ETH-Klimablog - Umweltfolgen - Zwischen Flut und Dürre

ETH life zum Thema

Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

Blog-Schwerpunkte

Die Beiträge geordnet nach Wissensgebieten rund um den Klimawandel:
>Klimaforschung
>Umweltfolgen
>Energie
>Mobilität
>Wirtschaft
>Politik
>Stadtentwicklung
>Welternährung
>Nord-Süd

Archive

Zwischen Flut und Dürre

19.03.2010 von

Die Klimarisiken sind ungleich verteilt. Viele Länder mit sparsamem Energieeinsatz geraten durch klimatische Veränderungen wesentlich stärker unter Druck als wir Grossverbraucher fossiler Brennstoffe. Veränderungen im regionalen Wasserkreislauf bereiten den Menschen im Süden mehr Sorgen als die globale Erwärmung. Und etwa 70% des genutzten Wassers wird weltweit für die Produktion von Nahrungsmitteln eingesetzt. Für jedes Kilogramm Getreide wird ungefähr eine Tonne Wasser benötigt. Wasserknappheit wird deshalb schnell zur existentiellen Bedrohung.

Im Regen stehen…

Die Schweiz steht häufig im Regen. Im jährlichen Mittel fällt auf jeden Quadratmeter der Schweiz eine Regenmenge von 1.5 Kubikmetern, das ist doppelt soviel wie im weltweiten Durchschnitt. Ungefähr ein Drittel davon verdunstet entweder direkt oder via Vegetation und zwei Drittel speisen unsere Flüsse. Gletscher, Seen und Grundwasserleiter puffern unsere Wasserversorgung und sorgen so für Stabilität.

… oder auf dem Trockenen sitzen

Der Wasserkreislauf im Einzugsgebiet des Sambesi im südlichen Afrika sieht deutlich anders aus. Ein Team aus ETH Zürich, EPFL und Eawag untersucht den Wasserhaushalt in diesem Gebiet. Es gibt keine Gletscher, dafür übernehmen riesige Feuchtgebiete die Funktion der Wasserspeicher. Der Regen fällt ähnlich intensiv wie in der Schweiz, doch über 90% davon verdunstet bevor das Wasser abfliessen kann. Im Einzugsgebiet des Rheins produziert jeder Quadratmeter Landfläche 900 Liter Abfluss pro Jahr, am Sambesi sind es nur 80 Liter. Schon kleine Verschiebungen zwischen Regen und Verdunstung lassen im südlichen Afrika die Flüsse über die Ufer treten oder trocken laufen.

Wasserpuzzle

Früher hat der Sambesi nach der Regenzeit weite Landstriche überflutet und damit für eine natürliche Bewässerung gesorgt. Heute halten zwei grosse Stauseen die Fluten der Regenzeit zurück und produzieren rund ums Jahr Elektrizität. Entsprechend steigt die Nachfrage nach künstlicher Bewässerung im Unterlauf und wertvolle Feuchtgebiete leiden unter Trockenheit. Der Hochwasserschutz wird dringender, da die Flussufer nun dichter besiedelt sind. Weil gleichzeitig der Elektrizitätsbedarf zunimmt, planen Regierungen und Investoren weitere Stauseen. Optimale Lösungen für die gegensätzlichen Ansprüche ans Wasser des Sambesi zu finden, wäre für die acht beteiligten Nationen auch ohne globale Erwärmung eine grosse Herausforderung.

Hydrowandel

Klimawandel heisst auch «Hydrowandel» – das heisst, dass die regional eingespielte Balance zwischen Regen und Verdunstung sich ändern kann. Im südlichen Afrika gehen viele Klimaszenarien von grösserer Trockenheit aus. Prognosen über den künftigen Abfluss des Sambesi sind sehr unsicher. Länder wie Sambia, Simbabwe und Mosambik stehen deshalb vor der schwierigen Aufgabe, ihre Wasserinfrastruktur ohne verlässliche Prognosen zum künftigen Angebot zu entwickeln. Es ist deshalb höchste Zeit, in den betroffenen Ländern moderne Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aufzubauen, damit die dringenden Wasserprobleme vor Ort gelöst werden können.

