ETH-Klimablog - Umweltfolgen - Von Straussen und Elefanten

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Von Straussen und Elefanten

17.06.2010 von

Strausse sollen angeblich den Kopf in den Sand stecken, wenn Gefahr droht. Und unbekümmert jeglicher Konsequenzen sollen Elefanten schon in Porzellanläden gesehen worden sein… 

Strausse wie Elefanten müssen herhalten, um menschliches Verhalten zu beschreiben. Interessanterweise sind nämlich beide Verhalten beim Menschen weit verbreitet, wenn es um den Klimawandel geht.

Schwindender Lebensraum

Was geschieht mit den Straussen und den Elefanten aber wirklich, wenn wir dem Klimawandel freien Lauf liessen? Exakte Prognosen sind nicht möglich, trotzdem können wir Aussagen machen: Anhand globaler Vegetationsmodelle können wir für verschiedenste Klimaszenarien zukünftige Auswirkungen auf Ökosysteme abschätzen.

Diese Modellrechnungen zeigen, dass der heutige Lebensraum der Strausse und afrikanischen Elefanten in einem sich wandelnden Klima durch zunehmende Trockenheit schwindet. In Afrika bilden sich andernorts aber auch neue Savannen. Vom afrikanischen Elefanten als Langstreckenwanderer wäre zu erwarten, dass er sich an diese veränderten Lebensräume anpasst. Hierzu darf ihm der Mensch allerdings nicht im Wege stehen.

Artenvielfalt: Ungebremster Klimawandel birgt Gefahren

Und wie wird es den anderen Arten ergehen? Artspezifische Verbreitungsmodelle zeigen, dass bis 2080 für 25% bis 40% der 277 untersuchten afrikanischen Säugetierarten deren Lebensraum alleine durch den Klimawandel so stark schwindet, dass sie gemäss der international festgelegten Kriterien als kritisch gefährdet oder von unmittelbarem Aussterben betroffen sein werden.

Wir haben im letzten Bericht des Weltklimarats aus derartigen Studien eine Gesamtsicht zusammengestellt. Sie ergab im Falle eines ungebremsten Klimawandels weltweit Artenverluste von durchschnittlich grob bis zu einem Drittel.

Selbst bei einer Begrenzung der mittleren Erderwärmung auf 2°C (wie in Kopenhagen festgeschrieben) sind empfindlichste Ökosysteme wie Korallenriffe oder die mediterrane Vegetation Südafrikas immer noch durch erhebliche Artenverluste bedroht. Allerdings sind die zurzeit vorgeschlagenen Klimaschutz-Massnahmen ungenügend, denn sie steuern auf eine Erwärmung von durchschnittlich 3.5°C zu. Für die Schweiz dürfte dies übrigens eine Erwärmung von fast 7°C bedeuten. Dann drohten bei uns wie auch weltweit äusserst kritische Verluste bei der Artenvielfalt.

Keine Vogel-Strauss-Taktik

Wie sollen wir mit solchen Risiken umgehen? Ich bin überzeugt, dass uns weder eine Vogel-Strauss-Klimapolitik noch Grobfahrlässigkeit weiterbringen werden. Mit dem Klimawandel gefährden wir nicht nur andere Arten, sondern möglicherweise unsere eigenen Lebensgrundlagen in einem bislang nie dagewesenen Ausmass.

Die menschliche Existenz lässt sich ja nicht aus der Natur herauslösen. Und da wir kaum davon ausgehen können, dass durch eine weiterhin wachsende menschliche Bevölkerung der Druck auf die Lebensräume anderer Arten abnimmt, ergeben sich in Kombination mit dem Klimawandel fatale Konsequenzen für die Ökosysteme – und damit langfristig für unsere Lebensgrundlagen. Wollen wir das wirklich?

Zum Autor

Andreas Fischlin ist Professor für Systemökologie an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (36) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@ Holzherr

Ich bin nach Ihrem Spencer-Kommentar weiterhin nicht überzeugt, dass Sie Treibhauseffekt und AGW auseinanderhalten.

Wir leben auf einem Wasserplaneten, gekennzeichnet von einer sehr seltenen atmosphärischen Konstellation, wie die bisher wenig erfolgreiche astronomische Suche nach vergleichbaren Planeten zeigt. Man sollte die zwei folgenden, in sinngemässem Wortlaut wiedergegebenen Feststellungen von Richard Lindzen in diesen Kontext stellen:

1.
Laut IPCC trägt eine Verdoppelung des CO2-Atmosphärenanteils – allein – nur zu einer Treibhauserwärmung von 1 °C bei. Alle Modelle postulieren aber eine höhere Erwärmung, weil sie positive Rückkoppelungen von Wasserdampf und Wolken mit einkalkulieren. Diese Feedbacks sind gemäss IPCC in Umfang und Bedeutung unsicher und schwer berechenbar.

2.
Unterstellt man, dass die gesamte Erwärmung des vergangenen Jahrhunderts auf einen menschlich verursachten Treibhauseffekt zurückzuführen sei, dann fällt die effektive (gegenüber der laut AGW-These aus dem CO2-Anstieg eigentlich abzuleitenden) Klimasensitivität geringer aus (weniger als 1 °C). Kurz, die höhere Klimasensitivität der Modelle bzw. der AGW-These steht mit der tatsächlich beobachteten Erwärmung nicht in Übereinstimmung. Die stellt sich erst durch die Einführung zusätzlicher unbekannter und/oder kaum quantifizierbarer negativer Feedbacks ein, z. B. durch Aerosole und solare Veränderungen – gewissermassen in Form willkürlicher Berichtigungen.

Soweit Lindzen ( http://wattsupwiththat.files.wordpress.com/2010/05/lindzen_heartland_2010.pdf ).

In beiden Punkten – Unsicherheit an allen Enden – erinnern die AGW-Modelle an die verzweifelten Bemühungen eines überforderten Buchhalters, seine schiefe (Energie)Bilanz irgendwie ins Gleichgewicht zu bringen. Das Gelingen dieses Vorhabens verhindern die vielen Unbekannte, die (noch) „in den Büchern“ stecken.

Dass die Messungen einer „globalen Erwärmung“ nicht weniger umstritten sind und ebenso Probleme aufwerfen wie der Begriff oder die Festlegung einer „globalen Temperatur“ an sich, sei nebenbei erwähnt. Sie bilden ein betrübliches, um nicht zu sagen ein trübes Kapitel für sich.

Unabhängig von den offenen Fragen rund um die effektive Erwärmung in den letzten 150 Jahren kommt der Wechselwirkung zwischen Sonneneinstrahlung und Wasser bzw. Dampf und Eis die herausragende Bedeutung zu. Wasser in all seinen Aggregatzuständen und Erscheinungsformen, seiner enormen Masse sorgt für die Energietransfers und nimmt entscheidend Einfluss auf die Strahlungs- und Energiebilanz des Planeten. Verglichen mit dieser dominierenden (gelegentlich überlagernden) Wirkung leistet CO2 einen geringeren Beitrag zum Klimageschehen, als vom IPCC unterstellt wird: http://www.leif.org/EOS/2009GL039628-pip.pdf oder http://pielkeclimatesci.files.wordpress.com/2009/12/r-354.pdf

Wasser (ärztliche Empfehlung: „trinken Sie mindestens 2 L pro Tag“) hat gegenüber CO2 allerdings einen entscheidenden Nachteil: es würde reichlich Überzeugungsarbeit kosten, seine Einflüsse auf das Klimageschehen in vergleichbarer Weise zu verteufeln – und zu besteuern.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

@Kommentar von Peter Bühler. 26.07.2010, 11:50

Zitat Bühler: Sie bringen – bewusst oder unfreiwillig – wieder mal ein paar Dinge durcheinander.

Er [Spencer] bricht damit aber keineswegs eine Lanze für die alarmistische AWG-These.
Bitte unterscheiden: Treibhauseffekt bzw. AGW.

Antwort:Ich bringe gar nichts durcheinander. Herr Bühler, sie wissen aus unzähligen Kommentaren von mir, dass ich Spencer’s Theorie, negative Rückkoppelungen (aka Wolken) könnten den Treibhauseffekt dämpfen, für durchaus plausibel, aber unbewiesen halte. Ich unterscheide sehr wohl zwischen Treibhauseffekt und den zu erwartenden Folgen. Mit Bitte unterscheiden: Treibhauseffekt bzw. AGW. unterstellen sie mir etwas was ich nie behauptet habe.

