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Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
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Nachhaltigkeit mit begrenzten natürlichen Ressourcen – Eine lösbare Aufgabe

25.03.2010 von Prof. , ETH Zürich

Nachhaltigkeit ist ein bekanntes Ziel, wenn es um langfristige Entwicklung geht. Der Begriff Nachhaltigkeit wird heute breit und teilweise sehr beliebig verwendet. Im Kern geht es um die Lebenschancen der künftigen Generationen, den Schutz der natürlichen Umwelt und die Minimierung der gesellschaftlichen Risiken.

Energie und Klima sind grosse Herausforderungen

Die Ablösung der Erdölwirtschaft und die Klimaproblematik gehören zu den grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung. Werden konkrete Konzepte wie die 2000-Watt Gesellschaft oder das 2°-Grad Celsius Ziel des Kopenhagen Akkords umgesetzt, muss der Einsatz der fossilen Energien massiv zurückgehen. Wie soll die wirtschaftliche Leistung unter solchen Vorzeichen weiter gesteigert werden? Der bekannte Wissenschaftler Kenneth Boulding sagte dazu: «Wer daran glaubt, ein exponentielles Wachstum könne in einer endlichen Welt ewig weiter gehen, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.»

Einmaleins der Ökonomie

Energie ist ein Input, der mit anderen Inputs wie Arbeit, Kapital und Technologie die Leistung einer Wirtschaft erbringt. Wird von einem Input weniger eingesetzt sinkt der Output. Diese Betrachtung ist aber wenig relevant: Wenn wir nämlich für den Input Energie weniger ausgeben, bleibt für andere Inputs mehr übrig, beispielsweise für Investitionen in die Forschung oder die Infrastruktur. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Länder mit hohen Investitionen im Durchschnitt stärker wachsen, während sich solche mit einem hohen Energieverbrauch nicht besser entwickeln als andere.

Resultate für die Schweiz

In den letzten drei Jahren wurde an der ETH Zürich ein neuartiges Modell für langfristige ökonomische Prognosen entwickelt. Aus der Anwendung für die Schweiz ergibt sich, dass die Wirtschaft auch mit einer ambitionierten Energie- und Klimapolitik weiterhin wachsen kann. Sowohl der gesamte Konsum als auch die einzelnen Sektoren werden langfristig zunehmen. Im Vergleich zu einer Entwicklung ohne Klimawandel und Energieknappheit verursacht die Energie- und Klimapolitik moderate, aber nicht vernachlässigbare Kosten. Wird dagegen eine wirtschaftliche Entwicklung mit ungebremstem Klimawandel als Referenz gewählt, ermöglichen klimapolitische Massnahmen einen günstigeren Wachstumspfad. Allerdings ist die Verbesserung der Entwicklung vor allem dann möglich, wenn die Klimapolitik international koordiniert wird.

Prognosen für die Zukunft

«Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen» heisst ein geflügeltes Wort. Trotzdem sind die modellgestützten Vorhersagen unentbehrlich für die Empfehlungen an die Politik. Langfristige Probleme brauchen langfristige Lösungsstrategien und entsprechende Entscheidungsgrundlagen. Nachhaltigkeit ist in der Zukunft nur dann erreichbar, wenn wir langfristig und kontinuierlich genügend neue Technologien und Kapital als Ersatz für die begrenzten natürlichen Ressourcen bereitstellen. Dies ist sicher eine schwierige aber bei genügender Voraussicht eine letztlich lösbare Aufgabe.

Zum Autor

Lucas Bretscher ist Professor für Ressourcenökonomie an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

Lesen Sie zum obigen Thema auch den ETH Life Artikel «Wachstum auch mit weniger Energie möglich» vom 18. März 2010 (hier).

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Im obengenannten Blogbeitrag von Lucas Bretschger geht es um begrenzte Reserven. Lucas Bretschger ist überzeugt, dass begrenzte Reserven die Wirtschaft kaum hemmen. Energieeffiziente Technologien bei stark erhöhten Energiepreisen führen auch in einer 2000-Watt-Gesellschaft zu Wachstum, das sich von verschwenderisch mit Ressourcen umgehenden Ökonomien kaum unterscheidet.

Meiner Ansicht nach sind hohe Energiepreise keine Lösung des Energieproblems, mindestens nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer. Eine Verdoppelung des Strompreises wie beispielsweise vom WWF-Schweiz gefordert (und auch von Lucas Bretschger empfohlen), würde in der Schweiz jährliche Mehrausgaben von 8 Milliarden Schweizer Franken für Strom ergeben, das entspricht gerade ungefähr dem Einkommen von 8 Millionen Inder. Indien kann sich also nur kostengünstigen Strom leisten und die 2000-Watt-Gesellschaft, die mit hohen Energiepreisen Investitionen in Energiesparmassnahmen wie Minenergie-P und in Erneuerbare Energien lohnend machen will, ist für Indien keine Option (es gibt in Indien gar kein Geld für Minenergie P Gebäude und für subventionierte Erneuerbe Energien (ausser zu Demozwecken)).

Eine wichtige Frage ist die nach den verfügbaren fossilen Reserven.
Der IPCC befasst sich mit dem Einfluss von steigenden Treibhausgaskonzentrationen auf das Klima und mit Technologien, die die fossilen Rohstoffe ersetzen sollen. Das wichtigste Treibhausgas, CO2, entsteht bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Die Menge an fossilen Reserven bestimmt damit die maximale atmosphärische CO2-Konzentration. Auch bei den Energie-Techologien, die die fossilen Rohstoffe ersetzen sollen müssen Annahmen getroffen werden. Besonders wichtig sind die Annahmen über die Kostenentwicklung bei nichtfossilen Energien und über die Geschwindigkeit mit der fossile Energien durch nichtfossile ersetzt werden können.
Diese Annahmen, die den IPCC-Szenarien zugrundeliegen, sollen hier kurz untersucht und mit anderen Schätzungen der Öl- und Kohlereserven verglichen werden.

Annahmen des IPCC über die fossilen Reserven

Öl IPCC: 3’773 GigaBarrel Öl wird im A1FI-Szenarium bis 2100 verbraucht
Kohle IPCC: 3’500 Gigatonnen Kohle wird in einem der Szenarios bis 2100 verbraucht

Öl EIA: 1243 GigaBarrel Reserven(siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Oil_reserves#Proved_reserves )
Kohle EIA: 990 Gigatonnen Reserven (siehe http://www.eia.doe.gov/oiaf/ieo/coal.html )

Öl minimal: 850-900 GigaBarrel Reserven (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Peak_oil )
Kohle minimal:653-749Gigatonnen Reserven (siehe http://www.theoildrum.com/node/7226 )

Es fällt auf, dass die IPCC-Schätzungen der Öl und Kohlereserven für gewisse Szenarien die offiziellen (EIA,IEA) weit übersteigen. Schätzungen aus der peak-oil, peak-coal Szene gehen sogar von 4 Mal kleineren Reserven aus als von der IPCC in gewissen Szenarien angenommen.

Annahmen des IPCC (Nicholas Stern) über Ersatzenergien

Nicholas Stern macht in seinem epochalen Werk, dem Stern Report, viele Annahmen, die mit vielen Hoffnungen in technologische Durchbrüche verbunden sind.
Zuerst aber geht er davon aus, dass die Weltwirtschaft weiterhin, also auch unter einem strengen, rasch einsetzenden Dekarbonisierungsregime, 4% pro Jahr wächst. In seinem Szenario wird also 2050 sehr viel mehr Energie erzeugt als heute – allerdings mehrheitlich CO2-arme. Dies erklärt folgende Annahmen:
- im Jahr 2050 gibt es 180 Mal mehr installierte Windkraft als heute, die insgesamt 113% der heute gesamthaft erzeugten Elektritzität produziert
- im Jahr 2050 gibt es 5 bis 12 Mal so viele nukleare Kapazität wie heute (2000 bis 4800 Kernkraftwerke anstatt die heutigen 400)
- Stern geht nicht auf Probleme wie Integration von intermittierenden Stromquellen wie Wind ins Netz ein
- Stern erwähnt, Stromspeicherung von überschüssigem Windstrom sei ein Problem, geht aber davon aus, es gebe irgendwann eine kostengünstige Lösung dafür

James Hansen und die fossilen Ressourcen

James Hansen, einer der ersten Wissenschaftler, die die globale Erwärmung zu ihrem Thema gemacht haben, hat auch schon früh versucht, realistische Abschätzungen der Öl-, Gas- und Kohlereserven vorzunehmen (siehe http://www.energybulletin.net/node/22996 ) Im Gegensatz zum IPCC, kommt er zum Schluss, dass die verbleibenden Reserven an Öl und Gas beschränkt sind (zusammen weniger als 3500 Gigabarrel) und ihre völlige Verbrennung zu einer atmosphärischen CO2-Konzenration unter 450 ppm führt. Für Hansen verbleibt somit als einzige gefährliche (für das Klima) fossile Ressource die Kohle. Er fordert deshalb, dass ab 2012/2022 bestehende und neue Kohlekraftwerke ihr CO2 abscheiden und Kohlekraftwerke ohne CO2-Abscheidung stillgelegt werden. Ferner fordert er den Verzicht auf unkonventionelles Öl.

James Hansen und die Ersatzenergien für Öl, Gas und Kohle

James Hansen hält die Annahmen von Nicholas Stern für unrealistisch. Er glaubt nicht an immer billiger werdende erneuerbare Energien wie Wind und Sonne und an einen technologischen Durchbruch, der uns eletkrischen Strom fast kostenlos speichern lässt (Nicholas Stern geht davon aus, dass dies bald einmal möglich sein wird).
Für James Hansen müssen die Energiequellen, die Kohle ersetzten sollen, kostengünstig sein und auf heutiger Technologie oder absehbaren Weiterentwicklungen heutiger Technologie basieren.
Dementsprechend hält der Atomenergie für die fossile Ersatzenergie Nummer 1 und vertraut auf nukleare 4.Generationskraftwerke, die das Problem der schwindenden Uranreserven lösen.

Was kann Öl, Gas und Kohle ersetzen

Im Gegensatz zu Nicholas Stern, Lucas Bretschger und dem grossen Teil der Zukunftsenergieszene in Europa glaube auch ich, dass nichtfossile Energie kostengünstig sein muss (nur so kann sie weltweit eingesetzt werden). In Frage kommen für mich wegen den ungelösten Problemen mit der Stromspeicherung nur grundlastfähige Energiequellen, also keine Windräder und Photovoltaikpanel. Die einzige erneuerbare Energiequelle, die jetzt schon in unbegrenzter Menge vorhanden ist, relativ kostengünstig erschlossen werden kann und grundlastfähig ist, sind solarthermische Krafterke mit Wärmespeicher für eine Nacht in Gebieten, wo jeden Tag die Sonne scheint (Wüste).

Andasol (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Andasol )ist ein Beispiel für ein solarthermisches Kraftwerk und soll heute für 27 EuroCent pro Kilowattstunde Strom liefern, wobei die Kosten in späteren Krafwerken sicher noch sinken werden, handelt es sich doch um einen Prototyp. Die Turmkraftwerke von ESolar (siehe http://www.esolar.com/ ) sollen jetzt schon Strom zu (fast) konkurrenzfähigen Kosten liefern.

Die Studie How carbon pricing changes the relative competitiveness of low-carbon baseload
generating technologies
(siehe http://www.ecolo.org/documents/documents_in_english/Carbon-pricing-Nicholson-2010.pdf ) vergleicht die wichtigsten grundlastfähigen nichtfossilen Energien und kommt zu nur 5 konkurrenzfähigen grundlastfähigen Energiequellen. Dazu gehören Atomenergie, verschiedene Formen von Kohle- und Gaskraftwerken mit CO2-Abscheidung und solarthermische Kraftwerke.

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Hallo Herr Palmer (und Martin)

Sie formulieren eine interessante Hypothese:

“(a) Das IPCC hat dann seine Arbeit getan, das IPCC kann gehen. Wir wissen oder akzeptieren jetzt, dass die globale Erwärmung unaufhaltsam ist”

Ich wuerde sagen das ist nicht die Hypothese des IPCC
sondern vielleicht die von einigen Wissenschaftlern.

Der IPCC Konsens (was immer das sein mag) sagt eher,
Wir haben ein Problem aber wir koennen darauf reagieren
wenn wir nur genug reden..

Andere Wissenschaftler (die zum Teil beim IPCC nicht mehr
mitmachen) sagen wir haben die Gefahrenzone beim CO2
Experiment schon lange ueberschritten (350 ppm Maximal)
und vermutlich ist es jetzt schon fuer eine rationale Loesung
schon zu spaet.

“(b)und die Energieressourcen endlich sind, mehr brauchen wir nicht zu wissen.”

(Genauer wollten sie wohl sagen die Energieressourcen
sind so endlich dass wir die Klimakatastrophe mit Chance
gar nicht so extrem bekommen und bald reden wir nur noch
darueber!)

Das ist genau das Gegenteil von dem was der IPCC Konsens behauptet. Die schreiben naemlich es gibt noch lange lange kein
Problem mit fossilen Energieressourcen und sowieso kein
Problem mit Ueberbevoelkerung etc.

Dagegen gibt es zwei Gruppen bei den Peak Oil (etc)
Wissenschaftlern.

Die eine denkt das Klimaproblem ist wenn es ueberhaupt eins
ist vernachlaessigbar gegenueber dem Energieproblem
und entsprechend kann das schlimmste IPCC Szenario gar nicht
realisiert werden.

Die andere Gruppe der Peak Oil Wissenschaftler
denkt eher an “Peak everything” und glaubt weiter
das wir Menschen so weit im Overshoot sind dass es
nur noch wenig Chancen auf ein “soft landing” gibt.
Zum Beispiel wird dann versucht die “nachhaltige Carrying
Capacity als Funktion des Lebensstils zu bestimmen.

Zahlen von Menschen die mit moderatem Lebensstil
nachhaltig leben koennen werden dann fuer die Zeit
nach dem Oel zwischen “1-5 Milliarden Menschen”
(die optimistischen Realisten nennen) und deutlich weniger als 1 Milliarde Menschen berechnet (man koennte das die realistischen Pessimisten nennen)

Die Wahrheit wird dann vermutlich irgendwo in der Mitte liegen.

Aber da der angebliche wissenschaftliche Konsens
die Menschen immer noch als die Kroenung der Schoepfung
betrachtet brauchen wir wohl noch einige Denkzettel

hier ein Beispiel zum Shale Gas..

http://www.youtube.com/watch?v=dZe1AeH0Qz8

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Kommentar von Martin Holzherr. 15.12.2010, 1:26

Ein sachlicher, ausgewogener Kommentar, eine gute Darstellung möglicher Szenarien. Zu manchen Punkten habe ich vielleicht eine andere oder anders gewertete Ansicht, aber der Kommentar ist eine hervorragender Ansatz, den zu bewerten und zu diskutieren es wert wäre.

Er ist gleichzeitig auch ein Teil der Antwort auf meine Frage: Cancun – was nun?
Statt in einer Konferenz mit über 190 teilnehmenden Parteien zu versuchen, zu einer “globalen” Einigung zu kommen, die ohnehin nie durchsetzbar wäre, ohne eine globale Diktatur aufzubauen (und wir wissen aus Erfahrung, dass selbst Diktaturen nur Vorwand zur Bildung von privilegierten Oberschichten sind) und den anderen Teilnehmern vorzuschreiben, wohin sie die Steuereinnahmen zu überweisen haben, erwarten wir eigentlich von unseren politischen Führungskräften, dass sie gerade solche Themen in ein Gesamtkonzept für das kurz-, mittel- und langfristige Energiemanagement einbringen.
Wenn es uns gelingt, ein vernünftiges, wirtschaftliche vertretbares Konzept zu erarbeiten und stückweise mit voller Zustimmung des Volkes umzusetzen, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass auch andere Nationen sich ein solches Konzept zu eigen machen und unser Konzept sogar als Basis verwenden.
Wozu unterhalten wir in unserem Land Forschungsinstitute für Klima, Ökonomie, Sozialwissenschaft, Technologie, Grundlagenforschung, wenn wir nicht von diesen Institutionen erwarten können, gemeinsam ein solches Gesamtkonzept mit alternativen Szenarien und alternativen Realisierungsplänen (Plan A, B, C, usw. um den Unsicherheiten und eventuellen neuen Situationen und Erkenntnissen Rechnung zu tragen) zu erarbeiten?
Das ist es ja gerade, was all diesen COPs fehlt: Sie setzen zwar (unrealisatische und unrealisierbare) Ziele, sie erpressen und verteilen völlig konzeptlos finanzielle Mittel, aber sie bieten keine Ansätze dafür, wie diese Ziele erreicht werden sollen.

Wenn wir davon ausgehen, dass das IPCC mit dem Alarmismus recht hat oder dass uns das Vorsorgeprinzip dringende Aktion gebietet, dann sollten wir ab sofort jegliche finanzielle Zuwendung an das IPCC sowie an Forschungsinstitute, die noch immer beweisen wollen, dass es heiss werden wird, einstellen und das Geld dort einsetzen, wo wir wirkliche Fortschritte erzielen können. Das IPCC hat dann seine Arbeit getan, das IPCC kann gehen. Wir wissen oder akzeptieren jetzt, dass die globale Erwärmung unaufhaltsam und die Energieressourcen endlich sind, mehr brauchen wir nicht zu wissen.

Wenn wir allerdings in Zukunft einen beträchtlichen Teil unseres Volkseinkommens an Entwicklungsländer überweisen müssen, wird damit keine Forschung betrieben, stehen sie nicht für Investitionen in erfolgversprechende Technologien zur Verfügung. Mit dem so verteilten Geld werden sich im besten Fall die Bewohner der Entwicklungsländer ihre ersten Off-Roader leisten können, im schlimmsten Fall wird das Geld in den Taschen einer politischen Nomenklatur verschwinden.

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Energie sparen und effizienter einsetzen ist in unserer Gesellschaft seit langem positiv besetzt. Fast so positiv wie Windräder und Solarpanels, die uns nachhaltig und ohne Gefahr – im Gegensatz zu AKW’s – mit Energie versorgen. Die 2000-Watt-Gesellschaft treibt diese Idee gewissermassen auf die Spitze, hat sie doch das Ziel unseren Energiebedarf auf einen Drittel des heutigen zu senken und das praktisch ohne Komfortverlust und ohne Notwendigkeit unsere Wohn- und Arbeitsstrukturen anzupassen (siehe http://www.novatlantis.ch/fileadmin/downloads/2000watt/leichterleben_dt.pdf ). Nach den Visionen der Autoren der vorher genannten Broschüre ändern sich nur die Fahrzeuge – sie sind superleicht und schwächer motorisiert -,die Häuser (NullEnergie) und die Präferenzen (ÖV anstatt Privatverkehr). Doch es könnte auch Schattenseiten der 2000-Watt-Gesellschaft geben und denen will ich hier nachgehen.

