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Der Weltklimarat, die Blogosphäre und die Medien …

21.09.2010 von

… oder «The Good, the Bad, and the Ugly» (frei nach dem berühmten Western von Sergio Leone). Schock! Ja, der letzte Bericht des Weltklimarats (IPCC) enthielt einen klaren Fehler zum vorzeitigen Abschmelzen der Himalaya-Gletscher – übrigens der einzige sträfliche Patzer – und ja, auch WissenschaftlerInnen sind nicht perfekt und machen manchmal Fehler. Eine Replik auf die Anschuldigungen gegenüber dem IPCC.

Die Kritik am IPCC war ein gefundenes Fressen für die Blogosphäre, die nun über den Weltklimarat herfiel und glaubte, gleich haufenweise Fehler aufgespürt zu haben. YouTube-Filmchen, die Phil Jones, den Leiter der Climate Research Unit (CRU) von der britischen East Anglia Universität, Hitler gleichsetzten, oder die an ihn ergangenen Morddrohungen erachte ich als schlimmer als bloss geschmacklos. Auch die Medien wie das Fernsehen, ja selbst seriöse Zeitungen wie die britische «Sunday Times» machten mit, mussten dann aber zugeben, Falschmeldungen verbreitet zu haben. Ob diesem Ansturm hat der Weltklimarat zusammen mit dem UN-Sekretär um eine unabhängige Untersuchung der eigenen Prozeduren und Organisation durch den Inter Academic Council (IAC) ersucht.

Nun, man mag zwar der Ansicht sein, und der stimme ich vorbehaltlos zu, dass Wichtiges wie der Klimawandel samt der dahintersteckenden Wissenschaft fortwährend zu überprüfen und zu hinterfragen ist. Als Wissenschaftler bin ich grundsätzlich ein Skeptiker, was bedeutet, dass ich selbstkritisch und ohne sorgfältig erarbeitete Beobachtungen, Messungen und logisch korrekte Analysen nichts gelten lasse. Hörensagen zählt nicht. Mühe habe ich deshalb auch mit den unermüdlichen, meist klimaskeptischen Unkenrufen aus der Blogosphäre: Bislang hielten sie meinen Überprüfungen nicht stand und erwiesen sich fast immer als leere, unbelegte Behauptungen.

Krampfhafte Blogosphäre

Der Staub von den Anwürfen an den Weltklimarat hat sich gelegt. An Substanz blieb wenig übrig: Vier verschiedene Untersuchungen haben die angegriffenen Wissenschaftler von der CRU in allen kritischen Punkten freigesprochen. Die Gültigkeit der Hauptaussagen des Weltklimaberichtes sind um kein Jota in Frage gestellt worden, trotz krampfhaften Versuchen der Blogosphäre, jedes Haar in der Suppe zu finden. Dieses «Überprüfen» ergab: Der 2800 Seiten starke Bericht enthält bezüglich dem vorzeitigen Abschmelzen der Himalaya-Gletscher klar einen Fehler. Er verletzt auch eindeutig die Regeln des Weltklimarats, jedoch berührt er keine Hauptaussagen. Zwar wurden Finger auf einige weitere Unschönheiten gelegt, doch eigentliche Fehler wurden keine mehr gefunden. Ein zwar nicht perfektes Werk, doch immer noch eine Glanzleistung, die die Anwürfe in den Medien und vor allem in der Blogosphäre keineswegs verdient.

Was uns das alle angeht? Ich denke viel. Es liegt in unser aller Interesse, in gewichtigen Angelegenheiten über bestmögliche Information zu verfügen. Verlässliche Entscheidungsgrundlagen erarbeiten ist Zweck und Aufgabe des Weltklimarats. Viele freiwillig, im Milizsystem arbeitende WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt tragen das heutige Wissen nach bestem Wissen und Gewissen mit grösstmöglicher Sorgfalt zusammen und beurteilen es auf seine Gültigkeit.

Forschung in Entwicklungsländern stärken

Dass der kürzlich erschienene Bericht des IAC Verbesserungsvorschläge zur Stärkung des Weltklimarats gemacht hat, ist deshalb grundsätzlich zu begrüssen und liegt in unser aller Interesse. Im Detail gibt es zwar einige Punkte, mit denen ich mit dem IAC nicht einig gehe. So erwarte ich von einer Verbesserung in der Administration des Weltklimarats kaum, dass wissenschaftliche Fehler unwahrscheinlicher werden. Sicherlich könnte eine schlagkräftigere Administration mithelfen, in Situationen wie diesen Frühling geschickter und rascher auf hektische Medienattacken zu reagieren. Doch was änderte das am wissenschaftlichen Inhalt? Wichtiger scheint mir eine nochmalige Stärkung der Wissenschaftlichkeit. Hierzu könnten Begutachtungseditoren eine gewichtigere Rolle spielen – wie das ja auch der IAC vorschlägt. Doch auch die Forschung in und über Entwicklungsländer wäre ganz allgemein zu stärken, und wir würden im Asienkapitel 2014 keine derartigen Fehler mehr finden.

Zum Autor

Andreas Fischlin ist Professor für Systemökologie an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (28) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

und noch ein Nachtrag..

zusammen mit der DNA Analyse von diesem Fruehjahr
unsere Anthropologie Geschichte muss neu geschrieben
werden (die Entdeckungen des Jahres?)

nicht 100k Jahre sonder 500 k Jahre gibt es uns also
auf diesem Planeten. 99% unserer Geschichte
haben wir in kleinen Gruppen gelebt und Kultur
gehabt (Felsmalereien .. wer von uns kann heute
noch sowas unter schlechtem Licht in Hoehlen malen?)

Aber wir heutigen (in einem kleinen Teil des Planeten) denken es gibt nur ein System wie Menschen leben
koennen.. bis zum Ende..

Schade, das waere doch ein Resultat wo die ETH
ganz vorne dabei sein sollte oder?

http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-11408298

He added that they were also similar biologically, and should be considered a subspecies of human rather than a different species.

„My research suggests that they were a different kind of human, but humans nonetheless.

„We are more brothers than distant cousins.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

noch ein Nachtrag zu

„Die Geisteshaltung, die hinter dieser Aussage steckt, ist der Hauptgrund für das Artensterben und (noch) nicht der Klimawandel.“

Breaking News!!! Thousands Of Dead Fish Near The Gulf of Mexico (BP Oil Spill)

http://www.youtube.com/watch?v=UZlMH-2Cca0&feature=related

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Ben Palmer. 22.09.2010, 10:15
Zitat:
Ich bezweifle, dass der Wolf, der Luchs, der Braunbär, Skorpione, Giftschlangen, vom Klima aus unseren Gefilden vertrieben wurden.

Wer kennt diese 17′000 Arten mit Namen? Wozu brauchen wir sie?

Die Geisteshaltung, die hinter dieser Aussage steckt, ist der Hauptgrund für das Artensterben und (noch) nicht der Klimawandel.
Ist etwas, was wir nicht brauchen (Wozu brauchen wir sie?) ungeschützt und muss gar mit seiner Ausrottung rechnen? Mit dieser Einstellung wird die Erde tatsächlich innert Kürze vollkommen umgeformt und zugeschnitten auf die menschlichen Bedürfnisse. Es ist eine verarmte Erde, die da übrigbleibt. Mit dieser Einstellung betritt der Mensch wirklich das Zeitalter des Anthropozäns, wo alles was auf der Erde geschieht dem menschlichen Wirken zuzurechnen ist. Sogar ohne Treibhausgasemissionen ist mit einer von Menschen völlig umgestalteten Erdoberfläche eine Klimänderung zu erwarten und man kommt dann wohl nicht mehr um konstantes Geoengineering herum.