Post Skriptum: Mit der Antwort Luboš Motl‘ auf den Artikel Benestad’s über den Treibhauseffekt werde ich mich in einem späteren Kommentar auseinandersetzen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Ben Palmer. 26.07.2010, 12:41

Herr Palmer, ihre Spitzfindigkeit ist fehl am Platz. Ich habe mit dass kältere Objekte wärmere noch stärker erwärmen können – wie ja kältere atmosphärische Schichten die Erdoberfläche weiter erwärmen, nämlich über die abgegebene IR-Strahlung. lediglich einen Text von Spencer ins Deutsche übersetzt. Spencer betont ja gerade, dass er die naive Sicht, die sagt ein kälteres Objekt kann niemals ein wärmeres erwärmen herausfordert. Einige Kommentatoren seines Blogs haben nämlich die Treibhausthese in Frage gestellt, weil sie meinten, die relativ zur Erdoberfläche kältere Atmosphäre können doch nicht zur Aufheizung der Erdoberfläche beitragen, denn nichts kälteres kann zur Erwärmung beitragen. Doch – wie Spencer zeigt – das ist falsch, wie sogar mit trivialen Beispielen gezeigt werden kann (eine kalte Jacke wärmt einen doch).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Martin Holzherr. 26.07.2010, 8:49
… dass kältere Objekte wärmere noch stärker erwärmen können – wie ja kältere atmosphärische Schichten die Erdoberfläche weiter erwärmen, nämlich über die abgegebene IR-Strahlung.

Terminologie!
Das kältere Objekt 2 erwärmt nicht das wärmere Objekt 1, sondern strahlt (reflektiert) einen Teil der von Objekt 1 emittierten Energie wieder zrüruck auf das Objekt 1, sodass die vom Objekt 1 abgegebene Energie durch die von Objekt 2 rückgestrahlte Energie teilweise kompensiert wird.
Die Gesamtenergie im System entspricht dabei immer der von aussen zugeführten Energie.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

@ Holzherr

Sie bringen – bewusst oder unfreiwillig – wieder mal ein paar Dinge durcheinander.
Spencer entkräftet – fairerweise – ein paar unhaltbare, aber oft verwendete Skeptikereinwände gegen den Treibhauseffekt an sich. Er bricht damit aber keineswegs eine Lanze für die alarmistische AWG-These.

Bitte unterscheiden: Treibhauseffekt bzw. AGW.

Dass Sie dann gleich auch noch den vorangegangenen Artikel Spencers als Beleg für Spencers Unterstützung der IPCC/AGW-These zitieren, grenzt an Irreführung oder lässt an Ihrem Lesevermögen zweifeln: http://www.drroyspencer.com/2010/07/my-global-warming-skepticism-for-dummies/

Der angeblich „beste, allerdings anspruchsvolle Artikel“ von Rasmus Benestad, wird im Folgenden arg zerzaust…

http://motls.blogspot.com/2010/07/rasmus-benestad-negative-feedbacks-are.html

Vielleicht ist Benestad’s GHE-Rezept etwas gar simpel.
Würde nicht verwundern, Benestad gehört zum inneren „Gatekeeper“-Zirkel um Mann, Jones, Schmidt, Wigley et al.

http://www.globalwarming.org/wp-content/uploads/2010/03/ross.gatekeeping.pdf

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Peter Bühler. 20.06.2010, 8:49
@Kommentar von Martin Holzherr. 19.06.2010, 19:50

Von einigen Kommentatoren hier wurde mehrmals der Treibhauseffekt angezweifelt. Doch der Klimaskeptiker, der für mich noch die am besten nachvollziehbaren Einwände gegen eine signifikanten anthropoge globale Erwärmung gefunden hat, nämlich Roy Spencer, bringt jetzt schon den zweiten Artikel, in dem er Einwände gegen den Treibhauseffekt entkräftet (siehe http://www.drroyspencer.com/2010/07/yes-virginia-cooler-objects-can-make-warmer-objects-even-warmer-still/). In diesem Artikel belegt er, dass kältere Objekte wärmere noch stärker erwärmen können – wie ja kältere atmosphärische Schichten die Erdoberfläche weiter erwärmen, nämlich über die abgegebene IR-Strahlung.

Der beste, allerdings anspruchsvolle Artikel über den Treibhauseffekt findet sich allerdings hier (siehe http://www.realclimate.org/index.php/archives/2010/07/a-simple-recipe-for-ghe/#more-3984)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„in einem sich wandelnden Klima durch zunehmende Trockenheit schwindet“

?? aber Sie wissen, dass die AGW-Theorie ZUNEHMENDE Feuchtigkeit prognostiziert? Ohne diese kein positiver Feedback des verstärkten Treibhauseffektes, und ohne diesen kein Weltuntergang.

Ausserdem: Sie kennen das Klimaoptimum der Römer? Die minoische Warmzeit? Wie haben diese armen Tiere diese Warmzeiten überlebt? Oder sind Sie Kreationist?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

@ Blaser

„Was mich erschreckt ist, dass es immernoch so viele Klimaskeptiker gibt“

Vielleicht liegt’s an den „weissen Elefanten“, die leibhaftig zu sehen den meisten von uns so wenig vergönnt ist wie etwa brennende Meere nach einem Öl-Leck. Glücklicherweise.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Lieber Herr Professor Fischlin
Vielen Dank für Ihren Beitrag und den Vergleich zwischen uns Menschen, den Straussen und Elephanten. Sehe ich auch so.
Was mich erschreckt ist, dass es immernoch so viele Klimaskeptiker gibt. Ist eben wegen den Straussen und Elephanten.
Eine Frage zum Oil Spill: Gemäss eines vom US-Senat veröffentlichtes, BP internes Dokument, fliessen täglich bis zu 16 Millionen Liter Öl in Golf von Mexiko (anstelle der ursprünglich angekündigten 800’000 Liter). Hinzu kommt die Ausströmung von Gas. Handelt es sich bei dem Gas um das berüchtigte Grünhausgas Methan?
Jetzt wollte ich Sie noch fragen, kann sich das Öl ab einer bestimmten Konzentration an der Ozeanoberfläche entzünden?
Die Konsequenzen wären ja verheerend. Was passiert mit den Gasen und wo liegen dort die potentiellen Gefahren?
Freundliche Grüsse
Thomas Blaser

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

Ich „suggeriere“ gar nichts, halte aber die zunehmend unscharf verwendete Terminologie für – unabsichtlich oder beabsichtigt – verwirrend. Mag sein, dass Ihre Überlegungen ihr gelegentlich zum Opfer fallen, oder dass Sie sie bewusst fördern („Damit liegen sie fast so falsch, wie jemand, der die Evolutionstheorie anzweifelt“).

War mal von „Global warming“, „Erderwärmung“, „AGW“ (Anthropogenic Global Warming), „menschlich verursachtem Treibhauseffekt“ etc. die Rede, wird seit einiger Zeit kurzerhand der Begriff „Klimawandel“ verwendet.

Diese subtile aber irreführende Bedeutungsverschiebung mag aus alarmistischer Perspektive gewollt und wünschbar sein: sie deutet jede klimatische Veränderung zum menschlich verursachten globalen Problem um – und macht jeden Zweifler an der AGW-These praktischerweise zum „Klimaleugner“.

Ihre übrigen Ausführungen in Gaias Ohr („hier gibt es grosse Unsicherheiten“) ansonsten – und künftig im Kürzel – GSDIG, zu deutsch: geniessen Sie das Interglazial.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Kommentar von Peter Bühler. 20.06.2010, 8:49

Von der Diskussion über die Gefährung von Ökosystemen durch den Klimawandel sind wir jetzt weit entfernt, doch ich möchte trotzdem auf die Themen Treibhauseffekt,
Anteil von CO2 am Treibhauseffekt und alternativen Erklärungen für die globale Erwärmung der letzten Jahrzehnte, eingehen.

CO2 als Treibhausgas

Sie zitieren Spencer mit „When the radiatively active molecules in the atmosphere — mainly WATER VAPOR, CO2, and methane…” und suggerieren dann mit dem Einschub CO2-Anteil: ca. 0,038 Prozent, Wasserdampf: zwischen 0,4 – 4%, CO2 habe nur einen kleinen Anteil am Treibhauseffekt, weil es nur in kleiner Konzentration in der Atmosphäre vorkomme. Doch es gibt auch Gase, die bereits in winzigsten Konzentrationen massive Treibhausgaswirkung haben. Schwefelhexafluorid (SF6) ist ein solches Gas: es ist 22’800 Mal wirksamer als CO2. 50 Millionen Tonnen Schwefelhexafluorid (Ladungsgewicht von 100 Grosstankern) entspricht der Menge des vom Menschen bis 2050 ausgestossenen CO2.
Fazit: Gemäss IPCC hat CO2 einen Anteil am Treibhauseffekt von etwa 20%

Alternative Erklärungen für die globale Erwärmung

Der zunehmende Treibhauseffekt ist eine mögliche Erklärung für den globalen Temperaturanstieg seit Ende der 1970er Jahre. Doch der Treibhauseffekt könnte durchaus durch verstärkte Bewölkung – als Reaktion auf die Erwärmung – kompensiert werden, denn Wolken bringen nicht nur Schatten und Regen, sie kühlen die Erde auch ab. Sollte die Bewölkung bei Erwärmung zunehmen, könnte sie die Wirkung zunehmender Treibhausgase ausgleichen.

