate the average number of storms each year, RMS used the scientists’ work as the basis for a new crystal ball, a computer model that would estimate storms for the next five years.

The change created an $82 billion gap between the money insurers had and what they needed, a hole they spent the next five years trying to fill with rate increases and policy cancellations.

RMS said the change that drove Florida property insurance bills to record highs was based on “scientific consensus.””
http://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/11/82-billion-prediction.html

Eine freie Marktwirtschaft verhindert weder Betrug noch Irreführung noch Wucher (die selben “Delikte” finden sich auch in simpelsten zwischenmenschlichen Beziehungen), aber sie lässt die Möglichkeit offen, dass ein Mitbewerber in solchem Gebahren eine Marktlücke findet, um mit niedrigeren Prämien höhere Umsätze zu erzielen.

Kommentar von Michael Dittmar. 16.11.2010, 8:23
Ihr Kommentar umfasst ein (allzu) breites Spektrum, ich werde deshalb nur auf einige Punkte eingehen.
Na wie wollen wir das weltweite System denn nennen
Kapitalismus, freie (soziale?) Marktwirtschaft etc?

Nennen wir es freie Marktwirtschaft. Und es handelt sich nicht um ein System mit festen Regeln, Manifesten oder einem Parteibuch, sondern es handelt sich um eine natürliche Ordnung sozialer Interaktion.
Ich habe einen Hühnerhof, der mehr Eier produziert, als ich essen mag. Mein Nachbar hat einen Kartoffelacker, er erntet mehr Kartoffeln, als er essen kann. Er gibt mir Kartoffeln ab, wenn ich ihm im Gegenzug Eier abgebe. Inzwischen haben andere Nachbarn auch Lust auf Rösti mit Spiegeleiern, haben aber die Zutaten nicht. Einer der Nachbarn wohnt in einem Wald und versteht es, aus Holz Gebrauchsgegenstände herzustellen. Seither essen wir unsere Rösti auf Tisch und Stühlen.
Inzwischen ist die Nachfrage nach Eiern gestiegen, ich habe die “Preise” erhöht. Dann sind Andere auf die selbe Idee gekommen und ich musste aufgrund der Konkurrenz die Preise wieder senken, konnte aber das Angebot dank Anstellung eines Gehilfen weiter steigern.
Das ist freie Marktwirtschaft, was ist daran asozial? Ich brauche dazu keine Ideologie, kein System, keine Vorbeter. Noch Fragen?

Sobald die Gesellschaft das Problem des endenden Wachstums erkennt dann werden wir alle eine Reduktion akzeptieren muessen. Ich habe kein Problem damit wenn das so gerecht wie moeglich funktioniert.
Das Wachstum wird irgendwann enden. Wann? Hier geht es wie bei Versicherungen um das Abwägen von Risiken und den daraus entstehenden Folgen. Es besteht immer noch die Chance, dass der Schaden nicht eintritt, oder dass die Folgen nicht so schwerwiegend sind, weil bis dann Alternativen entwickelt wurden. Aber wenn der Schadensfall eintritt, muss ich mich damit abfinden.
Was Sie vorschlagen ist, dass wir durch Zwangsmassnahmen aus dem Risiko ein realisiertes Risiko machen, Eintretenswahrscheinlichkeit = 100%, also den Schadensfall provozieren. Ich habe keine Wahl, ich muss mich mit dem künstlich erzeugten Schadensfall abfinden. Und niemand kann Ausweichszenarien anbieten.

Sie wollen die Entscheidung über den Zeitpunkt des Eintritts des Schadensfalles und dessen Folgen an Menschen delegieren? Wer fällt Ihnen denn da als geeigneter, selbstloser, gerechter “Führer” ein? Eine Weltregierung unter der Führung von Politikern, die, wie alle Menschen, eben Menschen sind?

Gerecht? Was ist an der Natur gerecht? Was ist am Leben gerecht? Ist Gerechtigkeit ein Naturgesetz? Die Natur macht nicht in Philosophie, sie hat keine hehren Ziele. Ist es gerecht, dass Kinder in Beduinenzelten zur Welt kommen und kaum Chancen auf Ausbildung, Zugang zu medizinischer Pflege, Besitz eines PCs haben? War es gerecht, dass Haiti durch ein Erdbeben zerstört wurde? War es gerecht, dass unsere Vorfahren durch Seuchen dahingerafft wurden?

Ja und 20 Jahre spaeter sagt ihnen jemand selbst passiv Rauchen ist gefaehrlich und wer soll diese Folgen zahlen?
Wissen Sie, ob Sie gesund sterben werden? Man wird Ihnen dann vielleicht sagen, dass das Leben gefährlich ist und dass viele Krankheiten enorme Kosten verursachen. Wer soll die Folgen Ihrer Krankheit bezahlen? Die Versicherungen, ja, aber die Versicherungen holen das Geld bei den Versicherten,jedes jahr etwas mehr. Aber nicht wegen des Passivrauchens.
Falls Sie mehr über die “Gefahren” des Passivrauchen erfahren wollen, können wir uns gerne in einem andern Forum darüber unterhalten. Sie würden Staunen, wie viele Parallelen es zur Klimadebatte gibt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Zitat: Aus wissenschaftlichen Studien und den IPCC-Berichten ist bekannt, dass durch den Klimawandel die Anzahl der Extremereignisse zunehmen wird.
Versicherungen abzuschliessen ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, sich auf Wetter-Extreme einzustellen. Das zeigt der folgende Spiegel-Bericht über einen Uno-Weltbank-Report mit der Überschrift Experten warnen vor dramatisch höheren Katastrophenschäden (siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,728636,00.html#ref=rss ).
Folgende Vorsorgemassnahmen werden in diesem Bericht vorgeschlagen, um die Anzahl der Toten (3.3 Millionen Tote durch Naturgewalten seit 1970) und die Schäden an Hab und Gut (1.7 Billionen Euro in den letzten 40 Jahren) zu reduzieren:
- Bessere Vorwarnsysteme (Meteo-Vorhersagen sind heute gut)
- Infrastrukturen (Strassen, Brücken) im Schuss halten
- Schulen als zusätzliche Notunterkünfte planen
- Strassen als Entwässerungskanäle anlegen
- Stärkung von Besitzrechten (Eigentum stärkt Vorsorge)