Schattenseiten der 2000-Watt-Gesellschaft

Outsourcing des Energieverbrauchs
Professor Lucas Bretschger sagt zu höheren Energiepreisen (in polykum 4/10): Alle Bereiche unserer Volkswirtschaft könnten weiter wachsen, die energieintensiven Branchen etwas langsamer. An anderer Stelle spricht er vom wirtschaftlichen Strukturwandel, der ohnehin stattfinde und durch teurere Energie lediglich etwas beschleunigt werde. Konkret bedeutet dies eine Verdrängung von energieintensiven Betrieben in Billig-Energieländer. Für mich eine nicht wirklich nachhaltige Lösung, denn in einer globalen Welt zählt der globale Energieverbrauch – verlagern von schmutzigen oder energieintensiven Tätigkeiten in Länder, in denen es von vornherein noch schmutziger und energieintensiver zugeht, ist keine überzeugende Lösung.

Knappe Güter als Statussymbole, Ausbildung neuer Hierarchien
Ein hoher Energieverbrauch ist uns heute meist gar nicht bewusst, weil Energie so billig ist. Bestimmte Vergnügungen sind aber energie- und meist auch CO2-intensiv. Dazu gehören Flugreisen in ferne Länder, das Bad im geheizten Schwimmbad oder die Pirouetten auf der Eiskunstlaufbahn. Es scheint unwahrscheinlich, dass die Menschen im Zeichen des Energiesparens und der 2000-Watt-Gesellschaft auf all das verzichten werden. Gewisse Leute werden mehr als 2000 Watt, andere weniger brauchen. Die optimistische Version, wie man damit umgehen kann, hat Maurice Maggi (in Züritipp Woche 48 unter “Gesucht ist der 2000-Watt-Lifestyle”):Der Energieverbrauch soll limitiert werden. Wer mehr braucht, muss die zusätzliche Energie von Wenigverbrauchern erstehen oder tauschen. Die weniger optimistische Version des “Energietauschens” sieht so aus. Jedem Bewohner der zukünftigen 2000-Watt-Gesellschaft steht ein Energiekontingent je nach Funktion zu. Politiker, Manager und horchrangige Kaderleute haben ein unbegrenztens Energiebudget, dann gibt es eine Energie-Mittelschicht und schliesslich die grosse Masse der Energieplebejer, die zu Fuss und per Velo unterwegs sind, im Winter dicke Pullover überziehen um in ihren mit minimaler Energie gebauten Unterkünften nicht zu frieren und die nie in ihrem Leben ein geheiztes Schwimmbad, eine Eiskunstlaufbahn oder einen Strand in Scharm El-Scheich zu sehen bekommen. Eine Welt also, in der die Energiebonzen im fernen Luxusressort unter sich sind und nicht fürchten müssen ihrem Hausabwart am Strand über den Weg zu laufen. Diese Variante unserer Low-Energy-Zukunft halte ich für viel wahrscheinlicher als diejenige des freiwilligen Energiebudget-Tauschens. Warum? Weil es in jeder Gesellschaft grosse Unterschiede, reich und arm gibt. Ist eine Ressource wie der Energieverbrauch aber streng limitiert, so steigt der Wert dieser Ressource stark und reich definiert sich dann über den Besitz dieses knappen Gutes.

Alternativen zur 2000-Watt-Gesellschaft

Für mich sind Extremszenarien wie die 2000-Watt-Gesellschaft nicht erstrebenswert – auch wenn es die 2000-Watt-Gesellschaft hier schon in den 60er-Jahren gab und jetzt gerade in China gibt. Doch China wird schon in 15 Jahren in der 4000-Watt-Gesellschaft leben und zudem mindestens 1000 Watt dieser 4000 Watt in Waren hineinstecken, die schliesslich bei uns landen (z.B. unter dem Weihnachtsbaum).
Anstatt sich ein artifizielles Extrem-Ziel mit unbekannten Nebenwirkungen zu setzen, ist es meiner Ansicht nach besser, Ziele anzustreben, die sich als überlebensnotwendig erweisen. Sollten in Kürze fossile Rohstoffe wie Öl knapp werden, wäre ein solches überlebensnotwendiges Ziel ein Leben ohne fossile Rohstoffe. Sollte es stimmen, dass das Verbrennen von fossilen Rohstoffen das Klima “ruiniert” wäre ein solches überlebensnotwendiges Ziel ebenfalls der Verzicht auf fossile Rohstoffe.

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Begrenzte Ressourcen und CO2

Falls Peak-Oil bald eintritt und die Welt nicht mit nichtkonventionellem Öl, nichtkonventionellem Gas oder Kohle substituiert und die weiterbetriebenen Kohlekraftwerke mit Carbon Capture and Storage nachgerüstet werden, bleibt die atmosphärische CO2-Konzentration bis 2100 unter 450 ppm.

Dies ist die Aussage folgender Studie von James Hansen (siehe http://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/0704/0704.2782.pdf )

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Unbegrenzte(?) Resourcen: Shale Gas Will Rock the World
Wie bereits erwähnt ist die USA jetzt der grösste Gasproduzent, dank Schiefer-Gas. Der Artikel Shale Gas Will Rock the World (siehe http://online.wsj.com/article/SB10001424052702303491304575187880596301668.html) erörtert alle Konsequenzen, die sich aus der neuen Situation ergeben.

Ich möchte nur auf folgendes Zitat
“”Shale Gas will prevent the rise of any new cartels. It will alter geopolitics. And it will slow the transition to renewable energy.”
etwas näher eingehen.
Hier mein Einwand: Gaskraftwerke sind die ideale Ergänzung der unsteten Sonnen- und Windkraftwerke. Diese erneuerbaren Energien sind auf Regelenergie angewiesen und Gaskraftwerke sind in dieser Hinsicht ideal.
Es bleibt nur noch die Kostenfrage. Sollte US-Gas noch billiger werden als jetzt schon, kann keine andere Energieform mehr mit ihr konkurrieren. Sogar Kohlekraftwerke könnte man durch Gaskraftwerke ersetzen ohne dass die Energiekosten steigen.

Bedeutet das Ende des Ölzeitalters einfach den Beginn des Erdgaszeitalters?

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@Michael Dittmar. 27.04.2010, 13:43

Hoi Michael. Der Spektrum-Artikel über Probleme mit Fusionsreaktoren, in dem du zitierst wirst kann unter folgendem Link online gelesen werden: http://www.spektrum.de/artikel/1026694&_z=798888

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Herr Palmer,

Na vielleicht werden wir uns ja noch einig.

Wie waere es mal den Artikel von Bertrand Russell zu studieren!
Bin gerne bereit darueber zu diskutieren! (vielleicht stimmen sie ihm ja zu?)

zu:
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Sie irren sich, in den USA wurde bereits Jahre vor der Krise vor dem möglichen Kollaps gewarnt.
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Sagen sie mal wer zum Beispiel Professoren mit und ohne Nobelpreis zum Beispiel?

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Aber einige einflussreiche Politiker brauchten die billigen Kredite, um ihre politischen Ziele zu verwirklichen und haben deshallb nicht zugehört.
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Einverstanden, aber hier geht es mehr um die sogenannten Experten, die Berater aus der Wissenschaft.. Warum haben die praktisch alle geschwiegen und auch in den anderen Laendern wie der Schweiz?

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Lehren hat die Politik daraus nicht gezogen; bereits wird die Wirtschaft wieder mit billigen Krediten angeheizt.
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Und was sagen die angeblichen Experten heute? Lassen wir mal die Politik aus dem Spiel!

Ich hoere und lese immer wieder

Die Krise ist vorbei etc..
(dabei ist der Eindruck je lauter die Experten in den Medien vom Ende der Krise sprechen, desto schlimmer wird es noch kommen… siehe Euro und Griechenland als Anfang..)

michael

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“Stimmt es das jemand der Geld hat sich Experten kaufen
kann? Ja oder nein? Also was ist jetzt falsch an der Aussage?”

Solange Sie diese Aussagen auf beide Seiten des Interessenspektrums beziehen, ist daran nichts falsch. Aber nicht nur Geld kann Experten “kaufen”, auch Ideologie, Geltungstrieb.
Das soll aber nicht daran hindern, Experten für ihre Arbeit zu bezahlen. Aber was am Ende zählen sollte, ist nicht die Meinung des Experten, sondern die wissenschaftliche Evidenz.

“Haben sie sich nie gefragt warum niemand der “Experten” vor der Finanzkrise gewarnt hat?”
Sie irren sich, in den USA wurde bereits Jahre vor der Krise vor dem möglichen Kollaps gewarnt. Aber einige einflussreiche Politiker brauchten die billigen Kredite, um ihre politischen Ziele zu verwirklichen und haben deshallb nicht zugehört.
Lehren hat die Politik daraus nicht gezogen; bereits wird die Wirtschaft wieder mit billigen Krediten angeheizt.

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Begrenzte Resourcen

Der Artikel Nachhaltigkeit mit begrenzten natürlichen Resourcen – Eine lösbare Aufgabe enthält den Satz “Die Ablösung der Erdölwirtschaft und die Klimaproblematik gehören zu den grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung.”

Tatsächlich spricht einiges dafür, dass die Erdölwirtschaft schon bald abgelöst werden muss. Die Peak-Oil-These geht von einem baldigen Erreichen des Ölfördermaximums aus. Doch allein schon die Explosion des chinesischen Ölkonsums – im 1.Quartal 2010 wuchs die chin. Ölnachfrage mit der 10-fachen Rate des zu erwartenden Öl-Angebotswachstums 2010 – wird für eine Verknappung sorgen.
Zitat: “China’s oil consumption grew 12.8% year over year in March”

Peak Oil, der Hirsch-Report und die USA

Motto: “Motor vehicles, aircraft, trains, and ships
simply have no ready alternative to liquid fuels.”

Der Hirsch-Report (2005 für US-DOE) mit dem Titel Peaking of World Oil Production: Impacts, Mitigation, & Risk Management (siehe http://www.netl.doe.gov/publications/others/pdf/Oil_Peaking_NETL.pdf) kommt zum Schluss, dass Peak-Oil ein Treibstoff-, kein Energieproblem sei und ein unvorbereitetes Eintreffen von Peak-Oil
-die US-Mobilität 20 Jahre lang lähmen könnte
-eine Abmilderung möglich ist, aber einen Vorlauf von 20 Jahren benötigt

Es scheint, dass die USA bereits einige Punkte erfüllen, die ein Abfangen eines Peak Oil erleichtern würden. Hirsch zählt unter dem Kapitel “Dinge, die eine Reaktion auf Peak-Oil erleichtern würden”, 10 Punkte auf, darunter
-die USA und die übrige Welt erhöhen die Treibstoffeffizienz des Fahrzeugparks
-Ölpreise bleiben langezeit auf hohem, aber konstantem Niveau und ermutigen damit die Substitution
-Neue bedeutende Gasreserven werden entdeckt
Diese Punkte sind erfüllt, der letzte Punkt erst seit kurzem (durch unkonvent. Gas ist die USA nun Gasproduzent Nr. 1)

Der Hirsch-Report nennt folgende Mitigationsmassnahmen:
Treibstoffeffizienz, Ölsand-/Schweröl, Kohlenverflüssigung, Verbesserte Öl-Extraktion (EOR) und Gasverflüssigung

Die USA (Departement of Energy) unterstützt vor allem die Verbesserte Öl-Extraktion (Enhanced Oil Recovery) in Form der CO2-EOR (Kohlendioxid wird in die Förderstätte hinuntergepresst.
CO2-EOR könnte den US-Ölkonsum 10 Jahre ohne Importe abdecken (siehe http://www.nrdc.org/energy/eor.pdf), benötigt aber CO2-Pipelines zur potentiellen Förderstätte.
Von den 120 registrierten CO2-Ölförderstellen weltweit befinden sich 85% in den USA und Kanada.
Das US-Departement of Energy (DoE) hat die USA in 10 CO2-EOR-Regionen aufgeteilt (siehe http://fossil.energy.gov/programs/oilgas/eor/Ten_Basin-Oriented_CO2-EOR_Assessments.html).
Auch die Erlaubnis für Erdölbohrungen im Golf und der Atlantikküste können als Massnahmen zur Erhöhung der Erdölsouveränität aufgefasst werden.

Die Schweiz und Peak Oil (ASPO Schweiz)

Die Schweiz und Europa insgesamt scheinen bis jetzt kaum Vorkehrungen für eine Peak-Oil-Situation getroffen zu haben.
Allerdings wurde kürzlich die ASPO Schweiz (siehe http://www.peakoil.ch/) gegründet (Association for the Study of Peak Oil and Gas) mit Daniele Ganser als Präsidenten und mehr als 20 Schweizer Parlametarien als Mitgliedern (aus den Parteien EVP, CVP, SVP, Grüne, SP, FDP).

Eine Beschäftigung mit einer bevorstehenden Ölknappheit scheint mir wichtig für europäische Länder. Die USA haben schon gewisse Vorkehrungen getroffen, nicht aber Europa und die Schweiz.

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Herr Palmer,

Wie waere es einfach mal damit die Scheuklappen zur Seite zu legen!

Welches meiner Argumente stoert sie?

Stimmt es das jemand der Geld hat sich Experten kaufen kann? Ja oder nein? Also was ist jetzt falsch an der Aussage?

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Ihr hier oft wiederholtes Kredo von sauberen und schmutzigen Forschungsgeldern, von guten und bösen Experten, ist damit widerlegt.
—————————-

zu..
———————————————-
In der Wissenschaft zählen Fakten und die kennen weder Moral noch Politik.
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Exakt aber was zaehlt in der Politik und der Wirtschaft? Geld Geld und nochmals Geld. Moral muss man dort mit der Lupe suchen.

Haben sie sich nie gefragt warum niemand der “Experten” vor der Finanzkrise gewarnt hat?

Warum sich praktisch niemand der der Oekonomie “Experten” sich mit den Grenzen des Wachstums beschaeftigt und statt dessen noch immer absurde Zahlen zum Wachstum beim Oelverbrauch genannt werden?

Die Fakten lassen sich eben jetzt nicht mehr so richtig verschleiern. Die amerikanische Regierung hat es ja praktisch akzeptiert!

hier noch mal der link und Seite 8 in dem Talk: http://www.eia.doe.gov/conference/2009/session3.html

Damit schaffen wir die (un)gewuenschte Reduktion beim Energieverbrauch wie von alleine! (leider ohne die noetige Vorbereitung auf die Knappheit.. ist ihr Job dann auch noch sicher?)

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@Ben Palmer und Michael Dittmar

Mindestens so wichtig wie gekaufte Studien und Meinungen sind schlichte Fehleinschätzungen und Irrtümer – und die gibt es überall: bei den Politikern, Forschern, natürlich auch bei sogenannten Common-Sense-Meinungen und dem “educated guess”.

Wie aber Michael Dittmar richtigerweise geschrieben hat, sind die meisten Irrtümer in ihrer Auswirkung sehr beschränkt: meist ist der Dumme derjeinige der irrt, hin und wieder trifft es eine ganze Nation (wenn Politiker dahinterstecken) und nur selten muss die ganze Menschheit den/die Fehler ausbaden (zum Beispiel bei einem Weltkrieg).

Leider verschlechtert sich die Fehlertoleranz der menschlichen Gemeinschaft zunehmend, das heisst, Irrtümer und Fehleinschätzungen können immer grössere Auswirkungen haben. Dies liegt an der zunehmenden gegeseitigen Abhängigkeit der Staaten, der Unverzichtbarkeit von gewählten technischen Lösungen (z.B. Strom- Energieversogung), dem Resourcenhunger und dem immer grösseren ökologischen Fussabdruck der Menschheit.

Vor 200 Jahren war so etwas wie Nachhaltigkeit und begrenzte natürliche Ressourcen allenfalls ein lokales oder regionales Problem. Wenn es schiefging und man seine Umgebung zu stark strapazierte, zerstörte man zwar eine Welt, aber es war nur die eigene (und die einiger Mitbewohner). Heute dagegen steigt das Risiko, dass man die ganze Erde in Mitleidenschaft zieht.

Wenn man darüber nachdenkt, gibt es keine befriedigende Lösung für das Problem, dass Fehlentscheidungen (auch von Experten) gravierende Auswirkungen haben.
Soll man sich anstatt auf die Meinung einzelner Experten auf Expertengremien verlassen?
Soll man jede potentiell gefährliche Handlung meiden (Vorsichtsprinzip)?
Soll man für globale Probleme den Einfluss der Einzelstaaten zurückbinden und die Verantwortung in die Hände der Uno legen?

Keine dieser Optionen ist wirklich attraktiv.
Es wäre für den Menschen viel besser, wenn er nicht so wichtig wäre, das heisst, wenn er nur ein Lebewesen unter anderen auf einem Planeten mit noch vielen unbekannten Flecken wäre.

Und nun zum Passivrauchen. Das ist eine Frage der Priorität. Sicher ist Passivrauchen weit weniger schädlich als Aktivrauchen und eventuell ist seine Schädlichkeit minim.
Vielleicht gehört Passivrauchen sogar zu diesen nachrangigen Problemen oder sogar Pseudoproblemen mit denen wir uns hier immer mehr beschäftigen als gäbe es nichts wichtigeres, wie z.B. ob man in der Schweiz die Waffe daheim verwahrt, welche Hunde man halten oder nicht halten darf usw. Aber für die meisten Leute sind diese kleinen Probleme mindestens so wichtig wie der Klimawandel.

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@Dittmar:
“Bei den Problemen die wir hier diskutieren geht es aber direkt um Expertenmeinungen die genutzt werden um politische und wirtschaftliche
Entscheidungen zu treffen, die das Leben Millionen und Milliarden von Menschen sowie die Freiheit und die Chancen von zukuenftigen Generationen veraendern, schaedigen etc.”

Sie erlauben sich hier ein Werturteil und vertreten amit IHRE Meinung. Meinen Sie damit sagen, die Expertenmeinungen von Mann, Briffa, Jones, Hanson, Pachauri, seien glaubhafter als die anderer Experten?