Roy Spencer misst der Bewölkung sogar eine eigene treibende Kraft zu und spricht vom internen Strahlungsantrieb, welchen er auf „circulation-induced changes in cloud cover“ zurückführt. Er glaubt also, dass Ströungsmuster im Ozean und der Atmosphäre wie AMO, PDO und ENSO die Bewölkung und damit die „Beheizung“ der Erde ändern, was dann zu regionalen und sogar globalen Temperaturschwankungen führt. Wie wir wissen, trifft diese Erklärung im Kern auf das zyklische Strömungsphänomen El Nino/La Nina zu. Roy Spencer sieht dieses von ihm „interner Strahlungsantrieb“ gennannte Phänomen aber auch bei der langperiodischen pazifisch-dekadischen Oszillation am Werk (Periodenlänge von 30 bis 60 Jahre).

Sie (Peter Bühler) schreiben „Im anschliessenden Artikel “Update on the Role of the Pacific Decadal Oscillation in Global Warming” beschäftigt sich Spencer ausführlich mit der klimatreibenden Bedeutung von CO2 bzw. den anthropogenen Einflüssen auf das Klima – und stellt dabei Ihre Darstellung des Treibhauseffekts wieder vom Kopf auf die Füsse.“
Doch der erwähnte Artikel geht überhaupt nicht auf die Zitat „klimatreibende Bedeutung von CO2“ ein, sondern er modelliert die Klimaentwicklung der letzten Jahrzehnte unter der Annahme, die pazifisch dekadische Oszillation bewirke einen internen Strahlungsantrieb – wie oben schon dargestellt. Er kommt dabei zum Schluss, dass die pazifisch dekadische Oszillation (PDO) zusammen mit einem schwachen Trebhauseffekt (1°C-Erwärmnung bei verdoppeltem CO2) die Temperaturkurve der letzten Jahrzehnte am besten erklärt.

Fazit: Roy Spencer glaubt,
-ein zunehmender Treibhauseffekt (z.B durch CO2) wird durch verstärkte Bewölkung kompensiert
-die beobachtete globale Erwärmung geht nicht auf den Treibhauseffekt zurück (der ja kompensiert wird), sondern auf die Überlagerung der positiven Phasen mehrer Strömungszyklen, von denen die Pazifisch Dekadische Oszillation (PDO) die wichtigste ist.
-die PDO ist ein lanperiodisches Strömungsphänomen (Periodenlänge viele Jahrzehnte) und löst dementsprechend langperiodische Temperaturschwankungen aus.
-Da die PDO jetzt negativ wird und eine negative PDO die Bewölkung erhöht, sollten die nächsten Jahrzehnte zunehmend kälter werden
-Neben den kurz- und langperiodischen Klimaschwankungen,verursacht durch kurz- und langperiodische Ozean- und Atmospärenströmungen wie AMO, PDO und ENSO, bewirken steigende Treibhausgase eine langsam zunehmende globale Erwärmung von etwa 0.6 bis 1.1 C° pro Treibhausgasverdoppelung.

Treibhausgase, globale Erwärmung und Bewölkung

Die genaue Rolle der Wolken im irdischen Klimasystems ist schlicht unbekannt, das kann ein aufmerksamer Leser aus dem IPCC-Bericht, aber auch bei der Suche nach entsprechender Literatur im Internet, herausfinden.

Ulrike Lohman (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/05/27/klimamodelle-unsicherheitsfaktor-wolken/) schreibt in ihrem Klimablogbeitrag zurecht „Wolken sind in Klimaprojektionen eine der grössten Unsicherheiten.“. Ulrike Lohmann scheint dabei (ähnlich wie Roy Spencer) davon auszugehen, dass die Bewölkung in einem wärmeren Klima zunimmt, schreibt sie doch

„Für zukünftige Klimaszenarien ist es deshalb entscheidend, ob bei einer allgemeinen Erwärmung die Wolken am Tag oder während der Nacht zunehmen. Das gleiche Phänomen könnte je nach Tageszeit die Erwärmung abschwächen oder verstärken.“

Dieser Satz enthält die implizite Aussage, dass die Wolken bei Erwärmung zunehmen, gibt aber keine Entwarnung, denn falls die Wolken nachts mehr zunehmen als am Tag, so haben die zusätzlichen Wolken sogar eine wärmende und keine kühlende Wirkung.

Fazit: Treibhausgase können die Erde genauso erwärmen wie eine verstärkte Sonneneinstrahlung. Wie stark die Erwärmung ausfällt, hängt entscheidend von der Reaktion der Wolken ab. Doch hier gibt es grosse Unsicherheiten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

Wenn Sie Spencers Kurzerklärungen zum Wärmeeffekt von atmosphärischen Gasen beiziehen, zitieren Sie ihn bitte vollständig: „When the radiatively active molecules in the atmosphere — mainly WATER VAPOR, CO2, and methane…“

CO2-Anteil: ca. 0,038 Prozent
Wasserdampf: zwischen 0,4 – 4%

Im anschliessenden Artikel „Update on the Role of the Pacific Decadal Oscillation in Global Warming“ beschäftigt sich Spencer ausführlich mit der klimatreibenden Bedeutung von CO2 bzw. den anthropogenen Einflüssen auf das Klima – und stellt dabei Ihre Darstellung des Treibhauseffekts wieder vom Kopf auf die Füsse.

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Kommentar von Peter Bühler. 19.06.2010, 10:12
Herr Bühler,
weder wollte ich ihnen Kreationismus vorwerfen noch habe ich eine „politisch motivierte Sichtweise“. Allerdings gibt es meiner Ansicht nach
-den Treibhauseffekt und
-Klimaänderungen ändern auch Ökosysteme und
-in der EEM-Warmzeit unterschied sich die Vegetation in Nordeuropa deutlich von der heutigen, ja am Ende der Eem-Warmzeit gab es sogar eine Trockenheitsphase von 468 Jahren, die die Eiffelwälder vorübergehend zum Verschwinden brachte. Nichts dramatisches dazumal, aber vielleicht in der Zukunft, wenn ein verbleibendes Naturreservat mit anderswo ausgestorbenen Tieren und Pflanzen durch den Klimawandel bedroht wird.
Und zum Schluss hat Andrew Lacies Einstufung des IPCC-Berichts als politisches Manifest direkt nichts mit seiner Beurteilung des Treibhauseffekts zu tun, sondern nur damit, dass er die handlungsorientierte Sichtweise des IPCC für nicht gerechtfertigt hält und er die öffentliche Überzeugungsarbeit, die er in der Kurzfassung des IPCC-Berichts am Werk sieht, unnötig findet, denn die Aufgabe der Wissenschaft ist es, überzeugende Indizien für den menschengemachten Klimawandel zu finden und nichts anderes.

Zum Treibhauseffekt

Sie schreiben „Nehmen sie einfach zur Kenntnis, dass der angeblich von Menschen verursachte Treibhaus-Effekt keine Theorie oder -lehre darstellt, sondern weiterhin bloss eine unbestätigte Hypothese“.

Damit liegen sie fast so falsch, wie jemand, der die Evolutionstheorie anzweifelt. Sogar seriöse Skeptiker wie Roy Spencer halten den Treibhauseffekt für so essentiell, dass sie glauben, ohne ihn das Verhalten unserer Atmosphäre nicht erklären zu können (siehe http://www.drroyspencer.com/category/blogarticle/ bei FAQ#271). Nach Spencer’s Erklärung absorbieren die Treibhausgase Wärmestrahlung, die von der Erdoberfläche ins All abgestrahlt wird, geben dann die zugehörige Wärmeenergie in Form von heftigen Stössen an ihre Umgebungsmoleküle weiter und kühlen umgekehrt ihre Umgebung wieder ab, wenn sie selber Wärmestrahlung aussenden. Hier ein Zitat aus Spencer’s Treibhausgaserklärung:

„It is rather amazing that these relatively few “greenhouse” gases are largely responsible for the temperature structure of the atmosphere. Without them, the atmosphere would have no way of losing the heat energy that it gains from the Earth’s surface in response to solar heating.

Such an atmosphere would eventually become the same temperature throughout its depth, called an “isothermal” atmosphere. All vertical air motions would stop in such an atmosphere, which means there would be no weather either.“

Mit der Behauptung ,ohne Treibhauseffekt gäbe es kein Wetter, geht er allerdings meiner Ansicht etwas zu weit.

