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Gastautor Prof. bloggt: Werkstatt der Klimaforschung

Werkstatt der Klimaforschung

23.08.2010 von Gastautor Prof. , SATW

Sind die Grundtatsachen des Klimawandels wirklich gesichert? Diese Frage beschäftigt die Öffentlichkeit. Sind das auch diejenigen Fragen, welche für die Klimaforscherinnen und -forscher im Zentrum stehen?

Ein Blick auf die neuesten Publikationen zeigt: Die Forschung arbeitet an einer hochspezialisierten Verfeinerung und Vertiefung der Zusammenhänge unter Anwendung eines ebenfalls immer präziseren und raffinierteren Instrumentariums. Gerne erläutere ich dies am Beispiel der Doktorarbeit von Hanna Joos, die ihre Arbeit am Lehrstuhl von ETH-Professorin Ulrike Lohmann geschrieben hat.

Die Doktorarbeit von Hanna Joos

Die Modellierung der Wolken in den Klimamodellen war bisher nur mit groben Näherungen möglich, zu komplex und vielfältig sind die zugrunde liegenden physikalischen Effekte der vielen verschiedenen Wolkentypen (siehe dazu Ulrike Lohmanns Blogbeitrag «Klimamodelle – Unsicherheitsfaktor Wolken» >hier) Die tiefen Wolken wirken kühlend, die hohen Zirruswolken aufheizend. Wie werden sich die beiden Typen infolge der Klimaerwärmung verändern? Diese Frage für einen verbreiteten Typ von Zirruswolken zu beantworten, der sich in den Windströmungen über den Gebirgsketten bildet, war das Ziel der Doktorarbeit.

Den komplexen Mechanismus der Bildung dieser Zirruswolken hat Hanna Joos aus den elementaren physikalischen Zusammenhängen abgeleitet. Bei der Überströmung der Gebirge bilden sich Schwerewellen, die zu einer Abkühlung in der oberen Atmosphäre und zu einer Übersättigung mit Wasserdampf führen. Daraus bilden sich die Eiskristalle der Zirren, deren Grösse und damit Absorptions-Eigenschaften von den genauen Randbedingungen abhängen.

Die so gewonnenen Erkenntnisse über die Bildung der Zirruswolken konnte Hanna Joos zur Verfeinerung in Klimamodelle einführen. Überprüft hat sie die Berechnungen anhand detaillierter Vergleiche mit Messungen, die mit Flugzeugen und Satelliten über den Anden durchgeführt wurden. Anschliessend hat die junge Forscherin die Frage untersucht, wie das zukünftig wärmere Klima diesen Wolkentyp verändert. Speziell in der nördlichen Hemisphäre, wo ohnehin die grössere Erwärmung erwartet wird, könnte eine zusätzliche Erwärmung auftreten – so das vorläufige Ergebnis, das allerdings durch weitere Präzisierungen noch verfestigt werden muss.

Klimaforschung: hohe Spezialisierung und internationale Zusammenarbeit

Für Laien sind die komplexen Zusammenhänge im Einzelnen nicht zugänglich, ein kurzer Blick darauf lohnt sich dennoch. So erhält man einen Eindruck vom hohen Spezialisierungsgrad und von der internationalen Zusammenarbeit, durch die sich die Front der Klimaforschung auszeichnet.

Die eindrücklichen Fortschritte in so einer umfangreichen Einzelarbeit bauen auf einer Vielzahl anderer ähnlich tiefgehender früherer Forschungsarbeiten auf. Jede solche Vertiefung und Verfeinerung, wie sie zurzeit weltweit in grossem Umfang betrieben werden, ist immer auch eine Überprüfung dieser früheren Arbeiten und des Gesamtbildes. Geschätzte an die hundert hochkarätige wissenschaftliche Arbeiten über Wolken erscheinen monatlich, eine Vielzahl von Instituten weltweit hat Wolken zu ihrem Forschungs-Schwerpunkt erklärt.

Präzision, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit

Die Nähe zu einem der renommiertesten Forschungsteams (in fast jeder Arbeit über Wolken werden Beiträge der Lohmann-Gruppe zitiert) und die Gesprächsoffenheit der Forscherinnen erlaubte mir, dieser «Forschungswerkstatt» einen Besuch abzustatten und mit Frau Joos ein kurzes Gespräch über ihre Arbeit zu führen. Die Forscherin war gerade aus den USA zurückgehrt. Sie besuchte dort eine internationale Konferenz über Wolkenphysik mit 500 Teilnehmern, auf der Hanna Joos ihre inzwischen in 3 bekannten Zeitschriften publizierten und peer-reviewten Resultate vorgetragen hat. Besonders beeindruckt hat mich im Gespräch mit ihr wieder einmal die Präzision und Sorgfalt mit der Forscherinnen und Forscher über den Stand ihrer Wissenschaft reden. Die äusserst gewissenhafte Unterscheidung von gesicherter Erkenntnis, von noch zu beweisenden Hypothesen, von vorläufigen und abgesicherten Ergebnissen ist eine Grundhaltung, die – das wird einem beim Zuhören bewusst – die Basis für den Erfolg ist.

Klima-Diskussion: angewiesen auf erfahrene Forscher

Welch ein Kontrast zu der weithin äusserst oberflächlich und meist im Behauptungston geführten öffentlichen Diskussion zur Klimafrage. Welch eine Diskrepanz auch zwischen den weit verbreiteten Pauschalzweifeln und den hochspezialisierten und vielschichtigen Themen, welche die riesige Forschungsgemeinschaft beschäftigen.

Der Blick in die Forschungswerkstatt macht einem bewusst, wie anspruchsvoll es ist, sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu verschaffen. Wir Nichtspezialisten sind dazu auf das Urteilsvermögen erfahrener Forscher angewiesen, die durch eigene Forschung ihr Gebiet à fonds kennen. Eigentlich eine Trivialität, die für jede Diskussion über ein Forschungsgebiet gilt. Speziell bei Diskussionen zum Klima wird das allerdings oft vergessen, missachtet oder sogar in Frage gestellt.

Literatur

Die Doktorarbeit von Hanna Joos finden Sie >hier

Zum Autor

Gastautor Prof. Klaus Ragaller war bis zu seiner Pensionierung Direktor bei ABB. Seither setzt er sich im Rahmen der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW für den Wissenstransfer ein.

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Kommentare (38) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Kommentar von Peter Bühler. 10.09.2010, 21:07
@ Holzherr
“Peter Bühler hat ja auch keine – Hemmungen meine ich”

danke, zwei schoene youtubes!

und hier etwas zur Kohle (von wegen Hemmungen) Tja, vielleicht stimmen die Zahlen zu den 130 Jahren ja gar nicht! Was meinen Sie Herr Ragaller

damit loest sich das Klima Problem vielleicht von selber (und noch ein paar Wirtschaftskrisen schaffen auch die Reduktion ganz ohne unsere Diskussion.. waere es nicht schoener wenn wir didaktisch gut begruendet und fuer jeden, auch fuer Oekonomen, verstaendlich das Problem erklaeren wuerden?

