ETH-Klimablog - Energie - Energieeffizienz – Strom als Schlüssel zum Erfolg

ETH life zum Thema

Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

Blog-Schwerpunkte

Die Beiträge geordnet nach Wissensgebieten rund um den Klimawandel:
>Klimaforschung
>Umweltfolgen
>Energie
>Mobilität
>Wirtschaft
>Politik
>Stadtentwicklung
>Welternährung
>Nord-Süd

Archive

Energieeffizienz – Strom als Schlüssel zum Erfolg

12.07.2010 von

Die Beiträge im ETH-Klimablog, von einem sehr heterogenen Autorenteam geschrieben, machen einmal mehr deutlich, was wir alle wissen: Die Klimaveränderung ist eine der grössten Herausforderungen für unsere Gesellschaft und vor allem betrifft sie uns alle. Die Gletscherschmelze hat nicht nur negative Folgen auf das Ökosystem und gefährdet Pflanzen und Tiere, sondern die damit einhergehenden Überschwemmungen und langfristige Wasserknappheit bringen zudem Probleme für Landwirtschaft, Industrie, Tourismus und eben auch für die Energiewirtschaft mit sich. Nachhaltige Lösungen können wir also nur finden, wenn alle ihre Verantwortung wahrnehmen und ihren Beitrag dazu leisten. Auch die Energiebranche ist hier stark gefordert.

Weniger Energie heisst mehr Stromverbrauch

Um den CO₂-Ausstoss in den nächsten 20 Jahren zu halbieren, definiert der Bundesrat als zentrale Säule Massnahmen zur Energieeffizienz. Moderne Kühlschränke auf dem neusten Stand der Technik, der Verzicht auf den Stand-by-Modus oder auch Minergiehäuser, d.h. energiesparende Bauweisen, sind Beispiele für effizienten Einsatz von Energie. Die grössten Potenziale zum haushälterischen Umgang mit Energie liegen im Wärmebereich für Gebäude sowie in der Mobilität: Wir ersetzen Ölheizungen durch Wärmepumpen und Elektroautos sowie der öffentliche Verkehr sind immer mehr im Trend. Noch fahren lediglich ein paar hundert Elektrofahrzeuge auf vier Rädern auf Schweizer Strassen, doch ich bin mir sicher, dass ihr Anteil in Zukunft stark wachsen wird.

Axpo unterstützt die Bestrebungen zur Energieeffizienz aktiv, auch bei der Produktion und Verteilung von Strom, unserem Kerngeschäft. Gleichzeitig werden wir aber vor neue Herausforderungen gestellt: Mit den oben genannten Massnahmen wird Energie effizient eingesetzt, aber der Ersatz von Öl und Benzin durch Strom führt zu einem höheren Stromverbrauch – Strom der uns in Zukunft fehlen könnte. Mit anderen Worten, wir sparen zwar Energie ein, aber der Stromverbrauch nimmt weiter zu, wenn wir Wärmepumpen einsetzen, Minergie-Haustechnik verwenden und Zug oder Elektroauto fahren.

Man muss sich also bewusst sein, dass Massnahmen zur Energieeffizienz in Zukunft zwar sicher einen grossen Beitrag an eine saubere Umwelt leisten werden, aber nur unter der Voraussetzung, dass der Strom aus praktisch CO₂-freien Produktionsquellen stammt. Aus diesem Grund haben wir uns ein klares Ziel gesetzt, nämlich die Förderung von treibhausgasarmen Technologien, die in der Schweiz eine klimaschonende Stromproduktion ermöglichen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit sicherstellen: Kernkraft, Wasserkraft und neue erneuerbare Energien.

Unser Interesse an Energieeffizienz

Oft werde ich darauf angesprochen, dass die Strombranche ja kein Interesse daran haben könne, Energieeffizienz zu fördern. Zu unserer Vision einer klimaschonenden Energiepolitik gehört aber auf alle Fälle auch die aktive Unterstützung von Energieeffizienz. Aus diesem Grund hat Axpo eine 3-Säulen-Strategie entwickelt. Diese umfasst unter anderem den Ausbau eines umfassenden Wissens im Bereich der Energieeffizienz, die Optimierung der Produktionsanlagen sowie die Unterstützung unserer Kunden mit energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen und damit verbunden auch Anreize für den sparsamen Umgang mit Strom.

Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Klimaschonende Energiepolitik kein «entweder oder», sondern nur ein «sowohl als auch» kennen darf – das heisst einen CO₂-armer Strommix sowie gleichzeitige Anstrengungen für Energieeffizienz umfassen muss.

Zum Autor

Gastautor Heinz Karrer ist CEO der Axpo Holding AG.

.

.





Kommentare (67) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Kommentar von Klimablog » Stromversorgung mit 100% erneuerbaren Energien in 10 Jahren: ein detaillierter Plan für Australien. 20.07.2010, 17:24

Wie versprochen möchte ich hier die Studie Zero Carbon Australia 2020 (abgekürzt ZCA2020) (siehe http://media.beyondzeroemissions.org/ZCA2020_Stationary_Energy_Report_v1.pdf), die auch im Blog von Klaus Ragaller unter dem Titel Stromversorgung mit 100% erneuerbaren Energien in 10 Jahren: ein detaillierter Plan für Australien vorgestellt wurde, auf ihre Vorzüge und Schwachstellen hin abklopfen.

Australien: Null CO2 im Jahre 2020 (ZCA2020)

ZCA2020 will Australien in 10 Jahren völlig dekarbonisieren:
-Solarthermische Kraftwerke mit Salzspeichern 42.5 GW; Windparks: 50 GW; insgesamt 325TWh für 370 Mrd. austr.Dollar
-23 Standorte für Wind, 12 für die solarthermischen Anlagen; alles mit Stromleitungen verbunden
-Biomasseverfeuerung überbrückt sonnenarme Tage (vor allem im Winter)
-Elektrifizierung und Biomassenvergassung für industriellen Prozesse (ersetzt Gas,Öl,Kohle)
-Häuserbau wird in Richtung Nullenergiehaus transformiert
-Nur noch emissionsfreie Fahrzeuge werden zugelassen (Elektro+Brennstoffzelle)

Erste Eindrücke beim Durchstöbern des ZCA2020-Berichts

Die vielen Bilder von solarthermischen und Windkraftwerken soll woll vor Augen führen, dass wirklich nur bewährte Technik eingesetzt wird (der ungläubige Thomas (der Leser) darf … berühren um zu glauben).
Bei vielem, was vorgestellt wird, kann man sich aber nicht vorstellen, dass es in 10 Jahren umsetzbar ist. Beispiel: the capacity exists to deploy
10 million electric cars over the 10 year implementation period.
(Anmerkung: momentan gibt es 12 Millionen Autos in Australien)
Die Internetsuche ergibt folgende Angaben:
-Deutschland plant 1 Million EMobile bis 2020
-Frankreich plant 2 Millionen EMobile bis 2020
-USA: 2-10% der Neuautos Hybrid und EMobile bis 2020
-EU: 5-10% der Neuautos Hybrid und Plugins bis 2020
Da sind die 10 Millionen vollelektrischen Fahrzeuge allein in Australien (21 Millionen Einwohner) sehr anspruchsvoll und es ist fraglich ob die Fahrzeugindustrie das überhaupt liefern kann. Auch die weitgehende Entfossilierung der Häuser in nur 10 Jahren scheint fast unmöglich. Doch auch die vielen neuen Stromleitungen (Transmissionslinien) und Kraftwerke mitten in der Wüste werden schwerlich in nur 10 Jahren fertiggestellt sein.

Eingeleitet wird der Bericht mit einer Liste von (zumeist) zustimmenden Zitaten von Leuten vor allem aus der Greentech-Industrie. Einer dieser Kommentatoren hat jedoch gut erfasst, um was bei diesem Plan geht, Zitat: It’s a zero carbon project and I think people actually want to be told a narrative, a story which is ambitious, which is aspirational, but also practical and I think that is what this project is about.
Das Dokument erzählt tatsächlich eine fast unglaubliche Geschichte.

Was mich am meisten verwundert: Warum ganz Australien aufs Mal erneuerbar? Müsste man nicht zuerst einen Teilstaat als Modell verwenden um Erfahrungen zu sammeln? Alle sprechen von Erneuerbaren, es gibt aber kein Bundesland, keinen US-Staat und keinen australischen Bundesstaat, der schon 100% auf Erneuerbare umgestellt ist.

Das waren viele skeptische Einwände, doch nun die Positivseite: Wenig Gegenden eignen sich besser für solarthermische Anlagen mit Salz-Wärmespeichern als Australien und solarthermische Kraftwerke sind zudem bei genügender Grösse viel kostengünstiger als Photovoltaikanlagen. Einer der Anlagebauer ESolar scheint einen grossen Modularisierungsgrad erreicht zu haben, so dass Skaleneffekte (auch die Modul-Produktion in Billiglohnländern) die Anlagen stark verbilligen können.

Kritik des ZCA2020-Plans

Die Website http://bravenewclimate.com/2010/08/12/zca2020-critique/, die kritisch gegenüber erneuerbaren Energien ist und deren Autoren Australier sind, hat den Plan detailliert untersucht und kommt zu folgendem Urteil:
– Die Hälfte des Strassentransports und alle Luft- und Schiffstransporte auf die Schiene zu verlagern ist unrealistisch und wäre ökonomisch fatal
– Die Reservekapazität der Kraftwerke muss um 65% erhöht werden um die gleiche Reserve zu erreichen, die es heute gibt
– Nicht alle vorgeschlagenen Technologien sind ab Stange, einige sind neu
– Die Kosten für solarthermische Anlagen werden teilweise nicht zu gegenwärtigen Preisen, sondern zu Kosten bereits optimierter Anlagen verrechnet
– Mit der erhöhten Reservekapazität und den korrigierten Kosten für die Anlagen erhöhen sich die Kapitalkosten um den Faktor 5
– Der Zeitraum von 10 Jahren kann nicht eingehalten werden

Die Analyse ist sehr detailliert (zum Studium empfohlen)

Persönliche Abschlussbemerkung: Der Plan ZCA2020 ist nicht wirklich realistisch. Ideal wäre die Verwirklichung für einen australischen Bundesstaat. Das würde Transparenz ergeben. Erneuerbare Energien sind letztlich Energien wie andere auch. Konventionelle Kraftwerke müssen zuerst auch getestet werden und sich bewähren bevor sie zum Masseneinsatz kommen. Warum sollte das für erneuerbare Energien nicht gelten? Ich denke hierbei nicht an einzelne Windparks oder Solaranlagen sondern an das Gesamtsystem. Genau darum geht es. 100% Erneuerbare müssen 100% funktionieren. Das muss zuerst im regionalen Massstab getestet werden. Oder etwa nicht?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Tim Schloendorn. 13.07.2010, 14:00

Zitat Tim Schloendorn: Wenn es ums einsparen geht ist die Schweiz gleichzeitig führend – Smart Meter Hersteller Landis & Gyr aus Zug – & gleichzeitig miserabel -> die Smart Meter werden vor allem im Ausland eingesetzt.

Der Spiegel berichtet, dass Smart Meter wenig Einsparung bringen (siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,711879,00.html) und den Benutzer im allgemeinen mehr kostet als sie einsparen. Dies ist allerdings keine neue Erkenntniss. Schon die an anderer Stelle verlinkte Studie von Boston Consulting (siehe http://www.bcg.com/documents/file41973.pdf) ergab, dass das mit Smart Metern mögliche Demand-Side Management (zu deutsch etwa Stromverbrauchssteuerung auf Nachfragerseite) nur etwa 2% einer Stromspitzen abbaut: Ineed, two unrelated studies caried otu in Gerany and the United States found that DSM offers a demand reduction potential of only approximately 2 percent of peak load.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 23.07.2010, 8:55
@Kommentar von Peter Bühler. 22.07.2010, 23:36

Ich möchte noch einen kleinen Beitrag zur Technikdiskussion leisten, die in diesen beiden Beiträgen angeschnitten wurde, also Stellung nehmen zur Frage, was die Menschen von der Technik erwarten und welche Probleme die Technik lösen kann. Ich baue auf den beiden folgenden Aussagen auf:

Die gute, die böse und die magische Technik

Zitat Peter Bühler:Und bei uns? Da kriegen die u. U. erst mal eingebimst, dass alles menschliche – insbesondere aber das Tun von Ingenieuren geschichtlich nichts als Schaden angerichtet hat und weiter anrichten wird

Zitat Michael Dittmar: Es wird vermittelt: Don’t worry die Technik und Wissenschaft
wird alle Probleme loesen. Habt vertrauen.

Beide Aussagen treffen weitgehend zu. Die viel behauptete Technikfeindlichkeit unserer Gesellschaft wendet sich in Wirklichkeit nur gegen bestimmte Aspekte der Technik. Anders kann es ja auch gar nicht sein, denn die 6.7 Milliarden Menschen, die jetzt den Planeten bevölkern, haben die Welt seit Menschengedenken nach ihrem Gutdünken umgestaltet und „verbessert“. Vieles, was vom Menschen eingeführt wurde, zählen die meisten von uns einfach nicht mehr zur Technik sondern bereits zum integralen Bestandteil unserer Kultur. Dazu gehören viele Dinge aus der Landwirtschaft wie Haus- und Nutztiere (z.B. Kühe, die 30 l Milch pro Tag liefern) und der systematische Anbau von Kulturpflanzen (z.B. bewässerte, terrassierte Reisfelder). Dazu gehört auch der ganze Siedlungsbau: Wer betrachtet sein Haus und das System von Dingen, die eine Stadt formen, noch als etwas technisches, obwohl es das letztlich ist?

Technik als Vehikel um Wünsche zu erfüllen

Techniffeindlichkeit richtet sich also gegen Technikmanifestationen, die herausstechen und wo man Ingenieurskunst Gefahrenpotentiale zuordnen kann.
Wenn Technik dagegen unschuldig daherkommt (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/06/21/wustenstrom-fur-europa/), Zitat: Mitten in der Wüste ein Spiegelfeld, das das Sonnenlicht reflektiert, mitten im Spiegelfeld ein thermisches Kraftwerk, Windrosen wie Palmen am Meer …
dann wird sie auch von tree hugger’n akzeptiert.

Letztlich soll die Technik die Wünsche der Menschen erfüllen. Zu diesen Wünschen gehört auch eine intakte Umwelt und eine angenehme Umgebung. Wirtschaftliches Wachstum und zunehmender Reichtum ermöglichen immer mehr Menschen, ihre Wünsche auch zu realisieren. Und viele dieser Wünsche sind sich sehr ähnlich. Nicht nur sind sich die meisten einig, wie eine schöne Frau aussieht, sie haben auch ähnliche Vorstellungen wie man wohnt und lebt, wenn man genug Geld hat. Was das bedeutet, sieht man auch in der Schweiz: Obwohl alle Stadtplaner und Raumplaner seit den 1980er Jahren vom verdichteten Bauen reden, geschieht genau das Gegenteil. Zitat (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Raumplanung_in_der_Schweiz):Seit 1950 hat sich die Schweizer Siedlungsfläche ca. verdoppelt, es wurde also gleich viel Boden verbaut wie in vielen Jahrhunderten zuvor zusammengenommen. Es werden heute pro Sekunde rund 1,5 Quadratmeter Boden verbaut. Alle 43 Minuten wird ein Einfamilienhaus fertiggestellt, alle 14 Minuten eine Wohnung..
Man kann sich deshalb den Endzustand in einer Welt voller reicher Menschen – 9 Milliarden an der Zahl – recht gut vorstellen: Es wird sehr viele Bungalows mit Swimmingpool, grossem Garten und Auffahrt für das Auto geben. Und der Himmel ist weiss wie von einem Schwarm Tauben, nur dass es beim näheren Hinschauen keine Vögel, sondern Luxusairliner sind, die alle Punkte der Erde anfliegen.
Die Technik soll diese Wünsche erfüllen – wenn möglich für alle. Und bitte sanft.

Damit stellen sich folgende Fragen:
-Kann die Technik 9 Milliarden Menschen ein Luxusleben ermöglichen. Gibt es die Rohstoffe, die Energiequellen und das Geld dafür.
-Gelingt es 9 Milliarden die Wünsche zu erfüllen und die Erde intakt zu halten
-Braucht es eventuell einen Kompromiss: die Technik kann zwar alle versorgen, doch man muss gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen, z.B. das verdichtete Bauen.

Technik und die Welt in der die Menschen leben werden

Betrachtet man die bereits entwickelten Gesellschaften, wie die USA oder Europa, so erkennt man, dass die Menschen sich nach wie vor kaum einschränken, gerade auch was den Raumbedarf betrifft. Sollte das der Massstab für alle sein und die Technik allen den gewünschten Raum bereitstellen, so wird von der Natur nicht mehr viel übrig bleiben, ausser vielleicht in ein paar Zoo’s und Naturparks.

Persönlich wünschte ich mir, dass man der Natur noch relativ viel Raum lässt, dass sich der Mensch auf gewisse Territorien zurückzieht und anstatt die Natur in Naturkparks zurückzudrängt sich selbst in einen Menschenpark zurückzieht. Auch das Idealbild der Technik vieler Grüner mit Windfarmen, die jede Küste säumen und mit endlosen Solarfarmen teile ich nicht. Die heutigen vereinzelten Kraftwerke und bestehenden Leitungen sollten eigentlich genügen. Noch besser ist es, wenn Technik unsichtbar ist und kaum Platz in Anspruch nimmt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 21.07.2010, 11:36

Zitat „Klar in 10000 Jahren oder so haben wir vermutlich wieder eine Eiszeit. Aber leider sind selbst meine eventuellen folgenden 7 Generationen und ich selber dann nicht mehr sehr daran interessiert.“

Nach Stefan Rahmstorf ist die nächste Eiszeit in 50’000 Jahren angesagt (siehe auch http://homepages.uni-tuebingen.de/stefan.klotz/seiten/Klimawandel/D.Tekin.pdf) und der Mensch kann jetzt soviel Kohlendioxid in die Luft blasen wie er will, deshalb muss dieser Termin nicht abgesagt, ja nicht einmal verschoben werden.

Das muss auch einmal klargestellt werden. Wegen dem Klimawandel geht die Welt nicht unter. Allerdings könnten sehr viele Weltstädte, darunter London, New York, Amsterdam, Shanghai und viele mehr für tausende von Jahren in den Fluten verschwinden. Und dies im Verlauf einiger dutzend Jahrzehnte, so dass unsere Nachfahren als Touristen keinen Besuch mehr im Londoner Dungeon machen würden, sondern eine Besichtigungsfahrt von London im U-Boot.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 22.07.2010, 23:36

„Watt (buchstäblich) nu?
“mit brain”, einverstanden, selbst wenn es dazu Physiker “braucht” ; -))“

Also als erstes die Faktenlage klaeren! (Daten analysieren und zwar so als ob man die Erde vom Mars aus betrachtet!)

“bessere Effizienz (führt) nur zu hoeherem Verbrauch”
Ein Riesenblödsinn, zum Glück nicht in allen Bereichen, Beispiele Kühlschränke, PCs, TVs etc., – für die eher negativen zur gelegentlichen Durchsicht empfohlen: http://download.macrofocus.com/infoscope/InfoScope.cgi?fileURL=VCS%20Auto-Umweltliste%20PW%20Jun%202010%20Web.mis

Wirklich ein Bloedsinn? Warum steigt dann der Verbrauch immer weiter (solange es geht)?

Haben wir heute nicht viel bessere Autos, Motoren Strassen und sogar bezahlbare Klimaanlagen darin?

Was ist das Resultat? Reisen selbst bei Hitze sind moeglich und was haben wir super schlauen Homo Sapiens gewonnen?

Wir verbringen mehr und mehr Zeit fuers Pendeln.. toll!

“Des Kaisers neue Kleider..”
Es gibt mehr als nur ermutigende Ansätze, manches davon steckt in den Pipelines der Grundlagenforschung, d. h. zwei, drei Generationen weg von der “Marktreife”.

Wirklich… also dann doch Solartech und Fusion?

Genau das wurde mir zu Zeiten der ersten (pol.) Oelkrise 1973 auch schon gesagt.

Oder Oel.. kein Problem wir muessen einfach tiefer und tiefer gehen. Das Resultat kann man jetzt im Golf von Mexiko sehen. Erstaunlich uebrigens wie das Wort „Peak Oel“ in Zeiten von solchen Katastrophen selbst in Zeitungen wie „die Welt“ und „die Zeit“ kommt. (Bin gespannt wann mal ein „Blog“ Artikel in diesem Forum zum Thema kommt)

„Dennoch, Kopf in den Sand stecken gilt nicht.“

genau, also aufwachen und sich den kommenden Problemen widmen statt sie zu ignorieren!

“Illusionen in gewaltiges Wachstum bei Solar etc Energien”
No comment.

“doppelt so viele junge Menschen…”
Guck dir die unterschiedlichen Gesellschaften und Mentalitäten an.

Klar, das macht das alles nur noch komplizierter. Aber deswegen den Kopf in den Sand stecken?