Einge Auswirkungen des Treibhauseffekts
-Neben Konvektion, Evaporation und Kondensation ist der Treibhauseffekt eine weitere Form des Wärmetransports von der Erdoberfläche in die Atmosphäre
-Ohne Treibhausgase und Wolken wäre die Atmosphäre transparent für die von der Erdoberfläche abgestrahlte Wärmestrahlung: Es würde uns keine Wärmestrahlung aus einem wolkenlosen Himmel erreichen, das passiert aber.
-In der Nacht kühlt sich eine relativ dicke, bodennahe und ruhende Luftschicht oft viel stärker ab, als dies durch Vorbeistreichen der Luft (Konvektion) am kalten Boden erklärbar wäre. Grund: Die Treibhausgase in der bodennahen Luft geben Wärmestrahlung ab und kühlen sich dabei ab.
-Demonstration des Treibhauseffekts siehe http://www.chf.de/eduthek/treibhauseffekt.htmls

Zum Zusammenhang Klima Ökosystem

Sie (und an anderer Stelle auch Herr Palmer) suggerieren, Ökosysteme könnten Klimaänderungen widerstehen, denn
„Allein schon die täglichen, saisonalen und jährlichen Temperaturschwankungen, Veränderungen wie Dürre- oder Regenzeiten, Anpassungsfähigkeit, Wanderungen etc. machen eine alarmierende AGW-Sensibilität der Ökosysteme nicht plausibel, von dynamischen Wechselwirkungen innerhalb der Habitate und evolutionären Prozessen zu schweigen.“

Doch ein Ökosystem ist kein Lebewesen wie der Hund der Bekannten Herrn Palmers, der sich in Norwegen genauso wohl fühlt wie in Australien. Andere klimatische Bedingungen lassen andere Pflanzen wachsen und mit andern Pflanzen kommen auch andere Tiere und schon bald haben sie eine völlig andere Lebensgemeinschaft. Im Tessin hat sich die Hanfpalme aufgrund zunehmend warmem Klima von den Gärten und Seerändern in die Wälder ausgebreitet und bald wird sie wohl die Alpen überspringen, wenn die Erwärmung so weiter geht (siehe http://www.waldwissen.net/themen/umwelt_landschaft/landschafts_raumentwicklung/wsl_hanfpalme_DE).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Besten Dank für Ihren ausführlichen Kommentar, Martin Holzherr. 19.06.2010, 11:28.
Leider führen Sie immer wieder Katastrophenszenarien, um Ihre Argumente zu begründen. Dass diese aber tatsächlich eintreffen werden, können Sie nicht belegen. Sie könnten gerade ebensogut mit einer möglichen kleinen Eiszeit argumentieren.

„Die erwartete Erwärmung von 3°C durch eine Verdoppelung der CO2-Konzentraton ist bei unveränderten CO2-Emissionen durch den Menschen aber schon in wenigen Jahrzehnten erreicht“
Bisher wurden weder die Klima-Sensitivität durch die Wissenschaft noch die Prognosen durch die Realität bestätigt.

„Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Greichenland und Spanien zur neuen Sahara werden.“
Schrecklich, wenn das eintreffen würde, aber woher wollen Sie wissen, dass das auch eintritt? Ein Schreckensszenario aus dem Al Gore-Film? Gibt es in Ihrem Szenario einen kausalen Zusammenhang mit der CO2-Zunahme?

„ein klimawandelbedingter Ersatz des Amazonasregenwalds durch Savanne“
… und kein Regen, keine Wolken mehr?

Die in unseren Breiten angesiedelten Pflanzen- und Tierarten widerstehen jährlichen Temperaturschwankungen von gut +- 40°C. Allein innerhalb weniger Stunden können Temperaturen in warmen Gegenden zwischen +50 und 10°C schwanken (wer schon einmal in australischen Wüstengegenden unterwegs war, kann das bestätigen). Bekannte sind von Norwegen nach Australien umgezogen, ihr Hund und die Katze haben es überstanden.

Wir sprechen von einer Erwärmung um Zehntelgrad pro Jahrhundert, wobei die terrestrische Temperaturmessung wesentlich grössere Fehlerwerte aufweist und zweifelhafte Werte produziert. Ein erneutes Beispiel dafür ist die Katastrophenmeldung aus der West-Antarktik mit nur etwa 30 Messtationen, die je nach „Homogenisierungsmethode“ völlig erratische Temperaturverläufe auswerfen.
http://wattsupwiththat.com/2010/06/19/antarctic-agreements-and-disagreements/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Holzherr

„Hier scheinen sie aber umgekehrt zu argumentieren…“

Wie B. Palmer gemahnt hat: es geht – im wissenschaftlichen Teil – nicht um einen Fussballmatch mit Siegern und Verlierern. Es geht um eine möglichst differenzierte und umfassende Sicht und um Erkenntnis.

Interessant jedenfalls, wie viele renommierte Vertreter verschiedenster Fachgebieten nicht in den Mainstream-Konsens-Kanon einstimmen mögen und wie andere ihre alarmistischen Positionen inzwischen revidieren.

Hinsichtlich des politischen Teils macht sich hier wenigstens mal einer Gedanken darüber, was das auf Hypothesen, „correlative models” und „algorithms“ gestützte „medium confidence“-Katastrophengerede und die misanthropischen Weltbetrachtungen in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen anrichten…

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1194297/

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@Kommentar von Peter Bühler. 19.06.2010, 12:51
Besten Dank für die beiden verlinkten Dokumente, deren Einschätzung ich weitgehend teile.

Der wichtigste Grund für das Artensterben ist zweifellos die Expansivität des Menschen, der den Lebensraum für Tiere und Pflanze immer mehr einschränkt. Die absolut vom Menschen beanspruchte Fläche spielt dabei nicht die entscheidende Rolle. Wictiger ist die Fragmentierung von Ökosystemen und die vollständige Zerstörung gewisser Lebensräume.

Ein wärmeres Klima mindert die Artenvielfalt nicht an sich, sie verdrängt aber Ökosysteme durch andere. Da es viele Arten nur in eng umschränkten Gebieten wie dem Amazonasregenwald gibt, bedeutet also ein klimawandelbedingter Ersatz des Amazonasregenwalds durch Savanne, dass die einmaligen Arten dort verschwinden.
Herr Bühler, sie vertreten doch sonst immer die Idee Klima- und Temperaturveränderungen und auch Meeresspiegelanstiege soll man nur lokal betrachten. Hier scheinen sie aber umgekehrt zu argumentieren (wenn sie mit der Aussage in der Morgenpost http://www.morgenpost.de/web-wissen/article1271000/Der-Klimawandel-ist-Tieren-und-Pflanzen-schnuppe.html übereinstimmen). Selbst wenn höhere CO2-Spiegel und Temperaturen alles nur so spriessen lassen, werden lokal (eben z.B. im Amazonas) die Lebensbedingungen für bestimmte Arten schlechter werden.

Die Aussage von Achim Steiner (Unep) „„Wir wissen heute, dass Untätigkeit im Kampf gegen den Klimawandel auf lange Sicht zu katastrophalen Szenarien führt.“ trifft eben doch zu. Für bestimmte einmalige Lebensrämue auf alle Fälle und bei ungebremsten immer weiter fortschreitendem Klimawandel sogar für die meisten Ökosysteme.
Wichtig: Andreas Fischlin hat sein Szenario im Jahre 2080 angesiedelt, was zeigt, dass die wirklich ernsten Auswirkungen des Klimawandels noch etwas auf sich warten lassen. Folgender Artikel (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Effects_of_global_warming) macht dies noch viel deutlicher. Praktisch alle ernsthaften Auswirkungen des Kliamwandels sind gemäss dieser Quelle in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts oder gar zu Beginn des 22.Jahrhunderts zu erwarten.

Fazit: Der menschengemachte Klimawandel ist das langfristigste Phänomen mit dem der Mensch je konfrontiert wurde. Die richtigen Antworten darauf sind erst gegen das Ende dieses Jahrzehnts zu erwarten. Deshalb sind auch verbleibende Zweifel am menschlichen Einfluss auf das Klima nicht alarmierend, werden diese Zweifel doch in naher Zukunft mit immer besseren Untersuchungsmethoden und Beobachtungssatelliten, die CO2, das Stralungsbudget der Erde und vieles mehr untersuchen, entweder ausgeräumt oder aber bestätigt.

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Artensterben und Klimawandel

Grundnsätzlich: im Verlauf der Erdgeschichte haben sich die Wirkungen einer Abkühlung stets negativer auf die Artenvielfalt ausgewirkt als jene einer Erwärmung …

http://www.welt.de/die-welt/wissen/article6905363/Artensterben-ist-schlimmer-als-Klimawandel.html

Prof. Edward Oswald Wilson (beileibe kein Kreationist oder flatearther…) bringt die hier debattierten Probleme auf den Punkt:

„Der Verlust der biologischen Vielfalt ist wegen der Diskussion um den Klimawandel total aus dem Fokus geraten“

Er steht mit dieser Einschätzung keineswegs allein:

http://www.morgenpost.de/web-wissen/article1271000/Der-Klimawandel-ist-Tieren-und-Pflanzen-schnuppe.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Kommentar von Ben Palmer. 18.06.2010, 23:17
Herr Palmer,
Sie halten die typischen Zeitspannen, die für den Menschen wichtig sind nicht auseinander von den typischen Zeitspannen, in denen die Evolution wirkt oder in denen sich das Klima normalerweise ändert.
Sie sehen die Artenvielfalt ähnlich wie Andreas Fischlin durch Mensch und Klimawandel bedroht, nehmen das aber gelassen, da der Mensch ja schon immer Tiere, die ihm nicht gepasst haben, zum Abschuss frei gab.
Schliesslich wollen sie dem Klimawechsel auch positive Seiten abgewinnen. Im Abschnitt Kann Klimawandel gut sein? werde ich darauf antworten.
Fazit: Wie auch schon in früheren Kommentaren wollen sie abwiegeln und stellen Klimawandelphänomene auf die gleiche Stufe wie dem Menschen vertraute natürliche Variablilitäten. Das Zeitgefühl für die typische Länge von Episoden im menschlichen Leben, in der Natur und der Erdgeschichte scheint ihnen aber zu fehlen.