Mit der Analogie zur Frage zur Gefährlichkeit von Passivrauch begeben Sie sich auf das trotz globaler Erwärmung noch vorhandene Glatteis. Ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit Fragen der Ethik und Integrität in der Wissenschaft, dazu gehören auch die “Expertenmeinungen” zum Passivrauch. Und bisher wurden dem allgemeinen Publkum nur die Meinungen “politisch korrekter” Experten vorgelegt. Angefangen hat es mit einer Studie der EPA (1993), deren “Ergebnisse” schon über ein Jahr vor der Publikation verbreitet wurden. Die Studienmethode musste dann “leicht korrigiert” werden, um den erwünschten Ergebnissen gerecht zu werden. Die Studie wurde sowohl vom Congressional Research Service als auch von einem Richter als getürkt entlarvt. Finanziert wurde die Studie vom Staat.
Es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis für die Schädlichkeit von Passivrauch unter normalen Umständen. Wenn Sie das anders sehen, ist das Ihre Meinung. Und diese Meinung wird, den von Interessengruppierungen gefütterten Massenmedien sei dank, von vielen unbedarften Bürgern geteilt, woraus Politiker das Mandat ableiten, sich in private Angelegenheiten und grundrechtlich verbriefte Freiheiten einmischen zu müssen.

Ihr hier oft wiederholtes Kredo von sauberen und schmutzigen Forschungsgeldern, von guten und bösen Experten, ist damit widerlegt. In der Wissenschaft zählen Fakten und die kennen weder Moral noch Politik.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Palmer,
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Jeder (auch ein Experte) hat das Recht auf seine eigene Meinung,
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Ja klar! Aber das Problem ist ein anderes. Die meisten Meinungen sind im Leben eines Landes vollkommen irrelevant. Man kann an das ewige Wachstum, das ewige Leben, Astrologie etc glauben, Rauchen ist ungefaehrlich oder auch nicht. Solange man es nicht anderen aufzwingt und es vermutlich nur der eigenen Person schadet na dann.

Beim Rauchen haben wir inzwischen einiges ueber das passiv Rauchen und dessen Folgen gelernt. Bezahlte “Experten” der Zigaretten-Industrie haben es ueber viele Jahre geschafft Verbote zu verhindern. Brauchen sie noch andere Beispiele?

Bei den Problemen die wir hier diskutieren geht es aber direkt um Expertenmeinungen die genutzt werden um politische und wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, die das Leben Millionen und Milliarden von Menschen sowie die Freiheit und die Chancen von zukuenftigen Generationen veraendern, schaedigen etc.

Gleichzeitig erlauben sie es kleinen einflussreichen Minderheiten sich zu bereichern. Obwohl Betrug ein Verbrechen ist, es ist weit verbreitet! Heute nutzt man dafuer ganz legal auch die “Wissenschaft”.

Die Folge, die Menschen haben (oft mit Recht) den Glauben an die unbefleckte Empfanegnis und die unbefleckte Wissenschaft verloren. Was ist der Ausweg derer die immer weiter betruegen wollen. Kritische Meinungen laecherlich zu machen und wenn man schon genug Geld hat und Zeitungen und Medien beinflussen kann, nur die einem guenstigen Meinungen sponsoren und publizieren.

und was machen wir in dieser Situation mit der Realitaet?
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aber niemand hat das Recht auf seine eigenen wissenschaftlichen Fakten.
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Irgendwann kommt die Wahrheit doch ans Tageslicht! Genau Trial und Error Methode bei der einige wenige sich dumm und daemlich verdienen!

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Da wir alle auf ein Einkommen angewiesen sind, akzeptieren wir alle ein “Sponsoring”.
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Ja richtig deshalb ist es wichtig den Geldgeber fuer gewisse Meinungen zu kennen.
Whistle Blower zu foerdern und deren Sicherheit garantieren sowie das private Geld nicht direkt in Forschungsprojekte der Universitaeten fliessen zu lassen!

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Aber wissenschaftliche Fakten sind unabhängig von eventuellen Sponsoren.
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Genau!

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Andererseits muss man nicht gesponsert sein, um eine persönliche Meinung oder eine Ideologie als einzige Wahrheit zu verkünden.
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und zum Schluss ein gutes Beispiel:

“The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts.”

(Bertrand Russell / 1872-1970)

und Bertrand Russell “Passages from An Outline of Intellectual Rubbish (1943)”: http://www.panarchy.org/russell/rubbish.1943.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

“gibt noch etliche andere Dinge wie z.B. Sponsoring um
gewisse Expertenmeinungen zu beinflussen
und damit die Grundlage der wissenschaftlichen Methode
zu schaedigen!”

Jeder (auch ein Experte) hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber niemand hat das Recht auf seine eigenen wissenschaftlichen Fakten. Da wir alle auf ein Einkommen angewiesen sind, akzeptieren wir alle ein “Sponsoring”. Aber wissenschaftliche Fakten sind unabhängig von eventuellen Sponsoren.
Andererseits muss man nicht gesponsert sein, um eine persönliche Meinung oder eine Ideologie als einzige Wahrheit zu verkünden.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Tim,

ja ist mir (leider) bekannt.. aber ansonsten sind es wirkliche Sparlampen! (in jeder hinsicht..)

michael

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Hoi Michael – Nur ganz kurz zu deinem romantischem Kerzenschein: Die Kerzen in der Migros sind aus Parafin – auf Erdölbasis :-(

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Peter,

danke fuer den link. Sieht ja interessant aus, muss mal schauen und die Chefin hat vor vielen Jahren mal eine interessante Seminare/Vortraege an der ETH organisiert.
(das Problem ist meistens viele Sachen werden scheinbar offen und objektiv geregelt passieren aber doch anders als man sich wuenscht.)

Ansonsten zu:

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Ob man’s nun gutheisst oder nicht: falls Öl knapp wird, geht’s hemmungslos an die Gas- und Kohlevorräte (zumal bei weiter schwindender AGW-Glaubwürdigkeit)
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Es ist die grosse Frage ob das ueberhaupt moeglich ist das Oel (und Gas) durch Kohle zu ersetzen. Der sogenannte weit verbreitete Hirsch Report (aus den USA) vor ein paar Jahren sagt sowas dauert mindestens 20 Jahre wenn ueberhaupt. Viele Annahmen waren dort sehr optimistisch und wohl auch unrealistisch. Macht das ganze nicht besser!

Fuer unseren Schweizer oder EU Hut ..
mit Kohle sieht es in Westeuropa auch nicht gerade gut aus! genauso wie in Afrika (ausser Suedafrika) und Suedamerika

Folglich verlagert sich der “Suppentopf” der fossilen Energien und der Anwendungen weit weg von uns .. und “wir” werden umdenken oder unseren Hut nehmen.
Ich waere fuer umdenken und sich zu ueberlegen wie “romantisch” Kerzenschein sein kann und
ja sich schon mal dran gewoehnen wie es Spass machen kann seine eigenen Kartoffeln etc zu pflanzen, ernten und essen. (zumindest einen Teil davon!). Gut es muss vielleicht nicht von heute auf morgen sein!

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, wenn’s echt schmerzhaft werden sollte und generell Energieknappheit droht, wird auch die Kernkraft wieder mehr Befürworter finden.
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Mit dieser Idee gibt es etliche Probleme.
1) technologisch: Wir (also wenige fast Monopole auf der Welt) verstehen es einigermassen Druckwasser Reaktoren zu bauen aber wir wissen nicht woher das Uran kommen soll. Und selbst wenn wir es wissen und wollen auch dann dauert es rund 10 Jahre bis so ein Ding fertig ist und
bis man in der Schweiz 10 neue KKW’s fertig hat. Ja da fliesst noch echt viel Wasser die Rhone/Aare/Rhein herunter. Und bis dahin fliesst nun wirklich kein Oel mehr und wir wissen ja dann nicht mal mehr wie wir den Beton von A nach B kriegen. Noch weniger wie wir in 40 Jahren den Muell von heute unter die Erde kriegen..

Brueter und aehnliche Scherze ..
probieren sie doch mal bei der naechsten Diskussion zu sagen .. wir wollen es gleich richtig machen und moechten einen schnellen Brueter fuer die Schweiz.

Habe ich schon oefter probiert die Antworten sind sehr interessant (falls einige der Experten hier mitlesen). also bitte mal probieren!

2) Es wird immer eine Gruppe von sehr aktiven Gegnern geben. Die muesste man entsprechend unter Aufgabe der Freiheit fuer diese Gruppe und ja damit haetten wir genau das Kind mit dem Bade ausgeschuettet und eigentlich kein einziges Problem geloest.

gibt noch etliche andere Dinge wie z.B. Sponsoring um gewisse Expertenmeinungen zu beinflussen und damit die Grundlage der wissenschaftlichen Methode zu schaedigen!

bis bald mal
Michael

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“Überlegen…”

Für Postdocs und Grundlagenforscher DIE Chance, für ihre im guten Sinn “verrücktesten”, evtl. seit Jahren wegen schierer Aussichtslosigkeit auf Unterstützung schubladisierten Projekte Fördergeld zu finden: http://erc.europa.eu/

Interessanter und ermutigender forschungspolitischer Grundansatz, nicht hierarchisch oder zwingend erfolgsorientiert.

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Hallo Martin,

Danke ich hatte den Artikel bisher nur in der Original Ausgabe von Scientific American gesehen (manche werden leider nicht uebersetzt wie zum Beispiel der von 1997 the end of cheap oil).

Wie soll ich sagen, sowas tut gut fuers eigene “Ego”. Insgesamt ist der Inhalt meiner 4 Artikel uebrigens zu meiner Ueberraschung weit verbreitet worden. (Spekulanten die mit (Uran) Knappheit Geld verdienen wollen waren auch dabei..).

Fuer ein positives Ergebnis..

vielleicht “ueberlegen” wir doch noch mal ein wenig bevor man 250 Millionen in weitere Plasma-Forschung investiert und bevor Areva mit 5 Milliarden und mehr subventioniert werden.

michael

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… er will es uns einfach nicht sagen (welcher Energielösung er – neben den realisierbaren Einsparungen – den Vorzug geben würde).

Ob man’s nun gutheisst oder nicht: falls Öl knapp wird, geht’s hemmungslos an die Gas- und Kohlevorräte (zumal bei weiter schwindender AGW-Glaubwürdigkeit), wenn’s echt schmerzhaft werden sollte und generell Energieknappheit droht, wird auch die Kernkraft wieder mehr Befürworter finden.

Bleibt nur zu hoffen, dass dann wenigstens technisch überzeugendere Lösungen – oder effiziente Alternativen vorliegen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Michael,
Spektrum der Wissenschaft 05/10 bringt ganz am Heftende einen fusionskritischen Artikel, der dich und Edward C. Morse als Zeugen gegen die Fusion als bald zu erwartende Wunderlösung ins Feld führt. Der letzte Satz dieses Artikels mit der Überschrift “Wann kommt der Fusionsreaktor?” lautet: “Der Break-Even-Point mag kurz bevorstehen, die Ära unbegrenzter Energie aber nicht”.

Hier nun der Abschnitt über das Tritium-Brüten, wo du zitierst wirst: “In dieser Kettenreaktion dürfen Sie kein einziges Neutron verlieren, sonst hört die Reaktion auf”, erlärt Michael Dittmar, Teilchenphysiker der ETHZ. “Zuerst meinmal müsste gezeigt werden, dass die Tritiumproduktion funktioniert. Ganz offensichtlich ist das völlig ausgeschlossen.”

“völlig ausgeschlossen”, das tönt nach dir, ist aber bei der DT-Fusion vielleicht wohlbegründet.

Betreffend zukünftiger Energiequelle: Warum sollte sich der Mensch mit etwas zweit- oder drittklassigem zufriedengeben. Wie heisst es doch: Think Big. Dann kommt wohl nur die aneutronische p-B11 Fusion in Frage.

Alles andere als das Beste sollten wir doch anderen überlassen? ;-)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Peter,

schau dich doch mal um! Wer redet ueber Probleme und schlaegt Loesungen vor?

Wer redet im Gegensatz davon dass es gar keine Probleme gibt? Kein Klimaproblem durch den CO2 Ausstoss, Keine Artenvernichtung, Keine Bodenerosion durch industrielle Landwirtschaft, keine Atombomben, kein Oelproblem (du hast es vielleicht inzwischen erkannt?) kein Uberbevoelkerungsproblem etc etc

Also dein Beispiel der Pfadpfinder passt ueberhaupt nicht, man muss erstmal zugeben .. wir haben uns verlaufen.

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das durch den Wald irrende Pfadfindergrüppchen gerät an ein scheinbar unüberwindbares Hindernis (Bach, Felswand etc.).
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Das richtige Beispiel waere:
“Lieber Fuehrer gib uns die Wachstums-Richtung vor und wir machen sie wahr, koste es was es wolle. Wir sind zu dumm um selber zu denken und geben deshalb unser Blut! Bis zum bitteren Ende! ”

Wenn damals mehr Menschen nein gesagt haetten nun ja du kennst die Geschichte oder?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

“Es braucht eine Krise um ein Umdenken zu erzwingen”

Wir sollten sie nicht herbeibeten.

Es gab da mal ein Buch “Kindheit der Entwicklung – Entwicklung der Kindheit”, in der zwei Psychoanalytiker die menschliche Entwicklungsgeschichte mit jener des Kindes zum Jugendlichen und Erwachsenen verglichen. Ich weiss leider nicht mehr, wie die Autoren den gegenwärtigen Entwicklungsstand der Menschheit beurteilten, jedenfalls aber schon fern von seinen Anfängen.

Unbesehen der zahlreichen negativen Ereignisse und Krisen, halte ich die Menschheit in mancher Hinsicht für vernünftiger, als sie’s auch schon war.
Dabei werden die Faktoren Wissen und Wissensverbreitung oft unterschätzt, so zeigt z.B. der Blick nach Asien oder auch nach Afrika, wie rasch sich Gesellschaften – keineswegs nur negativ, allerdings ausnahmslos energiehungrig – entwickeln, wenn Bildung und grundlegende Rechte gewährleistet sind.

Gut denkbar, dass auch die wohlstandssatten westlichen Gesellschaften vor einem Entwicklungsschritt stehen, zu dem die aktuellen Debatten und das mit ihnen wachsende Problembewusstsein beitragen.

Weshalb nur schwarz sehen?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Michael,

Nur kurz: die Evolution “irrt”, bringt laufend neue, oft auch untaugliche Modelle hervor, die scheitern.
Menschen irren genauso, aber es ist ihnen ebenso wenig auszutreiben.

Der Umbau einer im Wesentlichen auf frei verfügbarer und relativ billiger Energie basierenden Zivilisation wird nicht einfach und Zeit beanspruchen, – auch wenn du da ungeduldig bist.

Um in deinem Bild zu bleiben: das durch den Wald irrende Pfadfindergrüppchen gerät an ein scheinbar unüberwindbares Hindernis (Bach, Felswand etc.). Alle bemühen sich um eine Lösung, bloss Michael nicht, weil der schon immer vorausgesagt hat, wie die Sache enden wird, jede Bemühung für obsolet hält und gar auf eine Katastrophe hofft, um seine Prognosen bestätigt zu sehen.

Während das Trüppchen sich irgendwie über das Hindernis rettet, ggf. unter Materialverlusten und Kollateralschäden, bleibst du sitzen und verweigerst die Mitarbeit. Du bist aber Teil der Truppe, es gibt weit und breit keine andere, der du dich anschliessen könntest.

Unterscheiden wir: was dein persönliches “Marschgepäck” angeht, bist du frei in den deinen Entscheidungen, magst möglichst wenig Ballast mit dir rumschleppen evtl. auch andere davon überzeugen. Im Hinblick auf das Fortkommen der ganzen Truppe bist du eine Geisel oder ein Mitglied deiner leider z.T. weder besonders intelligenten noch problembewussten Gesellschaft. Versagt sie, trifft sie Fehlentscheidungen und landet in der Bredouille, hängst du mit drin.

“Was gibt es eigentlich fuer Alternativen die wir noch nicht probiert haben?”

Da eine Zauberlösung nicht in Sicht ist, würde mich nach wie vor interessieren, welcher Energielösung du – neben den realisierbaren Einsparungen – den Vorzug geben würdest?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Peter,

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…tja Michael, mit diesen Eingangs-, Neben-, Zwischen- und Schlussbemerkungen dürften Sie sich wohl eine einträgliche Nebentätigkeit als Gutachter/Experte nachhaltig versaubeutelt haben.
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Ach, was soll ich sagen es gibt schlimmeres und nicht jeder strebt nach solchen Nebentaetigkeiten.

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Nach/mit Ihnen wäre überhaupt nie ein AKW gebaut und betrieben worden, vermutlich nicht mal eine Dampfmaschine.
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Das ist eine interessante philosophische Frage!

Auf ne Art aber nicht ganz “fair”, denn wir kennen das Resultat (mehr oder weniger) und bringen damit die Kausalitaet durcheinander!

Desweiteren, wenn man nicht nur auf einem Ast sitzt sondern sozusagen auf einem kleinen Zweig in der Baumkrone dann ist es nicht gerade eine angenehmer Gedanke zu sehen das der ganze Baum morsch und vollkommen von Parasiten ausgelaugt wird. Deswegen schlage ich lieber einen anderen Ansatz vor der von Prof. Odum (Florida) in seinem Buch “A prosperous way down” in etwa besprochen wird.

Die Analogie mit den Jahreszeiten. Warum sollte man bei einem schoenen Fruehlingstag wie heute versuchen den Sommer zu verhindern? Also vor 100 Jahren, klar haette ich mit gemacht
(wenn ich die Gelgenheit gehabt haette) bei der Entwicklung der Atomphysik, Kernphysik etc. Einstein, die Curies und wie sie alle heissen zu helfen. Die gleichen (Idealisten) Ideen haben mich auch zur Physik und Wissenschaft insgesamt gefuehrt. Die Suche nach “Erkenntnis” (im kleinen Masse).

Das musste aber nicht unbedingt zur Atombombe, zur Ueberbevoelkerung, zur Zerstoerung der Lebensgrundlagen auf unserem Planeten fuehren. Oder eben vielleicht doch, weil wir Menschen eben nicht perfekt sind und immer wieder glauben es gibt fuer uns keine Grenzen.

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“Man kann die Risiken vermeiden, bis keine mehr übrig bleiben.”
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Das ist nur eine von vielen Moeglichkeiten!

Aber wie waere die Alternative:
Risiken sollen im Rahmen des moeglichen Schadens betrachtet werden. Wer ein Risiko eingeht soll nicht die Folgen auf andere abschieben koennen. Und schon gar nicht auf kommende Generationen.

Wenn man die Folgen entsprechend nicht abschaetzen dann laesst man die Finger davon! (die Geschichte vom Zauberlehrling also!)