„ Um beim Beispiel China zu bleiben: natürlich glauben die an Wachstum, an Chancen, ihre Fähigkeiten und an ihr Lernvermögen.“

Und dabei haben sie auch noch eine Basis einer Philosophie von vor ueber 2000 Jahren Chuang Tzu zum Beispiel: http://www.humanistictexts.org/chuang.htm
und hier: http://oaks.nvg.org/ys1ra5.html

Ist uebrigens erstaunlich. Wenn ich chinesische Kollegen darauf anspreche. Die meisten kennen das irgendwie von Eltern und Grosseltern etc aber in der Schule lernen sie nichts darueber und dann schauen sie mich immer voller Staunen an.

„Und bei uns? Da kriegen die u. U. erst mal eingebimst, dass alles menschliche – insbesondere aber das Tun von Ingenieuren geschichtlich nichts als Schaden angerichtet hat und weiter anrichten wird.“

Wirklich? Also ich sehe immer das Gegenteil und praktisch wird alles wie „science fiction“ unkritisch weiter gegeben.

Schau zum Beispiel mal dieses abschreckende Beispiel aus D an: eine Schande fuer die moderne Physik!

http://www.weltderphysik.de/de/5728.php

„Besser also, gleich auf den Hintern sitzen, fatalistisch vor der Glotze das unvermeidliche Ende abwarten oder sich in einer irgendwie-Anti-Bewegung engagieren.“

Meine Einschaetzung ist eher so: Es wird vermittelt: Don’t worry die Technik und Wissenschaft wird alle Probleme loesen. Habt vertrauen.

Also Resultat .. „Warum arbeiten und sich mit Dingen kritisch beschaeftigen? Bekommt man nur Aerger mit und das faengt schon in der Schule an!“ Obwohl ich ja nicht mit dir zum CO2 Problem uebereinstimme sondern ganz im Gegenteil. Aber ich finde es eben gut sich mit den Dokumenten kritisch zu beschaeftigen. Was ist das Resultat bei deinen Fragen/Einwaenden?

„Sich mit den echten, d. h. mit den unmittelbar vor Augen liegenden Problemen zu beschäftigen, droht dagegen geradezu in Arbeit auszuarten und sei daher tunlichst vermieden.“

Weiss nicht, Probleme bearbeiten und loesen sollte ein Hobby fuer jeden sein!

Einstein hat dazu ein schoenes Zitat:
It is a miracle that curiosity survives formal education.
Albert Einstein

„“radioaktiven und andere Abfaelle – was wird wohl daraus werden?”
Die werden bleiben, was sie sind wo sie sind. “

Tja und dann so langsam in die Fluesse und den Rhein runter. So loesen wir die Probleme die wir fuer zukuenftige Generationen schaffen!

„Kaum ein Student bei Verstand, der seine Studien oder gar die Karriere auf die Lösung der damit verbundenen Probleme ausrichtet, s. oben.“

Warum? Das koennte eine der wichtigsten Beitraege sein und sollte mit etlichen Preisen gefoerdert werden!

“Illusionen”
Trennen wir uns davon, je eher je besser, aber ohne sie ohne Not durch neue zu ersetzen.

Ja, genau trennen wir uns von der Idee die Forschung und Technik wird alles loesen!

“Wachstum ueber alles”
Wachstum ist nicht alles, aber ohne Wachstum ist alles…

Ja aber alles zu seiner Zeit. Erwachsene die wachsen gehen in die Breite..

„Wenn wir da mal zwischen qualitativem, unerwünschtem, rein mengenmässigem etc. Wachstum differenzieren könnten…“

Damit sind wir wieder bei den Illusionen!

“Einstein”, by the way, danke für den Fool-Hinweis. Ich werde meine Anstrengungen verdoppeln…

„“Warum nicht schon gleich?”
Weil Geduld gefragt ist, und weil wir den sog. “aufstrebenden Gesellschaften” schlecht die Erfahrungen verbieten können, die wir uns selber so exzessiv gestattet haben.“

Tja aber wir koennten ja bei uns anfangen! smile

„Was also soll Herr Karrer tun?“

– Die Flinte ins Korn werfen? nein, der Wahrheit ins Auge sehen!

– Nach politischen Modeströmungen lavieren?

Macht er das nicht? Gegen CO2 aber heimlich dann doch Kohlekraft im Ausland und Gas im Iran kaufen? (und .. glaubt Herr Karrer wirklich an die Bedrohung des CO2 Gehalts der Atmosphaere? Das sollte er aber selber beantworten!

– den Esel “Stromversorgung” zwischen den Heuhaufen des «entweder oder» und «sowohl als auch» verhungern lassen?

Nein, die Fakten erkennen und vermitteln!

– sich PR-wirksam ein paar Solarkacheln aufs Dach montieren lassen?

Macht die Axpo doch schon oder?

– das absehbare Ende der sicheren Stromversorgung verkünden?

Jein, also vielleicht sagen: Wenn wir so weiter machen dann passiert das und dann Preise fuer reale Stromsparer verteilen! mit deutlicher Reduktion die zeigen was tatsaechlich moeglich ist!

– die EE-Enthusiasten wenn nicht in ihrem Glauben bestärken, dann doch wenigstens mit Placebos versorgen?

nein, aber gerade das macht die Axpo!

– sich einen BYD e6 anschaffen?

????

– in die Wüste laufen und “DESERTEC” predigen?

auch das wird ja gemacht!

– die Stromversorgung mit allen vernünftigen Mitteln sicherstellen?

Ja und eigentlich gibt es da ja auch schon recht gute Ansaetze in der Schweiz! Aber eben die Illusionen stoppen!

Ich beneide ihn nicht um den Job. Du vielleicht?

hm.. also wenn er den Stand der Dinge erklaeren wuerde wie er ist dann wuerde er vermutlich viel Aerger kriegen und nicht lange auf dem Job bleiben.

Aber hinterher und einige Jahre spaeter wuerde er einen moralischen Orden bekommen!

„Und – natürlich werden deine Publikationen gelesen. Wenn sie bloss Lösungen versprächen…“

nobody is perfekt. Ich arbeite ja daran!

„Heizen mit Higgs-Boson-Teilchen? Wir warten darauf.“

Tja wenn es dann auch noch die richtige Masse haette (4*42.. (GeV) aber das ist eine lange Geschichte..) dann koennte man vielleicht auch mit 18 (und weniger) Grad im Winter und im Haus gut leben! (geht uebrigens auch ohne das Higgs)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Watt (buchstäblich) nu?

“mit brain”, einverstanden, selbst wenn es dazu Physiker „braucht“ ; -))

„bessere Effizienz (führt) nur zu hoeherem Verbrauch“

Ein Riesenblödsinn, zum Glück nicht in allen Bereichen, Beispiele Kühlschränke, PCs, TVs etc., – für die eher negativen zur gelegentlichen Durchsicht empfohlen: http://download.macrofocus.com/infoscope/InfoScope.cgi?fileURL=VCS%20Auto-Umweltliste%20PW%20Jun%202010%20Web.mis

“Des Kaisers neue Kleider..”

Es gibt mehr als nur ermutigende Ansätze, manches davon steckt in den Pipelines der Grundlagenforschung, d. h. zwei, drei Generationen weg von der „Marktreife“. Dennoch, Kopf in den Sand stecken gilt nicht.

„Illusionen in gewaltiges Wachstum bei Solar etc Energien“

No comment.

„doppelt so viele junge Menschen…“

Guck dir die unterschiedlichen Gesellschaften und Mentalitäten an. Um beim Beispiel China zu bleiben: natürlich glauben die an Wachstum, an Chancen, ihre Fähigkeiten und an ihr Lernvermögen.
Und bei uns? Da kriegen die u. U. erst mal eingebimst, dass alles menschliche – insbesondere aber das Tun von Ingenieuren geschichtlich nichts als Schaden angerichtet hat und weiter anrichten wird. Besser also, gleich auf den Hintern sitzen, fatalistisch vor der Glotze das unvermeidliche Ende abwarten oder sich in einer irgendwie-Anti-Bewegung engagieren.
Sich mit den echten, d. h. mit den unmittelbar vor Augen liegenden Problemen zu beschäftigen, droht dagegen geradezu in Arbeit auszuarten und sei daher tunlichst vermieden.

„radioaktiven und andere Abfaelle – was wird wohl daraus werden?“

Die werden bleiben, was sie sind wo sie sind. Kaum ein Student bei Verstand, der seine Studien oder gar die Karriere auf die Lösung der damit verbundenen Probleme ausrichtet, s. oben.

„Illusionen“

Trennen wir uns davon, je eher je besser, aber ohne sie ohne Not durch neue zu ersetzen.

„Wachstum ueber alles“

Wachstum ist nicht alles, aber ohne Wachstum ist alles…
Wenn wir da mal zwischen qualitativem, unerwünschtem, rein mengenmässigem etc. Wachstum differenzieren könnten…

„Einstein“, by the way, danke für den Fool-Hinweis. Ich werde meine Anstrengungen verdoppeln…

„Warum nicht schon gleich?“

Weil Geduld gefragt ist, und weil wir den sog. „aufstrebenden Gesellschaften“ schlecht die Erfahrungen verbieten können, die wir uns selber so exzessiv gestattet haben. Die wiederholen die übrigens auch nicht 1:1. Die segensreichen Wirkungen des Wissenstransfers werden unterschätzt.

Was also soll Herr Karrer tun?
– Die Flinte ins Korn werfen?
– Nach politischen Modeströmungen lavieren?
– den Esel „Stromversorgung“ zwischen den Heuhaufen des «entweder oder» und «sowohl als auch» verhungern lassen?
– sich PR-wirksam ein paar Solarkacheln aufs Dach montieren lasen?
– das absehbare Ende der sicheren Stromversorgung verkünden?
– die EE-Enthusiasten wenn nicht in ihrem Glauben bestärken, dann doch wenigstens mit Placebos versorgen?
– sich einen BYD e6 anschaffen?
– in die Wüste laufen und „DESERTEC“ predigen?
– die Stromversorgung mit allen vernünftigen Mitteln sicherstellen?

Ich beneide ihn nicht um den Job. Du vielleicht?

Und – natürlich werden deine Publikationen gelesen. Wenn sie bloss Lösungen versprächen…
Heizen mit Higgs-Boson-Teilchen?
Wir warten darauf.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Peter,

„Ich bin überzeugt, dass sich das Energieproblem lösen lässt, weil a) schon das Einsparpotential allein beachtlich ist und b) die Forschung auf verschiedensten Wissensgebieten wegen der höheren Preise und wegen des drohenden Mangels einen eigentlichen Schub erfahren hat. “

also a) ist ja genau mein reden. Jedes Jahr koordiniert und gut erklaert ein bischen weniger und „mit brain“. Dazu braucht es auch Physiker die das Problem erklaeren!

Aber solange bessere Effizienz nur zu hoeherem Verbrauch fuehrt (Jeavons Paradox schon vor rund 150 Jahren erkannt) bringt es gar nichts.. leider.

b) nun ja alles, wo ich versucht habe in den letzten 10 Jahren oder so dem Stand der Forschung auf den Grund zu gehen habe ich fast immer das gleiche gefunden (und dann gerade bei allem was mit der Kernenergie zusammen haengt auch publiziert). Die Story ist wie bei „Des Kaisers neue Kleider..“

Die Illusionen in gewaltiges Wachstum bei Solar etc Energien .. also wir sind uns glaube ich fast einig.

Wenn dann richtig aber nicht mit den „gleichen Methoden die uns schon das Problem beschert haben“ (siehe Einstein Quotes)

„Die Bereitschaft zu Investitionen und zur Bereitstellung von Ressourcen war sicher vor 30 Jahren geringer. “

Tja und was haben „wir“ wirklich in den letzten 30-40 Jahren gelernt. Eventuell haben wir zusaetzlich noch etliche andere Probleme geschaffen.. doppelt so viele junge Menschen voller Energie und ohne richtige Perspektiven in dem endenden Wachstumssystem (ein gefundenes Fressen fuer Fanatiker aller Art). Fischreichtuemer zerstoert Artenreichtum gefaehrdet und Klima na ja lassen wir das mal beiseite..

und dann fuer unsere radioaktiven und anderen Abfaelle

was wird wohl daraus werden?

das gleiche wie auch mit illegal verbuddeltem Chemie und aehnlichem Muell … wenn wir nicht bald anfangen, ein teures und tiefes Loch zu buddeln..

die Chancen dafuer sind allerding leider bedenklich gering

„Scheint fast, als hätte nach dem kurzen “Ausrutscher” in den 70ern dafür während längerer Zeit keine Notwendigkeit bestanden.“

Das war eben unsere grosse Illusion („ist ja alles so schoen bunt heute..“, oder „no problem“ oder don’t worry be happy etc..)

„Peak Oil, bzw. sinkende Importmöglichkeiten: in unserem Konsum steckt noch reichlich Luft und Energie wird bestimmt teurer werden“

Tja das ist das was jeder sagt und denkt der sich mit dem Thema beschaeftigt. Aber die Richtung der die was zu sagen haben ist eben Wachstum ueber alles.

„ und den Druck auf die Entwicklung von Alternativen und Einsparmöglichkeiten erhöhen.“

Einsparmoeglichkeiten ja klar.. aber Alternativen ausser im „brain“ und nach Einstein.. (habe ich dank dir gefunden!)

„A table, a chair, a bowl of fruit and a violin; what else does a man need to be happy?“

„Denkbar auch, dass der Welthandel bei hohen Energiepreisen einen Dämpfer erfährt und Industrien den Weg zurück zu weniger Energie verschlingender, lokaler Produktion finden.“

Ja genau und das wichtigste ist eben moeglichst wenig Menschen in die „Slums“ zu schicken. Eben so gut es geht sinnvolle Arbeit fuer jeden unter anderem auch damit die „looser“ nicht auf dumme Gedanken kommen und den Rattenfaengern folgen.

„Mittelfristig und bei Betrachtung der sozialen Ungleichgewichte, der Umweltbelastungen müsste man eh einen irgendwann eintretenden (Preis)Ausgleich auf den Weltmärkten annehmen.“

Warum nicht schon gleich?

„Who knows.
Von allem etwas weniger und bescheidener – deine Worte – würde uns kaum schaden.“

Tja….

„China wird nicht an seinen Umweltproblemen kollabieren, eher wird es deshalb zur Besinnung kommen. Die zahlenmässig stärkste Opposition wächst exakt in diesem Bereich. Mit dreckiger Luft und vergiftetem Wasser geben sich die Menschen auf Dauer nicht zufrieden.“

Hoffentlich! Aber warum sollten die Chinesen das besser machen als „wir“?

„Zum Schluss: freut mich sehr zu hören, dass du die Tätigkeit als Physiker weiterhin für spannend hältst!“

Klar, was denn sonst? (ok Berge sind auch was tolles!)

„ Na, dann tu mal was. Unsere Erwartungen an die Zunft sind völlig unbescheiden …“

versuche ich ja .. (mit wenig „Erfolg“ aber spannend ist es trotzdem sich ueber den Weg nach unten (ohne Seil etc) Gedanken zu machen!

Und wenn die Publikationen (zur Energie) auch noch gelesen werden.. was will man mehr?
(waere natuerlich toll wenn meine anderen auch entsprechendes Gehoehr finden wuerden..)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Hey, es ging doch in keiner Weise darum, hier Schweizer Chauvinismus zu pflegen. Ich halte uns nicht für klüger, besser oder was immer als andere Nationalitäten, allenfalls für vom Schicksal begünstigter und evtl. tüchtiger im Wahrnehmen von Chancen, positiven und negativen…

Der dargestellten positiven Zäsur im 19. Jahrhundert folgten denn auch Rückschläge, Blasen, Übertreibungen, soziale Konflikte, Beteiligung am Kolonialismus, Opportunismus usw. usf.
Fast jede positive Entwicklung mündet irgendwann in Übertreibungen und Fehlentwicklungen, gebiert neue Probleme – und die wiederum neue Lösungen…

Ich bin überzeugt, dass sich das Energieproblem lösen lässt, weil a) schon das Einsparpotential allein beachtlich ist und b) die Forschung auf verschiedensten Wissensgebieten wegen der höheren Preise und wegen des drohenden Mangels einen eigentlichen Schub erfahren hat. Die Bereitschaft zu Investitionen und zur Bereitstellung von Ressourcen war sicher vor 30 Jahren geringer. Scheint fast, als hätte nach dem kurzen „Ausrutscher“ in den 70ern dafür während längerer Zeit keine Notwendigkeit bestanden.

Peak Oil, bzw. sinkende Importmöglichkeiten: in unserem Konsum steckt noch reichlich Luft und Energie wird bestimmt teurer werden und den Druck auf die Entwicklung von Alternativen und Einsparmöglichkeiten erhöhen. Denkbar auch, dass der Welthandel bei hohen Energiepreisen einen Dämpfer erfährt und Industrien den Weg zurück zu weniger Energie verschlingender, lokaler Produktion finden. Mittelfristig und bei Betrachtung der sozialen Ungleichgewichte, der Umweltbelastungen müsste man eh einen irgendwann eintretenden (Preis)Ausgleich auf den Weltmärkten annehmen. Who knows.
Von allem etwas weniger und bescheidener – deine Worte – würde uns kaum schaden.

China wird nicht an seinen Umweltproblemen kollabieren, eher wird es deshalb zur Besinnung kommen. Die zahlenmässig stärkste Opposition wächst exakt in diesem Bereich. Mit dreckiger Luft und vergiftetem Wasser geben sich die Menschen auf Dauer nicht zufrieden.

Zum Schluss: freut mich sehr zu hören, dass du die Tätigkeit als Physiker weiterhin für spannend hältst! Na, dann tu mal was. Unsere Erwartungen an die Zunft sind völlig unbescheiden …

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo,

Kommentar von Peter Bühler. 22.07.2010, 13:34
@ Dittmar
„Was die Kohle anbelangt: verwechsle den Überbringer der schlechten Botschaft bitte nicht mit der Botschaft selber.“

Wie schon geschrieben. Andere Studien und harte Zahlen deuten auf weniger rosige Zeiten mit viel Energie aus Kohle hin (sauber oder nicht). Und gerade fuer Westeuropa steht es eben sehr schlecht mit der Kohle!

„Ansonsten: Du siehst einfach notorisch zu schwarz. “

vielleicht eher gruen und weiss (Natur und hohe Berge..)

„Es geht heute weiten Teilen der Menschheit besser als vor 100 oder 50 Jahren.“

also es kommt sicher darauf an ob absolut oder relativ und wo.

Aber im grossen und ganzen ja. Nehmen wir China heute und vor 40 Jahren. Dank des „brains“ konnten die Chinesen die schlimmsten Erscheinungen der Diktatur ueberwinden. Und ja ich wuerde sagen eine der besten und kluegsten Entscheidungen die China aus der Agonie gebracht hat war wohl die unangenehme 1-Kind Politik.

Um jetzt bei China zu bleiben. Es gibt heute nicht sehr viele „kritische Denker“ (so wie du, ich und die anderen Blogger hier) die glauben das Wachstum in China kann einfach so weiter gehen und anstatt wird die radikale Umweltzerstoerung in China in nicht zu vielen Jahren zu einem Kollaps fuehren.

Ein Vergleich China mit Indien lohnt sich auch. Damit haben wir dann schon rund 40% der Menschheit. In Indien war ich schon mal auf ner Konferenz. Wer mit offenen Augen durch Bombay geht .. also ich war total geschockt so einen Horror habe ich noch nie gesehen und das ganze gemischt mit „Inseln“ des Wohlstandes. na ja ..

„Und selbstverständlich gibt es Alternativen zu den Berufsgattungen Söldner, Grubenkumpel, Bergbauer oder Banker (um deiner Liste eine weitere anzufügen).“

klar Physiker als Wissenschaftler ist ein weiterer spannender Beruf!

Die Frage ist eben was bleibt von all dem wenn die Energie knapp wird. Stolze Baenker kriegen die Panik wenn die Finanzblase platzt oder die Bauer und Exporteure von super Qualitaetsprodukten aus der Schweiz wenn der Euro auf einmal an Wert verliert etc.

„Kleiner Auffrischer: die Schweiz glich vor 175 Jahren und nach heutigen Massstäben einem Entwicklungsland. Ihre Täler und Ebenen wurden regelmässig überschwemmt, die Menschen litten an Sumpffiebern und Hunger etc. Offenbar aber ging es ihnen dennoch gerade gut genug, um in ihrer Zahl fortwährend zu wachsen. Der zur Verfügung stehende Boden und die Anbaumethoden ernährten die wachsende Bevölkerung allerdings nicht oder nur schlecht. Viele waren zur Auswanderung gezwungen, andere starben – im Vergleich zu heute – früh.“

Klar so war das bis noch vor 100 Jahren oder? Die Klugheit der Schweizer war doch gerade auch sich aus den Weltkriegen soweit es ging heraus zu halten und nicht alles kaput zu machen. Und gleichzeitig eine diplomatische Rolle als Friedensstifter und Platz des Weltfriedens zu schaffen. Da kann man doch echt stolz drauf sein!