Mining the Truth on Coal Supplies
A view that the world’s leading electricity fuel—and major contributor to climate change—is running out
http://news.nationalgeographic.com/news/2010/09/100908-energy-peak-coal/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Faszinierende Studie, danke!

Hier gibt es die etwas differenziertere Sicht zu lesen (“two dominant explanations”) …

http://www.sciencedaily.com/releases/2010/09/100908132214.htm

und hier das Original …

http://www.nature.com/nature/journal/v467/n7312/full/nature09313.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

“Peter Bühler hat ja auch keine – Hemmungen meine ich”

Juristisches Neuland: der Tatbestand der affirmativen Nachrede.

Nun gut, hören wir uns mal an, was es mit Hemmungen und Hemmungslosigkeit auf sich hat …

http://www.youtube.com/watch?v=ohHncHGIFgM

Für Michael hätte ich allerdings eher ein anderes Stück des grossen Berner Weisen ausgesucht, in der er über den Umweg des “metaphysischen Gruselns” zu Hemmungen überleitet …

http://www.youtube.com/watch?v=5qjYX1wni-o

Übersetzungshilfe für Nordlichter… http://www.edimuster.ch/baernduetsch/woerterbuechli.htm

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Kommentar von Martin Holzherr. 10.09.2010, 13:47
@Kommentar von Michael Dittmar. 10.09.2010, 13:09
Hoi Martin,

guter Punkt (mit den Hemmungen..)
na ja ich finde man sollte zuerst einige Dinge klaeren wie den Unsinn von x Stellen hinter dem Komma wenn man die Zahlen gar nicht besser als 10-20% kennen kann!

“Klaus Ragaller wollte mit, Zitat beim Erörtern zukünftiger Entwicklungen der Energieversorgung sollte man die Erneuerbaren Energien nicht ausser acht lassen. folgendes sagen: Es braucht gar nicht mehr viel Kohle, Öl und Gas, denn die Erneuerbaren ersetzen das alles.”

na nun ist es ja schon gesagt.

Also stimmt diese Vermutung?

“Peter Bühler hat ja auch keine – Hemmungen meine ich.”

dazu noch etwas fuer Peter und alle interessierten (leider nicht der original Artikel aber trotzdem.. )

http://sify.com/news/nz-glaciers-melted-as-european-expanded-at-the-end-of-ice-age-news-international-kjjqEeijcjb.html

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@Kommentar von Michael Dittmar. 10.09.2010, 13:09

Hoi Michael,
Klaus Ragaller wollte mit, Zitat beim Erörtern zukünftiger Entwicklungen der Energieversorgung sollte man die Erneuerbaren Energien nicht ausser acht lassen. folgendes sagen: Es braucht gar nicht mehr viel Kohle, Öl und Gas, denn die Erneuerbaren ersetzen das alles.

Mir ist klar, dass dir das klar ist. Doch warum schreibst Du dann etwas anderes und reagierst nicht darauf. Nur keine Hemmungen beim Äussern deiner Meinungen, Peter Bühler hat ja auch keine – Hemmungen meine ich.

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Kommentar von Klaus Ragaller. 10.09.2010, 11:37
@ Michael Dittmar
“Herr Dittmar, beim Erörtern zukünftiger Entwicklungen der Energieversorgung sollte man die Erneuerbaren Energien nicht ausser acht lassen.”

Klar einverstanden! Aber erstmal sollte man auch aus rein didaktischen Gruenden das Problem mit den Ressourcen von Oel, Gas, Kohle und auch Uran klaeren.

Was man eben leicht feststellen kann ist das alle heutigen Entscheidungen auf den total unrealistischen unwissenschaftlichen und politisch/oekonomische motivierten Zahlen basieren.

Wie kann es angehen das heute immer noch Leute glauben man kann einfach so weiter machen (siehe die Plots und Zahlen der international energy agency etc) und so tun als ob es bei den begrenzten Ressourcen keine limits gibt. (ich habe etliche solcher Plots aus den letzten Jahren gesammelt).

Gerade in einem Land und einem halb-Kontinent wo es praktisch keine Energie-Rohstoffe mehr gibt (oder sie praktisch aufgebraucht sind oder den Peak schon lange hinter sich haben.. Gas und Oel in der Nordsee zum Beispiel Kohle in Frankreich Uran gibt es auch keins mehr etc..)

sollte man sich dringend Gedanken gerade in der Wissenschaft machen wie es um diese Ressourcen wirklich steht.

Liegt das nicht auch in unsere Verantwortung gegenueber den Steuerzahlern?

Soll man wirklich 5 Milliarden Euro in ein neues KKW investieren wenn man ab 2040 vermutlich kein Uran dafuer bekommt? Selbst hart gesottene Fans der Kernenergie sollten daran ein Interesse haben oder?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Michael Dittmar
Herr Dittmar, beim Erörtern zukünftiger Entwicklungen der Energieversorgung sollte man die Erneuerbaren Energien nicht ausser acht lassen. Trotz all der Schwierigkeiten des politischen Prozesses, trotz der Rückschläge in Kopenhagen wachsen die Erneuerbaren exponentiell. Zu klein sei ihr Beitrag, zu teuer seien sie – das sind die Argumente, mit denen neue Technologien, die die etablierten ersetzen, immer zu kämpfen haben. Die Erfahrung aus solchen Technologiewechseln zeigt jedoch, dass ab einem gewissen Punkt auf dem exponentiellen Anstieg die neue Technologie sich prognostizierbar beginnt durchzusetzent. Diesen Punkt haben die Erneuerbaren wahrscheinlich erreicht. In den Industrieländern übertreffen sie bereits die traditionellen Techniken bei den Neuinstallationen zur Stromerzeugung, weltweit steht dieser Wendepunkt kurz bevor. Weitere Angaben dazu in http://www.climateblog.ch/2010/09/06/erneuerbare-energien-im-exponentiellen-anstieg-ein-aktueller-statusbericht/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Klaus Ragaller. 10.09.2010, 8:30
@ Michael Dittmar
Herr Dittmar,
“Dass die Angaben zu den Kohlereserven eine grosse Unsicherheitsmarge haben liegt wohl in der Natur der Sache,”

Ja natuerlich wir wissen das als Naturwissenschaftler und sollten deshalb extrem kritisch mit diesen Zahlen sein. Und sie gar nicht erst unkritisch als Referenz nehmen! das tut aber der IPCC leider! Also einigen wir uns das muss genau untersucht werden und die allgemein Verwendeten Zahlen haben eine Glaubwuerdigkeit wie der Wetterbericht fuer das Wetter in 2 Wochen!

