ETH-Klimablog - Klimaforschung - «Gib mir einen halben Tanker gefüllt mit Eisen…»

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Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

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«Gib mir einen halben Tanker gefüllt mit Eisen…»

27.09.2010 von

«…und ich gebe Dir die nächste Eiszeit.» Diese ironisch gemeinte Aussage stammt von John Martin, der damit vor mehr als 20 Jahren die wissenschaftliche Gemeinschaft provozieren wollte (siehe auch Cartoon). Im Kern meinte er es aber ernst.

Es ging John Martin darum zu verstehen, ob Veränderungen der Eisenfracht den CO₂-Gehalt der Atmosphäre und damit das Klima verändern können. Die Eisenfracht bezeichnet das Eisen, das über die Atmosphäre in den Ozean gelangt. Es war sofort allen klar, dass eine Veränderung der Eisenfracht auch eine Möglichkeit sein könnte, CO₂ aus der heutigen Atmosphäre zu entfernen. Damit sind wir bei einem Thema angelangt, das zurzeit die Gemüter erhitzt: Geo-Engineering (siehe auch den Blogbeitrag von Prof. Ulrike Lohmann hier).

Macht die Eisendüngung überhaupt Sinn? Wie funktioniert sie? Ist sie effizient und bezahlbar? Und was sind die Risiken und Chancen? Ich lasse hier die substantiellen ethischen und rechtlichen Fragen ausser Acht, und fokussiere mich auf die genannten Aspekte.

Voraussetzungen für funktionierende Eisendüngung

Damit die Eisendüngung funktioniert, müssen mindestens drei Faktoren gegeben sein.

  • Erstens muss das Wachstum der Meeresalgen im Gebiet der Düngung durch Eisen limitiert sein, so dass die Zugabe von Eisen auch tatsächlich eine Algenblüte hervorruft. Dies ist nur in wenigen Regionen der Weltmeere tatsächlich der Fall.
  • Zweitens müssen die Algen nach dem Absterben in grosse Tiefen absinken, damit der Kohlenstoff effektiv für längere Zeit der Atmosphäre entzogen werden kann.
  • Drittens muss das gelöste CO₂, das durch die Photosynthese der Algen dem Wasser entzogen wurde, tatsächlich durch Aufnahme von CO₂ aus der Atmosphäre ersetzt werden.

Theorie und Praxis haben nicht übereingestimmt

Zu all diesen Punkten gibt es aus wissenschaftlicher Sicht grosse Fragezeichen. Experimente, wie zum Beispiel das letztjährige LOHAFEX-Experiment im Süd-Atlantik, haben viele neue Erkenntnisse gebracht, aber auch gezeigt, wie unvollständig wir diese Prozesse verstehen.

Im Falle von LOHAFEX haben Ruderfusskrebse den grössten Teil der Algenblüte gefressen. Das war gemäss Theorie gut, denn die Ausscheidungen und Überreste solcher Tierchen sinken normalerweise schnell in die Tiefen des Ozeans und transportieren somit den Kohlenstoff sehr effektiv nach unten. Doch letzteres geschah nicht – die Ruderfusskrebse veratmeten den grössten Teil des aufgenommenen organischen Kohlenstoffs zurück zu CO₂, so dass netto nur sehr wenig CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen wurde.

Folgen und Risiken

Ferner müssen wir auch die Folgen und Risiken berücksichtigen. Eine gewichtige Folge einer erfolgreichen Eisendüngung ist der Verbrauch von Sauerstoff in den tieferen Schichten des Ozeans, da der absinkende organische Kohlenstoff durch Bakterien abgebaut wird, die dabei Sauerstoff veratmen. Die daraus folgende Abnahme der Sauerstoffkonzentration kann zum Problem werden für Fische und andere Organismen.

Zudem wird bei tieferen Sauerstoffkonzentrationen viel mehr Lachgas produziert, das schlussendlich in die Atmosphäre gelangt. Wir konnten zum Beispiel zeigen, dass eine grossflächige Eisendüngung im äquatorialen Pazifik am Schluss zu einer Verstärkung der Erderwärmung führen würde, da die Aufnahme von CO₂ durch die Emission des viel schädlicheren Lachgases mehr als kompensiert würde.

Geringe Kosten als Pluspunkt

Für die Eisendüngung sprechen deren tiefe Kosten. Ohne Berücksichtigung der Folgekosten liegen die Schätzungen bei unter 20 € pro Tonne CO₂, und damit im Bereich des heutigen CO₂-Preises auf dem Emissionshandelsmarkt. Es ist deshalb nicht überraschend, dass es schon etliche Firmen gibt, die versuchen, diesen möglichen Markt zu besetzen. Sie ewarten, dass die rechtliche Situation sich derart ändern wird, dass die Eisendüngung explizit als Vermeidungsstrategie erlaubt wird.

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Eisendüngung nicht erlaubt werden soll, da der Effekt und das Potential relativ klein sind und die Risiken gleichzeitig zu gross. Es gibt viel bessere Massnahmen etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen – die beste ist, die CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Weitere Informationen

The Royal Society (2009) Geoengineering the climate: Science, governance and uncertainty. >hier

Jin, X., and N. Gruber (2003) Offsetting the radiative benefit of ocean iron fertilization by enhancing N2O emissions, Geophysical Research Letters, 30(24), 2249, doi:10.1029/2003GL018458.

Zur Person

Nicolas Gruber ist Professor für Umweltphysik an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

.

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Hallo Martin,

$Kommentar von Martin Holzherr. 07.10.2010, 22:36

„Der gesunde Menschenverstand sagt uns: Wir sollten die fossilen Rohstoffe verlassen, weil
1) sich durch Verbrennen von Öl, Gas und Kohle das Klima erwärmt
2) die fossilen Rohstoffe sonst uns verlassen“

Ich wuerde eher sagen Punkt zwei sollte
wohl nicht aus Punkt 1 folgen
und entsprechend Birol(von der IEA)
2*) „Wir sollten das Oel verlassen bevor es uns verlaesst!“

(offensichtlich haben einige Personen bei der IEA inzwischen
einen Teil der Realitaet erkannt: Sie akzeptieren dass
die Oel Foerderung in rund 10 Jahren auf
rund 2/3 der heutigen sinken wird und im Jahr 2030
dann vielleicht noch die Haelfte von dem heutigen uebrig
bleibt. Entsprechend werden grosse
Importeure nicht nur mehr bezahlen muessen
sondern sich auch noch mehr um das verbleibende
streiten.)

Daraus folgt in Europe muessen wir ob wir es wollen oder
nicht schon in rund 10 Jahren mit weniger als 50% der heutigen Oel Importe leben.

„Doch uns droht in naher Zukunft kein plötzlicher absoluter Rohstoffmangel.“

Das sieht gerade beim Oel und anderen Energierohstoffen
und bei den Importlaendern ganz anders aus!

und ja obwohl wir alle gerne mehr Oel etc verbrauchen
wuerden.

„Der Grund liegt im ungebremsten Wachstum der Schwellenländer.“

Nein ich wuerde sagen der Hauptgrund liegt
daran „unbegrenztes Wachstum auf einen begrenzten
Planeten ist unmoeglich“.

„2010-2020: Wachstum in Schwellenländern übersteigt Ressourcen“

Genau und es wird zu einem Kollaps des heutigen
Systems kommen.

„- Kupfer wird bereits 2011 knapp werden, denn neue Minen in der Mongolei und Lateinamerika werden erst ab 2013 eröffnet. “

Kann sein vielleicht auch nicht .. muesste man genau
analysieren.

„- Rohöl wird ab Ende 2012 knapp und für lange oder immer knapp bleiben“

also ja „fuer immer“

„- Als Folge wird Ersatz gesucht, was neue Knappheiten zur Folge hat.“

Ja machen wir ja schon lange und fuers Oel
wissen wir es gibt nichts vergleichbares!

„ Kupfer wird durch Aluminium ersetzt => Der Aluminiumpreis steigt.“

und Unfaelle wie der in Ungarn werden haeufiger.
und wir brauchen mehr Strom dafuer ..

nur leider leider sind wir auch dort an der Grenze
angekommen. Siehe unter anderem die Axpo Studien..
dazu.

„ Öl wird durch Biotreibstoff und Batterien ersetzt“

Wir werden es versuchen aber wir wissen ja schon
dass ist in der Menge gar nicht moeglich.

„Erdgas tritt teilweise an Stelle des Öls und fehlt dann eventuell in Europa (weniger Export).“

Also keine Loesung!

„Ich erwarte, dass sowohl die Kupfer-, als auch die Rohölverknappung aufgefangen werden kann.“

aber wie? Ausser durch den Guertel enger schnallen
(was nicht unbedingt negativ sein muss!)

„Es wird wahrscheinlich nicht zu einer langanhaltenden Rezession/Depression kommen, sondern nur zu Umstrukturierungen. Allerdings in einem ungewöhnlich starken Ausmass und die Umstrukturierungen werden mit mehreren Krisen einhergehen.“

Also vielleicht sollte man schreiben

Energie und Oelintensive Bereiche werden
eine fundamentale Krise erleben und aussterben

andere koennen vielleicht davon profitieren!

„Für Rohölersatzstoffe ist folgendes zu erwarten: Biotreibstoffe werden die Nahrungsmittel verteuern (Hunger)“

Na toll, dann lernen wir eben schon mal wieder
selber einen produktiven Garten zu haben!

„Lithium für Batterien in EMobilen, Hybriden und Plugins wird vorübergehend knapp werden“

ja und bevor wir ueberhaupt angefangen haben.

„Politische Notmassnahmen wie Regulierungen im Autoverkehr; Batterierationierung und -zuteilung zu bestimmten Autotypen; Verbot/Ersatz von Spritfressern usw. werden den Alltag bestimmen.“

Einverstanden, und die Konsequenz davon
wenn solche Massnahmen ueber Nacht kommen?

„Die Verknappungen werden auch die Autarkiebestrebungen vieler Länder verstärken.“

ja und diese Laender werden nicht mehr viel
Oel, Gas, Kohle und Uran nach Westeuropa exportieren!

„In den USA wird die heimische Rohölförderung forciert werden.“

ja aber es gibt ja dort nicht mehr viel zu foerdern.

„Australien, China und Indonesien werden massiv in die Erdölverflüssigung investieren und als Folge davon weniger Kohle exportieren.“

Eigentlich importiert auch China Kohle oder?

„Die Rohstoffkrisen, die die 2010er Jahre dominieren werden, werden auch das Klimaproblem in völlig neues Licht rücken.“

Genau!

„ – Kernreaktoren mit guter Uranausnutzung, etc“

werden Traeume bleiben ..

und hoffentlich nicht Alptraeume

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Ich will ein wiederkehrendes Thema dieses Blogs (vor allem in den Kommentaren) aufgreifen und meine jüngsten Überlegungen zum Thema Rohstoffe und Wachstum wiedergeben:

Der gesunde Menschenverstand sagt uns: Wir sollten die fossilen Rohstoffe verlassen, weil
1) sich durch Verbrennen von Öl, Gas und Kohle das Klima erwärmt
2) die fossilen Rohstoffe sonst uns verlassen

Doch uns droht in naher Zukunft kein plötzlicher absoluter Rohstoffmangel. Vielmehr wird die Nachfrage nach wichtigen „wachstumsrelevanten“ Rohstoffen in diesem Jahrzehnt massiv steigen – so stark steigen, dass es bei verschiedenen Rohstoffen vorübergehend zu Verknappungen kommt und für einige zu andauernder Knappheit. Der Grund liegt im ungebremsten Wachstum der Schwellenländer.

2010-2020: Wachstum in Schwellenländern übersteigt Ressourcen

China wächst schon lange 10% pro Jahr. Doch erst jetzt werden in China mehr Autos verkauft als in den USA. Das Wachstum geht weiter und jedes Jahr steigen Millionen von Chinesen in den Mittelstand auf: Sie können sich nun Häuser und Autos leisten. Zwischen 2010 und 2020 wird bei ungestörtem weiteren Wachstum der Autobestand in China von 90 Millionen auf 200 Millionen ansteigen und schon bald werden doppelt so viele Neuwagen in China verkauft werden wie in den USA. Mit diesem rasanten Wachstum können verschiedene Rohstoffe vorübergehend nicht mehr mithalten.
– Kupfer wird bereits 2011 knapp werden, denn neue Minen in der Mongolei und Lateinamerika werden erst ab 2013 eröffnet. Eine Kupferknappheit ist nichts neues (Wikipedia)In the mid 1960s when the price of copper spiked, aluminium wire was manufactured in sizes small enough to be used in homes.
– Rohöl wird ab Ende 2012 knapp und für lange oder immer knapp bleiben
– Als Folge wird Ersatz gesucht, was neue Knappheiten zur Folge hat. Kupfer wird durch Aluminium ersetzt => Der Aluminiumpreis steigt. Öl wird durch Biotreibstoff und Batterien ersetzt: Beides wird teurer. Erdgas tritt teilweise an Stelle des Öls und fehlt dann eventuell in Europa (weniger Export).