Viel besser und weniger riskant für Tier, Natur und Mensch wäre eine Politik des minimal-invasiven Eingriffs: Wenn immer möglich Natur so lassen wie sie ist. In gewissen Demokratien gibt es das Prinzip, dass auch der Mehrheitswille seine Grenzen hat und sich Minderheiten nicht jeder Zumutung durch die Mehrheit fügen müssen. Dies müsste auch für das Verhältnis Mensch Natur gelten, dann stände es besser um die Artenvielfalt und der Mensch würde nicht zum alles entscheidenden Faktor werden, der sich mit seiner Allmacht und seinem unbeschränkten Wirkungskreis schliesslich sogar selbst gefährdet.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

@ Holzherr

Ich behaupte gar nichts. Beschäftigen Sie sich etwas näher mit der Literatur und der Debatte zum Thema. Douglass und Knox nehmen bereits im ersten Satz der Einleitung Bezug auf die Arbeit von Lyman et al.:

„Recently Lyman et al. have estimated a robust global
warming trend of 0.63 ± 0.28 W/m2 for Earth during
1993–2008, calculated from ocean heat content anomaly
(OHC) data. This value is not representative of the recent
(2003–2008) warming/cooling rate because of a
“flattening” that occurred around 2001–2002. Using
only 2003-2008 data, we find COOLING, not warming.

Josh Willis in einem Kommentar zu Gavin Schmidts Beitrag in Real Climate: „known biases in the XBT data set, which are the dominant source of ocean temperature data up until 2003 or 2004“

http://pielkeclimatesci.wordpress.com/2010/05/28/comment-on-real-climates-post-by-gavin-schmidt-ocean-heat-content-increases-update

http://pielkeclimatesci.wordpress.com/2009/12/29/comment-from-josh-willis-on-the-upper-ocean-heat-content-data-posted-on-real-climate

http://pielkeclimatesci.wordpress.com/2010/04/20/comments-on-two-papers-by-kevin-trenberth-on-the-global-climate-energy-budget/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@Kommentar von Peter Bühler. 23.09.2010, 10:13

Herr Bühler,
der Wärmeinhalt des Ozeans hat nicht abgenommen, wie sie hier behaupten: “In summary, we find that estimates of the recent
(2003–2008) OHC (Ocean Heat Content) rates of change are preponderantly negative. This does not support the existence of either a large positive radiative imbalance or a “missing energy”

Hier ein Artikel aus realclimate dazu:
http://www.realclimate.org/index.php/archives/2010/05/ocean-heat-content-increases-update/

oder auch http://oceans.pmel.noaa.gov/

Allerdings kommen nicht alle Studien zum gleichen Resultat, vor allem was die letzten paar Jahre betrifft:
http://www.nodc.noaa.gov/OC5/3M_HEAT_CONTENT/

Doch allfällige Abnahmen des Wärmeinhalts in den letzen paar Jahren sind mit der natürlichen Variation zu erklären wie sie sich auch in der Oberflächentemperatur zeigen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Nachtrag

wer zu faul ist selber zu rechnen, hier kann man Zahlen eingeben..
und sogar am Albedo und Greenhaus Modell arbeiten (man bekommt eine hypothetische mittlere Temperatur des „schwarzen Koerpers“ (siehe Wikipedia Article .. black body radiation, uebrigens ein highlight und Revolution vor hundert Jahren in der Physik.. fuer alle die Wissenschaft so wie Peter
lieben!)

http://www.astro.indiana.edu/~gsimonel/temperature1.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Kommentar von Peter Bühler. 23.09.2010, 10:13
@ Dittmar
Um schlicht auf die AGW-Kernfrage zu fokussieren:

wie schade!

vielleicht kannst du den Rest doch noch kommentieren.

Ansonsten: wie schon oefter gesagt wo und wie genau die zusaetzliche Energie absorbiert wird
und die grosse Unbekannte das Meer dabei eine Rolle spielt (und die Meeresstroemungen) sind ein wichtiger Punkt.

Da sind wir uns einig. Aus das fehlt im IPCC Bericht zum Beispiel der Tipping point
„abruptes Ende des Golfstroms“
recht unangenehm fuer uns hier ..

zu dem angenehmen mittleren Klima auf der Erde, eben -18 oder +15 Grad

also blackbody equivalent wird hier im Detail gerechnet.
http://en.wikipedia.org/wiki/Black_body

Gerlich/Tscheuschner
(ja ich habe deren Papier sogar gelesen und brauche nicht extra googlen um daran was zu maekeln aber schaden tut es auch nicht!)

Wenn gewisse Leute an den -18 grad etwas falsch finden, also nur zu! Machen wir einen Punkt nach dem anderen.

Fakt ist eben auch es ist auf der Erde deutlich angenehmer als -18 Grad. (ob es jetzt 14 oder 15 Grad im Mittel sind also spaeter..)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Dittmar

Um schlicht auf die AGW-Kernfrage zu fokussieren:

http://www.pas.rochester.edu/~douglass/papers/KD_InPress_final.pdf

Zitat:
„These results fail to support the existence of a frequently-cited large positive computed radiative imbalance“

„In our opinion, the missing energy problem is probably caused by a serious overestimate by TF (Trenberth and Fasullo) of F-TOA („Net incoming radiation flux at the top-of-the-atmosphere TOA), which, they state, is most accurately determined by modeling“

„In summary, we find that estimates of the recent
(2003–2008) OHC (Ocean Heat Content) rates of change are preponderantly negative. This does not support the existence of either a large positive radiative imbalance or a “missing energy”

Deutsch und knapp: der Treibhauseffekt macht sich – wenn überhaupt – deutlich geringer bemerkbar als die (IPCC)Modelle prognostizieren. Strahlungsbilanz und Wärmehaushalt der Erde bewegen sich nicht in Richtung eines signifikanten Ungleichgewichts.

Davon abgesehen: das Erdklima befand/befindet sich nie in einem Equilibrium. Die Idee eines „natürlichen Gleichgewichtszustandes“ ist ein ökologischer Mythos, die säkularisierte Form biblischer Vorstellungen inkl. Vertreibung der Störenfriede aus dem Paradies.

ttp://gazettextra.com/news/2010/apr/08/con-earth-never-equilibrium/

Was nun keineswegs bedeutet, die Menschheit sei aufgefordert, ihre Umwelt nach Kräften und Belieben zu versauen. Es macht aber einen erheblichen Unterschied, unter welchen Vorzeichen die Probleme angegangen werden. Das alarmistische Modell ist m. E. nicht zielführend. Irgendwann verliert jedes Schreckgespenst seine Wirkkraft.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

„Fakt ist trotzdem ohne die Atmosphaere
sollte es auf der Erde eben sowas wie im Mittel -18 Grad
haben und wir haben eher sowas wie im Mittel +15 Grad.

Wer kann das ohne H2O (80%) und CO2 (20%) erklaeren?
Habe ich bisher nichts gefunden, aber ich lasse mich
gerne eines besseren belehren“

Sie haben nichts gefunden, weil Sie mit dem Ziel gesucht haben, nichts zu finden.

1. Die -18°/+15° C sind FALSCH, resp. eine ganz ganz grobe Annäherung. Lest Gerlich/Tscheuschner und versucht die Berechnungen hierzu nachzuvollziehen. Und kommt mir nicht mit „ich habe Gerlich/Tscheuschner gegoogelt und da wurde gesagt, die haben nicht recht“

2. Die Differenz zwischen Erde mit/ohne Atmosphäre kann auch ohne H2O und ganz sicher ohne CO2 erklärt werden, nur mit dem Druckgefälle! Sobald ich den Link zu den Berechnungen finde, werde ich ihn posten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Dittmar
“Nein nur dort wo die Erkenntnissse stoeren”
Ja, wenn du “störend” im Sinn von biased, flawed, wishful thinking etc. meinst.

Nein, ich meinte wo die Erkenntnisse unsere gewohnte angenehme Lebensweise in Frage stellen!

Also zum Beispiel in grauer Vorzeit.. die Idee das der Vatikan nicht der Zentrum des Universums ist.

