ETH-Klimablog - Politik - Klimaschutz ist vordringlich

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Klimaschutz ist vordringlich

12.03.2010 von Gastautorin , BAFU

US-Senator Inhofe bezweifelt den Klimawandel, CNN griff die Frage ernsthaft auf (Video). Der Club von SF (Video) nahm den kalten Januar zum Anlass, die wissenschaftlichen Grundlagen in Frage zu stellen. Im Lärm solcher Debatten geht meist unter: Klimapolitik ist letztlich Risikomanagement. Die menschlichen Aktivitäten, vorab der fossile Energieverbrauch und die Abholzung der Regenwälder, bergen das Risiko einer gefährlichen Störung des Klimasystems. Die Anfänge dieser Auswirkungen sind zweifelsfrei messbar. Die Politik ist deshalb gefordert, die zu erwartenden Risiken für die Gesellschaft zu verringern.

Das Unvermeidliche bewältigen

Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass selbst die ambitiösesten Klimaschutz-Anstrengungen nicht ausreichen, um einen globalen Temperaturanstieg abzuwenden. Dabei darf man sich nicht vom Wetter irritieren lassen: Der Januar 2010 war hier zwar der kälteste seit 23 Jahren, global hingegen der wärmste, wie Satellitenmessungen zeigen.

Das Klima hat sich in den letzten Jahrzehnten weit rascher verändert, als es natürlicherweise schwankt. Die Menschheit selbst ist aufgrund der dicht besiedelten Lebensräume und des historisch hohen Lebensstandards äusserst verletzlich. Wir kommen daher nicht umhin, uns auf veränderte klimatische Bedingungen einzustellen.

Klimawandel hat Priorität

Gegner einer aktiven Klimapolitik führen oft ins Feld, dass es dringendere Probleme gebe, wie zum Beispiel die Hunger- oder Malariabekämpfung. Sie übersehen offenbar, dass der Klimawandel diese Probleme verstärkt. Nairobi ist heute aufgrund seiner Höhenlage malariafrei. Die globale Erwärmung führt indes dazu, dass die Malariagrenze steigt. Der Klimawandel verschärft zudem potenziell die Ernährungslage. Die Anpassung an den Klimawandel verdient daher höchste Priorität.

Das nicht zu Bewältigende vermeiden

Damit das Risiko des Klimawandels effektiv bewältigt werden kann, braucht es eine übergeordnete Strategie. Sie muss ausloten, welche Risiken für die Gesellschaft tragbar sind und welche Risiken unbedingt zu vermeiden sind.

Der Umgang mit dem Klimawandel stützt sich international wie national auf einer Zweisäulenstrategie: Vermeidung einer weiteren Erwärmung und Anpassung. Die unvermeidliche Anpassung an den Klimawandel darf jedoch Vermeidungsmassnahmen nicht verdrängen. Falls sich der Treibhausgasausstoss im heutigen Ausmass weiterentwickelt, könnte dies eine globale Erwärmung von über 6 Grad zur Folge haben. Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass die kritische Grenze bei 2 Grad liegt. Das heisst, dass sich die Gesellschaft unverantwortlichen Risiken aussetzt, wenn sie nicht auch bei den Ursachen ansetzt.

Die Massnahmen sind hinlänglich bekannt. Da fossile Energien ohnehin nur beschränkt vorhanden sind, verringert eine Neuorientierung der Energiepolitik nebst der Klimaerwärmung auch weitere Risiken wie Versorgungsengpässe, Importabhängigkeit und Verletzlichkeit aufgrund grosser Ölpreisschwankungen.

Zur Autorin

Gastautorin Andrea Burkhardt ist Abteilungsleiterin Klima, Bundesamt für Umwelt (BAFU).

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Kommentare (14) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Zitat Andrea Burkhardt:
“Nairobi ist heute aufgrund seiner Höhenlage malariafrei. Die globale Erwärmung führt indes dazu, dass die Malariagrenze steigt.”

Die Malariaverbreitung ist tatsächlich stark temperaturabhängig.
Wie folgender Artikel (siehe http://www.newscientist.com/article/mg20627615.800-malaria-in-retreat-despite-warmer-climate.html) aufzeigt, wurde die Malaria im letzten Jahrhundert trotz steigenden Temperaturen (+0.7°C) jedoch stark zurückgedrängt und der Autor der Studie sagt:
“The things acting to reduce malaria spread, like improved healthcare and disease control, are much more powerful than the weak effect of warming.”

