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Öl im Golf

08.07.2010 von

Im Golf von Mexiko werden täglich neue Gründe sichtbar, warum sich Investitionen in erneuerbare Energieformen lohnen. Gegenwärtig investiert BP hunderte Millionen Dollar, um das Ölleck zu stoppen.

Zwei Bohrplattformen sind dabei, in 1500 Meter Wassertiefe Entlastungsbohrungen durchzuführen. Es geht darum, 3.5 Kilometer unter dem Meeresboden eine etwa 25 Zentimeter dicke Bohrleitung zu finden, um sie dann abzudichten. BP will das Stahlrohr elektromagnetisch orten.

Wenn dieses Kunststück noch im Juli gelingt, werden gemäss offiziellen Schätzungen bis zu 0.8 Millionen Tonnen Öl ins Meer geflossen sein. Auf die Fläche des Zürichsees verteilt gäbe dies eine Ölschicht von etwa einem Zentimeter Dicke. Die ausgetretene Menge ist nicht genau bestimmbar, weil aus dem Bohrloch neben Öl auch Erdgas sprudelt. Ein Teil des Öls hat sich mit dem Erdgas in die Tiefsee eingeschichtet und bleibt unsichtbar.

An der Oberfläche ist der Ölteppich im Golf von Mexiko inzwischen so gross wie der Kanton Bern. Ein Drittel der amerikanischen Fischgründe im Golf sind deshalb gesperrt. Es handelt sich hier um einen der grössten und teuersten Ölunfälle der Geschichte. Die folgende Aufnahme der NASA vom 24. Mai 2010 zeigt den Ölteppich vor dem Mississippi Delta.

«Normale» jährliche Verschmutzung mindestens so gross

Es gibt auch natürliche Ölquellen im Meer. Die bisher erfassten Gas- und Ölaustritte stützen eine globale Schätzung von etwa 0.6 Millionen Tonnen Erdöl pro Jahr, die am Meeresboden freigesetzt werden.

Eine Expertengruppe der US National Academy of Science vermutet, dass unsere Erdölwirtschaft ausserdem über Betrieb, Transport und Unfälle weitere knapp 0.7 Millionen Tonnen Öl pro Jahr im Meer verteilt. Dieser zweite Wert erscheint mir allzu optimistisch, aber die beiden Werte zeigen, dass die jährliche Ölbelastung der Weltmeere mindestens so gross ist wie der spektakuläre Unfall im Golf von Mexiko.

Diese diffuse Ölverschmutzung belastet vor allem die empfindlichen Ökosysteme an Meeresküsten. Die laufende Entwicklung der Ölindustrie verstärkt den Druck.

Bohren am technischen Limit

Die Erdölindustrie bohrt heute nahe am technischen Limit. Die gut erschliessbaren Ölvorkommen nehmen ab, neue Erdölfelder werden vor allem in Küstennähe und in der Tiefsee erschlossen. Der Untergang der «Deepwater Horizon» hat die ökologischen Risiken dieser Strategie bewusst gemacht und der Börsenkurs von BP illustriert die finanziellen Risikopositionen. Bleiben wir optimistisch: Langfristig werden diejenigen Firmen profitabler sein, welche erneuerbare Energietechnologien entwickeln.

Links

Prognosen der Ölausbreitung im Golf: gomex.erma.noaa.gov

Zum Autor

Bernhard Wehrli ist Professor für Aquatische Chemie an der ETH Zürich und an der Eawag. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (20) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Die Schweizer Regierung handelt in der Versorgungsfrage durchaus auch strategisch und nimmt dabei diplomatische Querelen in Kauf…

http://www.cash.ch/news/alle/egl_holt_fuer_gaspipeline_enel_an_bord-894451-448

Wenn Sie allerdings Recht haben, was die europäisch/schweizerische Wirtschaftsentwicklung anbetrifft, werden wir das Gas evtl. gar nie benötigen.

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@Kommentar von Peter Bühler. 13.07.2010, 15:02

„hier eine Lektüreempfehlung für alle Neo-Malthusianer, Pessimisten und Systemzweifler…“

Ich gehöre nicht zu den Adressaten und glaube auch, der Satz „Warum sehen wir, wenn wir zurückblicken, nichts ausser Fortschritt und Verbesserungen, erwarten aber von der Zukunft immer nur den Niedergang?”
verwendet das „wir“ in ungerechtfertigter Art und Weise.