Ich erwarte persönlich, dass nicht Extremereignisse die schlimmsten Folgen der globalen Erwärmung sind, sondern dauerhafte Degradierungen von Lebensräumen. Allerdings können Extremereignisse auch zur anhaltenden Verschlechterung von Lebensbedingungen beitragen, vor allem wenn sie gehäuft vorkommen. Nach Kathrina kamen viele Schwarze nicht mehr zurück nach New Orleans und hätte es schon kurz nach Kathrina wieder eine schwere Überschwemmung New Orleans gegeben, wäre das Schicksal der Stadt möglicherweise besiegelt gewesen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

“Versicherungen und Klimawandel”

Oder wie die Versicherten die “Konsens”-Folgen zu spüren bekommen …

http://www.heraldtribune.com/article/20101114/ARTICLE/11141026/2055/NEWS?p=all&tc=pgall&tc=ar

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

$Kommentar von Ben Palmer. 16.11.2010, 0:44

Herr Palmer,

wie waere es mit einer Dosis Relax, keep cool?

“Von welchem System und von welcher Alternative sprechen Sie?”

Na wie wollen wir das weltweite System denn nennen
Kapitalismus, freie (soziale?) Marktwirtschaft etc?

Alternativen? Mit dem Untergang des
1. Schwimmers (des sogenannten realen Sozialismus)
bleibt es ja nur auf den unausweichlichen Untergang des 2. zu warten. Danach sehen wir weiter!
(der Schwimmer ist nicht mehr in sehr guter Form
und wird nur durch die (Geld) Papierpresse vom
Staat am Leben erhalten. So ist es doch mit der
Marktwirtschaft.)

“ Unterstellen Sie mir, Teil dieses Systems zu sein? ”

Nein wie kommen Sie darauf?

“Unterstellen Sie mir, dass für mich Geld über alles geht und dass ich auf Moral pfeife?”

Nein, aber ich unterstelle Ihnen mehr Aufmerksamkeit
fuer Nebenschauplaetze, wie einen A. Gore und sein
heimliches Weintrinken, zu haben.

Hatten wir nicht gerade ein “erfolgreiches G20 Meeting”
und niemand regt sich ueber dessen Kosten auf?

“ Setzen SIE die Massstäbe für Moral, und wenn ja welche?”

Nein, nehmen wir doch einfach die Erklaerung der
Menschenrechte der Uno.

Oder das Gebot der Nachhaltigkeit?

Zukuenftige Generationen sollen die gleichen oder
bessere Chancen haben wie wir.

“Verdienen Sie kein Geld? Lehnen Sie Ihre (staatlich garantierten?) Gehaltserhöhungen systematisch ab, weil sie nicht mit Ihrer Moral verträglich sind?”

Das ist ein guter Punkt.
Ich wuerde sagen: Sobald die Gesellschaft das Problem
des endenden Wachstums erkennt
dann werden wir alle eine Reduktion akzeptieren
muessen. Ich habe kein Problem damit wenn
das so gerecht wie moeglich funktioniert.

Dagegen wenn ich auf Benzin verzichten muss
aber mein “Nachbar” weiter mit seinem grossem
Luxusauto weiter durch die Gegend faehrt
und mich oder andere Fahrrad Fahrer ueber den Haufen
(ungestraft) faehrt dann bin ich damit nicht einverstanden.

Aber ja, ich bin ganz offen fuer Ideen auf dem Weg
nach unten.

Die Oekonomie nach dem Oelpeak und im Decline
muss erst noch erfunden werden.

Das Beispiel Russland nach dem Kollaps
der Sowjetunion wuerde ich gerne vermeiden!

“Ihre und meine politischen Ansichten, die offenbar diametral auseinanderlaufen, liegen ausserhalb des Themenbereichs dieses Blogs und stehen nicht zur Diskussion.”

Wirklich? Warum? Ich kenne ihre politischen Ansichten
fuer den unausweichlichen Weg nach unten beim
Energieverbrauch nicht!

Das ist doch genau das Thema hier
(aus Gruenden des Klimawandels oder einfach weil
die Ressourcen nicht da sind?)

Welchen Weg schlagen sie vor?

“Ich lasse mich nicht einem “System” zuordnen, ich pflege, meine Entscheidungen ohne dogmatische Bindungen, nur aufgrund meiner persönlichen Überzeugungen und meines Wissens, zu treffen.”

Prima, dann haben wir ja doch eine gemeinsame Basis!

“Mein Hinweis darauf, dass Versicherungen dank der latenten Furcht vor den Folgen des Klimawandels eher in der Lage sind, ihre Prämien in die Höhe zu fahren, sollte zeigen, dass Vericherungen u. U. davon profitieren können, dass der Klimawandel auch von “unabhängigen” Institutionen als besonders bedrohlich dargestellt wird.”

oder eben auch so dass man damit noch Geld verdienen
kann. Wer glaubt man kann das gar nicht versichern
weil die Kosten unglaublich gross werden koennen
(wie bei einem Gau in einem Kernkraftwerk)
scheint auch Recht zu haben..

“Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, solange der freie Markt spielt:
- Niemand ist verpflichtet eine Versicherung gegen Folgeschäden des Klimawandels abzuschliessen.”

Nein, aber alle muessen die Folgen tragen
auch wenn sie noch nicht mal von den endlichen
fossilen (und dem Uran) Energiequellen
profitiert haben.

“- Ich kann für mich selbst entscheiden, ob mir das kommunizierte Risiko die Prämie wert ist”

Aber beim Klimawandel spielen wir nicht
ja oder nein bei der Praemie und ob man damit Geld machen kann, sondern eher sowas wie russisches Roulette
und richten den Revolver auf unsere Nachkommen!