Schlimmer war die Idee der Evolution.. Wir Menschen sind auch nur Tiere und nichts besonderes

dann auch noch sehr stoerend.. der 1. und 2. Hauptsatz der Thermodynamik

und der Hubbert (Oil) Peak

“politischer mic-mac”
Den haben nicht die Kritiker angerichtet.

einverstanden.. die Uno Politiker veraendern Saetze die politisch nicht korrekt sind

aber oft sehr ungeschickt nur in der executive Summary und im ausfuehrlichen Teil steht es dann etwas anders.. (nicht nur beim Klima.. die Berichte zum Milenium Gipfel sind sehr interessant in dieser Hinsicht)

Meinst du z. B. den hier (Richard Tol)?
oder den hier (Werner Weber in 5 Punkten)?
http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/09/hans-von-storch-critical-questions-of.html#more

ja genau die!

Der Artikel und die Kommentare dazu sind lesenswert. Und nun? Fakt ist trotzdem ohne die Atmosphaere sollte es auf der Erde eben sowas wie im Mittel -18 Grad haben und wir haben eher sowas wie im Mittel +15 Grad.

Wer kann das ohne H2O (80%) und CO2 (20%) erklaeren? Habe ich bisher nichts gefunden, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

Wie sich das nun auf der Erde verteilt und wie lange es dauert bis eine „Gleichgewicht“ erreicht wird, das ist eine andere Frage und eine Frage der Definition von Gleichgewicht!

Aber wie schon gesagt ich wuerde sagen die Wissenschaftler koennen eine Worst Case Scenario abschaetzen.. und die mittlere Erwartung unter der co2 Hypothese

also entsprechend bei 450 ppm wird es im Mittel um Rund 2 Grad waermer (lokale Vorhersagen ignoriere ich lieber). Maximal bis plus 6 grad und minimal +1 Grad?? oder so.

Die weitere Aussage +2 Grad im Mittel sollte man lieber vermeiden. Draus folgt die 450 ppm Grenze ist eigentlich nicht zu verantworten denn innerhalb der Fehler koennten es sogar 6 Grad sein.

das waere eine genauere Aussage die kann aber der UNO Bericht aus politischen Gruenden nicht so schreiben .. den dein berechtigter Weise kritisiert Ausdruck „Wissenschaftlicher Konsens“ sowas ist eben total unwissenschaftlich (gibt es aber mittlerweile auch am CERN.. grrrr)

Egal, also das ist ein Ausdruck aus der Politik!

ansonsten:
Storch hat sich fuer mich vollkommen disqualifiziert weil er Wetter und Klima schon nicht richtig unterscheiden kann (Mittelwert und Sigma wenn man so will)

“We are not able to predict the climate of the next years if we are not even capable to predict the weather of the next days. What is missing are long term data.”
Prof. H. von Storch, Professor at the Institute f ̈ur K ̈ustenforschung (Geesthacht and Uni Hamburg), Academia Engelberg 2004, ETH-life 12.10.2004

so ein Quatsch

“unangenehme Konsequenzen”
Die gelten unzweifelhaft für den aus den AGW-Szenarien abgeleiteten Grossversuch einer forcierten Dekarbonisierung.

Aber wie wir ja alle wissen Hunde die bellen beissen nicht (siehe die Millenium goals schoene Worte im Jahr 2000 und dann nicht aendert sich!).

Genauso auch beim Kyoto Protokoll (ein bindendes Uno Dokument wie viele andere auch nachdem Russland gemerkt hat es tut ihnen nicht weh)

Pech wenn man in Europa nicht daran glauben wollte und sich hinter den Ruecken der USA stellen konnte!

Egal, die Decarboniserung kommt eben durch die Konsequenz von Peak Oil .. ein Natur Gesetz wann in ein paar Jahren werden alle sagen wir haben es schon immer gewusst! (siehe das Interview mit Hirsch)

“Die Fehler werden immer auf eine sehr “positive” Sichtweise getrimmt”
Ich sehe eher, dass die Fehler meist Richtung AGW deuten.

Also vergleiche mal den Plot hier:
http://nsidc.org/images/arcticseaicenews/20100915_Figure2.png

und hier
http://www.carbonequity.info/images/seaice07.jpg

“Tipping points”
Zähl bitte mal einen auf, der einer kritischen Betrachtung standhält. Von einem schnelleren Abschmelzen des Arktis-Eises kann keine Rede sein. Erwähn bitte auch die Zunahme der Antarktis-Eisflächen.

Wie gesagt wenn die Arktis schneller schmilzt als in den IPCC Modellen angenommen sollte das Nachdenklich machen. Warum wird das nicht im IPCC Bericht diskutiert?

“Methan”

Das gleiche, offensichtlich ist das ein heisses Thema und es gibt einige Klima Wissenschaftler die halten die Katastrophe fuer moeglich die Mainstream IPCC reports wollen davon praktisch nichts wissen (siehe deinen Link)

und die die sowieso nicht an das Problem glauben schon gar nicht!

Es ging mir nicht darum ob es richtig oder falsch ist

sondern darum das solche moeglichen Horror Effekte nicht im Bericht diskutiert werden!

dann aus deinen Zitat:
„ This represents a gaping hole in our understanding of one of Earth’s primary sinks for methane”

ganz mein Reden solche Punkte haben in dem politisch korrekten Teil keinen Platz!

genauso wuerde der Leser ja auch gerne verstehen warum 2 Grad Erwaermung die Grenze sein soll also 450 ppm

Warum ist die Grenze der Toleranz nicht 1,5 Grad oder 2.2 Grad..

Also klar der IPCC Report hat schwache Punkte in die eine oder andere Richtung..

Wenn du auf die Nummer sicher gehen willst fuer deine Enkel .. was erlaubst du als Grenze?

Fuer meinen Teil wuerde ich denken wir haben die Gefahrenzone schon ueberschritten und sollte 350 ppm CO2 vielleicht in die Diskussion bringen! (heute 388ppm oder so)

———————————————
“Illusionen in den Peer Review Prozess”
Hege ich generell keine, wenn es um irgendwelche Nickeligkeiten in einem Nebenfach geht.
———————————————

schaedliche Folgen von OGM zum Beispiel ein unbedeutendes Nebenfach?

Uranressourcen die vielleicht doch kleiner sind als angenommen? Da darf man ja and gewissen heiligen Plaetzen noch nicht mal drueber vortragen.. was man aus dem Red Book der IAEA dazu findet..

Dass die Erwartungen in einer Frage dieser Bedeutung höher sind, höher sein müssen, ist hoffentlich unbestritten.

Genau deswegen wuerde ich ja sagen die IPCC Aussage (siehe oben) waere besser

bei 450 ppm co2 (so in 30-40 Jahren im Bau Scenario) koennte innerhalb der Fehler auch zu einer Erwaermung von 6 Grad fuehren. Diesen schlimmsten anzunehmen Unfall gilt es unter allen Umstaenden zu vermeiden!

“in wenigen Jahren wirst du dich darueber beschweren warum (fast) niemand an den Universitaeten und sonst wo an den Ressourcen Problemen und den Grenzen des Wachstums und dessen Konsequenzen gearbeitet hat”
?!?
“Detail Problem”?
Du meinst den billionenteuren Umbau der Weltwirtschaft aufgrund unzuverlässiger Aussagen und mit ungewissen Folgen?

nein, auf Grund von den Naturgesetzen

was ist daran ungewiss? Ob es im Jahr 2012 oder 2015 allgemein anerkannter Fakt ist?

Wer es wissen will muss sich nur die Foerderkurven von Oel in der Nordsee, Mexiko etc anschauen.

Vergiss die „Billionen Euro“ das ist Papier Geld Wieviel Geld ist durch die Bankenkrise angeblich verschwunden?

In der Realitaet haben wir uns mit einem nicht vorhanden Natur Kapital verschuldet (Madoff Effekt) und jetzt will die Natur bald keine Kredite mehr geben!

und ueberhaupt das Problem ignorieren wird noch viel schmerzhafter (ich rede nicht von Geld!)

“Augen verschliessen” oder “sich mit der Realitaet zu beschaeftigen”

Dem Dialog ist es weniger zuträglich.

