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Die Zukunft gehört dem Schienenverkehr

06.05.2010 von

Sich fortbewegen wird immer einfacher und das Bedürfnis nach Mobilität wächst. Um zu verhindern, dass die Umwelt den Preis dafür bezahlen muss, braucht es eine konsequente Verkehrsverlagerung auf die Bahn.

Zu Beginn der grossen Autobegeisterung in den 50er-Jahren hatte der öffentliche Verkehr einen Anteil von 57 Prozent an den in der Schweiz zurückgelegten Personenkilometern. Im Jahr 2000 waren es nur noch 20 Prozent. Heute hat sich der Anteil des öffentlichen Verkehrs bei etwa 23 Prozent eingependelt.

Unser heutiges Mobilitätsverhalten ist das Resultat vergangener planerischer und wirtschaftlicher Entscheide – die Mobilität von Morgen bestimmen wir deshalb heute mit. Insbesondere gilt es festzulegen, mit welchen Transportmitteln sich Personen und Güter in Zukunft fortbewegen.

Strassenbau schafft mehr Probleme, als er löst

Es braucht die Verlagerung auf die Schiene, und zwar jetzt und konsequent. Die Bahn erzeugt in der Schweiz für die gleiche Transportleistung 20 mal weniger Kohlendioxid als der Strassenverkehr und braucht weniger Energie, indem sie die Kraft effizienter nutzt. Gleichzeitig reduziert jeder gefahrene Schienenkilometer die Abhängigkeit vom begrenzten Rohstoff Erdöl.

In den Agglomerationen sind Stadtplanerinnen und Stadtplaner gefragt, die auf den öffentlichen Verkehr setzen, um die bauliche Qualität an den Stadträndern aufzuwerten und die Wohnqualität zu verbessern. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit rücken immer weiter auseinander, was den Bau von immer mehr und schnelleren Strassen nach sich zieht. Das eidgenössische Raumplanungsgesetz fordert zwar den haushälterischen Umgang mit dem Boden. Neue Bauzonen an den äussersten Siedlungsrändern zeugen aber davon, dass viele Behörden den Freiheitsdrang des Einzelnen stärker gewichten als den schonenden Umgang mit unbebautem Land oder kurze Verkehrswege. Die Zersiedelung des Mittellandes, aber auch der touristischen Zentren in den Bergen, ist ein zunehmendes Problem, welches durch die individuelle Mobilität noch verstärkt wird.

Ausbauen statt Linien streichen

Der Ausbau des Schienenverkehrs kann helfen, die genannten Herausforderungen zu bewältigen. Leider plant der Bundesrat in seinem neusten Konsolidierungsprogramm genau das Gegenteil: 160 Linien des öffentlichen Verkehrs sollen aus Spargründen gestrichen werden. Effizienter sparen könnte der Bund aber, wenn er statt zwei Verkehrssystemen nur noch eines fördern würde. Der Ausbau eines grossen Teils der Autobahn A1 auf sechs Spuren kostet sehr viel Geld und entzieht der Bahn Kunden und damit wichtige Einnahmen. Dieses Geld fehlt beim Unterhalt der SBB-Anlagen, der jährlich 850 Millionen Franken kostet. Strasse und Schiene konkurrenzieren sich in ungesunder Art. Mit Abstrichen beim Ausbau des Strassennetzes kann die öffentliche Hand doppelt sparen: Staus und Stress auf der Strasse nehmen ab, und die Umwelt profitiert erst noch davon.

Zur Autorin

Gastautorin Aline Trede ist Kampagnenleiterin beim Verkehrs-Club der Schweiz VCS

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Kommentare (15) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

„Autos als dominante Verkehrsmittel …“

Genau das sollten sie – zumal als mehrheitlich geparkte Halde am Strassenrand und auf Plätzen – künftig nicht mehr sein, aber verfügbar bei Bedarf.
Beide Extreme einer einseitigen Bevorzugung von ÖV bzw. PV sind falsch. Mit neuer Technik liessen sich Systemwidersprüche beseitigen und mit integrativen Lösungen die Bedürfnisse besser befriedigen.