“Ich kann in gewissen Masse auch bei der Krankenversicherung durch meine persönliche Einschätzung der Risiken eine Veränderung der Prämie bewirken”

Ja und 20 Jahre spaeter sagt ihnen jemand
selbst passiv Rauchen ist gefaehrlich
und wer soll diese Folgen zahlen?

“Ganz entziehen kann ich mich der Versicherung allerdings nicht (auch wenn mein Vermögen jedes mögliche Risiko abdecken würde), sie ist obligatorisch.”

Genau, und was ist mit zukuenftigen Generationen?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@M. Dittmar: Genau, das ist doch unser System welches wir alle so “lieben” und glauben es gibt keine Alternative!

Was ist daran schlecht wenn Leute Geld verdienen wollen?
Das ist doch nun der Kernpunkt unseres Systems
Geld geht ueber alles und auf eine Moral pfeifen wir
schon lange.

Von welchem System und von welcher Alternative sprechen Sie? Unterstellen Sie mir, Teil dieses Systems zu sein? Unterstellen Sie mir, dass für mich Geld über alles geht und dass ich auf Moral pfeife? Setzen SIE die Massstäbe für Moral, und wenn ja welche?

Verdienen Sie kein Geld? Lehnen Sie Ihre (staatlich garantierten?) Gehaltserhöhungen systematisch ab, weil sie nicht mit Ihrer Moral verträglich sind?

Ihre und meine politischen Ansichten, die offenbar diametral auseinanderlaufen, liegen ausserhalb des Themenbereichs dieses Blogs und stehen nicht zur Diskussion.

Ich lasse mich nicht einem “System” zuordnen, ich pflege, meine Entscheidungen ohne dogmatische Bindungen, nur aufgrund meiner persönlichen Überzeugungen und meines Wissens, zu treffen. Und das bringe ich auch in meinen Kommentaren zum Ausdruck.

Mein Hinweis darauf, dass Versicherungen dank der latenten Furcht vor den Folgen des Klimawandels eher in der Lage sind, ihre Prämien in die Höhe zu fahren, sollte zeigen, dass Vericherungen u. U. davon profitieren können, dass der Klimawandel auch von “unabhängigen” Institutionen als besonders bedrohlich dargestellt wird.
Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, solange der freie Markt spielt:
- Niemand ist verpflichtet eine Versicherung gegen Folgeschäden des Klimawandels abzuschliessen.
- Ich kann für mich selbst entscheiden, ob mir das kommunizierte Risiko die Prämie wert ist und ob ich persönlich das Risiko auch so einschätzen will.
- Wenn gewisse Versicherer über die Stränge hauen, öffnet das Gelegenheiten für Mitbewerber, die das Risiko niedriger einschätzen, in den Markt einzudringen oder Marktanteile zu gewinnen.

Ich kann in gewissen Masse auch bei der Krankenversicherung durch meine persönliche Einschätzung der Risiken eine Veränderung der Prämie bewirken, indem ich den Selbstbehalt festlege. Ganz entziehen kann ich mich der Versicherung allerdings nicht (auch wenn mein Vermögen jedes mögliche Risiko abdecken würde), sie ist obligatorisch.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Palmer,

Prima, damit koennen wir zum interessanten Punkt
ihres Beitrages kommen!

(“@Ines Kapphan, wenn Sie, wie die Herren Holzherr und Dittmar, der Ansicht sind, mein Kommentar sei unfair oder gar böswillig, dann bitte ich Sie um Entschuldigung für meine vielleicht missverständliche Formulierung.”)

“Und weiter zur Sache. Mein Hinweis darauf, dass Versicherungen dank der latenten Furcht vor den Folgen des Klimawandels eher in der Lage sind, ihre Prämien in die Höhe zu fahren, bestätigt sich jetzt in Bezug auf die Gebäudeversicherungen in Florida.”

Genau, das ist doch unser System welches wir alle
so “lieben” und glauben es gibt keine Alternative!

Was ist daran schlecht wenn Leute Geld verdienen wollen?
Das ist doch nun der Kernpunkt unseres Systems
Geld geht ueber alles und auf eine Moral pfeifen wir
schon lange.

Wie war das nochmal mit den Exporten von
Kriegsmaterial? Ich vermute sie haben fuer das
Verbot gestimmt oder?

Aber zurueck zum Thema
“Klimawandel (Erwaermung) und daraus Geld machen.”

Sie aergern sich mit Recht ueber Nobelpreistraeger
die oeffentlich “Wasser” predigen aber heimlich Wein trinken. (100 000 Franken (oder so) verlangt dieser
Typ fuer angeblich einen Auftritt..).

Andere Leute, eher im Stillen, machen viel Geld aus
Entwicklungshilfe.

Da gilt der Spruch

Entwicklungshilfe ist:

Man nimmt das Geld von den Armen in Reichen Laendern
und gibt des den Reichen in den Armen Laendern
(und pluendert dann gleichzeitig noch mit hoher Moral
die letzten Ressourcen in diesen Laendern)

Deshalb zurueck zur Moral aber konsequent
wuerde ich sagen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Ines Kapphan, wenn Sie, wie die Herren Holzherr und Dittmar, der Ansicht sind, mein Kommentar sei unfair oder gar böswillig, dann bitte ich Sie um Entschuldigung für meine vielleicht missverständliche Formulierung.
Den ad hominem Vorwurf weise ich allerdings entschieden zurück. Ich habe mich zur Sache geäussert, nicht zur Person.

Und weiter zur Sache. Mein Hinweis darauf, dass Versicherungen dank der latenten Furcht vor den Folgen des Klimawandels eher in der Lage sind, ihre Prämien in die Höhe zu fahren, bestätigt sich jetzt in Bezug auf die Gebäudeversicherungen in Florida.

