ETH-Klimablog - Politik - Das politische Klima im Juni

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Das politische Klima im Juni

05.07.2010 von

Die internationalen Verhandlungen über das «Klimaregime post 2012» haben im Hinblick auf die Klimakonferenz Ende Jahr in Cancún wieder an Schwung gewonnen. Kopenhagen konnte die hochgesteckten Erwartungen zwar nicht erfüllen, wurde aber zu Unrecht als kompletter Misserfolg gewertet. Dass mehr als hundert Staats- und Regierungschefs persönlich teilnahmen, unterstreicht den hohen Stellenwert der Klimadebatte auf der politischen Agenda. Das Bekenntnis zum 2-Grad-Ziel ist für die weiteren Verhandlungen nicht zu unterschätzen. Reiner Zweckoptimismus? – Keineswegs, angesichts der mannigfachen Versuche, die Klimaforschung kurz vor Kopenhagen zu diskreditieren.

Unter der Bundeshauskuppel

Auch in der Schweiz konnten die Nebelpetarden der Klimaskeptiker den Zug nicht aufhalten. Den Fahrplan gibt die Klimainitiative vor, die den inländischen Treibhausgasausstoss um 30% senken will. Der Nationalrat hat den Gegenvorschlag des Bundesrates in der Sommersession beraten – eine beachtliche Parforce-Leistung. Dabei ist er der Versuchung nicht erlegen, die klimapolitischen Entscheide auf die lange Bank zu schieben. Er hat Anträge, auf die Vorlage nicht einzutreten oder die Revision von internationalen Fortschritten abhängig zu machen, deutlich abgelehnt.

Der Wille ist stark, das Fleisch ist schwach

Der Nationalrat hat die Zielvorgaben gegenüber dem Bundesrat verschärft: Das Reduktionsziel von 20% soll ausschliesslich durch Massnahmen im Inland erreicht werden. Dieses Ziel ist zwar nicht utopisch, bedingt aber einschneidende Massnahmen. Doch gerade beim Verkehrssektor, der bereits heute seine Ziele weit verfehlt, hat der Nationalrat den Mut verloren. Es war nicht mehrheitsfähig, den durchschnittlichen CO₂-Ausstoss neuer Autos an das EU-Niveau anzugleichen. Weil viele Parlamentarier eine Benachteiligung von Berg- und Randgebieten befürchteten, wurde die Zielvorgabe von 130g auf 150g pro Kilometer gelockert. Dabei gibt es bereits heute genügend klimafreundliche Geländefahrzeuge, welche den topografischen Eigenheiten der Schweiz gewachsen sind. Doch auch hier wandelt sich das Klima: Während die Vertreter der FDP / Liberalen in der Sommersession noch grossmehrheitlich dagegen votierten, unterstützten ihre Delegierten am 26. Juni 2010 das Ziel des Bundesrates von 130g bis 2015.

Zur Autorin

Gastautorin Andrea Burkhardt ist Abteilungsleiterin Klima beim Bundesamt für Umwelt (BAFU).

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Kommentare (39) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@ Holzherr

Prof. Lu’s Arbeit verdient eine kompetentere Beurteilung, als sie
der umtriebige aber oberflächliche John Cook vorzulegen vermag. Skeptical Science bildet in keiner Hinsicht eine empfehlenswerte Quelle…

http://joannenova.com.au/2010/06/how-john-cook-unskeptically-believes-in-a-hotspot-that-thermometers-cant-find/

http://motls.blogspot.com/2010/03/john-cook-skeptical-science.html

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@Kommentar von Peter Bühler. 12.07.2010, 13:42
@Kommentar von Peter Bühler. 11.07.2010, 17:31

Die Studie von Qing-Bin Lu
(siehe http://www.co2science.org/articles/V13/N8/EDIT.php und http://www.probeinternational.org/Qing-Bin%20Lu%20on%20CFCs%20and%20Global%20Cooling.pdf), die den Chloroflurokarbongase (englisch CFC) Schuld an der globalen Erwärmung gibt, wird hier näher untersucht (siehe http://www.skepticalscience.com/CFCs-global-warming.htm).
Fazit:
Chloroflurokarbongase tragen nur wenig zur globalen Erwärmung bei
-Das Spektrum der von Treibhausgasen Richtung Boden abgegebenen Strahlung zeigt einen starken Strahlungsanteil der vom CO2 stammt( im Bereich 600-800nm)
-Der Strahlungsanteil der Chloroflurokarbongase ist viel geringer, jedoch im Spektrum zu identifiziern

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@ Holzherr

„Kommunikationsvorteil des Ausdrucks “Klimawandel” gegenüber dem Ausdruck “globale Erwärmung”

Na, allzu blauäugig sollte Sie die Sache nicht betrachten oder darstellen. Die Umbenennung ist durchaus beabsichtigt und die begriffliche Unschärfe nicht unwillkommen, wie auch diesem Blog gelegentlich festzustellen.
Das Ergebnis einer Strassenumfrage zu den beiden Begriffen dürfte mit Sicherheit zum youtube-Quotenrenner werden.

Die CFK-Studie ist interessant, aber wie der Autor selber einsieht, indem er bescheiden ein Fragezeichen hinter seine Titelfrage setzt: Beobachtung muss nicht Korrelation sein, und Korrelation ist nicht Kausalität. Gilt bis auf weiteres für CFKs und für CO2…

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704075604575356611173414140.html

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Kommentar von Peter Bühler. 11.07.2010, 17:31

die bis vor kurzem vehement propagierte “menschlich verursachte globale Erwärmung” kurzerhand zum weit handlicheren “Klimawandel” umetikettiert?

Herr Bühler, das ist doch einfache eine Fehlinterpretation, ja Konstruktion ihrerseits. Man spricht vom „Klimawandel“, weil das ein handlicherer, alltagstauglicherer Ausdruck ist als „globale Erwärmung“. Beide meinen aber das Gleiche. Ihre Voten belegen, dass sie sprachlich genug versiert sind, um den Kommunikationsvorteil des Ausdrucks „Klimawandel“ gegenüber dem Ausdruck „globale Erwärmung“ beurteilen zu können. Sie unterstellen der „Gegenseite“ Motive, die es nicht gibt.

Danke übrigens für die Links. Die Arbeit über die Rolle der CFK’s als dominierende Treibhausgase finde ich am interessantesten, obwohl ich schon davon gehört habe. Sie behauptet, dass die geringen Mengen an CKF’s (einige Millionen Tonnen), die bis jetzt emittiert wurden, den Erwärmungsschub ab den späten 1970er Jahren ausgelöst hat. Erstaunlich daran ist nur, dass so eine Behauptung nicht sofort widerlegt werden kann. Das zeigt, dass die Klimatologie doch noch eine recht junge Wissenschaft ist, in der für die Klimatologie grundlegende Annahmen in Frage gestellt werden können, ohne dass da ein Fachmann das gleich richtigstellen kann. Das – die „Jugendlichkeit“ der Klimatologie – ist ja auch der wichtigste Grund, dass ich die Wahrscheinlichkeit, dass die Erwärmung der letzten Jahrzehnte mehrheitlich durch den Menschen verursacht wurde, nur mit 70% beziffere und nicht mit 90% wie der IPCC.

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@ Holzherr

„Ihnen ist jedes Argument recht…“

Hinter solchen Pauchalvorwürfen verbergen sich meistens eigene Schwächen, sicher aber jene der Argumentation.

Seit über einem Jahrzehnt bestätigt die Temperaturentwicklung die AGW-These nicht, aber die MUSS einfach zutreffen. Wie sonst wäre die angepeilte Dekarbonisierung zu rechtfertigen?

Vielleicht mit diesem unauffälligen, dialektischen Taschenspielertrick, der die bis vor kurzem vehement propagierte „menschlich verursachte globale Erwärmung“ kurzerhand zum weit handlicheren „Klimawandel“ umetikettiert?

Eine simple Verschleierung und Mogelpackung: die Erwärmung fällt aus – aber Klimawandel ist natürlich jederzeit und überall. Niemand wird/will/kann sich der Trivialität dieser Tatsache ernsthaft widersetzen. Es hätte aber auch niemand geahnt, wie viel Geld und Aufwand es verschlingen würde, zu solchen tief schürfenden Einsichten zu gelangen.

Was die Blösse der AGW-These in keiner Weise bedeckt: „Der Kaiser ist nackt“. Es bleibt in weiten Teilen ungeklärt, was/wo/wann/wie das Klima und seinen steten Wandel antreibt.
Die Forschung sucht weiter nach Erklärungsmodellen, – die Dekarbonisierer posaunen „Konsens“, als ob der existierte.

Wer von biblischen Vorstellungen betr. die Schuldhaftigkeit des Menschen nicht lassen mag, findet vielleicht hier Erbauung….

http://www.probeinternational.org/Qing-Bin%20Lu%20on%20CFCs%20and%20Global%20Cooling.pdf

http://www.co2science.org/articles/V13/N8/EDIT.php

http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6TVP-4XVC4M5-1&_user=10&_coverDate=02%2F28%2F2010&_rdoc=1&_fmt=high&_orig=search&_sort=d&_docanchor=&view=c&_searchStrId=1396281663&_rerunOrigin=google&_acct=C000050221&_version=1&_urlVersion=0&_userid=10&md5=80e8c86fafd3394e5056a71e9ad0380b

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Kommentar von Peter Bühler. 09.07.2010, 17:19

Besten Dank für die Links.
Wie ich schon früher geschrieben habe, ändert eine global wärmer als heute gewesene mittelalterliche Warmzeit nichts an der Bedeutung von Treibhausgasen für das Klima. Was zählt, sind die Kräfte, die das Klima ändern, nicht die momentan oder in der Vergangenheit beobachteten Temperaturen. Der (angebliche) Hockey-Stick Verlauf der Temperatur ist für sich genommen nur ein schwaches Indiz, dass der Mensch das Klima ändert, denn während der Menschheitgeschichte hat sich schon vieles geändert ohne dass der Mensch die Ursache war. Selbst die globale Erwärmung seit den späten 1970er Jahren wäre unbedeutend, wenn sie sich nicht in den nächsten Jahrzehnten fortsetzt mit immer wärmeren Temperaturen.