Ich erwarte, dass sowohl die Kupfer-, als auch die Rohölverknappung aufgefangen werden kann. Es wird wahrscheinlich nicht zu einer langanhaltenden Rezession/Depression kommen, sondern nur zu Umstrukturierungen. Allerdings in einem ungewöhnlich starken Ausmass und die Umstrukturierungen werden mit mehreren Krisen einhergehen.
Für Rohölersatzstoffe ist folgendes zu erwarten: Biotreibstoffe werden die Nahrungsmittel verteuern (Hunger); Lithium für Batterien in EMobilen, Hybriden und Plugins wird vorübergehend knapp werden; Politische Notmassnahmen wie Regulierungen im Autoverkehr; Batterierationierung und -zuteilung zu bestimmten Autotypen; Verbot/Ersatz von Spritfressern usw. werden den Alltag bestimmen. Das immer teurer werdende Kupfer wird Solar- und Windparks wegen den nötigen elektrischen Leitungen in Frage stellen. Genügsamere Energiequellen (was den Rohstoffbedarf betrifft) werden eruiert werden. Durch schnellere Förderung von Öl und Kupfer wird sich die Situation einige Jahre nach Beginn der Verknappung wieder verbessern – dauerhaft für Kupfer, nur vorübergehend für Öl.
Die Verknappungen werden auch die Autarkiebestrebungen vieler Länder verstärken. In den USA wird die heimische Rohölförderung forciert werden. Australien, China und Indonesien werden massiv in die Erdölverflüssigung investieren und als Folge davon weniger Kohle exportieren. China wird die öffentlichen Verkehrmittel noch stärker ausbauen (ideal für den verstädterten Süden). Gewisse Regionen mit hohem Rohstoffimport werden ins Hintertreffen geraten.

2010-2020: Klimaschutz unter schwierigen ökonomischen Bedingungen

Die Rohstoffkrisen, die die 2010er Jahre dominieren werden, werden auch das Klimaproblem in völlig neues Licht rücken. Nicht fossile Energiequellen werden nun auch wegen Verknappungen der fossilen gesucht sein. Neue Energiequellen mit geringem Bedarf an seltenen Rohstoffen werden aufblühen: – Kernreaktoren mit guter Uranausnutzung, Solarthermische Kraftwerke, die nur aus Stahl und Glas bestehen und Wasserstoff erzeugen, werden sich verbreiten. Eine globale Wasserstoffwirtschaft könnte sich eventuell entfalten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Noch was fuer Leute die immer noch
das CO2 Problem anzweifeln.

Noch ein Sargnagel (was fuer eine Verschwendung..
der Sarg ist ja eh schon zu, na ja schaden kann es nicht
aber ob es hilft?)

http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-11480916

The Sun’s influence on modern-day global warming may have been overestimated, a study suggests.

und dann noch ein ausnahmsweise ausser der Ueberschrift
recht guter Artikel vom Spiegel zum Thema

die Wissenschaft als Feind
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,721168,00.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Wie Professor Gruber in diesem Artikel darlegt, enttäuscht die Eisendünung auf der ganzen Linie und er kommt zum Schluss Es gibt viel bessere Massnahmen etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen – die beste ist, die CO?-Emissionen zu reduzieren.

Warum reduzieren denn Länder wie China und Indien die CO2-Emissionen nicht?

China hat in Tanjin (letzte UNO-Konferenz vor Cancun) eine Antwort gegeben (siehe http://www.chinadaily.com.cn/china/2010-10/06/content_11380642.htm):
– China will den Maximalausstoss an CO2 schon bald erreichen (in 14 Jahren wird China den Energiekonsum Europas erreicht haben (Verdoppelung alle 7 Jahre))
– Wie lang das noch dauert hängt vom transferierten Geld und der transferierten Technologie ab
– Es gibt Länder mit einem Pro-Kopf-BIP von $40’000, die ihren CO2 Ausstoss weiter erhöhen, wie kann man da erwarten, dass China mit einem Pro-Kopf-BIP von $4’000 das jetzt schon tut
– Ohne transferiertes Geld wird China auch keine CO2-Inspektion zulassen
– die CO2-Emissionen steigen in China .. weil China nur so den Lebensstandard heben kann
– China will die CO2-Emissionen pro erwirtschaftete BIP-Einheit bis 2020 um 40% reduzieren relativ zu 2005

Fazit Chinas ‚Zugeständnisse‘:
– Geld und Technologie her, dann werden wir unsere Treibhausgasemissionen kontrollieren lassen und schon bald nicht mehr noch mehr ausstossen
– ohne Geld und Technologie werden wir nur unsere Energieeffizienz pro BIP-Einheit erhöhen wie bereits geplant

Fazit ‚weltweite Emissionsreduktionen‘:
– Solange man den Lebensstandard mit dem Verbrennen von fossilen Ressource kostengünstiger verbessern kann als irgendwie sonst werden Schwellenländer CO2 nur gegen Kompensation reduzieren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Klaus Ragaller. 29.09.2010, 20:06

Sie glauben daran, dass Erneuerbare Energien die fossilen ablösen werden und verweisen auf das starke Wachstum von Wind/und
Zitat:China war 2009 der grösste Investor in Wind …Weltweit ist die neuinstallierte Leistung für Stromerzeugung durch Erneuerbare inzwischen bei 47 %. … und sehen das einzige Problem darin, dass das Wachstum bei den Erneuerbaren immer noch nicht genügt um den Zuwachs an benötigter Energie zu decken.

Dazu lässt sich sagen:
– Wind (und auch Photovoltaik) ersetzen bis heute die fossilen Energien nicht, sie ergänzen sie nur, denn sie sind auf (vorwiegend) fossile Backupkraftwerke angewiesen.
-Es gibt gegenwärtig einen neuen fossilen Boom. Indien setzt auf Kohle als Wachstumsmotor
– China hat seinen CO2-Ausstoss gegenüber 1990 um 200% erhöht, Indien um 144%
– An der Weltenergiekonferenz in Montreal wurde viel über Gas und Kohle gesprochen und davon ausgegangen, dass 80% der Energie in den nächsten Jahrzehnten weiterhin fossil erzeugt wird (siehe http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E32BE10D4DBA4407A87170453A5EE9772~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
– die USA fördern zunehmend unkonventionelles Gas und Öl, z.b in der Bakken-Formation (siehe http://e360.yale.edu/feature/a_high-risk_energy_boom_sweeps_across_north_america/2324/)

Fazit:
– der fossile Boom geht ungebrochen weiter
– Nicht alle erneuerbare Energien ersetzen die fossilen, viele wie Wind ergänzen sie bis heute nur. Windturbinen sind in Kohleländern beliebt, weil sie den Kohlekraftwerklen und Gasturbinen hin und wieder eine Verschnaufpause gönnen
– Man sollte Erneuerbare Energien fördern, die keine Energieschwankungen ans Netz weitergeben wie concentrated solar power mit Wärmespeichern

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Kommentar von Peter Bühler. 04.10.2010, 21:22
@ Dittmar (04.10.2010, 11:11)
Ausser den Zitaten war ja noch was..
Sozusagen du bist noch eine Antwort schuldig.. smile
also

“Dennoch, ich kann nicht erkennen, dass die Ressourcenfrage ignoriert wird, wie du unentwegt darstellst.”
Na dann gib doch mal ein paar Beispiele dafuer.
der IPCC Report (und die entsprechenden Quellen
dafuer IEA,World energy council etc)
hat gerade mal eine Seite dazu (copy paste)
Wie du ja selber mit Freude feststellst
“Wenn das stimmt .. ist das wichtiger als das CO2 Problem.”
Also: Wo an der ETH/PSI wird Peak Oil, Gas, Kohle, Uran
diskutiert?
hier die relevanten Webseiten..
http://energyeconomics.web.psi.ch/
und ein “highlight” dazu Seite 20
http://energyeconomics.web.psi.ch/Presentations/2005-08-28_Bergen_Barreto.pdf
und an der ETH
http://www.esc.ethz.ch/
“ Immerhin arbeiten zahlreiche Leute an ihrer Lösung, auf x Gebieten und mit immer neuen Denkansätzen.”
Wie kann man an einer Loesung arbeiten wenn
das Problem gar nicht definiert ist?
“ “Tendenzen”: neigst evtl. du dazu, Lösungsansätze grundsätzlich abzulehnen? ”
Wie kommst du darauf? Ganz im Gegenteil.
Das Problem ist nur du magst die Loesungsansaetze nicht!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar
$Du verfällst immer wieder und reflexartig dem $(anerzogenen?) Übel eines dialektischen Materialismus’, $der Geschichte im Sinne hegelscher Verständnisnormen im $Rahmen einer “vernunftgeleiteten Wissenschaft” und eines $“gottgleichen Staates” für lenkbar/machbar hält.

Das obgige verstehe ich zwar nicht aber mit dem
Rest sind wir uns fast einig! Also nutzen wir es!

„Ist sie – glücklicherweise – nicht und verläuft ungefähr so chaotisch wie das Klima, das sich – allen CO2-Stalinisten “trotzkierend” – der gesellschaftspolitischen Instrumentalisierung erfolgreich zu widersetzen scheint.“

„Eben das haben wir “aus der Geschichte gelernt”. Dass wir ihre “Helden” oft erst postum oder gar nicht erkennen.“

Ja aber woran liegt das? Was ist bei uns Menschen
falsch verdrahtet?

„Es ändert an ihrem Gang (jenem der Geschichte) nicht das Geringste.“

Einstein, Gandhi, Mandela, Martin Luther King
och.. deren Gedanken leben noch lange nach ihrem Tod!
Und sind noch nicht vergessen! Wer weiss wenn
du und ich und andere uns ab und zu auf sie besinnen
vielleicht aendert das fuer den kommenden Weg nach unten
(in der oekonomischen Aktivitaet) eben doch einiges!

Bisher waren wir mit solchen Tests selten konfrontiert
(jedenfalls nicht auf dem globalem Niveau).

zu.. (ja genau waere es nicht schoen wenn andere
Dozenten das erkennen wuerden?)

„Dir und allen anderen Dozenten ist aufgetragen – dazu sollte die kleine Anekdote dienen – junge “Einsteins” und “Bohrs” wenn nicht zu erkennen, dann doch wenigstens nicht zu behindern. “Konsens”-Wissenschaft bewirkt – wie um 1900 – exakt das Gegenteil.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Du verfällst immer wieder und reflexartig dem (anerzogenen?) Übel eines dialektischen Materialismus‘, der Geschichte im Sinne hegelscher Verständnisnormen im Rahmen einer „vernunftgeleiteten Wissenschaft“ und eines „gottgleichen Staates“ für lenkbar/machbar hält.
Ist sie – glücklicherweise – nicht und verläuft ungefähr so chaotisch wie das Klima, das sich – allen CO2-Stalinisten „trotzkierend“ – der gesellschaftspolitischen Instrumentalisierung erfolgreich zu widersetzen scheint.

Eben das haben wir „aus der Geschichte gelernt“. Dass wir ihre „Helden“ oft erst postum oder gar nicht erkennen. Es ändert an ihrem Gang (jenem der Geschichte) nicht das Geringste.

Dir und allen anderen Dozenten ist aufgetragen – dazu sollte die kleine Anekdote dienen – junge „Einsteins“ und „Bohrs“ wenn nicht zu erkennen, dann doch wenigstens nicht zu behindern. „Konsens“-Wissenschaft bewirkt – wie um 1900 – exakt das Gegenteil.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

$Kommentar von Peter Bühler. 04.10.2010, 21:22
$@ Dittmar (04.10.2010, 11:11)
$Hübsche Zitatensammlung am Ende deines Beitrags.
$Hier eine anekdotische Ergänzung für deine Studenten (se $non è vero, è ben trovato):
$http://www.gedaechtnistraining.biz/Schule/Nils_Bohr.htm
(danke kannte ich schon)

„Tja und was hat man aus diesen Geschichten gelernt?
Wuerden diese beiden wohl heute besser ins System
der Wissenschaft passen?“

Bei den Feiern zum Einstein Jahr 2005
war von dieser Seite Einstein’s nichts zu hoeren!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar (04.10.2010, 11:11)

Hübsche Zitatensammlung am Ende deines Beitrags.