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C4 Pflanzen …

„Miscanthus sinensis giganteus“ z.B., eine wirksame CO2-Senke und eine mit vielen Erwartungen verbundene Pflanze.
Wozu aber die Hoffnungen tatsächlich berechtigen, zeigt der nüchterne Blick auf die Zahlen …

http://www.miscanthus.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=24&Itemid=51

Offenbar sind dort, wo „grün“ drauf steht, fast immer reichlich Subventionen im Spiel, von ee, über „nachhaltige“ Landwirtschaft bis ÖV.

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@Peter Bühler. 07.05.2010, 11:20

„Merkwürdig eigentlich, dass heute zahlreiche Fahrzeugtypen die entscheidenden Merkmale aufweisen (Spur- und Abstandhalter, GPS, automatische Bremseinleitung etc.) – das Ganze aber nicht als automatisiertes Verkehrssystem gedacht wird, mit dem sich der
Fahrzeugverkehr dichter, sicherer und flüssiger führen liesse: ..“

Ich bezweifle nicht, dass Autos in Zukunft automatisch und kooperativ fahren können – bei Bedarf. Aber bei allen Optimierungen – „dichterer, sicherer, flüssiger“ – wird das Auto in Stadtnähe immer mehr ein Ärgernis bleiben solange es das dominante Verkehrsmittel ist, denn die nötige Kapaziät um die Pendlermassen hin- und herzubewegen, hat es nicht.

Wenn man auf das Auto setzt und die öffentlichen Verkehrsmittel gar abbauen wollte, müsste man die Notwendigkeit zum Pendeln reduzieren. Die Leute müssten dann dort wohnen wo sie arbeiten. Der Trend geht aber immer noch in die andere Richtung. Bei starkem Pendelverkehr ist die U-Bahn (oder die schweizerische Variante S-Bahn) am effizientesten.

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Hallo Martin,

anbei ein link zu den ICE Zahlen (wuerde mich ja noch interessieren welchen Wirkungsgrad man beim Kraftwerk nimmt) aber egal hier der Link

http://www.ngv-holland.nl/docs/pdfs/art_071014.pdf

am Ende steht etwas zu Schweiz: (und das passt wirklich zu unserem Thema!)

Ein Blick in die Statistik der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) kann das Misstrauen in die Zählweise der Deutschen Bahn nur vergrößern. Die Schweiz ist das Musterland des Bahnverkehrs, fahren die Bürger dort doch 1,7‐mal so viel Bahn wie die in Deutschland (gemessen in Fahrten pro Einwohner). Die SBB geben die Auslastung in ihrem Fernverkehr 2004 mit 28 Prozent an, wo die Deutsche Bahn 43 Prozent meldet. Der SBB‐Nahverkehr hat 17 Prozent Auslastung, die DB meldet hier 21 Prozent. Würde Deutschland nicht mit ungewöhnlich hohen Auslastungszahlen renommieren, sondern müsste mit den braven Schweizer Werten auskommen, so würde der Energieverbrauch im Fernverkehr der Bahn je Passagier und 100 Kilometer deutlich über den Vergleichswert des Pkw‐Verkehrs springen. Aus den 3,9 Liter würden mehr als 5,9 Liter.
Leider lässt sich Frage, wie groß die Auslastung der Bahn wirklich ist, aus der Anschauung nicht entscheiden. Züge erscheinen uns immer viel voller, als sie im Durchschnitt sind. Die Bahn wirbt mit ihrer Umweltfreundlichkeit, aber bei sachlicher Betrachtung sind ihre Werte auch da weit von dem entfernt, was sich Bahnpassagiere ersehnen. Rein rechnerisch könnte man sich fast gleich ins Auto setzen.

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Die Eisenbahn in der Schweiz läuft schon elektrisch und es gibt eine Tendenz zur zunehmenden Elektrifizierung aller Bereiche.

Es wird deshalb immer wichtiger, dass Strom CO2-frei erzeugt wird.