„Wesentliche Rohstoffe gab es keine, bis auf einen: Brains!
Wissenschaft und Ingenieurskunst schufen die Grundlagen des heutigen Wohlstands, kluge und vorausschauende Geister gründeten u. a. die ETH, die in einem eigentlichen Agrarstaat rasch ihre Wirkung entfaltete.“

Einverstanden aber eben ohne die Moeglichkeit Oel und etc zu importieren waere es bei einem Agrarstaat geblieben.

Soviel Duemmer waren die Menschen in anderen Berglaendern uebrigens nicht. War oft nur Pech wenn man als Kolonie ausgepluendert wurde!

„Man hätte vor den sich damals auftürmenden Problemen natürlich auch resignieren können. Viele taten das zweifellos. “

klar aber deswegen sollten „wir“ unser Bergfuehrer brain jetzt wieder nutzen um die Probleme zu erkennen und dann zu loesen!

Wer wegschaut nutzt eben nicht sein „brain“!

„Andere oder wenigsten ein paar besonders entschlossene und fähige Zeitgenossen taten es nicht. “Liberale” übrigens, wenigstens die meisten unter ihnen.“

siehe oben!

„Mag sein, dass auch unsere Zeit vor schier unlösbaren Aufgaben oder “Gewittern” steht, speziell in der Energiefrage. “

Also deshalb haben wir ja unser „brain“ um das Problem zu erkennen und dann zu umschiffen. Wir wissen ja auch der naechste Winter kommt bestimmt. Kann aber sogar toll sein wenn man sich gut darauf vorbereitet!

„Wir werden sie nicht mit schlechter Politik, untauglichen Rezepten und kollektiven Glaubensvorstellungen bewältigen, sondern mit Brains, Verstand und “guter” Wissenschaft.“

Genau, und dann schau mal wer was darueber forscht und schreibt und wer sagt alles Unsinn
es gibt noch Oel und Gas und Kohle und Uran fuer immer und falls nicht dann haben wir immer noch die Sonne in der Sahara!

„So betrachtet, beunruhigt mich dein Idealismus eher, als dass er mich anstecken könnte.“

Ach, wie war das doch „Hunde die bellen beissen nicht“. Also keine Angst..

„Ich sehe in vielem, in diesem – wissenschaftlich völlig unhaltbaren – “Konsens” z. B. und der Neigung nach Radikallösungen, den Forderungen nach gesellschaftlichem und wirtschaftlichen Umbau, die weitaus grössere Gefahr als sie von der banalen Realität eines sich laufend ändernden Klimas her droht.“

Gut, also angenommen es stimmt mit dem Peak Oil 2008 und bis 2020 geht die Produktion weltweit auf 2/3 runter. Wie viel wird dann noch davon in die Schweiz kommen und wie sollte das verteilt werden? Was schlaegst du vor?

„Es lassen sich darin durchaus irrationale Elemente einer gegenaufklärerischen Bewegung erkennen. Diesen ersteren nicht entschieden und vernehmlich entgegenzutreten, werfe ich einem Wissenschaftszweig vor, der seine Politisierung zum eigenen Schaden weitgehend widerspruchslos hingenommen hat.“

Auf ne Art .. wie hat Einstein das alles so schoen formuliert ..:

Concern for man and his fate must always form the chief interest of all technical endeavors. Never forget this in the midst of your diagrams and equations.

A table, a chair, a bowl of fruit and a violin; what else does a man need to be happy?

Any intelligent fool can make things bigger and more complex… It takes a touch of genius – and a lot of courage to move in the opposite direction.
usw..

http://www.brainyquote.com/quotes/authors/a/albert_einstein.html
Albert Einstein

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Was die Kohle anbelangt: verwechsle den Überbringer der schlechten Botschaft bitte nicht mit der Botschaft selber.
Ansonsten: Du siehst einfach notorisch zu schwarz. Es geht heute weiten Teilen der Menschheit besser als vor 100 oder 50 Jahren.
Und selbstverständlich gibt es Alternativen zu den Berufsgattungen Söldner, Grubenkumpel, Bergbauer oder Banker (um deiner Liste eine weitere anzufügen).

Kleiner Auffrischer: die Schweiz glich vor 175 Jahren und nach heutigen Massstäben einem Entwicklungsland. Ihre Täler und Ebenen wurden regelmässig überschwemmt, die Menschen litten an Sumpffiebern und Hunger etc. Offenbar aber ging es ihnen dennoch gerade gut genug, um in ihrer Zahl fortwährend zu wachsen. Der zur Verfügung stehende Boden und die Anbaumethoden ernährten die wachsende Bevölkerung allerdings nicht oder nur schlecht. Viele waren zur Auswanderung gezwungen, andere starben – im Vergleich zu heute – früh.

Wesentliche Rohstoffe gab es keine, bis auf einen: Brains!
Wissenschaft und Ingenieurskunst schufen die Grundlagen des heutigen Wohlstands, kluge und vorausschauende Geister gründeten u. a. die ETH, die in einem eigentlichen Agrarstaat rasch ihre Wirkung entfaltete.

Man hätte vor den sich damals auftürmenden Problemen natürlich auch resignieren können. Viele taten das zweifellos. Andere oder wenigsten ein paar besonders entschlossene und fähige Zeitgenossen taten es nicht. „Liberale“ übrigens, wenigstens die meisten unter ihnen.

Mag sein, dass auch unsere Zeit vor schier unlösbaren Aufgaben oder „Gewittern“ steht, speziell in der Energiefrage. Wir werden sie nicht mit schlechter Politik, untauglichen Rezepten und kollektiven Glaubensvorstellungen bewältigen, sondern mit Brains, Verstand und „guter“ Wissenschaft.

So betrachtet, beunruhigt mich dein Idealismus eher, als dass er mich anstecken könnte. Ich sehe in vielem, in diesem – wissenschaftlich völlig unhaltbaren – „Konsens“ z. B. und der Neigung nach Radikallösungen, den Forderungen nach gesellschaftlichem und wirtschaftlichen Umbau, die weitaus grössere Gefahr als sie von der banalen Realität eines sich laufend ändernden Klimas her droht.
Es lassen sich darin durchaus irrationale Elemente einer gegenaufklärerischen Bewegung erkennen. Diesen ersteren nicht entschieden und vernehmlich entgegenzutreten, werfe ich einem Wissenschaftszweig vor, der seine Politisierung zum eigenen Schaden weitgehend widerspruchslos hingenommen hat. Sieht nicht so aus, als stünde ich mit dieser Einschätzung allein…

http://www.nas.org/polArticles.cfm?doc_id=1444

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Martin Holzherr. 22.07.2010, 9:39

Welche Energie-Ziele von Jimmy Carter’s 1979er-Rede haben die USA inzwischen erreicht?
Richtig: Im Jahre 2009 konsumierten die USA 1’000.4 Millionnen Tonnen Kohle. Die meisten anderen Energie-Ziele, die Jimmy Carter für 1985 avisierte sind auch heute noch nicht erfüllt, das heisst:
es gibt immer noch viele US-Häuser mit schlechter Isolation, ob 2 1/2 Millionen Häuser über Solarkollektoren verfügen ist schwierig zu bestimmen, jedenfalls sind 139 thermische Megawatt an Solarkollektoren installiert und die strategische US Petroleum-Reserve beträgt 727 million barrels, was einer 58-Tage Reserve entspricht, nicht aber der von Jimmy Carter anvisierten 180 Tage Reserve (1/2 Jahr).

Was sagt uns das alles: Die Energieversorgung ist schon lange ein grosses Thema und es gab schon früher Absichtserklärungen, die sich als so haltbar erwiesen wie die Absichten zur Besserung des Lebenswandels am Jahresende.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Martin Holzherr. 22.07.2010, 9:39
@Kommentar von Peter Bühler. 22.07.2010, 9:16
@Michael Dittmar
Solange man nicht an den Klimawandel durch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen glaubt, kann man auch Kohle als Lösung des Energieproblems betrachten, wie das Carter nach deme ersten Ölpreisschock getan hat.

na ja, also ich wuerde sagen man muss zusaetzlich noch an viele andere Dinge nicht glauben und moeglichst Fakten der letzten Jahre ignorieren.

Aber mal ehrlich selbst wenn wir koennten..

Wer moechte seine Kinder in Kohlengruben schicken?

oder wenn man nur die Wahl hat:
Soeldner, Kohlengruben oder Bergbauer was waere der Ratschlag?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Peter,

Ergebnisse von „Spiegel Research“, na komm. Das ist doch nun was anderes als solide Reports.

Der Stern Report .. na ja auch der hat seine Grenzen und seine Grundlagen zum Klimaproblem bestreitest du ja immer wieder.

Also wie waere es mit dem Kohle Report der Energy Watch Group oder aehnlichen Arbeiten. Oder selber machen und den neuen BP world energy review fuer die verschiedenen Laender analysieren.

zu:
“besser in einer solidarischen Gemeinschaft leben wenn die Dinge
knapper werden als in einer Ellenbogen-Gesellschaft”

und deiner Antwort:
„Widersprüche, individuelle Fehlleistungen und schädliche Entwicklungen bilden den gelegentlich zu entrichtenden Preis freier Gesellschaftsordnungen. Ich sehe nicht, wie sich das beste aller schlechten Modelle ersetzen liesse.“

Also das beste aller Modelle ..
na ja, in Zeiten eines stabilen Wachstums mag das vielleicht sogar stimmen (wenn man mal die 5/6 der Menschheit die nicht davon profitieren wie wir 1/6 ignoriert).

Aber das Ende des Wachstums entsprich eben so in etwa wie einer nicht endenden Weltkrise wie 1929 nur eben viel schlimmer.

Die Folgen von damals sind nicht wuenschenswert oder?

„Aufklärung und die Umsetzung weiterführender Ideen benötigen Geduld, fortwährende Anstrengungen und die Hinnahme von Rückschlägen. Ein mühsamer Weg, der auf die Durchsetzungskraft von Vernunft setzt. “

Ja aber was gibt es denn fuer Alternativen.

„Das Gegenteil, die Vorstellung einer letztlich unvernünftigen und daher zu ihrem “Glück” zu zwingenden Menschheit, beinhaltet weder eine überzeugende Alternative noch eine zutreffende Betrachtung der menschlichen Natur, die eben nicht per se schlecht ist. “

einverstanden!
Aber wie schon oefter geschrieben: Der Abstieg aus dem Gebirge ohne Seil, Karte und Weg ist ein Challenge fuer die Bergfuehrernation!

Muessen wir wirklich erst auf das Gewitter warten um uns Gedanken zum Abstieg zu machen?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 22.07.2010, 9:16
@Michael Dittmar

Solange man nicht an den Klimawandel durch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen glaubt, kann man auch Kohle als Lösung des Energieproblems betrachten, wie das Carter nach deme ersten Ölpreisschock getan hat.

Und das sind die Alternativen für CO2-Vermeider:
Mit Kohlendioxidabscheidung könnten Kohle sogar heute noch in Betracht gezogen werden. Für alte Kohlekraftwerke gibt es nur noch die Alternativen Abschalten oder Kohlendioxidabscheidung (CCS).

Hier ein Auszug aus der „Energierede“, die Jimmy Carter am 18. April 1979 gehalten hat (siehe http://www.pbs.org/wgbh/amex/carter/filmmore/ps_energy.html)

These are the goals we set for 1985:
–Reduce the annual growth rate in our energy demand to less than two percent.
–Reduce gasoline consumption by ten percent below its current level.
–Cut in half the portion of United States oil which is imported, from a potential level of 16 million barrels to six million barrels a day.
–Establish a strategic petroleum reserve of one billion barrels, more than six months‘ supply.
Increase our coal production by about two thirds to more than 1 billion tons a year.
–Insulate 90 percent of American homes and all new buildings.
–Use solar energy in more than two and one-half million houses.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

„Hm, das ist eben eine Behauptung einer Energieloby…“

Ne, das ist das Ergebnis einer SPIEGEL-Recherche, basierend auf wirtschaftlichen Zahlen und wissenschaftliche Berichten u. a. einem von N. Stern (dazu Zitat SPIEGEL): „Darin spielt Kohle eine entscheidende Rolle, noch viele Jahre lang. Notgedrungen“

Die Reportage verbreitet alles andere als eine “No Problem”-Botschaft, im Gegenteil. Sie stellt die reale Entwicklung kritisch dar.

„Wenn man die Dinge genauer und etwas kritisch anschaut…“
Kein Einwand.

„zumindest fuer gewisse kleine Dinge hat man eben doch einen kleinen Einfluss auf das was und wie kommen koennte“

Einverstanden, den Spielraum sollte jede/r nutzen. In der Summe durchaus von Bedeutung, wenn man sich über den persönlichen Energiekonsum Gedanken macht und ihn vernünftig sparsam gestaltet. Mir ist allerdings das bigotte Fingerzeigen und proto-religiöse Eifern zuwider: den SUV-Fahrer anprangern und zum whale watching oder zur Klimakonferenz fliegen, Hedonismus und elitäre Verachtung der „dummen Unterschichten“ etc.

„besser in einer solidarischen Gemeinschaft leben wenn die Dinge
knapper werden als in einer Ellenbogen-Gesellschaft“

Widersprüche, individuelle Fehlleistungen und schädliche Entwicklungen bilden den gelegentlich zu entrichtenden Preis freier Gesellschaftsordnungen. Ich sehe nicht, wie sich das beste aller schlechten Modelle ersetzen liesse. Es sei denn durch Zwang, Gesinnungsterror und Verfolgung von Abweichlern. Hatten wir doch schon, mit den bekannten Ergebnissen.

Aufklärung und die Umsetzung weiterführender Ideen benötigen Geduld, fortwährende Anstrengungen und die Hinnahme von Rückschlägen. Ein mühsamer Weg, der auf die Durchsetzungskraft von Vernunft setzt. Das Gegenteil, die Vorstellung einer letztlich unvernünftigen und daher zu ihrem „Glück“ zu zwingenden Menschheit, beinhaltet weder eine überzeugende Alternative noch eine zutreffende Betrachtung der menschlichen Natur, die eben nicht per se schlecht ist.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„@ Dittmar
Das ist nicht der Punkt, Michael. Es geht nicht darum, was wir, ich oder du, uns wünschen. Es geht darum, dass die Kohle offensichtlich vor einem Comeback steht, d.h. man wird die drohende Lücke vorerst mit Kohle schliessen.“

Hm, das ist eben eine Behauptung einer Energieloby, wie viele andere auch. Haben wir von denen nicht schon immer gehoert es gibt kein Oel Problem oder kein dies oder kein das?

„No Problem“ also.

Ich habe noch die Diagramme wo man sieht der Oelpreis wird bis 2025/30 zwischen 20-30 Dollar pro Barrel liegen. Danach waren es dann max. 50 selbst wenn der Peak schon 2010 kommen sollte.

So diktiert es die International Energy Agency (gesteuert von wem eigentlich) und alle Regierungen inklusive die in der Schweiz richten ihre Politik danach aus.

Wenn man die Dinge genauer und etwas kritisch anschaut sieht alles ganz anderst aus!

Genauso ist es eben auch vermutlich bei der Kohle…

also selber analysieren, genau wie auch beim Klimaproblem. Danach kann man sich dann ueber das vermeintliche oder eben nicht vorhandene Energieproblem „wissenschaftlich streiten“

Ansonsten, und zumindest fuer gewisse kleine Dinge hat man eben doch einen kleinen Einfluss auf das was und wie kommen koennte (meine hoffnungslose idealistische Meinung das es besser ist in einer solidarischen Gemeinschaft zu leben wenn die Dinge knapper werden als in einer Ellenbogen-Gesellschaft.)

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Das ist nicht der Punkt, Michael. Es geht nicht darum, was wir, ich oder du, uns wünschen. Es geht darum, dass die Kohle offensichtlich vor einem Comeback steht, d.h. man wird die drohende Lücke vorerst mit Kohle schliessen.

Kohle mag in der Schweiz kein Thema sein und Kohlekraftwerke würden auch bei ernsthaftem Energiemangel hierzulande wohl kaum Akzeptanz finden.
Wir sollten aber nicht so tun, als ginge uns die Entwicklung nichts an, weil wir uns als Musterknaben evtl. das EE-Deluxe-Modell leisten können/wollen: Kohle- und Atomstrom werden auch in unseren Leitungen fliessen, sie werden als Backup einen guten Teil der importierten EE-Stromproduktion stützen und in Form von Speicherstrom die Stauseen gepumpt werden.

Wie sich die Luft über der Schweiz von den damit verbundenen Emissionen geschweige denn von der angeblich drohenden Erwärmung abschotten lässt, wird mir bestimmt jemand erklären.

Pragmatisch: mehr Geld in R&D – plus Gas oder KK für die notwendige Übergangszeit.
Mit R&D kann die Schweiz einen bedeutenderen Beitrag leisten als mit der Installation ineffizienter Technologien und dem – unredlichen – Export der Luftbelastungen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

„Michael, mit dieser Meinung stehtst du in diesem Blog ziemlich einsam da.“

Naja wie du dich definierst machen wir dann den Club der Singles auf (und sind schon zwei).

Der Unterschied du glaubst wir haben noch eine Chance auf eine technologische Revolution und ich denke wir wissen schon genug um daran nicht mehr zu glauben.

Also meine Meinung ist man sollte eine Politik unterstuetzen die auf heutigem Wissen eine realistische akzeptable Anpassung an Peak Oil und den damit verbundenen Konsequenzen erarbeitet. Ja klar „realistische“ Forschung sollte gefoerdert werden (meinetwegen auch die Arbeit an Bruetern aber nur wenn endlich mal die wahren Zahlen der Vergangenheit veroeffentlicht werden. Das Geld kann man ja bei dem sinnlosen Fusionsprojekten sparen!)

Wenn es dann doch eine Ueberraschung geben sollte dann kann man ja die Politik aendern!

zu Peter und der Kohle als die Quelle der Zukunft.
Ja ich kenne sowohl die „unendlich viel Kohle“ als auch die anderen Studien dazu die daran denken dass auch die Kohle mit guter Qualitaet einen Peak hat und der Abbau ohne „Oel“ deutlich schwieriger und langsamer wird.

Ich denke mit grauen daran wie es zu meiner Kindheit bei Besuchen im Ruhrgebiet gestunken hat. Unter was fuer Bedingungen Minenarbeiter Kohle foerdern oder an das „Mountain Top removal“ Program in den USA. Was schlimmeres kann man sich ja kaum vorstellen wenn man Berge mag!

http://www.youtube.com/watch?v=hgGSUfpJcOQ

Also mal ganz ehrlich in Westeuropa gibt es ja nicht mehr viel Kohle und deswegen nach Polen, Russland oder China ziehen moechten weder du noch ich. Deshalb, also ich kann mich gut mit der Idee anfreunden in einer sauberen Schweiz mit deutlich engerem Guertel und tieferen Temperaturen im Haus und oder der Berghuette meinen Lebensabend zu verbringen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

Sie können hier selbstverständlich weiterhin diffamierende Einschätzungen, eitle Selbstbespiegelungen und echt fossile Ansichten verbreiten („Dann gibt es die “fossil wie bisher” Gruppe …“), bloss verspricht das in der Sache keinerlei Erkenntnisgewinn.

Ohne für die von Ihnen Mitgenannten sprechen zu wollen: ich wünsche mir weder “fossil wie bisher” noch „mehr davon“.

Wenn Sie mir was vorhalten wollen: ja, ich zweifle a) an der AGW-These und b) an der Effizienz, Finanzierbarkeit und technischen Machbarkeit eines forcierten EE-Umbaus unserer Energieversorgung mit den heute zur Verfügung stehenden Technologien.

Mit Friends of the Earth-Papieren und der speziellen Situation Australiens mag ich mich allenfalls am Rand auseinandersetzen.
Berichte wie der unten verlinkte – http://www.vgb.org/vgbmultimedia/News/Kraftwerke2020plus_D.pdf – scheinen mir für die Situation der Schweiz wesentlich relevanter.

Wer einen raschen Übertritt in ein post-Karbon- und post-nukleares Zeitalter für realistisch hält, sollte den Bericht mal studieren. Vielleicht wird er uns dann die Frage beantworten, wie eine mehrheitlich EE-basierte schweizerische Energieversorgung – wenn sie denn realisierbare wäre – den europaweit mit Kohle oder KK produzierten Strom von unseren jungfräulichen Netzen fernhielte. Trittbrettfahren?

@ Michael
Bevor echte Blackouts eintreten; du übersiehst die Kohlevorräte…
Unbedingt lesen, SPIEGEL aktuelle Printausgabe 29/2010, Seiten 70 – 74: „DIE ZUKUNFT IST SCHWARZ“

Zur AGW-Frage, Roy Spencer…

http://www.drroyspencer.com/2010/07/my-global-warming-skepticism-for-dummies/

oder der New Scientist…

http://www.newscientist.com/article/mg20727692.900-without-candour-we-cant-trust-climate-science.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Michael Dittmar. 21.07.2010, 11:36

Zitat: wir lernen “freiwillig” zu sparen (und zwar jedes Jahr -x %) oder wir gewoehnen uns an Blackouts die immer haeufiger werden und sparen deshalb.

