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Durch das Einkaufsverhalten das Klima schützen

17.02.2010 von Gastautor , COOP

Geht es um Klimaschutz wird in erster Linie ans Autofahren, Wohnen oder Fliegen gedacht, aber nicht an den Einkaufszettel. Vielen Konsumentinnen und Konsumenten ist nicht bewusst, dass sie durch umwelt- und klimafreundliches Einkaufsverhalten zum Klimaschutz beitragen können. Klimafreundliches Einkaufsverhalten definiert sich über die Wahl des Transportmittels für den Einkauf und die Produktwahl.

Transportmittel und Produktwahl bestimmen klimafreundlichen Einkauf

Einerseits wird das Klima geschützt, wenn der Einkauf zu Fuss, per Velo oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt wird. Wer nicht auf das Auto verzichten kann, sollte nach Möglichkeit die Einkaufsfahrt mit anderen Erledigungen kombinieren sowie grosse Mengen auf einmal einkaufen (so genannter Wochenendeinkauf). Dadurch spart man Fahrten und somit CO₂-Emissionen ein.

Bei der Wahl der Produkte gilt es zu beachten, dass diese umweltfreundlich produziert wurden. Wählen Sie zum Beispiel Freiland-Gemüse und -Obst anstelle von Treibhaus-Produkten. Achten Sie auf saisonale sowie regionale Produkte und damit auch auf Produkte mit geringem Transportweg. Grundsätzlich gilt, dass Bio-Produkte einen kleinen negativen Einfluss auf das Klima haben. Bei der Verpackung gilt: weniger ist mehr. Und bei Elektrogeräten lohnt sich ein Blick auf die so genannte Energieetikette: Geräte der Klasse A sind besonders sparsam beim Verbrauch.

Detailhandel kann Voraussetzungen für klimafreundlichen Einkauf schaffen

Für beide Punkte eines klimafreundlichen Einkaufs kann meiner Meinung nach der Deteilhandel die Voraussetzungen schaffen. Einerseits braucht es ein möglichst dichtes Verkaufsstellennetz sowie gute Anbindungen der Verkaufsstellen an den öffentlichen Verkehr. Andererseits muss der Detailhandel Produkte anbieten, welche die oben genannten Kriterien erfüllen. Der Kauf dieser Produkte kann dann zur Reduktion des CO₂-Fussabdruckes von privaten Haushalten beitragen. Wichtig ist auch, dass mit dem entsprechenden Produktangebot die Konsumenten für das Thema Klimaschutz sensibilisiert werden.

Klimafreundlicher Einkauf problemlos möglich

Der private Konsum trägt erheblich zur ökologischen Gesamtbelastung der Schweiz bei. Beispielsweise kaufen über 1 Million Kundinnen und Kunden täglich bei Coop ein. Aus diesem Grund ist für uns die Reduktion von CO₂-Emissionen nicht nur im betrieblichen Bereich ein grosses Anliegen; wir wollen auch durch Gestaltung der Verkaufsstellen und des Produktsortiments zum Klimaschutz beitragen. So haben wir das dichteste Verkaufsstellennetz der Schweiz und legen Wert auf die Anbindung von Verkaufsstellen an den öffentlichen Verkehr. Unsere Kundschaft kann so ein klimafreundliches Transportmittel für den Einkauf wählen. Mit coop@home bieten wir die Möglichkeit, den Einkauf von zu Hause zu erledigen. Die durch die Heimlieferungen verursachten CO₂-Emissionen sind kompensiert.

Weiter legen wir Wert auf ein grosses Sortiment an Schweizer Saisongemüse und -früchten; und wir wollen dieses noch stärker ausbauen.

Auch Labels helfen beim klimafreundlichen Einkaufen. Coop bietet mit den Marken Naturafarm, Naturaplan, Naturaline und Oecoplan Produkte, die biologisch und nachhaltig hergestellt sind. Leider lassen sich Flugtransporte nicht bei allen Produkten verhindern. Mit dem Logo «By Air» zeigt Coop welche Produkte per Flugzeug importiert wurden. Der CO₂-Ausstoss dieser Transporte wird von Coop kompensiert. Neben der Deklaration und Kompensation prüfen wir kontinuierlich den Verzicht auf Importe per Flugzeug. Unser Ziel ist es, unseren Kundinnen und Kunden grösstmögliche Transparenz zu bieten.

Zum Autor

Gastautor Georg Weinhofer ist Leiter der Fachstelle Energie/CO₂ bei Coop.

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Kommentare (6) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Achja? Reden sie mal mit einem Bauern.