Die stärksten Argumente dafür, dass wir eine Erwärmung erleben, die auf steigende Treibhausgase zurückgehen, sehe ich in folgenden Punkten:
-CO2 ist das wichtigste Treibhausgas, das unter allen Bedingungen immer nur gasförmig vorliegt (Wasser dagegen kann kondensieren ) und die atmosphärische Konzentration von CO2 steigt an, weil wir fossile Treibstoffe verbrennen
-Es gab Phasen in der Erdgeschichte, die um vieles heisser waren als die heutige. Sie gingen mit höheren CO2-Konzentrationen einher als heute (noch) vorherrschen
-Die Sonneneinstrahlung hat grossen Einfluss auf das Klima, doch es muss noch andere Einflüsse geben, sonst wäre es unerklärlich, dass es vor 450 Millionen Jahren bei 4% schwächerer Sonneinstrahlung eine Eiszeit gab.
-Phasen erhöhter CO2-Konzentration dauern in der Erdgeschichte oft Millionen von Jahren und auch Warmphasen dauern Millionen von Jahren und fallen mit diesen Phasen erhöhter CO2-Konzentration zusammen

Im übrigen, Herr Bühler, ist ihnen jedes Argument recht um eine anthropogene Erwärmung in Frage zu stellen. Ich kann mir gut einen Disput mit ihnen in 30 Jahren vorstellen, der so geht:
Bühler: „In den letzen 4 Jahren ist es überhaupt nicht wärmer geworden, ja es ist sogar kühler geworden. Wenn das so weitergeht gehen die Bananenplantagen in der Linthebene ein und die Krokodile im Walensee bleiben im Winter zwischen den Eisschollen stecken. Wo denn sehen sie da eine zunehmende Erwärmung am Werk, wo nur? Sie müssen eine politische Agenda verfolgen, wollen sie etwa am Schluss einfach meine Kokosnussplantagen ruinieren mit ihrer Abkühlungspolititk?“

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@ Holzherr

„Der Artikel suggeriert, vom Menschen verbranntes CO2 sei auch das gemessene CO2 bei der Mauna Loa Messstation“

Sie haben da wohl etwas missverstanden. Es sei denn, Sie wären der Auffassung, dass die Mauna-Loa-Messstation zwischen anthropogen und natürlich emittierten CO2-Molekülen unterscheide.
Wäre ein beachtlicher Fortschritt in der Messtechnologie…

Der Autor entwickelt seine Überlegungen zunächst aus den historischen Messdaten von Mauna Loa (die er für die „solidesten“ hält), um in der Folge jene beiden Datenquellen zu vergleichen und zu diskutieren, denen er die Schätzungen über den anthropogenen Anteil an den CO2-Emissionen entnimmt (CDIAC emissions dataset; Houghton dataset). Was ist falsch daran? Verfolgen Sie vor allem die Debatte!

Dass Sie an der These einer allein menschlich verursachten Erwärmung unbeirrt festhalten – Zitat: „da der CO2-Anstieg den Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte erklärt“ und natürliche Ursachen kategorisch ausschliessen, ist erstaunlich genug. Immerhin beschäftigen sich selbst die Befürworter mit der fehlenden Wärme…

http://journals.ametsoc.org/doi/abs/10.1175/2009JCLI3461.1

Dass Sie mit der Existenz eines Mittelalterlichen Klimaoptimums Mühe bekunden und seine Bedeutung klein reden möchten, ergibt sich aus der Logik Ihrer Festlegung auf die AGW-These, die wegen der MWP wie ein Kartenhaus einzustürzen droht.
Wie ich Ihnen bereits mehrfach verlinkt habe, handelte es sich keineswegs um ein regionales Phänomen. Hier eine Arbeit, sich auf weit über 200 Publikationen stützt („worldwide phenomena not limited to the European and North American continents“)

http://www.cfa.harvard.edu/news/archive/pr0310.html

Schön übersichtlich finden Sie’s auch hier (Charts anklicken):

http://pages.science-skeptical.de/MWP/MedievalWarmPeriod.html

oder mit hunderten von Arbeiten hier…

http://www.co2science.org/data/mwp/mwpp.php

Ausserdem, noch ein IPCC Expert Reviewer, der von Ihrem „Konsens“ wenig hält und eine Reihe Arbeiten zitiert…

http://www.aei.org/docLib/EEO-No-6-Green-g.pdf

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@Martin: Entwaldung & Torfvernichtung trägt zu ca. 20% zu den menschlichen CO2 Emissionen bei. Siehe mein nächster Blogeintrag am 5. August.

ebenfalls @Martin: Gratuliere zur aussergewöhnlichen Geduld 🙂

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Kommentar von Peter Bühler. 09.07.2010, 12:37

Zum Artikel über die Herkunft des atmosphärischen CO2:
Der Artikel suggeriert, vom Menschen verbranntes CO2 sei auch das gemessene CO2 bei der Mauna Loa Messstation (und vielen anderen). Da trifft jedoch nicht zu.

CO2 zirkuliert im Kohlenstoffkreislauf zwischen verschiedenen CO2-Reservoirs. Der Ozean enthält 50 x mehr CO2 als die Atmosphäre und die Landbiosphäre 19 x mehr. Der Ozean gibt in den Tropen CO2 an die Atmosphäre ab und nimmt es in den hohen Breiten auf (weil kälteres Wasser mehr CO2 aufnimmt als wärmeres).

Der atmosphärische CO2-Anstieg ist also nur in der Bilanz anthropogenen Ursprungs, nicht aber CO2 Molekül für CO2 Molekül. Dass die Verbrennung der fossilen Rohstoffe die Ursache für diesen Überschuss ist bezweifelt eigentlich niemand. Zumal die CO2-Konzentration nicht nur in der Atmosphäre, sondern auch im Meer steigt (Versauerung).

Hin und wieder hört man die These, der Temperaturanstieg verursache über das Abgasen von CO2 aus dem Meer den CO2-Anstieg. Das ist zum Teil so, denn wärmeres Wasser kann weniger CO2 aufnehmen. Doch wie im Artikel vom Autor selbst festgestellt, genügt der Temperaturanstieg nicht um den starken Anstieg des atmosphärischen CO2 rein über die Temperaturerhöhung zu erklären.

Zudem, wenn es, wie sie behaupten während der mittelalterlichen Warmzeit wärmer war als heute und dies sogar global, warum gab es dann dazumal kaum einen CO2-Anstieg.

Fazit: Der CO2-Pegel in der Luft ist so hoch wie seit 800’000 Jahren nicht mehr. In dieser Zeit gab es mehrere Kalt- und Warmphasen unseres Eiszeitalters wobei auch die Temperatur um bis zu 7°C schwankte. Die heutige CO2-Konzentration in der Luft stammt deshalb nur schon deswegen mit grosser Wahrscheinlichkeit vom Menschen. Die einzige alternative Erklärung, die mir noch einleuchten würde, wäre, dass der Mensch soviel Land entwaldet hat, dass die Landbiosphäre als CO2-Speicher ausfällt – die Atmosphäre wäre dann wie ein überquellender Papierkorb, der nicht mehr geleert wird. Nach meinem Wissen könnte die Entwaldung auch eine (kleine) Rolle spielen, das Verbrennen von fossilen Rohstoffen ist jedoch die Hauptquelle des CO2-Überschusses.

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@ Holzherr

„…. da der CO2-Anstieg den Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte erklärt“

Sie sollten sich mit Ihren substantiellen Beiträgen unbedingt in die aktuell umstrittenste Debatte zum Thema einmischen:

http://wattsupwiththat.com/2010/06/07/some-people-claim-that-theres-a-human-to-blame/

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Kommentar von Ben Palmer. 09.07.2010, 9:50

Nach Wikipedia waren vor allem der Nordatlantik, Südgrönland, die eurasische Arktik und Teile Nordamerikas während der mittelalterlichen Warmzeit deutlich wärmer als heute.
Der folgende New Scientiest Artikel http://www.newscientist.com/article/dn16892-natural-mechanism-for-medieval-warming-discovered.html erklärt das mit einer stark positiven Nordatlantischen Oszillation.

Sollte es im globalen Durchschnitt während der mittelalterlichen Warmzeit deutlich wärmer gewesen sein als heute, stellt sich natürlich die Frage nach der Ursache. Michael Mann glaubt an eine verstärkte Sonnenaktivität/-einstrahlung und wenig Vulkanismus zu dieser Zeit. Folgerung: Es darf sogar im Durchschnitt wärmer gewesen sein während der mittelalterlichen Warmzeit, solange das durch natürliche Faktoren erklärbar ist. Die AGW-Hypothese würde nur dann in Frage gestellt werden, wenn es dazumal wärmer war, aber die damaligen Strahlungsantriebe gleich stark waren wie heute.