Zum Autor

Bernhard Wehrli ist Professor für Aquatische Chemie an der ETH Zürich und an der Eawag.  Persönliches Zitat und Biografie

Bernhard Wehrli bloggt aus aktuellem Anlass: Am Montag, 22. März, ist internationaler Tag des Wassers.

.

.





Kommentare (17) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Felszeichnungen von Mammuts zeugen auch von einer sehr grundlegenden Veränderung des Klimas vor 10’000 Jahren. Dies hat aber wenig mit CO2 zu tun. Genau so wenig wie die von ihnen zitierten Antilopen. Die Sahara war schon eine Wüste, bevor die Menschen mit dem Verbrennen von fossilen Brennstoffen begonnen haben.

Dass die Menge an Niederschlag konstant bleiben sollte, ist eine absolut absurde Forderung! Auch gemittelt über 100 Jahre gibt es keinen Grund wieso die Menge an Niederschlag sich nicht verändern sollte. Das Klima ist nun mal ein komplexes System.

Sehen sie es ein: Das Klima hat sich schon immer geändert, und es wird sich auch immer ändern. In einem System wie der Erde mit 10^50 Freiheitsgraden kann es keinen Gleichgewichtszustand geben, oder besser gesagt dieser wird nie erreicht werden.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Ben Palmer
Wer finanziert die Umweltforschung? Hauptsächlich der Nationalfonds und die EU. Bundesrat Leuenberger hat damit kaum etwas zu tun. Es genügt auch nicht „Klima“ auf ein Gesuch zu schreiben, um Forschungsgeld zu erhalten. Projektanträge werden international begutachtet und nur jene mit Noten gut bis sehr gut werden finanziert.

@Pius Kuster
Richtig – die jährlichen Schwankungen im Niederschlag können sehr gross sein. Klimaänderungen entstehen jedoch durch Trends über Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Die Felszeichnungen von Antilopen in der Sahara illustrieren solche Veränderungen in der Wasserbilanz.

@Dittmar/Bühler
Positiv: Der Trinkwasserverbrauch pro Kopf hat in der Schweiz in den letzten Jahren abgenommen. Es ist also möglich Wasser effizienter zu nutzen. Weltweit hat die grüne Revolution die Hektar-Erträge der Landwirtschaft seit ca. 1950 verdoppelt. Damit sind im Mittel die Erträge pro Kopf etwa konstant geblieben.

Kritisch: Afrikanische Haushalte verbrauchten 1995 etwa 5-mal weniger Wasser als Europäische. Nun nimmt vor allem der Bedarf für die Bewässerung zu. Das führt in trockenen Gebieten zu Versorgungsproblemen. Die landwirtschaftlichen Erträge sind bisher in Afrika hinter dem Rest der Welt zurückgeblieben. Dies verschlechtert die Nahrungssicherheit bei wachsender Bevölkerung.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

> Kommentar von Peter Bühler. 21.03.2010, 16:50
> ..sorry, da ging noch eine Quelle vergessen:

ja und? Was zaehlt sind harte Zahlen der Foerderung und nicht das Wunschdenken.

Alles schon diskutiert im Blog mit Hartl.

Oel ist wie viele andere Dinge auch endlich.

Schauen sie sich die Foerderung in der Nordsee an und vergleichen sie das mit den Glaubensbekenntnissen der Oelindustrie noch vor wenigen Jahren.

Die IEA hat inzwischen eine neue Richtung eingeschlagen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

..sorry, da ging noch eine Quelle vergessen:

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704107204574470700973579402.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Puuuh, was für ein Kommentar. Notwendigerweise in einzelnen Teilen zu knapp für die komplexe Thematik.

„sie schreiben nicht wer heute in Afrika Golf spielt…“
Ich habe meinen Einlassungen zu diesem Nebenthread nichts anzufügen.

„Seihen sie doch ehrlich, was sie interessiert sie ist nicht das Afrikaner so leben wie wir.“
Ich wünsche mir, dass sie deutlich besser leben als heute.

