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Nach Kopenhagen – die Energie-Realität bleibt

10.02.2010 von

Kopenhagen hat eines klar gezeigt: Rund um den Globus gibt es keinen Konsens, welcher Stellenwert auf der Liste der politischen und gesellschaftlichen Probleme dem Klimawandel tatsächlich zuzuweisen ist – trotz des 2-Grad-Ziels und des in den Monaten davor in einem medialen Crescendo gezeichneten Bildes, dass ein Kopenhagen ohne griffige Resultate gleichbedeutend wäre mit der bevorstehenden Katastrophe für die Menschheit. Folgerichtig herrscht heute klimapolitische Katerstimmung.

Schwellenländer mit vordringlicheren Problemen

Offensichtlich haben bedeutende Schwellenländer wie Indien und China vordringlichere Prioritäten als den Klimawandel. Sie wissen, dass ihre wirtschaftliche Entwicklung den eigenen Energieverbrauch in der nächsten Zeit massiv wird steigen lassen. Sie wissen auch, dass dabei die fossilen Rohstoffe (Öl, Gas, Kohle), die heute 85% des Primärenergieverbrauchs der Welt decken, eine bedeutende Rolle spielen werden. Fakt ist: Öl wird im Mobilitätsbereich (Strasse, Wasser, Luft) noch auf sehr lange Zeit hin seine Dominanz bewahren.

Politisch-wirtschaftliche Macht hat sich verschoben

Was konkret aber bedeutet die Verminderung von Treibhausgasen für den Energiekonsum? Abgesehen von der CCS-Technologie (Abscheidung und Einlagerung von CO₂), die nicht vor 2020 auf breiter Basis zum Einsatz kommen wird, lautet die Gleichung «weniger CO₂-Emissionen = weniger Energieverbrauch». Dass China, Indien aber auch andere nicht bereit sind, sich in ihrer wirtschaftlichen Aufholjagd «freiwillig» einzuschränken, ist nachvollziehbar. Dass der Westen sie dazu nicht zwingen konnte (und ihnen auch keinen irgendwie gearteten Trade-off anbieten konnte), zeigt, wie stark sich die politisch-wirtschaftliche Macht in Richtung Osten verschoben hat.

Steigende Energie-Nachfrage ist plausibles Szenarium

Aus globaler (wohlverstanden nicht lokaler) Sicht der Energiewirtschaft bleibt das plausible Szenarium der nächsten paar Dekaden somit eine steigende Nachfrage, zunächst nach fossilen Energieträgern. Wind und Sonne spielen global heute eine mengenmässig unbedeutende Rolle, irgendwo zwischen ein und zwei Prozent. Shell-Chef Peter Voser meinte kürzlich, dass es 20 Jahre dauere, bis ein (erneuerbarer) Energieträger ein Prozent globalen Marktanteil erobert habe. Das gibt ein Gefühl der für die Transformation unserer Energieversorgung notwendigen Zeit. Fossile Energieträger werden uns deshalb noch lange begleiten.

Neue Energieträger nutzbar machen

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, muss neben der bestmöglichen Erschliessung der (fossilen) Vorkommen die Energie-Effizienz verbessert und müssen auf jeden Fall neue Energiequellen und -träger nutzbar gemacht werden. Wir brauchen mehr und vor allem zusätzliche breite Schultern, auf denen wir unsere Energieversorgung abstützen können. Die positive Nachricht: Hier treffen sich die Ziele von Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Trotzdem wäre es eine Illusion anzunehmen, die globalen Treibhausgas-Emissionen könnten in den nächsten Jahren gesenkt werden. Die Zeichen an der Wand zeigen klar in eine andere Richtung.

Zum Autor

Gastautor Rolf Hartl ist Geschäftsführer der Erdöl-Vereinigung.

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Kommentare (38) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Tja,

lese mal was ich bei „der Geist von Rio“
dazu geschrieben habe.

In dem Zusammenhang ..
eben

muessen wir wirklich den letzten Baum .. bis wir verstehen
dass man Geld nicht essen kann?

Dazu uebrigens auch der Spiegel heute
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spaniens-wirtschaftskrise-treibt-diebe-auf-bauernhoefe-und-felder-a-841183.html

wie lange wird unter diesen Bedingungen noch Gemuese aus Spanien in die Schweiz kommen?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Michael,
Der Abbau von Ölsand addiert zu den negativen Klimafolgen durch den Verbrauch des geförderten Öls noch die hohen Umweltschäden, die nicht rein lokal bleiben, sondern über wasserlösliche Giftstoffe auch ganze Flusssysteme beeinträchtigen. Lokal wird die Landschaft oft völlig zerstört.

Dass unkonventionelles ÖL unter solchen Umständen trotzdem gefördert wird und der Abbau auf keinen starken Widerstand bei den Ölkonsumenten stösst , bedeutet folgendes:
– Die Versorgung mit Öl ist wichtiger als das Klima
– Die Versorgung mit Öl ist wichtiger als die Landschaft und die Umwelt in den Ölförderländern.

Auch in den Dokumenten zu Rio+20 gibt es keinen einzigen Hinweis auf bestimmte fossile Rohstoffe, die man nicht fördern oder verbrauchen sollte. Wenn man das Dokument The future we want, also das Abschlussdokument zu Rio+20 liest, so findet man das Wort oil nicht einmal (dafür findet man 2 Mal soil)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hoi Martin,

der (dein?) Satz gehoert eingerahmt:

„Doch auch wirklich unkonventionelles Öl wie es in den kanadischen Ölsanden oder im Schweröl Venezuelas vorliegt, wird von neuen Produktionstechniken profitieren“

Ich dachte immer manche Menschen profitieren davon
aber abgesehen davon:

hier ein paar Bilder die zeigen warum normale Sterbliche
so etwas nie machen wuerden.. nur „Selbstmoerder“
oder Diebe und Moerder ..

http://www.petropolis-film.com/#/videos/trailer/

http://pittsburghsec.org/2011/08/09/tar-sands-action/

http://everydayispoetry.files.wordpress.com/2011/09/4.jpg

Beispiele wie du dir nachhaltige Entwicklung vorstellst?

Sollten wir nicht die Generation sein die STOP sagt und durchsetzt?
Vermutlich nicht, aber warum muessen wir wirklich erst alles
zerstoeren und gleichzeitig noch an den Weihnachstmann glauben

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Leonardo Maugeri ist zurück mit OIL: THE NEXT REVOLUTION wo der Untertitel THE UNPRECEDENTED UPSURGE OF OIL PRODUCTION CAPACITY AND WHAT IT MEANS FOR THE WORLD anzeigt, dass er den nächsten Ölboom erwartet.

Rekordhohe Investition in neue Förderprojekte

Einerseits macht er dafür stark erhöhte Investitionen in neue Förder-Projekte verantwortlich (Zitat)… between in 2010 and 2011, when the oil industry invested more than $1 trillion worldwide to explore and develop new resources. According to Barclays’ Upstream Spending Review, 2012 might represent a new all-time record since the 1970s in terms of E&P investments, with a conservative estimate of slightly less than $ 600 billion
Deutlich mehr Öl liefern werden in den nächsten Jahren aufgrund dieser neuen Förderprojekte: USA, Irak, Kanada, Brasilien (in dieser Reihenfolge).