Roy Spencer’s These ist ja, dass es innere Strahlungsantriebe gibt, ausgelöst durch Strömungsphänomene wie PDO, NAO. Nach seiner These könnte ein Vorherrschen eines solchen Strömungsmuster von allein schon eine globale Erwärmung bewirken. Spencer’s
innerer Strahlungsantrieb
kommt in den IPCC-Erklärungen nicht vor. Die AGW-These braucht dies auch nicht, da der CO2-Anstieg den Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte erklärt.

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@Holzherr: Gemäss […] sind 97% der Klimatologen vom menschengemachten Klimawandel überzeugt und sogar 47% der Ölgeologen glauben daran.
Ich bin überrascht, dass Sie so etwas überhaupt erwähnen.

Was ist ein Klimatologe? Sind z.B. Jones, Mann, Briffa ausgewiesene Klimatologen?

Wussten Sie, dass 97% der praktizierenden Katholiken überzeugt sind, dass Gott existiert und dass sogar 47% der praktizierenden Protestanten daran glauben. Schlussfolgerung: Gott existiert tatsächlich, nur einige Skeptiker bestreiten das.

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@Holzherr: -Bei mittelalterlicher Warmzeit und kleiner Eiszeit weiss man von starken regionalen Unterschieden. Es ist während der mittelalterlichen Warmzeit lokal mit Sicherheit and einigen Orten wärmer gewesen als heute, ob dies auch global zutrifft, weiss man nicht

MWP ein lokales Ereignis? http://pages.science-skeptical.de/MWP/MedievalWarmPeriod.html

Fazit: Sogar Michael Mann, der Vater des Hockeyschläger, sagt heute, es war falsch den Hockeyschlägerverlauf der Temperaturkurve zu einer Ikone der globalen Erwärmung zu machen. Allerdings bleibt er dabei, dass diese Kurve im wesentlichen korrekt ist.
Aber sicher ist die Kurve korrekt, sie wurde mathematisch entwickelt. Nur die zugrundeliegenden Daten scheinen nicht Temperaturen zu sein. Und die verwendete statistische Methode scheint speziell geeignet zu sein, Hockey Sticks zu generieren.

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@ Holzherr II

Lassen wir einen Insider zu Wort kommen. Dabei es geht – zunächst – um den Muir Russell-Bericht zur UEA/CRU-Affäre…

http://climaterealists.com/index.php?id=5969

„THE PERVERSION OF SCIENCE“?

… und den (keinesfalls dem Google-Übersetzungstool anzuvertrauenden) Schluss-Satz:

„Thus is not science, but only the opinions of „experts“ who have a conflict of interest, as their salaries only get paid if they supply a favourable „reasoned assessments on the balance of evidence“ This „evidence“ never gets beyond „correlation“ (which they call „attribution“) which cannot prove causality.“

VINCENT GRAY? WHO?

Wie Sie IPCC Expert Reviewer. Aber lassen wir der Anciennität den Vortritt, – er ist es seit 1992.

Kurzer Blick zurück:

http://pajamasmedia.com/blog/vincent-gray-on-climategate-there-was-proof-of-fraud-all-along-pjm-exclusive
(2 Seiten)

http://www.financialpost.com/story.html?id=55387187-4d06-446f-9f4f-c2397d155a32

http://nzclimatescience.net/index.php?option=com_content&task=view&id=155&Itemid=1

Wissenschaft? Philosophie? Religion?

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@ Holzherr

Nach Ihnen kann die Wissenschaft (Philosophie, Soziologie inkl.) getrost abdanken: sie werden in postwissenschaftlichen Epochen nicht mehr benötigt, ist doch mit dem AGW-„Konsens“ das Zeitalter der Erleuchtung und unendlicher Weisheit angebrochen, mit dem IPCC als spiritistischem Zentrum und MH als einem seiner eifrigsten Verkünder.

Den Rest überlesen Sie wie stets geflissentlich oder blenden aus, was Ihnen nicht behagt. Nichts soll die geistige Konsensruhe stören.

Die etwas weniger Gläubigen, bis auf Weiteres noch im Genuss der Freiheit zu untersuchen, was ihnen beliebt, mühen sich weiter mit der Lösung, der für sie unbeantworteten Fragen. Vielleicht beugen Sie sich hin und wieder gnädig über die jämmerlichen Zeugnisse dieser Bemühungen – aus lauter Mitleid natürlich – und streuen ein paar Hinweise.

Nachdem Sie Polls in die Debatte eingeführt haben – wegen der „physikalischen Grundlagen“ selbstverständlich – hier eine aktuelle Umfrage…

http://msnbc.newsvine.com/_question/2010/07/07/4630892-are-you-satisfied-with-the-british-panels-conclusion-that-while-climategate-scientists-were-not-always-forthcoming-their-science-was-sound

„Sollten sich essentielle Aussagen der IPCC-Reports als falsch erweisen, wäre es um die Glaubwürdigkeit des IPCC geschehen“

Sie belieben zu scherzen. Es sei denn, der Satz wäre – Blogthema – der gegenwärtigen Hitze geschuldet.

Prof. Ragaller?
Für ihn ist auch etwas dabei, inkl. Popper-Zitat…

http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/328/5985/1507

http://www.nature.com/nature/journal/v459/n7244/full/nature07979.html

http://www.thegwpf.org/the-observatory/1162-ocean-conveyor-belt-dismissed.html

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@Kommentar von Peter Bühler. 08.07.2010, 14:39
Wie hat doch Klaus Ragaller in seinem Skeptiker-Artikel so schön formuliert:

Die Diskussion hat von den physikalischen Grundlagen ins Soziologische und mit der Anrufung von Popper ins Philosophische abgehoben.

Und jetzt verlinken sie eine Studie über den IPCC, seinen Warheitsanspruch, seine Auffassung von Konsensus als Wahrheitskonstruktion, seine zunehmende Rolle als Sachadvokat, seine organisatorische Struktur und Geschichte. Wohlgemerkt, diese 22 Seiten bilden nur den ersten Artikel einer ganzen Serie von zweimal jährlich erscheinenden Untersuchungen zum IPCC als Organisation.

Ich will nicht allzuviel dazu äussern, ausser: Natürlich spürt man beim IPCC die Intention, Entscheider (Politiker etc.) zum Handeln zu bewegen. Nur schon, dass es ganze Berichte über Mitigation oder Klimaökonomie gibt innerhalb des Gesamtberichts, deutet darauf hin. Der IPCC ist also motviert vom durch die eigene Erkenntnis geschaffenen Handlungsdruck, den auch besorgte Blog-Artikelschreiber hier immer wieder erwähnen.

Natürlich macht das den IPCC auch verwundbar. Sollten sich essentielle Aussagen der IPCC-Reports als falsch erweisen, wäre es um die Glaubwürdigkeit des IPCC geschehen. Doch wirklich essentiell sind nur die Arbeiten der Arbeitsgruppe 1, der Rest basiert darauf.

Solange die Aussagen der Arbeitsgruppe 1 Bestand haben, hat deshalb auch der IPCC Bestand.

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@ Holzherr

Hier Mike Hulme (Holzherr vermutlich: „ein Cricket-Spieler“) und seine Betrachtungen zu KONSENS, UNGEWISSHEIT und IPCC-PROZESSE:

http://www.probeinternational.org/Hulme-Mahony-PiPG%5B1%5D.pdf

Zitat: „Claims such as ‘2,500 of the world’s leading scientists have reached a CONSENSUS that human activities are having a significant influence on the climate’ are DISINGENUOUS“.

Suchen Sie sich unter den deutschen Bedeutungen eine aus: unredlich, arglistig, unaufrichtig, hinterlistig, hinterhältig

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@ Holzherr

Wenn Sie nach dem Beleg für eine politische Agenda suchten, haben Sie mit dem Krosnick-Link wohl unfreiwillig einen Treffer gelandet. AGW-Propaganda im Kleid einer wissenschaftlichen Untersuchung…

http://www.nytimes.com/2010/06/17/opinion/lweb17gallup.html?_r=1

http://opinion.financialpost.com/2010/06/21/lawrence-solomon-global-warming-strategist-scores-new-york-times-coup/

Poll II: „sind 97% der Klimatologen vom menschengemachten Klimawandel überzeugt…“

Etwas differenzierter, bitte: 97% der Befragten stimmen dem Satz zu, dass menschliche Aktivitäten „signifikant“ zu einer Änderung der globalen Temperaturen beitragen. Zu Bedeutung und Umfang der menschlichen Beiträge und zum Anteil der natürlichen Ursachen am Klimawandel wird damit nichts ausgesagt. Die banale Feststellung „in den Städten ist es wärmer als auf dem Land“ z. B. fiele demnach unter die Kategorie Zustimmung.

Zum „level of uncertainty“…

http://green.blogs.nytimes.com/2010/06/29/why-climate-stumps-even-the-brightest-scientists/

Zu Ihrer eigenwilligen „Konsens“-Definition kein Kommentar.
„Verschwörungstheoriker“ neben „Klimaleugner“ und „Kreationist“ der gewohnte Griff zum Standardvokabular der AGW-Dialektik, wenn es um die argumentfreie Diffamierung von Kritik und Skepsis geht. Mit küchenpsychologischen Ferndiagnosen und dilettantischen Polls nach dem oben erwähnten Muster erwerben Sie sich keine Meriten.