“Wer die Wahl hat hat die Qual” oder eben Pest oder Cholera oder beides!

Michael, mit dieser Meinung stehtst du in diesem Blog ziemlich einsam da.

Die Erneuerbaren Fraktion mit div. Sparoptionen

Es gibt die Erneuerbaren Fraktion, bestehend aus Tim Schloendorn, Katja Halbritter, Klaus Ragaller, Daniel Gut, Jürg Buri, Bernhard Wehrli, Franziska Aemisegger, Renate Schubert und einigen anderen.
Diese Fraktion glaubt an eine Kombination von Energieensparen + erneuerbare Energien. Die einen glauben an Photovoltaik und Windräder (Daniel Gut, Jürg Buri, David Stickelberger), die anderen an integrierte Erneuerbare Lösungen für ganze Länder und Ländergruppen mit weiträumigen Stromnetzen, Solarthermie und Windrädern (Klaus Ragaller).

Bezüglich Sparen gibt es in der Erneuerbaren Fraktion ebenfalls zwei Gruppen. Die eine glaubt and die 2000-Watt-Gesellschaft, in der zum grossen Teil durch Energieeffizienz allein das bisherige Leben weitergeführt werden kann . Dazu gehören Lucas Bretschger, …vielleicht auch Lino Guzella (ein wenig), dann die Gruppe, die mehr auf freiwilliges Sparen setzt im Sinne einer Konsumentenentscheidung wie Muriel Uebelhart, Georg Weinhofer, Cornelia Brandes.
Schliesslich gibt es noch diejenigen, die vor allem im Infrastrukturbereich und beim Bauen sparen wollen, sicher gehört Holger Wallbaum dazu.

Dann gibt es die „fossil wie bisher“ Gruppe bestehend aus Peter Bühler, Vitautas Müller, Ben Palmer, Rolf Hartl. Da es für diese Gruppe keine globale Erwärmung gibt und fossile Energien die günstigsten sind, wollen sie mehr davon.

Schliesslich bilde ich eine eigene Gruppe. Ich glaube, dass alle sogenannten zukunftsweisenden Lösungen wie Erneuerbare, 2000-Watt-Gesellschaft unausgegoren sind. Man sollte konsequent dort ansetzen wo es schon überzeugende Lösungen gibt.
1. Beim Bauen. Kein neues Haus mehr mit Öl- oder Gasheizung, Alte Häuser umrüsten.
2. Nicht fossile Lösungen beibehalten, also in der Schweiz die AKW’s.
3. Nicht fossile Entwicklungen fördern, wie Elektromobile
4. Langfristig wird eine Form von Nuklearenergie sich durchsetzen, denn es braucht billige und nichtfossile Energie, die von kleinen Anlagen mit wenig Brennstoffbedarf und wenig schädlichem Output geliefert wird.

Dann kommst noch Du, also Michael Dittmar, als eigene Gruppe. Du glaubst an eine zukünftige Magerwelt, eine Rückkehr in archaische Zeiten. Fossile Energien sind in dieser Sicht die einzigen überzeugenden Energien für die es keinen echten Ersatz gibt. Man sollte aber wieder zum Verbrauch zurückgehen, der zu Beginn des 20.Jahrhunderts vorherrschte.

Dagegen denke ich, dass es durchaus eine Ersatz für fossile Energien geben kann. Der ideale Ersatz existiert einfach noch nicht. Kommt dazu, dass all die Lösungen, die wir hier diskutiert haben, also vor allem die Erneurbaren Energien vor allem für die reichen Länder in Frage kommen. Die Schwellenländer werden nicht so rasch auf Kohle verzichten. Man sollte eine Lösung suchen, die für alle in Frage kommt, für arme, reiche und sich schnell entwickelnde Länder.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Peter und Martin,

zu:
„Und nun zum referenzierten Artikel What the Earth Knows (siehe http://www.theamericanscholar.org/what-the-earth-knows) von Robert B. Laughlin. Anders als Michael Dittmar, aber auch anders als Peter Bühler sehe ich in den Gedankengängen Laughlin’s einigen Sinn, wenn auch nicht die letzte Wahrheit. Laughlin denkt in geologischen Zeiträumen und in solchen Zeiträumen kann auch eine menschenverursachte Fieberattacke als kurze Episode gesehen werden. “

Also ich sehe das eigentlich wie Martin.

Es handelt sich um ein „Fieber“. Und die Diskussion geht darum und nicht um geologische Zeitraeume.

Klar in 10000 Jahren oder so haben wir vermutlich wieder eine Eiszeit. Aber leider sind selbst meine eventuellen folgenden 7 Generationen und ich selber dann nicht mehr sehr daran interessiert.

Aber zurueck zum Thema „Fieber“ .. also ich moechte mal jemand hoeren der mit einer Lungenentzuendung zum Arzt geht und der Dr Laughlin antwortet mit wissenschaftlicher Arroganz: „Keine Panik in hundert Jahren bist du eh tot.“

zur Kernenergie..
Also rund 25% im Westeuropaeischen Netz (inklusive Schweiz) kommen aus KKW’s die alle schon recht alt sind.

Billionen Kosten fuer neue Kraftwerke muessten gemacht werden um die Stromluecke unter der Annahme es hat genug Rohstoffe zu stopfen.

Aber ohne Gas, Kohle, Oel und Uran in Westeuropa laufen auch die schoensten Kraftwerke nicht so richtig.

Deshalb bleiben nur 2 Loesungen:
wir lernen „freiwillig“ zu sparen (und zwar jedes Jahr -x %) oder wir gewoehnen uns an Blackouts die immer haeufiger werden und sparen deshalb.

„Wer die Wahl hat hat die Qual“ oder eben Pest oder Cholera oder beides!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 21.07.2010, 9:40

Künftige Gesellschaften werden – im Guten und/oder im Schlechten – Nukleargesellschaften sein.

Kluge Wortwahl mit Künftige Gesellschaften, denn die jetztigen sind es nicht oder nur zu einem verschwindend kleinen Anteil. Dass es momentan keine exisitierende nichtfossile Technologie gibt, die ohne weiteres die fossilen Technologien ersetzen kann, eröffnet ja gerade den neuen erneuerbaren Energien eine Chance.

Wir sollten hier noch mehr Analyse betreffend Neuen Erneuerbaren Energien treiben. Das Blogthema hier Energieeffizienz – Strom als Schlüssel zum Erfolg bietet ja einen guten Auffhänger dafür.

Mein Vorschlag, jeder Kommentator sollte sich einmal die von Klaus Ragaller verlinkte Studie Zero Carbon Australia 2020 an die Brust nehmen (siehe „http://www.beyondzeroemissions.org/zero-carbon-australia-2020“). Vorläufige Analysen aus einem erneurbar-kritischen Blog gibt es hier (siehe http://bravenewclimate.com/2010/07/14/zca2020/#comment-82213)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Zur CO2-Frage…
Zitat Holzherr: „Er (Laughlin) widerlegt die heutige Auffassungen der IPCC-Klimatologen deshalb auch nicht“

Die streiten sich gerade über die geltende Auffassung…

Zur Energiefrage….
Künftige Gesellschaften werden – im Guten und/oder im Schlechten – Nukleargesellschaften sein. Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus. Das prometheische Feuer ist in der Welt. Besser, wir lernen damit umzugehen und stellen uns der Verantwortung.
Für Michael als Physiker vielleicht interessant: die Götter bestraften zwar den Erfinder, aber nicht die späteren Nutzniesser… von den Schäden, die letztere sich selber zufügten, einmal abgesehen.

Zur europäischen Energie-Realität insgesamt…

http://www.vgb.org/vgbmultimedia/News/Kraftwerke2020plus_D.pdf

Zitat: „Zitat: „Bis 2020 sind in Europa insgesamt rund 475.000 MW neue Erzeugungskapazität zu installieren. Die Gesamtkosten hierfür sprengen ohne Weiteres die Billionengrenze.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 20.07.2010, 14:44
@Michael Dittmar

„Zum eigentlichen Kern der Debatte rund um fossile Energieträger..“

Es gibt mindestens 2 Gründe um von den fossilen Rohstoffen wegzukommen
-Die Zeit von easy oil ist schon vorbei. Der Weltölverbrauch nimmt durch die schnell wachsende Nachfrage in den Schwellenlädner gefährlich schnell zu und die verbleibenden Ölreserven können nur mit hohen Umweltkosten abgebaut werden (z.B. Ölsand)
-die Verbrennung von fossilen Rohstoffen verstärkt den Treibhauseffekt und ändert das Klima, so dass wir schon bald unser gegenwärtiges Eiszeitalter beenden. Folgen: Verschiebung von Klimazonen nach Norden, Abschmelzen der Pole und Anstieg des Meeresspiegels

Und nun zum referenzierten Artikel What the Earth Knows (siehe http://www.theamericanscholar.org/what-the-earth-knows) von Robert B. Laughlin. Anders als Michael Dittmar, aber auch anders als Peter Bühler sehe ich in den Gedankengängen Laughlin’s einigen Sinn, wenn auch nicht die letzte Wahrheit. Laughlin denkt in geologischen Zeiträumen und in solchen Zeiträumen kann auch eine menschenverursachte Fieberattacke als kurze Episode gesehen werden. Was sagt denn Robert B. Laughlin?. Unter anderem:
-in geologischen Zeiträumen gesehen kann der Mensch zwar etwas ausirchten und änden im Erdgeschehen, aber wenn er auch beträchtliche Mengen CO2 in die Athmosphäre bläst, das meiste davon wird in einigen tausend Jahren vom Ozean aufgenommen. Zitat Wikiepdia: The oceans act as an enormous carbon sink, and have taken up about a third of CO2 emitted by human activity.
-in noch längeren Zeiträumen wird CO2 in verwittertem Stein deponiert (Kalkstein).
-verglichen mit massiven Vulkanausbrüchen, Fluten, Meteoreinschläge sind die menschlichen Einflüsse gering
-auch im pessimistischsten Szenario wird der vom Menschen verursachte CO2-Puls in einigen Tausend Jahren wieder auf das präindustrielle Niveau zurückfallen
-Der Mensch kann jedoch Arten für immer auslöschen unabhängig von seinen CO2 Emissionen.
-die dem Klimawandel zugrundeliegenden Kräfte sind weit grösser als die Energien, die der Mensch freisetzt.

Laughlin hat in vielen Punkten recht mit seinem geologischen Zeitmass. Verursacht der Mensch durch seine CO2-Emissionen Erd-Fieber (wie es als Bild von Al Gore verwendet wurde) so ist dies in geologischen Zeiträumen betrachtet, doch recht unbedeutend. Sollte diese Erwärmung eine Grossteil der Menschheit auslöschen, so wäre das für die Natur und die Artenvielfalt letzlich weit besser als eine Erde ohne Erwärmung, in der sich der Mensch bis in den letzten Winkel ausbreitet.

Laughlin unterschätzt den Einfluss des Menschen auf das Klima letztlich doch. Denn die menschlichen CO2-Emissionen übersteigen die vulkanische Aktivität der heuigen Vulkane und wohl auch der meisten historischen Vulkane bei weitem. Der CO2-Anstieg kann in seiner Schnelligkeit nur noch mit dem Anstieg während der PETM Phase verglichen werden, wo die Temperatur als Folge in kurzer Zeit um 5°C Anstieg.

Der Artikel Laughlin’s appelliert an den Common Sense und enthält nur wenig Fakten, die seine These untermauern würden. Eine ernsthafte klimatologische Aussage ist nicht zu finden. Er widerlegt die heutige Auffassungen der IPCC-Klimatologen deshalb auch nicht.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Neuste Kommentare
Klimablog » Stromversorgung mit 100% erneuerbaren Energien in 10 Jahren: ein detaillierter Plan für Australien bei Energieeffizienz – Strom als Schlüssel zum Erfolg

Eine erste Analyse des Zero Carbon Australia 2020 Erneuerbaren Plans findet sich hier (siehe http://bravenewclimate.com/2010/07/14/zca2020/).
Es ist erst eine vorläufige Analyse kommt aber zu foldenden Schlüssen:
-die vorgeschlagenen solarthermischen Anlagen mit Salzwäremespeicher sind 4 Mal teuerer als Strom aus Kôhlekraftwerken
-Die Transmissionslinien durch die Nullarborebene (für Solarstrom) kosten 180 Milliarden Dollar
-Das Worst Case Scenario ist unrealistisch: Es kann tagelange Stomausfälle geben
-usw.

Eine detaillierte Analyses soll später auf Brave New Climate folgen

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

[…] und vor allem auch von Exponenten der Elektrizitätswirtschaft vorgebracht werden(z.B. ETH Klimablog). Selbst viele ernsthaft um Lösungen Bemühte sehen aufgrund dieser Argumente keinen […]

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Michael,

Laughlin ist wie du Physiker und damit bestimmt in der Lage, sich in der Sache glaubwürdig zu äussern.

Tschernobyl/England etc.: du hast Recht, was die Graphit-Reaktoren anbelangt. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden allerdings massiv ergänzt und überarbeitet.

Ein paar andere Überlegungen: wie viele Jahre liefen all die KK-Reaktoren insgesamt ohne Unfälle? wie viel Strom haben sie in dieser Zeit produziert, ohne dass es dabei – wie bei der Nutzung anderer Energieformen – zu zahlreichen Opfern gekommen wäre?

Grundsätzlich und anderswo schon geäussert: nachdem das Zeug nun mal in der Welt ist und unablässig weiter Verbreitung findet, wäre es nicht ein Fehler, sich mit Technik, Sicherheit und Weiterentwicklung nicht länger auseinanderzusetzen? Allein schon deshalb, um schlechte und unsichere Lösungen künftig zu überwinden und auszuschliessen?

Mag sein, dass sich die Schweiz ein Abseitsstehen evtl. leisten kann. Nur dreht sich die Welt weiter und das Schweizer Beispiel würde so wenig wie das österreichische Schule machen.
Rad, Bogen, Schwert, Schwarzpulver etc. waren auch nicht mehr aus der Welt zu schaffen, obschon es an Warnern nie gefehlt haben dürfte.

Bin nicht etwa auf der Suche nach einer zynischen Bejahungsbasis, aber muss man mit realistischem Blick nicht davon ausgehen, dass KK weiterhin eine Rolle spielen wird und ist es unter den gegebenen Umständen klug, vor dieser Entwicklung (wie vor jener von Rad, Bogen etc.) die Augen zu schliessen und sich als Land mit einer Hightech-Industrie dieser Entwicklung – vornehm und ohne weitere Verantwortung – den Rücken zuzuwenden?

Ich bin in dieser Frage keineswegs entschieden, plädiere aber für eine möglichst nüchterne und sachliche Beurteilung, will doch auf grüner Seite auch niemand die Kröte II schlucken: Gaskraftwerke.
Die Entwicklung echter und effizienter Alternativen und die Nutzung des Sparpotentials wird aber eine Übergangszeit von zwei, drei Generationen beanspruchen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Peter,

ein Physiker ja und das qualifiziert ihn zu Aussagen zum Klimaproblem? Also bitte..

„He was awarded a share of the 1998 Nobel Prize in physics (together with Horst Ludwig Stormer and Daniel C. Tsui) for their explanation of the fractional quantum Hall effect.“

Ansonsten, Chernobyl Effekt kann in Westeuropa nicht passieren hat doch jemand geschrieben oder?

Also die Reaktoren mit Graphit als Moderator in England sind im Prinzip so aehnlich wie die in der Ukraine/Russland.

In Bulgarien hat man sie als Ausgleich fuer den EU Beitritt abgeschaltet. Warum dann nicht in England?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Zum eigentlichen Kern der Debatte rund um fossile Energieträger …

Robert B. Laughlin, Professor für Physik, Stanford University und Co-Empfänger des Nobel-Preises für Physik 1998 mit Blick auf dramatische geschichtliche Klimaänderungen: „One thing we know for sure is that people weren’t involved“

und: „Climate change is a matter of geologic time, something that the earth routinely does on its own without asking anyone’s permission or explaining itself“

http://www.theamericanscholar.org/what-the-earth-knows

Bill Cotton, Professor am Department für Atmosphärenphysik an der Colorado State University: „I see no evidence that climate is predictable on these time-scales nor will it be for decades to come (a forecast!)“

http://pielkeclimatesci.wordpress.com/2010/07/14/is-climate-really-predictable-on-10-50-year-time-scales-by-william-r-cotton

Womit also eine forcierte Dekarbonisierungs-Politik begründen?
Mit „Visionen“?

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, sollte lieber gleich zum Arzt gehen!“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Jürg Buri. 19.07.2010, 16:04

Herr Buri,
in ihrem Kommentar zeigen sie sich sehr kämpferisch und von einem inneren Feuer beseelt. Es scheint um existentielle Fragen zu gehen und um Gut und Böse, wobei Herr Karrer scheinbar auf der Seite der Bösen steht. Tatsächlich ist die Energieversorgung etwas existentielles, zum Glück im Moment aber selbstverständliches, können doch die meisten Schweizer jederzeit und an fast jedem Ort in der Schweiz Strom beziehen, anders als etwa im Irak, wo tägliche Stromausfälle an der Regel sind, ja sogar zuverlässiger als in den USA, wo bei Hitzeperioden das Netz zusammenbrechen kann. Und dabei sieht man von der ganzen Energieinfrastruktur hier in der Schweiz fast nichts, ausser den paar hässlichen Kühltürmen im Mittelland und ein paar Staumauern in den Alpen.

Ihnen schwebt jedoch eine ganz andere Energiezukunft vor mit viel blauschimmernden Photovoltaikflächen, die bald einmal im gesamten bewohnten Raum der Schweiz und vielleicht auch auf vielen Freiflächen ein ganz anderes optisches Bild ergeben. Als Gründe für den notwendigen Umbau geben sie an:
-AKW’s sind potentiell hochgefährlich, Unfälle auch in Europa bald einmal fällig
-AKW’s liefern Bandenergie und sind damit schlechte Partner der unberechenbaren Windkraft und launischen Sonne (in Deutschland rechtfertigt man mit diesem Argument den Bau von Gaskraftwerken)
-Atommüll „zahlen“ alle, der Profit aus AKW’s geht nur an ein paar Firmen
-alles Erneurbare wird immer billiger, während Endliches immer teuerer wird
-die Schweizer wollen erneuerbaren Storm und sind bereit mehr dafür zu zahlen

Auf der einen Seite also das Atomteufelszeugs, auf der anderen die Reinheit von Wind und Sonne.

Doch damit begnügen sie sich nicht. Sie reiten auch noch eine Attacke gegen die Axpo, welche sich unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit mit Gas einlässt (Gaspipelines Iran->Türkei->Italien und Gaskraftwerke in Italien). Hier geht es ihnen wohl vor allem darum, die Axpo und Herrn Karrer definitiv ins feindliche Lager zu verweisen und Herrn Karrer als Wolf im Schafspelz zu demaskieren, wobei das wölfische wohl der klammheimlich im Ausland befriedigte fossile Hunger ist und als Schafspelz die reinen Wasser der Axpo-Wasserkraftwerke herhalten müssen.

Eigentlich müssen sie sehr starke Argumente für ihre Vision einer von Erneuerbaren Energien bestimmten Energielandschaft (vulgo solarmodul-verkachelten Landschaft) in der Schweiz haben. Denn ohne Not ändert man eine Energieinfrastruktur nicht, die so lange fast unbemerkt gute Dienste geleistet hat. Zudem wird Strom in der Schweiz nichtfossil erzeugt. Neuen Energiequellen bringen also auch in dieser Hinsicht nichts.

Kommen wir nun zu ihrem Argumentekatalog, Punkt für Punkt:

„, dass Atomstrom wenig bis gar nichts zur Lösung des globalen Klimaproblems beitragen kann. (2,5 % Anteil Weltenergiebedarf)“
Atomstrom fliesst in der Schweiz schon. Kommt es zu einer Energieverknappung ist jedes Land wieder stärker auf sich selbst angewiesen. Stromimporte werden dann schwieriger.

„, dass auch Uran endlich ist“
Die Schweiz kann Uran lagern. Wir brauchen nur Lösungen für die nächsten Jahrzehnte. Oder glauben sie, schon bald und dann für viele Jahrhunderte sei die Schweiz von Solarkacheln überdeckt?

„dass alles Erneuerbare immer billiger wird, während Endliches nur eine Preisrichtung kennt.“
Seine Wäsche an der Sonne zu trocknen ist unschlagbar billig. Trotzdem haben viele einen Wäschetrockner, denn die Sonne scheint nicht immer und es kann sehr teuer werden, wenn ihre feuchte Wäsche anfängt zu gräueln. Das Teure an der Erneuerbaren Energie ist eben ihre Unberechenbarkeit, Launenhaftigkeit.

„, dass nichtregulierbare Bandkraft in einer erneuerbaren Strom-Welt fehl am Platz sein wird.“
Wie recht sie haben: Die erneuerbare Strom-Welt braucht eine Menge an Regelenergie. In Deutschland sind das derzeit Pumpspeicherkraftwerke und Gaskraftwerke, später sollen es einmal Wasserstoffspeicher oder/und transnationale Stromnetze sein.
Nichtregulierbare Bandkraft verhält sich zu den unberechenbaren Schwankungen von Wind und Sonne wie ein gutmütiger Ackergaul, der ohne anzuhalten von A nach B läuft zu einem störrischen Esel, bei dem man nicht einmal weiss, ob man je bei B ankommt.