Aufbruch ins Zeitalter des unkonventionellen Öls

Das Zeitalter der unkonventionellen fossilen Ressourcen begann mit Shale Gas und setzt sich nun mit SHALE AND TIGHT OIL fort, zuerst in Feldern wie Bakken (North-Dakota, USA). Ähnliche Vorkommen gibt es aber auch in anderen Regionen der Welt. “shale and tight oil” könnte man als konventionelles Öl auffassen, das in schwer erschliessbaren, „unkonventionellen“ Formationen lagert. Schwer erschliessbar ist aber relativ, neue Techniken wie Fracking und Horizontal Drilling haben diese Vorkommen immer besser erschliessbar gemacht.

Doch auch wirklich unkonventionelles Öl wie es in den kanadischen Ölsanden oder im Schweröl Venezuelas vorliegt, wird von neuen Produktionstechniken profitieren und könnte zusätzliches Öl von bis zu 10 Mio Barrel pro Tag bis 2030 liefern.

Maugeris Förderprognosen

110 Mio Barrel Öl pro Tag sagt Maugeri bis 2020 voraus, 17.6 mbd mehr als heute.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Betreffend Verbleibende Ölvorräte: Leonarde Maugeri hat im Spektrum der Wissenschaft 06/10 wieder zugeschlagen. Seine Aussage: Nach Easy Oil wird mit EOR und unkonventionellem Öl bis 2030 mehr als die Hälfte der bekannten Vorkommen erschlossen sein und weitere 650 bis 700 Milliarden Barrel verbrannt und 1/3 des Gesamtbestands verbraucht sein: Ein Peak-Oil wäre um 2060 zu erwarten.

Im Kasten neben dem Artikel kommt auch jemand von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zu Worte: Er rechnet mit Peak-Oil 2030. Er hält EOR und die Förderung von unkonventionellem Öl für zu teuer.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@HH. Dittmar und Holzherr
An dieser Stelle des Blogs angelangt, würde Sie beide gerne mal zu einem gemeinsamen Mittagessen einladen (auf Kosten der Ölwirtschaft, natürlich). Geben Sie mir doch ihre Koordinaten durch auf hartl@erdoel.ch. Beste Grüsse Rolf Hartl

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Lieber Herrr Hartl,

ich denke wir haben in unserem Gedankenspiel einen Punkt erreicht wo man einfach abwarten koennte.

Vor Peak, auf dem Peak oder nach dem Peak! Fuer die, die noch nicht genug Bausteine haben
bleibt noch viel Nebel.

Machen wir doch einfach eine „Wette“

Die Oelproduktion (und der Verbrauch) im Jahr 2009 war weltweit tiefer als 2008!

Was werden wir fuer 2010, 2011 und 2012 sehen?

Meine Vorhersage: in diesen Jahren werden im Mittel nicht mehr als 86 millionen Barrel oel equivalent liquids gefoerdert werden. Ab dem Winter 2012/2013 werden wir uns mit Rationierungen (Sonntagsfahrverboten etc anfreunden muessen).

Was ist ihre Vorhersage?

zu:
>Ab 2000 stieg die Ölnachfrage stark (rund 10 mbd innerhalb von
>10 Jahren, 1999 – 2008), die Reservekapazitäten verminderten sich.

Ja das kann man immer wieder hoeren/lesen. Dieser Anstieg war aber genau wie die IEA und aehnliche Wachstumsdenker uns schon lange erzaehlen.

1-2% pro Jahr mehr .. genau wie heute ..
im Jahr 2030 sollen 105 (oder 110 oder was immer) mbarrel oel pro Tag im Mittel verbraucht werden. Sie kennen diese utopischen Vorhersagen genau wie ich!

Und ja, vergessen wir nicht das Wachstum der Weltbevoelkerung jedes Jahr in etwa ein Deutschland mehr! (+70 Millionen)

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Rolf Hartl schreibt „Hinzu kam ein bisher beispielloser Inflow von Finanzkapital, …das heutige Preisniveau nützt allen Marktteilnehmern (mit Ausnahme vielleicht von den End-Konsumenten, also uns) – und darum bleibt der Preis dort, wo er ist.“.

Tatsächlich ist der Ölpreis jetzt mit einem Aktienkurs vergleichbar, aber der Preis bleibt nicht einfach dort wo er ist, sondern er richtet sich wie bei einer Aktie nach den Erwartungen der Analysten und Spekulanten, z.b steigt er aufgrund folgender Meldung (siehe http://www.heatingoil.com/blog/2010-oil-demand-predictions107/): „Goldman Sachs predicted global demand to accelerate to 86.4 million barrels a day (mb/d) from 2009’s 84.9 mb/d due to growing consumption in China, India, and Brazil.“ und
„Goldman Sachs projects that supply will fail to meet needed levels of demand in 2010, which will bring about a price hike to $90/barrel this year and $110 in 2011“
Sollten diese Goldmann Sachs Prognosen korrigiert werden, korrigiert auch der Ölpreis.

Herr Hartl zeigt mit dem Satz „Ab 2000 stieg die Ölnachfrage stark (rund 10 mbd innerhalb von 10 Jahren, 1999 – 2008), die Reservekapazitäten verminderten sich.“ auch ein Problem des Ölmarktes auf – nämlich seine Inflexibilität. Ich bin überzeugt, dass eine raketenhafte Steigerung der Ölnachfrage in den Schwellenländern -etwas was sehr gut eintreffen kann – vom Ölmarkt nicht adäquat „beantwortet“ werden kann.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar (zum vorläufig letzten)
Selbstverständlich gibt es Regionen, die den Peak überschritten haben (USA, Nordsee). Das Förderschwergewicht verschiebt sich von den OECD-Ländern (Ausnahme: Kanada) weg in Richtung OPEC, Russland, China (!), Afrika, Brasilien, Zentralasien etc.

Ihre Trouvaille (BFE-Ölpreisprognose) beweist, wie tricky Voraussagen bei einem Gut sind, dessen Preis – anders als z.B. beim Mineralwasser – von sehr vielen Parametern abhängt, die nur schwer abzuschätzen sind. Zum Grund für die Ölpreiserhöhung: Bis Ende der 90er-Jahre gab es ein sattes Reservenpolster, gerechnet als Differenz von Produktion und Förderkapazitäten, deshalb wurde nur das nötigste in Förderung und Exploration investiert. Ab 2000 stieg die Ölnachfrage stark (rund 10 mbd innerhalb von 10 Jahren, 1999 – 2008), die Reservekapazitäten verminderten sich. Hinzu kam ein bisher beispielloser Inflow von Finanzkapital, einem neuen Hebel, der Erwartungen an eine „unendliche“ Erhöhung des Ölpreises kreierte. Fundamental ist das heutige Preisniveau kaum zu erklären, die Reservekapazitäten sind wieder da, die Nachfrage schwach. Aber: das heutige Preisniveau nützt allen Marktteilnehmern (mit Ausnahme vielleicht von den End-Konsumenten, also uns) – und darum bleibt der Preis dort, wo er ist.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Kommentar von Rolf Hartl. 01.03.2010, 14:16
>Ich bleibe dabei: Den Peak wird man erst im nachhinein
>feststellen können.