Mag sein, kommt aber aufs gleiche raus!

“Millenium Goals”
Siehe Nachbarblog betr. “Masterpläne”

sorry welcher Nebenblog.. es gibt so viele!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Na hier ist ja mal was was nicht im IPCC report steht und was man sicher mit Vorsicht geniessen sollte.. auch wenn manche es vielleicht gerne glauben wollen..

Auf der Flucht vor den Ägyptern soll Moses das Meer geteilt haben, damit seine Landsleute hindurchgehen konnten. Klimatologen haben eine Erklärung für das vermeintliche Wunder gefunden…

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,718966,00.html

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@ Dittmar

Nachtrag

Du sprichst von Methan-Emissionen sich erwärmender Permafrost-Böden.

Um mich nicht erneut dem Vorwurf selektiver Quellenwahl auszusetzen, hier das AGW-Zentralorgan zur Bedeutung von CH4 …

http://www.realclimate.org/index.php/archives/2010/03/arctic-methane-on-the-move

Zitat: „For methane to be a game-changer in the future of Earth’s climate, it would have to degas to the atmosphere catastrophically, on a time scale that is faster than the decadal lifetime of methane in the air. So far no one has seen or proposed a mechanism to make that happen“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

“Nein nur dort wo die Erkenntnissse stoeren“

Ja, wenn du „störend“ im Sinn von biased, flawed, wishful thinking etc. meinst.

“politischer mic-mac“

Den haben nicht die Kritiker angerichtet. Abgesehen davon und den enormen politischen und wirtschaftlichen Folgen, nähme mich Wunder, wer „die“ sind, die „ich immer zitiere“?

Meinst du z. B. den hier (Richard Tol)? http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/09/richard-tol-challenges-assertion-by.html

oder den hier (Werner Weber in 5 Punkten)?

http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/09/hans-von-storch-critical-questions-of.html#more

“unangenehme Konsequenzen“

Die gelten unzweifelhaft für den aus den AGW-Szenarien abgeleiteten Grossversuch einer forcierten Dekarbonisierung.

“Die Fehler werden immer auf eine sehr “positive”
Sichtweise getrimmt“

Ich sehe eher, dass die Fehler meist Richtung AGW deuten.

„Tipping points“

Zähl bitte mal einen auf, der einer kritischen Betrachtung standhält. Von einem schnelleren Abschmelzen des Arktis-Eises kann keine Rede sein. Erwähn bitte auch die Zunahme der Antarktis-Eisflächen.

„Methan“

http://www.sciencemag.org/cgi/content/summary/329/5989/288
Zitat: „Each year, ocean sediments produce a quantity of methane equivalent to about half of the methane emitted to the atmosphere from all natural sources (1). Very little of the methane produced below the sea floor, however, reaches the ocean or the atmosphere; most is consumed by anaerobic microorganisms as it diffuses up through oxygen-poor (anoxic) sediments. Researchers recognized this process, known as anaerobic methane oxidation (AMO), nearly 35 years ago, but it remains poorly understood. Investigators have not been able to firmly establish the reaction mechanism, fully understand the factors that control oxidation rates, or isolate the responsible organisms. This represents a gaping hole in our understanding of one of Earth’s primary sinks for methane“

“Illusionen in den Peer Review Prozess“

Hege ich generell keine, wenn es um irgendwelche Nickeligkeiten in einem Nebenfach geht. Dass die Erwartungen in einer Frage dieser Bedeutung höher sind, höher sein müssen, ist hoffentlich unbestritten.

„in wenigen Jahren wirst du dich darueber beschweren warum (fast) niemand an den Universitaeten und sonst wo an den Ressourcen Problemen und den Grenzen des Wachstums und dessen Konsequenzen gearbeitet hat“

?!?

„Detail Problem“?

Du meinst den billionenteuren Umbau der Weltwirtschaft aufgrund unzuverlässiger Aussagen und mit ungewissen Folgen?

„Augen verschliessen“ oder „sich mit der Realitaet zu beschaeftigen“

Es ist dir unbenommen, die Tugenden einseitig für dich in Anspruch zu nehmen. Dem Dialog ist es weniger zuträglich.

„Millenium Goals“
Siehe Nachbarblog betr. „Masterpläne“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Kommentar von Peter Bühler. 22.09.2010, 12:46
@ Prof. Fischlin

„Ich stimme Ihnen in der Hinsicht zu, dass es nicht angehen kann, Wissenschaftler und ihre Arbeit generell in Zweifel zu ziehen.“

Nein nur dort wo die Erkenntnissse stoeren oder?

„Im Falle des IPCCs – entgegen der Selbsteinschätzung in weiten Teilen kein “scientific body” “

eben deswegen soll man sich auf den scientific report konzentrieren und nicht den politischen mic-mac damit vermischen wie es viele Kritiker (so wie die die du immer zitierst) gerne tun.

„- zielt die Kritik im Wesentlichen auf die politisch motivierte Selektion und Gewichtung von Arbeiten,“

nein stimmt nicht! Die Kritik (und auch deine) richtet sich nur gegen die unangenehmen Konsequenzen.

„ wenn es z. B. die Guidelines bzw. die Verwendung von Formulierungen wie “very likely” oder “virtually certain” bemängelt, steht zur Debatte. Offenbar wünscht das IAC eine Durchsetzung der üblichen Standards. Von Aussen schwer nachzuvollziehen und eine Quelle von Missverständnissen, wenn im IPCC andere Standards zur Anwendung gelangen.“

Nein auch hier hast du Unrecht! Die Fehler werden immer auf eine sehr „positive“ Sichtweise getrimmt.

Was kann man zum Beispiel ueber Tipping points im Report lesen? (und da gibt es eine ganze Menge!). Nehmen wir nur den veraenderten Albedo Effekt durch das schneller als modelierte abschmelzen am Nordpol

oder das schmelzen der Tundra mit der Freisetzung von irren Mengen an Methan

„Die unappetitliche mail-Affäre, das Verhalten einer Gruppe von Wissenschaftlern, die den peer-review-Prozess an zentraler Stelle zu kontrollieren versuchten, die Publikation missliebiger Forschungsergebnisse behinderten etc. bleiben vorläufig eben so unaufgearbeitet wie das am CRU hinterlassene Chaos betr. historischer Temperaturdaten.“

Peter du hast wirklich Illusionen in den Peer Review Prozess. Solche Dinge gab und gibt es schon fast immer! Welcome in the „real world“. Und das ist noch harmlos. Vergleiche das mit Drohungen gegen Evolutionstheoretiker in den USA (dem Land der … nun ja)

„Es wird Jahre benötigen, die Sache zu bereinigen und das zerstörte Vertrauen wieder herzustellen.“

Ach was, in wenigen Jahren wirst du dich darueber beschweren warum (fast) niemand an den Universitaeten und sonst wo an den Ressourcen Problemen und den Grenzen des Wachstums und dessen Konsequenzen gearbeitet hat.

Was ich ja nicht verstehen kann ist warum man sich ueber ein Detail Problem so aufregen kann und als Konsequenz die Augen fuer die kritische Weltlage und deren Ursachen verschliessen kann.

Hier meine Vermutung..

es ist nicht sehr angenehm sich mit der Realitaet zu beschaeftigen.

Siehe nur das Treffen zu den Millenium Goals und was daraus wurde. Schoene Worte die das Versagen auf der ganzen Linie verschleiern.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Prof. Fischlin

Besten Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.

Ich stimme Ihnen in der Hinsicht zu, dass es nicht angehen kann, Wissenschaftler und ihre Arbeit generell in Zweifel zu ziehen. Im Falle des IPCCs – entgegen der Selbsteinschätzung in weiten Teilen kein „scientific body“ – zielt die Kritik im Wesentlichen auf die politisch motivierte Selektion und Gewichtung von Arbeiten, die Darstellung von Ungewissheiten, den Umgang mit abweichenden Meinungen, konträren Ergebnissen und speziell die nicht allein von wissenschaftlichen Kriterien bestimmte „Summary for Policymakers“.