Im world energy council report steht/stand uebrigens (bei der Kohle sind wir uns sehr sehr sicher! smile)

in dem jetzigen Tempo verlieren wir also 150 Gtonnen pro decade demanch waere in 20-30 Jahren eben nicht mehr viel ueber.

zu:

“Reserven” sind wohl auch ein zu breit gefasster Begriff.
(das stimmt aber Sie haben ja auf diese Zahlen als Referenz verwiesen .. und bei genauerem hinsehen sind diese Zahlen fast wertlos!)

“ Die scheinbar präzisen Zahlen auf dem EU Portal haben eine andere Absicht: es ist ein laufender Zähler, der sichtbar machen soll, wie die “Reserven” sich durch den aktuellen Verbrauch stündlich, täglich, wöchentlich laufend reduzieren – also eine didaktische Absicht – eigentlich doch in Ihrem Sinn.”

Das glaube ich nicht!

Wenn man das wirklich wollte wuerde man
1) die Menschen aufklaeren ueber unsicherheiten und also didaktisch erklaeren was wir wissen und was die Unsicherheiten sind!
2) die relativen Anteile an unserem Energiekonsum zeigen .. wie ich vorgerechnet habe langt die Kohle eben nur bei heutigem Verbrauch vielleicht hundert Jahre aber wenn man den Anteil von Oel und Gas ersetzen moechte dann muss man die Kohle Zahlen schnell noch mal durch nen Faktor 4 oder so dividieren! Das waere ehrlich und didaktisch korrect
3) das gleiche bei einem hypothetischen Wachstum von 2%,5% etc pro Jahr geben.
4) die Peak (oil everything) Problematik erwaehnen

dann ist das Resultat ja was denn ausser Panik?

und Chaos wenn man es den Menschen nicht rechtzeitig erklaert!

Aber so?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Michael Dittmar
Herr Dittmar,
Dass die Angaben zu den Kohlereserven eine grosse Unsicherheitsmarge haben liegt wohl in der Natur der Sache, “Reserven” sind wohl auch ein zu breit gefasster Begriff. Die scheinbar präzisen Zahlen auf dem EU Portal haben eine andere Absicht: es ist ein laufender Zähler, der sichtbar machen soll, wie die “Reserven” sich durch den aktuellen Verbrauch stündlich, täglich, wöchentlich laufend reduzieren – also eine didaktische Absicht – eigentlich doch in Ihrem Sinn.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Peter Bühler
Einverstanden: Billionen Dollar Entscheidungen sollten nicht von Einzelarbeiten abhängen. Die Grundlagen der Klimaerwärmung durch CO2 sind über Jahrzehnte durch aufeinander aufbauende und immer wieder überprüfte tausende Originalarbeiten erarbeitet. Lindzen und Spencer versuchen diese Ergebnisse punktuell herauszufordern. Diese Versuche, die seit vielen Jahren immer in etwa den gleichen Bahnen verlaufen (aus den stark schwankenden Messungen durch spezifische Wahl von Zeitperioden und Glättiungsverfahren einen Beleg für ihre These abzuleiten ohne Angabe von Fehlerbalken), wurden immer wieder von den Spezialisten unter den Forschern mit sorgfältigen Beweisen widerlegt oder als fehlerhaft befunden. Dabei kommt es, da sollten wir uns doch einig sein, nicht auf den Titel oder die Stellung der Kritiker an, sondern auf die Qualität der Argumente, Junior Grade Studenten eingeschlossen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Prof. Ragaller

Einigen wir uns aber bitte auf gewisse Qualitätsregeln …

Ihr Zitat:
“Was man schon jetzt sagen kann ist, dass eine Reihe anderer Arbeiten sich genau mit dieser Frage befassen z.B.

http://www.princeton.edu/~marsland/Junior_Paper.pdf

Ich bitte Sie, die (Fleiss)Arbeit eines junior grade Studenten, – senior inzwischen, pardon …

http://www.princeton.edu/physics/people/seniors

Keinerlei Dünkel, aber wenn wir – um Billionen-Dollar-Entscheidungen zu rechtfertigen – Seminararbeiten als relevant zu betrachten beginnen, gehen die Lichter der Zivilisation noch weit schneller aus, als Michaels Voraussagen es nahelegen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Prof. Ragaller

“Vielleicht können wir uns so einigen, dass wer von uns als Erster eine Replik auf diese Arbeit von anderen Wissenschaftern findet, dies in dem Klimablog mitteilt nach dem Motto”

Bitte …

http://www.drroyspencer.com/2009/11/some-comments-on-the-lindzen-and-choi-2009-feedback-study/

Was bedeutet, dass sich die “Diven” der Zunft untereinander nicht einig sind, genau so wenig wie etwa hier …

http://pielkeclimatesci.wordpress.com/2010/05/24/comments-on-nature-commentary-by-kevin-trenberth/

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Herr Ragaller,

was sagen sie nun eigentlich zu den total inkonsisten Angaben zu den Kohle Reserven und der Entwicklung dieser Zahlen?

1999 waren es nach dem World Energy Council (die Quelle aller Weisheiten auch von der EU)

984 Gtonnen
10 Jahre spaeter gibt der gleiche Report
834 Gtonnen
(bei einem Verbrauch von rund 50 Gtonnen in den 10 Jahren)

Ja einige Laender haben ihre Zahlen deutlich nach unten korrigiert! Aber woher weiss man dass die Zahlen jetzt stimmen?

waere es nicht sinnvoller die Zahlen alle mal richtig nach geologisch/physikalischen Rechnungen und nicht nach den politischen/wirtschaftlichen zu bestimmen?

Oder gleich noch dazu

Wer Ressourcen Zahlen auf bis zu 9 stellen genau angibt ist eh unglaubwuerdig!

(war im anderne blog Beitrag aber ich vermute sie haben meine Frage uebersehen)

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@ Peter Bühler
Herr Bühler, vielen Dank, Sie haben Recht, ich habe die Arbeit von Lindzen und Choi 2010 mit der vorherigen aus 2009 verwechselt. Vielleicht können wir uns so einigen, dass wer von uns als Erster eine Replik auf diese Arbeit von anderen Wissenschaftern findet, dies in dem Klimablog mitteilt nach dem Motto: jede Widerlegung stellt einen Erkentnisgewinn dar. Was man schon jetzt sagen kann ist, dass eine Reihe anderer Arbeiten sich genau mit dieser Frage befassen z.B. http://www.princeton.edu/~marsland/Junior_Paper.pdf. Diese Autoren kommen mittels einer aufwendigen Analyse zum Schluss, dass die Schwankungen der Signale eine Bestimmung der Klimasensitivität mit dieser Methode mit der bisherigen Messgenauigkeit nicht zulassen. An diesem Problem sind auch immer wieder frühere Arbeiten von Lindzen, in denen er eine extrem niedrige Klimasensitivität abzuleiten versuchte, gescheitert.