Typische Zeitspannen für Mensch, Evolution und Klima

Sie schreiben „Impliziert der Begriff “Evolution” nicht das Verschwinden von Lebensformen und das Entstehen neuer Lebensformen?“ und wollen damit wohl andeuten, dass der Klimawandel zwar Arten verschwinden lässt, die Evolution dafür aber neue Arten entstehen lassen kann. Die Evolution kann aber nicht schneller sein als die Zeitspanne zwischen aufeinanderfolgenden Genertionen einer Art. Bakterien, die sich alle 20 Minuten teilen, können sich darum schnell anpassen, Säuger mit einem Generationenabstand von mehreren Jahren aber nicht. Neue Wirbeltierarten entstehen typischerweise in tausenden von Jahren. Die globale Erwärmung infolge steigender Kohlendioxidspiel läuft dagegen in dutzenden von Jahrzehnten ab, so dass nur ein Mechanismus der Evolution zum Zug kommt, nämlich die Selektion und zwar eine negative Selektion, die unangepasste Arten eliminiert.

Das fehlende Bewusstsein für angemessene Zeitspannen kommt auch in früheren ihrer Kommentare zum Ausdruck, wo sie davon sprechen, das Klima habe sich doch schon immer geändert. Die erwartete Erwärmung von 3°C durch eine Verdoppelung der CO2-Konzentraton ist bei unveränderten CO2-Emissionen durch den Menschen aber schon in wenigen Jahrzehnten erreicht und kann deshalb nur als katastrophale Klimaänderung bewertet werden, in seiner Rasanz am ehesten noch mit dem Jüngeren Dryas Ereignis am Ende der letzen Kaltphase unseres Eiszeitalters vergleichbar, als innerhalb von nur 10 Jahren die Temperatur um mehrere Grad fiel und in der Folge die skandinavischen Wälder verschwanden und durch Tundra ersetzt wurden. Auch der jetztige globale Temperatursprung (jetzt aber zu höheren Temperaturen) wird die typische Vegetation ändern und möglicherweise die Alpennordseite der Schweiz bald so aussehen lassen wie jetzt das Tessin.

Artenbedrohung durch Mensch und Klimaänderung

Wenn sie schreiben „Der Mensch hat die Verbreitung und Vielfalt der Arten durch sein Vorhandensein mindestens ebenso stark beeinflusst wie es das Klima getan hat.“ kommen sie, was die Bedrohung von Arten angeht, zum gleichen Schluss wie Andreas Fischlin, wenn er schreibt „..Und da wir kaum davon ausgehen können, dass durch eine weiterhin wachsende menschliche Bevölkerung der Druck auf die Lebensräume anderer Arten abnimmt, ergeben sich in Kombination mit dem Klimawandel fatale Konsequenzen für die Ökosysteme „.

Kann Klimawandel gut sein? (ist Sahara Greening gut?)

Im Rahmen des Klimawandels könnte die Sahara wieder ergrünen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Greichenland und Spanien zur neuen Sahara werden. Die Sahara ist momentan fast unbewohnt, ein Ergrünen würde nur wenigen zugute kommen, während eine Umwandlung von Spanien und Griechenland in Wüsten schwer verkraftbar wäre für die dortige Bevölkerung. Die meisten Menschen sind an ihre Scholle gebunden und Geschichte und Kultur eines Landes sind mit der Geographie verknüpft.

Fazit:
Klimawandel und Mensch zusammen bedrohen wiele Pflanzen- und Tierarten. Die Schnelligkeit des Klimawandel macht ihn katastrophal für Mensch und Tier. Das Wandern von Klimazonen in Richtung Norden gefährdet ganze Länder, die nach Jahrtausenden klimatischer Kontinuität in einer umgestalteten Welt aufwachen. Grienchenland, die Wiege der europäischen Zivilisation als zukünftige Wüste – wer will das?

Post Skriptum: Auf ihre anderen Kommentare werden ich später eingehen

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@ Holzherr

„…wie jemand, der die Evolutionslehre anzweifelt“

Der Unwillen, mit dem Sie die Auseinandersetzung mit verlinkten Inhalten, Einwänden und Argumenten verweigern, ist erstaunlich genug. Dass Sie Ihre Position mit Kreationismus-Vorwürfen an die Adresse von Kontrahenten zu verteidigen versuchen, weist auf die Schwächen einer politisch motivierten Sichtweise.
Nehmen SIe einfach zur Kenntnis, dass der angeblich von Menschen verursachte Treibhaus-Effekt keine Theorie oder -lehre darstellt, sondern weiterhin bloss eine unbestätigte Hypothese.

Ein Artensterben als AGW-Folge bleibt schon von daher fraglich, er ist es allerdings auch mit Blick auf Klimaänderungen generell („failing to specify a physiological mechanism explaining the dependence of species on climate“). Allein schon die täglichen, saisonalen und jährlichen Temperaturschwankungen, Veränderungen wie Dürre- oder Regenzeiten, Anpassungsfähigkeit, Wanderungen etc. machen eine alarmierende AGW-Sensibilität der Ökosysteme nicht plausibel, von dynamischen Wechselwirkungen innerhalb der Habitate und evolutionären Prozessen zu schweigen.

Die nachfolgende Arbeit – etwas weg von Afrika – belegt für das Interglazial vor ca. 130’000 Jahren um 4° C höhere Temperaturen in der Antarktis, bei vergleichbarem Artenvorkommen, bloss der Mensch – er „erscheint im Holozän“ – dürfte dort noch gefehlt haben…

http://epic.awi.de/Publications/Ste2009a.pdf

Was den Treibhauseffekt anbelangt, bleibt der Kommentar von Andrew Lacies zum IPCC-Bericht weiterhin bedenkenswert:

„There is no scientific merit to be found in the Executive Summary. The presentation sounds like something put together by Greenpeace activists and their legal department. The points being made are made arbitrarily with legal sounding caveats without having established any foundation or basis in fact. The Executive Summary seems to be a political statement that is only designed to annoy greenhouse skeptics. Wasn’t the I.P.C.C. Assessment Report intended to be a scientific document that would merit solid backing from the climate science community – instead of forcing many climate scientists into having to agree with greenhouse skeptic criticisms that this is indeed a report with a clear and obvious political agenda. Attribution can not happen until understanding has been clearly demonstrated. Once the facts of climate change have been established and understood, attribution will become self-evident to all. The Executive Summary as it stands is beyond redemption and should simply be deleted“

http://pds.lib.harvard.edu/pds/view/7798293?n=17

(Assessment Report Papers: Working Group I, The Physical Science Basis of Climate Change, 2005-2007; Expert Review Comments on First-Order Draft, Chapter 9. ESPP IPCCAR4WG1)

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Mir scheint das Thema „Artenvielfalt“ eher der Strohmann in der Klimadebatte zu sein. Welche Arten sterben denn aus, können wir dazu konkrete Beispiele haben? Sterben der Elefant oder der Strauss wegen des Klimawandels aus? Oder handelt es sich um Mücken, Erdwürmer, Dinosaurier? Gibt es auch neue Arten, die es vor Tausend, Millionen oder zig-Millionen Jahren nicht gab? Konkret welche, ausser dem homo sapiens?

Impliziert der Begriff „Evolution“ nicht das Verschwinden von Lebensformen und das Entstehen neuer Lebensformen? Evolution ist u. a. Anpassung an veränderte Lebensbedingungen. Der Mensch und gehört zu den wenigen Arten, die unter allen auf der Erde vorkommenden Klimabedingungen leben können, alle anderen haben sich auf spezifische Klimabedingungen spezialisiert.

Ohne einen Bezug zum „Klimawandel“ herstellen zu wollen, ist es doch interessant zu erfahren, dass es auch für die Artenvielfalt positive Entwicklungen gibt:

„FOCUS reports that poor nations of Africa are the most threatened by the spread of desertification. But looking at the Sahara, there’s scientific literature that shows the opposite is happening. For example a 2009 National Geographic report relies on scientific literature and says:

Emerging evidence is painting a very different scenario, one in which rising temperatures could benefit millions of Africans in the driest parts of the continent.

