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Klimapolitik: Entscheiden unter Unsicherheit

22.01.2010 von

Seit dem Kopenhagen-Gipfel findet man zunehmend skeptische Äusserungen: Ob das denn wirklich so stimme, mit dem globalen Klimawandel, und ob es denn wirklich notwendig sei, sofort etwas zu unternehmen? Für die Klimawissenschaftler ist das natürlich frustrierend. Seit langem arbeiten sie weltweit an immer raffinierteren Modellen zur Prognose der künftigen globalen Durchschnittstemperatur. Und inzwischen sind sie sich ziemlich sicher: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit künftig um mehr als 2°C wärmer werden – und das wird dann ziemlich unangenehme Konsequenzen für unser natürliches Umfeld haben.

Wie reagieren auf die Unsicherheit?

Die Wissenschaftler sind sich also «ziemlich» sicher, dass es so kommt. Sichere Vorhersagen für die Zukunft gibt es nicht und kann es nicht geben. Und genau das macht es schwierig: Wir müssen unter Unsicherheit entscheiden, ob wir etwas zur Bekämpfung des Klimawandels unternehmen wollen oder nicht. Das ist allerdings eine Situation, in der wir uns oft befinden, beispielsweise auch als es um die Schweinegrippe ging. Soll man viel Geld ausgeben, um für genügend Impfstoff im Fall einer drohenden Pandemie zu sorgen? Oder soll man erst mal abwarten, wie schlimm es mit der Grippe wird und später handeln?

Schäden, die nicht reparabel sind

Das Rätsel der Schweinegrippe scheint gelöst: Wir haben zu viel Impfstoff gekauft – die Grippewelle war weniger schlimm als befürchtet. Wir haben also irgendwie «zuviel» Geld ausgegeben.

Ist es beim Klimawandel genauso? Falls sich herausstellen würde, dass die Temperaturen nicht so stark ansteigen wie heute erwartet, dann hätte man das Geld für Massnahmen zur Verringerung des Temperaturanstiegs «in den Sand gesetzt». Beim Thema Klimawandel gibt es aber eine zusätzliche Komplikation. Ist die Temperatur erst einmal ordentlich gestiegen und ist die natürliche Umwelt erst einmal entsprechend geschädigt dann lässt sich dies nicht mehr rückgängig machen. Die Experten sprechen hier von Irreversibilitäten.

Anders als bei der Schweinegrippe, wo man auch im Falle vieler Erkrankungen nicht von extrem vielen Todesfällen ausgehen musste, scheint dem «Patienten Erde» im Fall eines fortschreitendem Klimawandels auf mehrere Jahrhunderte hin nicht mehr zu helfen sein.

Ethik kommt ins Spiel

Entscheidungen, die nicht nur unter Unsicherheit sondern auch angesichts drohender Irreversibilitäten zu treffen sind, müssen auf ethischen Wertprinzipien basieren.

Das Vorsorgeprinzip, das heisst die Verantwortlichkeit gegenüber den Generationen unserer Kinder und Enkel, legt es nahe, sich für die Klimapolitik und gegen das Nichtstun und Abwarten zu entscheiden. Natürlich hätte man dann «zu viel und unnötig» Geld ausgegeben, falls die Klimaerwärmung ausbleiben sollte. Falls sie aber kommt, was eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, kann die natürliche Umwelt und folglich auch unser ökonomisches und soziales Gefüge vor enormem Schaden bewahrt werden. Diese Chance muss uns etwas Wert sein.

Zur Autorin

Renate Schubert ist Professorin für Nationalökonomie an der ETH Zürich. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (59) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@ Martin Holzherr

Es gibt drei Hauptprobleme: das Signifikanzniveau (dazu Phil Jones: „Dieser Trend – 0,12C per Dekade – ist positiv, aber nicht so signifikant bei einem Signifikanzniveau von 95 %), das „Ausreisserjahr“ 1998 und die Temperaturerhebungen und Messnetze, u.a. urbane Wärminseleffekte (UHI), s. unten.

Laut IPCC hätte sich eine Erwärmung von 0.2°C pro Dekade zeigen sollen. Die in den letzten beiden Dekaden gemessene Temperaturentwicklung ist am Rand statistischer Signifikanz, zumal – s. weiter unten – erhebliche Zweifel an der Korrektheit der Messungen bestehen.
Es gibt seit 1995 keine statistisch signifikante Erwärmung mehr.
Für eine Erwärmungskurve von 0,7° C müsste man bei einem absolut kalten Jahr beginnen. Das wäre zwar trickreich aber nicht besonders redlich.
Jones erklärt, dass die Erwärmung vor 1960 sich aus natürlichen Faktoren erklärt. Es ist demnach falsch, mit 0,7° zu argumentieren.
Seit 1960 sind es nur 0,5° und auch nur dann, wenn man die Superspitze von 1998 mit einbezieht.