Hier eine anekdotische Ergänzung für deine Studenten (se non è vero, è ben trovato):

http://www.gedaechtnistraining.biz/Schule/Nils_Bohr.htm

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

du beschreibst das Problem in etwa so wie ich
auch sehe..

„Würden die Experten des IPCC davon ausgehen, dass uns alle schon bald Ressourcenknappheit plagt, würden sie den Klimawandel wohl nur als Teil eines grösseren Problems darstellen.“

Leider entspricht diese Hypothese der auch von vielen
Kritikern am IPCC vorgebrachten.

Naemlich es geht den „IPCC“ Polit-Wissenschaftlern
gar nicht so sehr darum die Fakten zu klaeren
sondern ihren Einfluss zu erhoehen.
Und ja, gewisse stoerende „Fakten“ muss man dann
halt ignorieren.

Entsprechend meine Kritik an den ganzen IPCC
Reports .. 1 Seite steht da drinnen zu den Resssourcen
und das sie kein Problem darstellen.

Wie kann man das eigentlich vor der Oeffentlichkeit
rechtfertigen?

Aber hier sind uns eher die Klimawissenschaftler
eine Antwort schuldig. Werden sie die Antwort hier
auf dem Forum geben?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 04.10.2010, 15:23
Hoi Michael,
du frägst Die Oekonomen denken eben es gibt praktisch keine
Grenzen und nur der Preis wird es regeln. Im Gegensatz dazu gibt es Leute die sich mit den physikalischen, geologischen Realitaeten beschaeftigen.

Jetzt mal ehrlich.. wer gibt den Ton an..?
(Zum Beispiel als Grundlage fuer den IPCC Report)

Beim Schreiben des IPCC-Reports sind wohl alle Lehrbuchmeinungen konsultiert worden und die gehen schon bei den Geologen und professionellen Ressourcenschätzern wie der EIA und IEA sehr weit auseinander. Der Sache des Klimaschutzes dienen natürlich möglichst grosse fossile Reserven. Würden die Experten des IPCC davon ausgehen, dass uns alle schon bald Ressourcenknappheit plagt, würden sie den Klimawandel wohl nur als Teil eines grösseren Problems darstellen. So jedoch, mit den angenommenen Megatonnen von Kohle, Öl und Gas, die noch im Erdreich ruhen und von uns Klimasündern bald in die Atmosphäre geblasen werden, scheint das Klimaproblem das allergrösste Problem der Menschheit zu sein, das alle anderen Probleme in den Schatten stellt und unser Leben zunehmend beeinträchtigen wird – ein Leben das sonst, falls CO2 harmlos wäre, noch viele Jahrzehnte in glücklicher und friedvoller Entwicklung weitergehen würde.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

„wobei meiner Ansicht das Problem schon definiert ist: Wie versorgt man die Menschheit insgesamt mit mehr Energie und beendet gleichzeitig die Nutzung fossiler Rohstoffe.“

Na ja, wir sind uns da wohl mehr oder weniger einig.
Aber es macht eben einen Unterschied wenn manche
glauben wir haben noch Zeit um das Ressourcen Problem ueberhaupt zu definieren…

Die Oekonomen denken eben es gibt praktisch keine
Grenzen und nur der Preis wird es regeln.

Im Gegensatz dazu gibt es Leute die sich mit den
physikalischen, geologischen Realitaeten beschaeftigen.

Jetzt mal ehrlich.. wer gibt den Ton an..
(Zum Beispiel als Grundlage fuer den IPCC Report)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 04.10.2010, 11:48
@Kommentar von Peter Bühler. 04.10.2010, 11:11

Hallo zusammen,
beide verlinkt ihr Seiten, die sich mit Energieforschung, also mit den Energiequellen der Zukunft beschäftigen. Und die meisten scheinen sich einige zu sein, dass Erneuerbare Energien das Problem irgendwann lösen, wobei das PSI hier kritischer ist und zudem an eine längere Entwicklung glaubt, laufen doch im Primärernergieverbrauch (auf Seite 20) die gegenwärtigen Trends ungestört bis nach dem Jahr 2050 weiter.

In der Praxis findet man eine noch viel grössere Unsicherheit, ja geradezu ein Chaos, das andere wiederum als Blühen von 1000 Blumen und Nutzung aller möglichen Alternativen positiv bewerten.

Michael hat meiner Ansicht nach recht, wenn er schreibt Wie kann man an einer Loesung arbeiten wenn
das Problem gar nicht definiert ist?
, wobei meiner Ansicht das Problem schon definiert ist: Wie versorgt man die Menschheit insgesamt mit mehr Energie und beendet gleichzeitig die Nutzung fossiler Rohstoffe. Meine Frage im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien würde lauten: Wie kann man sie optimal nutzen ohne von ihren Beschränkungen behindert zu werden. Und hier ist der Ansatz des von Peter Bühler verlinkten Papiers Solar Thermochemical Production of Fuels (siehe http://www.pre.ethz.ch/publications/0_pdf/journals/AST_Solar%20Thermochemical%20Production%20of%20Fuels_2010.pdf) vielversprechend. Erzeugt man mit Sonnenenergie auf energieeffiziente Weise Treibstoff, löst man damit gleich mehrere Probleme der stochastischen Sonnenenergie:
– Das Speicherproblem (Strom kann nicht gespeichert werden), denn Treibstoff ist ein sehr nützlicher Speicher
– Das Problem langer Phasen von wenig Sonneneinstrahlung: denn Betriebsunterbrüche stören nicht, wenn man einen solar erzeugten Treibstoffvorrat hat
– Das Problem des Standorts. Solar erzeugter Treibstoff kann überall erzeugt werden, also auch dort, wo es die höchsten Sonnenscheindauern gibt.

Allerdings ist diese thermochemische Produktion von Treibstoffen erst ein Forschungsprojekt und vielleicht noch Jahrzehnte von einer kommerziellen Nutzung entfernt.
Womit wir bei einem anderen Problem wären. Heute werden uns Technologien wie die Photovoltaik als Lösung verkauft, obwohl diese eigentlich noch im Forschungsstadium sind.

Betrachtet man die ganze gegenwärtige Szene der „Energiesucher“, kann man nur hoffen, dass wir noch nicht so bald auf einen Ersatz für die fossilen Rohstoffe angewiesen sind.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Kommentar von Peter Bühler. 04.10.2010, 11:11
@ Dittmar

„Dennoch, ich kann nicht erkennen, dass die Ressourcenfrage ignoriert wird, wie du unentwegt darstellst.“

Na dann gib doch mal ein paar Beispiele dafuer.

der IPCC Report (und die entsprechenden Quellen
dafuer IEA,World energy council etc)
hat gerade mal eine Seite dazu (copy paste)

Wie du ja selber mit Freude feststellst

„Wenn das stimmt .. ist das wichtiger als das CO2 Problem.“

Also: Wo an der ETH/PSI wird Peak Oil, Gas, Kohle, Uran
diskutiert?

hier die relevanten Webseiten..
http://energyeconomics.web.psi.ch/
und ein „highlight“ dazu Seite 20

http://energyeconomics.web.psi.ch/Presentations/2005-08-28_Bergen_Barreto.pdf

und an der ETH
http://www.esc.ethz.ch/

„ Immerhin arbeiten zahlreiche Leute an ihrer Lösung, auf x Gebieten und mit immer neuen Denkansätzen.“

Wie kann man an einer Loesung arbeiten wenn
das Problem gar nicht definiert ist?

„ “Tendenzen”: neigst evtl. du dazu, Lösungsansätze grundsätzlich abzulehnen? “

Wie kommst du darauf? Ganz im Gegenteil.
Das Problem ist nur du magst die Loesungsansaetze nicht!

„Aus welchen Gründen auch immer, jedenfalls aber, weil dir an Lösungen in Wirklichkeit gar nicht gelegen ist?“

Danke fuer die Unterstellung ..
aber wie schon oft geschrieben… Ich halte es mit Einstein
und Gandhi..

und dazu ein wenig Einstein (wie waere es mit ihm als Held!) kann nie schaden ..

„Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.“

„Schämen sollen sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.“

„Das Problem ist heute nicht die Atomenergie, sondern das Herz des Menschen.“

„Es gibt weder große Entdeckungen noch wahren Fortschritt, solange noch ein unglückliches Kind auf der Welt ist.“

„Technischer Fortschritt ist wie eine Axt in den Händen eines pathologischen Kriminellen.“

„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorneherein ausgeschlossen erscheint.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Dittmar

Sorry, für die falsche Zuschreibung.
Dennoch, ich kann nicht erkennen, dass die Ressourcenfrage ignoriert wird, wie du unentwegt darstellst. Immerhin arbeiten zahlreiche Leute an ihrer Lösung, auf x Gebieten und mit immer neuen Denkansätzen.

„Tendenzen“: neigst evtl. du dazu, Lösungsansätze grundsätzlich abzulehnen? Aus welchen Gründen auch immer, jedenfalls aber, weil dir an Lösungen in Wirklichkeit gar nicht gelegen ist?

Du scheinst in dieser Haltung nicht der einzige zu sein.
Wäre doch interessant, in diesem Blog mal Prof. Steinfeld zum Thema „Mögliche Lösungen“ bzw. „Forschungsansätze“ zu Wort kommen zu lassen ( http://www.pre.ethz.ch/publications/0_pdf/journals/AST_Solar%20Thermochemical%20Production%20of%20Fuels_2010.pdf ).

Dein Vorschlag zur „Abschaffung des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik“ bildet immerhin schon mal einen Vorschlag. Man sollte – in der Not – nichts ungeprüft lassen ; -)

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Kommentar von Peter Bühler. 03.10.2010, 23:48
@ Holzherr
„Danke für den verlinkten NYT-Beitrag.
Jetzt wird’s echt gargantuesk: falls die IPCC-Szenarien laut Croft/Patzek allein schon an den Mengenvorgaben scheitern, lohnt sich eine Auseinandersetzung mit der fragwürdigen Evidenz der CO2/AGW-These erst recht nicht. Vielmehr droht der Fluch voreiliger Festlegungen.“

War von mir. Aber haette genauso auch von Martin kommen koennen!

Aber deine Schlussfolgerungen sind sehr seltsam.

Du hast die Tendenz den Boten zu erschiessen
und dabei die Message zu vergessen.

Und ja, wenn man sich wirklich fuer Bildung und Wissenschaft stark machen moechte dann sollte die Frage
sein:

Wie ist es moeglich das so eine simple Ressourcenfrage
immer noch ignoriert wird?

Wer dagegen nur etwas gegen die unangenehmen Konsequenzen physikalischer Gesetze hat
(CO2 und H2O laesst infrarot Licht schlechter durch als
sichtbares Licht etc..)

sollte sich auch gleichzeitig und stark
ueber den 2. Hauptsatz der Thermodynamik
aeussern

Schaffen wir ihn einfach ab oder… smile

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

Danke für den verlinkten NYT-Beitrag.

Jetzt wird’s echt gargantuesk: falls die IPCC-Szenarien laut Croft/Patzek allein schon an den Mengenvorgaben scheitern, lohnt sich eine Auseinandersetzung mit der fragwürdigen Evidenz der CO2/AGW-These erst recht nicht. Vielmehr droht der Fluch voreiliger Festlegungen.

Was jetzt?
Den „Teufel mit dem Beelzebub austreiben“? d. h. in der allgemeinen bürokratischen Ratlosigkeit über noch irgendwie zu besteuernde Ressourcen – bzw. die gescheiterten, ideologisch und grün bemäntelten Versuche zur Erhaltung hoffnungslos defizitärer Staatshaushalte – das hehre „Klimaziel“ flugs durch ein nicht minder hehres „Energieziel“ ersetzen? Plan Wahlen II?

Die BürgerInnen, keineswegs in Unkenntnis über die heute bereits wirkenden massiven Energiesteuern, werden sich das nicht länger gefallen lassen. Schon gar nicht von einem Staat, der seine Kosten auf sämtlichen – zunehmend angemassten – Gebieten immer weniger rechtfertigt.