In all diesen Punkten mahnt das IAC Änderungen an.
Dass das Council „nicht besonders sorgfältig gearbeitet“ habe, wenn es z. B. die Guidelines bzw. die Verwendung von Formulierungen wie “very likely” oder “virtually certain” bemängelt, steht zur Debatte. Offenbar wünscht das IAC eine Durchsetzung der üblichen Standards. Von Aussen schwer nachzuvollziehen und eine Quelle von Missverständnissen, wenn im IPCC andere Standards zur Anwendung gelangen.

Weit unsorgfältiger als das IAC haben offenbar die Oxburgh- und Russell-Kommissionen und das „technology committee“ gearbeitet. Die Untersuchungen stehen entsprechend in der Kritik ( http://opinion.financialpost.com/2010/09/17/slanted-inquiries/ ).
Die unappetitliche mail-Affäre, das Verhalten einer Gruppe von Wissenschaftlern, die den peer-review-Prozess an zentraler Stelle zu kontrollieren versuchten, die Publikation missliebiger Forschungsergebnisse behinderten etc. bleiben vorläufig eben so unaufgearbeitet wie das am CRU hinterlassene Chaos betr. historischer Temperaturdaten. Es wird Jahre benötigen, die Sache zu bereinigen und das zerstörte Vertrauen wieder herzustellen.
Mit abwiegelnden Einschätzungen wird das kaum gelingen.

Hinsichtlich der review-Prozesse, dem teilweisen Versagen zentraler Publikationsorgane, den Nadelöhr- und gate keeping-Effekten, den Zeitverlusten, nicht zuletzt aber vor der erwähnten Fülle des alljährlich publizierten Materials, zeichnet sich ein Wendepunkt ab.
Es stehen verschiedene Vorschläge zur Lösung der Probleme im Raum, darunter u. a. jener einer Art „Wikipedia Pro“, d. h. die Einrichtung virtueller Foren mit geregeltem Zugang für legitimierte Fachwissenschaftler. Foren, in denen neu erschienene Arbeiten wesentlich rascher, transparenter und in permanenter Debatte beurteilt werden und so den Prozess der Wissensakkumulation und des Wissenstransfers beschleunigen. Eine Beschleunigung, wie sie heute bereits ausserhalb des akademischen Betriebs in der „Blogosphäre“ real stattfindet und zu beobachten ist, – nicht immer zum Vorteil der Wissenschaft, wie Sie zu Recht anmerken, allerdings auch nicht allein zu ihrem Nachteil: neue Erkenntnisse verbreiten sich enorm schnell und unabhängig von den z. T. überforderten Publikationsorganen, Top-Wissenschaftler pflegen eigene Blogs – und die Zahl der Laien, die sich heute ernsthaft und kontrovers mit komplexen Fragen der Klimawissenschaft auseinandersetzt, ist in einem unglaublichen Mass gewachsen.
Andere Fächer dürften das Fach darum beneiden.

Man täte gut daran, dieser – unvermeidlichen – Entwicklung nicht allein kritisch ablehnend zu begegnen, sondern sie positiv aufzugreifen und ihr mit adäquaten Einrichtungen zu begegnen. Mit der Zielsetzung, die Wissenschaftlichkeit, die Transparenz ihrer Prozesse und die Qualität der Kommunikation ihrer Ergebnisse künftig tatsächlich zu stärken.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

und noch ein Nachtrag mit details zur 6. Mass extinction
http://www.well.com/~davidu/extinction.html

http://edition.cnn.com/2010/WORLD/africa/05/10/biodiversity.loss.report/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

noch ein Nachtrag zum Thema Wolf und Elch

http://vicksta.com/wolf%20and%20moose%20graph7.html

zu der Frage(?) von Ben
@Kommentar von Michael Dittmar. 22.09.2010, 9:25: Biodiversity.
„Ich bezweifle, dass der Wolf, der Luchs, der Braunbär, Skorpione, Giftschlangen, vom Klima aus unseren Gefilden vertrieben wurden.“

das war nicht die Aussage! die Aussage war noch ein zusaetzlicher Stress macht die Ausrottung noch schneller!
„ Wozu brauchen wir sie?“
(siehe Kommentar von Martin und auch meinen letzten Kommentar)

„ Wieviele Arten sind durch natürliche Klimaänderungen enstanden und verschwunden oder ausgewandert?“

viele! aber kein Vergleich mit dem was wir jetzt beobachten und das Resultat(!?) ..
(nicht die beste Quelle aber mal auf die Schnelle)
http://www.dailygalaxy.com/my_weblog/2009/02/is-mass-species.html

http://www.cartoonstock.com/newscartoons/cartoonists/mmo/lowres/mmon678l.jpg

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Hoi Martin,

Kommentar von Martin Holzherr. 22.09.2010, 9:48
@Kommentar von Michael Dittmar. 22.09.2010, 9:25
„Hoi Michael,
habe die Biodiversitätsberichtserstattung in allen möglichen Zeitungen mitverfolgt. Der von dir zitierte Bericht ist thematypisch.“

ja klar, irgendwo muessen die Journalisten ja ihre Information bekommen. Der Link uebrigens sehr interessant zu lesen und mit der Realitaet zu vergleichen. (also zwischen den Zeilen lesen.. warum das die IPCC Kritiker nicht tun.. na ja ein anderes Thema vielleicht!)

„ Biodiversität wird als notwenig erachtet, weil sie dem Menschen nützt:
Biodiversity is vitally important for human well-being since it underpins a wide range of ecosystem services on which life depends.
Doch ich bin mir nicht so sicher, ob das zutrifft. Es könnte auch sein, dass der Mensch auch mit viel weniger Arten ungestört weiterleben kann.“

ja einverstanden das ist eine gute Beschreibung der aktuellen Situation.

Aber, ich denke „wir“ Menschen machen uns da eine Illusion.
Entsprechend der Satz (von Odum(?))

„die Natur kommt ohne den Menschen aus, aber der Mensch nicht ohne die Natur“

Da kommt dann eben auch die Oekologie als Wissenschaft (nicht als Politik) ins Spiel.
Man sieht dass Systeme mit einer grossen Artenvielfalt viel viel stabiler sind als Systeme wo es nur einige wenige Individuen gibt.

ein gutes Beispiel sind die Korrelationen zwischen Wolf und Hasen Population oder aehnliches in arktischen Regionen.

http://westinstenv.org/wibio/2010/07/25/predator-mediated-competition/

„In systems with a single predator and single prey, the predator cannot generally take the prey to extinction due to declining return rates — that is the predators usually starve to death before they can find the last few prey.“

und das ist vermutlich genau das was uns auch blueht

als Alternative kann man darueber nachdenken:
Jugendliche die in „Betonblocks“ aufwachsen haben nicht viele Moeglichkeiten fuer ihr Leben und
Chaos und destruction sind oft die natuerlichen Folgen.

Dagegen wer in einer fast heilen Natur lebt wird entsprechend versuchen diese zu erhalten.

Man koennte auch noch weiter gehen und ueber „seltsame“ Naturfreaks nachdenken. Warum nehmen es manch Tier Fotographen auf sich Kaelte, Strapazen etc zu erdulden nur um ein paar Fotos zu machen?

Hier steckt auch das tiefere Problem. All die Lebewesen haben in den Augen der Meisten nur eine Daseinsberechtigung, wenn sie dem Menschen irgenwie nützlich sind.

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@Kommentar von Michael Dittmar. 22.09.2010, 9:25: Biodiversity.

Ich bezweifle, dass der Wolf, der Luchs, der Braunbär, Skorpione, Giftschlangen, vom Klima aus unseren Gefilden vertrieben wurden.