„, dass der nächste Atomunfall in Europa nur eine Frage der Zeit ist (Liberalisierung, Alternder Atompark)“
Atomkraft beinhaltet potentielle Gefahren, darum ist sie ja so stark reguliert (liberalisierte AKW’s wird es nie geben). Die fossilen Energien dagegen fordern Jahr für Jahr viele tausende Tote direkt oder indirekt (über Krankheiten). Atomenergie in seiner regulierten Form ist also ein grosser Fortschritt was den Schutz des Menschen angeht verglichen mit den immer noch dominanten fossilen Energiequellen.

„, dass ein neues AKW für seine Axpo und ihre Eigentümer-Kantone ein ökonomischer Höllenritt werden wird.“
Ein neues AKW ist eine Grossinvestition sondergleichen. Einspeisevergütungen dagegen strecken die Kosten, führen aber im Endeffekt zu stark erhöhten Strompreisen für alle. In Deutschland steigt der Strompreis etwa 8% pro Jahr. Die Einspeisegarantie (für die nächsten 20 Jahre) für die installierte Photovoltaikleistung in Deutschland beträgt bereits 50 Milliarden Euro.

„Herr Karrer verschweigt, dass er nur die Energieeffizienz gut findet, die zu mehr Stromverbrauch führt.“
Herr Karrer ist nicht für den Stormverbrauch verantwortlich. Wenn sie wollen und das Stimmvolk zustimmt, können sie den Strompreis künstlich verteuern (mit Rückzahlung), um so zum Stromsparen zu animieren.

„Herr Karrer verschweigt, dass im Parlament die Atomturbos auch den Klimaschutz verhindern“
Die Atomturbos bestimmen die Politik nicht allein. Es gibt aber einen Unterschied zwischen kostengünstigem Klimaschutz und einer drohenden finanziellen Überforderung. Herr Buri, ich sage ihnen voraus, dass es ein böses Aufwachen für die Erneuerbaren-Fraktion geben wird, wenn das Stimm-, Steuer- und Abgabevolk einmal realisiert, was sie das Ganze kosten wird.

„Herr Karrer könnte dem Klima wirklich helfen, indem er effiziente Benziner fordert, statt den elektrischen Mobilitätswahn zu verheissen.“
Elektrofahrzeuge sind um Grössenordnungen effizienter als Benziner was den Energieverbrauch angeht. Herr Buri, klären sie das Volk doch einmal auf. Die PS-Monster, die hier in der Schweiz die Regel sind verbrauchen eine Unmenge an Energie. Sagen sie doch den Leuten offen, der VW-Lupo sei das zukünftige Topmodell unter den Individualfahrzeugen.

Fazit:
-Erneuerbare Energien führen zu einem nichterneuerbaren einmaligen Schock, wenn die Leute einmal realisieren, was das bedeutet und was es sie kostet
-Erneuerbare Energien benötigen viel Regelenergie in Form von Gas- und oder Pumpspeicherkraftwerken
-Solarstrom ins Netz einspeisen und dann als Qualitätsstrom vom Elektrizitätswerk zu beziehen ist wie wenn sie am Abend einen Kübel Kacke vors Haus stellen und erwarten, dass er am nächsten Morgen als Biomilch zurückkommt
-Erneuerbare Energien-Installationen müssen immer wieder erneuert werden: alle 20 Jahre bei den Solarziegeln, alle 15 bei den Windturbinen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Ein paar simple Rezepte zur Energiezukunft in Form eines perfekten argumentatorischen perpetuum mobiles…

1. Tun wir weiterhin so, als stünde demnächst eine Klimakatastrophe ins Haus
2. Prüfen wir die Frage nicht weiter, weil hinsichtlich ihrer Beantwortung „Konsens“ herrscht
3. Lehnen wir jeden kritischen Einwand ab, weil s. 1

Der simple Baukasten lässt sich sich beliebig erweitern

„Das Erdöl wird uns bald verlassen“

Wenn es das bloss täte.

„Das Schweizer Volk will mit erdrückender Mehrheit erneuerbaren Strom und ist sogar bereit ist, mehr dafür zu bezahlen“

Tatsächlich? Wer ist denn wirklich so bescheuert, macht sein Kreuzchen bei den EEs und lässt sich dafür eine höhere Rechnung ausstellen? Konkrete Zahlen?

„Atomstrom trägt wenig bis gar nichts zur Lösung des globalen Klimaproblems bei“

Sehr wohl – wenn es denn existierte.
Photovoltaik und Windenergie dagegen… Anteil weltweit?

„Uran ist endlich“

Wasser, Luft und schwache Argumente sind es auch.

„alles Erneuerbare wird immer billiger wird, während Endliches nur eine Preisrichtung kennt“

Trifft besonders dann zu, wenn man das sog. „Endliche“ künstlich verteuert, damit das sog „Erneuerbare“ endlich „preiswert“ wird, z. B. durch die willkürliche Abschaltung von AKWs.

„nichtregulierbare Bandkraft“

AKWs? = „nichtregulierbare Bandkraft“?

„der nächste Atomunfall in Europa ist nur eine Frage der Zeit“

Wie lange ist der letzte her?
wie viele davon hat’s gegeben?
wie bedeutend waren sie?

Sollten wir ganz ganz fest auf den nächsten oder einen besonders katastrophalen hoffen?
Oder geht es nicht vielmehr einfach darum, irrationale Ängste zu schüren, um die Abschaltung von AKWs durchzusetzen, damit – eigentliches Ziel – Strom endlich so teuer wird, bis sich jede PV-Bastelei auszahlt?

„Atommüll“

Bekämpfen wir seine – durchaus mögliche – Entsorgung bis aufs Blut – um eine an sich nützliche und bewährte Technologie zugunsten sog. „grüner“ Technologien zu versenken.

„Klimaschutz verhindern“

Was bitte ist „Klimaschutz“?

„beim Pumpsstromimport auf zigtausend Kilowattstunden Kohle- und Atomstrom verzichten“

Pumpstrom bzw. Speicherkraftwerke sind des Teufels, wenn sie Überschüsse konventionell erzeugter Energie verwerten (die wiederum unverzichtbar als Backup von EEs dienen…)

… aber gradezu hymnisch gelobte Lösungen, wenn es um die die Speicherung stochastischer Energien wie Windkraft und Photovoltaik geht. Bloss liefern die bei steigender Nachfrage meist nichts Verwertbares.
Kochen und bloggen, wenn der Wind weht?

Fazit,die wenig an R&D interessierte EE-Industrie klammert sich strategisch an zwei Strohhalme:

1. Die Dekarbonisierung zwecks „Klimarettung“, egal, ob letzteres tatsächlich der Rettung bedarf

2. Die Bekämpfung der Atomkraft, weil erst deren Niedergang für die erwünschten hohen Energiepreise sorgen wird, die dem EE-Kartell den Durchbruch ermöglichen

Gut zu wissen.
Tun wir also weiter so (siehe Anleitung oben)….

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Liebe Gemeinde“

> Herr Karrer hat recht:
– Das Erdöl wird uns bald verlassen.

> Herr Karrer hat recht:
– Die Klimaerwärmung ist eine grosse globale Herausforderung.

> Herr Karrer schlägt vor:
– Elektromobilität und Atomstrom (oder uns blüht die Klimakatstrophe, die Stromlücke usw)

> Herr Karrer tut was er tun muss:
– Die Botschaft der nuklear elektromobilisierten Gesellschaft füllt ganzseitige Zeitungsinserate, und entspricht den Zielen seines Arbeitgebers: „der Stromabsatz konnte gesteigert werden“, „das Handelsvolumen hat erneut zugenommen“. „wir sind zufrieden“. Die Eigentümerkantone auch.

> Herr Karrer sollte eigentlich wissen:
– dass Atomstrom wenig bis gar nichts zur Lösung des globalen Klimaproblems beitragen kann. (2,5 % Anteil Weltenergiebedarf)
– dass wir den Peakoil-Teufel schon nur mengenmässig nie und nimmer mit dem Atom-Belzebub austreiben können.
– dass auch Uran endlich ist.
– dass alles Erneuerbare immer billiger wird, während Endliches nur eine Preisrichtung kennt.

> Herr Karrer verdrängt:
– dass nichtregulierbare Bandkraft in einer erneuerbaren Strom-Welt fehl am Platz sein wird.
– dass das Schweizer Volk mit erdrückender Mehrheit erneuerbaren Strom will und sogar bereit ist, mehr dafür zu bezahlen. (neulich im Thurgau)
– dass der nächste Atomunfall in Europa nur eine Frage der Zeit ist (Liberalisierung, Alternder Atompark)

> Herr Karrer verschweigt:
– dass der Atommüll denen bleiben wird, die niemals vom subventionierten Atomstrom profitierten. (profit now pay later)
– dass ein neues AKW für seine Axpo und ihre Eigentümer-Kantone ein ökonomischer Höllenritt werden wird. (Darum wollen auch die Grossbanken nichts wissen)
– dass er nur die Energieeffizienz gut findet, die zu mehr Stromverbrauch führt.
– dass im Parlament die Atomturbos auch den Klimaschutz verhindern.

> Herr Karrer sollte eigentlich auch erwähnen:
– dass die Axpo in Iran für 19 Milliarden Euro Gas für die nächsten 25 Jahre gekauft hat. (Zitat: „Die Klimaveränderung ist eine der grössten Herausforderungen für unsere Gesellschaft und vor allem betrifft sie uns alle.“)
– dass die Axpo im grossen Stil Gaspipelines aus dem Iran über die Türkei nach Italien bauen will. (macht ja auch Sinn mit diesen Verträgen)
– dass die Axpo im Ausland vor allem auf fossile Kraftwerke setzt. (6 Gas-Projekte in Italien)

> Herr Karrer könnte dem Klima wirklich helfen:
– indem er effiziente Benziner fordert, statt den elektrischen Mobilitätswahn zu verheissen. (von 7 auf 1 Liter heisst die Losung).
– indem er beim Pumpsstromimport auf zigtausend Kilowattstunden Kohle- und Atomstrom verzichten würde.

Oder wie sagt es ein ehemaliger Axpo-Manager:
«Ein neues AKW zu bauen, macht keinen Sinn.»
Hans-Peter Stöckl, Zentralschweiz am Sonntag; 18. Juli 2010

wer es bewegter mag:
> http://www.youtube.com/watch?v=6KniumsmSMs
> http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1090144/Frontal21-Dokumentation-Der-grosse-Bluff?setTime=5#/beitrag/video/1090144/Frontal21-Dokumentation-Der-grosse-Bluff

Danke für die Aufmerksamkeit
Jürg Buri

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

In diesem Kommentar will ich die folgenden von Herrn Karrer angesprochenen Themen vertiefen
-die Bedeutung von Energieeffizienz und das Fundament dafür in der Schweiz: die Vision der 2000-Watt Gesellschaft
-die zunehmende Bedeutung von Strom als universeller Energiewährung
-die politische Unterstützung für die Neuen Erneuerbaren in Europa
-die Rolle und Akzeptanz von Atomkraftwerken in den OECD-Ländern versus den Schwellenländern

Schliesslich will ich auf die absehbaren Entwicklungen in Europa im Energiebereich und die zu erwartende Energiekrise in den Jahren nach 2012 + X eingehen.

Energieeffizienz und die 2000-Watt Gesellschaft als Energieverzichts-Gesellschaft

Zitat Karrer:
Um den CO2-Ausstoss in den nächsten 20 Jahren zu halbieren, definiert der Bundesrat als zentrale Säule Massnahmen zur Energieeffizienz. Moderne Kühlschränke auf dem neusten Stand der Technik, der Verzicht auf den Stand-by-Modus oder auch Minergiehäuser,…

Energieeffizienz als Schlüssel für die Lösung unserer Energie- und sogar unserer CO2-Probleme, diese Idee ist in der Schweiz in der Vision der 2000-Watt-Gesellschaft verankert, einer Vision, die bereits 1998 formuliert wurde, deutlich bevor Massnahmen gegen Klimawandel breit diskutiert wurden. Die mit dieser Vision verbundene Rückkehr zum Pro-Kopf-Verbrauch des Jahres 1960 unter Beibehaltung der Strukturen zur Zeit des Milleniumwechsels wurde als technische Herausforderung verstanden, die knapper werdende Ressourcen schont (wahrscheinlich im Geiste von „Grenzen des Wachstums“) und Zitat einen Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ermöglicht, damit alle Menschen einen guten Lebensstandard haben (siehe http://www.novatlantis.ch/index.php?id=5).

Mit der 2000-Watt-Pro-Kopf-Vision soll – ohne Neuformulierung – auch das 1 Tonne CO2-Pro-Kopf Ziel realisiert werden. 1 Tonne CO2-Pro-Kopf entspricht in der Energiebtrachtungsweise der 2000-Watt-Gesellschaft einem verbleibenden Energieanteil von 500 Watt durch fossile Energien. Dieses Ziel kann bei dem langsamen Erneuerungsryhthmus der Infrastruktur und der Bausubstanz Zitat „in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts oder spätestens im Laufe des nächsten Jahrhunderts erreicht werden“.
(siehe http://www.novatlantis.ch/fileadmin/downloads/2000watt/leichterleben_dt.pdf).

Heute ist der Pendelverkehr weit bedeutender als in den 1960er Jahren, entsprechend wird nur schon für das Pendeln viel Energie aufgewendet. Doch daran will Novatlantis (Heimstatt der 2000-Watt-Vision) nichts ändern. Statt dessen sollen die Energieverbraucher der bestehenden Infrastruktur eine Effizienzkur durchlaufen. Konkret sollen folgende Ziele angestrebt werden:
Zitat „Leichter Leben“ (2000-Watt-Gesellschaft)
Erstens: Erhöhung der Material- und Energieeffizienz. Zweitens: Substitution von fossilen durch erneuerbare Energieträger und Reduktion der CO2-Intensität der übrigen Nutzung fossiler Energien. Drittens: neue Lebens- und Unternehmensformen – Stichwort: nutzen statt besitzen
– sowie eine Professionalisierung in der Planung und Investition sowie im Betrieb von Bauten und Anlagen.

Auch im Mobilitätsbereich erkennt die 2000-Watt-Vision vor allem Energieziele und nur indirekt CO2-Ziele: Denn die tatsächlichen Potenziale sind ungleich grösser, insbesondere im Gewicht und in der Antriebstechnik, auch im Roll- und Luftwiderstand. Für diese in allen Teilen optimierten Fahrzeuge genügt im Jahre 2050 ein Viertel des heute üblichen Energiebedarfs. Schliesslich resultiert durch die Wahl des geeigneten Verkehrsmittels ein immenser Effekt. Tram, Bus und Eisenbahn bilden in Kombination mit Leichtfahrzeugen aller Art ein vollständiges Mobilitätsangebot.

Leider hält diese positive Beurteilung des ÖV’s den Fakten nicht stand: Pendeln zwischen Bern und Zürich mit dem Zug verbraucht schon mehr als 1000 Watt und der Unterschied zum Pendeln mit dem Auto ist betreffend Energieverbrauch nicht sehr gross. Die oben beschriebenen energieoptimierten Individualfahrzeuge könnten betreffend Energieverbrauch sogar Zug, Tram und Bus übertreffen.

Die 2000 Watt-Pilotregion Basel geht mit PPP-Projekten voraus, aber auch die Stadt Zürich hat sich (per Abstimmung) der 2000-Watt Vision verpflichtet.

Gleichzeitig will der Nationalrat den Kauf von Wohneigentum fördern und ein Volk von Mietern (65%) zu einem Volk von Eigenheimbesitzern machen. Damit wird die Zersiedelung der Landschaft und das Pendeln gefördert.

Fazit 2000-Watt-Gesellschaft:
-der IPCC fordert 1 kg CO2 pro Kopf bis 2050, die 2000-Watt-Vision bietet dies ab 2100
-die 2000-Watt Vision will von allen Energien weniger, der IPCC will nur CO2-Reduktionen
-die 2000-Watt Vision empfiehlt Minenergie P, Science City der ETH realisiert saisonale Wärmespeicher mit Wärmepumpen und ereicht damit eine CO2-freie Klimatisierung nicht aber das Energieziel gemäss 2000-Watt Gesellschaft
-die 2000-Watt Vision will Neubauten nach Minenergie P (massive Dämmung), der IPCC will schnelle CO2-Reduktion wie sie mit grossen Erdwärmespeichern auch bei Altbauten realisiert werden könnten
-die Kombination von Zunahme des Pendelverkehrs, grösseren Wohnflächen und der Zunahme von Ferien im Ausland macht eine CO2-Reduktion auf 1 Tonne CO2 pro Kopf im Jahre 2050 schwierig und das Erreichen dieses Ziels bis 2050 über die 2000-Watt Gesellschaft unmöglich

Europa und die Erneuerbaren Energien

Die Bedeutung der Neuen Erneuerbaren Energien im Europa der Zukunft bestimmt allein die Politik, denn konkurrzenzfähig sind Wind+Sonne- und nur Wind und Sonne fallen ins Gewicht – als Energiequellen nicht. Dies liegt an der geringen Energiedichte von Wind und Sonne, was einen grossen Materialverbrauch bedeutet, es liegt aber vor allem an den grossen Leistungsschwankungen von Wind und Sonne, was teure Energiespeicher und eine grossräumige Vernetzung nötig macht.
Seit sogar konservative Politiker wie Rainer Brüderle (deutscher Wirtschaftsminister, FDP), der die Industrieinitiative Desertec unterstützt, oder Norbert Röttgen (CDU Umweltminister), nicht nur von den neuen erneuerbaren Energien reden, sondern sogar Pläne für ein 100% von erneurbaren Energien bestromtes Deutschland im Jahre 2050 ausarbeiten (siehe http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3997.pdf ), haben sich die Chancen für EE’s nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa deutlich verbessert. Es scheint, dass nur noch die zu erwartenden massiven Strompreiserhöhungen solchen Plänen den Garaus machen können. Doch selbst die NZZ wirbt um Verständnis für höhere Strompreise in der Schweiz mit dem Argument, diese seien für die regenerativ bestimmte Zukunft nötig.

Und so sieht die Energielandschaft in Europa mit einem grossen Anteil heimisch erzeugter (ohne Desertec) regenerativer Energien gemäss der Studie „Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“ (siehe http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3997.pdf) aus:
-Energiequellen sind in Deutschland je hälftig Wind und Sonne, in Ländern mit weniger Wind vor allem die Sonne (Photovoltaik)
-Jedes Teilnehmerland verfügt über ein Smart Grid um das Zusammenspiel der vielen Erzeuger (PV,Windräder) und intelligenten Verbraucher (Batterien von Elektromobilen, Wärmepumpen, …) zu optimieren.
-Neue Hochspannungsleitungen verbinden alle europäischen Länder mit regenerativen Quellen um so Produktionsschwankungen auszugleichen
-Neue Speichertechnologien wie Druckluftspeicher, Wasserstoffspeicher in Kavernen (Salzdomen) und synthetisiertes Methan fangen monatliche oder gar saisonale Leistungsschwhankungen auf

Fazit heimische EE-Energien für Europa
-EE-Energie sparen ausser Brennstoffen (die beispielsweise bei Braunkohle extrem billig sind) nichts ein. Zum bestehenden Netz kommen länderübergreifende Netze, Speichertechnologien, aufwendiges Lastmanagement
-Nimmt man den Einspreisepreis für Photovoltaik in Deutschland zum Massstab, verteuert sich der Strompreis selbst bei billigeren PV-Preisen um ein kleines Vielfaches des heutigen Preises
-Eine Erhöhung der Strompreise um das 3- bis 6-fache, wie durch einen hohen EE-Anteil zu erwarten, würde der Industrie einen Konkurrenznachteil bringen. Den Preisanstieg müssen deshalb die Haushalte allein schultern.

Fossile Energien durch Nichtfossile ersetzen: Strom als neue universelle Energiewährung der Zukunft

Selbst in europäischen Ländern mit viel Wasser- und Nuklearenergie ist der Anteil von Kohle, Öl und Gas deutlich über 50%. Dies liegt daran, dass
-Strassenfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge praktisch ausschliesslich mit Benzin, Diesel und Kerosin betrieben werden
-Heizungen meist fossil sind

In einer nichtfossilen Zukunft müssen also alle europäischen Länder mindestens 50% der bisher erzeugten Energie (nämlich die fossile Erzeugte) durch Nichtfossile ersetzen. Es gibt zwei fossile Homelands, die saniert werden müssen:
-der Gebäudebereich: Gas- und Ölheizungen können durch massive Dämmung (Minenergie P) oder Wärmepumpen ersetzt werden
-der Fahrzeugbereich: Elektromobilität wäre die energieeffizienteste Lösung, das früher favorisiserte Brennstoffzellenfahrzeug hat dagegen einen wesentlich schlechteren Wirkungsgrad

Die beiden Bereiche – Gebäudebereich und Fahrzeugbereich – haben also einen völlig anderen Ersatzbedarf.