Sollten sich M. Dittmars Prophezeiungen als richtig erweisen, wird man um jedes kleinste Ästchen bereinigte Wälder sehen wie in den 30er- und 40er-Jahren, – falls nicht, faulen auch künftig Berge ungenutzten Holzes vor sich hin.
„Das Klima“ jedenfalls wird sich einen Deut darum scheren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Klaus Ragaller. 30.09.2010, 9:30

Sehr geehrter Herr Professor Ragaller,
Sie zitieren aus der Boston Consulting Group Studie
Electricity Storage: Making Large-Scale Adoption of Wind and Solar Energies a Realtiy

“ein riesiger Markt wird sich um das Management der Schwankungen im Netz entwickeln”
und
“alle in der Wertschöpfungskette wären gut beraten, Initiativen zu ergreifen und sich für das Unvermeidliche zu positionieren”.

und schliessen dann mit Zu oft werden bei uns immer noch die Herausforderungen als Argumente für Nichtstun angesehen.

Meine Meinung: Herausforderungen sollte man annehmen, wenn sie sich lohnen und/oder nötig sind. Doch das Problem der schwankenden Energieproduktion gibt es vor allem bei Windrädern und Photovoltaikanlagen. Es gibt auch Erneuerbare Energien ohne dieses Problem. Damit ist es also gar nicht nötig diese Herausforderung anzunehmen, man könnte statt dessen auf Erneuerbare Energien setzen, die dieses Problem nicht mitbringen, wie:
– Solarthermische Kraftwerke mit Salzschmelzen als Wärmespeicher
– Solarthermische Kraftwerke, die Wasserstoff erzeugen, womit man eine globale Wasserstoffökonomie aufbauen könnte mit Wasserstoff als Energiewährung (siehe http://www.solar-islands.com/)
– Tiefengeothermie (bis jetzt leider enttäuschend)

Ich denke nämlich, dass der Gestehungspreis für Elektrizität tief bleiben muss. Energie muss billig bleiben, teuere Energiequellen können sich nämlich – bei genaurer Analyse – nicht einmal reiche Länder leisten, ohne dass das schwerwiegende Folgen für ihre Ökonomie hat.

Strom aus Windrädern scheint nur dann günstig, wenn man nur die Kosten für die Windkraftparks in Rechnung stellt. Strom aus Windrädern ist sogar dann noch günstig, wenn man fossile Backupkraftwerke für längere Flauten und für Kurzfristspeicherung Pumpspeicherkraftwerke verwendet – so wie das Deutschland bisher macht. Sobald man aber ohne fossile Backupkraftwerke auskommen will, ändert sich das.

Windräder und Photovoltaikanlagen sind eben keine vollwertigen Energieproduzenten. Der Verbraucher kann heute teilweise zwischen Atomstrom-/Kohlestrom, Wind- und Photovolatikstrom wählen. Während das bei Kohlestrom und Atomstrom noch einen gewissen Sinn macht, gibt es diese Trennbarkeit der Energiequelle bei Windstrom nicht. Windstrom ist heute – in Deutschland – immer auch fossiler Strom. Bei Flauten laufen halt die in Reserve gehaltenen Gaskraftwerke und Kohlemeiler. Das will Deutschland im Rahmen seines Energiekonzepts bis 2050 nuns ändern, was allerdings sehr teuer wird.

Mit solarthermischen Kraftwerken, die die Nacht mit heissen Salzschmelzen überbrücken oder die Wasserstoff erzeugen gibt es dieses Problem nicht. Allerdings sind auch diese solarthermischen Kraftwerke heute noch nicht kompetitiv. Das soll sich aber ändern. Sowohl ESolar (siehe http://www.esolar.com/) mit seinen Heliostaten, die auf einen Turmempfänger ausgerichtet werden als auch die vom CSEM (Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique) konzipierten Solarinseln versprechen im Stadkum der industrialisierten Fertigung einen kompetitiven Strompreis.

Hier ein Zitat von der Solar Island Webseite (siehe http://www.solar-islands.com/advantages.html):
5 times lower cost per kWh than competing systems, because of cheap, simple building materials (EFC panels), passive solar alignment, high up-time,large platforms (islands), heat storage and high area utilisation (90%)

Für mich zeigt aber obiges Zitat auch, wo wir uns bei Erneuerbaren Energien noch befinden, nämlich im Experimentierstadium. Da behauptet jemand er liefere 5 mal billigeren Strom mit seinem System als andere. So etwas kann man bei ausgereifter Technologie niemals behaupten. Sie finden keinen Hersteller von Gaskraftwerken, der auch nur behauptetet, seine Anlagen seien doppelt so effizient wie die der Konkurrenten.

Und diese Experimente sollen wir – entweder der Steuerzahler oder der Stromkunde – nun bezahlen und zwar bevor das Experiment abgeschlossen ist.

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Hallo,

jetzt schreibt sogar die New York Times
etwas ueber die eingebildeten und realen Kohlereserven.
Fuer alle pro und contra CO2 Problem liefert der Artikel
eine Zusammenfassung fuer das was im Orginal steht.
Viel Spass beim lesen.

http://www.nytimes.com/gwire/2010/09/29/29greenwire-study-worlds-peak-coal-moment-has-arrived-70121.html?pagewanted=1

Is the world about to begin running out of coal?

Two researchers say so. In a peer-reviewed article published in the journal Energy, they write that the world will hit „peak coal“ production next year or shortly thereafter, and then mining would begin a long, steep decline.

The remaining accessible fossil fuel stores only contain enough carbon to raise global temperatures by about 0.8 degrees Celsius, said Croft, who funded the study through his University of California, Berkeley, graduate student fellowship.

Croft took aim at projections from the United Nations‘ Intergovernmental Panel on Climate Change that assume much larger coal supplies. „That 2-degree rise won’t happen,“ Croft said, making reference to a scenario that the U.N. panel said would be a global catastrophe.

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@Kommentar von Klaus Ragaller. 30.09.2010, 9:30

Sehr geehrter Herr Professor Ragaller.

Sie schreiben Neben den Chancen für unsere eigene Energieversorgung geht es auch um Geschäftschancen für unsere Industrie.

Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, emissionsfreie Mobilität und emissionsfreies Wohnen eröffnen tatsächlich viele neue Geschäftschancen, da neue Technologien entwickelt oder massentauglich gemacht werden müssen. Man denke nur an das Elektrofahrzeug, welches trotz Lithiumionenbatterien mit ihrer viel höheren Energiedichte im Vergleich zu Bleiakkus, immer noch ganz am Anfang der Praxistauglichkeit steht. Doch schon eine Verdreifachung der Energiedichte von Batterien würden beim gleichen Preis den Durchbruch dieser Technologie ermöglichen, wobei dann über smart charging und vehicle-to-grid Anknüpfung sogar noch ein Speicher für stochastisch anfallende Energie aus Wind- und Solarkraftwerken zur Verfügung stände.
ABB kann diese zweite Welle der Elektrizifizierung entscheidend mitgestalten mit effizienten Elektromotoren, Hochstromgleichstromübertragungsleitungen, Smart Grids und vielen weiteren Infrastrukturkomponenten, die im Rahmen des nötigen Netzausbaus bei Forcierung von Erneuerbaren Energien, nötig werden.
Doch wie weit soll dieser Geschäftssinn gehen. Um ein Beispiel zu geben: Es gibt momentan noch keine kostengünstige Speichertechnologie für Erneuerbare Energien ausser Kurzfristspeichern wie sie bei Concentrating-Solar-Power-Anlagen für die Überbrückung einer Nacht verwendet werden (also heisse Salzlaken). Laut vorletztem Spiegel rechnen Experten deswegen bei einer Transition Deutschlands zu 100% Erneuerbaren mit einem Anstieg des Stromgestehungspreises von 6.5 Cent pro Kilowattstunde auf 24 Cent pro Kilowattstunde. Bei dieser Transition könnte ABB kräftig mitmischen und mitverdienen und dann, wenn sich Deutschland und die Schweiz in der Folge deindustrialisieren, seinen Hauptsitz einfach etwas früher als vorgesehen nach China verlegen.

Zum Schluss möchte ich noch auf den Artikel von Thomas Friedman eingehen (siehe http://www.nytimes.com/2010/09/19/opinion/19friedman.html). Ich habe schon andere Traktate von ihm gelesen (z.B. die über die Globalisierung). Diese Texte haben alle diesen leicht submanischen Ton und die Tatsache gemeinsam, dass ihm die Botschaft wichtiger ist als die Wahrheit, die sich aus Statistiken entnehmen lässt. Er hat in einigen Punkten recht: China entwickelt sich ungemein dynamisch, korrigiert den eingeschlagenen Kurs auch immer wieder und hat in seiner Wirtschaft auch experimentelle Elemente mit den Sonderwirtschaftszonen und Prototypprojekten, die bei Erfolg ins Ungeheure skaliert werden. China hat eine stark wachsende Clean-Tech-Industrie und will damit die teilweise unhaltbaren Umweltzustände verbessern. Doch es gibt eben auch eine andere Seite: Fortgeschrittene Clean-Coal Verfahren und aus dem Westen kopierte und verbesserte Filter für Fabrik- und Kohleschlote, ändern nichts daran, dass China coal-addicted bleibt. Bald schon wird den „sauberen“ Kohlefabriken nur noch farb- und geruchloses und zudem ungiftiges CO2 enweichen, das aber in rauen Mengen. Daran ändern die vielen aus dem Boden schiessenden Windturbinen nichts. Sie werden zwar – wie Fatih Birol, der Chefökonom der internationalen Energieagentur meint – die Zukunft der erneuerbaren Energien gerade auch im Westen über einen tieferen Preis befeuern, aber letzlich wenig an der energetischen Grundausrichtung Chinas ändern. Vielleicht spart China mit den Windturbinen etwas Kohle ein und das muss es auch, plant es doch seine Kohleverflüssigungsanlagen, die vorerst erst 4 Millionen Liter Diesel erzeugen, bald schon kräftig auszubauen (siehe http://www.technologyreview.com/energy/26052/).

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@Hr. Ragaller
unglücklicherweise habe ich den ganzen Artikel gelesen und halte in für dämlich. Hier einer der Höhepunkte:

„So while America’s Republicans turned “climate change” into a four-letter word — J-O-K-E — China’s Communists also turned it into a four-letter word — J-O-B-S“

Ja ja, die pösen pösen Republikaner sind so verschlagen und so dumm, aber die guten alten Kommunisten, ja die sind schlau!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Roger Meier
vielleicht interessiert Sie der ganze Artikel von Thom Friedman in der New York Times mit dem Titel „Aren’t We Clever?“:
http://www.nytimes.com/2010/09/19/opinion/19friedman.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

“Chinas leaders are mostly engineers and scientists, they don’t waste time questioning scientific data”.

Ja, Herr Ragaller, die Chinesen wissen noch, wie man das Volk umerzieht, die verschwenden nicht unnötig Zeit mit demokratischen Diskussionen. Die hinterfragen nicht einfach frech die Autoritäten, so kommt man ja eh nicht weiter. Die Demokratie ist sowieso für so grosse Pläne nicht geeignet, da kommen nur ständig irgendwelche Spinner hervor und haben konterrevolutionäre destruktive Ideen. Am Ende zeifeln sie noch die Erkenntnisse der Wissenschaftler an, welche Impertinenz. Wir haben ja den wissenschaftlichen Konsens, wieso unötig Zeit mit Diskussionen verschwenden? So wurde China schliesslich zum klimapolitischen und umweltschützerischen Musterland, wir umweltzerstörenden und klimakaputtmachenden Schweizer können uns da eine grosse Scheibe abschneiden!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Martin Holzherr,
Sehr geehrter Herr Holzherr,
Danke für die zwei interessanten Links der Boston Consultants und Renewables in China. Die Umstellung auf Erneuerbare ist zweifellos eine riesige Herausforderung. Mir leuchten die Schlussfolgerungen der Boston Consultants ein, wenn sie schreiben: „ein riesiger Markt wird sich um das Management der Schwankungen im Netz entwickeln“ oder „alle in der Wertschöpfungskette wären gut beraten, Initiativen zu ergreifen und sich für das Unvermeidliche zu positionieren“. Zu oft werden bei uns immer noch die Herausforderungen als Argumente für Nichtstun angesehen.
Neben den Chancen für unsere eigene Energieversorgung geht es auch um Geschäftschancen für unsere Industrie, wie hier z.B. http://www.abb.com/cawp/seitp202/de912ba42b8246e2c12577850029aa57.aspx oder hier
http://www.abb.com/cawp/seitp202/d3e2f486303c1d47c12577a500479955.aspx

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Klaus Ragaller. 29.09.2010, 20:06

Sehr geehrter Herr Ragaller,
besten Dank für den Link zum neuesten Bericht Renewables 2010 (siehe http://www.ren21.net/globalstatusreport/REN21_GSR_2010_full.pdf).