Wer kennt diese 17’000 Arten mit Namen? Wozu brauchen wir sie? Wieviele Arten sind durch natürliche Klimaänderungen enstanden und verschwunden oder ausgewandert?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

So erwarte ich von einer Verbesserung in der Administration des Weltklimarats kaum, dass wissenschaftliche Fehler unwahrscheinlicher werden. Sicherlich könnte eine schlagkräftigere Administration mithelfen, in Situationen wie diesen Frühling geschickter und rascher auf hektische Medienattacken zu reagieren.
Es geht nicht um die Medien, die lange genug im politisch korrekten Strom mitgeschwommen sind. Es geht um offene, ehrliche Kommunikation anstelle von Weltuntergangsszenarien.

Wichtiger scheint mir eine nochmalige Stärkung der Wissenschaftlichkeit.
Wissenschaftlichkeit kann nur durch Akkumulation von Wissen, auch konträrem Wissen, unabhängig von irgendwelchen politischen Zwängen, erreicht werden.

Hierzu könnten Begutachtungseditoren eine gewichtigere Rolle spielen – wie das ja auch der IAC vorschlägt.
Peer Reviews von Peer Reviews? Niemand auf diesem Planeten ist augenblicklich in der Lage, aus der Fülle von Erkenntnissen eine abschliessende, umfassende Schlussfolgerung zu ziehen, auch ein renoviertes IPCC nicht. Und auch Second-Level Peer Reviewers wären durch Interessenkonflikte und Erfolgszwang belastet.

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@Kommentar von Michael Dittmar. 22.09.2010, 9:25
Hoi Michael,
habe die Biodiversitätsberichtserstattung in allen möglichen Zeitungen mitverfolgt. Der von dir zitierte Bericht ist thematypisch. Biodiversität wird als notwenig erachtet, weil sie dem Menschen nützt:
Biodiversity is vitally important for human well-being since it underpins a wide range of ecosystem services on which life depends.
Doch ich bin mir nicht so sicher, ob das zutrifft. Es könnte auch sein, dass der Mensch auch mit viel weniger Arten ungestört weiterleben kann. Hier steckt auch das tiefere Problem. All die Lebewesen haben in den Augen der Meisten nur eine Daseinsberechtigung, wenn sie dem Menschen irgenwie nützlich sind. Und viele Zeitgenossen sind auch schon mit einem Golfplatz und einem Park in der Nähe als Naturersatz zufrieden, was leider keine gute Zukunftsausichten für unveränderte Naturlandschaften erwarten lässt.

Die Klimaerwärmung hat wohl den kleinsten Anteil an der Auslöschung von Arten. Mit dem zunehmenden Anbau von Biotreibstoff lieferenden Pflanzen, die uns CO2-neutralen Treibstoff lieferen sollen, nimmt der Druck auf die Natur sogar noch zu.

Für den Artenschutz am Besten wäre es, wenn der Mensch weniger und nicht immer mehr Land in Anspruch nähme. Doch der Trend zur immer umfangreicheren Landnahme wird sich wohl erst dann abschwächen, wenn es fast gar kein freies Land mehr gibt.

Es gibt allerdings einen Zusammenhang zwischen Biodiversität und den tieferen Ursachen des Klimaproblems. Tatsächlich kann man das Problem der globalen Erwärmung in den weiteren Zusammenhang des von uns selbst geschaffenen neuen Zeitalters, des Anthropozäns stellen.
Das Anthropozän ist das Zeitalter, in der fast alle Probleme, die es gibt, durch den Menschen geschaffen werden und selbst Dinge, die man immer für grösser als den Mensch hielt – wie das Klima – dem menschlichen Einfluss ausgesetzt sind.

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Der Weltklimarat betreibt selbst keine Wissenschaft, sondern trägt die Ergebnisse der Forschungen in den verschiedenen Disziplinen zusammen. Er hat dazu Arbeitsgruppen ernannt, deren Aufgabe es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse zu zusammenzutragen und zu bewerten.

Die Proklamation des Abschmelzens der Himalaja-Gletscher war nicht der einzige Fehler. Fehler kommen vor. Dieser Fehler hat deshalb Aufsehen erregt, weil damit unbegründete Ängste geschührt wurden, eine Taktik, die bei den IPCC-Berichten an manchen Stellen durchscheint und damit bestätigt wurde. Die erste Reaktion Pachauris auf die Entdeckung dieses Fehlers („Voo Doo science“) verstärkte den Eindruck, dass das IPCC um sachliche Argumente verlegen war. was sich auch bestätigt hat.

Die „unabhängigen“ Untersuchungen im UK waren nur scheinbar unabhängig, zwischen den Gremien bestanden enge Interessenverbindungen und direkte Kontakte (Muir Russel, Oxbourgh). Sachverständige Kritiker, die in den Climategate-Emails erwähnt wurden, wurden gar nicht angehöhrt.

Die Anhörung von Lord Oxbourgh ist ein Kabarett, das nicht zum Lachen anregt, Oxbourgh blabbert ausweichend daher und scheint nicht einmal zu wissen, wer die 11 Studien ausgewählt hatte, die die Grundlage für eine Beurteilung bilden sollten.
http://www.publications.parliament.uk/pa/cm201011/cmselect/cmsctech/uc444-i/uc44401.htm

Seine Antwort ist ausweichend, er erwähnt die Royal Society. Inzwischen wissen wir, dass es Trevor Davies war, ehemaliger Direktor der CRU.

Der selbe Trevor Davies, der offenbar auch Lord Oxbourgh als Leiter des Untersuchungsausschusses empfohlen hatte.
http://climateaudit.org/2010/09/12/who-recommended-oxburgh/

Solche Mauscheleien sind sicher nicht vertrauensbildend.

Sie haben recht, Herr Fischlin, es gibt eine klare Evidenz, dass sich das Weltklima verschlechtert hat, und ich meine damit das Weltklima der offenen und ehrlichen Kommunikation. Das hat sich das IPCC mit „virtual certainty“ (99%) selbst zuzuschreiben.

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# Kommentar von Roger Meier. 22.09.2010, 8:19
„Wir sind halt alles einfach gestrickte Simpel, die nicht so viel begreifen.“

na ja zum Simpel machen sie sich selber wenn sie etwas schreiben ohne sich vorher Gedanken ueber gewisse Dinge zu machen.

Koennten sie sich eventuell vorstellen dass es einen Unterschied (fuer Tierarten) zwischen „schnellen“ Veraenderungen so im Zeitraum von 50 Jahren in der Umwelt und ueber tausende von Jahren gibt?

Ansonsten waere es vielleicht auch wichtig darueber zu reflektieren was unter Stress-Situationen mit Tierarten passieren kann und insbesondere wenn dann noch ein weiterer Stress, wie die schnelle Veraenderung des Klimas dazu kommt (Also man nimmt den Tieren den Lebensraum und dann ist es ganz schnell vorbei wenn noch ein anderes Problem dazu kommt).

Ansonsten falls es eine Rolle spielen sollte aber hier was im Uno Bericht zu den Milleniums goals zum Thema geschrieben wird.

„the loss of biodiversity continues—unrelentingly. Nearly 17,000 species of plants and animals are known to be threatened with extinction. Based on current trends, the loss of species will continue throughout this century,“

bis zum Ende des Jahrhunderts? Na, wenn dann noch genug uebrig ist?

http://www.un.org/millenniumgoals/pdf/MDG%20Report%202010%20En%20r15%20-low%20res%2020100615%20-.pdf#page=57

Seite 55
The world has missed the 2010 target for biodiversity conservation, with potentially grave consequences
Though some success in biodiversity conservation has been achieved, and the situation may well have been worse without the 2010 target, the loss of biodiversity continues—unrelentingly. Nearly 17,000 species of plants and animals are known to be threatened with extinction. Based on current trends, the loss of species will continue throughout this century, with increasing risk of dramatic shifts in ecosystems and erosion of benefits for society. Despite increased investment in conservation planning and action, the major drivers of biodiversity loss—including high rates
of consumption, habitat loss, invasive species, pollution and climate change—are not yet being sufficiently addressed.
Biodiversity is vitally important for human well-being since it underpins a wide range of ecosystem services on which life depends. Billions of people, including many of the poorest, rely directly on diverse species of plants and animals for their livelihoods and often for their very survival. The irreparable loss of biodiversity will also hamper efforts to meet other MDGs, especially those related to poverty, hunger and health, by increasing the vulnerability of the poor and reducing their options for development.