Während wir im Gebäudebereich die in Heizungen verfeuerte fossile Energie durch lokale Energien (Erdwärme,Sonne) ersetzen können und zwar
-fast vollständig, wenn das Gebäude sehr gut gedämmt wird (Passivhaus, Minenergie P, + Solarkollektoren)
-zum grossen Teil, wenn Wärmepumpen eingesetzt werden (Vorteil: auch bei Sanierungen möglich)

brauchen wir für nichtfossile Mobilität als Ersatz grosse Mengen an Strom, grosse bei Elektromobilität, sehr grosse bei Brennstoffzellenfahrzeugen. Konkret benötigen heutige schwachbrüstige Elektrofahrzeuge, wenn sie die mehr als 3 Millionen heutigen Schweizer PKW’s ersetzen sollen, den Strom von mehr als 2 AKW’s (siehe Kommentar von Martin Holzherr. 07.06.2010, 1:35
in Konkrete Ansätze zur Verbrauchsreduktion bei Automobilen (Teil 2) http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/06/03/konkrete-ansatze-zur-verbrauchsreduktion-bei-automobilen-teil-2/)

Fazit Ersatz von fossilen Energien:
-Fossile Energien im Gebäudebereich können durch lokale Energien ersetzt werden => kein Strom nötig
-Sanierung von Altbauten über Wärmepumpen braucht mässige Mengen von Strom => wenig Strom nötig
-Alle PKW’s durch Elektromobile zu ersetzen braucht mehr als 2 AKW’s => viel Strom nötig
-Strom wird zur universellen Energiewährung, wenn fossile Rohstoffe wegfallen

Atomkraft in den OECD und nicht-OECD-Ländern

Die Grünen Parteien in Europa haben ihren Ursprung in der Anti-AKW-Bewegung. Windräder und Solarpanel sahen diese Grünbewegten usprünglich und zum grossen Teil immer noch als Ersatz für AKW’s und dass ein Feuerchen (wie es in einem Kohlekraftwerk brennt) etwas schlechtes sein soll, können sich viele dieser Ur-Grünen nicht vorstellen. Trotzdem der offizielle Feind für die Umwelt und das Klima jetzt die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas ist, bleibt die Opposition gegen AKW’s fester Bestandteil der Haltung der deutschen Grünen und hat inzwischen auch auf die anderen sogenannten Volksparteien Deutschlands übergegriffen. So war auch Norbert Röttgen, der neue CDU-Umweltminister für eine vorzeitige Abschaltung der AKW’s. Sogar in Frankreich – dem AKW-Land par excellence – hat sich eine beachtliche Anti-AKW Bewegung etabliert, so dass gewisse Kreise in Frankreich bereits erwägen, Atomstrom später einmal über Unterseekabel aus Algerien oder einem anderen Land Nordafrikas zu beziehen.

Nach Tschernobyl und Three Mile Island wurden weder in den USA noch in Europa sehr viele AKW’s neu erstellt. Die vielen Sicherheitsauflagen für AKW’s haben im übrigen den Bau ungemein verteuert – so verteuert, dass AKW-Strom nicht mehr konkurrenzfähig zu Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken ist. Der hohe Baupreis neuer AKW’s hängt auch mit den gestiegenen Baukosten in den Hochlohnländern Europas zusammen und mit dem Design gewisser neuer Reaktoren wie dem französischen EPR (European Pressurized Reactor), der sicherheitstechnisch neue Massstäbe setzt, dies aber als Festung in Beton realisisert.

In Russland, China und Indien dagegen werden gleichartige Reaktoren wie sie in Europa zu einem 4 Mal geringeren Preis erstellt. China und Indien setzen bis jetzt fast auschliesslich auf Kohlekraftwerke, haben inzwischen aber auch ambitiöse Kernkraftprogramme aufgelegt. Gemäss World Nuclear Assocation wollen
-Indien bis 2050 25% der Elektrizität nuklear erzeugen
-Indien hat eine führende Stellung bei schnellen Reaktoren und Thorium basierten Reaktoren
-China will 400 Gigawatt nukleare Kapazität bis 2050 (wohl etwa 20% der Gesamtkapazität dannzumal)
-China ist schon weitgehend selbstversorgend betreffend Design und Konstruktion von AKW’s

Fazit Zukunft der Atomkraft:
-in den OECD-Ländern haben AKW’s einen schlechten Ruf und sind teuer im Bau
-in den Schwellenländern sollen AKW’s neben den Kohlekraftwerken den zweiten Platz einnehmen
-in den OECD-Ländern ist man bereit in die teureren regenerativen Energiequellen zu investieren, weil man glaubt sich das leisten zu können und man die AKW’s als Gefahrenquellen sieht

Europa und die Energiekrise in den Jahren nach 2011 + X

Eine plötzliche Ölverknappung würde Europa schwer treffen, schwerer als etwa die USA oder Russland, welche beide über eigene Ölreserven verfügen und zudem die Nr.1 und Nr.2 in der Erdgasproduktion sind.
Es gibt zwar insgesamt noch sehr grosse Erdölreserven, die meisten Verbleibenden jedoch als nichtkonventionelles Öl. Die Ölsande Kanadas gehören dabei noch zu den am einfachsten Förderbaren, trotzdem steigt die Förderquote dort nur sehr langsam. Wichtiger als die verbleibenden Reserven ist allerdings das Nachfragewachstum. Der industrialisierte Westen wird nach der Immobilien- und Finanzkrise von 2008/9 noch längere Zeit kaum mehr Öl nachfragen. China jedoch braucht Jahr für Jahr mehr Öl, so dass noch in diesem Jahrzehnt das Nachfragewachstum 2% übersteigen wird. Diese steigende Nachfrage der Schwellenländer wird nicht gedeckt werdne können und in einer grossen Energiekrise münden, welche zuerst ärmere Länder, später aber die meisten Länder ohne eigene Produktion an fossilen Rohstoffen treffen wird.

Fazit Erdölverknappung und Europa
-Öl-importabhängige Länder werden von einer Ölverknappung am stärksten getroffen
-Heizen ohne Öl oder Gas verringert die Importabhängigkeit
-die Elektromobilität wird im Zeitpunkt der Ölverknappung noch keine bedeutende Rolle spielen
-Eine Ölverknappung wird durch Kompensationsversuche auch auf die Gas- und Kohlereserven durchschlagen
-Eine Ölverknappung wird über Materialverteuerungen auch die Neuen Erneuerbaren Energien teurer machen

Gesamtbeurteilung und Empfehlungen
-Es gibt mehrere Gründe die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren, die globale Erwärmung ist nur eine davon, eine zu erwartende Ölverknappung die andere
-Energieeinsparungen durch bauliche Massnahmen gehören zu denn sinnvollsten
-Eine allgemeinen Energiediät a la 2000-Watt Gesellschaft spart zuwenig schnell CO2 ein
-Alle nichtfossilen Energien sollten gefördert werden
-Strom gewinnt an Bedeutung. Mittelfristig wird der Bedarf nach Strom wachsen, kaum aber zurückgehen. Der wichtigste Grund ist der Ersatz von benzin-/dieselgetriebenen Autos durch Elektromobile/Brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Ben Palmer. 16.07.2010, 18:17
@Daniel Gut: “Bisher haben wir im Überfluss gelebt und über unsere Verhältnisse.”
„Wer genau hat im Überfluss und über seine Verhältnisse gelebt? “

Herr Palmer, das ist doch ganz einfach Antwort wenn man die Annahmen kennt.

1) der CO2 Gehalt der Atmosphaere ist zu hoch und was jedes Jahr dazu kommt durch den WeltMensch-Verbrauch von Oel, Gas und Kohle ist zu hoch. (das glauben sie nicht, ich weiss also nur mal so angenommen).

2) Oel, Gas und Kohle sind endlich. Also es gibt ein Maximum beim Foerdern und entsprechend als Folge beim Verbrauch. Oel ist die beste Energiequelle von allen und entsprechend wird der Oelpeak und der entsprechende Niedergang Veraenderungen erzwingen. (Es geht eigentlich nur noch um das wann?). Manche glauben dass das Oel durch nichts so richtig zu ersetzen ist und entsprechend dann mehr oder weniger peaks und declines bei allen anderen Energiequellen zur Folge hat. (das glauben sie vermutlich auch nicht)

3) wir produzieren zu wenig Nahrnungsmittel fuer eine immer weiter wachsende Weltbevoelkerung und in die Schweiz werden schon jetzt rund 50% der Nahrungsmittel importiert. Die industrielle Landwirtschaft funktioniert nur dank Oel und Gas (10 Kalorien input fuer eine Kalorie Nahrung) und zerstoert die Boeden, Fluesse etc.

ok, das langt erstmal.

Als Folge ergibt sich wie bei 2+2

Der weltweite Verbrauch an Energie pro Kopf ist zu hoch und wird/ muss zwangslaeufig sinken.

Entsprechend wird der Verbrauch an Energie sinken ob wir wollen oder nicht.

Und dann kann man mal schauen wer verbraucht heute mehr als das Weltmittel?

Jeder Schweizer rund nen Faktor 3 mehr als das Mittel und so aehnlich in Westeuropa und den anderen reichen Laendern.

Damit wissen wir schon wer zu viel verbraucht. Einige Individuen unter uns „gut“ lebenden eben mehr als andere.

Und viel mehr als kommende Generationen die dann auch noch unseren Muell beseitigen muessen (werden sie es ueberhaupt koennen?).

Gut also obwohl es sich sehr angenehm leben laesst mit all den schoenen „goodies“ kann man sich vielleicht Gedanken machen ob man auch ohne diese Goodies ganz gut leben koennte. Aber ja, das ist dann schon ein anderes Thema.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Daniel Gut: „Bisher haben wir im Überfluss gelebt und über unsere Verhältnisse.“
Wer genau hat im Überfluss und über seine Verhältnisse gelebt? Nehmen Sie dabei Bezug auf die Tatsache, dass Sie eine (im Winter geheizte) Wohnung mit Kühlschrank, Waschmaschine und Elektroherd haben. Dass Sie einen Job haben, der Ihnen sicher mehr Annehmlichkeiten beschert als einem Selbstversorger, der davon lebt, was die Natur hergibt. Dass Sie über einen PC verfügen damit und auf eine weltweite Infrastruktur mit Millionen von anderen PCs Zugriff haben?
Ich verfüge über all diese Annehmlichkeiten in vermutlich ähnlichem Mass. Aber ich kasteie mich nicht; ich beschuldige mich nicht, im Überfluss zu leben.

„Auch der Glaube an Wachstum ist langsam am sterben, die Erde wächst ja auch nicht weiter.“
Ich habe gerade in meinem Garten nachgesehen: die Kartoffeln sind gewachsen und demnächst bereit zur Ernte, die Erdbeeren sind ebenfalls gewachsen und schon verzehrt. Das Gras wächst, wie meine wöchentliche Rasenmäherei beweist. Meine Kinder und Enkel wachsen. Ich glaube an Wachstum.

Aber vielleicht meinen Sie ja ein anderes Wachstum (dann müssten Sie diesen Begriff etwas schärfer definieren). Vielleicht meinen Sie das Wachstum der ANDEREN, derjenigen, die auch eine geheizte Wohnung und einen Kühlschrank möchten, die auch an einem PC über das Netz surfen möchten. In diesem Fall haben Sie recht: dieses Wachstum muss man unterbinden, denn dadurch werden möglicherweise IHRE eigenen Verhältnisse gefährdet, wird IHR Überfluss zurechtgestutzt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

„Möglicherweise hast du recht mit den versteckten Problemen der ganzen Nukleartechnologie, das kann ich nur schwer abschätzen.“

Tja, was soll ich noch zusaetzlich sagen. Steht alles in meinen 4 Oildrum Artikeln. Wir koennen gerne bei Gelegenheit die Punkte mal im Detail und kritisch nach Fehlern anschauen. (Kann ja dadurch nur besser werden).

„Da du ja bei allen nicht-fossilen Energieerzeugungstechnologien unüberwindbare Probleme siehst, ist deine Empfehlung
Wie waere es ueber das “Guertel enger schnallen”
die einzig logische Konsequenz. “

Tja wie soll ich sagen „leider“ ist das so!

„Allerdings gehört Energie einsparen und Energieeffizienz sowieso schon zu den Grundempfehlungen der Evangelisten für Erneuerbare Energien, da sie scheinbar der Skalierbarkeit ihrer Wind- und Solarparks selber nicht so recht trauen.“

Na ja also das stimmt leider nicht. Nimm die 2000 Watt Gesellschaft Studie und die vergleichbaren aus den siebziger Jahren.

Die Illusion ist.. „ja wir nutzen weniger aber leben besser als vorher!“

Das ist eben grundfalsch. Mit 2000 Watt oder 17000 Kwh (thermal)/pro Jahr und Einwohner leben wir eben mehr oder weniger so wie das heutige Weltmittel sagen wir so wie vielleicht heute in „Russland“ oder sagen wir so wie in „Portugal/Griechenland etc..“.

Zur Evolution etc ..

Also ich wuerde sagen der Trend bei ungebremsten Wachstum einer Population (Overshoot) endet immer mit einem „Dieoff“ Heuschreckenplagen zum Beispiel.

Was man auch beobachten kann manche Gruppen springen vom Wachstums Zug ab und arrangieren sich einigermassen mit den neuen Bedingungen.

Ansonsten (wie schon mal erwaehnt nach den 7 fetten Jahren kommen die 7 mageren Jahre .. eine vernuenftige Strategie ist in der Geschichte auch beschrieben).

Dann gibt es noch den Spruch

Wachstum in der Kindheit/Jugend ist normal

aber bei Erwachsenen fuehrt das zu Uebergewicht und Krebs sowie den Folgekrankheiten… ein Blick in die USA zeigt worum es geht.

Also Wachstum an sich ist eben nicht biologisch begruendet. Sonder sowas wie ein genetischer Fehler (Krebs).

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Daniel Gut. 16.07.2010, 11:04
Zitat:

„Bisher haben wir im Überfluss gelebt und über unsere Verhältnisse.
Auch der Glaube an Wachstum ist langsam am sterben, die Erde wächst ja auch nicht weiter.“

Frewilliger Wachstumsverzicht kann zwar aus vorausschauender Sicht sinnvoll oder sogar angezeigt sein, hat aber auch seine Probleme, wie der Artikel
„The challenges of voluntary de-growth “ zeigt (siehe
http://www.iier.ch/content/challenges-voluntary-de-growth).

Die 2000-Watt-Gesellschaft, die ich in einem späteren Beitrag besprechen werden, geht dagegen davon aus, dass niemand Nachteile erleidet, wenn man sich beschränkt. Dazu später.

Hier eine Kurzzusammenfassung des Artikels

Risiken und Herausforderungen durch freiwilligen Wachstumsverzicht
http://www.iier.ch/content/challenges-voluntary-de-growth

Freiwilliger Wachstumsverzicht ist aus evolutionären Gründen, wegen Substitutionseffekten und wegen den Finanzmärkten, die Wachstumsmodelle als Basis haben mit sehr vielen Problemen verbunden. Nicht mehr wachsen sollte man nicht freiwillig, sondern erst, wenn es absehbar bist, das einem nichts anderes übrigbleibt.
Hier die wichtigsten Puntke, die im Artikel besprochen werden:
-Evolutionär hat sich bei Tieren und Menschen die Tendenz ausgebildet, vorhandene Ressourcen kurzfristig zu verbrauchen, gespart wird nur für absehbare Mangelperioden in naher Zukunft.
-Individuelles Sparen wird nicht belohnt, andere verbrauchen das, was man einspart
-Die 1-Kind-Familie bedeutet nur Verlust an Gewicht, wenn andere Gruppen sich umso mehr vermehren
-Schrumpfende Märkte verunmöglichen das Zurückzahlen von Krediten, bedrohen Pensionen und Aktiengewinne

Fazit:
-Wachstumsverzicht belohnt andere, ausser man schwört alle auf einen Wachstumsstop ein
-Man sollte Strategien entwicklen um einen extern erzwungenen Wachstumsstop in seinen Konsequenzen zu mildern

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Martin Holzherr
Man wird sehen wer eine Flause im Kopf hat und wohlstandsverwöhnt ist.
Bisher haben wir im Überfluss gelebt und über unsere Verhältnisse.
Auch der Glaube an Wachstum ist langsam am sterben, die Erde wächst ja auch nicht weiter.

@Peter Bühler
Ein Fluss nimmt auch den Weg des geringsten Widerstandes, nur wir Menschen können fast alles machen, vorwiegend unseren Lebensraum zerstören, darin sind wir unschlagbar!
Gestern kam auch ein schönes Beispiel in 10vor10 wie es zu und her geht in Nigeria ist ja ein tolles Szenario.

Es ist anscheinend so das viele Menschen wirklich nur an sich denken und sich wirklich einen deut drum kümmern wie es nachfolgende Generationen gehen wird.
Hauptsache wir können jetzt uns nach Lust und Laune austoben, nach mir die Sintflut.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„nach Sonnenuntergang ca. 8 Stunden lang auf Vollast weiter Energie produzieren“

Kein Problem…

http://www.readers-edition.de/2010/04/15/spanien-erzeugt-solarstrom-mit-diesel-generatoren/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Michael Dittmar. 16.07.2010, 8:22

Hoi Michael,
Danke für die Korrekturen betreffend Uranausnützung durch Brüter (nur maximal 60 Mal bessere Ausnützung von Uran).

Möglicherweise hast du recht mit den versteckten Problemen der ganzen Nukleartechnologie, das kann ich nur schwer abschätzen.

Da du ja bei allen nicht-fossilen Energieerzeugungstechnologien unüberwindbare Probleme siehst, ist deine Empfehlung

Wie waere es ueber das “Guertel enger schnallen”

die einzig logische Konsequenz. Allerdings gehört Energie einsparen und Energieeffizienz sowieso schon zu den Grundempfehlungen der Evangelisten für Erneuerbare Energien, da sie scheinbar der Skalierbarkeit ihrer Wind- und Solarparks selber nicht so recht trauen. Daniel Gut schreibt in seinem Kommentar vom 13.07.2010, 13:29
Jedes Negawatt (nicht verbrauchte Energie) ist die billigste Energie!
Der Ausdruck Negawatt (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Negawatt_power) wurde von Amory Lovins geprägt. Amory Lovins sagte uns eine Energiezukunft voraus, wo jeder im Prinzip seine Energie selber produziert oder sie zum Teil sogar exportiert und prägte dafür den Begriff soft energy paths (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Soft_energy_path).

Amory Lovins (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Amory_Lovins) hat seine Ideen bereits vor 30 Jahren publiziert und auch konkrete Voraussagen über die Entwicklung Richtung I>soft energy paths gemacht. Der heutige EE-Hype scheint seine Ideen aufzunehmen, allerdings viel später als zuerst von Lovins vorausgesagt und wie es weitergeht weiss eh niemand.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

zu deiner Antwort: zum Uran und den angeblichen Gen IV Reaktoren (zu den EE’s stimmen wir fast ueberein.. ausser: Ich finde wir wissen schon genug dazu und eine „technische“ Revolution wird es nicht geben, sondern wir werden uns mit dem was wir wissen arrangieren!
entsprechend dem Schluss
# Kommentar von Martin Holzherr. 15.07.2010, 23:47
@Kommentar von Daniel Gut. 15.07.2010, 16:59

jetzt zum Uran:

———————–
“Woher haben wir das Uran oder die wiederaufbereiteten Brennstäbe? Sind wir wirklich unabhängig?”
Uran wird in Kanada, Australien, Russland, Kasachstan, … abgebaut.
———————-

Man sollte Russland im Moment weglassen (bzw nur die Laender anschauen die viel mehr Uran extrahieren als sie verbrauchen!).

Und die Frage stellen warum alle grossen Verbraucher in den OECD Laendern ausser Kanada praktisch die Uranfoerderung eingestellt haben. (einmal googlen nach „Wismut AG“ zum Beispiel zeigt auch etwas von den realen Folgekosten)

ansonsten ist es ein Fakt:
rund 2/3 des noetigen Urans kommen seit 10-15 Jahren aus der Erde und der Rest aus der Ueberschussproduktion der 80ziger Jahre und den Militaerbestaenden. Die USA KKW’s laufen mit 50% russischem Waffenuran (bis 2013). Danach fehlen den USA 10000 Tonnen pro Jahr in etwa die Foerderung in Kanada. (die USA foerdern selbst nur noch rund 1500 Tonnen Uran.)

„Momentan hat es noch genug, auch darum weil die Atomenergienutzung in den OECD-Staaten eher zurückgeht. “

Genug ist relativ! Aber in Westeuropa braucht man im Moment rund 21000 Tonnen pro Jahr und die Euratom supply Agency sagt in 15 Jahren braucht man nur noch etwa 15000 Tonnen (durch den Ausstieg in Deutschland werden aber nur 3000 Tonnen „frei“).