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Nehmen Sie’s mir nicht übel: die Menschen sind diese Risiken immer eingegangen, meist, weil sie’s mussten – und sie werden es weiterhin tun.
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Was soll ich daran uebel nehmen? Ist doch genau was ich propagiere. Den Abstieg vor dem Gipfel wagen (heraus aus der Gewitter Zone)! Die Gipfelstuermer zu bremsen, dazu gehoert Mut.

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Ich bin nicht sicher, ob Ihr Beitrag, jener des Warners, Skeptikers und Vermeiders, genügt, oder ob von Ihnen nicht Lösungen erwartet werden, egal wie schwierig sich die Ausgangslage präsentiert.
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wie schon oefter gesagt. Der Abstieg ist schwierig! Klettern sie mal eine 4m Wand (selbst schon Stufe 2-3) ohne Seil runter. Der Aufstieg ist vergleichsweise simple!

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Sie können sich natürlich verweigern, bloss führt auch das zu unbefriedigenden Bilanzen, persönlich und aufs Ganze betrachtet.
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Wenn sie so fragen..
also ich mache ja genau das Gegenteil davon! Unangenehme Wahrheiten will (fast!) niemand gerne hoeren aber im Gewitter in den Bergen umkommen will auch niemand.

Also deshalb warum kann eine “Bergfuehrer Nation” nicht versuchen einen Weg ins Tal zu finden.

Das ist spannend, gefaehrlich, vielleicht befriedigend und fuer die Leute die gerne (in der ersten Reihe) nach Loesungen suchen ein ideales Arbeitsgebiet!

Und damit zum Schluss

Was gibt es eigentlich fuer Alternativen die wir noch nicht probiert haben?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Nachhaltigkeit und die Staaten-Souveränität

Jeder Staat setzt seine Nachhaltigkeitsziele – wenn er überhaupt welche hat – nach seinem eigenen Gusto und Fahrplan um. Ein globales Ziel wie beispielsweise Erhaltung der Wälder zu realisieren scheitert deshalb zwangsläufig, wenn nicht die wichtigsten Waldnationen alle mitmachen.

Dies erklärt folgende Meldung:
“Wälder schrumpfen unvermindert weiter” (siehe http://www.spektrumdirekt.de/artikel/1030188).
Zwischen 2000 und 2005 sind deshalb 3% des Waldes verschwunden.

Ein gemeinsames Handeln auf ein gemeinsames Ziel hin basierend auf Freiwilligkeit – das scheint recht unwahrscheinlich. Es braucht eine Krise um ein Umdenken zu erzwingen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Peter Bühler und Michael Dittmar

Unsere Zukunft war und ist in vielen Bereichen so ungewiss, dass es tatsächlich verwegen wäre, eine bestimmte Gefahr – z.B. die Klimaerwärmung – als einzige Priorität zu betrachten.

Daraus folgt auch, dass das Vorsorgeprinzip nur bedingt weiterhilft, weil man an so vielen Stellen vorsorgen müsste.

Ein Beispiel: Die Peak-Oil-Stimmen nehmen zu, soll man nun das Augenmerk nur noch auf diese Gefahr richten.
Peak-Oil trifft aber nur dann schon bald ein, wenn das Wachstum in Industrie-und Schwellenländern wieder volle Fahrt aufnimmt. Das muss aber nicht so sein. Denkbar wäre auch, dass Europa in einen ökonomischen Abwärtsstrudel gerät – ausgelöst durch die Schuldenkrise Griechenlands, die bald auf Portugal, Irland und Spanien übergreifen könnte. All diese Länder haben den Euro, wirtschaften aber wie früher (südländischer Schlendrain) und sie können nicht abwerten. Folgen sie den Ratschlägen und werden Löhne und Preise gesenkt, droht ihnen eine Depression, die ganz Europa mit herunterziehen kann, folgen sie den Ratschlägen nicht, droht der Bankrott oder eine finanzielle Belastung der leistungsfähigeren Staaten – ein Dilemma.

Irgenwie wird man sich durchwursteln. Das ist die Hoffnung aller für die meisten Probleme

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

http://arxiv.org/abs/0803.4421

…tja Michael, mit diesen Eingangs-, Neben-, Zwischen- und Schlussbemerkungen dürften Sie sich wohl eine einträgliche Nebentätigkeit als Gutachter/Experte nachhaltig versaubeutelt haben.

Nach/mit Ihnen wäre überhaupt nie ein AKW gebaut und betrieben worden, vermutlich nicht mal eine Dampfmaschine.
Man kann die Risiken vermeiden, bis keine mehr übrig bleiben.

Nehmen Sie’s mir nicht übel: die Menschen sind diese Risiken immer eingegangen, meist, weil sie’s mussten – und sie werden es weiterhin tun.
Ich bin nicht sicher, ob Ihr Beitrag, jener des Warners, Skeptikers und Vermeiders, genügt, oder ob von Ihnen nicht Lösungen erwartet werden, egal wie schwierig sich die Ausgangslage präsentiert.
Sie können sich natürlich verweigern, bloss führt auch das zu unbefriedigenden Bilanzen, persönlich und aufs Ganze betrachtet.

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Hi Peter

doch du verstehst den plot genau richtig!
“unidentified” steht fuer: wir warten auf ein Wunder!

Wie sahen die Plots der EIA/IEA etc noch vor ein paar Jahren aus. Don’t worry be happy! Ich habe die alten Plots (zum Oel Preis von der EIA bleibt bei 30 Dollar pro Fass bis 2030 aus dem Jahre 2003 oder 2004).

Die Peak Oil Geologen haben praktisch genau das im scientific american 1997 geschrieben.

und nun schauen wir ganz dumm.. warum hat es uns niemand gesagt oder besser warum wollten wir es gar nicht hoeren?

michael

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“Die Wahrheit uebers Oel…”

Sieht ja echt schlecht aus.
Bloss, gibt’s diesen Chart auch für vergangene Jahrzehnte?

Mit anderen Worten: liefen die Exploration und die Förderung nicht immer dem Bedarf stets nur knapp voraus?

Eher überraschend der Vergleich von Chart Seite 8 mit den darauf folgenden Ländercharts: da gehen nur die Fördermengen von China, Mexiko und Norwegen zurück, – nicht eben die bedeutendsten Produzenten.

Verstehe ich den Chart von Seite 8 nicht richtig?
Was genau bedeutet “Unidentified Projects: (noch) unbekannte/unerschlossene Förderfelder?
Fehlende Bedarfsdeckung?

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Hallo Martin,

ja genau so sehe ich das auch, das was im Spiegel stand kann so simple gar nicht stimmen.

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Wenn nun in einem der nächsten Winter ausnahmsweise kein Starkwind weht und Altkraftwerke stillgelegt wurden, könnte Frankreich auch keinen Strom mehr von Deutschland importieren.
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Dazu kommt noch: Die franz. KKW’s sind nicht im besten Zustand.

Relativ einfache Massnahmen koennten helfen, aber dazu muesste man ja zugeben: “wir haben ein Energieproblem und Wachstum so wie bisher ist unmoeglich”

Wenn man dann noch anfaengt Leute die zeigen wie es auch anders geht (jedes Jahr 10% weniger Oel und Strom (und auch Wasser) Verbrauch) als Vorbilder zu nehmen, ja dann ginge es eben auch ganz ganz anders.

Leider sind wir davon noch weit entfernt.

Michael
ps.. Wenn man an die romantischen Kerzen denkt dann macht das Treppensteigen auch gleich mehr Freude

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SPIEGEL

Die fahren einen Schlingerkurs, was die Windenergie anbetrifft.
In der aktuellen Ausgabe wieder mal ein Jubelartikel, in früheren Ausgaben war ganz anderes zu lesen.

Ein paar Seiten weiter werden übrigens Elektroautos schlecht geschrieben, mag ja z.T. berechtigt sein. Der Durchbruch bei der Batterietechnik oder hybriden Systemen ist vorderhand nicht in Sicht.

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Hoi Michael,
dein Artikel über drohende Stromengpässe während des Winters hat mich eher beruhigt, genügen doch ein paar Verhaltensänderungen um die schlimmsten Folgen abzuwenden.

Allerdings bedeuten die Fakten, die du dort ausbreitest, dass die Behauptungen im neuesten Spiegel (auch in der Online-Ausgabe) wegen den Zuwächsen in den erneuebaren Energien (z.B. Offshore-Wind) könnten in Deutschland schon bald Atom- und oder Kohlekraftwerke abgestellt werden, nicht stimmen können. Im Winter 2009/2010 hat ja Deutschland mehrere Gigawatt aus Deutschland importiert. Wenn nun in einem der nächsten Winter ausnahmsweise kein Starkwind weht und Altkraftwerke stillgelegt wurden, könnte Frankreich auch keinen Strom mehr von Deutschland importieren.

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Fuer Martin und Peter,

zum zentral Punkt Oel.

kam gerade erst jetzt raus

Das USA department of energy April 2009:
http://www.eia.doe.gov/conference/2009/session3/Sweetnam.pdf

Seite 8! Die Wahrheit uebers Oel aus der Sicht der dortigen Elite. Dazu passt die Sorge der USA Militaers.

Was folgt daraus fuer Westeuropa wo schon jetzt fast alles an Rohstoffen importiert werden muss (auch Kohle).

Und die Gasreserven unter dem Genfer See ..man redet schon lange drueber aber gibt es dort wirklich etwas zu foerdern?

Elektrizitaet ist natuerlich was tolles aber selbst laut Axpo sieht es schon jetzt sehr duester aus:
http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/Axporama_talk.pdf

und ja hier etwas was ich vor 2 Jahren zum Thema veroeffentlicht habe. Aktueller denn je..
http://arxiv.org/abs/0803.4421

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Peter,

ja genau solche Typen.. oeffentlich Wasser und heimlich Wein trinken.

>Du denkst da wohl an Dr. hc Al Gore?
oder auch die die immer allen Wein versprechen aber genau wisses dass es unmoeglich ist!

Zum Beispiel der Fenster und in der Schweiz…
ja, genau die Schweiz koennte ein leuchtendes Beispiel werden, sein. In anderen Laendern (zum Beispiel das von Al Gore sieht es ganz anders aus).

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@ Holzherr

“Wie Rolf Hartel von der Erdölvereinigung richtig geschrieben hat, ändert sich der Energiemix nicht von heute auf morgen.”

Das ist der Dollpunkt, um den wir hier ergebnislos rumreden. Wie soll die noch auf längere Zeit nachgefragte Energie bereitgestellt werden?
Michael meint, der schiere Mangel werde einen Wandel beim Verbrauch(er) erzwingen.
Eher wird aber die vermehrte Ausbeutung der Gas- und Kohlevorräte eine Rolle spielen, mit allen unerwünschten Nebenwirkungen.

Die Bereitstellung von ausreichend Elektrizität für den Verkehr (Elektrofahrzeuge) und Gebäude (Wärmepumpen etc.) wäre aus einer Reihe von Gründen vorzuziehen (Umwelt, Energieffizienz, Importunabhängigkeit, Finanzier- und Machbarkeit), erfordert aber den Bau zusätzlicher Kraftwerke.

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@ Dittmar

Hi Michael,

keine Rede von Ausweichen, du hast aber natürlich Recht, die kleinen, individuellen Beiträge in Rechnung zu ziehen.

Ich denke auch, dass der luxuriöse und immer neuste Wagen ein Unding ist, das nicht zwingend auf echte Lebensfreude und Glück, oft aber eher auf deren Abwesenheit hindeutet. Das gilt übrigens für Sportgeräte, TVs, Kleider etc. genauso.
Mit Freud: die Liebe zum toten Gegenstand…
Keinerlei moralische Appelle allerdings. Jeder nach seinem Gusto, wobei etwas Nachdenklichkeit nicht schadet…
Auf die Rückständigkeit des Systems Auto hatte ich schon hingewiesen. Die Dinger stehen ja die meiste Zeit bloss nutzlos rum.

“Oder gleich lokal leben und arbeiten und sich entsprechend arrangieren?”

Der Idealfall, bloss kann dem nicht jede/r nachleben. Bodenknappheit und herkömmliche Bauordnungen treiben die Leute ja geradezu in die Agglo, mit den entsprechenden Folgen.

“…weil sich der Besitzer weigert neue Fenster einzubauen?”

Wird er nicht mehr allzu lange können, weil künftig die Energiebilanz seiner Immobilie gemessen und besteuert wird.

“Und der Besitzer gleichzeitig in einem supergrossen
angeblichen Min-Energiehaus bei 24 Grad im Winter lebt?”

Du denkst da wohl an Dr. hc Al Gore?

“die auch nicht heizen usw…”

Man muss tatsächlich nicht alle Räume auf 20° heizen.
Ich mach das z.B. nur im Bereich Küche/Wohnen/Arbeiten.
Überflüssig z.B., ein den ganzen Tag leerstehende Schlafzimmer zu heizen.

Die Griechen… konnten bis zum letzten Winter laut IPCC darauf zählen, künftig nicht mehr heizen zu müssen, stecken aber umgekehrt eine Menge Energie in die Kühlung.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Michael,
der folgende Artikel berichtet von Militärs, die sich um die Ölversorgung ihrer Jets sorgen und zukünftige Konflikte vorausahnen (hier http://www.guardian.co.uk/business/2010/apr/11/peak-oil-production-supply). Vielleicht kennst du diesen Bericht ja schon.

Noch kurz zu eurer Diskussion, wie man mit begrenzten Resourcen leben kann. Menschen, die von einem Dollar pro Tag leben, zeigen, dass man mit sehr wenig Resourcen auskommen kann – aber niemand will so leben (so dahinvegetieren?).

Die meisten, die hier in Europa leben, haben aber mehr als genug, und könnten einen Zuwachs an Wohlstand auch in andere Dinge investieren als in spritfressende PS-Monster oder Flugreisen ans andere Ende der Welt.

Wichtig: Wir sollten nicht nur an uns denken, sondern auch an all die noch zu-kurz-gekommenen. Deshalb wird sich der Weltenergieverbrauch (und der ist nun vor allem fossil) weiter erhöhen. Wenn es zuwenig Öl gibt, wird vorerst mehr Gas und Kohle verbraucht. Wie Rolf Hartel von der Erdölvereinigung richtig geschrieben hat, ändert sich der Energiemix nicht von heute auf morgen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Peter,

nochmal schnell zu

“Fragt sich nur wer definiert was Energieverschwendung ist?”

Bist du meinen Punkten nicht etwas ausgewichen?

Also nochmal..

Was ist groessere Verschwendung

mit einem kleinen alten Auto mit sagen wir 6l/100km im Jahr 5000 km zu fahren und sonst alles mit dem Fahrrad zu machen.

oder mit einem Luxus Auto (“erzwungen” durch den Druck zu zeigen man ist ja wer) mit 15l/100km und 20000 km im Jahr zu fahren.

Oder gleich lokal leben und arbeiten und sich entsprechend arrangieren?

Genauso gilt:
In einer kleinen Miet Wohnung mit gezwungener Massen und mit schlechten Fenstern zu viel fuer die Heizung und fuer 18 grad Temperatur zu zahlen weil sich der Besitzer weigert neue Fenster einzubauen?

Und der Besitzer gleichzeitig in einem supergrossen angeblichen Min-Energiehaus bei 24 Grad im Winter lebt?

Und dann vergleichen wir das einfach mal mit den Chinesen die oft gar nicht heizen. Oder mit Tibetanischen Moenchen die auch nicht heizen usw..

Genauso sollte ja kein Neid auf die Griechen fallen die leider viele Jahre ueber die Kosten gelebt haben.

Oder?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Michael,

nachdem die mit dem Blogthema verbundenen Fragen einen reichlich ins Grübeln bringen, wo ist das Fazit bzw. der “Weg der nicht in die Hoelle fuehrt”?

Geburtenkontrolle: gelingt – oder geschieht ganz von alleine – unter den Voraussetzungen Entwicklung, Bildung, Aufklärung, Durchsetzung von Grundrechten, speziell der Frauen. Der aufgeklärte westliche und z.T. auch der asiatische Pragmatismus in der Frage der Geburtenkontrolle stösst in anderen Kulturen allerdings auf Ablehnung, deren Überwindung viel Geduld erfordern wird.
Schauen Sie sich mal an, welche Länder unterhalb der Hälfte oder einem Drittel der Spitzengeburtenrate von Niger (50/1000) liegen:
http://www.welt-in-zahlen.de/laendervergleich.phtml?indicator=30

Energie (mit Blick auf die Schweiz):
Wissenschaft, Politik und Medien sollten vom AGW-Alarmismus Abstand nehmen, dafür aber eine sachliche und nüchterne Darstellung der CH-Energiesituation vorlegen und deren Debatte forcieren: Ressourcenverbrauch, -herkunft und ggf. Knappheit, Versorgungsengpässe, Umweltbelastungen hier – und bei der Förderung, Preisentwicklungen, Importabhängigkeit (70%), technische Entwicklung in den einzelnen Sektoren, Optionen: Einsparungspotentiale, Alternativen, R&D.
Definition wünschbarer und erreichbarer Ziele als Vorbereitung für politische Entscheidungen zugunsten echt energiesparender und effizienzsteigernder Massnahmen: Gebäude, Verkehr.
Deutlich mehr Geld für R&D auf ausgewählten Feldern statt nutzloser Investitionen in nicht ausgereifte oder ineffiziente ee-Technologien.

Letztlich nach Definition mittelfristiger strategischer Ziele: energiepolitische Entscheidungen betr. Übergangszeit (es wird sie brauchen). Ohne Pragmatismus unter sorgfältiger Abwägung von Vor- und Nachteilen wird es auch hier nicht gehen.
Dass die Grünen mit Blick auf die ferneren d.h. in Zukunft realisierbaren Ziele eine der beiden “Kröten” Gas oder KK schlucken müssten, das aber mit Blick auf ihre Stammwähler wohl unterlassen und auf Fundamentalopposition und EE setzen werden, ist die Crux der Sache und wird unnötig Geld und Zeit verschlingen.

“Fragt sich nur wer definiert was Energieverschwendung ist?”

Um zwei Sektoren zu erwähnen: es gibt verbindliche Baunormen, die sich der technischen Entwicklung und der Machbarkeit anpassen. Ausserdem: verdichtetes Bauen in den bereits bestehenden Siedlungen, Re-Design der Städte, statt ungebremsten Landverbrauchs inkl. Verkehrserzeugung.
Beim Verkehr statt gegen schier unüberwindbare Widerstände die individuelle Mobilität zu verteufeln, Anreize für energiesparende, möglichst zero fuel konsumierende Fahrzeuge erhöhen, wie dies einzelne Kantone bereits vorhaben.