Die meisten erwarten nämlich von der (unmittelbaren) Zukunft nur sehr wenig neues und weder grosse Fortschritte noch grosse Einbrüche . Wirkliche Zeitumbrüche – im positven wie im negativen -erkennen nur ganz wenige, sogar wenn klare Anzeichen für solche Umbrüche vor ihrer Nase liegen. Ein Beispiel für einen negativen Umbruch, der im Nachhinein leicht erkennbar war, den die damaligen Entscheider aber nicht wahrhaben wollten, war der Beginn des zweiten Weltkrieges und die wahren Absichten Hitlers. Weder die Franzosen, noch die Engländer konnten sich vorstellen, dass Deutschland noch einmal einen Krieg anzetteln würden. So verrückt konnte doch niemand sein, dessen waren sich Chamberlain und das französische Militär sicher. Hätten sich die europäischen Politker anders verhalten, hätten sie den Krieg verhindern können.

Ähnlich glauben heute die meisten, die wirtschaftliche Entwicklung laufe in den bekannten Bahnen, allenfalls seien noch einige Zeit Auswirkungen der Rezession zu spüren. Doch auch hier täuschen sich die meisten. Das rasante Wachstum Chinas wird noch in diesem Jahrzehnt sehr vieles ändern. Interessanterweise kümmert sich China viel stärker um den eigenene Ressourcennachschub als das die Europäer tun. Die chinesische Führung denkt strategischer und langfristiger.

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@ Holzherr

Unterstellen Sie mir nichts. Natürlich gibt es, gab es, immer und überall Klimaprobleme bzw. Klimaänderungen. Kein Mensch streitet das ab.

Die Debatte entzündet sich an Begriffen und Vorstellungen wie „globale Erwärmung“: gib es die (global) tatsächlich? oder eher regional? wie wird sie gemessen? und, wenn es sie gibt, wie hoch fällt sie aus? wie entwickelt sie sich? handelt es sich um ein klimageschichtlich singuläres Ereignis? wirkt sie sich ausschliesslich schädlich aus? ist sie natürlich oder menschlich verursacht? zu welchen Teilen? wird sich unaufhaltsam fortsetzen? beschleunigen? – folgt im Gegenteil eine längere Phase der Abkühlung?
Was wissen wir tatsächlich? Was glauben oder behaupten wir bloss zu wissen? etc. etc.

Zig Fragen, die Sie im „Konsens“-Rahmen für beantwortet halten und von denen umgekehrt ich annehme, sie seien noch nicht mal annähernd geklärt und es gäbe gute Gründe, z. B. die AGW-These mit Skepsis zu betrachten.

Keine Ahnung deshalb, was wir „übermorgen spüren“ werden und weshalb wir uns – anders als unsere Vorfahren – nur auf ein einziges Szenario einstellen sollten. Was, wenn es tatsächlich kühler werden sollte?

Krisen mit dem politpädagogischen Ziel einer Menschheitsverbesserung wird sich ernsthaft niemand wünschen. Ob Ihre Prognose zutrifft: „eine solche Krise steht uns mit Sicherheit bevor“ – ich weiss es nicht. Woher auch?

„Für uns hier und für ganz Europa wäre es ratsam, die eigene Versorgung zu sichern und Importabhängigkeiten so weit wie möglich zu reduzieren“

Sicher aus verschiedenen Gründen erstrebenswert, aber nicht um jeden Preis und mit der Förderung ineffizienter Technologien. Man darf aber in einer globalisierten und in weiten Teilen friedlichen Welt hinterfragen, ob Import-Unabhängigkeit per se ein erstrebenswertes Ziel darstellt. Vielleicht ist Redundanz wichtiger.

Vorsorglich (jetzt fange ich auch schon damit an), hier eine Lektüreempfehlung für alle Neo-Malthusianer, Pessimisten und Systemzweifler…

http://dasmagazin.ch/index.php/optimisten-brauchen-diesen-text-nicht-zu-lesen-pessimisten-sollten-ihn-auswendig-lernen/

Zitat (Thomas B. Macaulay): „Warum sehen wir, wenn wir zurückblicken, nichts ausser Fortschritt und Verbesserungen, erwarten aber von der Zukunft immer nur den Niedergang?“

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Kommentar von Peter Bühler. 13.07.2010, 13:46

Einverstanden mit dem was sie schreiben Herr Bühler. Ausser, dass es für sie das Klimaproblem scheinbar überhaupt nicht gibt.