„Kernkraftwerke der 4.Generation (verschiedene Varianten von schnellen Brütern) brauchen 100 bis 1000 Mal weniger Uran und erzeugen bis 100 bis 1000 Mal weniger radioaktiven Abfall, damit wäre der Brennstoffvorrat unbegrenzt.“

Also erstmal sind es maximal und rein theoretisch etwa rund nen Faktor 60 weniger Natururan weil man versucht das U238 besser zu nutzen als bisher (schon jetzt kommt rund 30% der Energie in unseren KKW’s aus U238 + neutron –> Pu239 (was dann direkt gespalten wird))

Ansonsten ist Gen IV sowas wie der fromme Wunsch der EE von KKW Fans aber nicht mehr.

Selbst die Glaeubigen haben inzwischen den moeglichen Start auf nicht vor 2040 gelegt (urspruenglich ab 2030). In der Realitaet funktioniert bisher ueberhaupt nichts.

Also man sollte mindestens genauso kritisch bei KKW’s sein wie bei EE jeder Art.

„Sind wir wirklich unabhängig? mit Uran. Uran kann gehortet werden.“

Ja aber jetzt sind die zivilen Reserven praktisch aufgebraucht und selbst nach der WNA ist es unklar was ab 2015 passieren wird und woher das noetige Uran kommen soll.

Aber das interessiert die Areva(Siemens) etc nicht solange sie mit einen Auftrag fuer etlichte Milliarden bekommen ist es sogar besser die Diskussion ueber Uran zum Schweigen zu bringen.

Fuer die AXPO waere es dagegen vielleicht gut das im Detail zu analysieren (und nicht nur die vielleicht geschmierten Meinungen von einigen Leuten unkritisch zu uebernehmen)!

„ China hat übrigens gerade angefangen sich ein Lager anzulegen, wohl für die Reaktoren, die schon bald in Betrieb gehen.“

Na ja, also man koennte vielleicht sagen einige Chinesen sind sich der Resourcen Probleme eher bewusst als die Europaeer und es gibt sogar Uni-Institute in China die sich mit Peak Oel etc beschaeftigen.

also zum Abschluss..

Wie waere es ueber das „Guertel enger schnallen“ und das Abnehmen als Massnahme gegen Uebergewicht zu diskutieren?

Und zwar bevor man ein Uebergewicht wie in den USA pro Einwohner hat.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Peter:

Zu den Subventionen an Fossile Energieträger:

Für Schwellen & Entwicklungsländer:

Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA wurde der Verbrauch fossiler Brennstoffen in Entwicklungs- und Schwellenländern 2008 mit rund 557 Milliarden US-Dollar (467 Mrd Euro) gefördert. Die jährliche Subventionen für die Produktion würden auf bis zu 100 Milliarden US-Dollar taxiert.
http://www.oecd.org/dataoecd/55/5/45575666.pdf

Für Deutschland:

Umweltschädliche Subventionen kosten den Fiskus gut 48 Milliarden Euro pro Jahr; das entspricht rund einem Fünftel des Bundeshaushaltes. Und die Tendenz ist leider steigend. Fast die Hälfte der Subventionen begünstigt direkt den Verbrauch fossiler Energieträger.
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2010/pd10-032_umweltschaedliche_subventionen_kosten_48_milliarden_euro.htm

Das EEG ist im Vergleich ein Witz…

Für die Schweiz & die EU habe ich auf die schnelle keinen Wert gefunden.

Bin gespannt wie das Ende der Subventionen sich auf die Preisrechnungen auswirken wird…

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Atomkraft wird über die reduzierte Haftpflichtversicherung massiv subventioniert. Derzeit ist die Versicherungspflicht der AKW-Betreiber bei einem Unfall auf 1 Mrd. CHF beschränk (nur 300 Mio über Private, der Rest über den Bund). Bei einem Grossunfall kann das leicht um das 1000 fache überschritten werden, das Bundesamt für Zivilschutz rechnet sogar mit 4200 Mrd.
Nur wenn die AKW Betreiber eine vollumfängliche, private Versicherung abschliessen müssen kann von Kostenwahrheit gesprochen werden.

Eine voll-Versicherungslösung wäre im Verbund mit allen europäischen AKWs durchaus möglich & finanzierbar – Nur wollen die AKW Betreiber nichts davon wissen ihre Verantwortung für die Risiken zu übernehmen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Daniel Gut. 15.07.2010, 16:59

Kurz zusammengefasst beantworte ich hier folgende Fragen:
-Herkunft und Versorgunssicherheit von Uran
-Kosten von Atomreaktoren im Vergleich zu Windparks
-Grundlastfähigkeit von solarthermischen Kraftwerken
-Windkraft verbilligt Spitzenenergie?

um dann zum Schluss zu kommen, dass EE’s ohne technische Revolution im Stromspeicherbereich nur etwas für Reiche sind.

„Woher haben wir das Uran oder die wiederaufbereiteten Brennstäbe? Sind wir wirklich unabhängig?“

Uran wird in Kanada, Australien, Russland, Kasachstan, … abgebaut. Momentan hat es noch genug, auch darum weil die Atomenergienutzung in den OECD-Staaten eher zurückgeht. Kernkraftwerke der 4.Generation (verschiedene Varianten von schnellen Brütern) brauchen 100 bis 1000 Mal weniger Uran und erzeugen bis 100 bis 1000 Mal weniger radioaktiven Abfall, damit wäre der Brennstoffvorrat unbegrenzt.
Sind wir wirklich unabhängig? mit Uran. Uran kann gehortet werden. China hat übrigens gerade angefangen sich ein Lager anzulegen, wohl für die Reaktoren, die schon bald in Betrieb gehen.

„Die Kosten des neuen Finnischen Reaktors steigen stetig, in der Zwischezeit wird von 8Mia Euro gesprochen.“

Der Bau des Olkiluoto-Reaktors ist etwas aus dem Ruder gelaufen. Es ist der erste seiner Art, es fehlte an der Bauaufsicht und qualifizierten Baufirmen. Die Baukosten für neue Atomreaktoren sind aber auch dann, wenn alles gut läuft, sehr hoch (ausser in China). Doch selbst 8 Milliarden Euro für einen 1.6 Gigawatt Reaktor, der mindestens 60 Jahre läuft sind immer noch viel weniger als die Investionskosten für all die Windparks, die die gleiche Leistung erbringen. In den 60 Jahren Laufzeit des Atomreaktors müssen die Windparks übrigens 3 Mal komplett ersetzt werden. Die Kosten für die Windparks verteilen sich zudem auf viele Investoren und werden über die Einspeisevergütung wieder hereingeholt. Letzlich zahlt der Stromverbraucher in D diese Kosten, gestreckt über die Betriebszeit. Die Stromkosten steigen in D wegen der Einspeiseverütung jährlich um 8% (allerdings vor allem wegen der Photvoltaik).

„Die Leute wurden erzogen den Strom in der Nacht zu brauchen, damit eben Grundlast ensteht.“

Es gibt kein Idealkraftwerk – mindestens bis jetz noch nicht.

„In Spanien gibt es übrigens ein Solarthermisches Kraftwerk das nach Sonnenuntergang ca. 8 Stunden lang auf Vollast weiter Energie produzieren kann.“

Andasol hat Salzschmelzen als Wärmespeicher und ist damit fast schon grundlastfähig. Momentan ist der Strom aus solchen solarthermischen Kraftwerken noch etwa 4 Mal teurer als aus US-Kohlekraftwerken und 3 Mal teuerer als aus deutschen Gaskraftwerken. Das Projekt Desertec (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/06/21/wustenstrom-fur-europa/) soll vor allem auf solchen solarthermischen Kraftwerken beruhen und einmal 15% des europäischen Stroms liefern (für 400 Milliarden Euro). Für Desertec spricht die Konstanz mit der die Sonne in der Sahara scheint (kaum bedeckte Tage), so dass der Desertec-Strom grundlastfähig wird. Gegen Desertec spricht die Komplexität dieses Grossprojekts mit hunderten von beteiligten Firmen, vielen anspruchsvollen Technologien (transmediterrane Hochspannungskabel usw.) und vielen beteiligten Staaten.

„Und es hat schon Studien gegeben die Belegen sollen das die Windkraft die Spitzenenergiepreise markant reduziert haben.“

Das sind nicht nur Studien, das können sie an der Strombörse immer wieder beobachten (siehe http://www.wind-energie.de/fileadmin/dokumente/Presse_Hintergrund/HG_Windstrom%20daempft%20Strompreis.pdf). Leider ist das ein sehr schwaches, schon fast verzweifeltes Argument für Windstrom. Heute gilt: Windparks in Deutschland ersetzen kein einziges konventionelles (in D fossiles) Kraftwerk. Für kurze Flauten genügen noch Pumpspeicherkraftwerke, für längere müssen die fossilen Regelkraftwerke einspringen (meist Gaskraftwerke).
Windkraft is also immer nur additionell. Etwas was dazukommt ohne irgendetwas anderes zu ersetzen (ausser natürlich Brennstoff) verursacht aber insgesamt zusätzliche Kosten. Wenn es wenigstens so wäre, dass immer dann, wenn Strom knapp ist, Starkwind herrscht, aber so ist es nicht. Starkwind verursacht in Deutschland ebenfalls zunehmend Kosten, weil der Überschussstrom nur mit negativen Preisen überhaupt einen Abnehmer findet: man zahlt einem Abhnehmer (z.B. einem österreichischen Pumpspeicherkraftwerk), dass es Windstrom konsumiert.
In ihrem früheren Kommentar vom 13.07.2010, 13:29 schrieben sie von einer Energierevolution bei der jeder mitragen kann in Form einer 5000kWp Photovoltaikanlage mit der man die Energie für ein Einfamilienhaus (heutiger Technik und Verbrauch) problemlos über 30 Jahre produzieren kann.
Das haben sie recht, das wäre eine Revolution, wenn man sich autonom und trotzdem kostengünstig mit Strom versorgen könnte. Leider gilt auch hier wieder, dass eine Photovoltaikanlage nur etwas additionelles ist. Ihr Strom wird ins Netz eingespiesen und letztlich versorgt sie das Netz mit Strom und nicht die Photovoltaikanlage.

Fazit:
-Grundlastfähigen Strom mit Sonne und Wind zu erzeugen ist möglich, wird aber teuer. Energie und Strom muss billig sein, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern. EE ist deshalb eine Flause von Wohlstandsverwöhnten
-Energie aus Sonne und Wind könnte sich durchsetzen, falls es plötzlich billige Stromspeicher gäbe
-Früher oder später müssen alle Energiequellen nicht fossil sein. Die besten Kandidaten für diese zukünftigen nicht fossilen Energiequellen sind neue Formen der Nuklearenergie oder die Fusionsenergie.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Peter Bühler
Glauben sie der Ölpreis bleibt so tief?
Wie lange noch? Glauben sie das Gas bleibt so billig?
Wie war das in den siebzigern wo der Treibstoff knapp wurde?
Oder als das Barrel bei 150 Dollar lag.
Ist die Wirtschaft darauf vorbereitet?
Es ist tragisch sich nicht aktiv um die Zukunft zu kümmern,
solange man Zeit hat! Ich denke jeder Unternehmer sollte das machen. Das heisst aber auch verschiedene Szenarien anzuschauen, wleches dann das Resultat bzw. richtig war oder ist wird sich später weisen.
@Martin Holzherr
Woher haben wir das Uran oder die wiederaufbereiteten Brennstäbe?
Sind wir wirklich unabhängig?
Die Kosten des neuen Finnischen Reaktors steigen stetig, in der Zwischezeit wird von 8Mia Euro gesprochen.
Auch die Bauzeit dauert schon 5Jahre länger als geplant.
Soviel ich weiss sind Baugleiche Typen in der Schweiz geplant.
In Spanien gibt es übrigens ein Solarthermisches Kraftwerk das nach Sonnenuntergang ca. 8 Stunden lang auf Vollast weiter Energie produzieren kann.
Die Leute wurden erzogen den Strom in der Nacht zu brauchen, damit eben Grundlast ensteht.
Und es hat schon Studien gegeben die Belegen sollen das die Windkraft die Spitzenenergiepreise markant reduziert haben.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

Ihr Bemühungen um Sachlichkeit scheinen immer wieder und aus unerfindlichen Gründen zu erlahmen. An der ermüdenden Natur der Fakten vielleicht?

Der weltweit massiv steigende Konsum an fossilen Energieträgern – KYOTO-Protokoll, Import oder Eigenförderung hin oder her – IST R E A L.
Ich kann nicht erkennen, dass diese Entwicklung mit meinen Neigungen konform geht. Sie lässt sich ganz einfach nicht abstreiten.

Zur Schweizerischen Energiepolitik…

„unabhängiger von Öl- und Erdgasimporten“

Stellt ein Ziel dar, das heute à tout prix anzustreben, keine Notwendigkeit besteht. Versorgung über mehrere Kanäle ist mittelfristig wichtiger.
So etwas wie ein „Plan Wahlen“ in Sachen Energieversorgung mag in Krisenszenarios eine Rolle spielen. Die Krise aber geradezu herbeizubeten, macht mit Blick auf die derzeit vorhandenen Optionen wenig Sinn.

„Alle Neubauten sollten ohne Öl- oder Erdgasheizung auskommen“

Dann schaffen Sie dafür die steuerlichen Anreize.

„Altbauten sollten mit Erdwärmesonden nachgerüstet werden und so ebenfalls von Öl und Erdgas als Brennstoff wegkommen“

Ein Wunschtraum. Im Fall alter Gebäude steht Gebäudeisolation versus Heimatschutz und Ästhetik, technische Heizlösung versus Bauphysik. In kalten Wintern mutiert die Wärmepumpe zur schlichten Elektroheizung.

„die AKW’s sollten entweder ersetzt werden oder in der Laufzeit verlängert werden“

Auch die Option „Neubau“ – die ich keineswegs im Voraus gutheisse – gehört in die Debatte.

„auf Gaskraftwerke als Übergangslösung sollte verzichtet werden“

Sie finden sich bei Ablehnung des vorherigen Punktes, der KK-Variante, wieder auf der Traktandenliste, auch wegen der raschen Bauzeit. In der Summe beider Punkte: DIE Gretchenfrage für jeden Grünen.

„Photovoltaik, technische Machbarkeit, Energierevolution etc.“

Etwas weiter unten hatten Sie den Materialbedarf des Desertec-Projektes vorgerechnet und den – nicht zu vernachlässigenden – EROI. Tun Sie’s redlicherweise auch hier.

Angenommen, die Schweiz könnte und möchte sich so was leisten (Standardargument: die Rettung der Banken haben wir uns Beträge in vergleichbarer Höhe kosten lassen). Sie denken nicht ernsthaft, dass das luxuriöse Modell mit Blick auf die vorhandenen, materiellen Ressourcen, die Kosten etc. irgendwie exportfähig oder kopierbar wäre?
Die Schweiz als energieselige und rechthaberische Insel in einer Welt rauchender Kohlenschlote?

Man soll im Übrigen niemanden daran hindern, privat die – netzunabhängige! – solare Energieautarkie zu suchen. Eine Alternativheizung und zwei, drei Ster Holz hinter dem Haus seien empfohlen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Tim Schloendorn: „Die heutigen, billigen Strompreise existieren nur wegen massiver Subventionen von sowohl Atom als auch fossiler Energie.“

Es wäre nützlich, wenn Sie diese Subventionen hier einmal detailliert aufzählen und beziffern (umgelegt auf die Energieeinheit) könnten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Zur Erinnerung: Die heutigen, billigen Strompreise existieren nur wegen massiver Subventionen von sowohl Atom als auch fossiler Energie.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 14.07.2010, 15:53

Noch eine Bemerkung zur ihren fossilen Neigungen.

Anders als sie schreiben Zitat
„Die Kohle- und Erdgasvorräte reichen noch weit, und man wird sie nutzen, bevor die Energieversorgung zusammenbricht.“

-beginnt die chinesische Nachfrage nach Kohle das heimische Angebot zu übersteigen. China importiert also zunehmend Kohle
-Erdgasvorräte gibt es in Russland und den USA, aber Europa importiert Erdgas
-sollte sich ein Engpass in der Ölversorgung einstellen, werden die USA und Russland teilweise auf Erdgas als Ersatz zurückgreifen, womit sich die Versorgung Europas verschlechtert

Die Schweiz sollte eine Energiepolitik verfolgen
-die sie unabhängiger von Öl- und Erdgasimporten macht
-Alle Neubauten sollten ohne Öl- oder Erdgasheizung auskommen
-Altbauten sollten mit Erdwärmesonden nachgerüstet werden und so ebenfalls von Öl und Erdgas als Brennstoff wegkommen
-die AKW’s sollten entweder ersetzt werden oder in der Laufzeit verlängert werden
-auf Gaskraftwerke als Übergangslösung sollte verzichtet werden

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 14.07.2010, 15:53

Ganz so einfach, wie sie es darstellen, ist es nicht, Herr Bühler, obwohl sie in der praktischen Konsequenz recht haben.

Es scheint möglich – selbst in der Schweiz – den Strombedarf allein mit Photovoltaik und einer intelligenten Speicherstrategie zu decken (in der Schweiz Wasserkraft). Die notwendigen Photovoltaik- Flächen sind allerdings gewaltig und der Preisanstieg für Strom noch gewaltiger. Doch machbar ist es, vor allem wenn man den heute sehr niedrigen Preis für Strom berücksichtigt.

Wer von der folgenden Aussage

„Jeder von uns kann bei dieser Energierevolution mitragen ohne das es weh tut, und dies wirklich nachhaltig.“

überzeugt ist, denkt vielleicht sogar: eigentlich gar nicht so viel Geld für eine Revolution (wenn es auch nur eine Energierevolution ist).
Die Schweizer Industrie denkt da jedoch wahrscheinlich anders.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Die von vielen Medien mitgetragene Behauptung, Wind- und Solarenergie könnten bereits heute einen wirksamen Beitrag zur Energieversorgung leisten, ist auf schlampige Recherchen, weltanschaulichen Goodwill, mangelnden technischen Sachverstand und allenfalls redaktionelle Zurückhaltung gegenüber den grossen, sich immer grüner gebärdenden Anzeigenkunden zurückzuführen.

Wind- und Solarkraft werden Kohle- oder Atomstrom noch lange nicht ersetzen. Die energiehungrigen Aufsteiger China und Indien u. a. dürften sich ohne Rücksicht auf westliche CO2-Lamentos nehmen, was sie brauchen. Die Kohle- und Erdgasvorräte reichen noch weit, und man wird sie nutzen, bevor die Energieversorgung zusammenbricht.

Wunschdenken hinsichtlich der Finanzierbarkeit und quantitativen Bedeutung von Erneuerbaren Energien und Illusionen über die Energiepolitik und den künftigen weltweiten Konsum an fossilen Energieträgern bringen die Energiedebatte keinen Schritt weiter. Das werden erst neue und effiziente Technologien leisten, vor deren Einsetzbarkeit noch ein gutes Stück Weg liegt. Bis dahin sind pragmatische Übergangslösungen gefragt.

Man darf darüber nachdenken, ob das EE- Einlenken der grossen Energieerzeuger inkl. künstlicher Stromverteuerung sich am Ende nicht als Bumerang erweist, nämlich dann, wenn es um den vermutlich unverzichtbaren Neubau von AKWs oder Gaskraftwerken geht. Auf die Unterstützung durch all die neuen grünen Freunde ist nicht zu zählen. Im Gegenteil: der Verweis auf die EE-Investitionen und deren absolut Kernkraft und Gas sparende Wirkung wird nicht ausbleiben. Die «sowohl als auch»-Appelle drohen ungehört zu verhallen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Tim Schloendorn. 14.07.2010, 12:46

Zitat:„Übrigens ist der Strombedarf keineswegs Tag/Nacht konstant. Der ewige Ruf nach perfekt konstanter Energieproduktion für einen schwankenden Demand geht mir allmählich auf den Keks – Die Energieproduktion muss mit dem Demand Schritt halten, und dazu tragen sowohl flexible Energieproduktion als auch flexibler Energieverbrauch bei. Die “Bandenergie” aus Kohle und Nuklearkraft ist ebenso routinemässig auf teure Speicher (im Moment Pumpspeicher) angewiesen wie die Windenergie…“

Regelenergie für Atomkraftwerke und für Windkraftwerke

Das Idealkraftwerk passt sich in der Stromproduktion dem Bedarf gleitend an. Jedes reale Kraftwerk benötigt jedoch Regelenergie um die gelieferte Strommenge mit der nachgefragten zur Deckung zu bringen. Bandkraftwerke wie beispielsweise Atomkraftwerke begnügen sich mit Pumpspeicherkraftwerken als Regelenergiekraftwerken. Diese gleichen Tagesschwankunge im Bedarf aus.

Die aus Windparks gelieferte Energie schwankt jedoch auf allen denkbaren Zeitskalen: saisonal (Starkwind im Winter, Flauten im Hochsommer), kurz- und langfristig. Im Jahre 2002 standen die dänsichen Windräder 54 Tage lang still wegen einer langanhaltenden Flaute. 100% Strom aus erneuerbaren Energien bedarf deshalb grossdimensionierter Stromspeicher. Die Wasserkraft in Norwegen genügt als Regelenergie nicht um die Schwankungen der deutschen Windenergie im Jahre 2050 auszugleichen. Die kostengünstigste Form eines solchen Stromspeichers, der adiabatische Druckluftspeicher, der ab 2003 getestet werden soll, kostet pro gespeicherter Energiemenge etwa so viel wie ein Gaskraftwerk.