„Ganz im Gegenteil es geht Ihnen darum die verbleibenden Reichtuemer aus Afrika bei uns zu nutzen. Kolonialismus auf moderne Art und wer Gewissensprobleme hat .. tja dem muss man erzaehlen, wir wollen ja nur helfen.“
Meine Wünsche – wenn die überhaupt von Bedeutung sind – gehen dahin, dass die Afrikaner ihre Ressourcen besser und selber nutzen. Und dazu soll das ADAPT-Projekt ja wohl dienen.

„Kennen sie das Phaenomen des denial?“
Wenn Sie damit den auf den Begriff climate denialist anspielen wollen, ja. Er ist a) unsinnig, weil ich keinen Menschen kenne, der die Existenz des Klimas oder dessen Wandel abstreitet – b) ist er perfid, weil er die sog. „Klimaleugner“ mit den Auschwitz-Leugnern in Verbindung bringt. Gedankenloser Agitprop.

„Ein Raucher oder Alkoholiker wird nur sehr selten ueber sein Problem sprechen und will es schon gar nicht von anderen hoeren.“
Wenn Sie sich zum Thema äussern möchten…

„Ich dachte immer Verhuetungsmittel spielen eine wichtige Rolle oder ist das ein Taboo?“
Verhütungsmittel und deren Anwendung sind Teil der erwähnten Entwicklung und Bildung.

„Ach ja? Was finden sie humanistischer? 1 Milliarde Menschen die nicht genug zu essen haben (Tendenz steigend)“
Sicher nicht. Was also sind die Alternativen zu Entwicklung und technischem Fortschritt in rückständigen Zonen? Biosprit jedenfalls verschärft das Hungerproblem deutlich.

„10 Millionen Menschen die jedes Jahr verhungern oder eine konsequente 1-Kind Politik?“
Die können Sie nicht (neokolonialistisch) verfügen. Da müssen Sie überzeugen und – sic – für Entwicklung und Bildung sorgen.

„Waren sie mal in Indien? Bombay? Aber 1 Milliarde Menschen die nicht genug zu Essen haben ist ja gewaltig genug.“
Indien verfügt über genügend Nahrungsmittel. Ursachen für den Hunger bilden Armut, Unterentwicklung, mangelnde Bildung.

„Quellen bitte! Die Fakten gerade zum Oel sind eindeutig!“
Lassen wir die Einflüsse der Finanzmärkte auf den Ölmarkt mal beiseite. Die heutigen Reserven reichen zu Bedarfsdeckung für weitere 40 Jahre. Eine künftige Deckung kann aus der Weiterent-
wicklung der konventionellen Erdölressourcen und der nicht-konventionellen Erdölvorkommen (Bitumen, Ölsande, Ölschiefer) erfolgen, um den Erdölbedarf bis ins nächste Jahrhundert zu sichern. Die Herausforderung besteht darin, die Erdölvorkommen sowohl technisch als auch wirtschaftlich besser zu erschliessen und optimiert zu nutzen. Von den grossen Kohle- und Gasvorräten ganz zu schweigen. Es wird der Preis sein, der die technische Entwicklung hin zu ökologisch und ökonomisch besserer Nutzung antreiben wird. Eine Entwicklung, die letztlich auch die Substitution und den Abschied von der „Ölgesellschaft“ ermöglicht. Die heutigen Alternativen sind dazu nicht in der Lage, ihre einseitige und unsinnige Förderung verschärft vielmehr das Problem.
Auch wenn Ihnen die folgende Quelle nicht gefällt: http://www.erdoel-vereinigung.ch/UserContent/Shop/EV%20-%20Langfristige%20Verfügbarkeit.pdf

„Ja richtig inzwischen sind die Fluesse verschmutzt, Fische von PCB verseucht, Arten sterben aus wie nie zuvor in den letzten 60 Millionen Jahren.“
Inzwischen sterben die Menschen in den entwickelten Ländern nicht mehr zwischen 30 und 40, ihre medizinische Versorgung macht laufend Fortschritte und sie leiden keinen Hunger. An der Lösung der mit dieser positiven Entwicklung z.T. verbundenen negativen Begleitfolgen wird auch an der ETH hart und keinesfalls erfolglos gearbeitet. Der Export der Industriefertigung nach Fernost durch die nicht zielführende „Dekarbonisierung“ in den westlichen Ländern macht einen Teil dieser Fortschritte allerdings zur Makulatur.