Doch ich bin überzeugt, wenn wir heute die globale Erwärmung ignorieren, so werden wir sie übermorgen umso deutlicher spüren.
Wie ich an anderer Stelle geschrieben habe, grosse Umbrüche im menschlichen Verhalten gibt es meist erst nach einer ernsten Krise.

Eine solche Krise steht uns mit Sicherheit bevor. Allerdings wird es nicht die Klimakrise sein, die uns zuerst trifft, sondern eine Ressourcenkrise. Für uns hier und für ganz Europa wäre es ratsam, die eigene Versorgung zu sichern und Importabhängigkeiten so weit wie möglich zu reduzieren.

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@ Holzherr

Ich „verkläre“ gar nichts, im Gegenteil. Ich halte bloss fest, dass der Verbrauch fossiler Energieträger unvermindert ansteigt und dass daran keine Konferenz etwas ändern wird.
China bietet ein Beispiel, man sollte aber all die anderen (Indien, DE) nicht übersehen. Immerhin gibt es abseits der Dauerdebatte um die klimatreibende Wirkung von CO2 einen breiten politischen (!) Konsens hinsichtlich der möglichst anzustrebenden Vermeidung der schädlichen Umweltwirkungen, die bei der Förderung und beim Verbrauch fossiler Energieträger entstehen.

Kurz, sehen Sie irgendwo einen Ersatz für R&D?

Auch unser Gastgeber setzt darauf: „Langfristig werden diejenigen Firmen profitabler sein, welche erneuerbare Energietechnologien entwickeln“

Um Keynes‘ „Langfristig“-Sottise mal beiseite zu lassen, eine klare Aussage: „ENTWICKELN“.
Darf man wohl so verstehen, dass diese Technologien heute noch nicht zur Verfügung stehen. Um so besser täten wir daran, erheblich mehr Mittel für R&D bereit zu stellen, statt sie mit der unsinnigen Anwendungsförderung ineffizienter Technologien zu verschwenden. Was letztlich bloss deshalb geschieht, damit sich ein Teil der Menschen „besser fühlen“ und ein anderer sich dafür hemmungslos und auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen füllen kann.

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@Schloendorn: „und wenn aufgrund ihrer Reise auch nur ein einziges Kohlekraftwerk einen einzigen Tag weniger läuft, hat es sich trotzdem gelohnt…“

Selig sind die Gläubigen …
Es ist nicht einzusehen, ein solcher Effekt durch die Versammlung von 30’000 Menschen entstehen soll. Wenn jede der angereisten Nationen bei sich die Hausaufgaben machen würde, würde es sich viel eher lohnen. Und wenn man das Geld in die richtigen Forschung stecken würde, könnte man auch Resultate erzielen. Zur Zeit sieht es eher aus, als ob das Geld Pachauri, Gore und der C&T-Spekulation in den Hintern geschoben wird.

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@Kommentar von Peter Bühler. 13.07.2010, 10:39
@Kommentar von Tim Schloendorn. 13.07.2010, 8:21

Der folgende Artikel geht auf den Kohleappetit von China ein (siehe http://europe.theoildrum.com/node/6700). China wird ab diesem Jahr mehr als 50% des Weltkohlekonsums zu verantworten haben.
China ist bereits seit 2006 der grösste Emittent von CO2.
Schon bald kann China bei Klimakonferenzen verlauten lassen, die Europäer und die USA sollen sich nicht in die inneren Angelegenheiten von China einmischen, denn die CO2-Emissionen Chinas werden die aller anderen Staaten in den Schatten stellen und China wird das ganze CO2-Problem schliesslich allein lösen müssen.

Sie verklären diese Entwicklung, Herr Bühler. Es ist auch nicht so, dass Zitat Die wachsende Weltbevölkerung und deren steigende Ansprüche … das Hauptproblem ist. Es ist die schnelle Entwicklung Chinas, die alles übertrifft, was es je in der Menschheitsgeschichte gab.