Dass Malaria trotz globaler Erwärmung zurückgedrängt werden kann, passt zur These Bjorn Lomborgs, der in seinem Buch “Cool it” behauptet, Adaption sei die beste Antwort auf die Klimaerwärmung.

Adaption muss aber irgendwann an ihre Grenzen kommen, wenn die Temperatur immer weiter ansteigt. Lomborg bemüht sich deshalb in seinem Buch, die Folgen der Klimaerwärmung als möglichst überschaubar und geringfügig darzustellen.

Das Prinzip Hoffnung genügt aber vielleicht nicht.

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@Andrea Burkhardt.Es wäre gut wenn das BAFU zur Kenntnis nähme, dass nicht nur das Klima grossen und kleinen natürlichen Schwankungen unterliegt, sondern auch das politische Umfeld. Während SF- DRS Wetter und Klima offensichtlich nicht auseinaderhalten kann, stellen die deutschen Massenmedien den anthropogenen Klimawandel zunehmend auf sachliche Weise in Frage.

Auch Bundeskanzlerin Merkel bekommt einen offenen Brief unterschrieben von einigen Hundert deutschen Wissenschaftlern mit der Message, dass wir keine CO2-kausal begründbare globale Erwärmung haben.

http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/klimawandel-offener-brief-an-kanzlerin-merkel-temperaturmessungen-ab-1701-widerlegen-anthropogen-verursachte-temperaturschwankungen/

Ein Gutachten des ~40 köpfigen professoralen Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen, kommt trotz AGW-gläubigkeit zum Schluss der Klimaschutz sei eigentlich nicht finanzierbar,
sprich:

“Subventionierung alternativer Energieträger ist nicht zielführend im Hinblick auf eine rechtzeitige, verbindliche und im Ausmaß ausreichende Klimapolitik. ”

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4342/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Wissenschaftlicher__Beirat/Gutachten__und__Stellungnahmen/Ausgewaehlte__Texte/0903111a3002,templateId=raw,property=publicationFile.pdf

Vielleicht gelingt es Bundesrat Leuenberger noch rechtzeitig die selektive Wahrnehmung etwas zu erweitern.

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“Ich denke, die erwähnten Skeptiker-Websites sollte man erst konsumieren, nachdem man einige Bücher und konsistente Darstellungen der Klimaentwicklung gelesen hat.”

Auch wenn Sie die zahlreichen – befürwortenden und kritischen – Kommentare zum verlinkten Beitrag übergehen, die hauptsächlich eines zeigen: die Debatte hält an und sie wird mit Blick auf die zweifelhaften Modelle und die schlecht aufgestellten, nicht oder bevorzugt berücksichtigten Temperatur-Messstationen noch eine Weile andauern – ist Ihr Tipp dennoch sehr begrüssenswert.

Literaturempfehlung für knapp 13 gut investierte US-$:

http://www.stacey-international.co.uk/v1/site/product_rpt.asp?Catid=329&catname=

Buchrezension: http://www.prospectmagazine.co.uk/2010/03/the-case-against-the-hockey-stick/

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Ein guter Einstiegspunkt zu Informationsquellen betreffend Klimawandel und den zugehörigen Diskussions-/Agitationszirkeln ist http://climatedebatedaily.com/.

Viele der auch von Peter Bühler erwähnten Seiten sind allerdings ein buntes Kunterbunt von allen möglichen Einwänden von Skeptikern. Man findet auch viele alternative Erklärungen für den Klimaverlauf und monokausale Erklärungen, die beispielsweise überall den Einfluss der Sonnenaktivität am Werk sehen wollen.