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@ Prof. Ragaller

Sehr geehrter Herr Prof. Ragaller,

wir werden und müssen uns nicht einigen. Lassen Sie mich aber ein paar Dinge ergänzen.
Mir geht es im Wesentlichen darum, darzustellen, dass die Debatte speziell zum Kern der AGW-These anhält und die Forschung dem Gesamtbild beinahe täglich neue Aspekte beifügt, die unser Verständnis des Klimageschehens letztlich voranbringen, gelegentlich auch für Rückschläge sorgen und uns die enormen Schwierigkeiten in diesem Verständnisbemühen vor Augen führen. Es zeigt sich das Bild eines überaus vitalen und vielfältigen Forschungsgebietes, das wohl um Konsens ringt, ihn aber derzeit schlecht verkünden kann.

Bei der Verbindung der Wetterextreme in Pakistan und Russland mit einem anthropogenen Klimawandel lehnt sich Kevin Trenberth weit aus dem Fenster. Ihm widerspricht u.a. sogar die NOAA, nicht eben ein Organ der AGW-Skepsis: “Despite this strong evidence for a warming planet, greenhouse gas forcing fails to explain the 2010 heat wave over western Russia” ( http://www.esrl.noaa.gov/psd/csi/moscow2010/ )

Lindzen und Choi: es handelt sich um das revidierte Papier von 2010 (“an expansion of the earlier paper”), das sich explizit mit der 2009 vorgebrachten Kritik (Trenberth et al.) auseinandersetzt, auf die auch Prof. Knutti verwiesen hat.

Auch wenn Sie das vermutlich übersehen haben, lassen Sie uns pauschale Verunglimpfungen vermeiden und uns der Sache widmen.

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@ Peter Bühler
Herr Bühler, vielen Dank für die Links, die Sie als Beleg für Unsicherheiten und Forschungsbedarf anführen.
Mit dem Vorbehalt des Nichtfachmanns dazu einige Bemerkungen aus dieser Sicht:
Der Artikel von Kevin Trenberth weist auf noch zu lösende Fragen bei der Modellierung der Wolken hin, wie auch in der Recherche zu diesem Blogbeitrag von den Forscherinnen dargestellt. Trenberth ist einer der führenden Klimaforscher, der wesentlich zu dem heutigen Kenntnisstand der Klimaerwärmung beigetragen hat. Er hat sich übrigens auch zu einem wahrscheinlichen Beitrag der Klimaerwärmung zu den Wetterextremen in Pakistan und Russland geäussert: http://davidappell.blogspot.com/2010/09/does-atmospheric-blocking-explain.html .
Die zitierten AGU Arbeiten, sind zwei aktuelle Forschungsarbeiten – ein Beleg für den fortschreitenden Erkenntnisprozess. Als Laie finde ich es unmöglich, solche Einzelarbeiten, von denen jeden Monat vielleicht tausend erscheinen, im grösseren Kontext zu bewerten. Die Geschichte der Klimaforschung zeigt jedoch, dass eine begründete Entdeckung, die wesentliche Erkenntnisse in Frage stellen oder deutlich verändern würde, eine riesige Aufmerksamkeit und eine Flut von weiteren darauf aufbauenden Publikationen auslösen würde. Jeder Forscher schaut nach solchen Gelegenheiten aus, überprüft die bisherigen Ergebnisse sucht nach Lücken in der Beweisführung.
Sie erwähnen noch einmal die Arbeit von Lindzen und Choi, zu der Reto Knutti Ihnen schon unter Angabe der entsprechenden Referenz geantwortet hat: “In der Arbeit von Lindzen und Choi (GRL 2009) wurden massive Fehler gefunden”. Fehlerhafte Arbeiten weiterhin zu propagieren – ohne die Einwände zu erwähnen geschweige zu widerlegen – unterbricht den Erkenntnisprozess. Leider ist dies in der Skeptiker-Blogosphäre weit verbreitete Praxis.
Unsicherheiten bestehen auch weiterhin, aber nicht über die von den Forschern sorgfältigst erarbeiteten Quantifizierungen hinaus – es ist im Gegenteil mit einer weiteren Eingrenzung zu rechnen.

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@ Prof. Ragaller

“Physikalisch begründete Einwände gegen einen dieser Belege wären erwünschte Beiträge zum Erkenntnisprozess.”

Die nachfolgend verlinkten Beiträge (eine Auswahl) beschäftigen sich alle mit dem Thema und belegen die Unsicherheiten und den Forschungsbedarf auf dem Gebiet:

http://www.gewex.org/images/feb2010.pdf

http://rams.atmos.colostate.edu/cotton/archives/frontpagelink1.html

http://www.agu.org/pubs/crossref/2010/2009GL041609.shtml

http://www.knmi.nl/~laagland/KIK/Documenten_2009/Vautard_NGEO.pdf

http://europa.agu.org/?view=article&uri=/journals/jd/jd1016/2010JD014122/2010JD014122.xml&t=jd,2010,Puma

http://rlrational.files.wordpress.com/2010/05/lindzen_choi_erbe_jgr_v4.pdf

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@Peter Bühler
ein Riss durch die Klimaforschung? Die Forschung arbeitet mit nachprüfbaren Beweisen, Belegen für oder gegen Hypothesen. Im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess bauen diese Beweise aufeinander auf, verdichten sich, werden mit unabhängigen weiteren Belegen bestätigt und erreichen schliesslich den Status von bewiesenen Fakten. Dass CO2 das Klima erwärmt und die Sensitivität wahrscheinlich bei 3 Grad liegt ist – wie z.B. in Reto Knuttis Übersichtsartikel gezeigt – mit vielen unabhängigen Methoden, Beobachtungen, Rechnungen belegt. Physikalisch begründete Einwände gegen einen dieser Belege wären erwünschte Beiträge zum Erkenntnisprozess. Ein pauschales Bestreiten des “AGW” ist dagegen unwissenschaftlich. Ich sehe diesbezüglich nicht die geringsten Differenzen zwischen Forschern, geschweige denn einen “Riss durch die Klimaforschung”.

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@ Prof. Ragaller

Sehr geehrter Herr Prof. Ragaller,

Ich bestreite nicht die vielfach gute und seriöse Arbeit an zahlreichen Werkstätten. Mich beschäftigt mehr das Bild der Klimaforschung, das uns vom IPCC vermittelt wird und das eine Reihe von Fragen hervorruft.