Keine “Neidsteuern” für Reiche und Superreiche, dafür aber Kostenwahrheit verbunden mit den entsprechenden Belastungen beim Ressourcenverbrauch inkl. Lebensmittel. Wirkungen des Sozialdrucks nicht unterschätzen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Peter,

so hier noch ein paar Ideen zu Teil 2 (wenn ich die Antworten wuesste na dann.. smile)
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Es gibt keinen Weg zurück in die verlorenen geglaubten Paradiese – oder auch nur die Vorstellung davon.
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Richtig aber vielleicht gibt es einen Weg der nicht in die Hoelle fuehrt?

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“Energieprobleme… Bevölkerungswachstums… rein theoretisch ist es doch ganz einfach….”
“1) breite Aufklaerung ueber den unausweichlichen Niedergang beim Energieverbrauch”
Ich fürchte, man hört Ihnen nicht zu, bis es so weit ist…
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Ja stimmt, aber manche so wie Sie und ich machen sich Gedanken darueber. Ein Anfang oder? Wie soll man an einer Loesung eines Problems arbeiten wenn das Problem ein Taboo ist?

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“2) 1 Kind Politik (mit entsprechenden Anreizen)”
… und Abtreibung von weiblichen Föten? Es ist die 1,48 prozentige Geburtenrate, die dereinst Ihre AHV und – vermutlich – einen Teil Ihrer Pension finanzieren soll…
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Ne ganze Menge Punkte auf einmal.
Unsere AHV retten wir im Moment ja auch schon und wie immer nur fuer einen kurzen Zeitrahmen durch Einwanderung… smile

Was ich von vielen Chinesen (auch Frauen) direkt gehoert habe: Eigentlich sind die meisten mit der drastischen Entscheidung der 1-Kind Politik einverstanden. Seither geht es in China deutlich “besser”.

Auch die Alternative, weiter wie bisher “seid fruchtbar und mehret euch und macht euch die Erde Untertan” ist eher wenig attraktiv. Wenn Eltern die Wahl haben ihre Kinder sterben (verhungern) zu lassen oder ein Leben in den Slums von Bombay zu fuehren oder sie eben nicht zu haben was ist dann die bessere Wahl?

Desweiteren:
Nicht nur hat es uns Menschen aus einer Situation gebracht die wie Daniel Quinn schreibt “kein Paradies war aber immerhin funktioniert hat und zwar ueber hundert tausende von Jahren.”

Also wenn man akzeptiert das unser System nicht mehr lange funktionieren kann (also der Sommer zu Ende geht und wir uns auf den Herbst und Winter vorbereiten sollten), ja dann kann man sie darueber Gedanken machen wie man sich auch in diesem Winter einigermassen zurecht finden kann.

Mit der Schweizer Erfahrung sollte das gar nicht so schlecht gehen. Manchmal gibt es eben auch ein weisses Paradies. Allerdings ist das im Moment sicher nicht ganz einfach davon zu schwaermen! Gerade wenn man sich an den schoenen Fruehlingstagen erfreuen kann. Denn wenn man jetzt von dem kommenden Winter Freuden reden will, dann wird man eher an das Frieren, Lawinen und sonstige unangenehme Realitaeten erinnert.

michael

ps..

zu
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“Energieverschwendung…”
… ist schlicht blöd und gehört bestraft – sei es bloss durch entsprechende Kosten.
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Fragt sich nur wer definiert was Energieverschwendung ist?

und wenn die Strafe ueber Kosten geht, ja dann koennen die Reichen und Superreichen einfach weiter verschwenden so wie in Indien oder den USA (und in Westeuropa). Das kann doch nicht die Loesung sein.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Peter,
ganz kurz erstmal zu (mehr spaeter)

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Durchaus möglich, eher jedenfalls indem man den Menschen klaren Wein einschenkt, sie informiert – und sie die tatsächlichen Kosten spüren und verstehen lässt… aber ohne ihnen fadenscheinige Märchen zu erzählen…
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Genau, auch wenn die Wahrheit unangenehm ist! Das sollte ja eigentlich das Ziel der Wissenschaft sein (ist es aber leider viel zu selten.. wirtschaftliche Interessen, hohe Kosten und der Auftraggeber veraendern immer mehr gewisse Ergebnisse)

eins meiner Lieblings-Zitate (wieder mal sehr idealistisch, ja genau aber was ist daran schlecht?)

Science promised us truth, or at least a knowledge of such relations as our intelligence can seize: it never promised us peace or happiness. Gustave Le Bon

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Michael,

um Ausführungen zum Begriff “Zweckpessimismus” zu vermeiden und gleich mit dem Schluss Ihres threads zu beginnen: wir alle, jede/r von uns bildet so etwas wie das “kleine Boot” für den “Fall der Kollision mit dem Eisberg” – mag das nun ein Komet sein, ein Virus, eine Erdbeben, eine katastrophale Klimaveränderung, was auch immer – wir erheben uns nicht über die “Schöpfung” oder die “Natur”, auch wenn wir’s gerne täten oder uns vormachen.

Diese Grundkonstellation hat sich eigentlich seit den Tagen nicht verändert, an denen ein paar Menschengrüppchen von Afrika her den Bosporus überschritten und dem Wild auf den von den zurückweichenden Gletschern hinterlassenen Tundren nachsetzten. Bei vegetarischer Ernährung und ohne Feuer hätten sie den Überlebenskampf nicht bestanden. Die prometeische Erbsünde, wenn Sie so wollen.

Von der Vorstellung des Menschen “als Krone der Schoepfung” halte ich wenig – wie an anderer Stelle notiert – von “besonderen” Rechten auf Kosten der Natur auch nicht, vom Recht zu überleben allerdings schon.

Die Crux des Archimedes: “gebt mir einen festen Punkt…”, dabei gibt es diesen Punkt allenfalls in der theoretischen Überlegung. Tatsächlich kann der Mensch von seinem naturgegebenen Menschsein nicht Abstand nehmen oder es im Widerspruch zu den Naturkräften überwinden.

“sind auch nur ein im Moment sehr erfolgreiches Tier…”

…wohl wahr, aber wie jedes andere Tier, schwimmen, rennen kämpfen wir weiter, ohne uns einer irgendwie übergeordneten Bestimmung zu beugen.

“…jetzt, ja leider sind wir alle Teil des Experimentes”

…waren wir das nicht immer?

Irgendwie erinnern mich Ihre Überlegungen an jene rund um die “Globaltemperatur”: wo ist der Referenzpunkt? welche Temperatur liesse sich als “ideal” oder “die richtige” definieren? bei welcher Temperatur “fühlt” sich Gaia am besten?

- oder eben: welche menschliche Bevölkerungszahl entspräche dem “Ideal”? einer gott- oder naturgegebenen Ordnung?
jene Ihrer Kindheit? die Ihrer Ururur-Grosseltern vor dem Beginn der Industriellen Revolution? jene der Antike oder jene der Steinzeitjäger z.B.?

Es gibt keinen Weg zurück in die verlorenen geglaubten Paradiese – oder auch nur die Vorstellung davon.

“Energieprobleme… Bevölkerungswachstums… rein theoretisch ist es doch ganz einfach….”

“1) breite Aufklaerung ueber den unausweichlichen Niedergang
beim Energieverbrauch”

Ich fürchte, man hört Ihnen nicht zu, bis es so weit ist…

“2) 1 Kind Politik (mit entsprechenden Anreizen)”

… und Abtreibung von weiblichen Föten? Es ist die 1,48 prozentige Geburtenrate, die dereinst Ihre AHV und – vermutlich – einen Teil Ihrer Pension finanzieren soll…

“Energieverschwendung…”

… ist schlicht blöd und gehört bestraft – sei es bloss durch entsprechende Kosten.

“3) ein organisierter Abstieg beim Energieverbrauch”

…konkret, wie soll der aussehen?

“wird das passieren – Vielleicht setzt sich die Vernunft doch durch”

Durchaus möglich, eher jedenfalls indem man den Menschen klaren Wein einschenkt, sie informiert – und sie die tatsächlichen Kosten spüren und verstehen lässt… aber ohne ihnen fadenscheinige Märchen zu erzählen…

PB

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Peter,

ja genau das ist wahr. Links, Rechts, die Mitte, oben und unten alle politischen Gruppen setzen auf Wachstum. Die Unterschiede sind (objektiv oder subjektiv) zu behaupten “Gleichverteilung”, oder der Mark wird alles richten oder es gibt “uns” Gute und die anderen sind halt schlecht oder als Sklaven geschaffen. Aber alle sind sich fast einig der Mensch ist die Krone der Schoepfung und hat deshalb besondere Rechte auf Kosten der Natur.

Und nun das Problem, die Erde ist endlich und wir Menschen sind auch nur ein im Moment sehr erfolgreiches Tier. Manche Leute sagen sowie Hefe oder Heuschrecken bis zu dem Moment wo alles gefressen ist.

Was bleibt ist die Wueste bzw.. der sogenannte Dieoff! Also warum sollte es diesem selbstherrlichen Tier, also dem Menschen besser gehen?

Das ist die Sicht eines Ausserirdischen ..

und jetzt, ja leider sind wir alle Teil des Experimentes.

>Wo also setzen Sie an? wie denken Sie sich die Lösung der
>Energieprobleme? wie jene des Bevölkerungswachstums etc.?

rein theoretisch ist es doch ganz einfach.

1) breite Aufklaerung ueber den unausweichlichen Niedergang beim Energieverbrauch.
2) Daempfung des Problems lokal als auch global durch 1 Kind Politik (mit entsprechenden Anreizen) sowie Realisierung dass die Energieverschwendung das Leben fuer viele nicht einfacher macht.
3) ein organisierter Abstieg beim Energieverbrauch entsprechend dem weltweiten nach Peak Oil Szenario der Reduktion… (-3% pro Jahr oder so aehnlich). Die die kein Oel haben muessen mehr als die anderen reduzieren. ETC..

wird das passieren?

Nein vermutlich nicht. Aber man kann es ja trotzdem propagieren. Vielleicht setzt sich die Vernunft doch durch. Unter gewissen Bedingungen (die Gefahr eines Krieges zum Beispiel) akzeptieren viele Menschen die Rationierung

Ansonsten, ja wenn man was machen will..
Ein kleines “Boot” bauen um im Falle der Kollision mit dem Eisberg nicht ohne jede Hoffnung ist.

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Michael,

ja, ein zusätzlicher offener Blog, würde die Kommunikation bzw. die Dauerdebatte gewisser threads sicher erleichtern, aber möglicherweise ist die “Philibusterei” hier unerwünscht.

Schade auch, dass der ETH-Klimablog nicht mehr Beteiligung erfährt. Er scheint vielen unbekannt – oder wird ignoriert.
So wünschte man sich z.B. an dieser Stelle einen Beitrag der von Ihnen gescholtenen Kernkraft-Institute der ETH, siehe dazu auch http://archiv.ethlife.ethz.ch/articles/tages/energiefuture.html
(die Probleme beim Bau des finnischen Reaktors wären im Detail zu analysieren, ich halte sie z.T. wenigstens für behördengemacht, Übervorsicht und schlechte Kommunikation)

Ihre Analyse wird in den Blog-Kommentaren vom Ansatz her durchaus begrüsst, man mag Ihnen in den Folgerungen aber nicht oder jedenfalls nicht in allen Punkten folgen.

Anders gesagt oder um es in ein (vereinfachendes) Bild zu fassen: Wirtschaft und Gesellschaft zumal der westlichen Länder haben ihren Bürgern Wohlstand, Frieden und relative soziale Sicherheit gebracht – eine Art sicheres und wohnliches Schiff, aber ausgesprochen energiehungrig. Ginge ihm die Energie aus, stünden die positiven Errungenschaften und das System wohl rasch an der Kippe.
Nebenbei, die Bedeutung von Energie für Fortschritt und Wohlstand erkannte auch Lenin: “Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrizität” – frei auf unser System übertragen “Frieden und soziale Sicherheit sind Demokratie plus Elektrizität.”

Es dürfte überaus schwierig werden, das schwerfällige “Schiff” bei weitgehendem Energie-Entzug auf Kurs zu halten, zu steuern oder gar auf kurze Strecke zu stoppen. Man wird ihm zwar in Massen “Diät-” und energetische “Ersatznahrung” verordnen können, ohne seine Existenz grundlegend zu gefährden, aber es wird fortwährend nach Energie verlangen.

Die Frage ist deshalb, wie die Energieversorgung, ggf. die Energieeinsparung bei allen damit verbundenen Problemen möglichst effizient und umweltverträglich geschafft werden soll – und dazu schweigen Sie sich bisher aus.

“…dass die Erde sich um die Sonne dreht und nicht die Welt um den Vatikan….” ; – )) … und die Physik um die Natur und nicht um das IPCC „Ministerium für Wahrheit“.

Wo also setzen Sie an? wie denken Sie sich die Lösung der Energieprobleme? wie jene des Bevölkerungswachstums etc.?

Ein mit Blick auf mögliche technische Fortschritte nicht unbedingt erwünschtes Szenario bilden dabei evtl. künftige Funde und die Erschliessung grosser fossiler Rohstoffvorräte. Das von Ihnen befürchtete “Weiter wie bisher” wäre forcierten R&D-Anstrengungen zur Substitution fossiler Energieträger nicht eben zuträglich, eine allmähliche und technisch zu meisternde Verknappung dagegen schon…

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hi Peter,

Sorry habe deine Antwort leider nicht bemerkt.
(die Blog Webseite erleichtert es einem auch nicht gerade)

zu
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Ich halte jedenfalls Ihren Ansatz grundsätzlich für richtig, statt des AGW die Energiefrage in den Fokus zu rücken. Aus vielerlei Gründen: Ressourcen-Schonung, Importabhängigkeit, Luft- und Umweltverschmutzung, Marktverzerrungen durch Spekulation etc.
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Na dann verfolgen wir doch einfach mal dieses Ziel und versuchen eine klare Analyse zu machen.

Genau das habe ich in meinen 4 Publikationen versucht.

Was ich klar gezeigt habe die nukleare Realitaet heute sieht ganz anderst aus als es uns die KKW Lobby vermitteln moechte.

Die IAEA zusammen mit NEA (der OECD Laender) mit ihrem Red Book machen sich klar laecherlich! Die Fehler sind offensichtlich und der Pfusch bei den Uranresourcen auch.

Du bist ja ein begeisterter Kritiker an anderen UNO Organisationen

also warum bist du nicht begeistert wenn das endlich mal jemand klar zeigt?

Was andere Kritiker an meinen Papieren schreiben ist interessant aber wenn du genau liest geht es mehr um shoot the messanger und die Message wird ignoriert.

Also lass es uns konkret diskutieren. Was sind die Punkte die nicht klar sind?
Und uebrigens bin ich nicht so ein fundamentalistischer Gegner wie du es andeutest. Ich zeige einfach wie es um die Kernenergie steht und welche Perspektiven sie bieten kann. Es gibt sehr viele Kritikpunkte an der Kernenergie und auch darueber koennen wir gerne diskutieren. (Zum Beispiel habe ich die Endlagerung und die vielen vielen Altlasten noch gar nicht diskutiert.)

und ja zur Fusion Illusions gibt es einiges zu sagen

aber schaue dir vielleicht einfach den Artikel in Scientific American march 2010 dazu mal an.

Ansonsten als Wissenschaftler findet man vielleicht wenn man Glueck hat dass die
Erde sich um die Sonne dreht und nicht die Welt um den Vatikan.

Man sollte meinen eine triviale Erkenntnis aber sie hat erstaunlicherweise die Welt veraendert.

Eine wichtige Message vor 400 Jahren und auch da gab es viele Kritiker aus allen Kreisen auch der Wissenschaft.

Evolutionstheorie ist ein aehnliches Beispiel und die Reaktionen waren noch drastischer?

Warum?

Vermutlich weil sie den Menschen aus der Rolle des Gott aehnlichen Wesens ganz einfach in seine richtige Rolle gebracht haben .. ein Tier wie andere auch.

Die Erkenntnisse von King Hubbert und dem Oel Peak und den Resourcen Problemen insgesamt..

ja genau das gleiche Problem aber jetzt fuhrt die Ignoranz darueber zu dramatischen Folgen.

Also lass uns ueber die Inhalte diskutieren

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Dittmar

Hi Michael,

ich schulde Ihnen noch einen Antwort betr. Kernenergie.
Vorab: ich betrachte den IPCC-Alarmismus für totgeritten. Dass seine Vertreter ungerührt im Sattel sitzen bleiben und der Welt vom toten AGW-Ross hinab ihre Lektionen erteilen möchten, lächert mich bloss noch als Bild und kümmert mich nicht weiter.

Ich halte jedenfalls Ihren Ansatz grundsätzlich für richtig, statt des AGW die Energiefrage in den Fokus zu rücken. Aus vielerlei Gründen: Ressourcen-Schonung, Importabhängigkeit, Luft- und Umweltverschmutzung, Marktverzerrungen durch Spekulation etc.

Eine nähere Auseinandersetzung mit Ihrem 4-teiligen Paper “The Future of Nuclear Energy: Facts and Fiction” zeigt – wie in der AGW-Debatte – das Bild zweier heillos zerstrittener und unversöhnlicher Lager: KE-Befürworter und Gegner, deren letztere Position Sie vertreten und mit Argumenten zu stützen versuchen. Von besonderem Interesse sind dabei die kritischen Reaktionen auf Ihre Thesen und deren ausführliche Diskussion (s. Links unten).

Ihre Schlussfolgerungen und Ihre pessimistische Sicht finden nicht allgemeine Zustimmung. Zu unterstellen, es handelte sich bei abweichenden Meinungen ausschliesslich um unbelehrbare AKW-Enthusiasten, schiene mir nicht korrekt. Es gibt offenbar unterschiedliche Betrachtungsweisen und Auffassungen.

Für Beobachter der Debatte stellen sich im Wesentlichen die folgenden Fragen: welche der vertretenen Sichtweisen sind wie und in welchem Umfang politisch bestimmt? Was steht bei einer nüchternen Betrachtung der behandelten Themen fest? Was bleibt offen?

Realisten würden Ihnen generell erwidern, dass die Frage der künftigen Machbarkeit sich heute nicht beantworten lässt. Sie würden Sie ausserdem darauf hinweisen, dass die weitere Entwicklung und Verbreitung der Kernenergie sich schlicht nicht wird aufhalten lassen. Die Sache ist nun mal in der Welt, und sie wird sich so schnell nicht aus ihr verabschieden.