Wenn Sie schon dabei sind, „klopfen“ Sie auch dies ab…

http://www.media.rice.edu/media/NewsBot.asp?MODE=VIEW&ID=12794

http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6VBC-5045DXY-1&_user=10&_coverDate=07%2F31%2F2010&_rdoc=1&_fmt=high&_orig=search&_sort=d&_docanchor=&view=c&_acct=C000050221&_version=1&_urlVersion=0&_userid=10&md5=af19cedf4fe05bbeac028636a713b1ab

http://www.springerlink.com/content/54778x3v07543462

Bei aller jovialen Freude über Widersprüche, fehlende Bestätigungen, Schlampereien und Fehler („Es ist schön, dass nun auch 3 Ungenauigkeiten im Arbeitsbericht der Arbeitsgruppe 1 gefunden wurden“) sollten Sie sich allmählich die Frage stellen, was an alarmistischer Substanz eigentlich übrig bleibt.

Unverändert Anlass für eine „Dekarbonisierung“ auf Teufel komm raus? eine wissenschaftlich begründete oder doch eher eine politische Agenda?

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@Kommentar von Peter Bühler. 07.07.2010, 14:20

Wie ich im folgenden zeige, stimmen zwar viele Wissenschaftler nicht mit dem IPCC überein, doch die meisten Klimatologen tun das. Auch auf den Begriff Konsens, die Bühler’sche politische Agenda und konkrete Dissens-Meldungen gehe ich detailliert ein.

Konsens, Dissens, „jeder ist ein Klimatologe“

Zitat Bühler: Ob Sie in der Zeit vor Climategate zum Bericht von 2007 recherchieren oder die gegenwärtige Debatten verfolgen: von “Konsens” kann keine Rede sein.

Herr Bühler, einen erreichten Konsens betont man vor allem dann immer wieder, wenn es auch Dissidenten gibt und positiv interpretiert bedeutet ein Konsens, dass man sich mit den dissidenten Meinungen auseinandergesetzt hat und sie bewusst zurückgewiesen hat. In der Wissenschaft steckt hinter einer solchen Zurückweisung abweichender Lehrmeinungen oft beträchtliche geistige, hin und wieder sogar experimentelle Arbeit.

Den Konsens gibt es also in der Klimatologie. Und wie sie ja immer wieder per Referenzen zu belegen versuchen, scheint es auch ganze Kohorten von Dissidenten zu geben. Da sich heute jedoch sehr viele mit Klimatologie beschäftigen, auch wenn sie nur Meteorologen, Mathematiker oder theoretische Physiker sind, täuscht die Zahl der Dissidenten. Gemäss http://blog.agu.org/sciencecommunication/2010/04/19/message-to-science-educators/ sind 97% der Klimatologen vom menschengemachten Klimawandel überzeugt und sogar 47% der Ölgeologen glauben daran.

Die Allgemeinheit und der (behauptete) Klimawandel

Zitat Bühler: Es sei denn, Sie billigten die politische Agenda hinter den Übertreibungen und Verzerrungen ausdrücklich

Gäbe es eine politische Agenda, die unter dem Vorwand des drohenden Klimawandels, in Wirklichkeit ganz etwas anderes anstrebt, dann wären Verhandlungen wie in Kopenhagen gar nicht möglich, denn warum sollten alle Länder an der gleichen Verschwörung teilnehmen.
Auch die „Allgemeinheit“ und sogar die Mehrheit der US-Bürger glauben an die von Menschen verursachte globale Erwärmung (siehe http://news.stanford.edu/pr/2010/pr-global-warming-poll-061010.html).

Leider muss ich sie mit einer unangenehmen Vermutung konfrontieren: Sie neigen zu Verschwörungstheorien. Machen sie doch einmal folgendes Experiment. Verteilen sie an 5 Kollegen je 4 Karten mit 4 leicht negativen Qualifizierungen, eine davon mit dem Aufdruck „neigt zu Verschwörungstheorien“. Jeder muss verdeckt die Namen der vier anderen den negativen Qualifizierungen zuordnen. Wetten, dass sie mehr als 2 Mal die Qualifizierung „neigt zu Verschwörungstheorien“ zugeordnet erhalten.

Ein paar Dissens-Meinungen abgeklopft

——————- Hockey-Stick————
David Holland, ein Ingenieur und Autor von „The Stern Review: A Dual Critique, Part | The Science“, rechnet in Bias and Concealement in the IPCC process: the „hockey-stick“ affair and its implications mit dem autoritativen Gehabe des IPCC ab, wobei er speziell auf das vermeintliche Emblem der „Erwärmungsapostel“, nämlich den Hockeyschlägerverlauf der Temperaturkurve der letzten 1000 Jahre eingeht und zu folgenden Schlussfolgerungen kommt:
-der IPCC benutzt den Hockey-Stick als Evidenz für den menschlichen Einfluss auf das Klima
-im Hockey-Stick wurde die mittelalterliche Warmzeit unterschlagen
-das US-Repräsentantenhaus diskreditierte den Hockey-Stick im Jahre 2006
-die Baumringrekonstruktionen sind unzuverlässig
-die GISS-Temperaturserie ist fehlerhaft
-dem IPCC fehlt Struktur, Kompetenz und Supervision um seine Monopolstellung zu rechtfertigen

Beurteilung:
-Die Hockeyschläger-Kurve kann für sich genommen niemals ein starkes Indiz für die menschengemachte Erwämung sein, selbst wenn die Fehlerbande ganz schmal wäre. Anders stünde es, wenn es plausible Erklärungen für den Hockey-Stick Verlauf gäbe.
-Bei mittelalterlicher Warmzeit und kleiner Eiszeit weiss man von starken regionalen Unterschieden. Es ist während der mittelalterlichen Warmzeit lokal mit Sicherheit and einigen Orten wärmer gewesen als heute, ob dies auch global zutrifft, weiss man nicht
Fazit: Sogar Michael Mann, der Vater des Hockeyschläger, sagt heute, es war falsch den Hockeyschlägerverlauf der Temperaturkurve zu einer Ikone der globalen Erwärmung zu machen. Allerdings bleibt er dabei, dass diese Kurve im wesentlichen korrekt ist.

——- 3 Fehler im Bericht der Arbeitsgruppe 1 ————
Roger A. Pielke Senior meint 3 Fehler im IPCC Bericht AR4 der Arbeitsgruppe 1 gefunden zu haben (siehe http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/07/roger-pielke-sr-claims-to-have-found.html). Bisher wurden mehrere Fehler in den Berichten der Arbeitsgruppe 2 gefunden. Jedoch ist das nicht verwunderlich, urteilt doch sogar Thomas Stocker, der für die wissenschaftlichen Grundlagen zuständig ist, dass viele Resultate der Arbeitsgruppe 2 (Impacts, Adaption and Vulnerability) „wissenschaftlich nicht zu den belastbaren“ gehören. Die 3 Fehler im Bericht der Arbeitsgruppe 1 wären die ersten überhaupt, die dort gefunden wurden. Es sind:
-Die Definition des Begriffs Strahlungsantrieb (radiative forcing) ignoriert ein Papier des US-National Research Councils von 2005, welches auf Probleme im Umgang mit diesem Begriff eingeht
-Eine Überschrift in einer Aussage für Politikmacher ist inkorrekt
-Die Schlussfolgerung, dass 11 von 12 Jahren im Zeitraum 1995 bis 2006 zu den 12 wärmsten Jahren seit Aufzeichnung gehören und dass die Ursache die globale Erwärmung sei, ignoriert Studien, die zeigen, dass die menschenverursachte Änderung der Landschaft auch eine Rolle spielt.

Beurteilung: Es ist schön, dass nun auch 3 Ungenauigkeiten im Arbeitsbericht der Arbeitsgruppe 1 gefunden wurden. Roger Pielke Senior sollte zu den Probelesern des nächsten Berichts gehören.
Fazit: Die Arbeitsgruppe 1 hat gute Arbeit geleistet

—— Kohlendioxidfreisetzung H20-abhängig, weniger T-abhängig —
Im Spiegel (siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,704816,00.html) ergibt eine neue Stude des Kohlenstoff-Kreislaufs, dass die Kohlendioxidfreisetzung zwar bei einer Temperaturerhöhung zunimmt, allerdings nur marginal. Viel entscheidender ist die Wasserzufuhr

Beurteilung: Mit steigender Temperatur bleibt der Kohlenstoffkreislauf im wesentlichen der Gleiche. Eine CO2-Erhöhung kann schlimme Folgen haben, jedoch hat er keine apokalyptischen Folgen.

Fazit: Die Welt existiert auch nach einer Klimaerwärmung weiter. Das ist eigentlich zu erwarten, denn es gab schon früher heisse Phasen in der Erdgeschichte.

——- 2010 ist warm, aber 1998 war vielleicht wärmer —
Roy Spencer berichtet in http://www.drroyspencer.com/, dass 1998 eventuell wärmer war als 2010 wird.
Beurteilung: 1998 und 2010 sind El-Nino Jahre, die sollte man sowieso nicht zu stark bewerten
Fazit: El Nino-Perioden müssen separat betrachtet werden

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@ Schloendorn

Die Debatte wird uns wohl etwas länger beschäftigen, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Hängt ja auch ziemlich viel von ihrem Ausgang ab, wie Frau Burkhardt darlegt.

Den Glauben an ein lineares System vertreten doch Sie, indem Sie die menschlichen CO2-Emissionen mit einem Anstieg der Temperaturen in Verbindung bringen.
Eine klare „Ursache-Wirkungs-Beziehung“, oder verstehe ich Sie falsch?

„Es gab nun mal in der Erdgeschichte noch keine Phase in der kurzfristig, ohne andere physikalische Ursache grosse Mengen CO2 freigesetzt wurde“

PETM?