„Die Abhaengigkeiten von Import werden immer groesser und ja wieviele Menschen kann die schweizer Landwirtschaft heute ernaehren (und das auch dank dem Oel!) rund 4 Millionen!“
In einer globalisierten – oder auch nur europäisierten – Wirtschaft muss sich die Schweiz aufgrund ihrer dafür eher nachteiligen klimatischen Bedingungen nicht als Agrarnation profilieren.

„von welchen Modellen sprechen sie?“
Jenen von Malthus und Bartlett…

„Nein, sie weisen auf eine Zukunft hin in der Energiequellen versiegen und Laender wie die Schweiz moeglichst schnell lernen muessen ohne das viele Oel zu leben.“
Wenn Sie rasch realisierbare, wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Alternativen kennen, sollten Sie sie den Lesern nicht vorenthalten.

„Das ist eine Behauptung.. Welche Fakten koennen sie anbieten?“
Fakten zur Zukunft? Ich bin nicht Hellseher. Vielleicht mit Keynes: „langfristig sind wir alle tot.“

„Zahlen bitte! Und wie funktioniert das ohne auf Oel und Gas basierenden Methoden?“
Durch bessere Züchtungen, standortgerechte Sortenwahl, verbesserte Anbaumethoden > http://www.agrl.ethz.ch/

„(Nicht die mangelnde Produktion, sondern deren Verteilung und Verwendung (Bio Treibstoffe!) stellt das Problem dar.) eine Behauptung ..Quellen bitte!“
Den Bericht der Weltbank zur preistreibenden Wirkung von sog. „Biotreibstoffen“ auf dem Markt für Grundnahrungsmittel hatte ich hier an anderer Stelle bereits verlinkt.

„…und ja Verteilung sind sie etwa Kommunist?“
Sind Sie’s vielleicht, klammheimlich? „Verteilung“ bezieht sich auf die geografische Verteilung von Ressourcen.

„ich bin mehr fuer Realismus! Damit kann man eher was erreichen.“
Als Realist würden Sie die Notwendigkeit von Entwicklung nicht abstreiten, allenfalls aber die Chancen zu deren Durchsetzung skeptisch betrachten.

„ach auf einmal gibt es also doch ein Energieproblem. Warum denn nicht gleich so?“
(Relativ) endliche Ressourcen, ihr Preis, ihre Verfügbarkeit, ihre Umweltwirkungen usw. bildeten und bilden immer ein „Problem“.
Ich setze auf Forschung und Entwicklung. Und Sie?

„Die ETH waere gut beraten die Probleme zu akzeptieren und dann an Loesungen zu arbeiten.“
Ich nehme an, das tut sie weitgehend. In der Frage des AGW und der damit verbundenen politischen Forderungen, der Ausrichtung ganzer Wissenschaftszweige auf ein monokausales Erklärungsmodell für die in den letzten 160 Jahren gemessene relative Erwärmung sehe ich allerdings eine bedauerliche Fehlentwicklung.

„Was sie vorschlagen ist doch Probleme ignorieren denn die existieren ja gar nicht!“
Ich fürchte eher auf Probleme hinzuweisen, die Sie möglicherweise ignorieren.

„Als weiter mit dem Kopf im Sand und einfach weiter wie bisher!“
Was das green thinking, Klimatismus und eine fehlgeleitete Politik anbelangt, sicher nicht!

„mit besten Gruessen“
Auch an Sie die besten Grüsse

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Buehler,

sie schreiben nicht wer heute in Afrika Golf spielt. Sind es die Afrikaner oder eine korrupte Elite und deren reichen Freunde aus den noch reichen Laendern.

Seihen sie doch ehrlich, was sie interessiert sie ist nicht das Afrikaner so leben wie wir. Ganz im Gegenteil es geht Ihnen darum die verbleibenden Reichtuemer aus Afrika bei uns zu nutzen. Kolonialismus auf moderne Art und wer Gewissensprobleme hat .. tja dem muss man erzaehlen
wir wollen ja nur helfen.

>Albert A. Bartlett, ein alter Mann, der – das eigene Ende vor
>Augen – seinen Pessimismus auf den Fortgang der Welt an sich
>projiziert, ein bekanntes psychologisches Phänomen.