Auch hier kommt man zum Schluss, dass die Forschung vorangetrieben muss. Es gibt – gerade vor dem Hintergrund der weiteren, nicht aufhaltbaren nuklearen Proliferation – keine vernünftige Alternative dazu.
Im Übrigen halte ich auch in dieser Frage im Unterschied zu Ihnen das Glas bzw. die Pipelines (Rohstoffvorräte, Forschungsansätze) für mindestens halb voll. Mich würde dabei interessieren, welchen der Lösungsansätze Sie – unabhängig von Ihrem politischen Standpunkt – persönlich für den aussichtsreichsten halten.

http://www.theoildrum.com/node/5929

http://theenergycollective.com/TheEnergyCollective/51333

http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/24414/

http://canada.theoildrum.com/node/5677

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Die Zielsetzung der 2000 W-G bzw. 1 Tonnen CO2-Gesellschaft zu erreichen ist in der Tat sehr ambitioniert, mit oder ohne Bevölkerungswachstum. Wir hatten die Möglichkeit uns dies nur bereits einmal für den Bereich Arbeiten und Wohnen (Wohngebäude, Bürogebäude und Schulen) näher anzuschauen und waren über die Ergbenisse doch noch erstaunt. Deutlich wurde uns in dieser Studie, dass es viele andere Parameter gibt, wie beispielsweise der zunehmende Wohn- und Arbeitsflächenbedarf pro Kopf, eine zunehmende Elektrifizierung der Haushalte, eine zu geringe Sanierungsquote im Gebäudebestand etc. die alle schwerer ins Gewicht fallen, als die Bevölkerungsentwicklung. Schweizweit braucht es sehr ambitionierte Massnahmen und selbst dann ist eine Zielerreichung, nur alleine für die Gebäude, ohne Graue Energie und Mobilität, fraglich. Das Bundesamt für Energie hat den Bericht online gestellt unter: http://www.bfe.admin.ch/php/modules/enet/streamfile.php?file=000000010241.pdf&name=000000290079

Etwas anders sieht es für die Stadt Zürich aus, aber dort haben wir auch andere Rahmenbedingungen und Entwicklungen, als in der gesamten Schweiz. Der finale Bericht für die Stadt Zürich wird in Kürze erscheinen. Einen ersten guten Einblick bieten aber auch die Broschüren der Stadt Zürich zum Thema: http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/hbd/Deutsch/Hochbau/Weitere%20Dokumente/Nachhaltiges_Bauen/1_2000_Watt/7_Ressourcen/Ressourcenstrategie.pdf sowie
http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/hbd/Deutsch/Hochbau/Weitere%20Dokumente/Nachhaltiges_Bauen/1_2000_Watt/3_Instandsetzung/Broschuere_Instandsetzung.pdf

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin
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Ich muss dich allerdings warnen. Ich sehe immer mehr Möglichkeiten als eigentlich erlaubt sind
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Ist doch super!

wer kommt noch?
Michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Michael,
dein Vorschlag für eine kleine private research-group interessiert mich. Ich muss dich allerdings warnen. Ich sehe immer mehr Möglichkeiten als eigentlich erlaubt sind (auch das vorgeschlagene Datum ist OK).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi,
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Fazit:
-Schon wenige Jahre weiteren Wachstums wie bisher in den Schwellenländern muss zu einer Rohstoffknappheit in verschiedenen Bereichen, vor allem aber beim Erdöl, führen.
-In den nächsten Jahren werden wir uns weniger mit Nachhaltigkeit beschäftigen als vielmehr mit schlichtem Krisenmanagement
———————————————-

Also um das zu unterstuetzen.

Alle IEA/EIA/IPCC etc in den vergangen Jahren gingen immer von diesem Wachstum aus und haben uns versprochen “Don’t worry, be happy” oder wir haben noch lange kein Problem. (ich habe die alten Diagramme noch.. zum Beispiel hier in einem Colloq. Talk am CERN 2006
http://indico.cern.ch/conferenceDisplay.py?confId=a063158)

4 Jahre spaeter wissen wir es alles und noch genauer!

Und jetzt? Krisenmanagement mit den gleichen alten Methoden die uns das Problem gebracht haben?

Nein, aber wir koennen anfangen die Frage zu stellen

Wie koennen wir uns die nahe Zukunft vorstellen, um Nachhaltig zu werden! Entsprechend der Weg dahin ist dann das Krisenmanagement!

Hier sind Forscher und Hobby Forscher gefragt.

wie waere es mal mit einem “Round Table treffen” der Interessierten an dieser Frage? Zum Beispiel am fruehen Abend am 22.4?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Der Titel dieses Artikels heisst “Nachhaltigkeit mit begrenzten natürlichen Ressourcen – Eine lösbare Aufgabe” und tatsächlich scheint das mindestens eine Aufgabe zu sein, die wir hier in der Schweiz und in Europa einmal näher ins Auge fassen können und mittelfristig vielleicht sogar lösen.

Global sieht es aber völlig anders aus. Das Wachstum in den Schwellenländern treibt schon jetzt die Rohstoffpreise in die Höhe und – nun kommt der entscheidende Punkt: die Kräfte, die dieses Wachstum antreiben -nämlich der enorme Nachholbedarf – werden noch sehr lange wirksam bleiben. China wird bereits als Supermacht wahrgenommen, das Pro-Kopf-Einkommen beträgt aber nur 10% des amerikanischen.

Unsere wirklichen oder vermeintlichen Schweizer Probleme wie hohe Zuwanderung, Überalterung, Verstädterung und Landübernutzung und so weiter werden meiner Ansicht nach schon bald unbedeutend erscheinen angesichts der Probleme, die uns allen durch das ungebremste Wachstum der Schwellenländer ins Haus stehen.

Eine Meldung wie “2010 steigen die Autoverkäufe in China um 25%” (siehe http://nextbigfuture.com/2010/04/china-car-sales-increase-25-to-17.html#more) ist nämlich auch nächstes und übernächstes Jahr wieder zu erwarten.

Fazit:
-Schon wenige Jahre weiteren Wachstums wie bisher in den Schwellenländern muss zu einer Rohstoffknappheit in verschiedenen Bereichen, vor allem aber beim Erdöl, führen.
-In den nächsten Jahren werden wir uns weniger mit Nachhaltigkeit beschäftigen als vielmehr mit schlichtem Krisenmanagement

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Unsere Alterssozialversicherungen auf eine Bevölkerungspyramide anzupassen, welche einem 0% Bevölkerungswachstum entspricht, impliziert bei den Arbeitenden höhere Abgaben. Die Transition von der heutigen 1%-Wachstums-Gesellschaft in eine 0%-Wachstums-Gesellschaft ist aber irgendwann zwingend nötig. Ob die Transition heute einfacher oder schwieriger ist als in 50 (?) Jahren kann ich nicht beurteilen. Früher oder später müssen wir aber wohl oder übel an 0% gewöhnen. Aber es ist natürlich schwierig so etwas zu lenken.

Zitat:”(muss noch mal nachschauen wenn es wichtig ist)”
Nein, das Kyoto Protokoll ist nicht wichtig! ;-)

gruss Pius

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Kuster,

gute Fragen/Punkte!

also beim rumrechnen so einfach kommt man dann doch nicht auf die 2000 Watt Zahl. Aber ich verstehe ihren Punkt. Immerhin bei der Statistik vom Bundesamt fuer Energie wird das ziemlich gut gemacht. (falls es jemand liest Bravo!)

zu
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Wie denken sie eigentlich über das 1%ige Bevölkerungswachstum der Schweiz? Gewichten sie das schonen von Ressourcen wichtiger als eine Weltoffene Schweiz? (So wie Bastien Girod, Grüne)
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Ich wuerde das so beantworten

Solange man nen Faktor 10 oder mehr von der Nachhaltigkeit entfernt und man gerne weiter 2% pro Jahr wachsen moechte da spielt +1% pro Jahr mehr Einwohner auch nicht so ne grosse Rolle. Ansonsten wenn man gerne den freien Welthandel moechte und alle wichtigen Grundprodukte importieren muss (inklusive Uran) dann soll man auch neue frische Arbeitskraefte
akzeptieren. Wenn man sagt stop mit dem Import von Oel, Gas und Uran und akzeptiert “wir sind nicht nachhaltig” dann kann man die Frage neu diskutieren. Ich bin dafuer offen und ehrlich die Sachlage zu diskutieren und dann nach einer Loesung (wenns sein muss lokal) zu suchen.
(Wenn das Ergebnis ist wir haben noch kein Energie/Umwelt Problem dann war die Diskussion immerhin sinnvoll.)

Ein Problem ist aber immer (von Max Frisch glaube ich): “wir wollten Arbeitskraefte und Menschen sind gekommen”.

Das Problem kommt aber erst richtig wenn diese Menschen auch noch alt werden und Rente wollen. Bis jetzt helfen “junge” Arbeitskraefte das Problem um Jahre zu verzoegern und dann noch schlimmer zu machen.

Ansonsten vielleicht kann man das ganze auch positiv sehen vielleicht kann man was an Lebens-know how von den anderen Kulturen lernen (ich muss zugeben nicht alle Kulturen machen es einem leicht an sowas zu glauben.).

zum Inder der einwandert und den Durchschnitt senkt ein interessantes Beispiel.

Ich glaube beim Kyoto Protokol geht es um eine absolute Reduktion gegenueber 1990 (-8%)
(muss noch mal nachschauen wenn es wichtig ist) also mehr Menschen mehr Verbrauch!

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar
Na dann können wir ja einfach ein bisschen anders rechnen, und schon sind wir bei der 2000W Gesellschaft. Darauf wirds wahrscheinlich hinauslaufen, bei der CO2 Reduktion wie bei der 2000W Gesellschaft. Auf dem Papier wirds irgendwann stimmen.

Wie denken sie eigentlich über das 1%ige Bevölkerungswachstum der Schweiz? Gewichten sie das schonen von Ressourcen wichtiger als eine Weltoffene Schweiz? (So wie Bastien Girod, Grüne)

Wie geht das übrigens mit der Reduktion des CO2 Ausstosses verglichen mit 1990? Folgendes Beispiel: Ein Inder wandert in die Schweiz ein. Hier verbraucht er sagen wir mal 5x so viel Energie. Der Energieverbrauch ist also klar gestiegen, auf der Statistik wird aber der Durchschnittliche Energieverbrauch der Schweizer gesunken sein und damit der totale Energieverbrauch verglichen mit 1990 auch. So was unlogisches!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Holzherr,
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Ihre Vision ist also eine zukünftige Gesellschaft der NEUEN BESCHEIDENHEIT, aber erst nachdem die halbe Menscheit in einem schwarzen Loch verschwunden ist!
Das will ich nicht glauben.
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Ich auch nicht!!!!!

Als Wissenschaftler versucht man die Situation eines Systems von weit weg zu analysieren.

Wenn daraus folgt die Situation ist nicht Nachhaltig dann ist das sozusagen Pech.

Was daraus fuer moegliche Reaktionen folgt ist eine spannende Frage. Prof. Howard Odum univers. Florida schreibt dazu in “A prosperous way down” (ein sehr interessantes Buch uerbigens)

zyklische Entwicklungen sind das normale in allen Systemen Zeiten des Wachstums werden durch Stagnation und Abnahme beschrieben.

Sozusagen wie die Vegetation innerhalb der Jahreszeiten.

Manche Systeme haben genau einen Zyklus (wie die Sonne zum Beispiel, Heuschrecken… etc)

Der Herbst (und Winter) muss deshalb nicht etwas schlechtes sein. Nehmen wir es als natuerlich
und arrangieren wir uns damit dann kann es das Leben sogar fuer alle besser machen.

Er schreibt auch “der Untergang des roemischen Empires hat auch recht lange gedauert. Es muss deshalb nicht unbedingt und ueberall ein Cliff geben.”

Im Moment sieht es allerdings eher so aus als ob wir uns beschleunigt auf das Cliff vorbereiten muessen (oder den Zusammenstoss der Titanic mit dem Eisberg).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Dittmar,
ihre Aussage ist nicht nur, dass wir nicht nachhaltig leben, sondern dass wir auch in naher Zukunft nicht nachhaltig leben können. Es stimmt also durchaus, wenn ich sie an anderer Stelle als Mr. Doom bezeichnet habe.

Ihre Vision ist also eine zukünftige Gesellschaft der NEUEN BESCHEIDENHEIT, aber erst nachdem die halbe Menscheit in einem schwarzen Loch verschwunden ist!

Das will ich nicht glauben.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi,

Nein der Grundgedanke der Nachhaltigkeit ist nicht utopisch.
Sondern einfach eine Notwendigkeit.
Was nicht Nachhaltig ist wird einfach verschwinden.

Ihre Annahme:
—————————————
Die ideale Energiequelle ist kompakt, braucht wenig Baumaterialen und wenig reichlich vorhandene Betriebsresourcen.
—————————————

stimmt nicht mit den utopischen Projekten ueberein.

Was ich meinte mit utopisch ist
a) Kernfusion DD Fusion kann man noch mehr vergessen als DT (hoehere Plasma Temperatur und kleinerer Wirkungsquerschnitt etc )

b) Thorium Reaktor (in meinen Artikeln the Future of nuclear energy (part IV) steht da einiges zu drinnen. Ausser “heisser” Luft und software Ideen gibt es dazu bisher nicht viel.

c) Algen etc.. ist auch nichts anderes als herkoemmliche Biomasse.. vielleicht nen Faktor 2 effizienter..

d) Tuerme als Gewaechshaeuser .. also was das bringen soll hat die Natur schon lange als Baum entwickelt.
Was wir Menschen in Glashaeusern schaffen .. kuenstlich beheizt, jede Menge Duengemittel und
Schaedlinge (Insektenprobleme) wenn man es in grossem Massstab macht.

deshalb..

Warum akzeptieren wir nicht ganz einfach

Unsere Art zu leben ist nicht Nachhaltig und wir sind im Overshoot (nicht nur ein Faktor 1.3)
sondern ein Faktor 100 oder so wenn man das endliche Kapital wie Oel etc mit rechnet!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Dittmar,
In ihrem Kommentar Michael Dittmar. 12.04.2010, 6:47 bezeichnen sie die die Kernfusion als technisch nicht realisierbar. Es gibt aber Projekte für Testreaktoren, die sogar schon in den nächsten 20 Jahren gebaut werden sollen (siehe https://lasers.llnl.gov/about/missions/energy_for_the_future/life/). Was ist konkret nicht realisierbar in diesem LIFE-Reaktor (LIFE=Laser Inertial Fusion Engine).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Der Grundgedanke der hinter der Nachhaltigkeit II steht, wie ich es weiter unten im Kommentar Martin Holzherr. 11.04.2010, 20:40 formuliert habe, ist alles andere als utopistisch und wurde an anderer Stelle dieses Blogs als “Cradle-to-Grave”-Prinizip erwähnt.
Man könnte es auch als Prinzip der geschlossenen Kreisläufe bezeichnen. Die Idee: Der Mensch schafft für seine Bedürfnisse eigene Stoffkreisläufe, die die Natur entweder nicht benötigen oder sonst alles so zurückgeben wie es ihr vorher entnommen wurde.

Falls sie die DT-Kernfusion wegen dem Nachschub von Tritium aus Lithium für nicht realisierbar halten, so bliebe immer noch die DD-Fusion (braucht etwas mehr Energie).

Bei den neuartigen Kernreaktoren sind Thoriumreaktoren gar nicht upopisch, wurden sie doch schon ganz zu Beginn in Betracht gezogen. Später wurden auch funktionierende Testreaktoren gebaut.

Synthetische Organismen und genetisch modifizierte Algen, die Treibstoffe erzeugen werden gerade jetzt von Craig Venter aber auch von anderen untersucht (siehe http://www.jcvi.org/cms/research/groups/synthetic-biology-bioenergy/)

Ich bleibe aber dabei: die ideale Energiequelle wurde bis jetzt noch nicht realisiert. Es gibt aber einige Kandidaten, deren Erforschung sich lohnt.

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Hallo Herr Holzherr,

sie schreiben:
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Die ideale Energiequelle ist kompakt, braucht wenig Baumaterialen und wenig reichlich vorhandene Betriebsresourcen. Sie soll nicht viel teurer als heutige Kohlekraftwerke sein , nicht fossil und auch sonst umweltschonend.
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Damit bin ich einverstanden, aber wenn ich mir die utopistischen Projekte anschaue, von der Kernkraft bis zu Solartowern und Biohochhaeusern also, nein die erfuellen nie und nimmer diese Kriterien!

Dazu kommt noch die meisten dieser Projekte (angefangen mit der Kernfusion) sind und bleiben Utopie.

Nicht nur das Tritium Problem (nicht der Abfall sondern der Nachschub) sind unloesbar.

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Der Spektrum-Artikel “Das Gewächshaus im Wolkenkratzer”, den ich im Kommentar Martin Holzherr. 11.04.2010, 20:40 erwähnt habe, kann von folgender Seite heruntergeladen werden:
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1025613

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Eine nachhaltige Energieversorgung erscheint mir zentral für die Zukunft unserer Zivilisation. Nachhaltig bedeutet für mich aber nur, dass die neue Energiequelle einige hundert Jahre nutzbar ist, denn für uns Menschen kann nichts definitiv sein.

Ja, ich spreche von neuer Energiequelle, denn ich bin überzeugt, dass keine der heutigen Energiequellen zukunftstauglich ist.

Die ideale Energiequelle ist kompakt, braucht wenig Baumaterialen und wenig reichlich vorhandene Betriebsresourcen. Sie soll nicht viel teurer als heutige Kohlekraftwerke sein , nicht fossil und auch sonst umweltschonend.

Kandidaten für diese neue Energiequelle sind die Geothermie, neue Typen von Kernkraftwerken (Travelling Wave Reactor, deep-burn-Reactor, 4.Generationsreaktor, Thoriumreaktor) und Fusionskraftwerke.
Auch genetisch modifizierte oder synthetische Organismen, die in frei schwimmenden Netzen oder Bioreaktoren im Mittelmeer Biotreibstoffe photosynthetisieren, kann ich mir vorstellen.