“RMS said the change that drove Florida property insurance bills to record highs was based on “scientific consensus.”
The reality was quite different.
http://goo.gl/OorPK

“It’s important to understand that a body of peer-reviewed scientific literature, conducted by reputable scholars, has found no connection between climate change and increased hurricane damage.”
http://nofrakkingconsensus.wordpress.com/2010/11/14/monkeys-could-do-this/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

$Kommentar von Ben Palmer. 14.11.2010, 1:58

Ich kann Martin Holzherr nur zustimmen.
Ihre Attacke am Ende war recht unfair
und sogar am Inhalt des Kommentars vollkommen
vorbei. Vielleicht sollte sie den Kommentar noch mal
lesen und sich dann entschuldigen.
Im Gegensatz zu Ihnen fand ich war
der Beitrag von Ines Kapphan nicht nur sehr gut geschrieben sondern auch voller spannender Gedanken.
(es lohnt sich diese Gedanken auf andere Probleme
in unserer Gesellschaft anzuwenden. Zum Beispiel
das Problem der unversicherten Kernkraftwerke!)

Aber auch ihr Punkt den Sie machen ist recht interessant!
Es lohnt sich auch darueber zu reflektieren!

sie schreiben:
“@Ines Kapphan: …
Mit dieser Argumentation haben Sie sich gerade die Möglichkeit verbaut, einen guten Job in der Versicherungsbranche zu finden, indem sie das Versinken der Malediven als realisiertes Risiko einstufen.”

Prima, sie stellen fest das sowohl Ines wie auch
viele andere die (ihre) Co2 Hypothese wichtiger nehmen
als die Moeglichkeit sich einen “guten Job”
zu ergattern. Dafuer sollte man bravo sagen!
(und es widerspricht sehr schoen der These Co2
Warnungen dienen dem Geldmachen!)

aber jetzt kommt der spannende Punkt den sie in Debatte
bringen:

“ Stellen Sie sich vor, wieviel Prämieneinnahmen die Versicherung realisieren könnte, wenn sie die Situation richtig einschätzen würde. Niedriges Risiko aber grosse Angst vor dem Risiko = viel Geld.”

Da haben sie eine grossartige Aussage gemacht.

1. sie erklaeren wie heute Politik gemacht wird!
(Angst vor Auslaendern, Muslims = Terroristen,
etc etc..
2. Man kann auch noch weiter denken.
Ihre Hypothese erklaert sehr schoen warum
man Risiken oft unterschaetzt.
Die Folgen des “Peak Oil” mit folgendem
Niedergang der Weltwirtschaft wie wir sie kennen
kann gar nicht “bezahlt” werden.
Sobald diese wie andere Blasen platzen
bricht das Finanzsystem zusammen.

Manche Versicherer wollen in der Tat Geld aus
dem Klimawandel (oder der CO2 bedingten globalen
Erwaermung mit unterschiedlichen regionalen Klimaveraenderungen, wenn ihnen das lieber ist.)

Aber, wie waere es wenn man akzeptiert dass das Problem
eher viel viel groesser ist und der Zug schon lange
abgefahren ist? Ja dann gilt “rette sich wer kann”
und niemand wird sich versichern
(die Energiekrise ist ein perfektes Beispiel dafuer).

und ja klar ihr Punkt erklaert auch sehr gut
warum man ueber wichtigere Probleme
zum Beispiel “die Grenzen des Wachstums”
nie redet.
Klimawandel und Peak Oil sind nur ein Beweis
fuer dieses Problem auf einem endlichen Planeten.

Politiker, Oekonomen etc koennen damit keine
Stimmen (stimmt das eigentlich?) oder Geld machen.

Prima, das ist ein guter Punkt gewesen.
Ich vermute sie wollten diesen Punkt gar nicht machen
aber trotzdem vielen Dank!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Holzherr

“Sie unterstellen den Exponenten …”

Ich unterstelle gar nichts. Das tun hier wohl eher Sie.
Ich beschäftige mich einzig und allein mit der Umdeutung des Begriffs. Und dies nicht zum ersten Mal. Wenn Sie in diesem Blog etwas zurückblättern, finden Sie zumindest zwei ältere Beiträge von mir zum Thema.

Damit wird auch Unterstellung 2, ich würde “Diese Idee über die Herkunft des Begriffs Klimawandel … beispielsweise von der Website Watts Up With That? … beziehen”, hinfällig. Sie wird auch nicht deshalb richtiger, weil sich verständlicherweise auch andere Leute des Themas annehmen.

“Das Klimaproblem kann man auf alle Fälle nicht einfach abhaken, wie sie es immer wieder versuchen”

Das Klima wird “uns”, d. h. allen möglichen Weltregionen immer Probleme machen. Allerdings nicht ausschliesslich: es gibt durchaus auch willkommene Folgen. Dazu zählt zweifellos die Erwärmung der letzten ca. 150 Jahre.

“die von ihnen herbeibeschworene in Kürze sich einstellende globale Abkühlung”

… vollzieht sich derzeit in raschem Tempo:

http://www.esrl.noaa.gov/psd/people/klaus.wolter/MEI

Allerdings gibt es auch da Interpretationsunterschiede …

http://stevengoddard.wordpress.com/2010/11/13/giss-fighting-for-1/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 14.11.2010, 14:37

Begriff ‘Klimawandel’ als Ersatz für ‘globale Erwärmung’

Herr Bühler,
Sie unterstellen den Exponenten des “Klimabusiness” – um den Jargon zu verwenden, der zu ihrer Denkweise passt – den Begriff Klimawandel eingeführt zu haben um das Thema am Köcheln zu halten unabhängig davon ob die Treibhausgasthese stimmt oder nicht. Es sollen also wirtschaftliche Interessen einer kleinen Gruppe oder gar eine politische Agenda am Werk sein, die, um ihre Interessen zu wahren, sogar Sprachfälschung betreibt.