Der IAC-Report …

http://reviewipcc.interacademycouncil.net/report.html

… und das soeben erschienene AGU-Interview mit dem Atmosphärenphysiker Pielke Sr. …

http://www.agu.org/sections/atmos/Newsletters/ASnewsletterVol4No4.pdf

…markieren – neben anderen Beiträgen – eine Zäsur in der wissenschaftlichen Debatte. Das dazu ausserhalb des Wissenschaftsbetriebes politisch auch härtere Meinungen vertreten werden, ist unvermeidlich …

http://www.telegraph.co.uk/comment/columnists/christopherbooker/7981979/A-cunning-bid-to-shore-up-the-ruins-of-the-IPCC.html

Es sind keineswegs allein Heartland und obskure Blogger, die sich skeptisch äussern. Der Riss geht durch die Klimaforschung selber. Weshalb ihn übersehen?

Dass Sie sich für den Dialog mit aktiven Forscherinnen und Forschern einsetzen, ist verdienstvoll und begrüssenswert. Genau so wie die erklärte Absicht, verzerrten Bildern entgegenzutreten. Die gibt es an beiden Enden des Meinungsspektrums. Wenn Debatten dazu dienen, sie ins richtige Licht zu rücken und kenntlich zu machen, finde ich mich ganz auf Ihrer Seite.

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@Peter Bühler
Herr Bühler, das Bild, das Sie von der Klimaforschung zeichnen (“Wagenburg”, “wir lassen ganze Studengenerationen im Glauben aufwachsen…” usw) passt so gar nicht zu den Eindrücken, die ich bekomme, wenn ich mit Forscherinnen und Forschern diskutiere oder eine ihrer vielen “Werkstätten” besuche, wie oben beschrieben. Da findet man einen äusserst intensiven Wettbewerb um Erklärungen, um schlüssige Beweise, eine grosse Sensibilität und Offenheit für noch Ungelöstes, weil daraus ja die nächsten Forschungsarbeiten entstehen. Der Prozess ist zielgerichtet. Vieles was gestern offen war, ist heute geklärt (d.h. durch eine Vielzahl möglichst unabhängiger Beweise belegt). Dazu gehört – wie der von Ihnen zitierte Student richtig bemerkt – “dass sich die Erdatmosphäre wegen der steigenden menschlichen CO2-Emissionen erwärmt”. Sie nennen das “AGW These”. Es ist weder eine These noch eine Theorie, es folgt aus zwei Tatsachen, dem menschgemachten CO2 Anstieg und den Absorptionseigenschaften von CO2. Verschiedene positive und negative Rückkopplungen begrenzen zwar noch die Genauigkeit der Quantifizierung, ändern aber nichts am Gesamtbild. In dieser Frage gibt es auch nicht die geringste Diskrepanz zwischen den Klimaforschern und dem IPCC. Ich möchte deshalb für die Meinungsbildung die Diskussion mit aktiven Forscherinnen und Forschern beliebt machen, die Information durch das Heartland Institute und die weitere Skeptiker- Blogosphäre ergibt ein allzu verzerrtes Bild der Klimaforschung.

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Hallo “Paulus”

Kommentar von Peter Bühler. 02.09.2010, 23:28
@ Dittmar
“could mean”, “might”, “theoretically could happen”, “estimates”…
Du bewunderst bestimmt die (physikalische) Präzision der Aussagen. Wie wär’s mit 6 degrees to ice age?

Wo ist dein Problem?

Wie gross ist das Risiko bei einer best estimate +2 Grad (im Mittel mit -1 Grad +6 Grad Fehler) falls die Rechnungen mit dem CO2 (und first physics principles) grosse Fehler haben?

Du zitierst eine Studie die warnt .. es handelt sich um ein sehr instabiles System und kleine Stoerungen (durch CO2 zum Beispiel) koennen eine Katastrophe ausloesen!

Super Vulkane (wie den Toga vor 80k Jahren) kann man sicher nicht verhindern aber am CO2 koennte man wenn man wollte etwas aendern (nur wir wollen ja nicht in diesen sauren Apfel beissen)

uebrigens grosse Unsicherheiten bei Vorhersagen und Experimenten die erst noch finanziert werden muessen sind die Regel.. sonst braeuchten wir die Experimente ja gar nicht erst machen.

Es gibt aber auch Experimente die wir nicht unbedingt machen sollten!

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@ Dittmar

“could mean”, “might”, “theoretically could happen”, “estimates”…

Du bewunderst bestimmt die (physikalische) Präzision der Aussagen.

Wie wär’s mit 6 degrees to ice age?

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Kommentar von Peter Bühler. 01.09.2010, 22:17
@ Holzherr und Lüning
Wissenschaft bleibt spannend, wenn sie nicht vorzeitig “Konsens” verkündet …
———————————————————–
Hallo Peter,

mit dem interessanten Artikel.. hast du dich etwa vom Saulus zum Paulus gewandelt?
am Ende steht doch etwas was der IPCC nicht so gerne schreibt es koennte alles viel viel schlimmer sein…

“6 degrees to hell oder warum wir so schnell wie moeglich zu 350 ppm co2 zurueck sollten” ???

“This could mean that the climate might not just slowly gets warmer over the next 1000 years, but that major climate changes theoretically could happen within a few decades, estimates Peter Ditlevsen, but stresses that his research only deals with investigating the climate of the past and not predictions of the future climate.”

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@Kommentar von Peter Bühler. 01.09.2010, 22:17

Der von ihnen verlinkte letzte Artikel (siehe http://news.stanford.edu/news/2010/august/sun-082310.html) behauptet einen Einfluss der Sonnenaktivität (Flares) auf die Zerfallsrate von radioaktiven Elementen gefunden zu haben. Das wurde übrigens auch schon früher vermutet. Nachprüfungen ergaben allerdings immer, dass Messfehler vorliegen. Das wird auch diesmal der Fall sein. Diese “Entdeckung” wird übrigens im Detail in einem der scilogs (siehe http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/zundspannung/astrophysik/2010-08-31/einfluss-der-sonne-auf-radioaktiven-zerfall spektrum der Wissenschaft) besprochen. Interessant auch, dass zwei der Autoren – Fischbach und Sturrock – schon früher durch obskure Forschungen und Behauptungen (“fünfte Kraft” und UFO’s ) aufgefallen sind.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr und Lüning

Wissenschaft bleibt spannend, wenn sie nicht vorzeitig “Konsens” verkündet …

http://www.sciencedaily.com/releases/2010/08/100830094922.htm

http://www.nsf.gov/news/news_summ.jsp?cntn_id=117580&org=NSF&from=news

http://news.stanford.edu/news/2010/august/sun-082310.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Kommentar von Martin Holzherr
Sie sprechen eine Divergenz zwischen Solaraktivität und Temperaturentwicklung seit 1980 an. Laut Svensmark & Friis-Christensen (2007) korrelieren die 11-Jahres-Sonnenfleckenzyklen und die Temperaturentwicklung der Troposphäre und der Ozeane während der vergangenen 50 Jahre gut miteinander, wenn Effekte wie El Nino, vulkanische Aerosole und die nordatlantische Oszillation herausgefiltert werden. Weiterhin ziehen die Autoren einen Trend von 0.14K pro Dekade ab. Hierbei kann es sich um den anthropogenen Treibhauseffekt handeln, jedoch ebenso möglich ist, dass es einfach ein Wasserdampf-Feedback ist, der den langfristigen solar-bedingten Temperaturanstieg verstärkt (der gleiche Feedback-Effekt, der auch für CO2 angenommen wird und selbstverständlich unabhängig vom auslösenden Mechanismus sein sollte).