Klar sind wir uns wohl alle einig. Dann sagen wir doch jetzt einfach schon mal:
1) welche Regionen den Peak hinter sich haben Nordsee, Mexiko, USA .. etc
2) Im Moment sind wir scheinbar Post Peak (2008 all liquids) und bei weit unter 90 million barrel pro Tag
3) noch ein paar Jahre und dann wissen wir es vielleicht genau

>Versuchen wirs aber mal so: Wir können, wenn das Verlangen
>(=Nachfrage) da ist, auf unserem Öl-Marsch weiterhin steigen
>(allerdings nicht mehr im Tempo vergangener Zeiten), um in 10
>bis 20 Jahren auf einem Hochplateau anzukommen, wo es
>immer noch ein wenig rauf und runter gehen wird, bevor wir in
>30 bis 40 Jahren dann mit dem Abstieg beginnen.

oder eben schon viel frueher…

>Hinter uns kommen Erdgas und Kohle, die in der Lager sein
>werden, noch ein bisschen weiter zu steigen und die in einem
>Fall (Kohle) noch länger als Öl und Gas es auf diesen Höhen
>aushalten werden.

20-30 Jahre sind nicht sehr viel und wir wissen doch der Wert von Oel als Energiequelle uebersteigt alles andere bei weitem!

>(PS. Beide haben zusammen mit erneuerbaren Rohstoffen auch
>das Potential, einen flüssigen Sekundärenergieträger v.a. für
>den Mobilitätsbereich zu produzieren.)

Genau … dann muessen wir uns zwischen Nahrungsmitteln und unserem Auto entscheiden!

>Wie immer: auch diese Prognose kann total falsch sein.

genau und deshalb ist es so wichtig das genau zu analysieren.

Was passiert wenn wir schon jetzt den Peak /Plateau erreicht haben? Noch ein paar Irak Kriege? Nein Danke .. dann doch lieber lernen mit etwas weniger einigermassen gut zu leben!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Hartl,

>Einverstanden mit dem Argument der Berücksichtigung der
>“alten Hasen” unter den Öl-Geologen,

zu dem Artikel von Peter Burri, ja kenne ich. Hier der direkte link:
http://www.angewandte-geologie.ch/Dokumente/Archiv/Vol13_1/131_1Burri.pdf

Der Artikel hat einige Probleme die sehr stoeren.

Zum Beispiel die Aussage (Tabelle 1 Seite 5) was der Club of Rom angeblich behauptet hat (also eigentlich das Buch „Grenzen des Wachstums“) Reichweite „31 Jahre“.

Das stimmt einfach nicht! Die einzige Aussage in dem Buch ist im wesentlichen „wenn wir den Kurs nicht aendern laufen wir in den naechsten 50-100 Jahren in die Katastrophe“.

(Im Buch werden verschiedene Hypothesen untersucht zum Beispiel was passiert wenn es doppelt oder noch mehr Oel geben sollte als damals bekannt .. und jedes mal das gleiche
Resultat bei exponentiellem Wachstum).

Im Prinzip koennte man schon jetzt aufhoeren den Artikel weiter zu lesen. Aber machen wir weiter:

Figure 5 Seite 10 ist auch sehr interessant die angebliche Reichweite bei konstantem Verbrauch
nach BP..

Klar wenn man die jaehrliche Reduzierung nicht in den Resourcen beruecksichtigt (wie bei Saudi Arabien), dann wird es natuerlich nicht weniger! Genauso wie der „unerklaerbare“ Sprung bei den Reserven in vielen OPEC Laendern um 1988. Glauben sie diesen Anstieg?

Herr Burri verschweigt auch diese Problematik!

Die Fakten sind aber deutlich sowohl in der UK/Norway (Nordsee), in Mexiko und und und… Der Abfall in all diesen Laendern ist eindeutig, trotz hoher Preise. Das gleiche findet man uebrigens auch bei Gas in vielen Laendern.

Herr Burri schweigt auch dazu in seinem Artikel. Warum?

Sie kennen inzwischen beide Seiten aus vielen Diskussionen. Wenn sie die Entwicklung ihrer eigenen Aussagen zum Thema Peak Oil aus den letzten 5 und mehr Jahren anschauen, dann koennte man den Eindruck bekommen, sie entwickeln sich so langsam zur Akzeptanz des Problems.

Auch Herr Burri hat uebrigens den Peak in seinem Plot Seite 12 Figure 7, rund 2030. Folglich koennte man meinen King Hubbert ist inzwischen akzeptiert und es geht nur noch um das „wann“.

Damit brauchen wir nur noch die verschiedenen regionalen Vorhersagen mit der Realitaet zu vergleichen und dann… Was will man mehr?

Tja waere doch schoen wenn der dicke IPCC Report mehr als eine Seite zum Thema Resourcen schreiben wuerde. Aber das ist wohl zuviel verlangt, dann muesste man ja die Grenzen des Wachstums eingestehen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar
Ich bleibe dabei: Den Peak wird man erst im nachhinein feststellen können. Versuchen wirs aber mal so: Wir können, wenn das Verlangen (=Nachfrage) da ist, auf unserem Öl-Marsch weiterhin steigen (allerdings nicht mehr im Tempo vergangener Zeiten), um in 10 bis 20 Jahren auf einem Hochplateau anzukommen, wo es immer noch ein wenig rauf und runter gehen wird, bevor wir in 30 bis 40 Jahren dann mit dem Abstieg beginnen. Hinter uns kommen Erdgas und Kohle, die in der Lager sein werden, noch ein bisschen weiter zu steigen und die in einem Fall (Kohle) noch länger als Öl und Gas es auf diesen Höhen aushalten werden. (PS. Beide haben zusammen mit erneuerbaren Rohstoffen auch das Potential, einen flüssigen Sekundärenergieträger v.a. für den Mobilitätsbereich zu produzieren.) Wie immer: auch diese Prognose kann total falsch sein.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar
Einverstanden mit dem Argument der Berücksichtigung der „alten Hasen“ unter den Öl-Geologen, nur gibt es auch hier solche, die andere Auffassungen als Campell et alia vertreten, so zB Peter Burri, World oil and gas resources: status and outlook – A rational attempt at an emotional issue, Bull.angew. Geol. Vol 13/1, 2008: ein positiver Ausblick für die Ressourcenbasis beim Öl.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Hallo Herr Holzherr,

>Einen Fehler machen sie meiner Ansicht nach, Herr Dittmar. Sie
>berücksichtigen nur die harten Fakten.

was ist an der wissenschaftlichen Methode schlecht?