Man sollte sich folgendes bewusst machen:
-Das chinesische Durchschnittseinkommen ist 1/10 des US-Einkommens
-China verbraucht 2010 die Hälfte aller Kohle überhaupt
-Wenn Chinas Ölkonsum weiter so wächst, wird es 2020 mehr als 30 Millionen Barrel Öl mehr verbrauchen
-Wenn alle Menschen US-Bürger wären, würde das dem Konsum von 70 Milliarden heutiger Durchschnittsmenschen entsprechen

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Die Realität sieht leider anders aus….

Allein in China und Indien dürften bis 2015 neue Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 800 GW entstehen. Weltweit ist bis 2030 mit einer Steigerung des Kohleverbrauchs von 30 Prozent zu rechnen. Auch Deutschland plant den Ausbau (u. a. als Backup für schweizerische Windkraftinvestitionen) …

http://www.energiestiftung.ch/energiethemen/fossileenergien/kohle/kohlesituationweltweit

Die wachsende Weltbevölkerung und deren steigende Ansprüche müssen mit genügend Wasser und Nahrung versorgt werden.
Dazu wird es a) Energie brauchen und b) – zur Schonung der natürlichen Lebensgrundlagen – mehr und exzellente WISSENSCHAFT.

Diese Herausforderung besteht unverändert seit den Anfängen der menschlichen Zivilisation, die ohne technologische Fortschritte weder entstanden noch denkbar wäre.
Einen Weg zurück gibt es nicht, es sei denn um den Preis der Massenverelendung, wie die Grossversuche verschiedener „Systeme“ und Steinzeit-Regimes gezeigt haben.
Kopf in den Sand stecken oder mit Loddar „den Sand in den Kopf“?

http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-fruehjahr-10/beitraege/beitrag1.html

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und wenn aufgrund ihrer Reise auch nur ein einziges Kohlekraftwerk einen einzigen Tag weniger läuft, hat es sich trotzdem gelohnt…

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Dass gut 1000 Teilnehmer zum Großteil mit einem Flugzeug zu einem Ort reisen, um dort [über Nachhaltigkeit] zu debattieren, kann man befremdlich finden
In Kopenhagen oder auf Bail waren es – Journalisten, NGOs, Öko-Aktivisten und anderes Gefolge eingerechnet – eher einige Zehntausend.

„The following 114 officials or representatives of the Australian Government and of State administrations attended the UN climate conference at Copenhagen in December 2009“
http://www.freerepublic.com/focus/f-news/2420307/posts

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Früher als wir alle denken, könnte Öl zur knappen Ressource werden, in der keine Flugzeuge mehr fliegen, ausser für spezielle Anlässe wie den jährlichen Klimakonferenzen. Private-Jets für Wirschaftskapitäne und Politiker wird es vielleicht auch noch geben, damit beispielsweise die Stadtpräsidentin von Zürich, Corine Maus (äh Mauch), an der Weltausstellung von Shanghai einen Vortrag über die 2000-Watt-Gesellschaft halten kann.

Bedenkswerte Zitate finden sich auch im Sci-log Artikel „Energie und Nachhaltigkeit – Eine Diskussion auf Plastikmüll“ (siehe http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/lindaunobel/nachhaltigkeit/2010-07-12/energie-und-nachhaltigkeit)

Was bei mir dann aber doch für etwas Stirnrunzeln sorgt, ist die Frage danach, inwieweit eine Veranstaltung, auf der das Thema Nachhaltigkeit auf einem zentralen Panel diskutiert wird, sich auch selbst um Nachhaltigkeit bemüht. Dass gut 1000 Teilnehmer zum Großteil mit einem Flugzeug zu einem Ort reisen, um dort darüber zu debattieren, kann man befremdlich finden

Und an die Konferenztaschen aus Plastik, die an alle Nachwuchswissenschaftler ausgegeben wurden, sollte man in dem Zusammenhang auch lieber nicht denken. Denn am Ende ist Plastik Öl in einer anderen Form

Ah, da fällt mir noch ein, was Schellnhuber sagte: Wir vergessen immer das Recycling als eine Energiequelle. – Ob die Taschen und Stühle und Kabelbinder vielleicht aus recyceltem Plastik waren?