-Geothermie wäre ideal, wenn es risikolose, billige Tiefbohrungen gäbe und dort unten grosse Wärmeaustauschgebiete geschaffen werden könnten. Eine breite Anwendbarkeit halte ich in naher und mittlerer Zukunft für unwahrscheinlich.
-Kernkraft: Es gibt einige vielversprechende Typen von zukünftigen Kernkraftwerken. Auch heutige Kernkraftwerke sind sicherer als beispielsweise Kohlekraftwerke: Kohle tötet jedes Jahr 8000 Minenarbeiter, viele Tote gibt es auch wegen chron. obstruktiver Lungenerkrankung in Kohlekraftwerknähe wegen den Aerosolen. Nukleare Abfälle können schon jetzt sicher entsorgt werden mit Tiefbohrungen (5000 m tief), allerdings produzieren heutige KKW’s zuviel rad.Abfall und sie sind ineffizient in der Verwendung von Uran.
-Fusionsenergie: Laserfusion ist vielversprechend und würde nur Tritium mit einer Halbwertszeit von 12 Jahren als Abfall erzeugen (siehe NIF,HiPER,ILE Osaka,Laser Mégajoule)
-Synthetische Organismen, die Biotreibstoff aus Sonnenenergie erzeugen, könnten in Blasen auf dem Mittelmeer treiben und wären geradezu ideal in Bezug auf den Rohstoffbedarf und die investierte Energie.

Die heute favorisierten Erneuerbaren Energien (Windturbinen, Solarpanels etc.) schneiden dagegen schlecht ab. Sie benötigen Tonnen von Stahl und Beton, aber auch von seltenen Rohstoffen und auch viel Energie für deren Herstellung. Ein peak-oil Szenario in naher Zukunft, wie Michael Dittmar es für sicher hält und dessen Wahrscheinlichkeit ich auf 80% schätze, würde den Erneuerbaren Energien den Garaus machen, denn Rohstoffe und Energie würden durchs Band teurer werden.

Meine Vorstellung von Nachhaltigkeit unterscheidet sich von der heute gängigen, die ich Nachhaltigkeit I nenne.

Nachhaltigkeit I: Alles ist Bio: Bioäpfel, Biofleisch, Biotreibstoff. Hergestellt in Farmen, die verglichen mit herkömmlichen doppelt soviel Land brauchen, aber dafür wenig Dünger und keinen Pestizide etc. einsetzen.

Nachhaltigkeit II: Der Mensch produziert alles auf möglichst engem Raum und hält sich aus der Natur raus wo es nur geht.
Bei 9 bis 10 Milliarden Menschen 2050 ist das die einzige Option, die verhindert, dass das Kaninchen Mensch den letzten Fleck Erde zerstört.

Im Spektrum der Wissenschaft 04/10 gibt es den Artikel “Das Gewächshaus im Wolkenkratzer”, in dem der Autor vorschlägt, Nahrungsmittel mitten in der Stadt in Hochhäusern rund um die Uhr anzupflanzen. Als Dünger werden menschliche Fäkalien verwendet, angepflanzt wird auf kontinuerlich laufenden Förderbändern mit Tropfbewässerung.
Der Autor schreibt, heutiges Ackerland belege jetzt schon die Fläche von Südamerika, bei 9 Milliarden Menschen würde noch einmal die Fläche von Brasilien dazukommen und er fordert deshalb: Schont die Erde!

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Herr Kuster,

es haengt immer davon ab ob die thermal Energie oder die Endenergie genommen wird.

Das ist aus verschiedenen Gruenden ein “totales” Chaos (leider). Manchmal mal drei fuer Kernenergie manchmal nicht.

aber hier die genauen Zahlen fuer 2008
http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00541/00542/00631/index.html?lang=de&dossier_id=00763

(ist uebrigens recht gut gemacht die Seite!)

Die Einwohnerzahl der Schweiz wird im Moment mit 7.7 Millionen angegeben und steigt um rund 1% pro Jahr

http://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz

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Komisch. Wenn der Gesamtenergieverbrauch 32GW ist und wir 7.8Mio Einwohner haben, dann gibt das 4100W pro Person. So weit sind wir ja gar nicht weg von der 2000W Gesellschaft, dachte immer wir wären bei 6000W, so kam ich auch auf die 42GW.

Dann ist ja alles i.O. ;-)

Dass es Korrosionsprobleme gibt ist klar, wo gibt es die nicht? Interressant wäre eine detaillierte Studie, welche ein Projekt durchrechnet, auch ökonomisch. Dass sich AKW Fernwärme je etablieren wird bezweifle auch ich. Jedoch nicht aus technischen Gründen, sondern weil dies die Leute nicht wollen.

Sollte AKW Fernwärme jemals genutzt werden so bin ich sicher die Schweiz wird eines der letzten Länder sein. Das ist nicht mal unbedingt so schlimm.

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>Kommentar von Pius Kuster. 11.04.2010, 9:38
>Sinds 42 GW?
Nicht schlecht wenn man auch noch an weiteres Wachstum denkt.

Ich haette eher sowas wie rund 32 GWe gesagt 40% der elektrischen Energie (macht 23% Anteil am Mix in der Schweiz… ) also die 3.2. GWe im Moment entsprechen rund 10%.

Egal, so oder so eine grosse Zahl von neuen KKW’s. Etwa doppelt soviel wie in Deutschland. Wo sollte man die theoretisch hinstellen. Ist schon recht voll in der Schweiz..

Zur Abwaerme Nutzung bei KKW’s.

Das Problem ist die relativ niedrige Arbeitstemperatur (viel weniger als bei Gaskraftwerken zum Beispiel).

Der (ein) Grund ist das Problem der Korrosion im Drucktrank bei KKW’s. Die sind sehr schwierig zu erneuern. Deshalb “glauben” die Betreiber es ist guenstiger auf die Abwaerme zu verzichten als den Behaelter regelmaessig zu wechseln.

Angebliche zukuenftige High Temperature Reaktoren haben gerade einen Daempfer bekommen (Suedafrika). Und die Generation IV Forschung kommt auch nicht so recht vorran. Dank der freien Markwirtschaft wie manche KKW Glaeubige oft behaupten gibt es zu wenig fuer die Forschung.

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Kommentar von Michael Dittmar. 11.04.2010, 7:57
Herr Dittmar, Sie sind der stolze Besitzer des artifiziell verkomplizierten Problems. Sie wollen die CO2-Reduktion und waren, so darf ich wohl annehmen, für das AKW Moratorium. Meine Umwelt- und Energieprobleme hingegen sind immer noch pragmatisch lösbar. Vorausgesetzt, Forschung und Entwicklung werden nicht weiterhin fehlgeleitet. Dies war der Sinn meines Kommentars.
Sparen scheint ja nicht einmal für Sie ein brauchbarer Lösungsansatz zu sein. Immerhin sprechen Sie von den Kosten des Sparens. Die wären in der Tat horrend. Nur ein ausgekochter Misanthrop wird diese Option ernsthaft berechnen wollen.
Herr Pius Kuster scheint mir macht da konstruktivere Überlegungen. Die Föderalisierung der KKW ist überigens auch ein Denkansatz von Bill Gates. Ob 42 GW hinkommen kann ich als Laie nicht beurteilen. Beurteilen kann ich hingegen, dass vernetztes, konstruktives und zielgerichtetes Denken in unserer Gesellschaft Mangelware ist. Die Klimareligion ersetzt Wissen nur allzu offensichtlich zunehmend durch Glauben.

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Sinds 42 GW?

Diese 42GW müssen aber nicht zwingendermassen durch elektrische Energie bereitgestellt werden. Ein grosser Teil des Primärenergieverbrauchs besteht grösstenteils aus Anergie. Dass man ein Haus nicht mit einer Elektrischen Widerstandsheizung, sondern im Idealfall mit einer Wärmepumpe heizt muss ich ihnen nicht erklären. Um 1J Heizöl zu ersetzen braucht es nicht 1J elektrische Energie.

Wenn sie einmal überlegen wo sonst noch grosse Mengen an wertvoller Anergie verschwendet wird: In KKW’s. Ein KKW mit einer elektrischen Leistung von 1GW verschwendet etwa 3GW Abwärme über den Kühlturm. Diese Abwärme ist keinesfalls wertlos! Stellen sie sich vor man würde ein KKW in der Nähe der Agglo Zürich bauen, oder aber eine Pipeline ziehen von Gösgen nach Zürich! Ein Kilogramm Dampf trägt sagenhafte 2MJ Energie in sich. Das ist verglichen mit Erdgas (40MJ/kg) wenig, dafür ist der Transportweg von Gösgen nach Zürich mit 60km um Grössenordnungen kleiner als der für russisches Erdgas (x1000km!!)
Ich persönlich favorisiere eine Föderalisierung der KKW, jeweils angepasst auf die Grösse der Agglo, welche sie mit Strom und (marktwirtschaftlich konkurrenzfähiger!) Fernwärme versorgen sollen.

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Herr Spoerri,

kennen sie mehr als 2 Variationen?

>Kommentar von Franz-Xaver Spörri. 10.04.2010, 23:43
>Was AGW-Aktivisten verschweigen oder nicht wahr haben >wollen:

gibt es noch andere Idee? Wenn ja welche?

zu:
————————–
Die verfügbaren erneuerbaren Energien sind nicht in der Lage die fossilen Energieträger auch nur annähernd zu substituieren.
Somit werden entweder die CO2-Reduktionsziele nicht erreicht oder man muss schnellstens neue KKW’s bauen.
—————————-

erklaeren sie doch mal schon wie man es schaffen will den Niedergang bei Kernkraftwerken zu beenden? (in den naechsten 10-15 Jahre werden mindestens rund 100 KKW’s abgestellt oder pensioniert!)

In Westeuropa sinkt der Uranbedarf alleine um etwa 20% (Euratom supply agency) bis 2025!

und jetzt die Preisfrage wieviele KKW’s (GWe) braeuchte man in der Schweiz um 100% der heutigen Energie ohne Wachstum alle Joules durch KKW Joules zu ersetzen? (wobei natuerlich Hydrogen als Treibstoff oder Wunderbatterien zum Einsatz kommen muessen)

Vergleichen sie das auch mal mit den Kosten des Sparens!

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Was AGW-Aktivisten verschweigen oder nicht wahr haben wollen:

Die verfügbaren erneuerbaren Energien sind nicht in der Lage die fossilen Energieträger auch nur annähernd zu substituieren.
Somit werden entweder die CO2-Reduktionsziele nicht erreicht oder man muss schnellstens neue KKW’s bauen.

Damit liegt die Spekulation nahe, die AGW-Aktivisten seien eigentlich KKW-Aktivisten. James Hansen ist ein prominentes Beispiel dafür.

Die Billionen teuere Planwirtschaft der Erneuerbaren wäre dann nur das Vorspiel für die neuen KKW’s. Allerdings muss das Vorspiel beendet werden bevor es sich vollends ruinös auswirkt und moderne KKW’s zum Wunschtraum von AGW-Aktivisten werden.

Die Bevölkerung wird beim geringsten Leidensdruck als Folge des geplanten Energiemangels bereit sein alles zu akzeptieren. Hauptsache das Licht geht wieder an.

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WASSERSTOFF

Denkbare und ausserdem dezentrale Lösungen für das Energieproblem zeigt die Forschung an Wasserstoff produzierenden Bakterien und Algen auf…

http://www.nature.com/nnano/journal/v5/n1/full/nnano.2009.315.html

http://www.organische-chemie.ch/chemie/2010/jan/wasserstoff-fabrik.shtm

Was geschieht auf diesem Feld an der ETH?

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@Lucas Bretscher.
Sie schreiben bezüglich Ihres Modells:

“Wird dagegen eine wirtschaftliche Entwicklung mit ungebremstem Klimawandel als Referenz gewählt, ermöglichen klimapolitische Massnahmen einen günstigeren Wachstumspfad. Allerdings ist die Verbesserung der Entwicklung vor allem dann möglich, wenn die Klimapolitik international koordiniert wird.”

Ein Gutachten des etwa vierzigköpfigen professoralen AGW-gläubigen wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen in Berlin, kommt zum Schluss der Klimaschutz sei eigentlich nicht finanzierbar.
Wörtlich:

“Subventionierung alternativer Energieträger ist nicht zielführend im Hinblick auf eine rechtzeitige, verbindliche und im Ausmaß ausreichende Klimapolitik.”

Klimapolitische Massnahmen mit ihren planwirtschaftlichen Ansätzen sind der längerfrisitge Tod der Wirtschaft. Zudem tritt Forschung und Entwicklung der erneuerbaren Energien trotz Klimaaktivismus praktisch an Ort. So hat z.B. die Fotovoltaik und die dazugehörige Akkutechnik seit mehr als vierzig Jahren keine nennenswerten Fortschritte gemacht.

Die Schlussfolferungen könnten somit unterschiedlicher nicht sein! Zumindest für mich ist das keine Überraschung. Bezüglich Blackbox-Modellen hatte ich schon immer meine berechtigten Zweifel.

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4342/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Wissenschaftlicher__Beirat/Gutachten__und__Stellungnahmen/Ausgewaehlte__Texte/0903111a3002,templateId=raw,property=publicationFile.pdf

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

In einer Welt, die infolge des Treibhauseffekts 2 bis 4°C wärmer ist, lässt es sich immer noch gut leben und man erwartet folgende Änderungen:
- Die heutigen Klimazonen werden nach Norden wandern (Südeuropa wird trocken und heiss, Mitteleuropaa mediterran warm, grosse Teile Sibiriens und Kanadas zum Teil überhaupt erst landwirtschaftlich nutzbar). Eventuell ergrünt die Sahara wieder und Spanien und Griechenland könnten zur neuen Sahara werden. Auch in Australien und den Südstaaten der USA wird es trockener.
- Der Temperaturunterschied zwischen Nord und Süd wird abnehmen und damit auch die Stärke ausgleichender Wind-/und Meeresströmungen. Es wird also weniger Stürme und Hurrikane geben, die verbleibenden werden aber stärker sein, weil mehr Energie im Klimasystem steckt.
-Es wird im Durchschnitt mehr und stärker regen, das warme Nass wird aber auch schneller verdunsten.

Diese Prognose findet sich im Spiegel Nr.13 2010 und teilweise auch in Ausführungen von James Hansen, dem Wissenschaftler, der am Anfang der Klimadebatte stand.

Was also ist so schlimm an dieser Zukunft? Zwei oder drei Dinge:
-wir leben plötzlich in anderen klimatischen Umgebungen auf die wir in uns nicht eingestellt haben, wir sind also plötzlich am falschen Ort.
-der langsame, aber fortschreitende Prozess des Klimawandels erfordert immer neue Anpassungen solange er nicht zur Ruhe kommt
-der Meeresspiegel wird langsam aber unaufhaltsam steigen

Bedeutet jede Verdoppelung der CO2-Konzentration einen Temperaturanstieg um 3°C, so muss die Wirtschaft früher oder später dekarbonisiert werden.
Die technischen Fähigkeiten um dies ökonomisch zu tun, sind erst teilweise vorhanden und die viel gehörte Behauptung, es bedürfe nur noch einiger politischen Entscheidungen (z.B. für Erneuerbare Energien) sind Selbstbetrug.

Wie ich schon an mehreren Stellen in diesem Blog geschrieben habe, sollte man jetzt dort dekarbonisieren, wo es schon gute Lösungen gibt, z.B. beim Wohnen. Heutige Häuser können ohne fossile Heizung ein angenehmes Klima schaffen. Es gibt sicher noch einige Bereiche, die man schon jetzt gut dekarbonisieren kann.

Zugleich sollte man massiv in die Energieforschung investieren, denn dort gibt es noch keine ökonomisch überzeugenden nicht-fossilen Lösungen und die beste Lösung scheint immer noch die Nuklearenergie zu sein (siehe http://www.theaustralian.com.au/news/opinion/only-a-carbon-tax-and-nuclear-power-can-save-us/story-e6frg6zo-1225839327862). Die heutige Form der Nuklearenergie kann aber nicht den Weltenergiebedarf decken.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Begrenzte Energie-Ressourcen

s. BEITRAG N° 48, PEAK OIL

http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/03/22/nationalrat-gegen-klimaschutz-initiative-voten-aus-der-debatte/

(Selbstzitat, sorry, aber die Links verdienen eine nähere Auseinandersetzung)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hier ein Beitrag der Yale University mit der Forderung, Klimadebatte bzw. Klimawissenschaft und Energie-Politik nicht länger zu vermischen… Zitat: “But so long as environmentalists continue to demand that climate science drive the transformation of the global energy economy, neither the science, nor efforts to address climate change, will be well served.”

Die Antworten liessen nicht auf sich warten und sorgen für eine lebhafte Debatte (s. comments)…

http://www.e360.yale.edu/content/feature.msp?id=2257

Ein bedenkenswerter Standpunkt auch hier: “Die Steinzeit ist nicht durch eine internationale Vereinbarung über den Verzicht auf Steine zu einem vorzeitigen Ende gebracht worden. Die Steinzeit ist zu Ende gegangen, weil es eine technologische Alternative gab. Das wird wohl auch für das fossile Zeitalter gelten.“

http://209.85.135.132/search?q=cache:Gaf-Ug4AeioJ:www.pit.physik.uni-tuebingen.de/studium/Kolloquium/Knut_Kuebler_Tuebingen_170609.pdf+neue+Energietechnologien&cd=3&hl=de&ct=clnk&gl=ch

Fazit beider Beiträge: weniger politisierte Wissenschaft, mehr Investitionen in F&E

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Peter Bühler und Ben Palmer

Da wir hier im Klimablog sind und ich sowieso nicht glaube, dass man alle Probleme auf einen Schlag lösen kann, wollte ich nur die Forderung nach einer Halbierung der weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 in einer anderen Implementierung präsentieren.

Vorschläge wie “ab 2020 keine Kohlenkraftwerke ohne CCS” oder “ab 2030 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge” sind doch die Konsequenz, wenn man weltweit bis 2050 die CO2-Emissionen halbieren will. Es ist erhellend, dass solche Forderungen als hirnrissig empfunden werden, nicht aber die Forderung Deutschland müsse bis 2050 die CO2-Emissionen um 90%, die Schweiz um 80% reduzieren. x% Reduktion ist letzlich ein Abstraktum, vor allem wenn man im Ausland kompensieren kann.

Je konkreter man aber wird, desto offensichtlicher wird, dass die CO2-Reduktionsforderungen der Klimatologen jeden Rahmen sprengen, den man durch ein bisschen Sparen erreichen kann.

Vom Verzicht auf die klassichen Glühbirnen halte ich übrigens auch nicht viel. Es ging mir nur um den Mechanismus der Ausmusterung von “obsoleten” Technologien, der schon konkret angewendet wurde und der den Vorteil hat, dass man nachprüfbare Meilensteine erreichen muss.