Man lasse einmal folgende Werbung der deutschen Bahn auf sich wirken:

Wir haben das umweltfreundlichste Verkehrsmittel noch umweltfreundlicher gemacht. Der neue ICE 3 verbindet Europa mit bis zu 320 km/h. Und mit umgerechnet 2,3 Litern Benzinverbrauch pro Person auf 100 Kilometer schlägt er Auto und Flugzeug deutlich.

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@Peter Bühler. 07.05.2010, 11:20

ETT bietet wohl das unwahrscheinlichste Szenario, jedenfalls nichts für Klaustrophobe …

Kann man das Optimale auf Dauer ignorieren?
Eine interessante Frage. Der Mensch als Ingenieur sucht doch optimale Lösungen.

Die Natur allerdings scheint sich oft nicht darum zu kümmern. Die Photosynthese ist weit vom Optimum entfernt. Interessanterweise gibt es eine effizientere Photosynthese – nämlich die C4-Photosynthese – erst seit 30 Millionen Jahren und

Today, C4 plants represent about 5% of Earth’s plant biomass and 1% of its known plant species. Despite this scarcity, they account for around 30% of terrestrial carbon fixation.

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@ Holzherr

ETT bietet wohl das unwahrscheinlichste Szenario, jedenfalls nichts für Klaustrophobe … behandelt Menschen wie Datenpakete, was sie nüchtern betrachtet evtl. ja tatsächlich sind …

„Personal Rapid Transit Systeme“: weshalb nicht die aufwändige und Raum beanspruchende Spurführung weglassen und durch EGNOS und in die Strasse eingelassene Induktionsschleifen, ACC etc. ersetzen – und das System wird flexibler (beliebig grosses Netz, unterschiedliche Fahrzeugtypen) und deutlich billiger.

Merkwürdig eigentlich, dass heute zahlreiche Fahrzeugtypen die entscheidenden Merkmale aufweisen (Spur- und Abstandhalter, GPS, automatische Bremseinleitung etc.) – das Ganze aber nicht als automatisiertes Verkehrssystem gedacht wird, mit dem sich der Fahrzeugverkehr dichter, sicherer und flüssiger führen liesse:
Wagen per Handy oder Internet vor die Tür bestellen, einsteigen, Ziel eintippen, zurücklehnen, Zeitung oder iPad lesen und sich ans Ziel bringen lassen.
Kein Gedanke betr. Parkplatz, Wartung: das Fahrzeug ist nicht im persönlichen Besitz, wird im Carshare-Modell mit anderen Nutzern geteilt und transportiert täglich x Passagiere, statt bloss rumzustehen.
Fahrzeugangebote wie heute bei Mobility in verschiedenen Preiskategorien für unterschiedliche Ansprüche.

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@Michael Dittmar

War nicht alles tod-ernst gemeint. Zum Wesen des Denkens gehört aber die extreme Zuspitzung und die Suchen nach Asymptoten.

Vor Newton glaubten die meisten, um sich schneller zu bewegen braucht es mehr Kraft.

Seit Newton (doch schon einige Jahre her) wissen wir, dass Bewegungen mit konstanter Geschwindigkeit gratis sind.

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Hallo Martin,

„you made my day ..“

die sind ja echt Klasse da habe ich ja was fuer meine zukuenftigen Lectures (wegen Wunderloesungen).

Kein Vergleich mit ITER ..

das hat ja reale Chancen.. das Hologram ist noch etwas teuer aber wird schon noch billiger werden .. smile

michael

ps: Vielleicht habe ich zu viele Gene vom Neandertaler bekommen.. oder einen anderes Problem (bin im letzten Jahrhundert geboren..)

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Die Zukunft gehört der optimierten Verkehrs-Infrastruktur

Die optimale Verkehrsinfrastruktur in einer Schweiz mit einem dicht bebauten Mittelland und dünn besiedelten Randregionen favorisiert im städtischen Raum
-den öffentlichen Verkehr (UBahn, Bus, Tram) für die Groberverteilung
-Fahrrad, Taxi und Fussweg für die Feinverteilung
-Lieferwagen etc. für Zubringerdienste und Dienstleistungen
-Bus und Zug für den Pendlerverkehr Agglomeration-Stadt
-Personal Rapid Transit Systeme könnten die Lücke zwischen Auto und Bahn füllen (siehe http://www.google.de/search?q=personal+rapid+transit und http://a6.unimodal.com/index.php?option=com_frontpage&Itemid=40)

Das Privatauto dagegen umfährt oder unterquert die Stadt.