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Herr Mueller gibt Klartext!

Prima, was interessiert uns in der Schweiz wenn die Menschen an der Kueste leiden?

(Herr Mueller, haben sie sich schon mal ueber die haesslichen Starkstrommasten, die Staudaemme die schoene Taeler zerstoeren, Muellhalden die zum Himmel stinken und verschmutzte Fluesse beschwert?)

zu ..

„Ich jedenfalls bin bis Oberkante Unterlippe in nichterneuerbare Energien und Rohstoffe investiert.“

Das einzige was wichtig zu sein scheint .. Geld machen…

wie war das nochmal, „erst wenn der letzte Baum gerodet ist ..“

Ansonsten wie waere es die Realitaet zu erkennen. Peak Oel wird uns alle zum umdenken zwingen.

Schoener waere es ohne weitere Oelunfaelle aber wir Menschen denken halt doch nur fuer die naechsten x Minuten..

Danke nochmal fuer ihre ehrlichen Worte Herr Mueller!

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Herr Professor Wehrli bringt in diesem Artikel – wohl unbeabsichtigt – das ganze Energie-Dilemma unserer Zeit zum Ausdruck.

Warum Öl schmutzig ist und billig bleiben soll

Die Förderung und der Verbrauch von fossilen Rohstoffen verschmutzt die Umwelt und kostet jedes Jahr vielen Tausenden das Leben und die Gesundheit.
Trotzdem gibt es vor allem beim Öl immer noch einen sorglosen Umgang mit den Risiken. BP-Manager haben US-Regierungsbeamte bestochen und BP-Techniker, die auf Sicherheitsmängel hinwiesen, wurden entlassen. Der BP-Boss schliesslich wurde von den Medien und Obama zum Sündenbock gemacht. All dies wäre in einer Branche mit hoher Sicherheitskultur undenkbar. Das beste Beispiel ist das Flugwesen. Dort kommen Carriers mit schlecht gewarteten Flugzeugen auf schwarze Listen anstatt dass sie nach Schmiermittelzahlungen durchgewunken werden. Auch Billigst-Fluglinien machen keine Abstriche im Sicherheitsbereich und jeder sicherheitsrelevante Vorfall wird minutiös untersucht und mündet eventuell in neuen Empfehlungen, die an alle Fluggesellschaften gehen. Warum nicht das gleiche Sicherheitsdenken bei Ölbohrungen? Vielleicht fürchtet nicht nur die Ölbranche, sondern auch die amerikanische Gesellschaft als Ganzes, dass dies das Öl verteuert, analog zur Situation der Nuklearenergie nach Tschernobyl und Three-Mile Island, wo die Dichte der Regulierungen und Auflagen Nuklearenergie so verteuerte, dass sie nicht mehr mit Kohle und Gas konkurrieren konnte. Der Preis von Energie ist nämlich weit wichtiger als alles andere was mit Energie zusammenhängt und der amerikanische Lebensstil basiert auf billigem Öl und billigem Strom. Energie steht bei vielen Prozessen, die das Leben in unserer industrialisierten Gesellschaft bestimmen, ganz am Anfang und wenn an diesem Anfang schon ein Luxusgut steht, wird vieles in Frage gestellt.

Neue EE’s oder der fliegende Teppich

Es ist kein Zufall, dass Professor Wehrli, ähnlich wie ein Magier weisse Kaninchen aus seinem schwarzen Zylinder herauszieht, aus dem Ölschlamm des Golfs von Mexiko die Erneuerbaren Energien als Lösung hervorzaubert.
Schon nach der ersten Ölkrise gab es Pläne für ganze Plantagen von Solarkraftwerken in der Wüste und in der Post-Tschernobyl und Prä-Wärmekatastrophenwelt von heute wurden diese Pläne reaktiviert und als Solarvision 2.0 herumgezeigt, wobei bei genauerem Hinschauen das 2.0 wohl eher von der Version 2.0 Photoshops stammt als von einem grundlegenden Redesign.