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@Kommentar von Peter Bühler. 07.07.2010, 15:50

Herr Bühler, Gerard Roe sagt lediglich, CO2 habe den Beginn der Warmphasen weit schwächer beeinflusst, als dies die verstärkte Sonneneinstrahlung im Norden getan hat.
Er schreibt ausdrücklich, CO2 könne für die Temperatursynchronisation zwischen Nord- und Südpol verantwortlich sein, obwohl er das nicht untersucht habe. CO2 kann also die ursprünglich nur den Norden betreffende Erwärmung auf die südliche Halbkugel übertragen haben.

Zitat Gerard Roe:
Furthermore,
variations in atmospheric CO2 appear to lag the rate of
change of global ice volume. This implies only a secondary
role for CO2 – variations in which produce a weaker
radiative forcing than the orbitally-induced changes in
summertime insolation

Thus, the
relatively small amplitude of the CO2 radiative forcing and
the absence of a lead over dV/dt both suggest that CO2
variations play a relatively weak role in driving changes in
global ice volume compared to insolation variations. This
certainly does not rule out CO2 as a primary cause of
tropical or other climate variations, or of the apparent
synchronization of the ice-age signal between hemispheres

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@Kommentar von Tim Schloendorn. 07.07.2010, 15:18

Zitat Schloendorn: „Die ewige CO2 erst – Erwärmung dann oder andersrum Debatte zeugt von einem tief verwurzelten Glauben an lineare Systeme.“

Nein Tim Schloendorn, da müssen sie gar keine geistigen Klimmzüge machen. Es ist doch ganz einfach:

Noch nie hat ein Klimatologe behauptet, CO2 habe eine Warmphase eingeleitet.
-Erst nach dem Beginn einer Warmphase steigt auch das CO2, das hat schon James Hansen vor 30 Jahren festgestellt
Skeptiker haben das CO2-Hinterherhinken-Problem erfunden
Skeptiker neigen dazu, einen ganz kleinen Ausschnitt zu betrachten und ihn zum Fallstrick zu erklären

Es gibt nur ein Problem mit der Interpretation der Rolle des CO2 in der Klimageschichte: Die interessanten Perioden (z.B: vergangene Vereisungen lange vor dem heutigen Eiszeitalter) für den Zusammenhang CO2-Temperatur liegen mehr als 100 Millionen Jahre zurück und die Qualität der CO2- und Temperaturmessungen für diese lang zurückliegenden Perioden kann in Frage gestellt werden.

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@ Holzherr

„…dass der CO2-Anstieg dem Abschmelzvorgang folgt“

… bzw. den erhöhten Temperaturen.

Gemäss Roe bedarf das Milancovic-Modell keines zusätzlichen, bedeutenden CO2-Treibhauseffektes zu seiner Erklärung.
Roe weist speziell darauf hin, dass die Daten sich ohne CO2-Wirkung erklären lassen – und, dass ein erhöhter CO2-Atmosphärenanteil die Folge und nicht die Ursache der Veränderungen von Eisausdehnung und Temperaturen darstellt.

Kurz, was wirklich zählt, ist die wechselnde Sonneneinwirkung bzw. beschienene Fläche über der Arktis. Mit Wirkungen nicht allein für das regionale Klima, sondern für das aller anderen Weltzonen. Das Weltklima gesteuert durch eine regionale aber offenbar äusserst bedeutsame Veränderung – nicht andersrum.

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Es fällt mir schwer nicht zynisch zu werden… Die ewige CO2 erst – Erwärmung dann oder andersrum Debatte zeugt von einem tief verwurzelten Glauben an lineare Systeme. Nur in solchen sind Ursache-Wirkungs Beziehungen derart einfach.

Inbesondere Rückschluss von einem von Menschen-Freien System auf ein System mit Menschen drin sind sehr schwierig – Es gab nun mal in der Erdgeschichte noch keine Phase in der kurzfristig, ohne andere physikalische Ursache grosse Mengen CO2 freigesetzt wurden => CO2 hatte noch die Chance als „Treiber“ des Klimas zu wirken, daher lässt sich eine solche Wirkung auch nicht anhand historischer Werte zeigen.

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@Kommentar von Peter Bühler. 07.07.2010, 14:31

Danke für den Link zum Milankovic-Artikel. Der Autor konkretisiert die Milankovic-These und behaupet, es gebe eine 1:1-Beziehung zwischen Eisabschmelzrate und Sonneneinstrahlung in der Nordhemisphäre. Ferner stellt er fest, dass der CO2-Anstieg dem Abschmelzvorgang folgt – was allerdings schon immer bekannt war.

Der Artikel geht detailliert auf die letzten Eiszeitzyklen ein. Er behauptet auch, der CO2-Anstieg habe nur einen kleinen Einfluss auf das weitere Abschmelzen, nach dem es einmal durch die verstärkte Sonneneinstrahlung in der Nordhemisphäre in Gang gesetzt wurde. Der Autor präzisiert also nur etwas, was schon von Milankovic behauptet wurde und leistet mit diesen letzten Sätzen Tribut an Milankovic:

Zitat: The available evidence supports the essence of the original idea of Köppen, Wegner, and Milankovitch as expressed
in their classic papers [Milankovitch, 1941; Koppen and
Wegener, 1924], and its consequence: (1) the strong expectation
on physical grounds that summertime insolation is
the key player in the mass balance of great Northern
Hemisphere continental ice sheets of the ice ages; and
(2) the rate of change of global ice volume is in antiphase
with variations in summertime insolation in the northern
high latitudes that, in turn, are due to the changing orbit of
the Earth.

Besten Dank Herr Bühler. Es war ein Vergnügen, diesen Artikel zu lesen.

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@ Holzherr

Milankovic

Schade, Sie mochten die im Nachbarblog verlinkte Arbeit wohl nicht lesen, eine Rehabilitation der viel geschmähten, weil schlichteren Überzeugungen zuwiderlaufenden These…

http://earthweb.ess.washington.edu/roe/GerardWeb/Publications_files/Roe_Milankovitch_GRL06.pdf

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@ Holzherr

Sie wissen, dass zahlreiche Klimatologen Ihre Einschätzungen betr. CO2 oder Treibhausgase nicht teilen.
Mehr als die Wärme beunruhigen mich denn auch die Vorgänge im Wissenschaftsbetrieb am und rund um das IPCC.

Ob Sie in der Zeit vor Climategate zum Bericht von 2007 recherchieren oder die gegenwärtige Debatten verfolgen: von „Konsens“ kann keine Rede sein. Sie werden vielmehr permanent auf Ungereimtheiten stossen, die Ihr Konsensvertrauen wenn nicht erschüttern, dann doch wenigsten irritieren sollten. Es sei denn, Sie billigten die politische Agenda hinter den Übertreibungen und Verzerrungen ausdrücklich.

Hier ein paar weitere Muster…

http://www.klimarealistene.com/Holland%282007%29.pdf

http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/07/roger-pielke-sr-claims-to-have-found.html

http://pielkeclimatesci.files.wordpress.com/2009/10/r-321.pdf

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,704816,00.html

Ein Kapitel für sich bildet das angeblich „wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“…

http://www.drroyspencer.com/

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@Kommentar von Vitautas Müller. 07.07.2010, 10:09
Herr Müller,
wir leben momentan in einem Eiszeitalter.
Nach Wikipedia (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Eiszeitalter) ist ein Eiszeitalter eine Periode in der Erdgeschichte, in der mindestens ein Pol der Erde vergletschert ist. Die Milankovic-Zyklen sind nur verantwortlich für den Wechsel von Warmphase und Kaltphase innerhalb einer Eiszeit. Erst der starke CO2-Abfall während den letzten 100 Millionen Jahren hat die jüngsten Eiszeitalter ausgelöst.

Die atmosphärische CO2-Konzentration bestimmt zusammen mit der Landverteilung (die Plattentektonik ändert die Lage der Kontinente) und der Sonneneinstrahlung die globale Durchschnittstemperatur.

Der kombinierte Einfluss von Sonne und CO2 für die letzten 500 Millionen Jahre wird hier besprochen (siehe http://www.skepticalscience.com/co2-higher-in-past.htm).

Hier die Kurzfassung: Das heutige Eiszeitalter und die beiden Eiszeitalter um 300 Millionen vor heute fallen mit tiefen atmosphärischen CO2-Pegeln zusammen. Das Eiszeitalter vor 450 Millionen Jahren dagegen ist schwerer zu erklären, gibt es doch Messwerte, die 5600 ppm CO2 dannzumal anzeigen. Damals war jedoch die Sonneneinstrahlung 4% schwächer als heute, so dass die CO2-Konzentration lediglich unter 3000 ppm fallen musste, um ein Eiszeitalter auszulösen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass um 446 Millionen vor unserer Zeit die CO2-Konzentrationen vorübergehend deutlich unter 3000 ppm fielen. Dies genügte um die Vereisung auszulösen.

Post Skriptum: Sie scheinen die Skeptiker-Webseiten gut zu kennen, wissen aber nicht einmal was ein Eiszeitalter ist. Wahrscheinlich fehlt ihnen das klimatologische Grundwissen.

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Bei allem Unwissen über das Klimageschehen hat sich doch der Konsens ausgebildet, dass die Treibhausgase die Rolle “des Manns für das Grobe” spielen. Eine starke Zunahme der Treibhausgase führt zu deutlich wärmeren Temperaturen und umgekehrt leiten stark abnehmende Werte von Treibhausgasen Eiszeitalter ein.

?? Sie meinen das Ernst??
Selbst IPCC-Wissenschafter sagen heute:
-Eiszeiten hängen mit den Milankovic-Zyklen zusammen. Änderungen der Erdposition gegenüber der Sonne verursachen Eiszeiten. Guglen Sie mal
– Die Eisbohrkerne zeigen foglenden Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt und der Temperatur: Erwärmung führt zu erhöhtem CO2-Gehalt nach ein paar hundert Jahren und Abkühlung führt zu abgesenktem CO2-Gehalt in der Atomsphäre

Und jetzt schauen Sie mal diese Bild an:
http://yfrog.com/28tempco2j
Wo ist der Zusammenhang?