>Man sollte aber das “Bauchgefühl” alter Hasen (Leute von
>Exxon, BP, Shell, Aramco, Total) mit einbeziehen.

Koennte es vielleicht sein, dass diese so genannten alten Hasen vielleicht nur das oekonomische 1×1 gelernt haben? Also ohne Wachstum gibt es Profite nur durch direkten Diebstahl? Aber sonst praktisch keine Ahnung von der Geologie haben?

Wie waere es dann als Alternative mit den „alten“ Hasen der Oelgeologen die schliesslich das ganze Oel fuer die grossen Unternehmen gefunden haben?

Kaum gehen sie in Pension sagen sie wie die Sache tatsaechlich steht. (King Hubbert, Colin Campbell und http://en.wikipedia.org/wiki/Jean_Laherrère

Wie waere es den Artikel von 1997 zusammen hier im Forum zu diskutieren? Und dann vergleichen wir es mit der Realitaet heute! (die Aussagen vom Bundesamt fuer Energie sind auch offen zur Diskussion!)

zum Beispiel hier:

http://dieoff.org/page140.htm
und den 10 Jahres update?
http://www.energybulletin.net/node/41167

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar
Ja, es ist der Artikel von Leonardo Maugen, auf den ich mich bezogen habe. Es stimmt sicher, dass er ein sehr spezielles Ölfeld herausgegriffen hat, seine Aussagen nicht verallgemeinert werden können und teilweise sogar für dieses Ölfeld falsch sind. Es stimmt aber auch, dass Schwerölfelder oft ergiebiger sind als zuerst geschätzt.

Einen Fehler machen sie meiner Ansicht nach, Herr Dittmar. Sie berücksichtigen nur die harten Fakten. Man sollte aber das „Bauchgefühl“ alter Hasen (Leute von Exxon, BP, Shell, Aramco, Total) mit einbeziehen.
Von diesen Firmen glauben die meisten, dass der Ölbedarf noch einige Jahrzehnte gedeckt werden kann. Die Ausnahme ist der Chef von Total (siehe http://www.businessgreen.com/business-green/news/2257005/davos-energy-bosses-divided).
Zitat: „He said the industry would struggle to go beyond 95 million barrels per day, about 10 per cent above current levels of supply.“ Der Aramco Chef dagegen äussert „The concern about peak oil is behind us,“ he said, adding that „of the four trillion (barrels) of oil the planet is endowed with, only one has been produced „.

Persönlich glaube ich, dass
-wir nahe am peak oil sind
-bei einem Preis über 100$/Barrel viel schwierig erschliessbares Öl doch noch gefördert werden kann
-Der Ölverbrauch in den industrialisierten Ländern habliert werden kann: durch sparsamere Fahrzeuge und dadurch, dass man nicht mehr mit Öl heizt.

Ein hoher oder sehr hoher Ölpreis nach 2015 scheint mir wahrscheinlich, eine eigentliche Krise wegen Ölmangel kommt vielleicht erst viel später.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

>Die pessimistische Sicht, die sie einnehmen ist sehr gut auf
>folgender Website verewigt (siehe
>http://www.theoildrum.com/node/5395 )

ist doch eigentlich optimistisch (fuers Klima!)

Wie auch immer .. (spekulation und glauben an welchen Gott auch immer). Wir koennen nur das verbrauchen was pro Zeiteinheit aus dem Boden kommt. Endliche Reourcen sind nun mal endlich. Man steigert die Ausbeute solange es geht und dann kommt der Abfall .. was ist daran so schwierig?

Herr Hartl also nach ihrer Meinung

Wie hoch kann der Peak Wert kommen oder haben wir ihn schon hinter uns? Und wann erreichen wir den? Bis jetzt war der Peak wohl im Herbst 2008 und wir liegen jetzt deutlich tiefer .. trotz der hohen Preise.

Und wie hoch ist der Export Peak? Das ist wichtig fuer Laender die kein eigenes Oel haben.

Wenn sie wollen koennen sie verschiedene Huete aufsetzen, den der Geologen und den der Oekonomen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar
Die Aussage von Rolf Hartl „Keine Sorgen wegen der Geologie, diesbezüglich haben wir mit der Nutzung des Öls etwa 1/5 bis 1/6 der geologischen Wegstrecke hinter uns“ sowie „Die “Fünftel/Sechstel”-Aussage bezieht sich auf die Ressourcenbasis“ stehen nicht unbedingt im Widerspruch zu ihrer Annahme, dass der Peak Oil bald erreicht sei.

Wenn wir den von Rolf Hartl verwendeten Begriff „Resourcenbasis“ mit „oil in place“ (geologisch gesicherte/vermutete Oelmenge) übersetzen, die unkonventionellen Resourcen wie hinzunehmen und ferner die Erfahrungen bei der Förderung berücksichtigen „In general, most early estimates of the reserves of an oil field are conservative and tend to grow with time. This phenomenon is called reserves growth.“ so kommen wir schon nahe in den Bereich dessen, was heute über Ölvorkommen bekannt ist und Herr Hartl muss nicht einmal über noch unentdeckte „Saudi-Arabien“ spekulieren.

Wenn Herr Hartl – im Gegensatz zu ihnen – dieselbe Datenlage optimistisch beurteilt, so nimmt er nur an, dass
– der Entölungsgrad (recovery factor) stark gesteigert werden kann
– sich die Reserven als grösser erweisen als angenommen (reserve growth)
– unkonventionelle Resourcen zusätzlich erschlossen werden können

Bemerkung: Gegenwärtig beträgt der weltweit durchschmnittliche „oil recovery factor“ etwa 30 bis 35% und Saudi Aramco hielt in seinem Saudi Aramco 2008-Bericht fest, dass sie einen von 70% anstreben.

Die optimistische Sicht von Herr Hartl könnte etwa mit folgender Quelle gestützt werden (siehe http://www.fe.doe.gov/programs/oilgas/eor/)
Hier findet sich die Aussage: „Ten basin-oriented assessments- four new, three updated and three previously released- estimate that 89 billion barrels of additional oil from currently „stranded“ oil resources in ten U.S. regions could be technically recoverable by applying state-of-the-art CO2-EOR technologies.“
Mit diesen schlummernden 89 BBO’s (billion barrels of oil) könnte die USA ihren Eigenbedarf an Öl volle 12 Jahre lang aus eigenen Quellen decken.

Die pessimistische Sicht, die sie einnehmen ist sehr gut auf folgender Website verewigt (siehe http://www.theoildrum.com/node/5395 )

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

>Entölungsgrad: prozentuale Menge des geförderten Erdöls vom
>Gesamtvorkommen einer Lagerstätte.

Ok wenn das gemeint war… war es das? Aus dem Zusammenhang konnte man etwas anderes lesen.

Wenn es also um EOR gehen soll: http://en.wikipedia.org/wiki/Enhanced_oil_recovery
Dann pruefen wir doch mal die Behauptungen mit dem was erreicht wurde.