Der Laie muss sich da ziemlich verloren vorkommen und nimmt wahrscheinlich nur mit, dass gar nichts gesichert ist.
Als Beispiel kann der von Peter Bühler speziell hervorgehobene Verweis auf den logarithmischen Effekt der CO2-Konzentration auf die Temperatur dienen (siehe http://wattsupwiththat.com/2010/03/08/the-logarithmic-effect-of-carbon-dioxide/#more-17114). Jemand mit geringen Vorkenntnissen muss beim Lesen dieses Artikels den Eindruck erhalten, die nicht-lineare Beziehung zwischen atm. CO2-Konzentration und globaler Temperatur widerspreche der IPCC-Klimawissenschaft. Dem ist aber nicht so. Die offizielle Klimawissenschaft geht auch davon aus, dass eine Verdoppelung des CO2 jeweils zu einem bestimmten Temperaturanstieg führt.
Die einzige Frage, die tatsächlich offenbleibt, ist die zeitliche Erklärung für das ganze 20.Jahrhundert. Im letzten IPCC-Bericht steht, dass der Temperaturanstieg seit den späten 70er-Jahren nur noch mit dem Einfluss des Menschen auf das Klima erklärt werden kann, nicht aber ob der Temperaturanstieg zwischen 1920 und 1940 auch bereits durch steigende Treibhaushaskonzentrationen mitverursacht ist. Der erwähnte Skeptiker-Artikel macht aus dieser “Lücke” eine Widerlegung der IPCC-Aussagen, was aber recht konstruiert wirkt.

Ich denke, die erwähnten Skeptiker-Websites sollte man erst konsumieren, nachdem man einige Bücher und konsistente Darstellungen der Klimaentwicklung gelesen hat.

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Geschmackssache, aus welchen Quellen man vorzugsweise trinkt. Allerdings, selektives Leseverhalten bzw. die weitgehend ausschliessliche Berücksichtigung von Quellen, die wesentlich von group think und Einseitigkeit geprägt sind, führt mit der Zeit zu intellektuellen Mangelerscheinungen. Bei realclimate handelt es sich um so etwas Ähnliches wie die Marketingabteilung des IPCC, skepticalscience wiederum versteht sich weitgehend als backslash-Projekt gegen die Skeptiker-Blogs, gelegentlich zu recht, oft aber auch einfach dogmatisch und immunisierend gegen Kritik.

Viele möchten sie ignorieren oder wünschen die Blogosphäre zum Teufel, aber sie schafft Möglichkeiten, die den herkömmlichen, von ein paar wenigen gate keepern kontrollierten peer review-Prozess inzwischen erfreulicherweise und unvermeidlich begleiten. Die Blogs arbeiten deutlich rascher und vor allem transparenter. Es steht jedem Leser frei, die dort publizierten Beiträge (Beispiel: http://wattsupwiththat.com/2010/03/08/the-logarithmic-effect-of-carbon-dioxide/#more-17114 ) sachlich zu widerlegen, bloss einfach wegwünschen lassen sie sich nicht. Wer den Diskurs auf diesen Blogs aus schierem Dünkel nicht verfolgt, versäumt die aktuelle Debatte und ist – insbesondere was die Entwicklung der letzten Monate anbelangt – kaum mehr auf dem neuesten Stand.

Leider lässt der ETH-Klimablog die wiederholte Verlinkung nicht zu (Adressen deshalb um um “.com” oder “.org” ergänzen). Empfohlen seien die folgenden Blogs: bishophill.squarespace / appinsys (GlobalWarming) / climateaudit / wattsupwiththat / rogerpielkejr.blogspot

Im Übrigen wünschte man sich aus Bern, Brüssel und New York Aussagen dazu, wie man künftig bei REALEN Katastrophen wie jenen in Aceh, Haiti oder Chile z.B. wesentlich rascher und effizienter handeln will. Die Beschäftigung mit zweifelhaften Szenarien, die angeblich in 50 oder mehr Jahren eintreten sollen, mag da erst mal hinten anstehen. Ein stärkeres Erdbeben in Japan, in Kalifornien oder anderswo brächte die Welt, wie wir sie kennen, tatsächlich und innert Kürze an den Abgrund.

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Im Folgenden ein interessanter Beitrag von Patrick Lynch, NASA Wissenschaftler, zu den “Cold Snaps” (Kälteeinbruch, Anm. d. Red.)
http://www.giss.nasa.gov/research/features/201002_coldsnap/

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“Interessanter scheint mir der Dialog zwischen den Skeptikern und den Klimaforschern, z.B. in realclimate.org oder in skepticalscience.com. Dort findet nämlich der von Ihnen zu Recht angemahnte Dialog statt.”

Woher wollen Sie denn wissen, wieviele Kommentare bei Realclimate.org zensiert und eliminiert werden? Ihre Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage, es sei denn Sie seien Moderator von Realclimate.