100% Erneuerbare Energien in Deutschland und Indien

Die neuen erneuerbaren Energien in Form von Windparks und Solarpanels liefern Strom, der in seiner Stärke genau so schwankt wie Wind und Sonne selber das tun. Bis heute werden diese Leistungsschwankungen durch Herauf- und Herunterfahren von fossilen Kraftwerken aufgefangen. Am meisten Windparks gibt es auffälligerweise in Ländern, die ihren Strom fast auschliesslich mit Kohle, Gas und Öl erzeugen und die zu einigem Wohlstand gekommen sind, also in Dänemark, Deutschland und Spanien. Zur Regulation des Windstroms dienen in diesen Ländern vor allem Gaskraftwerke. Die deutsche Regierung (wohlgemerkt unter der CDU) ist bis jetzt die einzige, die angekündigt hat, sie wolle Leistungsschwankungen bei Wind- und Sonnenstrom nicht mehr länger mit fossilen Energien kompensieren, sondern mit einem grenzüberschreitenden Stromverbund und neuen Speicherlösungen (z.B Luftdruckspeicher, Wasserstoffspeicher). Das Beispiel Deutschlands lässt die Frage aufkommen: Können Erneurbare schon bald zu 100% unseren Energiebedarf decken? Dazu eine kleine Rechnung: Der gesamte Strombedarf Deutschlands liesse sich mit Solarpanels decken. Dazu müsste der Endverbraucherstrompreis (unter der Annahme von starken Preissenkungen für Solarpanels) um (mindestens) das 5-fache erhöht werden. Für einen sparsamen Einzelhaushalt stiege der Jahresstrompreis von 500 Euro auf 2500 Euro, also in den Bereich der Krankenkassenkosten. Resultat: 100% Ökostrom könnte sich Deutschland schon heute leisten, wenn es bereit wäre, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Strom ist allerdings nur der kleinere Teil des Gesamtenergieverbrauchs. Beim Versuch, die fossile Mobilität durch elektrische Mobilität zu ersetzen und überhaupt auf fossile Energien zu verzichten, würde die in Deutschland scheinende Sonne, ordentlich verstromt und gut abgespeichert, vollauf genügen. Allerdings wäre Strom dann ein Luxusgut – und damit wäre auch Energie überhaupt ein Luxusgut, denn in diesem Szenario gibt es keine andere Energie mehr.

Deutschland könnte sich den Luxus 100% Ökostrom vielleicht leisten, doch Indien, China und Entwicklungsländer allgemein wohl kaum. Ein Bauer in einem Entwicklungsland bewässere sein Feld beispielsweise mit Hilfe einer Elektropumpe. Der Unterschied zwischen billigem Strom und teurem Strom übersetzt sich in dieser Situation zum Unterschied zwischen einem Leben in Elend und einem guten Auskommen.

Fazit:
-Kostengünstige Energie ist das Alpha, das zum Omega eines Lebens in Wohlstand führt
-Viele Produkte unseres Alltags sind mit billigster Energie erzeugt worden, z.B.:Aluminium, chinesischer Stahl (für Windräder)
-Ölprodukte sind die Grundlage für unsere Mobilität und für wichtige landwirtschaftliche und chemische Produkte
-Pro Kopf der Welbbevölkerung werden täglich 1.8 Liter Öl verbraucht, aber nur 50 Gramm Stahl

Post Skriptum:
Bleiben wir optimistisch: Langfristig werden sich diejenigen Technologien durchsetzen, welche nicht-fossile Energien zu einem günstigen Preis liefern.

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Kommentar von Rudolf Friederich. 09.07.2010, 13:15

Sehr richtig, auch Dünger und Pestizide sind fossilen Ursprungs.
Aber beim Plastik gibt es noch am ehesten Ausweichmöglichkeiten. Dort gibt es organische Ausgangsstoffe.

Es könnte trotzdem sein, dass man später einmal Öl immer noch braucht, nur nicht mehr zum fahren und heizen.

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Und wie stellt man all den Plastik her ohne Öl? Öl wird ja nicht nur als Treibstoff oder zum Heizen verwendet.

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@Kommentar von Vitautas Müller. 08.07.2010, 11:30

Ich sehe zum Beispiel nicht ein, wieso man Öl zum Heizen von Häusern benutzt.