Schlagen sie mir ein paar past peak Oel-Felder vor und dann koennen wir das zusammen analysieren.

Michael

ps.. 1)
falls sie an den scientific artikel von Maugen denken hier die Antwort dazu .. gehen wir also bitte in die Details
http://www.peakoil.net/headline-news/comments-by-jean-laherr-re-on-squeezing-more-oil-from-the-ground-scientific-american

ps 2) Herr Hartl,
erklaeren sie uns doch mal warum der Oelpreis zwischen 20-30 Dollar pro barrel (noch aus den Jahren 2003) als Annahme fuer die naechsten 20-30 Jahre vollkommen falsch war und warum die langfristige Oelpreisvorhersage vom Bundesamt fuer Energie 50 Dollar/barrel bis 2030 oder 2050 vollkommen falsch waren und sind.
Siehe zum Beispiel hier:
————————————————————————
Bundesamt für Energie (M. Renggli): Fossile Energieresourcen Sep. 2006)
Zur Sicht der “Pessimisten” ist folgendes festzustellen:
Dem Hubbert-Model liegen sehr stark vereinfachende Annahmen zu Grunde, die für einzelne Erdölfelder oder Regionen mit Einschränkungen zutreffen können, nicht aber für die globale Erdölwirtschaft…. (Seite 2)
und Fazit (Seite 12) Die Rohölpreiserhöhung der letzten Jahre beruht nicht auf einem unzureichenden Angebot. Aufgrund der verfügbaren Informationen ist jedoch zu erwarten, dass in einem Zeithorizont von 2030-2050 die konventionellen Erdölreserven rasch und auf Dauer zur Neige gehen.
Energiepreise: (Die Energieperspektiven 2035 1.1.2007)
Scenarien I+II (Der Rohölpreis wird in naher Zukunft sinken und dann bis 2030 bei 30 Dollar pro Fass bleiben. Ab 2030 wird mit einer zunehmenden Verknappung gerechnet, die zu einem Anstieg der realen Preise bis knapp 50 Dollar/Fass im Jahre 2050 führt.
Höchstpreisszenario: Unter Annahme, dass der Höhepunkt der Rohöhlförderung schon im Jahre 2010 erreicht werden sollte, ergibt sich je nach Szenarien ein langfristiger realer Rohöhlpreis zwischen 65-80 Dollar/Fass.
Quelle: http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00538/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar
Zitat: „Vielleicht entspricht die “hoehere” Mathematik in der Oekonomie nicht dem was man noch auf der Schule lernt?“

Herr Hartl hat sich tatsächlich etwas verrechnet.
5% zusätzlicher Entölungsgrad = 5*88 Bbo = 440 Milliarden Barrels.
Saudiarabien hat aber geschätzte 267 Milliarden Barrel an Reserven
5% erhöhter Entölungsgrad entspricht also 1.6 Saudiarabien.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Michael Dittmar
Zitat: „sowie – ganz entscheidend – in der verbesserten Nutzung
>bestehender Ölfelder (gemäss der Gleichung: 5% erhöhter
>Entölungsgrad weltweit = 1 Saudi-Arabien).
5% der heutigen Oelfoerderung machen rund 4 millionen barrel pro Tag aus. Saudi Arabien liefert aber etwa 12 millionen barrel pro Tag.“

Der Entölungsfaktor (engl. recovery factor) ist aber anders definiert.
Entölungsgrad: prozentuale Menge des geförderten Erdöls vom Gesamtvorkommen einer Lagerstätte.

Im sehr informativen Artikel „Oil Reserves -Recovery Factors ..“ (siehe http://www.docstoc.com/docs/20366159/Oil-Gas-Journal-Global-Oil-Reserves-%E2%80%93-Recovery-Factors)
findet man folgende abschliessende Bemerkung:

„Worldwide, a one percent increase in the global recovery factor represents 88 billion barrels of oil of added conventional reserves, equivalent to the replacement of three years of global production.“

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Herr Hartl,
> Kommentar von Rolf Hartl. 26.02.2010, 15:38

Sie schreiben:

>Dei IEA-Studie 2005 “Resources to reserves” ist nach wie vor
>aktuell. Die “Fünftel/Sechstel”-Aussage bezieht sich auf die
>Ressourcenbasis.

Das war aber eben nicht die urspruengliche Frage. Sondern wie viele Jahre bleiben uns bis zum Peak bei den abbauwuerdigen Resourcen. Wenn sie die Zahlen von BP nehmen was wir bisher verbraucht haben und was wir glauben zu kennen dann haben wir in den noch reichen Laendern rund die Haelfte verbraucht.

sie schreiben weiter:
>In den jährlich erscheinenden Energy Outlooks geht es
>demgegenüber nicht um Ressourcen, sondern um den
>wahrscheinlichen/absehbaren Verlauf der Ölförderung.

Ja genau, dann sind wir uns einig und der Plot aus dem IEA Bericht von 2008 sagt alles was man braucht.

Die bekannten Felder sind praktisch alle ueber den Peak und nur durch ein Wunder (6 neue Saudi Arabien) kann ein Oel crunch verhindert werden.

Sollten wir fuer unsere Zukunft auf Wunder setzen?

>Da sagt die IEA, dass in den nächsten Jahren eine Steigerung
>von heute 85 mbd auf etwa 100 – 110 mbd notwendig sei.

Das stimmt nicht ganz. Die IEA Kurve zeigt was wir brauchen um weiter wie bisher zu wachsen. Nicht das es notwendig ist.

> Ist das auch möglich? Nun, das hängt wohl weniger von der
>Geologie als von den investiven Bedingungen ab (s.oben).

hm.. dann erklaeren sie doch mal warum die Oelfoerderung in der Nordsee und in Mexiko und und und so steil faellt? Warum ist England zum Beispiel zum Oelimporteur geworden und vermutlich dadurch in die Krise gekommen?

>Die “6 Saudi-Arabien” liegen in neuen Feldern (z.B. Irak,
>Brasilien, Westafrika, aber auch andere), in nicht-
>konventionellem Öl (Kanada, Russland, Super-Tiefen, Arktis)

Das muessen sie genauer erklaeren.. 64 Mill. Barrel Oel pro Tag (also rund 6 Saudi Arabien)
fehlen in wenigen Jahren und die Kurven der IEA sprechen von „noch zu findenden“ Oelregionen
und sie kennen die schon?

Gibt es da nicht vielleicht ein Problem in ihrer Behauptung?

>sowie – ganz entscheidend – in der verbesserten Nutzung
>bestehender Ölfelder (gemäss der Gleichung: 5% erhöhter
>Entölungsgrad weltweit = 1 Saudi-Arabien).

5% der heutigen Oelfoerderung machen rund 4 millionen barrel pro Tag aus. Saudi Arabien liefert aber etwa 12 millionen barrel pro Tag.