In der Schweiz werden jedes Jahr geschätzt 200’000 Tonnen Getreide (ohne Mais Silage gerechnet) an Kühe verfüttert, dazu kommen nochmals 1.4 Mio. Tonnen für Schweine & Hühner.
Die Effizienz (wieviele Kalorien Milch/Fleisch/Ei pro Kalorie Futter) ist dabei miserabel, für Milch gilt die Daumenregel 1 Kilo Getreide => 1 Kilo Milch (oder ca. 120g Käse…), Für Hühnerfleich rechnet man 2-1 aufs Gewicht, d.h. 2 Kilo trockenes Getreide für 1 Kilo Hühnerfleisch (nass).

Das muss nicht so sein & es wird bei den Kühen bereits daran gearbeitet den Trend wieder umzukehren. Hoffentlich kann ich ihrer Aussage in ein paar Jahren/Jahrzehnten dann zustimmen.

http://www.fibl.org/de/service/nachrichtenarchiv/meldung/article/feed-no-food-gras-und-heu-statt-kraftfutter-fuers-rind.html

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“Kühe fressen heutzutage bekanntlich primär Mais & Soja.” Ach ja? Bei uns ernähren sie sich von Gras und Heu.

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Auch wenn es ein unliebsames und 1000x mal wiedergekäutes Thema ist:
Herr Weinhofer klammert das wohl grösste Treibhausgas Reduktionspotential beim Privatkonsum aus: Substitution tierischer Produkte.
Coop bietet hier bereits einige Produkte an, aber die Möglichkeiten sind bei weiten nicht ausgeschöpft. Die Produktpallete von spezialisierten Bioläden (insbesondere Räuchertofu, Hoummus, Falafel & Soja gehacktes) lässt grüssen. Wenn Coop dieses Thema ernsthaft angehen würde, gäbe es dank des grösseren Volumens sogar eine Chance zu so etwas ähnlichem wie Kostenwahrheit der Produkte zu kommen.
Beispielsweise ist im Augenblick Tofu ca. gleich teuer wie Käse, obwohl zur Käseproduktion ein vielfaches der Menge Soja benötigt wird… Kühe fressen heutzutage bekanntlich primär Mais & Soja.

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VERZICHTEN das schmallippige protestantische Entsagungs- und Selbstgeisselungskonzept in zähneknirschender Eigenverantwortung, was das Seelenheil anbelangt – und KONSUMIEREN, die lustvoll sündige, barock katholische Hingabe an den Genuss, erleichtert durch die seelenrettende, allerdings kostenpflichtige Verantwortungsdelegation mittels Beichte und Ablass…

…ENDLICH COOP-GENIAL vereint in einem Gesamtentwurf?

Man darf gespannt sein, ob der Klimatismus (eigentlich CO2-Negativismus) dereinst die Nachfolge von wenigstens 2 grossen Religionsströmungen antreten wird. Er scheint auf dem besten Weg dahin, Hansueli Loosli einer ihrer Propheten.

Hoffentlich bleibt am Ende all der Reduktionskampagnen genug CO2, um wenigstens das Bio-Gemüse etwas wachsen zu lassen oder um die flaschenabgefüllten Biowasser (“kompensierter Transport” natürlich) mit wenigstens ein bisschen BLUB zu versehen…
CO2 als Weihrauch und Myrrhe künftiger Generationen?

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…ich frage mich bloß, woher das regionale und saisonale Obst und Gemüse in Mitteleuropa im Winter denn herkommen soll? Aus dem Treibhaus soll´s auch nicht sein – und auch Tiefkühlkost sollen wir meiden. Bananen gibt´s zwar hier preiswert das ganze Jahr zu kaufen – aber au weia, die kommen ja aus Mittelamerika. Ich frage mich, was für ein reichhaltiger Speiseplan da bei konsequenter Befolgung zum Schluß raus kommt?

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Ein schöner PR-Artikel, aber ich habe grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden.
Schön, dass der CO2-Ausstoss von der COOP kompensiert wird. Wo wird denn das CO2 sequestriert?

Aber ich habe einige Vorschläge, die keine Einschränkungen bei den persönlichen Bedürfnissen des täglichen Lebens erfordern.
Die Klimakonferenzen ziehen jeweils einige zehntausend Menschen aus der ganzen Welt an. Zu Fuss und mit dem Velo ging wohl niemand nach Bali, Copenhagen oder Nairobi. Allein die australische Regierung entsandte 114 Delegierte, wenn die alle Business Class geflogen sind, ergab das mehrere Flüge.

Die olympischen Spiele hinterlassen ebenso wie die Fussballweltmeisterschaften tiefschwarze (Carbon) Spuren von Zehntausenden.

Bevor wir uns beim Brot wesentlich einschränken, sollte man auf die Spiele verzichten.

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