http://www.spacecenter.dk/publications/scientific-report-series/Scient_No._3.pdf/view

Insbesondere die Nordatlantische Oszillation (NAO) stieg von 1980 bis Mitte 1990 stark an und könnte für einen Teil der gemessenen Erwärmung und daher einen Teil der Divergenz verantwortlich sein. Seit 1998 besteht die Divergenz nicht mehr, da sowohl die Temperatur als auch die gemittelte Sonnenaktivität ein Plateau ausbilden. Die auf die Phase 1980-1998 beschränkte Divergenz sollte im Hinblick auf interne NAO-Effekte daher meiner Meinung nach nicht überbewertet werden, wenn es um die Beurteilung der Wirksamkeit solarer Klimasteuerung in den vergangenen Dekaden geht.

Die Aerosol-Theorie zum 1950-1975 Global Dimming hat für mich den Schönheitsfehler, dass der Temperaturkurvenverlauf auf Nord- und Südhalbkugel in ähnlicher Weise ausgebildet ist, obwohl es auf der Südhalbkugel viel weniger Land und damit verschmutzende Industrie gibt. Nach einigen Autoren war erreichte die Sonne wöhrend dieser Zeit ein Aktivitätszwischenminimum, was für mich eine interessante Interpretationsalternative darstellt.

@ Kommentar von Klaus Ragaller
Sie führen das sogenannte Laschamp Ereignis an und versuchen damit den Einfluss der kosmischen Strahlung auf das Klima zu widerlegen. Wie Sie vielleicht wissen, ist Svensmark (2007) ausführlich auf diese Problematik eingegangen, so daß Ihr Einwand meiner Meinung nach unberechtigt ist. Während des “Laschamp Ereignisses” vor 40.000 Jahren schwächte sich das Erdmagnetfeld stark ab. Zu dieser Zeit konnte die kosmische Strahlung verstärkt in die Erdatmosphäre eindringen. Trotzdem kam es zu keiner Abkühlung. Das Sonnenmagnetfeld war jedoch zur gleichen Zeit überdurchschnittlich aktiv. Die höchst-energetischen Teilchen der kosmischen Strahlung, zerfallen zu Muonen, die wichtige Kondensationsbildner für niedrige Wolken sind und vom Erdmagnetfeld aufgrund ihrer hohen Energie nicht beeinflußt werden können. Typische Radionucleide wie etwa 10Be oder 36Cl, die von kosmischer Strahlung erzeugt werden, entstehen jedoch in höheren Atmosphärenschichten, unter starker Beteiligung von kosmischen Strahlen niedrigerer (moderater) Energie. Die niedriger energetische kosmische Strahlung kann noch vom Erdmagnetfeld moduliert werden, so daß sich während der Abschwächung des Erdmagnetfeldes im Rahmen des Laschamp Ereignisses verstärkt Radionucleide wie etwa 10Be oder 36Cl bildeten. Da sich diese Radionucleid-Bildung jedoch in höheren Atmosphärenschichten vollzog, konnten die Teilchen wenig zur klimawirksamen niedrigen Wolkenbildung beitragen, so daß das Klima warm blieb.

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Bei der vorgestellten Arbeit von Hanna Joos geht es ja um die Wolkenbildung.

Zitat: Die Doktorarbeit von Hanna Joos
Die Modellierung der Wolken in den Klimamodellen war bisher nur mit groben Näherungen möglich, zu komplex und vielfältig sind die zugrunde liegenden physikalischen Effekte

Ich möchte deshalb – weil es hier um Wolken geht – auf den Artikel von michael d. lemonick aufmerksam machen (siehe http://e360.yale.edu/feature/the_effect_of_clouds_on_climate_a_key_mystery_for_researchers/2313/),
Titel: “The Effect of Clouds on Climate: A Key Mystery for Researchers”.
Der Artikel gibt einen Überblick über den Zusammenhang Wolken Klima für Laien.
Der Autor schreibt unaufgeregt, transportiert keine sensationellen Erkenntnisse, kommt aber doch zum Schluss, dass nach heutigem Stand der Forschung Wolken weder stark zu- noch stark abnehmen, wenn es wärmer wird. Im Endeffekt könnte die Veränderung der Bewölkung im Rahmen der Erwärmung diese etwas verstärken – dafür gibt es Hinweise.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Jochen Ebel. 01.09.2010, 13:22

Zitat: Voraussetzung für eine mögliche Wolkenbildung bleibt immer die Übersättigung der Luft. Wenn die Übersättigung eingetreten ist, muß zwar nicht sofort die Wolkenbildung eintreten – in welcher Stärke die eintritt, hängt von den Kondensationskeimen ab, kann aber nicht nicht eintreten

Das stimmt. Allerdings sind Wolken für die Klimatologie trotzdem ein Problem. Es gibt nämlich Abschätzungen, dass schon eine Zunahme der Bewölkung um 2% bis 5% die globale Temperatur um 1°C ändern kann. Darum ist ja auch die Geoengineering-Methode “Marine Cloud Whitening”, bei der Wassertröpfchen in die Meeresluft gesprüht werden, so billig (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Cloud_reflectivity_modification).

Zitat: The sprayers would use a fleet of around 1500 unmanned Rotor ships known as Flettner vessels to spray mist created from seawater into the air to thicken clouds and thus reflect more radiation from the Earth. The whitening is achieved as a result of the Twomey effect.
This technique can give >3.7 W/m2 of globally-averaged negative forcing, which is sufficient to reverse the warming effect of a doubling of CO2

(siehe auch http://rsta.royalsocietypublishing.org/content/366/1882/3969.full)

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Bei der Wolkenbeeinflussung sollte man auch die ernüchternde Geschichte der Wolkenimpfung mit Silberjodid betrachten – und die Silberjodid-Kristalle sind noch bessere Kondensationskeime als kosmische Teilchen.

Voraussetzung für eine mögliche Wolkenbildung bleibt immer die Übersättigung der Luft. Wenn die Übersättigung eingetreten ist, muß zwar nicht sofort die Wolkenbildung eintreten – in welcher Stärke die eintritt, hängt von den Kondensationskeimen ab, kann aber nicht nicht eintreten. Insofern kann die Silberjodid-Impfung den Ort der Wolkenbildung oder die Wolkenart verändern – aber nicht, ob überhaupt Wolken oder Wolkenverhinderung.