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@Kommentar von Peter Bühler. 07.07.2010, 0:51
Zum Teil der die Klimawissenschaft betrifft

Bei allem Unwissen über das Klimageschehen hat sich doch der Konsens ausgebildet, dass die Treibhausgase die Rolle „des Manns für das Grobe“ spielen. Eine starke Zunahme der Treibhausgase führt zu deutlich wärmeren Temperaturen und umgekehrt leiten stark abnehmende Werte von Treibhausgasen Eiszeitalter ein.
Diese Erkenntniss ergibt sich aus theoretischen Überlegungen und der Klimageschichte.

Die Vermessung des gegenwärtigen Klimas und seiner Änderungen ist dagegen alles andere als perfekt, wird aber mit jeder Generation von Klimasatelliten, Bojen etc. verbessert. Zudem erhält man mit all diesen Messinstrumenten im besten Fall ein Bild des momentanen Zustands. Wie dieser Zustand im Gesamtzusammenhang des Klimas zu bewerten ist, ist ebenfalls zum Teil offen. Jedenfalls ist es zuviel erwartet, dass sich jeder noch so kleine Anstieg der CO2-Konzentration unmittelbar in entsprechenden Änderungen des Klimazustands wiederspiegelt.

Zum politisch/soziologischen Teil

Politik und Verwaltung suchen heute zunehmend eine proaktive Rolle – wie man im PR-Sprech so schön sagt. Der staatliche Anteil an der Gesamtbeschäftigung wird auch immer grösser. Zudem geraten die Politiker beim Versuch, die Welt gestalten, auch in Konkurrenz zu anderen Kräften wie übernationalen Gebilden, Grosskonzernen und allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen.

Natürlich kann ein Thema wie der Klimawandel ein attraktives Betätigungsfeld für Politiker und grosse Bereiche der Verwaltung spielen. Hier können sie beweisen, dass sie für die Gegenwart und die Zukunft der Gesellschaft wichtig sind. Denn der menschengemachte Klimawandel generiert grossen Handlungsbedarf in vielen Bereichen von langfristiger Bedeutung, ähnlich wie früher eine Kriegsvorbereitung. Doch den Klimawandel zu bekämpfen ist für die Menschheit insgesamt viel besser als sich gegenseitig zu bekämpfen.

Besteht denn Handlungsbedarf betreffend Klimawandel? Angesichts der Schnelligkeit des CO2-Anstiegs und dem Tempo mit dem der Mensch die Erde umgestaltet durch Entwaldung, landwirtschaftliche Nutzung, Ausbeutung von Rohstoffreserven, gibt es starken Handlungsbedarf.

Denn wenn CO2 einer der wichtigsten „Kontrollknöpfe“ des Klimas ist, dann drehen wir momentan wie wild an diesem Kontrollknopf.

In einem Punkt kann ich ihnen zustimmen. Die Kommunikation betreffend Klimawandel ist oft PR-artig, schlicht und einfach, weil PR heute die dominierende Kommunkiationsform zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Bevölkerung ist. PR wurde in der Wirtschaft geboren, doch PR-Leute schreiben heute auch Texte für die ETH und Texte die früher von den Grundgedanken der Philosophie und des Humanismus geprägt waren, surfen heute auf den aktuellen Trends. Das Resultat sind weitverbreitete Simplifizierungen. Das geht so weit, dass einige glauben, man müsse nur ein paar Windräder und Solarpanels aufstellen und dann sei das Klimaproblem gelöst.

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Zitat Holzherr: „Strahlungsbudget der Erde“ und „Das Gesamtbild, das man heute über das Klimageschehen auf theoretischer und beobachtbarer Ebene hat…“

Was nun? unzufriedenstellende Vermessung – oder Gewissheit? Änderungen der „Treibhausgaskonzentrationen“ vor oder nach der Erwärmung? menschliche oder natürliche Ursachen? zu welchen Anteilen?

Fragen über Fragen, dabei herrscht doch Konsens, oder nun doch wieder nicht?

Zum Thread. Lassen wir mal kurz die Klimaphysik beiseite. Es gibt einen Bereich, der die Menschen noch näher berührt und der von den Beteiligten hohe Sensibilität verlangt: die Medizin.

Trotz da und dort wuchernder Auswüchse und gelegentlicher Skandale fühlen sich die Vertreter des – naturwissenschaftlichen – Faches einer grundlegenden Norm ethischen Handelns zum Wohl der Patienten verpflichtet, mit dem Bekenntnis zum Eid des Hippokrates, einem rechtlich bedeutungslosen aber historischen Erbe – so ungefähr etwas wie das Reinheitsgebot für Bierbrauer.

Man wünschte sich, es gäbe etwas Ähnliches auch für andere Wissenschaftsbereiche – vor allem aber für Beamte. Dabei, um die erstere, völlig heterogene Gruppe vorläufig beiseite zu lassen: Beamte sind geradezu versessene (!) Musterknaben in Erfüllung einer selbstauferlegten Mission oder einer Art Eid, den BürgerInnen und dem Staat zu dienen. In heiligem Eifer und aufopferndem Engagement tendieren sie geradezu zur Übererfüllung, d.h. sie betrachten ihre Klientel – den Staat und die Bürger – nicht länger als das, was sie eigentlich darstellen, sondern – wohl im schmeichelhaften Wettbewerb mit den Medizinern, die sie vermutlich gern geworden wären – als PATIENTEN.

Dummerweise lässt sich eine Mehrheit der BürgerInnen diese Triage-Kategorisierung gerne gefallen, im offenbar ebenso unstillbaren wie gedankenlosen Verlangen, Verantwortung zu delegieren und sich in die weichen Kissen staatlicher Rundum-Umsorgung sinken zu lassen.

Die Verwaltung handelt entsprechend, vorausschauend und umsichtig, erkennt Handlungsbedarf lang vor der Mehrheit der Klienten und versteht sich darauf, einer Mehrheit die vorsorgliche Notwendigkeit ihres Tuns sanft aber beharrlich beizubiegen.
Dass die Zahl der PR-Spezialisten dabei gelegentlich in umgekehrter Proportion zur Zahl der Fachexperten steht, sollte keineswegs an der guten Absicht zweifeln lassen, im Gegenteil: die Komplexität der inzwischen staatlich bewirtschafteten Handlungsfelder stellt höchste Ansprüche an die Kommunikation. Wie anders wäre den Menschen ihre schier aussichtslose Lage und Hilflosigkeit ohne staatliche Unterstützung, Neusprech, Doppeldenk und Vorsorgeprinzip plastisch vor Augen zu führen?

Derlei Anmassungen verströmen zwar reichlich 1984er-Gerüche und die Assoziation von „Ministerien für Wahrheit“ aber…

… ähnliche, durchaus gut gemeinte Verwirrungen dieser Sorte sind auch von den Pfadfindern bekannt, die etwa alte oder hilflose Menschen über den Fussgängerstreifen lotsen, obwohl die gar nicht vorhatten, die Strassenseite zu wechseln. Egal, denn die wissen doch oft eh nicht, was und wohin sie eigentlich wollten… richtig also, vorsorglich gleich das Vorsorge-Prinzip anzuwenden.

Was ist daraus zu lernen? Leiden und Probleme – vermeintliche oder echte – riskieren chronisch zu werden, wenn sie erst mal in die Fänge einer dystopischen Bürokratie geraten sind. Die wiederum lässt sich ihr vermeintlich segensreiches Wirken so wenig entwinden wie etwa ein Kettenhund einen gefundenen Knochen.

Der Wissenschaft wünschte man etwas mehr Zurückhaltung bei der Lieferung oder dem unbedachten Zuwurf von „Knochen“. Sie sollte sich darüber im Klaren sein, was sie mit derlei Fütterungen anrichtet. Leider tendieren allzu viele ihrer Vertreter gedankenlos zum Arzt/Patienten-Modell.

Steuerzahler und „eingebildete Kranke“ umgekehrt seufzen zwar über die Prämien, mögen aber am etablierten System wenig ändern, weil sie sich lieber die Kosten für ihre Bequemlichkeit auferlegen lassen, als sich kritisch mit dem obskuren Automatismus der behördlich ergriffenen Realitätskontrolle und kognitiven Verzerrungen auseinanderzusetzen.

„Irgendwie Klimawandel“ (Sonneneinstrahlung, Treibhauseffekt, CO2, Aerosole, Wolken, Albedo, Sonnenaktivität, Mammut-Flatulenz und weitere Faktoren) scheint als behördliches Geschäftsmodell trotz erheblicher Zweifel weiterhin geeignet, die Massen bei Laune zu halten. What a brave new world.

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@Kommentar von Peter Bühler. 06.07.2010, 21:20

Mit anderen Worten: einer der Top-Spezialisten räumt ein, dass er das Klimasystem für unverstanden hält …

Kein Top-Spezialist versteht das Klima völlig, und wer das Gegenteil behauptet, hat sich zuwenig damit beschäftigt.

Doch es gibt jetzt Erklärungsmodelle für Klimaveränderungen, die sich allgemein durchgesetzt haben und die sogar von Erwärmungsskeptikern herangezogen werden. Dazu gehört das Konzept des Strahlungsantriebs, in den die Sonneneinstrahlung, der Treibhauseffekt, Aerosole, Wolken und die Erdreflektivität (Albedo) eingehen und je nach Geschmack auch noch die Sonnenaktivität und weitere Faktoren.