Vielleicht entspricht die „hoehere“ Mathematik in der Oekonomie nicht dem was man noch auf der Schule lernt?

bin gespannt wie sie dieses Problem loesen werden.
michael

ps.. sie schreiben auch noch:
>Bei kanadischen Ölsanden lautet die Ratio heute ca. 1:5.

koennten sie vielleicht eine Referenz dafuer angeben?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Andreas Schwab
Ihre Frage zielt in eine interessante Richtung. Über handfeste, aktuelle wissenschaftlche Grundlagen verfüge ich zwar nicht. Aber die Sekundär- und Tertiärförderung erfordert natürlich mehr Energie als im Fall, wo der Lagerstättendruck das Öl quasi automatisch nach oben „schiesst“. Bei konventionell gefördertem Öl geht man heute von einem Input/Output-Verhältnis von 1:20 aus. Bei kanadischen Ölsanden lautet die Ratio heute ca. 1:5. In die Fabelwelt gehört aber klar die (auch schon gehörte) Aussage, bei nicht-konventionellem Öl sei der energetische Input höher als der Output. Das wäre ja wohl die höchste Form ökonomischen und ökologischen Blödsinns.

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@ Herr Dittmar
Dei IEA-Studie 2005 „Resources to reserves“ ist nach wie vor aktuell. Die „Fünftel/Sechstel“-Aussage bezieht sich auf die Ressourcenbasis. In den jährlich erscheinenden Energy Outlooks geht es demgegenüber nicht um Ressourcen, sondern um den wahrscheinlichen/absehbaren Verlauf der Ölförderung. Da sagt die IEA, dass in den nächsten Jahren eine Steigerung von heute 85 mbd auf etwa 100 – 110 mbd notwendig sei. Ist das auch möglich? Nun, das hängt wohl weniger von der Geologie als von den investiven Bedingungen ab (s.oben). Die „6 Saudi-Arabien“ liegen in neuen Feldern (z.B. Irak, Brasilien, Westafrika, aber auch andere), in nicht-konventionellem Öl (Kanada, Russland, Super-Tiefen, Arktis) sowie – ganz entscheidend – in der verbesserten Nutzung bestehender Ölfelder (gemäss der Gleichung: 5% erhöhter Entölungsgrad weltweit = 1 Saudi-Arabien).

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Heute deckt fossile Energie mehr als 80% des Weltenergieverbrauchs. Wie Rolf Hartl hier dargelegt hat, ist es unwahrscheinlich, dass ein paar Professoren die wichtigsten Staaten zu einem Vertrag verpflichten können, der ihnen enorme Verpflichtungen auferlegt ohne einen klaren Gegenwert. Gerade Schwellenländer werden nur dann ihre CO2-Emissionen massiv reduzieren, wenn es eine preislich attraktive Alternative zu Kohle gibt.

Es gibt nur 3 Energiequellen, die das Potential haben – ohne allzuviel Schaden anzurichten – die Rolle der fossilen Energie zu übernehmen: Sonne, Wind und Atomkraft.

Wir wollen eine solche Übernahme einmal durchspielen und nehmen an, bis 2050 werden Kraftwerke mit einer elektrischen Gesamtleistung von 10 Terawatt je einmal mit Wind-,Sonne- oder Atomkraftwerken erstellt. Dies ergibt folgende Stückzahlen und Materialmengen (Annahme: Beton und Stahl sind Hauptbaustoffe):

Kernkraft allein:
10 TWe => 11’000 1GW Atomkraftwerke (LWR oder PWR)
Baumaterialien: 2.5 Gigatonnen Beton + 0.2 Gigatonnen Stahl
Betriebsstoffe: 1 Mio Tonne Uran/Jahr
Strompreis\Watt etwa 2x diejenige von Kohle

Wind allein (Weltweites Potential >=7m/s Wind: 72 TW )
10 TWe => 15’000’000 2.5 MW Windturbinen auf 340km2 Land
Baumaterialien: 15 Gigatonnen Beton + 5 Gigatonnen Stahl
Betriebsstoffe: Wind + Netz + viel Backup(Wasser,Fossil)
Strompreis\Watt etwa 2x diejenige von Kohle

Sonne allein (Solarthermie mit Speicher (billiger und weniger Intermittenz als mit PV)
10 TWe => 250’000 100MW SolarThermie-Kraftwerke (wie Andasol)
Baumaterialien: 30 Gigatonnen Beton + 10 Gigatonnen Stahl
Betriebsstoffe: Sonne + Netz + wenig Backup(Wasser,Fossil)
Strompreis\Watt etwa 3-4x diejenige von Kohle

Beurteilung:
– Atomkraftwerke der 3.Generation kommen wegen Brennstoffmangel nicht in Frage .
3.3 Millionen Tonnen Uranreserven, die für bis zu 130 Dollar/kg abgebaut werden können steht ein Bedarf von 1 Mio Tonne Uran/Jahr gegenüber.
– Windturbinen, aber vor allem solarthermische Kraftwerke verbrauchen gewaltige Mengen an Stahl (und Beton).
Viele Wind/Sonne-befürworter glauben an die „economie of scale“ und damit an immer günstigere Preise für Wind/Sonnenkraftwerke. Windturbinen sind aber in den letzten paar Jahren vor der Krise nicht mehr günstiger geworden. Vielmehr würde eine Verteuerung von Stahl (wegen grosser Nachfrage in China z.B.) wohl Windturbinen und Solaranlagen entsprechend teurer machen. Zudem sind die Probleme der Intermittenz nicht einfach zu lösen. In ganz Australien, aber auch in Deutschland, gibt es Flauten, die länger als einen Tag anhalten.

Fazit: Es gibt heute keine überzeugende Ersatzenergie für Kohle. In den nächsten Jahrzehnten kommen nur Wind- und Sonnenkraftwerke in Frage, die aber wegen Intermittenz und Materialbedarf zu ernsthaften Problemen führen können.

Meiner Ansicht nach, muss man nach besserem Ersatz für die fossilen Energien suchen.

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also es würde mich brennend interessieren wie das jetzt mit dem „energy return over energy invested“ – Verhältnis aussieht. Ist das in den letzten Jahren gesunken, gestiegen, oder konstant geblieben? Die Fördertechnologie wird wahrscheinlich immer besser, aber vielleicht liegen die Ölfelder weniger günstig.

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Es gibt 2 Möglichkeiten, schwindende Oelreserven zu kompensieren:
1) Erschliessen von neuen Quellen
2) Verbesserte Extraktion aus bestehenden Oelquellen durch Injektion von Gas, Chemie und verschiedenen anderen Methoden.
Zu 1) im optimistischsten Fall
Irak + 6 Mio Barrel bis 2015
Brasilien+ 2 Mio Barrel bis 2015
Kanada + 1 Mio Barrel bis 2015
Zu 2) : macht Oel teurer (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Enhanced_oil_recovery) Ein Preis über 80$/barrrel ist Voraussetzung.

Viele setzen jetzt auf 2) (eine verbesserte Ausbeute). Vor kurzem erschien ein Artikel im Scientific American, in dem der Autor meinte, damit liesse sich ein Oil-Peak um Jahrzehnte herausschieben.