Kennen sie das Phaenomen des denial?

Ein Raucher oder Alkoholiker wird nur sehr selten ueber sein Problem sprechen und will es schon gar nicht von anderen hoeren.

>Bevölkerungswachstum ist keine exponentielle Grundkonstante.
>Technischer Fortschritt, Entwicklung, Bildung und Aufklärung
>sorgen für eine Abflachung der Wachstumskurven.

Ich dachte immer Verhuetungsmittel spielen eine wichtige Rolle oder ist das ein Taboo?

>Es gibt daher keine (ethisch vertretbaren) Alternativen dafür.

Ach ja? Was finden sie humanistischer? 1 Milliarde Menschen die nicht genug zu essen haben (Tendenz steigend), 10 Millionen Menschen die jedes Jahr verhungern oder eine konsequente 1-Kind Politik?

>Malthusianer wie Bartlett sahen z.B. für Indien und Südostasien
>riesige Hungerkatastrophen in den 90er-Jahren voraus.

Waren sie mal in Indien? Bombay? Aber 1 Milliarde Menschen die nicht genug zu Essen haben ist ja gewaltig genug.

>Sie sind ebenso wenig eingetreten wie der immer wieder
>prognostizierte peak oil.

Quellen bitte!

Die Fakten gerade zum Oel sind eindeutig! Post peak oil aus den letzten Jahren: Nordsee, Mexiko etc..

>Technische Fortschritte in allen Bereichen (Landwirtschaft,
>Bildung, Energiegewinnung, medizinische Versorgung) etc.

Ja richtig inzwischen sind die Fluesse verschmutzt, Fische von PCB verseucht, Arten sterben aus wie nie zuvor in den letzten 60 Millionen Jahren. Die Abhaengigkeiten von Import werden immer groesser und ja wieviele Menschen kann die schweizer Landwirtschaft heute ernaehren (und das auch dank dem Oel!) rund 4 Millionen!

>finden in derlei biblischen Endzeit-Denkmodellen nicht die
>gebührende Berücksichtigung.

von welchen Modellen sprechen sie?

>Sie weissagen eine Zukunft unter unveränderten
>Rahmenvoraussetzungen.

Nein, sie weisen auf eine Zukunft hin in der Energiequellen versiegen und Laender wie die Schweiz moeglichst schnell lernen muessen ohne das viele Oel zu leben.

>Als Zukunftsvorhersagen taugen sie in einer sich kontinuierlich
>ändernden Welt wenig.

Das ist eine Behauptung.. Welche Fakten koennen sie anbieten?

>Heute wird z.B. ein Vielfaches der früheren
>Nahrungsmittelproduktion auf kleineren Flächen erzielt.

Zahlen bitte! Und wie funktioniert das ohne auf Oel und Gas basierenden Methoden?

>Nicht die mangelnde Produktion, sondern deren Verteilung und
>Verwendung (Bio Treibstoffe!) stellt das Problem dar.

eine Behauptung ..Quellen bitte! und ja Verteilung sind sie etwa Kommunist?

>Optimismus und das Vertrauen in mögliche positive
>Entwicklungen bilden nicht nur bei Projekten wie ADAPT den
>einzigen gangbaren Weg.

ich bin mehr fuer Realismus! Damit kann man eher was erreichen.

>Bei uns oder in Afrika: Investitionen in Forschung und
>Entwicklung sind zwingend, um Technologien voranzubringen,
>die künftig zur Problemlösung z.B. in der Energie- und
>Wasserversorgung beitragen.

ach auf einmal gibt es also doch ein Energieproblem. Warum denn nicht gleich so?

>Die ETH wäre schlecht beraten, den Kopf/die Köpfe in den Sand
>zu stecken und sich pessimistischen Szenarien hinzugeben.

Nein, ganz im Gegenteil: Die ETH waere gut beraten die Probleme zu akzeptieren und dann an Loesungen zu arbeiten.