100% Neue Erneuerbare

Die deutsche Studie „Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“ (siehe http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3997.pdf) formuliert das erste Mal das Ziel, Strom (und im Jahr 2050 soll Strom die dominante Energiequelle in D sein) rein mit erneuerbaren Energien zu erzeugen. Hier der geplante Mix an Quellenergien:
-Wind Land: 60 Gigawatt; 180 Terawattstunden/Jahr
-Wind Offshore: 45 Gigawatt; 180 Terawattstunden/Jahr
-Geothermie: ; 63.75 Terawattstunden/Jahr
-Photvoltaik: 275 GW; 248 Terawattstunden/Jahr
Als Speichertechnologien sollen Wasserstoffspeicher in Salzdomen (Wirkungsgrad 42%) und Methanspeicher (Strom->Wasserstoff->Methan; Wirkungsgrad 35%) eingesetzt werden.

Was auffällt ist der grosse Anteil and Photovoltaik, also die teuerste Art Strom zu erzeugen. Bis 2010 wurde in Deutschland mehr als 50 Milliarden Euro an Einspeisegarantien (über 20 Jahre) für Photovoltaik ausgesprochen und der Anteil der Photovoltaik an der deutschen Stromerzeugung ist 2010 gerade mal 1%. Sogar Photovoltaikspezialisten erwarten nicht, dass PV bis zum Jahre 2050 mit dem Preis fossiler Stromerzeugung konkurrieren kann. PV-Strom kann jedoch bis dann in den Preisbereich des Stroms für den Endabnehmer kommen. Das hilft jedoch nicht viel, solange die Stromspeicherung so teuer ist.

Fazit:
-100% Stromerzeugung aus Erneuerbaren scheint aus meiner (uninformierten) Sicht möglich, verteurt den Strom aber mindestens um den Faktor 3 bis 5 (vielleicht auch mehr)
-Michael Dittmar (Physiker,Mitblogger) dagegen hält eine Umstellung auf rein neue erneuerbare Energien für unmöglich wegen dem schlechten Energy Return on Energy Invested (EROI).

Post Skriptum: EROI ist die Nettoenergie nachdem man alle Energieaufwände für Materialherstellung, Fertigung etc. abgezählt hat. Man überlege sich auch mal, was es bedeuten würde Windräder und Solarpanels mit rein erneuerbarem Strom herzustellen

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Again, mein ewiger reminder zum preisvergleich der erneuerbaren vs. fossilen / kernenergie:

Wie immer werden die Subventionen an Fossile & Kernenergie beim Preisvergleich ausgeblendet.

Ich möchte alle Beteiligten ermutigen diesen selbst nachzusgehen.
Mit der Bitte subventionierte Versicherungskosten für AKWs sowie Öl-Beschaffungskriege genauso mitzuzählen wie Forschungssubventionen und klassische Deutsche Kohlesubventionen.
Dabei fallen nur direkte Subventionen auf, dazu kommen noch externe Kosten wie Gesundheitsschäden (z.B. bei Chinesischer Kohle besonders krass) die sich nicht beziffern lassen.

Obendrein vergleicht Martin mal wieder existierende Solartechnologie (Materialbedarf) mit (inexistenten) Fusionsreaktoren.

Übrigens ist der Strombedarf keineswegs Tag/Nacht konstant. Der ewige Ruf nach perfekt konstanter Energieproduktion für einen schwankenden Demand geht mir allmählich auf den Keks – Die Energieproduktion muss mit dem Demand Schritt halten, und dazu tragen sowohl flexible Energieproduktion als auch flexibler Energieverbrauch bei. Die „Bandenergie“ aus Kohle und Nuklearkraft ist ebenso routinemässig auf teure Speicher (im Moment Pumpspeicher) angewiesen wie die Windenergie…

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Daniel Gut. 14.07.2010, 10:37

Die Probleme von Wind- und Sonnenenergie sind die kleine Energiedichte und die Leistungsschwankungen.

Windräder waren eine der frühesten Energielieferanten, verschwanden aber wieder als „bessere“ Energiequellen (damals die fossilen) auftauchten. Die Windgewinnungstechnologie hat immer noch die gleichen Probleme wie eh (fehlende Speicherbarkeit der Energie) und verbreitet sich jetzt nur aufgrund der Förderung. In China werden zwar viele Windparks gebaut, sie liefern aber einen verschwindend kleinen Beitrag zur Stromversorgung und die Förderung dient wohl eher dazu, international konkurrenzfähige Lieferanten von Windturbinen heranzuzüchten.

Photovoltaikanlagen werden in China hergestellt, aber nicht zur eigenen Stromproduktion verwendet. China ist das Land der Solarkollektoren, allerdings nimmt ihre Bedeutung mit zunehmenden Wohlstand ab.
Grosstechnische solarthermische Anlagen sind in China im Versuchsstadium. ESolar (siehe http://www.esolar.com/)hat einen Vertrag mit chinesischen Partnern abgeschlossen, der zwei Ein-Gigawatt-Anlagen beinhaltet. Der Gründer von ESolar, Bill Gross, hofft, dass die chinesische Massenfabrikation seine Heliostaten konkurrenzfähig zu Erdgaskraftwerken machen kann. Allerdings sind ESolar’s Kraftwerke per se nicht grundlastfähig (keine Stromproduktion in der Nacht).

Der Materialbedarf für photovoltaische Anlagen und solarthermische Anlagen ist gewaltig. Im Blogbeitrag Wüstenstrom für Europa? (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/06/21/wustenstrom-fur-europa/) habe ich diesen durchgerechnet für den Fall, dass alle Energie, die heute verbraucht wird, mit aus Aluminium gefertigten solarthermischen Anlagen erzeugt wird. Resultat:
Man benötigt das 300-fache an Aluminium, das heute pro Jahr verbraucht wird.

Eine derartig flächen- und materialintensive Technologie, wie die Solartechnologie es ist, wird sich meiner Meinung nach nicht durchsetzen. Eher sehe ich eine verbesserte klassische Nukleartechnologie als Zwischenlösung – solange es die Kernfusion nur auf dem Papier gibt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Martin Holzherr
Sie haben geschrieben:
„Das Ziel muss die Entwicklung einer kostengünstigen nichtfossilen, praktisch unbegrenzten und risikoarmen Energiequelle sein.“
Da bin ich völlig einig.
Nur den Fusionsreaktor hat man schon vor Jahren angekündigt und jetzt schiebt man diesen wieder 50 Jahre weiter zurück.
Mutter Natur besitzt den grössten Fusionsreaktor, die Sonne.
Und diese schickt unendlich viel Energie auf die Erde, obwohl nur ein Bruchteil am Boden ankommt.
Dieser Bruchteil reicht um uns mit genügend Energie zu versorgen.
Leider nutzen wir diese „Gratis“ Energie zu wenig (ausser Öl (gespeicherte Sonneneneergie) Wasserkraft). Der Rest ist verwschwindend klein (Wind, PV, Solarthermisch (hoch- und niedertemperatur).
Die Sonne schenkt uns im Jahr 10’000mal soviel Energie wie die Menscheit in einem Jahr verbraucht.
Diese Energie können wir jetzt und heute nutzen nicht ganz billig, aber ich habe den Spatz in der Hand und nicht die Taube auf dem Dach.
Und die Kosten sinken für diese Technologie.
Auch arme Länder können sich das leisten.
Denn gerade Sonnengesegnete Länder könnten plötzlich zum Energielieferant werden.
Übrigens auch China investiert sehr viel Geld in Wind und Solarparks.
Der Bauer muss auch zuerst sähen und kann dann ernten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Daniel Gut. 14.07.2010, 8:45
Sie haben einen wichtigen Punkt angesprochen, Herr Gut mit Zitat

Wie rentabel ist ein Auto? Wie rentabel ist ein “nobel” Bad?
Wie rentabel ist eine “nobel” Küche?

Oder auf gut deutsch: Wir sind hier in der Schweiz und in Deutschland so reich, dass wir uns den Luxus von Ökostrom durchaus leisten können. Tatsächlich sind die jährlichen Ausgaben für Strom pro Haushalt so klein, dass die meisten gar nicht wissen wie viel es ist.

Trotzdem sind viele Produkte, die wir verwenden mit allerbilligsten Strom hergestellt worden, beispielsweise alle Aluminiumwaren. Und Billigstahl aus China braucht zwar nicht viel Strom aber viel billige Kohle.

Alle Dächer mit Photovoltaikmodulen zu überkacheln ist meiner Ansicht nur eine Lösung für reiche Länder. Die Energiezukunft der Erde wird aber in den Schwellenländern bestimmt, also in China und Indien. Und sogar in den USA ist der American Way of Life mit all den Highways, Vorstadtsiedlungen und Klimaanlagen nur mit billiger Energie möglich.

Letztlich steht Energie ganz unten in der Veredelungskette. Energie als Luxusware wird sich nie allgemein durchsetzen, genau sowenig wie teuere Nahrungsmittel.

Das Ziel muss die Entwicklung einer kostengünstigen nichtfossilen, praktisch unbegrenzten und risikoarmen Energiequelle sein. Momentan gibt es die nicht. Ich denke aber, dass eine weiterentwickelte Nukleartechnologie (zum Beispiel Lithiumreaktoren oder Fusionskraftwerke) diese Rolle einmal übernehmen könnte.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Nochmals jedes NEGAWATT ist die billigtse Energie!
Wir sind Mometan an auf einem viel zu hohen Energieverbrauchsniveau.
Schlagzeile Atomkraftwerk muss Leistung drosseln wegen der Hitze!

Aus 100% wärme wird etwa 30% Strom der rest heizt die Umgebung noch weiter auf (Dampf, Flusswasser). Das gleiche gilt für Kohlekraftwerke.
Was wird in den nächsten Jahrzehnten erwartet, höhere Temperaturen, ob es wirklichkeit wird zweifeln noch Leute jedoch
bin ich leider davon überezugt und wir tun alles das es sicher Eintritt.

@Vitautas Müller
Die Zahlen ihres links stammen von 1995.
Weiter kostet heute eine PV-Anlage so zwischen 2500 Euro und 4500 Euro pro kWPeak (fertig montiert und in Betrieb), da kommt es auf die Technik an. Es dauert nicht mehr lange dann wird es denn kleinen Endverbraucher nicht mehr teurer zu stehen kommen den Tagesstrom selbst zu produzieren.
Bleibt die Wertschöpfung für ein AKW in der Schweiz, oder das verbrannte Öl?
Ich habe vom Recycling gesprochen der PV-Module.
Wo Recyceln wir das AKW? Nicht einmal Schrottwert hat es, nein es muss bewacht und kontrolliert werden über Millionen von Jahren.

@Martin Holzherr
War Atomstrom nicht auch eine Vision? Wiviel hat diese schon gekostet, und kostet diese noch (Forschung, „Endlagerung“ Asse, Tschernobyl, Three my Island)

Die Zwischenspeicherung ist sicher noch nicht gelöst.
Ansätze wären (solaren, windischen) Wasserstoff in das Gasnetz zu leiten, da dies ein riesen grosser Speicher ist.
Biogasanlagen müssen auch betrieben werden.

Klar wird jetzt sofort wieder der Preis ist heiss kommen oder
Geiz ist Geil!
Nur das ganze kommt nicht von heute auf morgen!
Wie rentabel ist ein Auto? Wie rentabel ist ein „nobel“ Bad?
Wie rentabel ist eine „nobel“ Küche?
Was kann ich morgen mit gleich viel Geld noch kaufen?
Ist das Geld an der Börse noch sicher, oder sollte ich vielleicht in die Zukunft investieren?
Rom wurde auch nicht in einem Tag errichtet und Kleinvieh gibt auch mit der Zeit viel Mist.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Daniel Gut. 13.07.2010, 13:29

Es ist äusserst schwierig, die „wirklichen“ Kosten und den „wirklichen“ Ertrag einer Photovoltaikanlage zu berechnen.
Das hängt unter anderem davon ab, ob man den Photovoltaikstrom direkt weiterverwendet unabhängig davon wie stark seine Leistung schwankt (zum Beispiel zum Autobatterie aufladen denkbar, wenn man Zeit genug hat) oder ob man die gleiche Stromqualität erwartet wie man sie vom Elektrizitätswerk erhält, nämlich mit konstanter Spannung und Leistung. Im zweiten Fall müssen sie noch Regelenergie zur Verfügung stellen um die Leistungsschwankungen auszugleichen. In der Schweiz haben wir den Glücksfall relativ viel Wasserkraft als Regelenergie zur Verfügung zu haben. Sehr teuer aber wird es, wenn sie spezielle Stromspeicher bereitstellen müssen, zum Beispiel in Form von Batterien, Druckluftspeichern oder Wasserstoffspeichern.

Rechnen sie einmal den Extremfall durch: die autonome Stromversorgung mit Solarpanels und genügend Batterien im Keller um 14 Tage trübe Witterung zu überstehen.
Es wird wahrscheinlich recht teuer, jedoch nicht zu teuer für jemanden, der Zitat „bei dieser Energierevolution mitragen will“. Doch Zitat „ohne das es weh tut,..“, da bin ich mir nicht so sicher.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Photovoltaik und Windkraft

Dazu Peter Burkhardt, ehemaliger Sektionschef beim Bundesamt für Energie: „Ökologischer Alptraum“

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-34/artikel-2009-34-alternativenergien-kologischer-alptraum.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Daniel Gut. 13.07.2010, 13:29

Ihre Sparvorschläge, Herr Gut, sind wirklich sehr detailliert und hoffentlich auch fundiert und lassen einen als Leser hoffen, man könne den Energiebedarf in der Schweiz im zweistelligen Prozentbereich reduzieren.

Weniger optimistisch bin ich, was die Lösung mit Photovoltaikanlagen angeht. Mit dem Satz
Mit einer 5000kWp (ca. 5000kWh/Jahr) Photovoltaikanlage die etwa 30m2 braucht, kann man die Energie für ein Einfamilienhaus (heutiger Technik und Verbrauch) problemlos über 30 Jahre produzieren.
erwecken sie den Eindruck, man könne die nötige Energie quasi selbst produzieren (mindestens wenn man über ein genügend grosses eigenes Dach verfügt).
Doch ganz so ist es nicht. Hier in der Schweiz kommen sie nicht darum herum, die gewonnene Solarelektrizität ins Netz einzuspeisen. Sie überlassen damit dem Elektrizitätsversorger das Problem mit den Stromschwankungen fertigzuwerden. Es wäre jedoch interessant, einmal durchzurechnen wie ihr Vorschlag Sparen+Photovoltaik in der Schweiz umgesetzt werden könnte und was das kosten würde.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„sowie die Wertschöpfung bleibt in der Schweiz“

das haben die Deutschen damals auch gemeint. Der Aktienkurs von Conergy, Q-Cells, Solon etc. erzählt eine andere Geschichte. Die Solarpanels werden heute von Yingli und Konsorten gefertigt.

Apopos Solarzellen: Jemand ist auf die Idee gekommen, dass für die Erarbeitung des Geldes für die teueren Solarzellen auch Energie gebraucht wird (das Geld wächst schliesslich nicht auf den Bäumen). Und er hat diese Energie mit der Herstellungsenergie der Photovoltaikzellen zusammengezählt:
(Achtung: Link ist nur für Realisten geeignet, Phantasten bitte nicht anklicken)

http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/energieamortisationszeit-von-windkraft-und-solaranlagen/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

sorry hier der vollständige artikel:
http://www.beobachter.ch/natur/umweltpolitik/artikel/stromverbrauch_schlauer-zaehler-hilft-sparen/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Wenn es ums einsparen geht ist die Schweiz gleichzeitig führend – Smart Meter Hersteller Landis & Gyr aus Zug – & gleichzeitig miserabel -> die Smart Meter werden vor allem im Ausland eingesetzt.

Die AXPO scheint sich auch herzlich wenig darum zu kümmern ->

http://ottohostettler.wordpress.com/2009/04/30/schlauer-zahler-hilft-strom-sparen/

(von mir auch mal ein ausgesprochen unwissenschaftlicher link 🙂

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Jedes Negawatt (nicht verbrauchte Energie) ist die billigste Energie!
Leider sind fast alle Leute noch auf der Welle was kümmerts mich, zuerst komme ich dafür kann ich machen was ich will.
Die „teure“ Energie bezahlt die Jugend. Die Frage ist nur, welches ist die „teure“ Energie.
Absolut oberste Priorität hat die Energie muss effizient eingesetzt werden. Die elektrischen Heizungen die ca. 20% der elektrisch erzeugten Winter Energie verschlingen müssen ersetzt werden, ebenso die Elektroboiler, am besten mit Erdsondenwärmepumpen, damit würde der Anteil auf 4-5% sinken.
Ein Haus von Gestern braucht gerne mal 10l Öl (entspricht 100kWh) pro m2 im Jahr zum Heizen.
Es gibt heute Minergie, Minergie ECO, Plus Energie Häuser die 3,5l pro m2 und weniger verbrauchen bzw. Eniergie abgeben.
Ein 5 Jahre alter Kühlschrank oder eine Kühltruhe verbraucht beinahe doppelt soviel Energie wie ein neuer.
1l Benzin beinhaltet ca. 11kWh Energie, zum fahren brauchen wir
so im Schnitt 7l auf 100km, das entspricht etwa 77 kWh. Mit einem Elektroauto braucht man noch etwa 15kWh auf 100km.
Es gibt Adsortionskühlanlagen welche noch einen Bruchteil an Energie einer Klimanlage benötigen.
Die Heizungsumwälzpumpen welche zu tausenden gegen geschlossen Ventile Pumpen, dabei gibt es intelligente Pumpen die mit der Leistung zurückfahren und noch einen Bruchteil der Energie brauchen.
Es gibt noch viele andere Beispiele (z.B. Standbyverluste, Motoren, Licht, Lüftungen, Luftdruckanlagen usw.).
Aber alles oben erwähnte kann man nicht von heute auf morgen, auf einen Schlag machen, deshalb muss man die Zeit nutzen und heute beginnen.
Mit einer 5000kWp (ca. 5000kWh/Jahr) Photovoltaikanlage die etwa 30m2 braucht, kann man die Energie für ein Einfamilienhaus (heutiger Technik und Verbrauch) problemlos über 30 Jahre produzieren.
Mit 2000 kWh (ca. Parkfeldfläche) kann man über 13’000 km weit elektrisch fahren.
Jeder von uns kann bei dieser Energierevolution mitragen ohne das es weh tut, und dies wirklich nachhaltig.
Dabei bleiben uns die Rohstoffe beim Recycling erhalten, sowie die Wertschöpfung bleibt in der Schweiz.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Klimaschonende Energieproduktion…

Ein Mythos und nach heutigem Stand der Technik nicht machbar – am ehesten noch mit Kernenergie. Deshalb eher ein PR-trächtiges Einknicken der Strombranche vor den Forderungen der keineswegs altruistischen Interessenvertreter des grün-industriellen Komplexes, wider jede wirtschaftliche Vernunft und zulasten von Steuern- und Gebührenzahlern.
Offenbar können wir es kaum erwarten, den teuren Irrweg Spaniens, Deutschlands, Grossbritanniens und Dänemarks – blind für dessen verheerende Folgen – einzuschlagen.

Dabei weiss natürlich auch die Stromindustrie um die Zweifel an der angeblich „klimaschädigenden“ Wirkung menschlicher CO2-Emissionen. Sie mag sich aber nicht einmischen und richtet ihr Fähnchen bzw. ihre Windräder in dieser Frage lieber nach dem Wind des vorherrschenden Mainstreams, der ungerührt „Konsens“ verkündet, wo keiner zu finden ist. Egal, so lange sich die Kosten bequem abwälzen lassen.

Sehr lesenswert, leider nicht im Internet abrufbar, aber beim Abo-Dienst erhältlich:

http://www.weltwoche.ch/weiche/artikel-fuer-abonnenten.html?hidID=538740

Dafür gibt’s den hier inzwischen umsonst…

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-34/artikel-2009-34-der-gruen-industrielle-komplex.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Tja komisch und gleichzeitig spricht die Axpo und Herr Karrer von einer riesigen Stromluecke die praktisch nicht mehr zu stopfen ist.

Also ja wir sollen Strom sparen damit das Netz nicht kollabiert (neue Lampen .. ) und gleichzeitig wollen wir dann doch erstmal mehr Strom verbrauchen. wie gut nur der Strom kommt aus der Steckdose .. bis er eben doch nicht mehr kommt!

Und dann?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

aber der Ersatz von Öl und Benzin durch Strom führt zu einem höheren Stromverbrauch – Strom der uns in Zukunft fehlen könnte

zum Glück sagt das wieder mal einer deutlich. Es scheint nämlich so, dass es einige vergessen haben

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

top
 
FireStats icon Powered by FireStats