Scientists are now seeing signals that the Sahara desert and surrounding regions are greening due to increasing rainfall.

Images taken between 1982 and 2002 revealed extensive regreening throughout the Sahel, according to a new study in the journal Biogeosciences.“

http://pgosselin.wordpress.com/2010/06/18/focus-on-desertification/

Es sei denn, wir betrachten das langsame Verschwinden von Wüsten als Naturkatastrophe, ähnlich wie das Verschwinden von Gletschern. Und nebenbei stellt sich noch die Frage, wie die Wüsten überhaupt entstanden sind, in denen die wenigsten Lebewesen überhaupt überleben können – ein schwerwiegender Verlust der Artenvielfalt?

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@Holzherr: „Scheinbar leuchten ihnen und Herrn Palmer die Überlegungen Fischlin’s ein.“
Die Erläuterungen von Fischlin sind im Konditionell abgefasst: „Falls … dann“. Es handelt sich um denkbare Szenarien („Klimamodelle“ gemäss IPCC). Ich würde gerne wissen, ob diese Kondition(en) wirklich eintreffen werden und noch lieber würde ich wissen, ob der gegenwärtige Stand der Wissenschaft den Schluss erlaubt, dass anthropogenes CO2 der Verursacher ist.
Nicht alles, was denkbar ist, ist auch realistisch.

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In den letzten Kommentaren wird immer wieder Bezug genommen auf das IPCC. Und die Extrapolation , auch diejenigen von Andreas Fischlin basieren immer auf Hypothesen, die aber eben nur Hypothesen sind.

“ …. are likely to be at increased risk of extinction if increases in global average temperature exceed 1.5 to 2.5°C.“ If, if! Bisher ist niemand in der Lage, dieses „if“ in ein „when“ oder ein „because“ umzuwandeln oder die Klima-Sensitivität mit Sicherheit anzugeben.

Über die Glaubwürdigkeit oder nur schon den Willen zur wissenschaftlichen Neutralität und Offenheit des IPCC wurde hier und anderswo schon genug geschrieben. Zielsetzung des IPCC war von Anfang an „Policy Making“

John Christy in seiner Befragung vor dem IAC Panel bringt das klar zum Ausdruck:
„A fundamental problem with the entire issue here is that climate science is not a classic, experimental science. As an emerging science of a complex, chaotic climate system, it is plagued by uncertainty and ambiguity in both observations and theory. Lacking classic, laboratory results, it easily becomes hostage to opinion, groupthink, arguments-from-authority, overstatement of confidence, and even Hollywood movies.“

„In my view, the IPCC process had drifted away from allowing authors to serve as Brokers of climate science, in which various views are given attention, to becoming Gatekeepers of climate science in which one view is elevated and promoted. The IPCC Assessment had become a „consensus of those who agreed with the consensus.“ Since „consensus“ is a political notion, not a scientific notion, a goal of „consensus“ in any forum is at its heart a political goal.“

„Why must we be so unimaginative that we just give up and claim that nothing else but enhanced greenhouse forcing explains most of the temperature rise in the past 50 years?“

http://climategate.nl/2010/06/17/john-christy-ipcc-authors-are-gatekeepers/

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@Kommentar von Peter Bühler. 18.06.2010, 16:34

Herr Bühler,
dieser Blogbeitrag von Andreas Fischlin geht davon aus, dass das Klima sich erwärmt und eruiert dann die Auswirkungen auf die Artenvielfalt, wobei Afrika im Jahre 2080 als Beispiel genommen wird.
Er kommt zum Schluss, dass der Klimawandel zusammen mit dem zunehmenden Populationsdruck, der von einer wachsenden Menschheit ausgeht, Arten verschwinden lässt.

Scheinbar leuchten ihnen und Herrn Palmer die Überlegungen Fischlin’s ein. Sie zweifeln jedoch daran, dass der Mensch einen Klimawandel verursacht. Sie beide sind also in einer ähnlichen Situation wie jemand, der die Evolutionslehre anzweifelt, und nach einer Lektion über die Abstammung des Hundes vom Wolf auch noch eine Lektion über den Stammbaum des Menschen verpasst bekommt. Im ETH-KlimaBlog hat es viele derartige Lektionen – und bei jeder können sie und Herr Palmer die Grundlagen anzweifeln auf denen diese Lektionen beruhen.

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@ Holzherr

„Dass der Klimawandel Arten gefährden wird, erwartet jeder Biologe und Mensch mit Alltagsverstand“

Klimawandel oder AGW? Siehe Einwände 1 – 4 im verlinkten Papier, falls Sie hier die AGW-These ins Feld führen möchten.

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@Kommentar von Peter Bühler. 18.06.2010, 12:48

Herr Bühler,

falls sie mit ihrem Kommentar ausdrücken wollen, dass die IPCC-Prognosen zur Gefährdung von Ökosystemen durch die Klimaerwärmung mit grosser Unsicherheit belastet sind, so kann ihnen wohl sogar Andreas Fischlin zustimmen. Nur schon weil viele Arten aufeinander angewiesen sind, der Grad der gegenseitigen Abhängigkeit unbekannt ist, es auch Abhängigkeiten über ganze Artenketten gibt und Abhängigkeiten, von denen man noch nichts weiss, sind die Auswirkungen eines Klimawandels auf ein Ökosystem schwer zu bestimmen. Dann gibt es noch die Migrationsmöglichkeiten (ja auch in der Tierwelt gibt es Migration), die Andreas Fischlin mit dem auswandernden Elephanten selber angesprochen hat.
Dazu kommt, dass regionale Klimawandelprognosen selbst schon unsicher sind relativ zur bekannten globalen Erwärmung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dies hat Reto Knutti in seinem Modellierungsartikel (siehe http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/04/26/von-der-klimaprognose-zur-anpassungsstrategie-teil-1/) gut rübergebracht mit farbkodierten Temperaturverteilungen für 4 Klimamodelle zum gleichen Erwärmungsszenario. Scheinbar stimmen zwar alle Modelle darin überein, dass sich die Arktis besonders stark erwärmt, das Erwärmungsmuster (zeitlicher, regionaler Ablauf) ist aber verschieden in verschiedenen Modellen.

Warum kann die Working Group II überhaupt Aussagen zur Gefährdung von Arten durch den Klimawandel machen? Weil Klimaänderungen immer mit Änderungen in der Artenzusammensetzung einhergehen. Oft ist auch keine Auswanderung der gefährdeten Arten möglich wie beispielsweise bei der Erwärmung hoch gelegener Bergregionen, denn über die Bergspitze hinaus kann kein Viech und keine Pflanze ausweichen.

Kommen wir nun zur behaupteten Inkonsistenz im Bericht der Arbeitsgruppe II. Die drei Aussagen, die sie zitieren, widersprechen sich nicht, sie sind nur unterschiedlich detailliert.
-20-30% .. at increased risk with temperaturechange +1.5..+2.5
-<=30% .. at increased risk with temperaturchange +2.0
medium confidence that 20-30% .. at increased risk with temperaturechange +1.5..+2.5

Die letzte Aussage ist am detailliertesten, die anderen sind weniger aussagekräftig.

Langer Rede kurzer Sinn: Dass der Klimawandel Arten gefährden wird, erwartet jeder Biologe und Mensch mit Alltagsverstand. Aussagen über den Gefährdungsgrad einzelner Arten sind schon mit mehr Unsicherheit belastet und Prognosen über die regionalen Auswirkungen der Erwärmung sind generell ungenau.

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Das IPCC mit seinen eigenen Worten zum Thema…

In der Zusammenfassung für Entscheidungsträger (Summary for Policy Makers) sind auf wenigen Seiten abweichende Aussagen festzustellen.

Seite 6: „Approximately 20 to 30 percent of plant and animal species assessed so far are likely to be at increased risk of extinction if increases in global average temperature exceed 1.5 to 2.5°C. * N [4.4, T4.1]“

Auf dem Chart auf Seite 16, markiert ein Punkt die Erwärmung von 2° C in den 80er- und 90er- Jahren und den eingefügten Kommentar: „Up to 30 percent of species at increasing risk of extinction.“

Im abschliessenden Synthesis-Bericht (final Synthesis Report) folgt eine weitere Version: „There is medium (!) confidence that approximately 20 to 30 percent of species assessed so far are likely to be at increased risk of extinction if increases in global average warming exceed 1.5 to 2.5°C (relative to 1980 to 1999)“

Mit Aussagen, die von „ungefähr 20 bis 30 Prozent“ über „bis zu 30 Prozent“ bis hin zu „mittlere Wahrscheinlichkeit“ lassen sich AGW-Einflüsse auf ein mögliches Artensterben allenfalls vermuten.
Das lässt auch der Schlussbericht der IPCC Working Group II (July of 2007) erkennen ( http://www.probeinternational.org/UPennCross.pdf – Seite 62 ): „…the IPCC prediction of a 20-30% decline in species is based on “correlative models” that “use knowledge of the spatial distribution of species to derive functions…or algorithms…that relate the probability of their occurrence to climatic and other factors. The report observes that these methods have been criticized for: 1) assuming equilibrium between species and current climate; 2) being unable to account for species interactions; 3) failing to specify a physiological mechanism explaining the dependence of species on climate; and, 4) failing to take account of population dynamics and species migration“

s. auch http://www.co2science.org//articles/V7/N19/EDIT.php

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„Letzter Bericht des Weltklimarats“

Stimmen zur Arbeit des IPCC review committee:

http://www.nature.com/news/2010/100616/full/news.2010.302.html

Ben Palmer hat Recht, wenn er feststellt, dass die Menschheit Fauna und Flora in vielfacher Weise Schaden zufügt. Im Meer auslaufendes Öl bildet dafür nur ein Beispiel. Zahlreiche weitere blieben zu nennen: Bevölkerungswachstum, Biotopzerstörung, Zersiedelung, Landwirtschaft, Industrialisierung, Verkehr, Tourismus, Chemie, Gifte usw.
Gleichzeitig bildet die – geschichtlich betrachtet – banale Realität regionaler Klimaveränderungen nur eines unter zahlreichen, weit dringlicheren Problemen.