Ich habe ihn studiert und bin enttäuscht hat er doch in vielerlei Hinsicht den Charakter einer Werbebroschüre, die zum Teil mit plumpen Täuschungen operiert. So vergleicht er die verschiedenen Energiequellen aufgrund der installierten Nennleistung, wo doch die erzeugte Energie in Wattstunden pro Jahr die adäquate Vergleichsgrösse ist. Um ein Beispiel zu geben: China’s wind power capacity surpassed the
country’s installed nuclear capacity in 2009, with just over
13.8 GW added to reach a total of 25.8 GW.11 This means
that China doubled its existing wind power capacity for the
fifth year running in 2009.12

Das stimmt zwar ist aber nicht relevant beim Vergleich zweier Energiequellen, es zählt die erzeugte Energie pro Jahr, hier die Zahlen für China’s Energiemix bei der Stromproduktion für das Jahr 2009 (TWH bedeutet Terawattstunden,Fossil=Kohle+Öl+Gas):
2009: Fossil 3000 TWH, Hydro 615 TWH, Wind 26 TWH, Nuclear 65 TWH
2015: Fossil 4100 TWH, Hydro 780 TWH, Wind 140TWH,Nuclear 280TWH

Im Jahre 2009 hat Fossil einen Anteil von 80% an der Stromproduktion, im Jahre 2015 soll Fossil einen Anteil von 76% haben. Immerhin ein gewisser Fortschritt. Hier noch eine Informationsbroschüre aus China selber (siehe http://eshop.chinadaily.com.cn/upload/file/2a/143.pdf)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Klaus Ragaller. 29.09.2010, 20:06

Sehr geehrter Herr Professor Ragaller,
noch 2 Bemerkungen zu ihrem Blogbeitrag zum Wachstum der Erneuerbaren Energien (siehe http://www.climateblog.ch/).

Offshore-Windparks: Die Unbekannten
Der Windpark Alpha Ventus, den sie im Bild zeigen, ist ein Beispiel für die Unsicherheiten im Bereich Offshore-Wind. Kaum errichtet, sind bereits mehrere Getriebe ausgefallen (siehe http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71029996.html). Die Kosten von Offshore-Windparks sind heute noch unbekannt, mit Sicherheit aber um vieles höher als für landbasierte Windparks. Wegen den nötigen Stromleitungen durchs Meer, den Installationskosten und den hohen Anforderungen an die Windräder auf offener See. Bundesbürgschaften sollen deshalb Investitionen überhaupt ermöglichen.

China Wind+Kohle
In ihrem Blog schreiben sie

China hat 2009 37 GW Erneuerbare Stromkapazität installiert. Dazu schreibt die New York Times in einem aktuellen Bericht “Chinese Offshore Development blows past US”. China überholte die US und Deutschland auch als grösster Markt für Windanlagen.

Daraus zu schliessen, China setze jetzt auf Wind anstatt Kohle ist allerdings falsch. China baut weiterhin jede Woche mindestens 1 Kohlekraftwerk. Der Artikel The Chinese Coal Monster gibt einen Eindruck von der Coal additiction Chinas (siehe http://europe.theoildrum.com/node/6700)

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@Kommentar von Klaus Ragaller. 29.09.2010, 20:06

Sehr geehrter Herr Professor Ragaller,
besten Dank für den Link zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien (vor allem Wind). Ich möchte aus ihrem Blog zitieren
Trotz dieser vielen spektakulären Projekte ist die Skepsis gegenüber den Erneuerbaren immer noch sehr verbreitet. Sie seien zwar lobens- und wünschenswert könnten aber unseren Bedarf bei weitem nicht decken allenfalls auf sehr lange Sicht, falls noch einige überraschende Innovationsschübe zu deren Verbesserung führen.

Tatsächlich braucht es noch überraschende Innovationsschübe um beispielsweise einen grossen Windenergieanteil zu ermöglichen ohne auf fossile Backupkraftwerke zurückzugreifen. In Deutschland, das heute einen grossen Anteil an Windenergie hat, werden bei Starkwind konventionelle Kraftwerke – vor allem Gas- aber sogar Kohlekraftwerke (aufgrund von Windprognosen) heruntergefahren. Dänemark löst das Problem der schwankenden Stromproduktion zum Teil durch Stromimport und -export ins Ausland. Doch je mehr Länder auf Wind und Sonne setzen, umso schwieriger wird es, Produktionsschwankungen abzufangen. Auch europaweite Netzverbunde können dieses Problem nur teilweise lösen, denn die Starkwind-/Schwachwindphasen sind über die nördliche Atlantikküste oft synchron. Zudem gibt es saisonale Hochs und Tiefs, die wohl nicht allein mit Wasserkraft aus Norwegen abgedeckt werden können (im Sommer fällt die saisonale Schwachwindphase mit der sommerlichen Trockenheit zusammen), sondern Wasserstoffspeicher in Salzkavernen nötig machen, wenn man zu 100% Erneuerbare Energien kommen will. Die Boston Consulting Group hat die Probleme der Stromspeicherung in der Studie Electricity Storage: Making Large-Scale Adoption of Wind and Solar Energies a Realtiy untersucht (siehe http://www.bcg.com/documents/file41973.pdf). Sie kommt zum Schluss, dass die Stromspeicherung meist teurer ist als die Stromerzeugung.

Eine Studie des Institute for Integrated Economic Research (IIER) kommt sogar zum Schluss, dass die Netzstabilität in einer von intermittenten Stromquellen dominierten Zukunft ernsthaft gefährdet ist sofern man nicht auf Backupkraftwerke (also vor allem Gas- und Kohlekraftwerke) zurückgreift (siehe http://www.theoildrum.com/node/6957).

Weil ein grosser Anteil von Solar- und Windkraftwerken über die starken Produktionsschwankungen heute noch zu grossen Investitionen in Stromspeicher und Netze zwingt, sehe ich die Zukunft Erneuerbarer Energien vor allem bei Kraftwerken, die kaum Produktionsschwankungen haben. Das sind solarthermische Kraftwerke mit Salzwärmespeicher in der Wüste.

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E I T E L K E I T E N …

… anders lässt sich dieser offenbar schier unstillbare, menschliche Wunsch, einer Endzeit-Generation oder wenigstens einer „Generation von irgendwie Auserwählten“ anzugehören, nicht erklären.

Apokalypse dräut… zu allen Epochen geträumt, erwartet, prophezeit, erhofft und herbeigebetet – liess/lässt sie ihre Anhänger – meist – hängen und ein (letztlich gelangweiltes) Leben führen, wie es ihren Vorfahren und Nachfahren beschieden blieb: ordinär endlich, mehr oder weniger aufregend und glücklich, bestimmt aber von unterschiedlichem Erfolg geprägt.

Simple Frage: geht es darum, dass eine gestresste Natur sich möglicherweise irgendwann ihrer schlimmsten Peiniger entledigt, oder darum, dass sie sich auch jener, individueller Exemplare einer bestimmten Gattung überdrüssig zu fühlen beginnt, die über die Endlichkeit ihres Daseins ein vermeintlich „höheres Bewusstsein“ entwickelt?

Aus psychologischer Sicht verständlich, wenn die letztere, eine Art elitärer Sub-Spezies, sich von den wenig verheissungsvollen Aussichten zutiefst beleidigt fühlt und mit allen Kräften – wenn auch vergeblich – gegen ihr unvermeidliches Schicksal anrudert.

Bloss, die Evolution nimmt keine Rücksicht auf immaterielle Güter der Sorte „Bewusstsein“ oder auf entbehrliche Manifestationen von „Individuen“.

Haben Bemühungen, diesem fatalen Diktum irgendwie entgegenzuwirken, je so etwas Ähnliches wie Rettung versprochen? oder bloss ein (unnötig) hinausgezögertes Ende?
Würde sich die Evolution aufhalten lassen, – das buchstäblich Meere- und Kontinente verändernde, Gebirge schaffende und verschwinden lassende geologische Geschehen? geschweige denn all das kosmische Wirken, weit ausserhalb irgend einer lenkenden, zum Lenken befähigten Hand?

Die vergebliche Suche nach Archimedes‘ Punkt oder mit F. Nietzsche: „er ermißt am Eitlen die ganze Tiefe seiner Bescheidenheit? Ich bin ihm gut und mitleidig ob seiner Bescheidenheit. Von Euch will er seinen Glauben an sich lernen. Er nährt sich an Euren Händen. Euren Lügen glaubt er noch, wenn Ihr gut über ihn lügt; denn im Tiefsten seufzt sein Herz: „Was bin ich?“ Und wenn das die rechte Tugend ist, die nicht um sich selber weiß: Nun, der Eitle weiß nicht um seine Bescheidenheit“

„Kohle-Aktien kaufen“ – weshalb? bzw, weshalb nicht?

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@ Martin Holzherr
Die Zuwachsraten bei den Erneuerbaren können dem neuesten Bericht Renewables 2010, von dem Sie hier eine Kurzfassung finden entnommen werden: http://www.climateblog.ch
China war 2009 der grösste Investor in Wind mit 14 GW neu installierter Leistung und hat damit im fünften aufeinanderfolgenden Jahr die installierte Leistung verdoppelt. Weltweit ist die neuinstallierte Leistung für Stromerzeugung durch Erneuerbare inzwischen bei 47 %. Dass dies alles noch viel zu wenig ist, liegt an den gewaltigen Grössenordnungen des aktuellen (und noch ansteigenden) Bedarfs. Mehr als eine Verdoppelung pro Jahr wird aus verschiedenen Gründen nicht so einfach machbar sein, eine Fortsetzung des exponentiellen Wachstums würde aber bereits in absehbarer Zeit zielführend sein.
Thom Friedman schreibt dazu in der NewYork Times. „Chinas leaders are mostly engineers and scientists, they don’t waste time questioning scientific data“.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Zitat: «Gib mir einen halben Tanker gefüllt mit Eisen und ich gebe Dir die nächste Eiszeit.»

Wenn die Korrektur der globalen Erwärmung so einfach zu bewerkstelligen wäre, müssten wir uns keine Sorgen machen, zumal die Eisendüngung bei der Ursache der Erwärnung ansetzt: dem erhöhten CO2-Gehalt der Atmosphäre. Die meisten anderen Geoengineering-Methoden, die die Hoffnungen nach kostengünstiger Klimakorrektur aufkommen lassen, reduzieren die solare Einstrahlung (Solar Radiation Management) genau so lange wie sie angewendet werden. Dazu gehören das Einblasen von Sulfat-Aerosolen in die Atmosphäre (siehe ) und die Aufhellung und Verdichtung der marinen Bewölkung.

Wie Professor Gruber in diesem Artikel darlegt, enttäuscht die Eisendünung jedoch auf der ganzen Linie und er kommt zum Schluss Es gibt viel bessere Massnahmen etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen – die beste ist, die CO?-Emissionen zu reduzieren.

Warum reduzieren denn Länder wie China und Indien die CO2-Emissionen nicht? Indien steigert sie sogar gerade massiv durch die vielen neuen Kohlekraftwerke, nachdem es noch bis vor kurzem weniger als 2 Tonnen CO2 pro Einwohner emittierte. Der Grund ist einfach und ich behaupte, sogar Professor Gruber würde als indischer Energieminister genauso auf Kohle setzen. Nur mit Kohle als Energiequelle kann man heute jedes Jahr 10% mehr Strom als voriges Jahr erzeugen. Indien hat zwar auche eine ausgereifte Nuklearindustrie, doch bei dem geringen Standardisierungsgrad und den langen Bauzeiten schafft man mit AKW’s nicht 10% Wachstum jedes Jahr. Das gleiche gilt natürlich auch für erneuerbare Energien. Dort gibt es nicht einmal weltweit Zuwächse im zweistelligen Gigawattbereich jedes Jahr wie das für Indien nötig wäre. Ganz anders sähe es aus, wenn es beispielsweise kostengünstige ausgereifte und standardisierte solarthermische Kraftwerke gäbe: Die Firma ESolar (siehe http://www.esolar.com/) produziert grosse Solarturmkraftwerke, die aus tausenden gleichen, standardisierten Heliostaten besteht. Noch sind diese Kraftwerke nicht konkurrenzfähig. Das sollen sie aber werden, indem der Herstellungspreis für einen Heliostaten auf den Preis der benötigten Materialien (Glas, Stahl) gesenkt wird. ESolar will deshalb die Heliostaten in China herstellen lassen.