Das wird so kommen ob wir wollen oder nicht.
Im folgenden Artikel (siehe http://www.theoildrum.com/node/6699) wird die Annahme durchgespielt der Ölverbrauch in China entwickle sich ähnlich wie er sich in Japan oder Südkorea entwickelt hat.
Resultat: Im Jahre 2022 würde China bis zu 40 Millionen Barrel Öl pro Tag mehr konsumieren als heute. Solch einen Anstieg der Nachfrage kann niemals gedeckt werden. Die Folge wird eine massive Verknappung sein und Öl wird damit schlicht zu teuer um es noch zu verfeuern.

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@ Hr. Holzherr

Genau. Ich sehe zum Beispiel nicht ein, wieso man Öl zum Heizen von Häusern benutzt. Lieber mit einer Wärmepumpe, Gas oder Holzschnitzel. Öl soll für mobile Anwendungen benutzt werden.

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@Kommentar von Martin Holzherr. 08.07.2010, 10:10
Eine Korrektur zu meinem eigenen Kommentar. Der Satz von Herr Wehrli
Bleiben wir optimistisch: Langfristig werden diejenigen Firmen profitabler sein, welche erneuerbare Energietechnologien entwickeln.

macht im Zusammenhang mit dem Öl im Golf tatsächlich Sinn und zwar dann, wenn man das Wort Langfristig hervorhebt. In 20 Jahren könnte Strom Öl zu ersetzen beginnen.

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@Kommentar von Vitautas Müller. 08.07.2010, 9:30

Herr Müller,
vielem was sie in diesem Kommentar schreiben kann ich zustimmen. Doch etwas wesentliches haben sie vergessen: Ölprodukte sind vor allem für die Mobilität wichtig: Flugzeuge, Traktoren, Schiffe, Autos werden alle von Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben. Allenfalls kann man anstatt Öl einen anderen fossilen Rohstoff als Ausgangsbasis für Treibstoff nehmen. Wirkliche Alternativen zur fossilen Mobilität gibt es noch nicht. Die Elektromobilität beispielsweise befindet sich erst gerade in Entwicklung und wird in den nächsten 20 Jahren keine bedeutende Rolle spielen.

Folgerung: Erneuerbare Energietechnologien können das Öl auf absehbare Zeit nicht ersetzen und Herrn Professor Wehrlis‘ Satz
Bleiben wir optimistisch: Langfristig werden diejenigen Firmen profitabler sein, welche erneuerbare Energietechnologien entwickeln. hat deshalb praktisch keinen Bezug zum Thema Öl im Golf. Leider stelle ich immer wieder fest, dass Leute, die ein Hohelied auf die erneuerbaren Energien singen, zuwenig klar denken.

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Also ich habe lieber alle 20 Jahre eine etwas mit Öl verschmutzte Küste als eine dauerhaft mit Windrädern verschandelte Küste.

Aber leider ersetzen auch die grauenhaften Windräder die fossilen Brennstoffe nicht. Wer schon mal ein Leistungsdiagramm der Windenergie gesehen hat, weiss, dass die eingespeiste Energie extrem schwankt. Somit braucht es für jedes kW Windenergie ein Kraftwerk im Hintergrund (z.B. Gaskraftwerk), das die Schwankungen ausgleicht. Somit haben wir mit den Windrädern maximale Landschaftsverschandelung: Erstens die über 100 m hohen Vogelschredder plus das Risiko einer Ölpest.

Es gibt ja auch Leute, die die Verschandelung der Schweiz mit Windräder mit voller Kraft vorantreiben. In einem Land, das so dicht besiedelt ist und der Quadratmeter Land in den Ballungsgebieten um die 1000.- CHF kostet, gibt es wohl nichts Irrsinnigeres als Windräder. Der Boden wird äusserst knapp eingezont, so dass die Bodenpreise wahnsinnig hoch sind, der Toursimus ist eine wichtige Einkommensquelle, Milliarden werden an die Bauern für Landschaftspflege ausgegeben und am Schluss zerstören wir alles mit Windrädern. Wie klug.

Bleiben wir optimistisch: Langfristig werden diejenigen Firmen profitabler sein, welche erneuerbare Energietechnologien entwickeln.

Ja, dann sehen wir mal den Aktienkurs von Q-Cells, Conergy und Konsorten an….
Ich bin sicher, Herr Wehrli hat keinen Rappen in solchen Aktien investiert. Ich jedenfalls bin bis Oberkante Unterlippe in nichterneuerbare Energien und Rohstoffe investiert.

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