Die in der jüngeren Literatur feststellbare Neigung (s. Links unten), praktisch sämtliche beobachteten Veränderungen und Schäden reflexartig mit einem von Menschen verursachten, globalen Klimawandel in Verbindung zu bringen, ist ausgesprochen kontraproduktiv und wirkt verheerend.

Wenn es einen Tipping point gibt, dann jenen der öffentlichen Wahrnehmung und Glaubwürdigkeit. Die Gleichgültigkeit und Desensibilisierung gegenüber Umweltanliegen wächst den auch mit dem Bedrohungsausmass der alarmistischen Botschaften.
„Ist doch eh alles egal, wenn die Welt so oder so kaputt geht“, meinen viele, ihrer unmittelbar persönlichen Verantwortung für ein naturschonendes Verhalten vermeintlich enthoben.

Der angerichtete Schaden steckt tief in den Köpfen. Gefördert u. a. von der erwähnten Tendenz, wissenschaftlichen Arbeiten grundsätzlich und mit sinkender Glaubwürdigkeit das inflationär verwendete AGW-Label anzuheften.
In Wirklichkeit ist keineswegs überall „AGW“ drin, wo „AGW“ draufsteht. Zeit, wieder skeptische Nüchternheit und unvoreingenommene Betrachtungen einkehren zu lassen.

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@Ben Palmer. 18.06.2010, 9:13

Herr Palmer,

Ihre Behauptung
„Andreas Fischlin konstruiert aus vermeintlichen und nachweisbaren Fakten eine Kausalkette ohne Evidenz und appelliert an Emotionen.“.
tritfft nicht zu. Andreas Fischlin konstruiert nichts, sondern er nimmt als Ausgangsbasis seiner Zukunftsbetrachtung den jüngsten Bericht des IPCC (AR 4).

Was sie über die fortwährende Änderung des Klimas schreiben, über die Verdrängung von Arten durch den Menschen und die Kontrolle der Umwelt durch den Menschen trifft alles zu. Ebenso trifft zu, dass für eine Lebensgemeinschaft immer nur das Klima eine Rolle spielt, in dem die betreffenden Tiere und Pflanzen leben.

Doch leider geht das am entscheidenden Punkt vorbei. Herr Fischlin und der IPCC sind überzeugt – und haben auch viele Belege dafür gefunden-, dass der Mensch über seine industriellen Aktivitäten den Planeten zunehmend erwärmt. Diese globale Erwärmung ist gemäss Erkenntnissen des IPCC nicht eine Klimaschwankung wie sie schon oft vorgekommen ist, sondern sie wird solange weitergehen wie der Mensch fossile Rohstoffe verbrennt und Wälder vernichtet. Sie unterscheidet sich vom natürlichen Klimawandel wie sich das wohlige Wärmegefühl eines Sonnenanbeters vom zunehmenden Fieber eines Schwerkranken unterscheidet. Dieses grundlegende Missverständnis ihrerseits erklärt auch die folgenden Sätze in ihrem Text:

Wenn sie schreiben „Jede regionale Klimaveränderung ist nicht nur eine Bedrohung sondern auch eine Chance.“, dann hat das nur Sinn für Klimaschwankungen wie sie immer schon vorgekommen sind, nicht aber für eine immer nur stärker werdende globale Erwärmung.

Wenn sie schreiben „Die Artenvielfalt wird aber NICHT durch GLOBALE Klimaveränderungen beeinträchtigt, sondern im besten Fall durch lokale und regionale.“, dann ist das trivialerweise richtig, doch die globale Erwärmung ändert das Klima auch in sämtlichen Regionen der Erde. Wobei Vorhersagen für die regionalen Änderungen nicht so zuverlässig sind wie die Vorhersage einer zunehmenden globalen Erwärmung durch steigende Treibhausgase. Da ständig zunehmende Treibhausgase auch die Temperatur immer mehr erhöhen, muss man aber mit negativen Folgen für die meisten Regionen der Erde rechnen.

Wenn sie schreiben „Ohne Wandel zu milderem Klima in Europa wäre dieser Teil der Erde kaum so intensiv besiedelt worden, der Mensch hätte in der Artenvielfalt gefehlt.“, so offenbaren sie damit, dass sie die heutige Rolle des Menschen für die Erde und ihr Klima unterschätzen. Der Mensch fehlt nämlich nicht in der Artenvielfalt, er bestimmt zunehmend, welche Kreaturen noch übrigbleiben und er ändert sogar das Klima.

Ihr Hauptproblem aber ist ganz einfach zu benennen. Sie befinden sich in einer Fundamentalopposition gegenüber der These der menschengemachten, zunehmenden globalen Erwärmung. Die meisten Blogbeiträge im ETH-Klimablog gehen von der Richtigkeit dieser These aus und wollen nur noch die Auswirkungen aufzeigen. Dies trifft auch auf diesen Beitrag von Andreas Fischlin zu. Sie müssen halluziniert haben, als sie schrieben (Zitat): „Andreas Fischlin konstruiert aus vermeintlichen und nachweisbaren Fakten eine Kausalkette ohne Evidenz …“. Er konstruiert doch nichts, er führt uns nur vor Augen, was die im letzten IPCC-Bericht dargestellten Klimaänderungen in verschiedenen Regionen Afrikas für Konsequenzen für Tiere wie den Elephanten, den Strauss und die Artenvielfalt und Artenzusammensetzung im allgemeinen haben werden. Und dies wohlgemerkt im Jahre des Herrn 2080. Ob sie bis dann eines besseren belehrt sind?

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zur Abholzung .. ja koennte man schon jetzt Apokalyptisch nennen

in Haiti .. ohne jede Hoffnung oder?

ansonsten einfach mal googlen images
was braucht man mehr?

Aber, bevor es soweit kommt..
wie waere es die Warnungen nur einmal ernst nehmen?

http://www.google.ch/images?client=safari&rls=en&q=abholzung&oe=UTF-8&redir_esc=&um=1&ie=UTF-8&source=univ&ei=1zQbTMSeBZHB4ganjvWfCg&sa=X&oi=image_result_group&ct=title&resnum=5&ved=0CDcQsAQwBA

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„Jede regionale Klimaveränderung ist nicht nur eine Bedrohung sondern auch eine Chance.

Ohne Wandel zu milderem Klima in Europa wäre dieser Teil der Erde kaum so intensiv besiedelt worden, der Mensch hätte in der Artenvielfalt gefehlt.“

Ist diese intensive Besiedelung Europas ein Vorteil?
Fuer wieviele Menschen kann zum Beispiel die Schweiz ein „gutes“ Leben bieten? 10 Millionen / 20 Millionen ..
oder ohne Oel vielleicht nur soviel wie um 1910?

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Apocalypse now!
„Interessanterweise sind nämlich beide Verhalten beim Menschen weit verbreitet, wenn es um den Klimawandel geht.“
… müsste richtigerweise heissen: wenn es um die Hypothese des anthropogenen Klimawandels und seines Ausmasses geht.

Klimawandel ist der einzige stabile Zustand unseres Planeten, Klima ist zeitlich und räumlich vielfältig, was erst die Entstehung von Lebewesen und ihre Evolution, sowie ihre Artenvielfalt ermöglicht hat und noch ermöglicht. Auf unserem Planeten gibt es auch spatial ein riesiges Spektrum von Klimata, jedes mit seiner eigenen Artenvielfalt.