Gäbe es schon billige thermosolare Kraftwerke, würde wahrscheinlich sogar Indien davon Gebrauch machen und auf Kohle verzichten. Die Förderung dieser Technologie (z.B. über die Uno) würde, falls erfolgreich, deshalb für die Reduktion des CO2-Ausstosses mehr bringen als die Unterschrift Indiens unter einen Post-Kyoto-Vertrag.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

$Kommentar von Roger Meier. 29.09.2010, 11:45
$Dann ist ja gut, dass wir uns wenigstens in einem Punkt $einig sind.

genau!

„Bezügl. der Konsequenzen sind wir uns etvl. nicht einig.“

macht nichts .. dann gibt es ja was zum diskutieren!

„Interessanter Vortrag übrigens, den Sie da verlinkt haben.
Seit 33, Peak-Oil Prognose von IEA: Jahr 2020, “nur wenn massiv investiert wird”.
D.h. wir resp. die Wirtschaft muss investieren, uns zwar rechtzeitig. Das passiert NUR, wenn die Preise hoch genug sind, und zwar die Preise, die der Produzent bekommt. Somit dürfen wir JA NICHT Rohsstoffspekulationen unterbinden.“

na ja ich wuerde eher sagen das ist die Idee
von der IEA die nicht an einen Peak glaubt!

Dagegen.. die Aussage des „Peak“ ist
wenn der mal erreicht ist geht es bergab
wie schnell es bergab geht ist die Frage.

„Die übliche Antwort auf Rohsstoffknappheiten lautet ja heutzutage: Wir brauchen mehr Staat, mehr Steueren und weniger Marktwirtschaft. Das sagt ja auch der unsägliche “Experte” im Tagi-Artikel.“

ja was soll ich sagen..
(wenn es mit dem Kapitalismus Probleme gibt
soll der Staat einspringen .. haben wir doch im letzten
Jahr gesehen.. und dann gehen die Probleme von alleine
weg..

„Dabei ist das genau die FALSCHE Antwort. Sie sagen auch: Die Sowjetunion ist pleite gegangen. An was? An zuviel Marktwirtschaft??“

an Unfaehigkeit!

„Wenn unser System pleite geht, dann wegen totaler Unkenntnis fundamentaler wirtschaftlicher Grundsätze. “

genau.. mein Beispiel mit den Atlantik Schwimmern
wir sind halt unfaehig exponentielles Wachstum
auf einem begrenzten Planeten fuer ewig zu haben.

„Auch der verlinkte Vortrag zeigt Mängel: Seite 18, die Nachfrage zeigt linear nach oben, unten steht “der Preis steigt stark an”. Dabei ist die Nachfrage EINE FUNKTION DES PREISES. Das weiss jeder 1.Semester-Wirtschaftsstudent, jedoch kaum ein Naturwissenschafter.“

Ich denke sie uebertreiben.
(ich habe sowas schon im Kindergarten gelernt… smile)

Also „Angebot und Nachfrage“ regeln den Preis.

Spekulation macht Sinn wenn etwas knapp ist
(deshalb beim Oel, Gas Uran etc spekulieren!)

Der Oelpreis ist zusammengebrochen weil
die Nachfrage gesunken ist (demand destruction)

Jetzt die Preisfrage Oel: ab wann kollabiert unser
Welthandel System

„Was auch in dem Vortrag fehlt sind die massiven Entdeckungen an Shale-Gas in den USA und auch Europa.“

ja, aber war ja ein Vortrag zum Oel!
und sicher sollte man das mit dem Gas
genauer untersuchen.

Wo soll also das Gas fuer die Schweiz herkommen?
Iran, Russland, Lybien oder die USA?

„Wir werden in den nächsten Jahren einen Wechsel von Öl zu Gas erleben, z.B. bei Hausheizungen.“

wie schon in den letzten 30 Jahren ..
aber mit welchen Gas? siehe oben!

„Ansonsten ist wichtig, dass man so bald wie möglich beginnt in Gebieten wie der Arktis nach Öl zu explorieren, da hat’s noch Öl und massenweise Platz.“

Wirklich? das ist vielleicht eine Hoffnung fuer manche..
aber „wir beide“ die das Problem Peak Oil erkannt haben
(oder das glauben) sollten eher an das Umdenken
weg vom Oel denken!

„Kohle: OK, wenn es der World Energy Council sagt, dann glaube ich, dass SA deutlich weniger Kohle hat als angenommen. Im gleichen Report (Seite 9) steht aber auch, dass die Reserven weltweit nur um 2.5% abgenommen haben. Nicht gerade dramatisch.“

Hm… und ich dachte aus den links vom World Energy Council wird klar dass diese Leute praktisch keine
Ahnung haben .. lesen sie nur mal die Abschnitte zum Oel

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Dann ist ja gut, dass wir uns wenigstens in einem Punkt einig sind.

Bezügl. der Konsequenzen sind wir uns etvl. nicht einig.
Interessanter Vortrag übrigens, den Sie da verlinkt haben.

Seit 33, Peak-Oil Prognose von IEA: Jahr 2020, „nur wenn massiv investiert wird“.
D.h. wir resp. die Wirtschaft muss investieren, uns zwar rechtzeitig. Das passiert NUR, wenn die Preise hoch genug sind, und zwar die Preise, die der Produzent bekommt. Somit dürfen wir JA NICHT Rohsstoffspekulationen unterbinden.
Die übliche Antwort auf Rohsstoffknappheiten lautet ja heutzutage: Wir brauchen mehr Staat, mehr Steueren und weniger Marktwirtschaft. Das sagt ja auch der unsägliche „Experte“ im Tagi-Artikel.
Dabei ist das genau die FALSCHE Antwort. Sie sagen auch: Die Sowjetunion ist pleite gegangen. An was? An zuviel Marktwirtschaft??
Wenn unser System pleite geht, dann wegen totaler Unkenntnis fundamentaler wirtschaftlicher Grundsätze. Auch der verlinkte Vortrag zeigt Mängel: Seite 18, die Nachfrage zeigt linear nach oben, unten steht „der Preis steigt stark an“. Dabei ist die Nachfrage EINE FUNKTION DES PREISES. Das weiss jeder 1.Semester-Wirtschaftsstudent, jedoch kaum ein Naturwissenschafter.

Was auch in dem Vortrag fehlt sind die massiven Entdeckungen an Shale-Gas in den USA und auch Europa. Wir werden in den nächsten Jahren einen Wechsel von Öl zu Gas erleben, z.B. bei Hausheizungen.

Ansonsten ist wichtig, dass man so bald wie möglich beginnt in Gebieten wie der Arktis nach Öl zu explorieren, da hat’s noch Öl und massenweise Platz.

Kohle: OK, wenn es der World Energy Council sagt, dann glaube ich, dass SA deutlich weniger Kohle hat als angenommen. Im gleichen Report (Seite 9) steht aber auch, dass die Reserven weltweit nur um 2.5% abgenommen haben. Nicht gerade dramatisch.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Meier,
danke fuer ihren Kommentar.
Es scheint wir unterscheiden uns gar nicht so stark
in dem was wir akzeptieren.
$Kommentar von Roger Meier. 28.09.2010, 20:06
sehr erfreulich!
Fangen wir mit Peak Oil an..
Ja sie geben die besten Argumente
(kann ich eigentlich auch nicht besser!)

„Quelle Peak-Oil:
hier z.B. eine Quelle
http://peakoil.com/what-is-peak-oil/
Es wurden in den letzten Jahren keine Riesen-Ölfelder wie z.B. Ghawar entdeckt. Ein paar grössere wie Shaikan oder Tupi, that’s it. Die Rate der Neuentdeckungen grosser Felder hat abgenommen.“

der letzte Satz sagt alles!
Uebrigens hier fuer alle unglaeubigen ein schoener Talk
zum Thema. Was will man mehr!
Sind wir ja schon mindestens 2 hier auf dem Klima
blog die das Oel Problem sehen
(andere bitte melden!)

http://www.dng-aachen.eu/veranstaltungen/2010_peak_oil_vortrag.pdf

und dazu die Frage (ich habe jede Menge Zitate
aller moeglichen Stellen ..)

Warum redet keine Regierung darueber
und warum ist es praktisch ein Taboo
unsere bei weitem wichtigste Energie Quelle
56% in der Schweiz und rund 40% weltweit.
(ohne Oel laeuft praktisch nichts!)

Wer von Peak Oil spricht wurde noch vor 5 Jahren
als Verrueckter behandelt .. warum nur?

gut und jetzt zum Rest:

„Also, meine Quellen:
Die Aussagen des Club of Rome in “the limit of growth” sind z.B. hier zu lesen:
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/dfa/artikel/novo106_26/

die einzige Aussage in dem Buch ist

falls es keine Aenderung gibt (die gab es praktisch nicht)
wird spaetestens in den naechsten 50-100 Jahren die Katastrophe/ der Kollaps kommen.
1972 (+50 Jahre) also ab 2022!

Die Sowjetunion ist schon 1990 collabiert (aus verschiedenen Gruenden.

Des weiteren steht in dem Buch klipp und klar

„wir machen verschiedene Hypothesen und modellieren
was passiert“
A) unrealistisch wir finden nichts mehr und das Wachstum
geht munter weiter .. (das ist das einzige was Journalisten
aus dem Buch und dem Zusammenhang genommen haben)

die Schreiber sagen ganz klar „natuerlich wird man noch mehr finden and Oel etc ..“ aber es ging um einen Test des Modells!
B) wir verdoppeln in etwa was wir schon kennen
C) etc..

dann wird das Modell neu entwickelt und siehe
da .. das gleiche Ergebnis nur ein paar Jahre spaeter
d) unendlich viel Oel .. dann gehen wir in unserem eigenen
Dreck unter etc etc.

Es lohnt sich wirklich das Buch (3 Stunden etwa) selber und kritisch zu lesen und sich dann zu fragen
warum haben praktisch alle Oekonomen das Buch nicht
selber gelesen?

„Die Aussage bezgl. des Tantals sind im Tagi vom 19.7.2009 zu finden, suchen Sie im Tagi-Online-Archiv“

nicht gerade eine „wissenschaftliche“ Quelle
und ja wenn man mal schaut was in den Zeitungen
ueber Dinge steht die man selber genau kennt ..
nun ja…

“Wirklich? Wissen sie wieviel Uran jedes Jahr
in den KKW’s gespalten wird und wieviel aus der Erde kommt?”
„Ja, hatten wir das Thema nicht schon mal. Da hat jemand so eine Arbeit reingestellt, bei der sich herausgestellt hat, das wir noch Uran für etwa 160 Jahre haben.“

also eine Nachhilfe waere vielleicht nicht schlecht!
Als start wie waere es damit (kostet auch gar nichts
ausser mal ein Glas Wein (smile)

http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/nuclearWien.pdf

Kohle.. das ist wirklich interessant!
Hatte ich schon mal in einem anderen Blog kommentiert

aber zum Spass:

schauen sie mal den Report zu Kohle und zu Oel an
(immerhin die Grundlage fuer praktisch alle Regierungen!)
http://www.worldenergy.org/documents/ser2004.pdf
Seite 7/8 Tabelle 1.1 und Total World = 909 064 Million tons
(Stand 2002) = 909 Milliarden Tonnen
Coal Production gibt es auch war Tabelle 1.3
4.8 Milliarden tons.

jetzt nehmen wir den 2009 report
http://www.worldenergy.org/documents/ser_interim_update_2009_final.pdf

Kohle punkt 1

jetzt sind es nur noch : 826 Milliarden Tonnen
(komisch oder? 7 Jahre mit 5-5.5 Milliarden im Mittel
Abbau .. macht rund -40 Milliarden
was ist mit den anderen 40 Milliarden passiert?

da kann man dann folgendes lesen:

„South Africa
Assessments of South Africa’s coal resources remain in a state of flux. While a number of surveys (e.g. de Jager, 1983; Bredell, 1987; and later studies by the Minerals Bureau) have attempted to quantify the reserves present in each of South Africa’s many coalfields, there is not yet total consensus in respect of the tonnages that are currently economically and technologically recoverable.
For the purpose of the present interim update of the Survey of Energy Resources, a figure of 30 408 million tonnes has been adopted, based on advice from an expert South African source. “

spannend oder? Trotz aller moegichen Standards
und hier die Erklaerung ..