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Danke für die Kommentare und die weiteren Hinweise auf Skeptiker-Literatur, die es tatsächlich im Überfluss gibt. Interessanter scheint mir der Dialog zwischen den Skeptikern und den Klimaforschern, z.B. in realclimate.org oder in skepticalscience.com. Dort findet nämlich der von Ihnen zu Recht angemahnte Dialog statt. Dabei stellt man fest, dass die Forscher Fehler wie z.B. den mit den Himalaya-Gletschern korrigieren, während die sog. Skeptiker immer wieder die gleichen Argumente wiederholen, ohne begründete Widerlegungen zu beachten – z.B. wird das Nachhinken des CO2 Anstiegs gegenüber dem Temperaturanstieg bei der Erwärmung nach den Eiszeiten immer noch und immer wieder als scheinbar plausibler Einwand gegen den Einfluss von CO2 vorgebracht. Der Anstieg des CO2 verursacht durch Verbrennung fossiler Energie und die Klimasensitivität von wahrscheinlich 3 Grad sind mehrfach mit völlig unabhängigen Methoden bestätigt – eine erdrückende Beweislage. Trotzdem äussern auch einige Forscher wie z.B. der vielbemühte Lindzen daran Zweifel. Sobald sie ihre Argumente mit wissenschaftlicher Substanz belegen, werden sie von den anderen Forschern sehr ernst genommen und entweder bestätigt oder widerlegt, so funktioniert wissenschaftliche Erkenntnis – die Widerlegungen von Lindzens verschiedenen Hypothesen zu abschwächenden feed-backs finden sich in den genannten Blogs.

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“Es braucht politische Mehrheiten. Es liegt an uns Wählerinnen und Wählern, Parteien zu wählen, die sich des Problems annehmen und Parteien abzuwählen, die per Parteiprogramm die Gesetze der Physik umschreiben wollen oder einseitig die Interessen von Lobbygruppen vertreten.”

Lieber Herr Ragaller, wenn Sie meinen “Es liegt an uns Wählerinnen und Wählern, Parteien zu wählen, die sich des Problems annehmen”, dann implizieren Sie, dass SIE und die Parteien die SIE auserwählt haben, das Problem identifiziert und die richtigen Lösungen erarbeitet haben.

Um Parteimitglied oder Politiker zu werden, sind weder Kompetenznachweis noch fachliche Qualifikation erforderlich. Einzige Bedingung ist, die Parteilinie zu vertreten. Sie oder ich, wir können einer beliebigen Partei beitreten und uns hocharbeiten, bis wir zu einem politischen Amt vorgeschlagen werden. Niemand frägt danach, ob wir wissen, was Forcing bedeutet, wie Temperaturrekonstruktionen durchgeführt werden, wie gross der CO2-Gehalt der Luft ist. Die einzige Frage ist, ob wir der Partei und ihren Zielen nützlich sind.

Parteimitglieder sind nicht in der Lage, die Gesetze der Physik umzuschreiben, aber sie können sie sehr wohl ignorieren oder in ihrem Sinne interpretieren, wenn sie nicht der Doktrin entsprechen. Wissenschaftliches Material gibt es genug, das man wie die Rosinen aus dem Kuchen picken kann, um die Wissenschaft in politische Dienste zu stellen. Den Teigrand kann man dann liegen lassen, wenn man ihn nicht mag.

Sie plädieren für eine Diktatur der Mehrheit, wohl wissend, dass diese Mehrheit 8die langsam abbröckelt) dadurch entstanden ist, dass wir seit Jahren einseitig mit Propaganda berieselt und in Angst und Schrecken versetzt werden.

Nehmen Sie sich die Zeit, das Video bis zum Ende anzusehen, um zu erfahren, was wir über Klima wissen und vor allem, was wir nicht wissen.
http://bishophill.squarespace.com/blog/2010/3/13/lindzen-on-tvo.html
Nichtwissen schützt leider nicht vor fehlgeleitetem politischem Aktivismus.

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“Laute und wortreiche (Gegen)Kampagne?, “Klare Faktenlage” “Per Parteiprogramm die Gesetze der Physik umschreiben wollen oder einseitig die Interessen von Lobbygruppen vertreten”?