Die Zukunkft des Oels ist also ungewiss. Mit Sicherheit lässt sich sagen: Die Aera des billigen Oels ist vorbei.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit beginnt schon bald die Aera des sehr teuren Oels.

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nein Physiker!

Ich behaupte auch nicht dass noch 4/5 oder 5/6 vom foerderbaren Oel in der Erde fuer uns schlummern. (im Vergleich mit dem was „ein kleiner Teil der Menschheit“ in knapp 50 Jahren verbraucht hat.

Die Behauptung von Herrn Hartl erfordert geologische Beweise mit Referenz auf Rechnungen zum Energie Return im Verhaeltnis zum noetigen Energie Einsatz! (da hilft etwas Physik!)

Nicht nur als Physiker kann man die vielen Publikationen zum Thema lesen und sich ein Bild daraus machen.

Wenden sie doch einfach mal ihren „kritischen Geist“ auf die verschiedenen Publikationen zum Thema an und ja schauen sie den IEA Report an. Die Referenz habe ich ja gegeben (nicht der Blog Author).

Oder versuchen sie es mit dem Kopf in den Sand (aber dann kann man auch nicht mehr schreiben!)

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Danke Herr Hartl. Es ist schön dass es sie gibt. Sie stimmen mich optimistisch, das ist in der heutigen Zeit viel wert!

Herr Dittmar sind SIE Geologe??

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Lieber Herr Hartl,
sie schreiben..

>Keine Sorgen wegen der Geologie, diesbezüglich haben wir mit
>der Nutzung des Öls etwa 1/5 bis 1/6 der geologischen
>Wegstrecke hinter uns (Quelle IEA 2005).

Sind sie eigentlich Geologe und welche Qualifikation haben sie um solche Statements zu machen?

Warum geben sie als Referenz die outdated IEA 2005 world energy outlook an und nicht die von 2008 oder 2009?

zum Beispiel hier: http://www.worldenergyoutlook.org/

und dann Slide 8 in: http://www.iea.org/speech/2008/Tanaka/cop_weosideeven.pdf

Sie kennen sicher dieses Diagramm.

Die blaue Kurve sieht genau aus wie die der Peak Oil Geologen.. ob es uns passt oder nicht.
Im Text steht: 64 mb/d of gross capacity needs to be installed between 2007 & 2030 – six times the current capacity of Saudi Arabia – to meet demand growth & offset decline

Wo bitte sollen diese 6 Saudi Arabia liegen? Auf diese Frage sollten sie eine Antwort geben.

>Die Ressourcenverfügbarkeit ist nicht die wahre Beschränkung
>(das sehe ich gleich wie die meisten Klimawissenschafter).

Ignoranz bei der einen Gruppe kann ja wohl keine Rechtfertigung oder Erklaerung sein oder?

mit besten Gruessen

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@Pius Kuster
Keine Sorgen wegen der Geologie, diesbezüglich haben wir mit der Nutzung des Öls etwa 1/5 bis 1/6 der geologischen Wegstrecke hinter uns (Quelle IEA 2005). Die Ressourcenverfügbarkeit ist nicht die wahre Beschränkung (das sehe ich gleich wie die meisten Klimawissenschafter). Entscheidend für den weiteren Verlauf der Ölförderung (und des Ölpreises) sind vielmehr Umfang, Zeitpunkt der notwendigen Investitionen. Diese sind abhängig von den Rahmenbedingungen in den Förderstaaten wie denjenigen des Mittleren Ostens, Afrikas, Russlands oder der zentralasiatischen Staaten. Ob diese nachfragegerecht ausgelöst werden, ist die wirklich spannende Frage der nächsten Zeit.

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@ Martin Holzherr

Zitat: „Herr Bühler, sie neigen zu Übertreibungen.“

Tu ich das tatsächlich?

„Lyssenkoismus, also die Kontrolle der Wissenschaft durch die Politik (IPCC=KPdSU?) erkenne ich keinen.“

Nicht? aber immerhin oder vielleicht Ansätze dazu?

– wissenschaftlich betrachtet: das kommiteeartige und enge Nadelöhr der wenigen Fachzeitschriften und der doch einigermaßen korrumpierte peer review-Prozess durch eine überschaubare Zahl von gate keepern? Kein Grund zur Sorge?
– politisch betrachtet, die Dominanz und Regelungswut – sorry, der planwirtschaftliche Regelungs-Impetus… – postdemokratischer Gebilde wie der EU, der UNO und ihrer Subbehörden?

Zitat: „Klimawissenschaftler fühlen sich jedoch durch den Erkentnisgewinn der letzten Jahre zunehmend zum Handeln gedrängt“

Fühlen? eine neue naturwissenschaftliche Kategorie? und Handeln – weshalb genau? aus knapp grün lackierten, in Tat und Wahrheit aber eher aus ganz anderen, bloß grün verbrämten Motiven der Umverteilung und Planwirtschaft?

Zitat: „Global bedeutsame Emissionsreduktionen sind aber in den nächsten 10 Jahren nicht zu erwarten, da teile ich den Energie-Realismus von Herrn Hartl.“

Realismus ist immer gut. So er denn ist, was er zu sein vorgibt.
Ihr Post „Kommentare (56)“ im Blog „Klimapolitik: Entscheiden unter Unsicherheit“?

Zitat: „Aktivismus bringt auch sonst nichts. Erst wenn günstige CO2-freie Energiealternativen vorhanden sind, werden auch China und Indien Emissionsreduktionen in Betracht ziehen. In der Zwischenzeit wird die Wissenschaft ihre Aussagen weiter erhärten…“

Prinzip Hoffnung hinsichtlich der self-fulfilling prophecy eines pessimistischen Klimatismus?
„In der Zwischenzeit“ werden weiterhin Produktionsstätten und Arbeitsplätze nach Fernost ausgelagert – ohne jede CO2-Einsparung, im Gegenteil – und Aussagen erhärten? hoffentlich… hier vielleicht: http://cloud.web.cern.ch/cloud/

Zitat: “ – oder aber das einfache Bild des CO2-getriebenen Klimas muss korrigiert werden.“

Dazu besteht nun wohl dringend Anlass…

Zitat: „Anders als Herr Hartl glaube ich aber, dass die fossilen Energien ziemlich schnell aufgegeben werden können, wenn es einmal preisgünstige Alternativen gibt und die Notwendigkeit der Abkehr für jeden ersichtlich ist.“

Dringend: FORSCHUNG! anstelle der rein politisch motivierten Förderung volks- und betriebswirtschaftlich völlig unsinniger ee-Projekte.