Der Verkehr in den dünnbesiedelten Randregionen wird dominiert von
-Privatautos
-Postauto, Bus und Eisenbahn
-Personal Rapid Transit Systeme könnten die Lücke zwischen Auto und Bahn füllen

Die Zukunft gehört dem emissionsfreien Verkehr

Ein CO2-Ausstoss von weniger als 1 Tonne CO2 pro Kopf und Jahr wie von der Klimawissenschaft gefordert, kann nicht mit benzin/diesel-betriebenen Autos erreicht werden, selbst wenn diese nur 100 gr CO2/km ausstossen (man rechne 1’000/0.1=>10’000km pro Jahr Autofahrt, dann aber nicht fliegen und heizen (und nicht mehr ausatmen?)).
Lösung:
-Elektro-Mobil und wasserstoffbetriebene Flugflotte (http://www.reactionengines.co.uk/lapcat.html)
-Elektro-Bus,elektr.Eisenbahn
-Evacuated Tube transport (siehe nächstes Kapitel)

Die Zukunft gehört dem teleporting-artigen, energieoptimierten Fernverkehr

Warum nicht in null-komma-nichts anderswo sein? Beinahe zum Nulltarif (energetisch)
Die technische Lösung ist schon lange bekannt: Der Transport in einer evakuierten Röhre vergleichbar mit der Flaschenpost aber reibungslos: http://www.et3.com/
und http://www.youtube.com/watch?v=92dK_yxaKvk

Die Zukunft gehört der Telepräsenz

http://www.youtube.com/watch?v=E4A_u67EKnU&feature=player_embedded

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„Die Zukunft gehört dem Schienenverkehr!“

Toller Satz, eingetragen im Grundbuch?

Zur Wiederholung:
wem gehört die Zukunft?
dem Schienenverkehr!?

Die Zukunft gehört nicht etwa den Kindern, den Menschen, der Natur, auch nicht LED, dem „Plusenergiehaus“, den Migranten, der Telepathie-Technologie, den Pfeifnudeln, der VBG (?), der Efta, den kreativen Chaoten, den Kaminöfen, dem Bambus oder Bajramaj (um nur ein paar von 13’400’000 deutschen Google-Ergebnissen aufzuführen) – denkste, die Zukunft gehört dem Schienenverkehr!

Und der wird sich die auch nicht mehr wegnehmen lassen, wenn er bis zum letzten Hausanschluss erst mal alles verschient und überrollt hat.
Na ja, ist noch weit hin und vielleicht bleibt uns allen so lange noch etwas Aussicht auf wenigstens ein Fetzchen ÖV-freie Gegenwart.

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Hallo Andreas,

guter Punkt und hier Energie Zahlen die man zum Transport so finden kann sind etwa alle gleich: so um 1 MJoule/Person/km (mit entsprechender Variation zur durchschnittlichen Auslastung .. wer im vollen Bus, Tram, Bahn, Auto faehrt spart am meisten und ist am meisten genervt!?)

Seite 24
http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/energyfeb10_1.pdf
(der Rest vom Talk ist natuerlich auch kein Geheimnis!)

zum Artikel und der Aussage:
————————-
Sich fortbewegen wird immer einfacher und das Bedürfnis nach Mobilität wächst.
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Entschuldigung aber da straeuben sich bei mir die Haare.

Ja, genau wie bei einem Drogensuechtigen waechst der Bedarf.
Aber wer etwas darueber nachdenkt ..

Also wer haette von den Lesern hier nicht gerne den Arbeitsplatz in Geh-Distanz und wer wuerde nicht gerne eine idyllische Natur direkt vor der Haustuer haben wollen anstatt erst etliche hundert km dafuer im Auto (und im Stau) zu sitzen?