Es ist das Verdienst zahlreicher, hauptsächlich amerikanischer und englischer Blogger alarmistische und unbelegte IPCC-Aussagen widerlegt zu haben: Häufigkeit und Stärke von Hurrikanen, Dürreentwicklung in Afrika, Dürreempfindlichkeit von Regenwäldern, Anstieg der Meeresspiegel, Gefährdung von Hollands Tiefebenen, Eisschmelze an den Polarkappen, verminderte CO2-Adsorptionsfähigkeit des Meerwassers, Rückgang der Himalajagletscher, globale Temperaturentwicklung etc., um hier nur die populärsten Themen zu erwähnen.
Die Liste ist lang und sie wird beinahe täglich länger. Die einer breiten Öffentlichkeit als Kernfakten präsentierten IPCC-Annahmen halten einer näheren Prüfung nicht stand. Bloss hat dies der lesefaule Medienmainstream hierzulande bisher eben so wenig zur Kenntnis nehmen mögen wie etwa die Fragwürdigkeit und Lückenhaftigkeit der Temperaturmessnetze, die Schwierigkeiten bei der historischen Rekonstruktion von Klimadaten, die Fragwürdigkeit von Begriffen wie “Weltklima” oder “Globalklima”, vom Geschäftsgebaren der Herren Gore und Pachauri ganz zu schweigen.

Man muss nicht Verschwörungstheoretiker sein, um hinter dem Alarmismus andere als wissenschaftliche Motive zu erkennen. Ein Teil des Klima-Reportings wurde laut einem englischen Vertreter des Fachgebiets geradezu “gehijackt” von ökologischen Aktivisten, deren Ziele alles andere als lauter sind. Der Schulterschluss von Umweltaktivisten mit dem Big Business des Carbon-Tradings und den Interessenvertretern der ee-Industrien hat in den vergangenen Jahren und unter gütiger Unterstützung der Medien die Agenda weitgehend bestimmt. In Kopenhagen, gedacht als eine Art Konzil von Konstanz, erlitt die Bewegung vorerst Schiffbruch. Innehalten gilt spätestens seit da auch für die Klimatologie, die sich Rechenschaft darüber ablegen muss, wie sehr sie ihre – überwiegend seriöse Arbeit – politisch instrumentalisieren lassen und der Kostümierung politischer Interessen im Gewand angeblicher “Wissenschaft” widerspruchslos zusehen will. Alarmismus und die Verketzerung von Skeptikern sind keine geeigneten Rezepte. Skepsis und Zweifel bilden vielmehr die konstituierenden Elemente jeder wissenschaftlichen Debatte. Ihre gezielte Vermeidung und Unterdrückung geht einher mit dem Verfall jeder wissenschaftlichen Redlichkeit.

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Sehr geehrte Frau Burkhardt
vielen Dank für die präzise Zusammenfassung. Es ist ermutigend, dass sich die verantwortlichen Stellen von der lauten und wortreichen Gegenkampagne nicht beeinflussen lassen – zum Glück gilt dies mittlerweile auch für praktisch alle anderen wichtigen Länder. Die klare Faktenlage erzwingt diese Einsicht über alle politischen und weltanschaulichen Grenzen hinweg. Für die Umsetzung von Massnahmen bei uns ist dies zwar eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung. Es braucht politische Mehrheiten. Es liegt an uns Wählerinnen und Wählern, Parteien zu wählen, die sich des Problems annehmen und Parteien abzuwählen, die per Parteiprogramm die Gesetze der Physik umschreiben wollen oder einseitig die Interessen von Lobbygruppen vertreten.

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“US-Senator Inhofe bezweifelt den Klimawandel” – und mit seinem Zeifel steht ist er nicht alleine. Es sind nicht nur die Zweifler am Klimawandel, die ihre Ansicht wehement subjektiv vortragen, die Befürworter sind es ebenso. Ihre Lobbyarbeit ist kaum zu überhören – nachstehend dazu der Vortrag eines Zweiflers:

CO2 und Klimawandel
Von Prof. Wolfgang Stoll – November 2007, Rede anläßlich des Stiftungsfestes der K.D.St.V. Adolphiana zu Fulda im CV:
http://www.adolphiana.de/index.php?id=506