„Wenn Sie z.B. behaupten, dass die Hälfte der Tierarten ausstirbt, wenn es ein bisschen wärmer wird, dann verstehen wir nicht, wie all die Tiere die minoische und römische Wärmeperiode überlebt haben, in der es wärmer war als jede Klimaprognose prophezeit. So sind wir halt.“

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„Leider ist es aber oft nicht einfach, insbesondere auch für NichwissenschaftlerInnen, sich in der komplexen Materie des Klimawandels zurechtzufinden“

Ja Herr Fischlin. Wir sind halt alles einfach gestrickte Simpel, die nicht so viel begreifen. Wenn Sie z.B. behaupten, dass die Hälfte der Tierarten ausstirbt, wenn es ein bisschen wärmer wird, dann verstehen wir nicht, wie all die Tiere die minoische und römische Wärmeperiode überlebt haben, in der es wärmer war als jede Klimaprognose prophezeit. So sind wir halt.

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Es war nicht die Aufgabe des IAC den Inhalt des IPCC Berichts kritisch zu untersuchen. Das wäre nicht bloss eine ungeheuerliche Anmassung einer winzig kleinen Gruppe von WissenschaftlerInnen gewesen, sondern auch ein völlig unmögliches Unterfangen gewesen. Es muss bedacht werden, dass am letzten IPCC Bericht 1369 Autoren mitgeschrieben haben (die übrigens keineswegs alle die genaugleichen Ansichten haben, sondern wie sich das für eine lebendige WissenschaftlerInnengemeinde gehört, z.B. voneinander abweichende Interpretationen von Resultaten sowie durchaus teilweise inkompatibles Wissen in die Berichte eingebracht haben. Die IPCC Berichte haben ja auch das ganze Spektrum des Wissens darzustellen). Es ist undenkbar, dass ein bloss aus 12 Personen bestehendes Gremium, wovon keineswegs alle Mitglieder KlimawissenschaftlerInnen sind, den Inhalt der IPCC Berichte beurteilen könnte, und das erst noch in bloss etwa 3 Monaten Arbeit, wenn die Erstellung des IPCC Berichts während fast 5 Jahren Tausende von WissenschaftlerInnen (ich zähle hier auch die über 2500 BegutacherInnen dazu) zum Teil sehr intensiv beschäftigt hat.

Gegenüber der Kritik des IAC bezüglich Unsicherheitsbewertungen der im Bericht dargestellten Ergebnisse habe ich übrigens auch einige Vorbehalte anzumelden. Der IAC scheint hier nicht besonders gut informiert zu sein. So schreibt er beispielsweise im Bericht „Working Group I relied primarily on a quantitative likelihood scale (e.g., “extremely likely” indicates a greater than 95 percent probability that a particular event will occur)“. Die Regeln des IPCC verlangen, und zu deren Einhaltungen wurden alle IPCC Autoren immer wieder angehalten, dass die vorgängig zur Berichtsverfassung formulierten IPCC Guidelines angewandt werden. Die sehen keinerlei derartige Formulierung für probabilistische Resultatbewertung wie „extremely likely“ bei einer Wahrscheinlichkeit von 95% des Zutreffens der Aussage vor. Statt dessen wird ein „Schwellenwert“ von 90% verwendet, und dafür der Ausdruck „very likely“ verwendet, bzw. einer von 99% und dafür der Ausdruck „virtually certain“ verwendet (alles nachzulesen bei den seit Jahren öffentlich zugänglichen Uncertainty Guidance Notes). Der IAC hat da offensichtlich nicht besonders sorgfältig gearbeitet und scheint über die Arbeitsweise der WissenschaftlerInnen im Rahmen des IPCC auch sonst nicht immer optimal im Bilde gewesen zu sein. Das will ich dem IAC auch nicht gross verübeln, schliesslich hatten die 12 Mitglieder ja auch bloss wenige Monate Zeit, um sich mit der komplexen Materie vertraut zu machen.

Was die Verwendung der grauen Literatur anbetrifft, so gibt es auch hierfür zunächst Regeln und man muss beachten, dass die Verhältnisse keineswegs simpel sind. Aus mehreren Gründen: Erstens wird IPCC durch Gutachter und übrigens auch Politiker aus allen Lagern immer wieder angehalten, auch graue Literatur zu berücksichtigen, zumindest auch dazu Stellung zu nehmen. Es ist klar, dass da auch die Referenzen hierzu angeführt werden müssen. Zweitens gibt es detaillierte Regeln, wie mit grauer Literatur umzugehen sei. Hierzu nur ein paar Punkte: Erstens dürfen IPCC Autoren nicht bloss sich auf graue Literatur abstützen, wenn eigentliche Aussagen hergeleitet werden. Zudem, was generell für die peer-reviewed Literatur gilt, „einmal ist keinmal“, gilt natürlich erst recht für die graue Literatur. Unter die graue Literatur gehören dann übrigens auch nicht bloss NGO Arbeiten, wie sie z.B. vom WWF in Auftrag gegeben worden sind (Bsp. Himalaya), sondern es werden vom IPCC auch sog. Klimaskeptikerdokumente beurteilt (alles meist auf Verlangen von GutachterInnen). Dann gilt insbesondere, dass Aussagen, insbesondere gewichtige Aussagen wie z.B. „There is very high confidence that the net effect of human activities since 1750 has been one of warming.“ oder „Most of the observed increase in global average temperatures since the mid-20th century is very likely due to the observed increase in anthropogenic GHG concentrations.“ (IPCC, 2007, S.5) nur dann gemacht werden dürfen, wenn diese Schlussfolgerungen durch mehrere Evidenzstränge abgestützt sind. Dann muss jede Literatur, ob peer-reviewed oder bloss grau, sorgfältig geprüft, d.h. auf Gültigkeit hinterfragt werden. Nicht alle graue Literatur ist einfach als unwissenschaftlich abzutun und nicht alle peer-reviewed Literatur ist über jegliche Zweifel erhaben. Als letzter Punkt muss auch sichergestellt werden, dass Gutachter zur grauen Literatur besten Zugang haben. Dazu gehört dann auch, dass wissenschaftliche Artikel, die sich zum Zeitpunkt der Berichtsverfassung noch in Begutachtung befinden, den Gutachtern der IPCC Berichtsentwürfe zur Verfügung gestellt werden müssen (Beispiele aus meiner eigenen Arbeit als Hauptverantwortlicher, koordinierender Autor des Kapitels Fischlin et al, 2007 können Sie hier immer noch einsehen: Second Order Draft und Final Government Draft). Wenn dann der Artikel nach der Begutachtung doch zur Publikation abgelehnt wird, darf er im IPCC Bericht nicht mehr verwendet werden und Aussagen im Bericht sind entsprechend zu korrigieren. Im Falle der Annahme (Status accepted) wurde die graue Literatur zur peer-reviewed Literatur und fand Eingang in den endgültigen Bericht . Hierzu gab es für jede Arbeitsgruppe einen genau festgelegten Zeitpunkt bis zu dem der Status jeder solchen grauen Literatur genau bekannt sein musste. Im Falle des Himalaya-fehlers haben die verantwortlichen Autoren, alle übrigens aus Entwicklungsländern stammend, ganz klar m.W. gegen alle diese Regeln verstossen.