Wenn man ein paar mal geflogen ist, vergeht einem auch schnell das tolle Gefuehl und es ist eher nervig..

michael

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… ich teile diese Zweifel, vor allem wenn ich mir die meist beinahe leeren Nachtzüge anschaue.
Sitzen dann evtl. noch Besucher drin, die aus ökologischen Gründen kein Auto fahren, und die sich dann – bei 4-fachem Weg (2 x Hin- und Rückfahrt) von ihren Gastgebern am Bahnhof abholen und wieder dorthin bringen lassen, werden diese Zweifel nicht eben kleiner.

Ich bin überzeugt, dass vielen der Besitz eines Autos an sich wenig bedeutet, dessen Gebrauchsnutzen allerdings schon.
Mobility ist ein Lösungsansatz, den man weiter verfolgen sollte.
Ein jeweils passendes Auto zur Verfügung haben, wenn man es tatsächlich braucht, statt eines hauptsächlich geparkt oder im Stau rumstehen zu haben.
Mit intelligenten Verkehrsleitsystemen und automatischer Steuerung könnten doch die Dinger in nicht allzu ferner Zukunft praktisch überall und auf Abruf verfügbar sein und einen rasch und sicher ans gewünschte Ziel bringen. Den persönlichen, ledergepolsterten, klimatisierten und beschallten Blech-Uterus mag dann noch besitzen, wer’s für sein Seelenheil braucht.

Den individuellen Verkehr generell abschaffen zu wollen, betrachte ich dagegen als nicht durchsetzungsfähige Zwängerei.
Nötig ist die Weiterentwicklung beider Systeme.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

zu: („… und braucht weniger Energie, indem sie die Kraft effizienter nutzt.“)
also der erste Teil stimmt vielleicht, weil wir den Strom quasi CO2 frei herstellen. Aber als Physikstudent muss ich eine Bemerkung zum zweiten Teil machen.

Um ein Gefährt von A nach B zu bringen braucht man Energie. Diese Energie bzw ein Teil davon wird dann von einer Maschine in Arbeit umgewandelt(wenn man so will in „Kraft mal Weg“ oder „Kraft entlang des Weges“) umgewandelt. Dieser Prozess kann effizienter oder weniger effizient sein. Ich weiss nicht, ob da der Zug wirklich wesentlich effizienter als das Auto ist?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Die einseitige Förderung des ÖV unter gleichzeitiger Diskriminierung der individuellen Mobilität ist entweder interessengeleitet oder sie verrät einen Hang zu kollektivistischen, planwirtschaftlichen Lösungen, denen die individuelle Bewegungsfreiheit und der daraus entstehende Nutzen wenig gelten.
Die vermeintliche Zauberformel Bahn plus Fahrrad (oder allenfalls Mobility Car oder Rikscha) löst die unterschiedlichen Transportbedürfnisse bei Weitem nicht.
Das System „Auto“ steht hinsichtlich einer umweltfreundlichen Motorisierung und besseren Steuerung vor einem Evolutionsschritt und verfügt über ein erhebliches Optimierungspotenzial. Die Beschaffung einer Stimmenmehrheit zu seiner Abschaffung oder weiteren Diskriminierung dürfte sich zunehmend schwieriger gestalten, wenn auf den Strassen ein wachsender Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen verkehrt.
Die Frage sie auch erlaubt, wie gesteigerte ÖV-Investitionen bei künftig abnehmenden Treibstoffzollabgaben finanziert werden sollen.

Hier ein paar andere, aktuelle Betrachtungen zur Verkehrspolitik ….

http://www.avenir-suisse.ch/content/communiques/2010/mainColumnParagraphs/04/document/verkehrt_medienbulletin_dt.pdf

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/avenir_suisse_weissbuch_oev_finanzierung_1.5642061.html

http://www.tcs-schwyz.ch/cms/aktuelles/aktuelles-aus-der-presse/565-abschied-von-den-oev-honigtoepfen.html

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