Der Mensch hat die Verbreitung und Vielfalt der Arten durch sein Vorhandensein mindestens ebenso stark beeinflusst wie es das Klima getan hat. Lebewesen auf diesem Planeten sind einem Konkurrenzkampf um den Lebensraum ausgesetzt. Für den Menschen bedrohliche Tiere werden aus den menschlichen Lebensräumen verdrängt. Wer begegnet in unserem Mittelland noch Wölfen, Lüchsen, Bären, Vipern? Schmeissfliegen sind seit dem Aussterben der Pferdekutschen, dem Verschwinden der Landwirtschaftbetriebe aus unseren Agglomerationen und seit der Erfindung des WCs kaum noch anzutreffen. Wildschweine sind soweit dezimiert, dass sie keine Bedrohung mehr für die Pflanzungen von Lebensmitteln darstellen.

In diesem Blog-Artikel wird zwar immer wieder (allerdings nur suggestiv, es fehlt wohl an zuverlässiger Evidenz) der anthropogene Einfluss auf das Klima verantwortlich gemacht. Die Artenvielfalt wird aber NICHT durch GLOBALE Klimaveränderungen beeinträchtigt, sondern im besten Fall durch lokale und regionale. Das Nilpferd interessiert sich nicht für die Wettervorhersagen im Ural, für den Pinguin ist die Trockenheit der Sahara kein Grund zum Untergang.

Jede regionale Klimaveränderung ist nicht nur eine Bedrohung sondern auch eine Chance. Ohne Wandel zu milderem Klima in Europa wäre dieser Teil der Erde kaum so intensiv besiedelt worden, der Mensch hätte in der Artenvielfalt gefehlt. Die Gletscher im Schweizer Mittelland waren der Artenvielfalt kaum zuträglich.

Andreas Fischlin konstruiert aus vermeintlichen und nachweisbaren Fakten eine Kausalkette ohne Evidenz und appelliert an Emotionen.

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@Kommentar von Michael Dittmar. 17.06.2010, 15:47

Hoi Michael,

Folgende Textstelle im Kommentar vom 17.06 um 15h

„Naja sobald es mit dem Oel knapp wird und wir im Winter
frieren muessen weil wir die Jahreszeiten nicht mehr akzeptieren
dann hacken wir eben die Baeume wieder radikal ab…
so wie waehrend und nach dem Krieg.“

hat einen leicht apokalyptischen Touch. Es erinnert mich an das Gedicht Darkness, welches Lord Byron im Juli 1816, dem Jahr ohne Sommer, in Genf geschrieben hat. Er wohnte damals mit Mary Shelly und Polidori in der Villa Diodati und die drei verliessen sich kaum wegen andauerndem Regen und Dunkelheit. Mary Shelly schrieb während dieser Zeit die erste Version von Frankenstein und Polidori schrieb the Vampire, womit er ein neues Literaturgenre ins Leben rief.
Lord Byron’s damals geschriebenes Gedicht Darkness evoziert eine Endzeitwelt ohne Licht und Sonne, in der die Menschen Wälder anzünden, damit sie etwas Licht haben. Hier der Anfang des Gedichts:

I had a dream, which was not all a dream.
The bright sun was extinguish’d, and the stars
Did wander darkling in the eternal space,
Rayless, and pathless, and the icy earth
Swung blind and blackening in the moonless air;
Morn came and went–and came, and brought no day,
And men forgot their passions in the dread
Of this their desolation; and all hearts
Were chill’d into a selfish prayer for light:
And they did live by watchfires–and the thrones,
The palaces of crowned kings–the huts,
The habitations of all things which dwell,
Were burnt for beacons; cities were consumed,
And men were gathered round their blazing homes
To look once more into each other’s face;
Happy were those who dwelt within the eye
Of the volcanos, and their mountain-torch:
A fearful hope was all the world contain’d;
Forests were set on fire–but hour by hour
They fell and faded–and the crackling trunks
Extinguish’d with a crash–and all was black. …

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Hoi Martin,

„Ich bin deshalb überzeugt, dass Klimaschutzmassnahmen erst dann von allen Ländern dieser Erde in Angriff genommen werden, wenn die Folgen eines ungebremsten Klimawandels offensichtlich werden.“

Glaubst du das wirklich? Oder wolltest du vielleicht eher sagen:
„Bevor die Folgen eines ungebremsten Klimawandels offensichtlich werden wird nichts passieren. Ob danach etwas passieren wird ist fraglich.“

Nehmen wir ein anderes Beispiel:
die Welternaehrungssituation ist dramatisch (der Artikel ist ansonsten sehr seltsam)
http://www.nature.com/nature/journal/v465/n7298/full/465548a.html

„the number of undernourished people jumped — from 923 million worldwide in 2007 to more than a billion in 2009.“
und
„There is no global food reserve for emergency use; water and soil resources continue to degrade; and trade disruptions and speculation can cause food prices to change violently. About 15% of the world’s population is undernourished and 25% have deficiencies in micronutrients such as iron, vitamin A and zinc caused by poor diet.“

Trotzdem denken auch viele „mit sozialem und oeko Touch“ an Biotreibstoffe statt Nahrung

Die Realitaet des Problems ist ja wohl eindeutig fuer alle die sehen wollen, aber trotzdem machen wir dann doch gerne die Augen zu.

„Weil nicht sein kann was nicht sein darf“

oder?

Naja sobald es mit dem Oel knapp wird und wir im Winter frieren muessen weil wir die Jahreszeiten nicht mehr akzeptieren dann hacken wir eben die Baeume wieder radikal ab… so wie waehrend und nach dem Krieg. (Siehe Haiti, aber nicht wegen der Kaelte)

Wer wird uns davor (also vor uns selbst) schuetzen? Ich bin sicher es gibt genug Experten die, sobald noetig auch Argumente fuer das Abholzen finden.

Wer wird uns vor diesen Experten schuetzen?

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„Und da wir kaum davon ausgehen können, dass durch eine weiterhin wachsende menschliche Bevölkerung der Druck auf die Lebensräume anderer Arten abnimmt, ergeben sich in Kombination mit dem Klimawandel fatale Konsequenzen für die Ökosysteme „

Das stimmt sicher. Kommt dazu, dass die ganze Bevölkerung – und nicht nur die neu Hinzugeborenen – die Umwelt mehr beanspruchen, weil reichere Menschen mehr Land für ihre Bauten, Verkehrsnetze, Anbauflächen und Freizeitvergnügungen brauchen.

Sogar in der Schweiz, wo der Umweltschutz beachtet wird, wachsen die überbauten Flächen.

Wie in einem der von Peter Bühler refernzierten Artikel erwähnt, gibt es sehr robuste Kreaturen, die unter denkbar ungünstigen Bedingungen in einem fragmentierten Ökosystem überleben, aber es gibt eben auch viele andere, die dann verschwinden.

Aus dem Blogbeitrag von Andreas Fischlin wird auch ein wichtiges Problem von Aktionen gegen den Klimawandel sichtbar – der lange Zeithorizont, bezieht sich Andreas Fischlin doch auf das Jahr 2080.

Kann die Warnung vor Folgen unseres Handelns im Jahre 2080 die Menschen veranlassen, ihren Lebensstil jetzt radikal zu ändern?

Die meisten Autoren dieses Klimablogs bringen gegen Schluss das Vorsorgeprinzip ins Spiel. Andreas Fischlin mit „Wollen wir das wirklich“, Nicolas Gruber mit „Im Sinne einer vorausschauenden Sicht ist es also doch sehr ratsam, den Grund dieser Versauerung an der Wurzel zu packen – also den Anstieg von CO₂ in der Atmosphäre so gering wie möglich zu halten. „, .

Doch das Vorsorgeprinzip ist nichts neues. Die Armee der Schweiz dient auch der Vorsorge, ist aber inzwischen auf einen symbolischen Rest zusammengeschrumpft, weil man in den nächsten 20 Jahren keinen Krieg befürchtet. Doch jetzt soll man vorsorgen für eine Zeit in 50 Jahren. Das mag tatsächlich nötig sein, lieg aber quer zum bekannte Verhalten von Regierungen und Völkern.

Ich bin deshalb überzeugt, dass Klimaschutzmassnahmen erst dann von allen Ländern dieser Erde in Angriff genommen werden, wenn die Folgen eines ungebremsten Klimawandels offensichtlich werden.

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hm.. in dem timesonline link steht:

zum Beispiel: Climate change ist nicht die Nummer 1 aber es gilt eben (wie auch bei der Versauerung der Meere)

Was gibt letztendlich den Todesstoss?

Man konnte mal bei der WNA lesen (in etwa.. oder war es sogar die Pravda = Wahrheit)
Bei Chernobyl starben direkt 32 Feuerwehrmaenner an der Strahlung. Aber eigentlich nur 31 weil der eine hat einen Herzinfarkt bekommen.. no comment

„The International Union for the Conservation of Nature backed the article, saying that climate change is “far from the number-one threat” to the survival of most species. “There are so many other immediate threats that, by the time climate change really kicks in, many species will not exist any more,” said Jean Christophe Vie, deputy head of the IUCN species program, which is responsible for compiling the international Redlist of endangered species.

He listed hunting, overfishing, and destruction of habitat by humans as more critical for the majority of species.“

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