Diese Idee über die Herkunft des Begriffs Klimawandel beziehen sie beispielsweise von der Website Watts Up With That? (siehe http://wattsupwiththat.com/2010/10/22/climatism-that-climate-change-chameleon/ ). Vermutungen über eine politische Agenda der “Klimatisten” findet man dagegen auf US-amerikanischen Websites, besonders stark im Umfeld der Tea Party (Die USA sind ja das Land der Verschwörungstheorien).

Ich habe schon einige Artikel gelesen, die den Klimaleuten schlechte Absichten und gar eine Agenda unterstellen. Völlig absurd sind solche Unterstellungen nicht, sind die wirtschaftlichen Konsequenzen des Klimaschutzes doch sehr gross und wo soviel auf dem Spiele steht wird oft manipuliert und geflunkert. Doch vielleicht oder gar sicher sind einige, die solche Unterstellungen machen, selbst auch Partei und verfolgen die Absicht den Gegner moralisch zu disqualifizieren.

Das Klimaproblem kann man auf alle Fälle nicht einfach abhaken, wie sie es immer wieder versuchen. Es wird uns noch lange begleiten ausser die von ihnen herbeibeschworene in Kürze sich einstellende globale Abkühlung stellt sich schon bald ein.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

“Begriff Klimawandel”

Dem Begriff fehlt es schlicht an Präzision und Trennschärfe.
Im Prinzip besagt er bloss, dass sich das Klima wandelt.
Das tat es zu allen Zeiten und wird es weiterhin tun, – mit oder ohne menschlichen Einfluss.

Die seit einiger Zeit zu beobachtende, aktuelle Verwendung des Begriffs unterstellt dagegen jeder klimatischen Änderung eine menschliche Ursache. Der umfunktionierte Begriff assoziiert dabei all die apokalyptischen Schrecken, welche die AGW-These in Aussicht gestellt hat und für deren Eintreffen sie uns bisher die Belege schuldig geblieben ist: von den ertrinkenden Eisbären, über abschmelzende Polkappen, dramatisch ansteigende Meeresspiegel bis hin zu rasch abschmelzenden Himalaya-Gletschern etc.

Mit dem in beinahe allen Medien zu verfolgenden Ergebnis, dass nun buchstäblich jede beobachtete klimatische Veränderung, oft aber auch bloss schlichte Wetterkapriolen, ohne Zögern menschlichem Wirken zugeordnet werden: Alles Klimawandel.

Der Begriff wird so zum rhetorischen Totschlaginstrument, gefeit gegen jede Skepsis an anthropogenen Beiträgen zu klimatischen Veränderungen, leistet er doch selbst dann seine fragwürdigen Dienste, wenn eben diese menschlichen Beiträge in Zweifel stehen. Irgendwo und irgendwie zeigt sich stets “Klimawandel”. Ob sich dessen Erscheinungen auf natürliche Ursachen zurückführen lassen oder tatsächlich menschlichem Tun geschuldet sind, interessiert nicht länger: Alles “Klimawandel”.

An der – dank der Verallgemeinerung – beinahe teflonartig beschichteten Oberfläche des inflationär verwendeten Begriffs bleibt nichts kleben: er ist in sich unwiderlegbar, befindet sich die Welt doch tatsächlich in fortwährender Veränderung. Eine Beobachtung von kaum zu unterbietender Banalität zwar, aber von beträchtlichem politischen Nutzen. Wer mag ihr ernsthaft widersprechen?
Dass die Differenzierung – natürliche Klimavariabilität bzw. anthropogene Klimaeinflüsse – ganz nebenbei unter den Tisch fällt: wen interessiert’s?

Aus alarmistischer Sicht mag die Umdeutung, verbunden mit einer begrifflichen und ideologischen Gleichschaltung, willkommen sein. Hauptsache, sie erfüllt ihren Zweck.
An ihrer Fragwürdigkeit ändert das allerdings wenig.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Kommentar von Ben Palmer. 14.11.2010, 1:58
Herr Palmer,
die Vorwürfe an Ines Kapphan, die sie mit dem abschliessenden Teil ihres Kommentars erheben, kann man nur als unfair, ja böswilling und als irreführend bezeichnen:
(Zitat) Ihr Beitrag leidet leider an einer Reihe terminologischer Ungenauigkeiten:
- Wetter ist nicht Klima
- Klimawandel ist nicht zwingend Temperaturanstieg; Sie scheinen übersehen zu haben, dass man gerade aus diesem Grund den ursprünglichen Begriff der “globalen Erwärmung” entsorgt hat (AIT; An Inconvient Term).

1) Ines Kapphan hat nirgends Klima mit Wetter gleichgesetzt. Ein anderes Klima ist aber mit anderen Wetterbedingungen verbunden, kann man doch Klima als statistischem Durschnitt des Wetters einer Region auffassen.

2) Der Begriff Klimawandel steht heute synonym für globale Erwärmung. Wie ich schon in meinem Kommentar von Martin Holzherr. 01.07.2010, 9:18 in (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/06/28/das-gegenteil-von-gut-gut-gemeint/ ) festgehalten habe, sind es vor allem sprachliche Gründe, die zur Bevorzugung von Klimawandel gegenüber dem Begriff globale Erwärmung geführt haben.
Hier noch einmal meine damaligen Ausführungen, etwas ergänzt:
1) in Climate Change kommt das Wort Klima vor, nicht aber in Global Warming. Auch die Entsprechung im Deutschen, Klimawandel geht wesentlich besser über die Zunge als Globale Erwärmung. Zudem reiht sich Klimawandel gut in verwandte Begriffe ein wie Klimaschutz, Klimapolititk, Klimasteuer und so fort.

2) Global Warming ist zu technisch und eine ungute Kombination von überbestimmt und unterbestimmt- überbestimmt, indem es die Erwärmung erwähnt, die global sein soll, und unterbestimmt, indem es nicht sagt, was sich da global erwärmt.