Dazu kommt das Wissen über die Klimageschichte. Momentan sind wir in einem Eiszeitalter mit 2 vereisten Polen. Es gab Ergeschichtsabschnitte mit nur einem vereisten Pol, und lange Phasen, die sehr viel wärmer als heute waren und in denen beide Pole eisfrei waren mit Sommertemperaturen am Nordpol über 20°C.
Die Sonneneinstrahlung liefert dafür keine Erklärung. Heute ist die Sonnenstrahlung stärker als vor 100 Millionen Jahren, doch damals war es deutlich wärmer. Für solche Wechsel zwischen Kalt- und Warmphasen sind wohl Änderungen in der Treibhauskonzentration verantwortlich.

The CERES data published in the August BAMS 09 supplement on 2008 shows there should be even more warming: but the data are surely wrong. Our observing system is inadequate

Viele wichtige Klimagrössen können mit den heutigen Satelliten nicht in ihrer absoluten Grösse bestimmt werden, sondern nur relativ zu einem Referenzpunkt.
Die Ozeantemperaturmessungen mit dem Argos-Bojensystem operieren ebenfalls am Limit der Messmöglichkeiten.
Der Satz Our observing system is inadequate stimmt also schon: Das Strahlungsbudget der Erde kann tatsächlich nur mit unzufriedenstellender Genauigkeit vermessen werden.

Das Gesamtbild, das man heute über das Klimageschehen auf theoretischer und beobachtbarer Ebene hat, macht Änderungen der Treibhausgaskonzentrationen verantwortlich für die meisten Wechsel von warmen und kalten Phasen in der Erdgeschichte. Das ist der Konsens unter den IPCC-Wissenschaftlern und diesem Konsens schliesst sich auch Kevin Trenberth an.

Im Detail versteht man das Klima aber auch heute nur wenig. Phänomene wie El Nino/La Nina, den Golfstrom und wie stabil/unstabil er ist, das alles sind vor allem gut bekannte Phänomene, über deren tiefere Ursachen und Bedingungen man immer noch streitet.

Doch den Wechsel von Kaltzeit zu Warmzeit während einer Eiszeit oder den Wechsel von einem Eiszeitalter zu einem Zeitalter ohne vereiste Polkappen glaubt man sehr viel besser zu verstehen.

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„Das Klimaproblem ist real…“

…bleibt die Frage, weshalb 2009 selbst den IPCC-Leitautor Kevin Trenberth, bestimmt kein AGW-Skeptiker, auf einmal Zweifel befielen. Hier seine Mail-Korrespondenz mit Tom Wigley, einem Mann, der die IPCC-Prognosen für zu optimistisch hält. Die Auseinandersetzung enthält gewissermassen den Kern der anhaltenden Debatte (Auszug):

Trenberth: „But the resulting evaporative cooling means the heat goes into atmosphere and should be radiated to space…“

„The fact is that we can’t account for the lack of warming at the moment and it is a travesty that we can’t. The CERES data published in the August BAMS 09 supplement on 2008 shows there should be even more warming: but the data are surely wrong. Our observing system is inadequate.“

Tom Wigley: „Kevin says … „The fact is that we can’t account for the lack of warming at the moment and it is a travesty that we can’t“. I do not agree with this“

Trenberth an Tom Wigley: „How come you do not agree with a statement that says we are no where close to knowing where energy is going or whether clouds are changing to make the planet brighter. We are not close to balancing the energy budget. The fact that we can not account for what is happening in the climate system makes any consideration of geoengineering quite hopeless as we will never be able to tell if it is successful or not! It is a travesty!“

Mit anderen Worten: einer der Top-Spezialisten räumt ein, dass er das Klimasystem für unverstanden hält und dass sich auf diesem Unwissen keine Klimapolitik begründen lasse.

Das mögen eifrige Leser von NGO-Traktaten und die mit der politischen Umsetzung beauftragten Behörden natürlich ganz anders sehen. Von wissenschaftlichem „Konsens“ oder von “The science is settled”-Fakten kann indessen keine Rede sein.

Entweder betreiben AGW-Alarmisten bewusst Desinformation – oder sie sind tatsächlich ahnungslos. Bei beiden Varianten fällt kein besonders günstiges Licht auf die Urheber.

Quelle Zitate: http://www.eastangliaemails.com/emails.php?eid=1052&filename=%201255523796.txt

Siehe auch…
http://www.guardian.co.uk/environment/2010/jul/04/climatechange-hacked-emails-muir-russell/print

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@Kommentar von Thomas Blaser. 06.07.2010, 13:36

Für mich stellt sich die Frage, ob China ohne fremde Hilfe überhaupt in der Lage ist, seine Emissionen zu reduzieren .

China kann seine Emissionen sicher reduzieren. Doch kann es das ohne nicht auch sein Wirtschaftswachstum zu reduzieren? Diese Frage haben sich sicher auch die chinesischen Führer gestellt – und sie wahrscheinlich negativ beantwortet.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Ich fand diesen Video-Beitrag interessant zum Thema Klimawandel und Sicherheit:
http://climateprogress.org/2010/07/06/video-climate-change-and-national-security/

Übrigens werden vor Mexiko Klimaverhandlungen in China stattfinden:
http://sites.google.com/site/slow4earth/home/news-1/chinatohostclimatetalksbeforemexicomeeting

Sind für mich Zeichen, wie dringend das Thema Klimawandel und Auswirkungen auf unseren Planeten und die Menschheit geworden sind. Wir müssen jetzt wirklich alle am selben Strick ziehen und vorwärts machen. Auch diejenigen, die es immer noch nicht gemerkt haben, müssen endlich aufwachen! Das Klimaproblem ist real und mit dessen emotionalen Verdrängung oder Verneinung verlieren wir nur wertvolle Zeit.

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Im diesem Kommentar möchte ich auf die Emissionsreduktionen in Europa im Verlgeich zu den Emissionsreduktionen weltweit eingegehen und das langfristige Ziel herausstellen: die vollständige Dekarbonisierung unserer Wirtschaft und aller Lebensbereiche.

Internationale Verhandlungen versus internationale Emissionsreduktionen

Die internationalen Verhandlungen über das «Klimaregime post 2012» haben im Hinblick auf die Klimakonferenz Ende Jahr in Cancún wieder an Schwung gewonnen.

Die Verhandlungen gehen weiter, doch die Haltung der renitenten Staaten China und Indien hat sich nicht wirklich geändert. Doch vielleicht ist es falsch, die abwehrende Haltung Chinas und Indiens gegenüber Verpflichtungen zu Emissionsreduktionen als Verweigerung gegenüber dem Gebot der Vernunft zu brandmarken. Es gibt eine viel einfachere und ehrlichere Interpretation: Diese aufstrebenden Schwellenländer sind gar nicht in der Lage, der Wirtschaft in ihren Ländern in eine CO2-arme oder gar postfossile Richtung umzuorientieren, denn die eigene Kohle ist der günstigste, schnellste und technisch am wenigsten anspruchsvolle Weg zur Industrialisierung. Diese Meinung kommt auch in folgender MIT-Publikation (siehe http://web.mit.edu/ipc/publications/pdf/07-001.pdf ) zum Ausdruck:

First, we should recognize that the Chinese government’s capacity to achieve targets for reducing hydrocarbon consumption or pollutant releases, or Kyoto-like limits on greenhouse gas emissions, is in practice quite limited. Neither louder demands for
compliance by outsiders nor escalating penalties for non-compliance are likely to yield the desired results.

Doch die chinesische Führung hat trotz diesen Lenkungsproblemen kurz vor der Kopenhagen-Konferenz erklärt, sie wolle zwischen 2005 und 2020 die CO2-Intensität pro Yuan erbrachte Wirtschaftsleistung um 40% reduzieren (siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,663592,00.html).
Die New York Times vom 5. Mai 2010 berichtet nun unter dem Titel „China’s Energy Use Threatens Goals on Warming“ (siehe http://www.nytimes.com/2010/05/07/business/energy-environment/07energy.html?_r=2 ) folgendes:
-in den letzten 6 Monaten sind die CO2-Emissionen so stark gestiegen wie noch nie
-die Energieeffizienz ist gesunken
-die von fossiler Energie besonders abhängige Schwerindustrie mit Stahl- und Zementherstellung für den Automobil- und Hausbau hat an Bedeutung gewonnen

Fazit internationale Emissionsreduktionen:
-China setzt neue CO2-Emissionsrekorde als Folge von Auto- und Immobilienboom
-China erreicht seine selber gesetzten Effizienzziele voraussichtlich nicht
-die (bescheidenen) Emissionsreduktionen der europäischen Länder fallen gesamthaft nicht ins Gewicht
-Saudi-Arabien und andere Ölproduzenten spüren ausser dem rezessionsbedingten Rückgang, keinen Nachfragerückgang nach ihrem Öl
-Kohle wird (vor allem in China) soviel wie noch nie verbraucht

Prozentuale Emissionsziele versus völlige Dekarbonisierung

Den Fahrplan gibt die Klimainitiative vor, die den inländischen Treibhausgasausstoss um 30% senken will.
Das Reduktionsziel von 20% soll ausschliesslich durch Massnahmen im Inland erreicht werden.

Das 2°C-Ziel verlangt nach schnellen Emissionsredudktionen, deshalb sind Reduktionsziele für festgelegte Zeiträume notwendig. Doch darüber darf man nie das Hauptziel vergessen – die völlige Dekarbonisierung unserer Wirtschaft.