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@Peter Bühler
Herr Bühler, sie neigen zu Übertreibungen. Lyssenkoismus, also die Kontrolle der Wissenschaft durch die Politik (IPCC=KPdSU?) erkenne ich keinen. Klimawissenschaftler fühlen sich jedoch durch den Erkentnisgewinn der letzten Jahre zunehmend zum Handeln gedrängt.
Global bedeutsame Emissionsreduktionen sind aber in den nächsten 10 Jahren nicht zu erwarten, da teile ich den Energie-Realismus von Herrn Hartl.
Aktivismus bringt auch sonst nichts. Erst wenn günstige CO2-freie Energiealternativen vorhanden sind, werden auch China und Indien Emissionsreduktionen in Betracht ziehen. In der Zwischenzeit wird die Wissenschaft ihre Aussagen weiter erhärten – oder aber das einfache Bild des CO2-getriebenen Klimas muss korrigiert werden.
Anders als Herr Hartl glaube ich aber, dass die fossilen Energien ziemlich schnell aufgegeben werden können, wenn es einmal preisgünstige Alternativen gibt und die Notwendigkeit der Abkehr für jeden ersichtlich ist.

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Herr Holzherr, wollen Sie nicht die urbane Legende von den bösen Erdölfirmen umweltfreundlich ablegen und dann vergessen?

Dank Climategate wissen wir, dass schon vor Jahren zwischen Wissenschaftlern und Erdölfirmen Verhandlungen über mögliches Sponsoring stattfanden.
Exxon macht sich auch für die Besteuerung von CO2 stark (wird von den Verbrauchern bezahlt, nicht von Exxon, die nur Inkasso machen).
http://climate-gate.com/search.php?keyword=exxon&submit=Search
http://climate-gate.com/search.php?keyword=shell&submit=Search

Vor allem Erdölfirmen verfügen über das notwendige Kapital, auch Grossprojekte in Alternativenergie auf die Wege zu bringen, wenn sie darin eine Möglichkeit zum kommerziellen Erfolg sehen. Darauf sollten wir nicht spucken. Es sind auch Millionen von Arbeitsplätzen im Spiel.

Hatte nicht Shell schon ein grosses Windenergieprojekt gestartet, dann aber aus wirtschaftlichen Gründen wieder fallen gelassen?

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@ Martin Holzherr

Zitat: „…und die anderen malen den Teufel an die Wand mit 5 und mehr Grad Erwärmung.“

… die seit 11 Jahren nicht festzustellen ist und seit dem Ausklang der kleinen Eiszeit im 19 Jahrhundert gerade mal 0,7° C beträgt.

Seit jeher bildete „Angst“ eine universell verfügbare und billige Ressource. Wer sich ihr geschickt zu bedienen weiss, manipuliert Menschen nach Belieben. Früher eher eine Domäne der Religionen, gerieten über die Massenmedien im 20. Jh ganze Reihen von „Weltuntergangsszenarien“ in Umlauf, gewissermassen als säkularisierte Formen religiös motivierter Endzeiterwartungen.
Diesen „Teig“ versteht der AGW-Alarmismus besonders geschickt zu kneten und gären zu lassen. Die Erfüllung der Prophezeiungen liegt weit nach vorn in die Zukunft geschoben und ist – nicht nur für Laien – kaum überprüfbar.
Interessant dabei, wie die Klimawissenschaftler den Skeptikern – ähnlich wie bei Auseinandersetzungen zwischen Gläubigen und Ungläubigen – Kritikvermögen und Kompetenz absprechen und Zweifel zum Leugnen umetikettieren. Das führt inzwischen bis hin zum lauten Nachdenken darüber, ob demokratische Prozesse überhaupt geeignet seien, die angeblich dringlich anstehenden Entscheidungen zu treffen – oder wie hier in diesem Blog zu Überlegungen darüber, „was wir mit diesen Politikern (Herr P.B.?!) anfangen sollen (als redliche Bürger oder Wissenschaftler)“….
Frühformen eines grünen Khmertums?

Angst ist ein denkbar schlechter Ratgeber zur Lösung der anstehenden Energieprobleme und Lyssenkoismus ein hier leider dringend zu erwähnendes Mahnmal für eine ideologisch fehlgeleitete Wissenschaft.

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@Klaus Ragaller
Zitat: „Die Hoffnung richtet sich auf die vielen Unternehmer, die nach Lösungen suchen und neue Geschäftschancen erschliessen.“
Die einen wollen Geschäfte mit fossilen Rohstoffen wie zum Beispiel Öl machen, die anderen mit Cleantech. Dementsprechend sind die einen daran interessiert, den Klimawandel zu leugnen oder als nicht relevant zu betrachten und die anderen malen den Teufel an die Wand mit 5 und mehr Grad Erwärmung.
Am Schluss werden 2 Dinge entscheiden:
1) Gibt es die anthropogenen Erwärmung, wie stark ist sie und in welchem Zeitraum spielt sie sich ab
2) Welche Aktionen sind bis wann nötig. Genügt Adaption allein oder braucht es massive Emissionseinschränkungen.

In einem Punkt hat Rolf Hartl sicher recht. Es gibt keine billige Alternative für fossile Rohstoffe und es wird schwierig werden Schwellenländer wie China und Indien von der Notwendigkeit des Verzichts auf fossile Rohstoffe zu überzeugen.

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Es braucht nicht viel Phantasie, sich die Gründe für das „weiter wie bisher“ aufzuzählen. Das einzig Störende dabei ist, dass sich die Gesetze der Physik, aus denen das 2 Grad Ziel abgeleitet ist, nicht darum kümmern. Das sollte einen doch misstrauisch machen über die Zukunftsfähigkeit dieses Szenarios, das unter anderem schon bald zu 5 und mehr Grad Erwärmung und der Gefahr irreversibler Kipp-Effekte führen würde. Die Hoffnung richtet sich auf die vielen Unternehmer, die nach Lösungen suchen und neue Geschäftschancen erschliessen.

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Zitat: „Aus globaler (wohlverstanden nicht lokaler) Sicht der Energiewirtschaft bleibt das plausible Szenarium der nächsten paar Dekaden somit eine steigende Nachfrage, zunächst nach fossilen Energieträgern.“
So sieht es aus und als Vertreter der Ölindustrie glauben sie natürlich, dass Öl dabei die dominierende Rolle spielen wird.
Es gibt jedoch einige Anzeichen dafür, dass die globale Nachfrage nach Öl, angetrieben von den Schwellenländern, bald das Angebot übersteigen wird. Dann wird wohl Öl durch Kohleverflüssigung gewonnen und Gas wird teilweise an seine Stelle treten.
Alles fossile Ersatzstoffe um die Mobilität wie wir sie kennen aufrecht zu erhalten.
Aus Sicht des Klimaschutzes alles andere als eine goldene Zukunft.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Wow das ist ja ein Ansatz von Meinungsvielfalt hier in diesem Blog!

Dass die Zeit kommt in der wir von fossilen Energieträgern unabhängig sein müssen ist klar. Umweltaktivisten sagen immer wieder das Öl reiche noch 40 Jahre, das sagten sie schon 1970 😉
Was schätzen sie von der Erdöl-Vereinigung wie lange das Öl bei gleichbleibendem Verbrauch noch reicht? Können sie sagen ob peak-oil schon war oder ob wir kurz davor sind?

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