Im übrigen, Herr Palmer, kann ihr Kommentar als ad-hominem Attacke gegen Ines Kapphan aufgefasst werden. Sie provozieren und beleidigen um – ja warum wohl – andere abzuschrecken. Niemand antwortet ihnen (ausser mir) auf so eine Attacke, weil jeder denkt, das bringt sowieso nichts und weil sich viele zu gut sind auf solch unflätige Angriffe zu antworten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Ines Kapphan: Denn schließlich kann eine Versicherung nur auf nicht realisierte Risiken abgeschlossen werden. So wenig wie [...] ist es dem Inselstaat der Malediven möglich, sich gegen das Versinken aufgrund des unvermeidlichen Anstiegs des Meeresspiegels zu versichern. Demnach wird kein Versicherer ein Produkt anbieten, welches das Risiko eines globalen Temperaturanstiegs abdeckt.

Mit dieser Argumentation haben Sie sich gerade die Möglichkeit verbaut, einen guten Job in der Versicherungsbranche zu finden, indem sie das Versinken der Malediven als realisiertes Risiko einstufen. Stellen Sie sich vor, wieviel Prämieneinnahmen die Versicherung realisieren könnte, wenn sie die Situation richtig einschätzen würde. Niedriges Risiko aber grosse Angst vor dem Risiko = viel Geld.
http://goo.gl/FPubc

Ihr Beitrag leidet leider an einer Reihe terminologischer Ungenauigkeiten:
- Wetter ist nicht Klima
- Klimawandel ist nicht zwingend Temperaturanstieg; Sie scheinen übersehen zu haben, dass man gerade aus diesem Grund den ursprünglichen Begriff der “globalen Erwärmung” entsorgt hat (AIT; An Inconvient Term).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

@Peter Bühler: Ich hätte es nicht besser sagen können!

“Risiko” hat zwei Komponenten:
- die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Ereignisses
- die mögliche Schwere der Auswirkung, falls das Ereignis eintritt

Beides sind “gefühlte” Komponenten, sie lassen sich nicht mathematisch exakt erfassen. Es liegt im Interesse des Versicherers, das Gefühl der Eintretenswahrscheinlichkeit und des Schadensausmasses zu dramatisieren. Natürlich immer im löblichen Bestreben, dem Versicherten ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, eines Lebens ohne Risiko.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

“Die globale Erwärmung (aka Klimawandel) hat globale und lokale Auswirkungen, zudem sucht man auch nach eindeutigen Signaturen, dem sogenannten Fingerabdruck des anthropogenen, durch Treibhausgase verursachten Kliamwandels”

Richtig, man sucht. Gefunden bisher: der Mensch verändert lokal/regional tatsächlich das Klima. Einfachstes und banalstes Beispiel: wo Sie am PC sitzen und bloggen, ist es – wenigstens im Winterhalbjahr – in der Regel wärmer als ausserhalb Ihres Hauses. In Städten ist es wärmer als auf dem Land etc., Landwirtschaft, Verkehr, Bautätigkeit (Dämme, Strassen usw.) sorgen für lokal/regionale Klimaänderungen.

Für überregionale, gar irreversible globale Klimaeffekte menschlichen Tuns liegen zwar reichlich Spekulationen aber keine Belege vor.

Ohne Ihnen hier in allen (umstrittenen) Details antworten zu wollen, bin sehr gespannt auf das Kapitel 9.7 (Combining Evidence of Anthropogenic Climate Change) im nächsten IPCC-Report. In der von Ihnen verlinkten Form wird es mit Sicherheit nicht mehr verfasst werden.

“Es könnte sogar zu einer Abnahme der Hurrikane kommen”

Ist es ja auch. Diese reale Abnahme eben als AGW-Beleg zu interpretieren, verlangt doch reichlich Chuzpe, zeigt aber, wie hübsch die Umetikettierung von AGW (Anthroposophic Global Warming) zu “Climate Change” in der Praxis funktioniert: mehr oder weniger Stürme, Erwärmung oder Abkühlung, Unwetter oder Dürren – EGAL, alles “Klimawandel”! Das inhaltsleere Raunwort des Jahrhunderts.

Mit angeblich dramatisch steigenden Meerespegeln und den nicht minder peinlichen PIK-Prognosen sollten wir uns nicht zum x-Mal beschäftigen: sie sind nachweislich schlicht falsch. Der aktuelle Trend liegt selbst nach NOAA bei ca. 16 cm/Jahrhundert.

“Schellnhuber vom Potsdamer Institut kürzlich von der Möglichkeit der Bildung eines Monsunsystems über Deutschland sprach”

Was hat uns der Mann nicht schon alles in Aussicht gestellt: vom “Explodieren der Erde” ( http://www.youtube.com/watch?v=kqGVNqiwu7w&feature=related ), über das Verschwinden der Himalaya-Gletscher bis 2035, dramatisch ansteigende Meeresspiegel, Viren, Artensterben ( http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/04/22/weltklima-tag/zum-weltklima-tag.html ) etc.

Und nun gar ein “Monsunsystem über Deutschland”. Wie wär’s mit einem – selbstverständlich AGW-verursachten – Mega-Vulkanausbruch im Hegau?
Der Prophet wird längst pensioniert sein, wenn seine Voraussagen ihr Verfallsdatum erreicht haben.

“Für Ines Kapphan und für Versicherungen allgemein dürfte es bei all diesen Unsicherheiten schwierig werden sinnvolle “Klimaversicherungen” anzubieten”.

Im Gegenteil, so lange deren namhafte Vertreter Sätze wie den folgenden verkünden: “Die Intensität von Stürmen, aber auch das Ausmaß von Überschwemmungen hat messbar zugenommen” ( http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71261428.html )

… und sich dabei locker in Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen begeben ( http://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/11/mixed-messages-from-munich-re.html )

- und so lange blauäugige Versicherungsnehmer solchen Statements Glauben schenken, ist das Geschäft nicht verloren, zumal man es vehement, wenn auch nicht immer besonders geschickt verteidigt …

http://www.readers-edition.de/2009/06/15/klimawandel-profiteure-die-muenchner-rueckversicherung/print/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Holzherr: Für Ines Kapphan und für Versicherungen allgemein dürfte es bei all diesen Unsicherheiten schwierig werden sinnvolle “Klimaversicherungen” anzubieten.