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Es geht nicht um die Energie allein…

Energie ist “bloss” eine Funktion in der Produktion und in der Erhaltung von Lebensstandards. Weshalb z.B. – und ohne jeden Sozialneid – soll das Ressourcen verschwendende (von mir aus im Minergie-Standard gebaute) “Haus im Grünen” steuerlich positiver beurteilt werden als das verdichtete Wohnen in der Stadt? Weshalb darf ein Plastikeimer oder ein Gummistiefel – in der Landi(!) – gerade noch 7 oder 8 Franken kosten?

Eine Reform müsste tiefer greifen – und sie sollte nationale Alleingänge ermöglichen. Die Dänen “leisten sich” bis zu 180 % Luxussteuer auf importierte Fahrzeuge z.B., innerhalb der EU nota bene und ohne erkennbaren Schaden für das dänische Gemeinwohl oder die Weltwirtschaft.

Um den Trend hin zu billigen Importen aus weitgehend Auflagen befreiter Produktion zu brechen, reichen Steuern auf Energieimporten eben nicht und sie werden auch keines der beinahe im Wochentakt entstehenden chinesischen Kohlekraftwerke verhindern.

Die sog. “Energiesparlampe” übrigens ist derzeit weit davon entfernt, irgendwelchen messbaren ökologischen Nutzen zu stiften

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@Martin Holzherr: In Ihrem Vorschlag bringen Sie CO2 und Energieverbrauch durcheinander. Das sind zwei unterschiedliche Probleme, die unterschiedliche Lösungen erfordern.

Ansonsten ist Ihr Vorschlag alles als realistisch, aber man darf gerne träumen:
“-ab 2020 keine neuen Kohlekraftwerke ohne CCS – weltweit”
Woher kommt dann die Energie?

“-ab 2030 nur noch emissonsfreie Fahrzeuge -weltweit”
Warum gehen Sie nicht auch die letzten konsequenten Schritte und fordern auch emissionfreie Flugzeuge oder, falls das nicht möglich ist, überhaupt keine Fahr- und Flugzeuge mehr?

Willkommen in der neuen emissionsfreien Welt!

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@Peter Bühler
Eine Resourcensteuer/-abgabe wie sie sie vorschlagen, sollte möglichst einfach sein. Von der GrünLiberalen Partei stammt die Idee, die Mehrwertsteuer durch einen Energieimportsteuer zu ersetzen (siehe http://www.grunliberale.ch/doku/medien/2010/mm20100315.pdf und http://www.nzz.ch/hintergrund/kolumnen/kolumne_kappeler_beat/kappeler_beat_kolumne/mein_standpunkt_eine_importsteuer_auf_energie_waere_effizienter_und_eintraeglicher_als_die_mehrwertsteuer_1.5103190.html).

Eine überraschend gute Idee fast ohne administrativen Aufwand.

Ich teile auch ihre Beurteilung, wenn sie die angestrebten PostKioto-Verträge mit denen sich jede Ländergruppe/jedes Land verpflichtet, x Prozent an CO2-Emissionen in x Jahren zu reduzieren “als wenig transparente Pauschalabkommen und illusionäre Zielsetzungen” bezeichnen.
Schon die Erfahrungen mit Kyoto haben gezeigt, dass das Ergebnis eines solchen Prozesses dürftig und angesichts der Möglichkeit im Ausland zu kompensieren, sogar intransparent ist.

Mir schwebt statt dessen ein weltweites “phase out” ganzer Produktkategorien vor. Hier gibt es viele erfolgreiche Beispiele: die Verbannung der klassischen Glühbirne aber auch Emissionsvorschriften, die für Neufahrzeuge ab einem bestimmten Datum gelten.

Hier ein paar mögliche Vorschläge für weltweite “Phase Outs”:
-ab 2020 keine neuen Kohlekraftwerke ohne CCS – weltweit
-ab 2020 müssen alle Neubauten den Minenergiestandard erfüllen -weltweit
-ab 2030 nur noch emissonsfreie Fahrzeuge -weltweit

Vorteile des “Phase Out”-Verfahrens gegenüber vertraglich zugesicherten Emissionsreduktionen:
-einfach überprüfbar
-technische Schwierigkeiten bei der Erfüllung können von technischen Arbeitsgruppen in grossen Firmen angegangen werden
-Voraussehbarkeit. Die technischen Problem können schon früh angegangen werden
-Weniger technisch fortgeschrittene Ländergruppen könnte ein späterer Einführungszeitpunkt zugestanden werden.

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@ Dittmar und Holzherr

M. Holzherr wendet zu Recht ein, “dass Länder wie die Schweiz und Schweden einen wichtigen (den schmutzigeren…) Teil ihrer Wirtschaft in die Schwellenländer ausgelagert haben.”

In einer redlichen 2000 Watt-Bilanz müsste z.B. der Ressourcenverbrauch (Energie, Wasser, Luft, Boden, Rohstoffe…) bei der Produktion und beim Transport von Gütern, insbesondere von Importgütern aufgerechnet werden (um hier mal zusätzliche Faktoren wie die Sozialverträglichkeit z.B. beiseite zu lassen).
Das träfe neben allen Gütern des täglichen Bedarfs auch die Lebensmittel und sog. “green technologies”.

Güter und Dienstleistungen nach ihrem Ressourcenverbrauch und ihrer Nachhaltigkeit klassifizieren und besteuern? Deklaration und Labels zur Verbraucherinformation in einem ersten Schritt?

Das heutige Steuerrecht plus Gebührenerhebung ist archaisch, ein gestrüppartiger Wildwuchs. Die Verfolgung übergeordneter Ziele geschieht nur indirekt über die Verteilung der durch Steuern und Gebühren erhobenen Mittel. In der beinahe beliebigen Durchsetzung dieser an zahlreichen Quellen erhobenen Steuern ist keine übergeordnete Zielsetzung erkennbar.
 
Wer eine drohende Ressourcenverknappung postuliert, müsste demnach eine Bewusstseinsänderung und einen Umbau des Steuerrechts fordern, in mehreren Schritten:
a) Transparenz, d.h. Erstellung einer Güterliste mit Angaben zum Ressourcenverbrauch bei Herstellung, Verpackung und Transport b) die Einführung einer Ressourcen-Verbrauchs-Deklaration und schliesslich
c) die Einführung einer allg. Ressourcen-Verbrauchs-Steuer.
Klingt etwas sperrig, aber Ihnen fällt bestimmt was Griffigeres ein.

Ein Generationenprojekt vielleicht, aber am Ende sinnvoll. Bessere Information und klare Deklaration als Voraussetzungen zur Verhaltensänderung. Fair Trade im grossen und politisch durchzusetzenden Massstab. Qualitatives und nachhaltiges Wachstum unter Begleichung des tatsächlichen Preises.
 
Mir schienen Anstrengungen in diese Richtung realistischer und innovationsfördernder als wenig transparente Pauschalabkommen und illusionäre Zielsetzungen betr. CO2-Emissionen und die einseitige Ausrichtung auf fossile Brennstoffe, die Verschwendung von Mitteln, die aufgrund windiger Proxies und untauglicher Modelle in schwarzen Löcher verschwinden. 

Dabei ginge es nicht um die Errichtung von Handelshemmnissen und den Schutz heimischer Industrien, sondern um die Durchsetzung von Standards in einem möglichst Ressourcen schonenden Wettbewerb. Gleich lange Spiesse für alle Player in einer globalisierten Wirtschaft. Die Herstellung eines Alu-Gartenstuhls z.B. verschlingt überall auf der Welt gleichviel Ressourcen, ihr Verbrauch allerdings unterliegt unterschiedlichen Bedingungen bzw. mehr oder weniger scharfen (Umwelt)Auflagen.
 
Die erwähnten von deutschen Steuerzahlern subventionierten Photovoltaik-Dächer”  z.B. stammen bei fortschreitendem Preisverfall überwiegend aus Ostasien, hergestellt unter alles andere als Ressourcen schonenden Bedingungen, die ihre stolzen Besitzer – wüssten sie davon – kaum mehr ruhig schlafen liessen.
 
In einem weiteren Zusammenhang auch zu bedenken: inzwischen verlassen alljährlich mehr als 400´000 Ingenieure die chinesischen Hochschulen. Quantitativ können da weder die Schweiz noch Deutschland (rund 40´000) mithalten. 
Wenn unsere Kinder eine Tages nicht bloss mehr Kartons öffnen und Waren in die Regale stellen sollen, gilt es vordringlich die Qualität der (Hoch)Schulen und deren Niveau mit ausreichenden Mitteln zu sichern. 
 
Nicht mehr ganz taufrisch, aber immer noch lesenswert:
http://www.welt.de/webwelt/article760726/Die_BWL_Schwaeche_der_deutschen_Erfinder.html

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<<Wer daran glaubt, ein exponentielles Wachstum könne in einer endlichen Welt ewig weiter gehen, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.»

Wer aber glaubt, dass es so weiter geht wie bisher, ist ein Normalo.
Deshalb lassen sich alle immer wieder überraschen, wenn ein Trend zu Ende geht. Nur wenige waren auf das Ende des Immobilienbooms in den USA vorbereitet und stark steigende Ölpreise würden viele Länder schwer treffen.

Exponentionelles Wachstum gibt es immer nur für begrenzte Zeit, obwohl es in der Natur angelegt ist (von n Nachkommen kann jeder n Nachkommen haben). Die Geschichte von Tier- und Menschengemeinschaften ist aber dominiert von Konflikten um limitierte Resourcen und die Verteidigung der eigenen Weidegründe.

Kontinuierliches (exponentielles) Wachstum über Jahrzehnte, wie es neue Technologien ermöglicht haben, löst scheinbar viele Probleme: den meisten Chinesen und vielen Indern geht es von Jahr zu Jahr besser und uns hier in der Schweiz geht es mindestens nicht schlechter.

Zukunftsoptimisten hoffen auf Wachstum gerade so lange, dass sich alle Menschen und Länder aus der Armut befreien können. Am Ende könnte eine Erde stehen, die überall so umgeformt ist, wie wir es von Europa her schon kennen. Doch sogar in diesem Szenario müssen die entwickelten Länder ihre Bedürfnisse zurückschrauben und nachhaltiger wirtschaften, leben sie doch heute auf Kosten von andern.

Wenn der Autor schreibt “Aus der Anwendung für die Schweiz ergibt sich, dass die Wirtschaft auch mit einer ambitionierten Energie- und Klimapolitik weiterhin wachsen kann. “, so glaube ich das nur bedingt.
Eine 2000-Watt Gesellschaft, die auch noch dekarbonisiert ist, wird es so schnell nicht geben. Eine dekarbonisiserte 6000-Watt Gesellschaft ist dagegen durchaus möglich, denn nicht-fossile Energiequellen, Antriebe und Heizungen werden immer konkurrenzfähiger.

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“Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Länder mit hohen Investitionen im Durchschnitt stärker wachsen, während sich solche mit einem hohen Energieverbrauch nicht besser entwickeln als andere.”
Das stimmt wohl und trifft auf Länder wie die Schweiz und Schweden zu, also auf Länder, die bereits industrialisiert sind und die nun nur noch im Dienstleistungssektor wachsen.
Für Länder wie China und Indien bedeutet aber mehr Wohlstand auch einen grösseren Energieverbrauch.
Die Autoren in diesem Blog gehen immer wieder von der Situation in Europa aus – doch die Welt dreht sich nicht mehr um diesen Kontinent.
Dazu kommt, dass Länder wie die Schweiz und Schweden einen wichtigen Teil ihrer Wirtschaft in die Schwellenländer ausgelagert haben. Eine 2000 Watt-Gesellschaft in der Schweiz ist zwar auch so nicht erreichbar – man denke nur an die Pendlerströme, die grossen Wohnflächen und die jährlichen Ferienreisen ins Ausland. Aber selbst wenn wir unsere Aktivitäten im Inland zurückschrauben und die Ferien zuhause verbringen, bleiben die Importe von Dünger, Nahrungsmitteln und Fertigprodukten.

Nur schon das 2° Grad Celsius Ziel ist so ambitiös, dass man, um es zu erreichen, die ganze Wirtschaft dekarbonisieren muss.

Die EU, die Uno und die vielen internationalen Organisationen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass letztlich die souveränen Staaten zuerst für sich selber sorgen müssen.
Deren Interessen sind aber nicht kongruent, ja nicht einmal konvergent.

Gäbe es schon all die Technologien, die die fossilen Energien kostenneutral ersetzen könnten, sähe es um vieles besser aus, was die Erreichbarkeit des Klimaziels angeht. CleanTech-Anwälte und Evangelisten für erneuerbare Energien sagen zwar genau das, doch sie sprechen gleichzeitig davon, dass nur Einspeisevergütungen und Subventionen diesen neuen Technologien zum Durchbruch verhelfen können – mit anderen Worten, sie sprechen von Technologien für die entwickelten Länder, die einen bestimmten Teil ihres Budgets für solche Zukunftstechnologien abzweigen können. Deshalb gibt es in Deutschland so viele Photovoltaik-Dächer nicht aber in Algerien oder der Türkei.

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Prognosen sind schwierig, aber notwendig, wenn man die Wirtschaft vorausschauend entwickeln will. Die 1-Kind Familie, die den Chinesen aufoktroyiert worden ist, ist ein Beispiel für die harten Konsequenzen, die sich aus einer Prognose ergeben können.

Unsere Gegenwart ist durch grosse Wachstumsraten in den Schwellenländern und eine wachsende Bevölkerung weltweit gekennzeichnet. Verlängerungen dieser Trends in die Zukunft ergeben gigantische Nachfragen. So soll sich die Weltenergieproduktion bis 2050 verdoppeln und ebenso die Anzahl der dann gebauten Automobile.

Es ist aber ungewiss ob dieses Buisness as Usal-Szenario überhaubt realistisch ist. Gerade auch die Klimadebatte lässt daran zweifeln.

In den nächsten 10 Jahren wird sich herauskristallisieren wie sich das zukünftige Angebot an fossilen Brennstoffen entwickelt und ob sich ein Peak Oil-Szenario herausbildet, in dem eine stagnierende Oelproduktion nicht durch andere fossile Brennstoffe kompensiert werden kann.

In den nächsten 10 Jahren wird sich herauskristallisieren wie stark die globale Temperatur wächst, wenn sich die atm. CO2-Konzentration verdoppelt. Damit werden die Konsequenzen eines BAU-Szenarios berechenbar.

Ich bin überzeugt, dass die Frage der Nachhaltigkeit schon bald in den Hintergrund gerät und statt dessen die Frage dominieren wird, wie man die nächsten 50 Jahre organisiert, damit möglichst wenig Menschen Schaden nehmen und möglichst viel Menschen der Armut entrinnen können.

Der Optimismus wird dem Realismus Platz machen müssen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Vor dem Hintergrund der negativen Entwicklung in Europa, den Währungs- und Haushaltsproblemen (Portugal, Spanien, Griechenland, GB etc.) wird die schweizerische Industrie wohl auf längere Zeit mit einem hohen Frankenkurs zu kämpfen haben. Einseitig angestrebte “Klimaziele”, staatlich erhöhte Energiepreise zur forcierten Förderung nicht ausgereifter Technologien werden die internationale Wettbewerbsfähigkeit kaum beflügeln. Am Wunschtraum von den green jobs hängt ein teurer Preis.
Man wünscht sich die ETH in einer nüchternen Arbitrage-Position, was die ökonomische und ökologische Beurteilung von Projekten zur alternativen Energieproduktion, von deren Kosten und Effizienz anbelangt. Eine ETH, die den enormen Forschungsbedarf auf den verschiedenen Feldern klar aufzeigt und die – als eine der bedeutendsten Ressourcen des Landes: brains – für eine Erhöhung ihrer Mittel kämpft. Nicht unter dem Titel einer fortwährend Glaubwürdigkeit und öffentliche Zustimmung einbüssenden, unrealistischen “Klimarettung” und kaum erreichbarer “Klimaziele”, aber unter dem Titel einer aus nachvollziehbaren Erwägungen (Ressourcenschonung, Unabhängigkeit, Luftreinhaltung) anzustrebenden Substitution fossiler Brennstoffe.
Massvoll verteuerte Energiepreise versprechen dann positive Effekte, wenn das so generierte Geld in F&E fliesst und die Investitionen in echte Innovationen durch steuerliche Begünstigung einen Anreiz erfahren.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Guten Tag,

sie schreiben:

“Energie ist ein Input, der mit anderen Inputs wie Arbeit, Kapital und Technologie die Leistung einer Wirtschaft erbringt.”

sicher eine richtige Aussage. Aber was fehlt ist:

Ohne Energie laeuft nichts! Moderne Maschinen koennen dank Oel und elektrischer Energie Berge versetzen, und das auch noch in einem atemberaubenden Tempo.

Aber ohne Oel bewegt sich heute fast gar nichts mehr und daran koennen auch die kluegsten Koepfe nichts aendern. Und die kluegsten Koepfe sind ohne stabile elektrische Energie und damit Computer heute auch viel “duemmer” als frueher.

Heute sind in der Schweiz, grob gesagt, maximal 60% der elektrischen Energie nachhaltig. Also umgerechnet nicht mal ein Viertel am totalen Energiebedarf.

Sagen wir also rund 15% wenn wir den unterschiedlichen Wert der verschiedenen Energieformen und deren Nutzung ignorieren. (Stimmt nicht wegen der jahreszeitlichen Variationen beim Bedarf und der Produktion und dem Import/Export von nicht nachhaltigem Strom. Dadurch wird die reale Situation noch deutlich schlechter. Aber ignorieren wir das mal im Moment.).

Der Rest ist nicht nachhaltiger Import! Direkt und indirekte graue Energie.

Damit schaffen wir also maximal 15% von den 5000 Watt pro Kopf, also etwa 800 Watt und damit weit weniger als die 2000 Watt.

Und dann muessen wir uns noch was fuer die Ernaehrung ueberlegen. Da sind nun wirklich kluge
Koepfe gefragt. rund 50% der Lebensmittel werden heute importiert und ohne den Einsatz von Oel/Gas etc in der modernen nicht nachhaltigen Landwirtschaft sinkt der Ertrag nochmal um rund 1/3 (eine Umstellung, falls moeglich, auf bio intensiv dauert sicher mehr als 10-20 Jahre).

Und unsere Nachbarn in der EU?

Nun die haben aehnliche und schlimmere Probleme und da gibt es ja noch nicht mal die noch schoenen hohen Berge mit den Gletschern! Also haben wir auch ein Interesse die Gletscher
fuer uns und zukuenftige Generationen zu bewahren und nicht nur als Wasserspeicher fuer die Kraftwerke!

mit besten Gruessen
michael

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