Was sie vorschlagen ist doch Probleme ignorieren denn die existieren ja gar nicht!
Als weiter mit dem Kopf im Sand und einfach weiter wie bisher!

mit besten Gruessen

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Michael Dittmar
Golf: Es sollte nur festgehalten werden, dass den Afrikanern das Golfspielen nicht grundsätzlich verboten sein kann, wenn es denn die Entwicklung und die Wasservorräte zulassen…

Albert A. Bartlett, ein alter Mann, der – das eigene Ende vor Augen – seinen Pessimismus auf den Fortgang der Welt an sich projiziert, ein bekanntes psychologisches Phänomen.
Bevölkerungswachstum ist keine exponentielle Grundkonstante. Technischer Fortschritt, Entwicklung, Bildung und Aufklärung sorgen für eine Abflachung der Wachstumskurven. Es gibt daher keine (ethisch vertretbaren) Alternativen dafür. Malthusianer wie Bartlett sahen z.B. für Indien und Südostasien riesige Hungerkatastrophen in den 90er-Jahren voraus. Sie sind ebenso wenig eingetreten wie der immer wieder prognostizierte peak oil. Technische Fortschritte in allen Bereichen (Landwirtschaft, Bildung, Energiegewinnung, medizinische Versorgung) etc. finden in derlei biblischen Endzeit-Denkmodellen nicht die gebührende Berücksichtigung. Sie weissagen eine Zukunft unter unveränderten Rahmenvoraussetzungen. Als Zukunftsvorhersagen taugen sie in einer sich kontinuierlich ändernden Welt wenig. Heute wird z.B. ein Vielfaches der früheren Nahrungsmittelproduktion auf kleineren Flächen erzielt. Nicht die mangelnde Produktion, sondern deren Verteilung und Verwendung (Bio Treibstoffe!) stellt das Problem dar. Ähnlich verhält es sich bei den Wasservorräten. In der Schweiz z.B. ist der Wasserverbrauch seit 30 Jahren rückläufig:
http://www.trinkwasser.ch/dt/frameset.htm?html/wasserversorgung/wvs_wasserabgabe_03.htm~mainFrame

Optimismus und das Vertrauen in mögliche positive Entwicklungen bilden nicht nur bei Projekten wie ADAPT den einzigen gangbaren Weg. Bei uns oder in Afrika: Investitionen in Forschung und Entwicklung sind zwingend, um Technologien voranzubringen, die künftig zur Problemlösung z.B. in der Energie- und Wasserversorgung beitragen. Die ETH wäre schlecht beraten, den Kopf/die Köpfe in den Sand zu stecken und sich pessimistischen Szenarien hinzugeben.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Bernhard Wehrli
Zitat: „Klimawandel heisst auch «Hydrowandel» – das heisst, dass die regional eingespielte Balance zwischen Regen und Verdunstung sich ändern kann“

Diese „Balance“, wenn es sie denn gibt, ändert sich auch unabhängig vom Menschen. Hier einige Beispiele der jährlichen Maximal-/Minimalwerte des Niederschlags:

Wetterstation Zürich:
1949: 674 L/m2
1999: 1549 L/m2

Wetterstation Lugano:
1960: 2786 L/m2
2005: 952 L/m2

Die jährlichen natürlichen Schwankungen sind also um einiges grösser als die durch CO2 verursachten.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Die Klimarisiken sind ungleich verteilt.“ Herr Wehrli, selbst das Klima ist ungleich verteilt! Man sollte sich auch einmal die Frage stellen, warum sich Menschen in der Vergangenheit überhaupt in unwirtlichen Klimazonen angesiedelt haben und warum sie in den vielen Jahrtausenden, die seither vergangen sind, nicht mildere Klimazonen aufgesucht haben.
Eskimos sind z.B. ursprünglich aus wärmeren Regionen in den hohen Norden migriert.Was hat sie dazu bewegt? War etwa während längerer Zeit diese Zone eisfrei und „einladend“? Warum sind sie dann bei zunehmender Vereisung nicht als „Klimaflüchtlinge“ (das Schreckgespenst, das das IPCC an die Wand malt) wieder weiter südlich migriert? Es ist doch für uns unvorstellbar, im ewigen Eis in Eishöhlen zu leben.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Herr Buehler,

wer spielt eigentlich Golf in diesen armen Laendern? Aber wir brauchen ja gar nicht nach Afrika zu gehen. Schauen wir doch einfach mal nach Spanien usw.. oder vielleicht ein Diagram zum Wasserverbrauch weltweit: http://www.fao.org/docrep/w4745e/w4745e01.jpg

glauben sie das ist nachhaltig? und verstehen sie die exponential Funktion? Falls nicht hier etwas Nachhilfe: http://video.google.ca/videoplay?docid=-5051121482067161853&ei=HbujS4zuGZyQqQONv-T9Cw&q=arithmetic+population+energy&hl=en&view=3&client=safari#