Ganz und gar nicht, im Gegenteil. Solange peer-rewiewte Quellen gibt, die Risiken mit 90% oder höher bewerten und solange man die Eisbären vom Himmel fallen lässt, lassen sich genügend Menschen dafür gewinnen, die sich um jeden Preis zu versichern. Und ich kenne keinen Versicherer, der potenzielle Kunden unter diesen Umständen zurückweisen würde.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Ben Palmer. 12.11.2010, 23:07

Zitat: Was die Troposphäre betrifft, sucht man immer noch nach dem vorhergesagten Hotspot über den Tropen.

Die globale Erwärmung (aka Klimawandel) hat globale und lokale Auswirkungen, zudem sucht man auch nach eindeutigen Signaturen, dem sogenannten Fingerabdruck des anthropogenen, durch Treibhausgase verursachten Kliamwandels. Der von ihnen erwähnte Hotspot über den Tropen wäre ein solcher Fingerabdruck. Das man ihn nicht eindeutig nachweisen kann überrascht bei der Komplexitität des Klimas nicht. Es gibt aber solche Fingerabdrücke:
- Sea level pressure shows a detectable anthropogenic signature during the latter half of the 20th century (siehe http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/ch9s9-7.html )
- Die Stratosphäre kühlt sich simultan zur Erwärmung der unteren Atmosphäre ab
- Nachttemperaturen steigen stärker als Tagestemperaturen
- die Tropopause (Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre) stieg um mehrere 100 Meter in den letzten 3 Jahrzehnten
- Zunahme der IR-Strahlung, die die Erdoberfläche ereicht

Nun aber zurück zur Schwierigkeit, lokale Veränderungen wie beispielsweise die Zunahme der Häufigkeit von Hurrikanen vorauszusagen: Dies ist deshalb so schwierig, weil sehr viele Faktoren eine Rolle spielen. Zu diesen Faktoren gehört die Temperatur der Meeresoberfläche, aber auch ob es Scherwinde gibt, die die Hurrikanbildung unterdrücken. Es könnte sogar zu einer Abnahme der Hurrikane kommen (siehe http://www.physorg.com/news137771979.html )

Ganz unterschiedliche Resultate erhalten auch verschieden Forschergruppen für das zukünftige Klima über Deutschland. Eine Gruppe um Mojib Latif erkennt neben der Erwärmung kaum Änderungen im Niederschlagsmuster etc.,. während Schellnhuber vom Potsdamer Institut kürzlich von der Möglichkeit der Bildung eines Monsunsystems über Deutschland sprach.

Für Ines Kapphan und für Versicherungen allgemein dürfte es bei all diesen Unsicherheiten schwierig werden sinnvolle “Klimaversicherungen” anzubieten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Peter,

reflektiere doch einfach mal auf die Fragen:

ob ein GAU bei einem Kernkraftwerk versicherbar ist?

oder ob man sich gegen den Kollaps der USA versichern kann?

oder die moeglichen Folgen durch das totale
Abholzen der Regenwaelder bei einer Verdopplung
der Bevoelkerung in Afrika und Suedamerika?

oder gegen die Folgen von dem “After Peak Oil”

oder gegen den “collateral damage” bei einem
Einsatz von nur 10% der existierenden nuklear Waffen?

nur ein paar Beispiele!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

“Ist der Klimawandel noch versicherbar?”

Hier zum Thema realexistierende Wirtschaftsinteressen bzw. Wissenschaft vs. Versicherungs- und Banken-Marketing.

Lassen Sie sich (und uns) kein X für ein U vormachen, Frau Kapphan, selbst wenn Sie Ihre Karriere in einer der beiden Branchen planen …

http://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/11/mixed-messages-from-munich-re.html

http://bishophill.squarespace.com/blog/2010/11/9/speechless.html (inkl. sämtlicher Links)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

In meinem ersten Satz sollte natürlich “Herr Holzherr” stehen. Ich bitte den Fehler zu entschuldigen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Martin Holzherr. 12.11.2010, 16:15
Herr Holzmann, in Ihrem Eifer, Herrn Meier paroli zu bieten, sind Sie etwas ausgerutscht:
Die globalen Auswirkungen [des Klimawandesl], die wenig bestritten sind, betreffen beispielsweise die Erwärmung der Troposphäre oder des Ozeans,

Die Erwärmung ist nicht die Auswirkung des Klimawandels, sondern das IST der Klimawandel. Sie erinnern sich doch noch, vor nicht allzu langer Zeit hiess der Klimawandel noch “globale Erwärmung”. Man hat offenbar gut daran getan, diese globale Erwärmung umzubenennen, denn damit konnte man Verwirrung stiften, der Sie jetzt auf den Leim gegangen sind.

Was die Troposphäre betrifft, sucht man immer noch nach dem vorhergesagten Hotspot über den Tropen.

Es ist eben eine regionale Auswirkung des Klimawandels und tatsächlich besteht bei der Voraussage von regionalen Konsequenzen des Klimawandels noch eine grosse Unsicherheit.
Gibt es denn auch globale Auswirkungen des Klimawandels (=globale Erwärmung, nicht vergessen), die man überall, in allen Klimazonen, zu jeder Jahreszeit, in der selben Art feststellen kann? Überall Gletscherschmelze, überall Trockenheit, überall Überschwemmungen?