„The net outcome is a total for South Africa’s proved recoverable coal reserves that is more than one-third lower than the level reported for the 2007 Survey, but that is arguably more realistic in the present circumstances.“

„Reserven Kohle:
Die Reserven und Resources von Bergbau-Gesellschaften werden nach dem australischen JORC-Standard oder dem kanadischen NI 43-101 Standard und werden jeweils von dritter Seite verifiziert.“

Der World Energy council report ist noch voller
Ueberaschungen bezueglich Kohle wenn
man noch etwas weiter zurueck schaut..
aber so weit so schlecht fuer heute Abend
und fuer ihren unerschuetterlichen Glauben an Oekonomen
die ausser beim Oel (wo wir uns einig sind)
natuerlich alles genau wissen.
(wie bestimmt man uebrigens in der Oekonomie
geologische Ressourcen.. ich denken man lernt sowas
in der Naturwissenschaft aber vielleicht bin ich da
nicht richtig informiert .. smile)

„Die Qualitätsstandards sind hier sehr hoch, das es um sehr viel Geld geht. Die Manager können hier nicht wie Wissenschafter irgendwelche verrückten Prognosen rausposaunen, da sich die Aktionäre auch nach Jahren noch an die Prognosen erinnern und sie darauf behaften (ist einem Wissenschafter noch kaum je passiert).“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Also, meine Quellen:

Die Aussagen des Club of Rome in „the limit of growth“ sind z.B. hier zu lesen:

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/dfa/artikel/novo106_26/

Die Aussage bezgl. des Tantals sind im Tagi vom 19.7.2009 zu finden, suchen Sie im Tagi-Online-Archiv

„Wirklich? Wissen sie wieviel Uran jedes Jahr
in den KKW’s gespalten wird und wieviel aus der Erde kommt?“
Ja, hatten wir das Thema nicht schon mal. Da hat jemand so eine Arbeit reingestellt, bei der sich herausgestellt hat, das wir noch Uran für etwa 160 Jahre haben.

Reserven Kohle:
Die Reserven und Resources von Bergbau-Gesellschaften werden nach dem australischen JORC-Standard oder dem kanadischen NI 43-101 Standard und werden jeweils von dritter Seite verifiziert.
Die Qualitätsstandards sind hier sehr hoch, das es um sehr viel Geld geht. Die Manager können hier nicht wie Wissenschafter irgendwelche verrückten Prognosen rausposaunen, da sich die Aktionäre auch nach Jahren noch an die Prognosen erinnern und sie darauf behaften (ist einem Wissenschafter noch kaum je passiert).

Quelle Peak-Oil:
hier z.B. eine Quelle
http://peakoil.com/what-is-peak-oil/
Es wurden in den letzten Jahren keine Riesen-Ölfelder wie z.B. Ghawar entdeckt. Ein paar grössere wie Shaikan oder Tupi, that’s it. Die Rate der Neuentdeckungen grosser Felder hat abgenommen. Falls Sie von was anderem Kenntniss haben, müssen Sie das mir zeigen, und nicht ich Ihnen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

hm.. Herr Meier, jetzt wird es spannend!

$Kommentar von Roger Meier. 27.09.2010, 19:11
$“But recent research [from] three scientific journals”
$Hahaha, wenn irgendwelche Pseudowissenschafter $Ressourcenschätzungen abgeben, dann ist das nicht ernst $zu nehmen.

Na dann geben sie doch mal ihre Source zur Kohle?
(Scientific journals zaehlen nicht .. was dann?)

$Gemäss den weisen Superexperten vom hochgeschätzten $Club of Rome sind ja anno 2010 schon so gut wie alle $Ressourcen aufgebraucht.

ah.. wo steht das in dem Buch?
Bitte Quelle angeben. Haben sie es selber gelesen?
Das glaube ich nicht!
Ich habe es vor ein paar Jahren gelesen
so etwas steht da nicht drinnen.
Aber vielleicht habe ich ja die Seite X
uebersehen?

$Oder ich erinnere mich an die Prognose von so einem $Superexperten, dass uns jetzt dann gleich das Tantal $ausgehen sollte, so ein Witz.

Quelle bitte!

$Oder die Prognose der AKW-Gegner, das Uran solle bald $knapp werden, auch so ein Scherz.

Wirklich? Wissen sie wieviel Uran jedes Jahr
in den KKW’s gespalten wird und wieviel aus der Erde kommt? Falls sie etwas Nachhilfe brauchen. Gerne!
(gut bezahlt .. sie haben ja scheinbar zu viel Geld
sagen wir das Gehalt geht an Amnesty International!)

„Und wenn “peak coal” in Südafrika erreicht sein soll, dann ist mir das egal. Die Firma, von der ich ein paar Aktien habe, sitzt auf mindesten 400 Millionen Tonnen Kohle. Wenn die alle verkauft sind, habe ich einen sehr guten Schnitt gemacht.“

400 Millionen Tonnen wer hat das wohl bestimmt?
(die gleichen Leute wie Madoff oder Enron)

„ Und wenn die Kohle andererorts tatsächlich knapp wird, STEIGT der Preis, das heisst, ich verdiene NOCH MEHR.“

schoene Mentalitaet!

aber jetzt kommt es:

„ Darum habe ich mir auch ein paar Ölaktien in’s Depot gelegt, denn hier befinden wir uns tatsächlich in der Nähe des Peaks, was höhere Preis zur Folge haben wird.“

Darf ich ihre wissenschaftliche Erkenntnis
zititieren? Quellen bitte

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 3

„But recent research [from] three scientific journals“

Hahaha, wenn irgendwelche Pseudowissenschafter Ressourcenschätzungen abgeben, dann ist das nicht ernst zu nehmen. Gemäss den weisen Superexperten vom hochgeschätzten Club of Rome sind ja anno 2010 schon so gut wie alle Ressourcen aufgebraucht. Oder ich erinnere mich an die Prognose von so einem Superexperten, dass uns jetzt dann gleich das Tantal ausgehen sollte, so ein Witz. Oder die Prognose der AKW-Gegner, das Uran solle bald knapp werden, auch so ein Scherz.

Und wenn „peak coal“ in Südafrika erreicht sein soll, dann ist mir das egal. Die Firma, von der ich ein paar Aktien habe, sitzt auf mindesten 400 Millionen Tonnen Kohle. Wenn die alle verkauft sind, habe ich einen sehr guten Schnitt gemacht. Und wenn die Kohle andererorts tatsächlich knapp wird, STEIGT der Preis, das heisst, ich verdiene NOCH MEHR. Darum habe ich mir auch ein paar Ölaktien in’s Depot gelegt, denn hier befinden wir uns tatsächlich in der Nähe des Peaks, was höhere Preis zur Folge haben wird.

Ansonsten gehört die Zukunft dem Erdgas, damit lässt sich Erdöl sehr gut ersetzen.

Noch was zum „sicheren“ CO2-Sequestrieren:
http://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Nyos

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 4

Nachtrag .. kam gerade rein!

http://www.newstime.co.za/Business/SA_Nearing_Peak_Coal_Say_Scientists/11776

„Scientists have estimated that South Africa is soon to reach its peak coal production.

Jeremy Wakeford, the chairman of the association for the Study of Peak Oil (Aspo) said :” It is commonly believed that South Africa has abundant coal reserves which will last 200 years or more. But recent research [from] three scientific journals suggests that usable reserves are much smaller than previously thought, and that annual production could reach a peak and begin to decline within a decade — or might even have peaked already”. “

wenns stimmt „bad luck“ mit den Kohle Aktien!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

Kommentar von Martin Holzherr. 27.09.2010, 13:24
@Kommentar von Michael Dittmar. 27.09.2010, 13:08
„Hoi Michael, danke für deinen Beitrag. “

gern geschehen..

„Ich bin aber der festen Überzeugung, dass plötzlich ein Umdenken stattfinden wird, allerdings erst in einigen (vielleicht auch vielen) Jahren.“

Also ich hoffe manchmal noch dass es so ist..
(aber vermutlich eher so wie bei Brecht
„Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten doch in der Nacht, wo das Meer es verschlang,
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven. “
http://www.kerber-net.de/literatur/deutsch/prosa/brecht/fragarb.htm)

Wenn im Jahr 2025 plötzlich alle Länder möglichst schnell CO2 reduzieren wollen, werden sie dann ihre Kohlekraftwerke einfach abschalten? Das glaube ich nicht.

Nein, denn es wird immer noch genug Leute geben
die sagen es liegt am „Mond Albedo und dem ErdMagnetfeld“ oder aehnlichem..
und deshalb laufen die Dinger einfach irgendwo weiter.

„Deshalb ist die CO2-Sequestrierung und Abscheidung nötig.“

Wie waere es mit der Formulierung „die Forschung dazu
ist noetig“?

Aber ich sage immer … die Natur hat in der Kohle
einen super Speicher gefunden. Warum lernen wir nicht
von der Natur? Oder eben man kann nicht auf
die (goldene?) „Eier legende Wollmilchsau“ hoffen.

„Man kann nicht ewig am Plan A festhalten, wenn niemand diesem Plan folgt. “

Ja aber genau das macht man ja .. oder man versucht es

„es gibt zur Marktwirtschaft keine Alternative“
oder unsere Kultur ist die einzig richtige
auch wenn sie nicht nachhaltig ist.

Wir machen halt einfach weiter mit Plan A
(solange es geht.. und dieser Punkt ist wohl
mehr oder weniger erreicht)

„Man braucht deshalb auch einen Plan B.“

ja, wobei ich inzwischen schon bei Plan x (oder schon z?)
angekommen bin.

„Du selbst gehst davon aus, dass es nicht genug Kohle gibt und diese Kohle nicht noch mit CO2-Abscheidung und Sequestrierung verschwendet werden soll.“

Jein.. ich denke eben sobald die Oelkrise richtig
einsetzt ist es vorbei mit „lustig“.
Transport wird unerschwinglich und die Kohle
bleibt wo sie in etwa ist..
also Laender wie in Westeuropa haben ihre Kohle
schon praktisch verbraucht … Pech

Suedamerika hat praktisch eh keine Kohle
Afrika (ausser dem weissen Sueden auch nicht)
und die ganzen kleinen Inseln und Bergstaaten auch Pech..

fuer die anderen Regionen..
sobald China/Indien nicht mehr viel exportieren will
weil der Transport zu teuer wird ..
na dann koennen die sich auf die direkten
Umweltprobleme konzentrieren.
die sind wohl nicht geringer als beim Klima.

„ Doch ich bin mir da nicht so sicher. Es gibt vielleicht doch viel zu viel Kohle.“

relativ gesprochen hast du wohl recht.
Wenn ich an das mountain top removal
program in den USA denke wird mir jedes mal
ganz anders … und denke ein Glueck in Europa
haben wir das Problem nicht.

Ansonsten auch bei der Kohle gilt das EROEI viel groesser als 1 sein muss sonst kann man es sein lassen.

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

@Kommentar von Martin Holzherr. 27.09.2010, 13:24
@Kommentar von Michael Dittmar. 27.09.2010, 13:08

Auch für die Schweiz kommt schon bald der Punkt, wo sie den Offenbarungseid leisten muss – dann nämlich wenn es um Gaskraftwerke als Mittel gegen eine drohende Stromlücke geht.
Noch im Jahre 2008 machte sich Michael E. Kaufmann, der Vizedirektor vom BFE für neue Gaskraftwerke und/oder Blockheizkraftwerke stark und auch Moritz Leuenberger sah Gaskraftwerke als mögliche Lösung.

Gaskraftwerke in der Schweiz wären aber ein Schritt in die falsche Richtung. Auch dezentrale Wärmekraftkoppelung ist nicht kompatibel mit einem Weg zur völligen Dekarbonisierung. Kommt es zur Stromlücke in den nächsten Jahren sind nur Stromverbrauchseinsparungen kompatibel mit dem Ziel einer stetigen Absenkung unserer CO2-Emissionen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 27.09.2010, 13:08

Hoi Michael,
danke für deinen Beitrag. Ich teile deine Meinung, bin jedoch Realist. CO2-Emissionsreduktionen jetzt sind absolut notwendig und dringend. Sie finden aber nicht statt – oder nur von wenigen Ländern, so dass die Einsparungen der einen locker durch die anderen „kompensiert“ werden.

Ich bin aber der festen Überzeugung, dass plötzlich ein Umdenken stattfinden wird, allerdings erst in einigen (vielleicht auch vielen) Jahren.
Wenn im Jahr 2025 plötzlich alle Länder möglichst schnell CO2 reduzieren wollen, werden sie dann ihre Kohlekraftwerke einfach abschalten? Das glaube ich nicht. Deshalb ist die CO2-Sequestrierung und Abscheidung nötig.