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Ben Palmer

Zum „Klimaziel“ von max. 2° + gibt’s News auf der Blogsite von Hans von Storch. Gastkommentator Richard Tol räumt mit den diesbezüglichen politischen Illusionen einigermassen gründlich auf:

http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/03/richard-tol-feasibility-of-two-degrees.html

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Bernhard Wehrli
Bleibt aufrichtig zu wünschen, dass Ihnen und Ihren Kollegen im Rahmen des ADAPT-Projektes die Integration der unterschiedlichen Ansprüche gelingt und die in der Schweiz begangenen Fehler keine Wiederholung finden (s.a. http://www.landschaftsoekonomie.tu-berlin.de/fileadmin/a0731/uploads/publikationen/workingpapers/WP_14_2006_Klaphake_Scheuman_Transboundary_Wat_.pdf. )

Im Übrigen wird es wohl ein schwieriges Unterfangen, den Afrikanern schon zu Beginn einer halbwegs hoffnungsvollen Entwicklung die Grenzen eines Wachstums zu predigen, das uns, speziell den Schweizern, derart viel Wohlstand, technischen und medizinischen Fortschritt, soziale Sicherheit und erträgliche Umweltbedingungen gebracht hat. Die Sambesi-Region verfügt über ein hohes Potential für eine prosperierende Zukunft. Da mag auch der eine oder andere Golfrun Platz darin finden… oder sollen Afrikaner nicht Golf spielen? 😉

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Afrika braucht bessere Universitäten, damit lokale Experten sich um die Lösung von Umwelt- und Entwicklungsproblemen kümmern können.“
Da haben Sie sicher Recht, Herr Wehrli, aber aus braucht auch vor allem Schulen für alle Altersstufen und Ausbildungsplätze für Fachkräfte. Universitäten allein reichen nicht. Für die Projektion und den Bau von Wasserversorgungs- und Wasserreinigungsanlagen sind keine Akademiker notwendig.
Das kostet Geld. Aber Geld ist im Überfluss vorhanden, nur wird es heute eher in den CO2-Handel, in unrentable Energieprojekte investiert oder, wenn nach den Wünschen des IPCC und der EU ohne Auflagen an Drittweltländer verschenkt.
Und wo gehen denn die jährlich über 400 Mio$ des FAO-Budgets hin? Was macht die WHO mit ihrem Geld? UNICEF?

In ihrer panischen Angst vor dem Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher sind die Politiker in der industrialisierten Welt offenbar bereit, jeden Preis zu bezahlen, um für ihre Kindern den Temperaturanstieg unter 2° zu halten. Dass auf unserem Planeten bereits seit Jahrzehnten Millionen von Kindern an Hunger, Wassermangel und Malaria sterben, interessiert nicht. Rette sich wer kann (wir können, weil wir die Technologie, das Wissen und die Mittel haben), die Kinder der Anderen sind nicht unser Problem.

Warum investiert die Eidgenossenschaft nicht in Lehrstühle, um erst einmal diese Probleme zu lösen helfen? Ganz einfach: wenn jemand einen Antrag für Forschungsgelder stellt und darin das Wort Klima vorkommt, dann greift Leuenberger gerne in die Tasche und streut den Segen aus. Das Geld wäre an anderen Stellen humaner und besser eingesetzt.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo,

also geht es in erster Naehrung nicht nur um bessere Universitaeten sondern darum was man mit dem Wissen macht.

Golfplaetze bewaessern oder eben was anderes. Daran koennen leider auch die Universitaeten nichts direkt aendern.