Herr Holzherr, ich habe schon bessere Kommentare von Ihnen gelesen …

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

@Kommentar von Roger Meier. 12.11.2010, 10:21
“obwohl über die Auswirkungen des Klimawandels auf globaler Ebene weitgehend Konsens herrscht”
Es gibt tatsächlich Leute, die immer noch von Konsens reden. Nach sowvielen Flops mit angeblichem “Konsens”.
Ich erwähne mal: Der Riesen-Flop mit angeblich zunehmenden Hurricans

Herr Meier,
sie haben sich ein völlig unpassendes Zitat aus dem Beitrag von Ines Kapphan ausgewählt. Die Zunahme der Hurricans – falls es die gibt – hat wenig mit den Auswirkungen des Klimawandels auf globaler Ebene zu tun. Es ist eben eine regionale Auswirkung des Klimawandels und tatsächlich besteht bei der Voraussage von regionalen Konsequenzen des Klimawandels noch eine grosse Unsicherheit. Das hat auch Retto Knutti in seinem Beitrag über Klimamodelle (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/04/26/von-der-klimaprognose-zur-anpassungsstrategie-teil-1/ ) festgehalten. Die globalen Auswirkungen, die wenig bestritten sind, betreffen beispielsweise die Erwärmung der Troposphäre oder des Ozeans, die stärkere Zunahme der Temperaturen in höheren Breiten als in Aequatornähe, die Abschwächung des Temperaturgefälles zwischen Tag und Nacht, die Beschleunigung des hydrologischen Kreislaufs (stärkere Verdunstung, insgesamt mehr Niederschläge allerdings sehr ungleichmässig verteilt), die Abnahme der Eisschelfe und Gletscher weltweit und auch die zunehmende Versauerung der Weltmeere (durch die höheren CO2-Konzentrationen im Meerwasser).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

“obwohl über die Auswirkungen des Klimawandels auf globaler Ebene weitgehend Konsens herrscht”

Es gibt tatsächlich Leute, die immer noch von Konsens reden. Nach sowvielen Flops mit angeblichem “Konsens”.

Ich erwähne mal: Der Riesen-Flop mit angeblich zunehmenden Hurricans (konnte nie irgendwie belegt werden), angeblich gefährdeten Eisbären (wird nicht mal von Alarmisten behauptet) etc. etc.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 5

@ Ines Kapphan

“Ist der Klimawandel noch versicherbar?”

Selbstverständlich ist er das, bzw. seine zahlreichen regionalen Erscheinungsformen wie Erwärmung, Abkühlung, Dürren, Überflutungen usw. usf.

Sie sollten sich einfach von der zwanghaften Vorstellung eines unvermeidlich bloss in eine Richtung stattfindenden Klimawandels (Erwärmung, höhere Meeresspiegel, mehr katastrophale Stürme, abschmelzende Polareiskappen und Gletscher usw.) lösen.
Die globale Temperatur-, Seepegel-, Polareis- und Sturmbilanz der letzten 12 – 15 Jahre lässt keinerlei alarmierende Entwicklung erkennen.

Es gilt also das gewohnte alte Wettspiel zwischen Versicherern und Versicherungsnachfragern.
Mag sich jeder nach seinem Gusto versichern. An Anbietern wird es bei dem durch AGW-Phantasien befeuerten Prämienniveau nicht fehlen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

Demnach wird kein Versicherer ein Produkt anbieten, welches das Risiko eines globalen Temperaturanstiegs abdeckt.
Da wäre ich mir nicht so sicher, man kann sich doch gegen fast alles versichern. Wenn ein Ereignis fast sicher eintritt wie eben der globale Temepraturanstieg, dann steigt halt die Versicherungsprämie (fast ins Unermessliche vielleicht).

Dass Ines Kapphan, die Autorin dieses Beitrags Versicherungen gegen Klimawandel und/oder gegen unerwünschte Wetterereignisse zum Thema macht und auch Gewinner und Verlierer des Klimawandels aufzählt – die Landwirtschaft als Verlierer, die Getränkeindustrie als Gewinner des Hitzesommers 2003 – passt aber gut zum breiteren Them der Adaption an den Klimawandel.

Offensichtlich kann man mit dem – nicht verhinderten, sondern “erduldeten” Klimawandel – auch prima Geschäfte machen. Nichts neues unter der Sonne, kann man doch auch mit Krieg Geld verdienen. Doch insgesamt sieht Ines Kapphan doch eher Verluste durch den Klimawandel:

Aus wissenschaftlichen Studien und den IPCC-Berichten ist bekannt, dass durch den Klimawandel die Anzahl der Extremereignisse zunehmen wird. Langfristig dürften sich viele Branchen einer häufigen Abweichung von den für ihr Geschäft einträglichen Wetterbedingungen gegenüber sehen.

Doch auch damit kann man letztlich leben. Und da wir das 2°C-Ziel meilenweit verfehlen werden – das ergibt auch der World EnergyOutlook 2010-2030 der IEA (siehe http://www.worldenergyoutlook.org/docs/weo2010/weo2010_london_nov9.pdf ) – müssen wir sogar mit der Klimaerwärmung leben – soweit das geht.

Das meiste was uns die Welt (oder eben der Klimawandel) zumutet, kann man wegstecken, doch wie Ines Kapphan schreibt, gibt es auch Ereignisse die man nicht verkraften kann, zum Beispiel:
- Versinken von Inseln im Ozean
- Gefährdung von Küstenstädten durch steigende Meeresspiegel
- Änderung des Klimas von trocken zu wüstenhaft (für Spanien und Griechenland infolge Klimawandel möglich)

Und wie antwortet man auf solche Veränderungen, die einen Lebensraum vollständig auslöschen? Das habe ich bereits früher geschrieben: es ist die Migration. Nach der Installation von Klimaanlagen ist das Auswandern und Umsiedeln wohl die beste Reaktion auf extreme Änderungen der Lebensbedingungen in einem bestimmten Lebensraum.

Lässt sich daraus eine Versicherung machen?
Ja bestimmt: Man versichert sich gegen massive Verschlechterung der klimatischen Bedingungen mit der Option der Umsiedelung finanziert durch die Versicherung.
Versichern lässt sich fast alles (siehe https://emagazine.credit-suisse.com/app/article/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=3827&lang=DE )

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

top
 
FireStats icon Powered by FireStats