Aber auch bei den Grundlagen des Treibhauseffekts ist in offizieller Darstellung noch Nachholebedarf. Der Treibhauseffekt ist das Zusammenwirken von Konvektion (Troposphäre) und Absorption/Emission (Stratosphäre). Z.B. wie und warum sich die Höhe der Tropopause bei Zunahme der CO2-Konzentration verändert.

MfG

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Die Hypothese eines bedeutenden Einflusses der kosmischen Strahlung auf das Klima wird seit vielen Jahren untersucht und immer wieder verworfen. Eine Zusammenstellung einiger Arbeiten dazu findet sich z.B. in http://www.skepticalscience.com/cosmic-rays-and-global-warming.htm .
Eine völlig unabhängige weitere Widerlegung liefert die Erdgeschichte: Vor 40’000 Jahren war das Erdmagnetfeld eine Zeit lang praktisch Null, die kosmische Strahlung erreichte deshalb auf der Erdoberfläche hohe Werte. Auf die Temperatur hatte das keinen nachweisbaren Einfluss (Richard Alley in http://www.agu.org/meetings/fm09/lectures/lecture_videos/A23A.shtml )
Iin ihrem Buch “The Climate Crisis” fassen David Archer und Stefan Rahmstorf den Stand wie folgt zusammen: “Es existiert kein empirisch dokumentierter physikalischer Mechanismus, der irgendeinen merklichen Beitrag der kosmischen Strahlen zur globalen Erwärmung der letzten 50 Jahre erklären könnte. Und selbst wenn es ihn gäbe würde das nicht den physikalisch gut verstandenen Einfluss des CO2 aufs Klima in Frage stellen, es wäre allenfalls ein zusätzlicher Effekt.”

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“Herrn Dittmar möchte ich fragen, warum er nur Arbeiten aus den 1990er Jahren zitiert,”

Es ging mir in diesem Zusammenhang nur darum zu erwaehnen dass Herr Svensmark und seine Sonnenflecken Idee auf falschen Zahlen basiert. Sowas nennt man milde formuliert “scientific misconduct”

Wir koennen gerne ueber die neuesten Erkenntnisse diskutieren.. aber bitte unter der Annahme dass wir heute um Groessenordnungen genauer Daten haben als zu Zeiten der kleinen Eiszeit in Europa (uebrigens diese damalige angebliche kleine Eiszeit Daten sind total inkonsistent bezueglich verschiedener Regionen auf unserem Planeten).

zum Cloud Experiment..

der Sprecher des Experiments sagt inzwischen selber dass der moegliche Effekt der kosmischen Strahlen viel zu klein ist .. (.. aber wir muessen jeden noch so kleinen Effekt studieren)

Er hat mir auch zugegeben nicht zu wissen ob mehr oder weniger seiner “Wolken” zu Erwaermung positiv beitragen und das sein Experiment eh nur ein 12(?) Millionen SF prototyp Experiment ist und man damit nur lernen kann ob man es viel genauer danach machen sollte..

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Sebastian Lüning. 31.08.2010, 21:59

Danke für den Hinweis auf die Einflüsse von Sonneneinstrahlung, Sonnenaktivität und Stärke des solaren Magnetfelds und die verlinkten Dokumente. Wie sie sicher wissen ist der Konsens, der im IPCC vertreten wird, der, dass all diese Faktoren das Klima beeinflussen, jedoch die Entwicklung der globalen Temperatur der letzten drei Jahrzehnte kaum erklären können. Tatsächlich scheint der Temperaturverlauf der letzten 30 Jahre keine Korrelation mit dem 11-jährigen Sonnenzyklus zu haben und das solare Magnetfeld, repräsentiert durch die Sonnenflecken, hatte schon 1950 ein Maximum als die Temperatur überhaupt nicht anstieg. Jetzt (2009/2010) ist das solare Magnetfeld sehr schwach, die Temperatur aber nicht gefallen. Wie sie richtig feststellen, müsste man schon eine verzögerte Wirkung der solaren Variabilität annehmen um überhaupt einen Einfluss konstruieren zu können.
Der IPCC sieht sich darum bestätigt, dass die Zunahme der Treibhausgase die Temperaturentwicklung der letzten 30 Jahre am besten erklärt. Die von ihnen erwähnte Phase von leicht sinkenden Temperaturen zwischen 1950 und 1975 erklärt man meistens mit der dannzumal steigenden, anthropogenen Aerosolmenge (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/02/12/aerosole-von-weltweiter-verdunkelung-zu-weltweiter-aufhellung/).

Jedenfalls gehen die Vorhersagen des IPCC und die Vorhersagen der “Sonnenfraktion” für das nächste Jahrzehnt sehr weit auseinander. Nach den Klimamodellen des IPCC müsste die Temperatur weiter ansteigen und nicht abfallen wie das diejenigen tun, die an den übermächtigen Einfluss der Sonne glauben. Also können wir doch einfach den weiteren Verlauf abwarten.

Post Skriptum: Das CLOUD-Experiment ist tatsächlich noch in vollem Gang, bis jetzt ist aber scheinbar noch nichts signifikantes herausgekommen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Ich denke, die Diskussion über den Einfluß der Sonne auf die Klimavariabilität sollte deutlich sorgfältiger geführt werden. Eine pauschale Ablehnung des Svensmark-Teams ist sicher nicht gerechtfertigt. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und die Haupt-Argumente in der Diskussion zusammengestellt:

Svensmark-Modell allgemein:
http://www.klimaargumente.de/s3.htm

Historisch-Geologische Beziehung zwischen Sonnenaktivität und Temperatur:
http://www.klimaargumente.de/s2.htm

Wenn man sich die Daten einmal genau anschaut, dann gibt es hier doch deutlich zuviele Übereinstimmungen in den Korrelationen, als dass man den Mechanismus mit ein paar Worten abschmettern könnte.

Herrn Holzherr möchte ich fragen, auf welche Endresultate er sich bezieht. Meinen Informationen nach ist das CLOUD Experiment doch noch gar nicht abgeschlossen. Weiterhin kann man sicher kein Modell damit widerlegen, weil sich eine vorhergesagte Abkühlung um 1, 2 oder gar 3 Jahre verspätet. Dann wäre das CO2-Modell ebenfalls bereits hinfällig, wenn man sich einmal den Zeitraum 1950 bis 1975 gezielt herauspicken würde. Diese Alles-oder-Nichts Spiele halte ich für nicht allzu wissenschaftlich.