Dagegen koennte man das Wissen ueber die Grenzen des Wachstums verbreiten. Das wuerde viele Probleme loesen… Leider nicht alle und auf die „Golfplaetze“ muessten einige Auserwaehlte wohl verzichten.

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Michael Dittmar
Afrika braucht bessere Universitäten, damit lokale Experten sich um die Lösung von Umwelt- und Entwicklungsproblemen kümmern können. Kurzfristig kann Forschungszusammenarbeit zwischen Nord und Süd dazu (hoffentlich) einen Beitrag leisten.

Los Angeles hat zwar Wasserknappheit aber die Rasenflächen werden mit Trinkwasser beregnet. Im Gegensatz zu vielen Regionen in Afrika hat Kalifornien wenig Probleme mit der Qualität der Wasserversorgung. Aber in den meisten trockenen Regionen ist ein Lernprozess im Gang, um knappe Wasservorräte effizienter zu bewirtschaften.

@ Peter Bühler
Richtig! Die Schweiz war vor 200 Jahren ein regelmässiges Überschwemmungsgebiet. Die Gewässerkorrektionen haben weite Landstriche erstmals bewohnbar gemacht. Allerdings sind nun die begradigten Flüsse und die verschwundenen Sümpfe zusätzliche Risikofaktoren. Neue Dämme für den Hochwasserschutz werden deshalb in der Schweiz mit der Wiederherstellung von naturnahen Feuchtgebieten ergänzt. Der Trend geht nicht zuletzt aus Kostengründen in Richtung Kombination von moderner Technik mit natürlichem Hochwasserschutz.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Ein Zusammenhang zwischen der regionalen Zerstörung von Ökosystemen durch Staudämme und den Auswirkungen eines evtl. Klimawandels wird aus dem Beitrag leider nicht ersichtlich. Im ETH LIFE-Bericht ist von Klimawandel oder AGW nicht die Rede: http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/080722_Revision_am_Sambesi/index

Soll nicht heissen, entsprechende Fragestellungen seien für das Projekt ohne Bedeutung. Mir scheint aber gerade aus Schweizer Perspektive ein anderer Aspekt wesentlich: noch vor 150 Jahren überfluteten in der Regenzeit Aare, Linth und andere Flüsse auch „weite Landstriche“ und sorgten „für eine natürliche Bewässerung.“ Die Folgen waren für die Bevölkerung der Überschwemmungsgebiete verheerend. Die Fluten sorgten für Zerstörung, Malaria und Seuchen machten sich immer wieder breit. Mit der Juragewässer- und Linthkorrektion u.a. wurden die Riet- und Sumpfflächen trockengelegt und nur noch kontrolliert bewässert. Alles in allem ein grosser Segen für die früher Not leidende Bevölkerung, – verbunden allerdings mit einem enormen Verlust an natürlichen Biotopen und der weitgehenden Zerstörung der einstigen Artenvielfalt.
In welche Richtung soll die Entwicklung im südlichen Afrika gehen? Aus rein ökologischer Sicht wünschten sich viele wohl die Erhaltung des status quo, aus humaner und ökonomischer Sicht bildet die Entsumpfung und Urbarmachung „nach schweizerischem Vorbild“ unter Vermeidung der begangenen Fehler das Ziel. Neokolonialistischer Oeko-Konservatismus versus zivilisatorischen Fortschritt?

http://www.nidau.ch/de/07_freizeit/buchtipp_schlossmuseum.php

http://www.novartis.com/newsroom/news/2008-04-25_world-malaria-day.shtml

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Guten Tag,
Sie schreiben:

„Es ist deshalb höchste Zeit, in den betroffenen Ländern moderne Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aufzubauen, damit die dringenden Wasserprobleme vor Ort gelöst werden können.“

Was meinen sie damit? Was soll ihrer Meinung nach dort gemacht werden?

Warum nehmen wir nicht Beispiele aus den hightech Laendern wie Australien und den USA (um Los Angeles herum). Da gibt es schon diese Einrichtungen und trotzdem (oder deshalb?) sieht es dort sehr sehr schlecht mit dem Wasser aus!

Also was muss man noch lernen um die gleichen Fehler zu verhindern?

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

top
 
FireStats icon Powered by FireStats