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Dass wir nicht umhinkönnen, uns auf veränderte klimatische Bedingungen einzustellen, entspricht – mit Verlaub – einer Binsenwahrheit. Der Mensch hat sich immer auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen müssen. Anlass zu Sorge bieten nicht die klimatischen Veränderungen an sich, sondern die enorm gewachsene Weltbevölkerung, die wachsende Siedlungsdichte an exponierten Standorten, die Empfindlichkeit der komplexen Infrastruktur, die für ein höheres Gefährdungspotential sorgen.
Die Erwärmung Mitte 19. bis Ende 20. Jh – über deren Ursachen weiterhin gestritten wird – zeitigt regional sowohl positive wie negative Auswirkungen. Das cherry picking oder Herausgreifen einzelner Auswirkungen wie jene des angeblichen Ansteigens der Höhengrenze für die Malariaausbreitung ist wenig sinnvoll. Kein Europäer wird sich z.B. die kleine Eiszeit vor der im 19. Jh einsetzenden Erwärmung zurückwünschen, die aufgrund der misslichen klimatischen Bedingungen u.a. von anhaltenden Missernten geprägt war.
Die Herausforderung für die Behörden besteht denn auch darin, sowohl für die Folgen einer möglichen Erwärmung als auch für jene einer durchaus möglichen Abkühlung gewappnet zu sein.
Die beinahe ausschliessliche Fokussierung auf den Belzebub CO2 ist nicht zielführend, sondern bedauerlicherweise ideologisch motiviert. Sie verschlingt enorme Ressourcen, die besser eingesetzt werden könnten und anderswo fehlen. In der forcierten Forschung nach tatsächlich effizienten und wirtschaftlich sinnvollen Alternativen in der Energieversorgung z.B. Die heutige ee-Technologie genügt diesem Anspruch nicht, und die sog. “Biotreibstoffe” richten bloss enorme ökologische und soziale Schäden an, steigern die Preise für Grundnahrungsmittel und fördern so weltweit den Hunger.

Behördliche Mutmassungen hinsichtlich einer denkbaren Erwärmung von 6° C finden keine seriöse wissenschaftliche Unterstützung. Umgekehrt belaufen sich die durch staatliche Eingriffe, CO2-Zertifikatehandel, Umverteilung etc. bereits entstandenen Schäden auf hunderte von Mia Franken, hauptsächlich zu Lasten der europäischen Volkswirtschaften. Die fehl geleitete Politik – allein das Anstreben des sog. “Klimaziels” von max. + 2° C entspricht einer illusorischen Anmassung – wird zur fortschreitenden Deindustrialisierung Europas und zu einem weiteren massiven Export von Arbeitsplätzen nach Osteuropa oder Fernost beitragen, ohne Einsparung auch nur einer Tonne CO2, im Gegenteil!

Zur Lektüre empfohlen (9 Seiten):
http://www.weeklystandard.com/articles/denial

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Die Regenwälder schützen und weniger fossilen Energien importieren sind auch unahbängig vom Klimaschutz sinnvolle Ziele.

Die Schweiz kann nur wenig zur Erreichung des ersten Zieles beitragen und die Prognosen für die tropischen Wälder – nicht nur für die Regenwälder – sehen düster aus. Ironischerweise sind viele Wälder auch durch Biotreibstoffprojekte gefährdet. Biotreibstoff gilt in gewissen Kreisen als CO2 neutral und sein Anbau ist für diese Leute Ausdruck aktiven Klimaschutzes, was dann auch den Ersatz von Urwäldern in Kolumbien und Indonesien durch Jatropha rechtfertigen soll.

Der Schutz der Wälder ist zum Glück ganz unahbängig vom Klimaschutz ein sinnvolles Ziel, geht es doch auch um den Erhalt von Lebensraum für Pflanzen und Tiere und die Biodiversität. Hier sehe ich gute Möglichkeiten für einen Bann von Produkten aus ehemaligen Tropenwäldern. Es ist schon viel erreicht, wenn sich das Abholzen und Abbrennen von Wald nicht mehr lohnt.

Das zweite Ziel – die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren – ist für ein Land wie die Schweiz nur von Vorteil. Die Ölkrisen der Vergangenheit geben einen Vorgeschmack auf das, was uns noch erwartet.

Vielleicht ist mit Klimaschutz ein zu grosses Paket von Verpflichtungen verbunden. Ich stimme deshalb der Autorin zu, dass es eine guter Ansatz für jedes Land ist, zuerst die Massnahmen an die Hand zu nehmen, die sowohl dem Klima als auch den mittelfristigen Interessen des eigenen Landes dienen.

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