Herrn Dittmar möchte ich fragen, warum er nur Arbeiten aus den 1990er Jahren zitiert, wo doch wichtige Nachfolgearbeiten in den letzten 10 Jahren gelaufen sind, in denen auch etliche Kritikpunkte aufgegriffen wurden (siehe den erstgenannten Link).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Roger Meier. 23.08.2010, 17:26
“Und Henrik Svensmark wird nicht erwähnt?”

also der H.S. wurde ja sogar mit der Verwendung falscher Daten zu den Sonnenflecken bekannt. Allerdings wissen seine Anhaenger wenig davon oder wollen es gar nicht besser wissen!

Also es ist wohl “besser” diesen H. S. nicht mehr zu erwaehnen, genau wie andere Leute auch nicht. Wie waren noch mal diese Namen der shooting start
http://en.wikipedia.org/wiki/Schön_scandal
Schoen, ein koreaner und etliche andere.

But other scientists working in the field have told The Independent that Laut’s critique is correct and that the original papers published in 1991 and 1998 are seriously flawed. Six leading experts, including one Nobel laureate, agreed with Laut’s analysis that the graphs of Friis-Christensen and Svensmark showing apparent correlations between global warming, sunspots and cosmic rays are deeply flawed.

Friis-Christensen now accepts that any correlation between sunspots and global warming that he may have identified in the 1991 study has since broken down. There is, he said, a clear “divergence” between the sunspots and global temperatures after 1986, which shows that the present warming period cannot be explained by solar activity alone.

http://www.independent.co.uk/environment/climate-change/sun-sets-on-sceptics-case-against-climate-change-1839875.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

@Kommentar von Roger Meier. 23.08.2010, 17:26

Svensmark (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Henrik_Svensmark) glaubt an den Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung und Klima. Das CERN-Experiment CLOUD konnte ihn aber – wie auch andere Studien – nicht bestätigen. Svensmark erwartete Ende 2009 ein globale Abkühlung wegen geringer solarer Aktivität und äusserte sich deshalb am 9.September 2009 folgendermassen in Jyllands-Posten (dänische Zeitung):

“global warming stopped and a cooling is beginning” – “enjoy global warming while it lasts”.

Doch 2010 ist bis jetzt sehr heiss (sicher El-Nino-Effekt, aber inzwischen haben wir La-Nina und es ist immer noch warm).

Übrigens, in der Wissenschaft sind Widerlegungen immer überzeugender als Bestätigungen. Sollte in 10 Jahren die globale Durschnittstemperatur 0.2°C unter derjenigen des Durchschnitts zwischen 2005 und 2009 liegen, wäre wohl erwiesen, dass CO2 nicht den entscheidenden Einfluss aufs Klima hat, der ihm heute zugeschrieben wird. So ähnlich hat sich sogar Stefan Rahmstorf (Potsdamer Klimaforscher) geäussert, indem er feststellte, dass das CO2-forcing so dominant werde im Klimageschehen, dass andere Einflüsse – wie mehr oder weniger Sonnenflecken oder etwas geringere Sonneneinstrahlung – den Trend nicht mehr entscheidend beeinflussen können.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

Ein Beitrag über die Wolkenforschung. Und Henrik Svensmark wird nicht erwähnt? Ja, seine Meinung passt so nicht in’s vorgefasste Urteil. Einigen wir uns drauf, dass Svensmark nicht exisitiert, wenn doch, ist er längst “widerlegt”.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 2 Daumen runter 6

Dieser Blogbeitrag über die «Wolkenforschung» hat mir bewusst gemacht, welcher Forschungsaufwand selbst in einem Untergebiet der Klimaforschung betrieben wird, über das man in der Öffentlichkeit wenig hört.

Bei Konferenzen zur Wolkenphysik mit 500 Teilnehmern und anzunehmenden hunderten von Wolkenforschern ist es sicher nicht einfach, den Überblick zu wahren und überhaupt den Stand der Forschung zu kennen. Doch letztlich muss der Stand der Erkenntnisse in den nächsten Assessment Report der IPCC einfliessen. So gesehen wird klar, was für eine ungeheure Arbeit hinter so einem IPCC-Report steckt.

Der von Skeptiker-Seite immer wieder als erzwungen kritisierte Konsensus in der Klimaforschung ist vor diesem Hintergrund absolut notwendig. Nicht jede Erkenntnis eines der vielen Wolkenforscher kann im IPCC-Rechenschaftsbericht berücksichtigt werden und einige der Arbeiten müssen schlicht falsch sein oder zu irreführenden Resultaten geführt haben, sonst wären da keine Menschen am Werk.

Es gibt also Konsensusbedarf in der Klimawissenschaft aus zwei Gründen:
1. Es müssen die Kernaussagen eines Arbeitsgebiets herausgearbeitet werden. Bei der Wolkenforschung im Kontext der Klimawissenschaft wären das diejenigen Aussagen über Wolken, die für die Klimaentwicklung relevant sind
2. Es müssen Neben- und Irrwege identifiziert und mit den Forschern diskutiert werden
3. Es muss der Stand des Unwissens evaluiert werden. Daraus leiten sich eventuell neue Forschungsgebiete ab.

Wenn von Skeptikern behauptet wird, Konsens zähle in der Wissenschaft nicht, so irren sie sich. Ohne Konsens, wenn also alle Einzelresultate der Forschung gleichbereichtigt nebeneinander liegen, gibt es überhaupt keine gültigen Aussagen, an denen man sich orientieren könnte. Handlungsempfehlungen wären dann auch nicht möglich. Natürlich gehört zur Konsensbildung auch das Bewusstsein, wie gross das Unwissen und die Unsicherheit in dem betreffenden Wissenschaftsbereich noch ist. Die IPCC-Reporte enthalten deshalb immer wieder Wahrscheinlichkeitsangaben.

Es scheint mir, dass viele der Vorwürfe der Skeptiker an das IPCC vorschnell sind. Vor allem in den Bericht der Arbeitsgruppe I wurde sehr viel Arbeit und Reflektion investiert. Mangelnde Sorgfalt kann man diesem Bericht sicher nicht unterstellen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

Ich bin wirklich froh, dass mit dem Klimablog der ETH Forscher an die Öffentlichkeit treten und für Laien verständliche Artikel zum Thema schreiben. Jetzt müsste nur noch dafür gesorgt werden, dass mehr davon in der “normalen Presse” ankommt. Vielleicht sollte die ETH aktiv daran arbeiten, Massenmedien in die Kommunikation mit einzubinden. ES ist unglaublich mit welchen Argumenten man sich als Klimabesorgter herumschlagen muss.

Es gibt in dem Zusammenhang auch eine sehr gute Webseite
“www.skepticalScience.com” auf der für die meisten Gegenargumente, die auf Skeptikerseite verbreitet werden, wissenschaftliche Gegenargumente darzustellen – mit Quellenangaben !

Weiter so ETH
Christina Marchand

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 6 Daumen runter 2

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