Schliesslich möchte ich auch darauf hinweisen, dass ich mir durchaus bewusst bin, dass die Blogosphäre nicht einfach über eine einzige Leiste geschlagen werden darf. Meine Anspielung soll bloss ein gewisses Schmunzeln auslösen. Wer den Film kennt, weiss ja auch, dass der Unterschied zwischen den drei Hauptfiguren keineswegs so gross ist, wie die verwendeten Bezeichnungen zunächst zu suggerieren scheinen. Dass ich der Blogosphäre auch viel Positives abgewinne, zeigt sich sicherlich auch daran, dass ich beispielsweise bereit bin, für diesen Klimablog Beiträge zu schreiben. Ich bin auch klar der Meinung, dass eine Demokratie heute von solchen Kommunikationsformen sehr wohl profitieren kann und dass der dadurch entstehende Dialog eine gesunde und wichtige positive Rolle zur Bewältigung von Fragen wie gerade der Klimawandel spielen kann und soll. Doch bin ich auch dezidiert der Meinung, dass es im Internet sehr viele schlechte und irreführende Informationen gibt. Gerade was der Klimawandel anbetrifft habe ich schon die ungeheuerlichsten und haarsträubendsten Dinge gelesen, die jeglicher Logik und Wissenschaftlichkeit entbehren. Leider ist es aber oft nicht einfach, insbesondere auch für NichwissenschaftlerInnen, sich in der komplexen Materie des Klimawandels zurechtzufinden, geschweige die oft pseudowissenschaftlichen Argumentationen auf ihre Fadenscheinigkeit auf Anhieb durchschauen zu können. Da mag auch eine gewisse weltanschauliche Präferenz für die eine oder andere Einschätzung der Bedeutung des Klimawandels auch noch durchblickerschwerend hineinspielen, wie Mike Hulme in seinem kürzlich erschienenen Buch „Why we disagree about climate change: understanding controversy, inaction and opportunity“ trefflich analysiert (sehr lesenswert). Gute Blogs, die verlässliche Informationen anbieten, sind eine tolle Sache, von schlechten lässt man besser die Finger.

Cited References:
————————
IPCC, 2007. Summary for Policymakers of the Synthesis Report of the IPCC Fourth Assessment Report. In: Synthesis Report of the IPCC Fourth Assessment Report. Cambridge University Press: Cambridge, UK. p. 1-22. Ip031 pdf

Fischlin, A., Midgley, G. F., Price, J. T., Leemans, R., Gopal, B., Turley, C., Rounsevell, M. D. A., Dube, O. P., Tarazona, J., & Velichko, A. A., 2007. Ecosystems, their properties, goods and services. In: Parry, M. L., Canziani, O. F., Palutikof, J. P., van der Linden, P. J., & Hanson, C. E. (eds.). Climate change 2007: Impacts, adaptation and vulnerability. Contribution of Working Group II to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC). Cambridge University Press: Cambridge, UK. 211-272. Fi103 pdf

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 7 Daumen runter 2

Die böse Blogosphäre und die Medien…

Ein einziger Fehler im ganzen Bericht?

Der Report enthält – auch laut IAC – erhebliche Mängel, ungesicherte Übertreibungen und Einschätzungen.

… und er beruht – anders als dies z. B. Mr. Pachauri glauben machen wollte – nicht ausschliesslich auf wissenschaftlicher (peer-reviewed) Literatur sondern in weiten Teilen auf Grauliteratur von Interessenverbänden, NGOs etc.

In Zahlen: von den 18’531 zitierten Referenzen im IPCC- Report von 2007 sind 5’587 nicht peer-reviewed.

Ein Fakt, den nicht nur das das IAC in seinem Bericht klar bemängelt, sondern auch zahlreiche Wissenschaftler, die in die IPCC-Prozesse als Berichterstatter involviert waren oder die Sache von aussen fachlich beurteilen.

Dazu auch Richard Black (BBC): „the IPCC is an unusual organisation in that the evidence is supplied by scientists, but the summaries of its reports are agreed between scientists and representatives of governments“

Zur Blogosphäre: die Vorstellung, es wären hier lauter böswillige big oil Propagandisten am Werk ist eben so irreführend wie falsch.
Die Blogosphäre, wenigstens der seriöse Teil darunter, publiziert oder verlinkt peer-reviewed Literatur oder lässt namhafte Wissenschaftler zu Wort kommen. Zu den Kritikern an den IPCC-Prozessen und am letzten Sachstandbericht zählen denn auch zahlreiche Wissenschaftler von Rang und Namen.

Der Blogosphäre ist im Übrigen zu verdanken – und nicht vorzuhalten – dass endlich für Transparenz und verbesserte Prozesse gesorgt wird.

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Der Physiker Dr. Denis Rancourt:

„Climategate only confirms what should be obvious to any practicing scientist: That science is a mafia when it’s not simply a sleeping pill.“

http://wattsupwiththat.com/2010/09/20/physicist-says-fossil-fuel-burning-is-insignificant-in-the-global-carbon-pool/

Der ist sicher auch von der Öl- und Kohleindustrie gekauft. Andere Argumente kommen der „wahren Wissenschaft“ ja nicht in den Sinn.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 3

Die Blogosphäre mit ihren vielen Einwänden gegen die IPCC-Klimatologie – die allerdings in vielen Variationen wiederholt werden auch wenn sie schon widerlegt sind – steht stellvertretend für eine ganze Garde von Wissenschaftlern und Akademikern aus allen denkbaren Bereichen, die nicht mit der Diagnose des IPCC eines menschengemachten Klimawandels einiggehen wollen. Oft sind es brilliante Physiker wie Robert Laughlin (Nobelpreisträger), Lubos Motl (Stringtheoretiker siehe http://www.freiewelt.net/nachricht-3824/%22keine-menschengemachte-klimabedrohung%22.html), aber auch bekannte Politiker wie der tschechische Präsident Vaclav Klaus, die als Klimadissidente auftreten.

Daneben gibt es ganze politische Gruppierungen die von der AGW-Lüge sprechen und es sind nicht nur von der Öl- und Kohleindustrie gesponserte Interessengruppen wie das Heartland-Institut, sondern auch Bewegungen wie die Tea-Party-Bewegung, die dahinterstehen.

Ein verbreitetes Motiv dass diese Physiker, Politiker und poltiischen Bewegungen miteinander verbindet ist die Skepsis gegenüber einer zentralen Machtausübung. Diese Antizentralisten unterstellen den IPCC-Wissenschaftlern eine politische Agenda – ja sogar Hans Storch vom GKSS, selbst ein Klimawissenschaftler, macht das – und wollen sich – wie sie sagen nicht von einer nicht demokratisch legitimierten Organisation sagen lassen, wie sich das Klima entwickelt.

Die Antriebskräfte dieser IPCC-Skeptiker sind also gar nicht wissenschaftlich begründete Vorbehalte gegenüber dem IPCC, sondern politische, wetlanschauliche Verdächtigungen. Dagegen lässt sich wenig machen. Das muss man wohl einfach so hinnehmen.

Viel wichtiger als der politisch/weltanschaulich begründete Widerstand einiger Wissenschaftler, Politiker und Bewegungen ist allerdings der Widerstand der grossen Nationen, welche auf fossile Energieträger setzen. Dies sind die USA, China und Indien, welche heute schon für 40% des CO2-Ausstosses verantwortlich sind und in 20 Jahren 60% der Emissionen verursachen werden. Solange hier kein Umdenken stattfindet sind alle anderen Anstrengungen vergebens.

Letztlich kann wahrscheinlich nur das Eintreten der IPCC-„Prophezeiungen“ die Mehrheit der Menschen und Nationen vom anthropogenen Kliamwandel überzeugen, das Vertrauen in die Kliamwissenschaftler genügt wahrscheinlich nicht um nationenübergreifendes Handeln zu bewirken.

Dies ist übrigens der Grund, dass ich technische Lösungen wie Kohlendioxidabscheidung und -speicherung wichtig finde, denn jede Woche werden neue Kohlenkraftwerke gebaut und diese werden wohl kaum abgestellt, wenn Länder wie die USA, China und Indien zur Einsicht kommen. Steht diese Technologie zur Verfügung können die Späteinsichtigen aber immerhin in kurzer Zeit ihre Emissionen massiv reduzieren. Ganz allgemein sind kostengünstige Ersatztechnologien für die fossilen Technologien meiner Ansicht nach sehr wichtig, denn die vermeintlich tiefen Kosten sind ja gerade der Grund dafür, dass Länder wie China und Indien fossile Technologien favorisieren.

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