Ähnlich sehe ich es auch mit dem Geoengineering. Es könnte nötig werden wenn alles so weiterläuft.

Man kann nicht ewig am Plan A festhalten, wenn niemand diesem Plan folgt. Man braucht deshalb auch einen Plan B.

Du selbst gehst davon aus, dass es nicht genug Kohle gibt und diese Kohle nicht noch mit CO2-Abscheidung und Sequestrierung verschwendet werden soll. Doch ich bin mir da nicht so sicher. Es gibt vielleicht doch viel zu viel Kohle.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Kommentar von Roger Meier. 27.09.2010, 10:58
Beim Geoengineering zeigt sich, wie die Grünen so ticken (Prof. Gruber zeigt zum Glück Vernunft). Die “unberührte Umwelt” ist heilig und darf nicht verändert werden – es sei denn mit ihren Mitteln.“

Sie zeigen mal wieder wie wenig sie „sie Texte lesen“
und wie sie die Unkenntnis durch ihre Vorurteile
ersetzen.

Welcher „Gruene“ (was ist das ueberhaupt bitte eine
Definition) fordert diese unselige Carbon Sequestierung?

In Wirklichkeit ist es doch ganz anders!
Steht doch in dem Blog:

„Geringe Kosten als Pluspunkt
Für die Eisendüngung sprechen deren tiefe Kosten. Ohne Berücksichtigung der Folgekosten liegen die Schätzungen bei unter 20 € pro Tonne CO₂, und damit im Bereich des heutigen CO₂-Preises auf dem Emissionshandelsmarkt. Es ist deshalb nicht überraschend, dass es schon etliche Firmen gibt, die versuchen, diesen möglichen Markt zu besetzen. Sie ewarten, dass die rechtliche Situation sich derart ändern wird, dass die Eisendüngung explizit als Vermeidungsstrategie erlaubt wird.“

Darum geht es Geld zu machen aus angeblichem
Schutz um die Umwelt. Egal ob es Sinn macht oder nicht.
Also ganz in ihrem Sinne .. wie verdient man noch ein bischen mehr. Also Ihre Richtung!
(„Nach mir die Sintflut!“)

im Gegensatz der Wissenschaftler
(siehe auch die Beitraege von Martin)
nachdem er sich mit der Frage beschaeftigt hat kommt zum
Ergebnis:

„Ich persönlich bin der Meinung, dass die Eisendüngung nicht erlaubt werden soll, da der Effekt und das Potential relativ klein sind und die Risiken gleichzeitig zu gross.“

(welche Risiken?)

„Es gibt viel bessere Massnahmen etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen – die beste ist, die CO₂-Emissionen zu reduzieren.“

Genau!

uebrigens jede Methode irgend etwas mit dem CO2
nach der Verbrennung zu machen senkt die Effizienz
gewaltig.

also .. jeder der einigermassen „oekologisch“ denkt
(falls das mit „gruen“ gemeint it) wird von
von Anfang an skeptisch sein.

Dagegen die, die eine „gruene Jacke“ tragen
aber mit der Linie Geld verdienen wollen
ja die …

ps
„ansonsten hoffe ich sie werden ordentlich Geld
verlieren mit ihren Kohle Aktien!“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

@Kommentar von Roger Meier. 27.09.2010, 10:58

Zitat: Beim Geoengineering zeigt sich, wie die Grünen so ticken (Prof. Gruber zeigt zum Glück Vernunft). Die “unberührte Umwelt” ist heilig und darf nicht verändert werden – es sei denn mit ihren Mitteln.

Geoengineering wird meiner Ansicht nach nicht vorausschauend und also freiwillig zum Einsatz kommen, sondern höchstens als Feuerwehrübung – wenn der Meeresspiegel zum Beispiel plötzlich rapid zu steigen beginnt, mit anderen Worten kaum in den nächsten 20 bis 30 Jahren.

Zitat:Oder nehmt das CO2-Sequestrieren! Es soll sicher sein, ein bei höheren Konzentrationen giftiges Gas soll in der Erde verklappt werden!

Kohlekraftwerke abschalten oder CO2-sequestrieren – das wird die Alternative sein, wenn sich die grossen Länder einmal einig sind, dass der CO2-Anstieg in der Atmosphäre gebremst werden muss. Kohlekraftwerke sind aber für eine Laufzeit von 50 Jahren geplant. CO2-Sequestrieren kommt wegen den damit verbunden Gefahren nur an wenigen, geologisch besonders günstigen Standorten in Frage und wird in den meisten Fällen CO2-Pipelines zwischen Kohlekraftwerk und CO2-Lager nötig machen. Ein „sicheres“ CO2-Endlager ist zum Beispiel das Sleipner-Feld in der Nordsee, das von Statoil bereits zum Sequestrieren von CO2 benutzt wird. Zitat (siehe http://www.bgs.ac.uk/science/CO2/home.html) Looking ahead, the Utsira Sand has an estimated pore-space volume of about 6 x 1011 m3. If only about 1% of this were utilised for CO2 storage, this would be sufficient to store 50 years emissions from around 20 coal-fired or nearly 50 gas-fired 500 MW power-stations.

Zitat: Wie soll der Grönlandeisschild abschmelzen, wenn es in Grönland nur in 5 Monaten am Tag über 0°C “warm” wird?

Heute schon schmilzt der Grönlandeisschild, weil seine Ränder von jetzt ungewöhnlich warmem Atlantikwasser umspült werden. Wenn die untere Atmosphäre sich im Durchschnitt um 2°C erwärmt, bedeutet das in Grönland einen Temperaturanstieg von 5°C oder mehr, was genügt um die Grönlandeisschmelze zu beschleunigen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Beim Geoengineering zeigt sich, wie die Grünen so ticken (Prof. Gruber zeigt zum Glück Vernunft). Die „unberührte Umwelt“ ist heilig und darf nicht verändert werden – es sei denn mit ihren Mitteln. Wenn die Hohepriester und selbsternannten Wächter der Natur etwas propagieren, dann darf das Eingriffe in die Natur vornehmen, selbst mit Holzhammer-Methoden. Stellt euch vor, eine Ölfirma würde so was propagieren – deren Firmensitz würde brennen.

Oder nehmt das CO2-Sequestrieren! Es soll sicher sein, ein bei höheren Konzentrationen giftiges Gas soll in der Erde verklappt werden! Die Endlager der Atomindustrie sind angeblich sehr unsicher (in Glas eingegossene Abfälle in tiefen geologisch stabilen Schichten), aber ein Gas, das man einfach in den Boden pumpt, das kommt sicher nie nie wieder raus!

Oder die unsäglichen Windräder, die nur wertlosen Zufallsstrom generieren – die dürfen die sonst heiligen Berggebiete verschandeln, kein Problem. Nicht mal die Grimselstaumauer durfte erhöht werden, da ja etwas heiliger Boden und oberheilige Bäume versunken wäre.

Übrigens halte ich Kohle für einen tollen Energieträger mit Zukunft. Ich habe kürzlich Aktien von einem südafrikanischen Kohlproduzenten gekauft, der u.a. Kohle nach Indien exportiert. Ein Geschäft mit Zukunft, im Gegensatz zu Photovoltaik und anderem Schrott, den die Eliteforscher der ETH so propagieren.

@Herr Holzherr
Wie soll der Grönlandeisschild abschmelzen, wenn es in Grönland nur in 5 Monaten am Tag über 0°C „warm“ wird? Da müsste es ja ca. 10 °C wärmer werden, bevor da was schmilzt. Aber Alarmisten kümmern sich ja nicht so um Details.

Und noch was:
http://wattsupwiththat.com/2010/09/08/inconvenient-ice-study-less-ice-in-the-arctic-ocean-6000-7000-years-ago/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 8

ZitatEs gibt viel bessere Massnahmen etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen – die beste ist, die CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Die CO2-Emissionen werden spätestens dann reduziert, wenn die fossilen Rohstoffe knapp werden. Ob es aber vorher passiert, darf bezweifelt werden. Indien hat gerade beschlossen, Kohle als Hauptenergiequelle seiner ökonomischen Entwicklung einzusetzen (siehe http://www.energy.siemens.com/hq/pool/hq/energy-topics/living-energy/issue-3/Living_Energy_Issue3_Essay.pdf und [1]) und China baut weiterhin jede Woche ein Kohlekraftwerk, daran ändern auch die vielen Windturbinen nichts, die gleichzeitig errichtet werden, denn Chinas Energiesektor verdoppelt sich alle 7 Jahre und nutzt um dieses Ziel zu erreichen alle denkbaren Energiequellen, in erster Linie Kohle, dann aber auch Wasserkraft, Kernkraft und Erneuerbare Energien. Die USA wiederum werden in Zukunft voraussichtlich Kohlekraftwerke durch Gaskraftwerke ersetzen, denn es gibt eine unerwartete Schierfergasschwemme, welche die USA nun zum Erdgasproduzenten Nr.1 vor Russland machen.

Geoengineering wird darum mit grosser Wahrscheinlichket in Zukunft wichtig werden, allerdings kaum in den nächsten 20 Jahren. Es gibt durchaus „gutartige“ Geoengineering-Methoden. Kandidaten dafür sind alle Methoden, welche den CO2-Gehalt der Atmosphäre direkt reduzieren. Dazu gehören massive Aufforstungsprojekte (zB. das Projekt welches die Sahara und den australischen Outback mit entsalztem Meerwasser begrünen will, siehe http://www.springerlink.com/content/55436u2122u77525/), aber auch Methoden, die CO2 direkt aus der Umgebungsluft abscheiden und dann sequestrieren wollen. Diese Methoden sind allerdings exorbitant teuer und nehmen einen langen Zeitraum in Anspruch.

Im Falle eines Klimanotfalls, wie er eintreten kann, wenn sich nach Erreichen eines Kipppunktes die globale Erwärmung beschleunigt (z.B. Eis-/Albedo Feedback bei vollkommen eisfreier Arktis im Sommer lässt grönländischen Eisschild sehr schnell abschmelzen) müsste eine kurzfristig wirksame und billige Geoengineering-Methode zum Zug kommen, wie beispielsweise die Aufhellung von marinen Wolken durch Wassertröpchen versprayende Schiffe (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Cloud_reflectivity_modification). Solch eine Methode wäre nur dazu da, der Menschheit eine Atempause von einigen Jahrzehnten zu verschaffen, bis die atmosphärischen CO2-Konzentrationen durch andere Massnahmen reduziert wären. Allerdings stellt sich hier die Frage, wer die Autorität besitzt, eine solche Geoengineeringmassnahme anzuordnen.

Die gegenwärtigen CO2-Hauptemittenten, die USA und China, sind heute für 40% des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich, die zukünftigen CO2-Hauptemittenten, China, die USA und Indien werden in 20 Jahren für 60% des CO2-Ausstosses verantwortlich sein. Diese Länder haben sich zu keinen Emissionsreduktionen verpflichtet und werden sich in absehbarer Zeit auch nicht dazu verpflichten.

Heute und in naher Zukunft gibt es global keine bedeutenden Reduktionen der CO2-Emissionen. Wenn die Folgen dieser Unterlassung sichtbar werden, kann sich das ändern. Allerdings müssen dann kostengünstige Technologien zur Verfügung stehen um die CO2-Emissionen schnell zu senken. Diese Technologien müssten jetzt entwickelt werden. Dazu gehören die CO2-Abscheidung und Sequestrierung aus Kohlekraftwerken, neue, billige CO2-freie Energiequellen wie solarthermische Kraftwerke und der LFTR (Liquid Fluroid Thorium reactor), die Standardisierung von Bauweisen, die Wohnen ohne Heizen ermöglichen und die Mobilität mit emissionsfreien Fahrzeugen. Diese Technologien stark zu fördern (auch durch eine neue UNO-Agentur) würde wahrscheinlich mehr bringen, als endlose Verhandlungen, die nichts anderes als ein paar Unterschriften unter ein Papier zum Ziel haben.

[1]Die NZZ vom 15.9.2010 berichtet über den Weltenergiegipfel in Montreal: Indien setzt auf Kohle. …Die Nutzung von Kohle sei für Indien der einzige Weg, um das Wirtschaftswachstum zu bewältigen und den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern, erklärte Shri Vinay Kumar Singh, Verwaltungspräsident von Northern Coalfield.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

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