Dieses Hauptziel – die vollständige Dekarbonisierung – kann man verfehlen, wenn man ein kurzfristiges Reduktionsziel mit falschen Massnahmen angeht. Mit dem von Jean-Marc Hensch vorgeschlagenen Ersatz von Erdöl durch Erdgas (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/06/28/das-gegenteil-von-gut-gut-gemeint/) in den Bereichen Heizungen, Stromproduktion, Mobilität usw. könnte man zwar auf billige Art und Weise die vom Nationalrat angepeilte Emissionsreduktion von 20% erreichen (Reduktion nur im Inland und bis 2020), doch weitergehende Reduktionen wären später sogar schwieriger, haben doch beispielsweise die effizienten kondensierenden Erdgas-Heizungen, für die Herr Hensch wirbt, eine hohe Lebensdauer. Doch laut IPCC muss die Welt (inklusive Schweiz) bis 2050 weitgehend dekarbonisiert sein.

Auch die Ziele einer 2000-Watt-Gesellschaft (siehe http://www.novatlantis.ch/index.php?id=26), welche den Impetus auf Energieeinsparungen legen, können im Widerspruch stehen zum Ziel der möglichst schnellen Dekarbonisierung. Das zeigt gerade folgendes Zitat (Novatlantis):

„Verringert sich der Bedarf an fossilen Energien im Rhythmus der 2000-Watt-Vision, kann das ambitiöse CO2-Ziel (1 Tonne CO2-Emission pro Kopf, entsprechend nur noch 500 Watt fossil erzeugter Energie) in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts oder spätestens im Laufe des nächsten Jahrhunderts erreicht werden.“

Doch nach IPCC muss das Emissionsziel von maximal 1 Tonne CO2 pro Kopf schon bis 2050 erreicht werden. Die Planer von Science City sind sich bewusst, dass sie mit ihrem dynamischen Erdspeichersystem, welches das Erdreich als Wärmepuffer benutzt, der mit den Wärmeverbrauchern und -erzeugen über Wärmepumpen „kommuniziert“ (siehe http://www.umwelt.ethz.ch/docs/ETH-Umweltbericht-2006.pdf), der 2000-Watt-Gesellschaft nicht entsprechen, obwohl dieses Wärmespeichersystem CO2-frei ist. Es benötigt aber deutlich mehr Energie als beispielsweise eine Siedlung nach Minenergie-P Standard. Die Wärmepumpen für diesen Erdwärmepuffer für saisonale Temperaturschwankungen brauchen elektrischen Strom als Energiequelle, wie er von Windparks, Solarpanels und AKWS, aber auch von Kohlekraft- und Gaskraftwerken erzeugt wird.

Neben lokalen Energien in Form von Erdwärme und Sonneneinstrahlung gibt es in einer dekarbonisierten Gesellschaft nur noch elektrische Energie (eine Wassertstoffgesellschaft wäre auch denkbar, liegt aber momentan nicht im Trend). Die Quelle der elektrischen Energie muss CO2 frei sein. In der Schweiz kommen hier wohl nur folgende Energiequellen in Frage:
-Atomkraftwerke
-Erdgaskraftwerke mit Kohlendioxidabscheidung
-Importierte Energie aus Windkraftwerken mit heimischer Wasserkraft als Backup

Der CO2-freie Strom kann dann Wärmepumpen (wie in Science City), Elektromobile, Leuchten und alle anderen immer vielfältiger werdenden elektrischen und elektronischen Gadgets antreiben. Eine dekarbonisierte Gesellschaft muss sich im Stromverbrauch nicht einschränken solange der Strom CO2-frei erzeugt wurde.

Der häufig und vor allem in Deutschland gehörte Einwand gegen Elektromobile, dass sie indirekt sogar mehr CO2 ausstossen als sparsame Dieselfahrzeuge, weil der Strom aus Kohlekraftwerken stamme, ist zwar richtig, richtet sich aber gegen die Kohlekraftwerke und nicht gegen die lokal emissionsfreien Elektromobile. Merke: In einer dekarbonisierten Gesellschaft gibt es keine fossilen Kraftwerke oder wenn doch, dann nur solche mit CO2-Abscheidung.

Wie steht es um die Bedeutung der Erneuerbaren Energien in einer dekarbonisierten Welt. Faith Birrol, der Chefökonom der Internationalen Energieagentur sagt in einem Interview mit dem Spiegel (Nr.26/10) sinngemäss, dass angesichts der grossen fossilen Energiemengen, die ersetzt werden müssen, als CO2-freien Energiequellen sowohl AKW’s, fossile Kraftwerke mit Kohlendioxidabscheidung als auch Windparks und Solarpanels eingesetzt werden sollen, wobei er in den OECD-Staaten wegen der schwachen Akzeptanz von AKW’s vor allem fossile Kraftwerke mit Kohlendioxidabscheidung und Erneuerbare als Energiequellen sieht. Ferner empfiehlt er, Erzeuger und Verbraucher mit einem Smart Grid zu verbinden.

Fazit Dekarbonisierung:
-Dekarbonisierung bedeutet CO2-frei, nicht etwa energie-frei, ja nicht einmal energie-arm
-die vollständige Dekarbonisierung ist das Ziel
-in einer vollständig dekarbonisierten Welt gibt es nur noch lokale Energie (wie Erwärme,Sonne) und CO2-frei erzeugten Strom
-in einer vollständig dekarbonisierten Welt sind Fahrzeuge emissionsfrei

Fazit politische Realität und europäischer Idealismus
-die CO2-Emissionen weltweit steigen, sie sinken in einigen (unbedeutenden) europäischen Ländern
-die CO2-Reduktionen in Europa nützen der Welt direkt nichts, ausser als Pilotprojekt
-fossile Enthaltsamkeit macht in Europa auch so Sinn, denn es reduziert die Auslandabhängigkeit von fossilen Rohstoffen
-die vollständige Dekarbonisierung muss nachhaltig angegangen werden: Investitionen in Lösungen, die ihr Reduktionspotential schon bald ausgeschöpft haben, sind fragwürdig

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Sehr geehrte Frau Burkhardt,

„Nebelpetarden der Klimaskeptiker“?

Hübsch formuliert, wenn auch mit reichlich VBS-touch.
Sie meinen wohl die erheblichen Mängel beim IPCC, das Versagen der Peer Review-Prozesse, die fehlerhaften Prognosen und Modelle, die Unterdrückung von sachlicher Kritik, die unhaltbaren Übertreibungen und Blamagen etc.?

Und was bitte ist – amtlich betrachtet – ein „Klimaskeptiker“?
Ein Mensch, der glaubt, es gäbe kein Klima? keinen Klimawandel?
Werden in Bern demnächst Fichen über Dissidenten erstellt?

„2-Grad-Ziel“
Wollen Sie den BürgerInnen tatsächlich vorgaukeln, Ihr Amt, irgendeines sonst auf dieser Welt oder sie alle im Verbund wären in der Lage, Klima und „Globaltemperatur“ zu steuern? Ein besonders eindrückliches Beispiel für angewandtes NPM?

„Versuche, die Klimaforschung kurz vor Kopenhagen zu diskreditieren“

Das hat sie, bzw. das haben massgebliche ihrer Teile ganz allein besorgt. Einigermassen nachhaltig, darf man anfügen.
Wenn Sie sich schon an den Verbreitern der wenig erbaulichen Nachrichten stören, was ist mit dem Kern der Nachrichten selber?

Zum Rest Ihres Beitrages: eher betretenes Schweigen.
Selbstverständlich ist es Ihnen unbenommen, für Ihren Job und Ihre privaten Überzeugungen zu kämpfen.
Gleichzeitig wäre mit Blick auf die Bedeutung und die Erwartungen an Ihr Amt etwas mehr Skepsis und nüchterne Zurückhaltung in Sachfragen wünschenswert, deren voreingenommene Ablehnung mit der Leitung einer wissenschaftlichen Behörde jedenfalls nur schwer vereinbar.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Nebelpetarden der Klimaskeptiker“. Klingt gut und griffig.
„Das Bekenntnis zum 2-Grad-Ziel“. Hat man tatsächlich den Thermostaten gefunden, an dem man die Temperatur (welche Temperatur, wo?) aufs Grad genau regeln kann?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

angesichts der mannigfachen Versuche, die Klimaforschung kurz vor Kopenhagen zu diskreditieren

Die Klimaforschung diskreditiert sich selber. Beispiele:

– Hockeystick-Kurve
– Da behaupten die Forscher, die Hälfte der Tierarten würde aussterben, falls sich das Klima um 2-3 Grad erwärmt. Aber schon die Frage, wie diese Tiere das minoische Klimaoptimum überlebt haben, können sie nicht beantworten
– Jegliche Eisbär- und Pinguin-Story
– Die Behauptung, Bangladesh und gewisse Pazifikinseln würde absaufen
– Das Verschwindenlassen des mittelalterlichen Klimaoptimums
– Glaciergate
– Climategate
– Angebliches Abschmelzen der Antarktis
– Klimasimulation-Voodoo-Wissenschaft. Da kann ich ja gleich Mike Shiva telefonieren
– Die Behauptung, es habe noch nie einen Temperaturanstieg wie in den letzten 30 Jahren gegeben
– Der angebliche AGW-„Konsens“ war schlichtweg erfunden
– Angebliches Ansteigen der Hurrican-Stärke und Anzahl
– Al Gore
– Abschmelzen der Gletscher als Beweis des AGW
– Eisbohrkerne als Beweis für „Ansteigen des CO2s bewirkt Erwärmung“

etc.
etc.
etc.

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