Hier finden Sie das entscheidende Papier von Hansen et al., das die Grundlage für die IPCC-Modelle bildet

http://pubs.giss.nasa.gov/docs/1981/1981_Hansen_etal.pdf

Hansen sagt voraus, der CO-Erwärmungseffekt werde nach 2000 andere Klimaeinflüsse dominieren. Die Voraussage erfolgt bei einer Wahrscheinlichkeit bzw. einem Vertrauensintervall von 95% (2 SDs). Diese Aussage impliziert, dass jede Erwärmung vor dem Jahr 2000 auf CO2 und andere Ursachen zurückzuführen sei oder auf einen Mix, jedenfalls aber mit keinerlei statistischer Signifikanz auf CO2 als alleinige Ursache.

Hansens Graph zeigt, wann die CO2-Erwärmung die anderen Einflussfaktoren des Klimawandels zu dominieren beginnt. Kurz, man braucht also nur nach einem statistisch signifikanten Erwärmungstrend nach 2000 Ausschau zu halten. Das Ausbleiben einer derartigen Erwärmung nach 2000 falsifiziert das AGW-Modell.

Umso peinlicher, dass die bodennahen Temperaturmessungen erheblich in der Kritik stehen: http://scienceandpublicpolicy.org/images/stories/papers/originals/surface_temp.pdf

Betr. AGW s.a.
http://economics.huji.ac.il/facultye/beenstock/Nature_Paper091209.pdf

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@Peter Bühler

Danke für den interessanten Link. Ihre Aussage die Erderwärmung habe in den letzten 35 (!) Jahren gerade mal 0,161° C betragen, ist allerdings falsch und kann aus diesem Artikel nicht entnommen werden.

Im Artikel wird von 4 Erwärmungswellen besprochen (1860-1880,1910-1940, 1975-1998 und 1975-2009). Die letzte dieser Erwärmungswellen, 1975-2009, ging mit einer globalen Erwärmung von 0.161° Grad pro Jahrzehnt einher, das sind über 35 Jahre gerechnet 0.5635°C, also recht beachtlich.

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Phil Jones räumt in einem BBC-Interview ein, dass die Erderwärmung in den letzten 35 (!) Jahren gerade mal 0,161° C betragen habe und zwischen 1995 – 2009 0.12° C (ohne statistische Signifikanz).

Das deckt sich irgendwie nicht mit der öffentlichen Wahrnehmung eines katastrophalen Erwärmungstrends…

http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8511670.stm

Interview-Frage: „Wenn Sie zustimmen, dass es ähnliche Wärmeperioden seit 1850 bis heute schon gegeben hat … welche Faktoren bringen Sie dann zu der Überzeugung, dass die jüngste Erwärmung weitgehend menschengemacht ist?“

Antwort Jones: „“Die Tatsache, dass wir die Erwärmung ab 1950 nicht durch solare oder vulkanische Einflüsse erklären können.“

Vergisst man mal kurz die Probleme mit den Messungen und Messnetzen an sich, na dann ist wohl sonnenklar, die Erwärmung kann nur menschlichen Ursprungs sein…

s.a. http://www.agu.org/pubs/crossref/2009/2008JD011637.shtml

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@Franz-Xaver Spörri
Zitat: „deshalb ist es zwingend, richtige Entscheidungen zu treffen“
Um das geht es ja in diesem Artikel „Entscheiden unter Unsicherheit“. Um die empohlenen Klimaschutzmassnahmen zu rechtertigen müssen die Klimawissenschaftler sich ihrer Sache sehr sicher sein, ziemlich sicher genügt nicht – wie ich in einem Kommentar weiter unten geschrieben habe. Und selbst wenn nun die meisten handeln würden, heisst das noch nicht, dass die CO2-Emissionen global bis 2050 halbiert werden können, wie vom IPCC gefordert.
Nun kommt der entscheidende Punkt:
Letzlich entscheiden nicht wir Europäer ob und wie das CO2-Problem oder das Energie-Problem gelöst wird, wir können lediglich ein Vorbild abgeben oder eine Musterlösung vorexerzieren. Die beiden entscheidenden Akteure sind China und die USA. Nach meiner Einnschätzung hat China in Kopenhagen vorgemacht, wie es sich in den nächsten 10 Jahren verhalten wird. Auch das von ihnen als dringend empfundene Energieproblem ensteht zum grossen Teil erst durch die schnell wachsenden Schwellenländer (vor allem China). Ein Wachstum wie es China jetzt an den Tag legt ist historisch einmalig und wird – wenn es so weitergeht – die ganze Welt verändern, nicht nur China. Und ich wage zu behaupten – wenn es zu Schwierigkeiten kommt – zum Beispiel in der Rohstoffversorgung, im Oelnachschub, wird China diese Schwierigkeiten sogar besser bewältigen als Europa und die USA.
Für Europa gibt es tatsächlich ein hausgemachtes Energieproblem, nämlich der fehlende Nachschub von neuen Kraftwerken. Beispielhaft ist Deutschland: Wichtige Teile der Politik wollen die Atomkraftwerke stillegen und weite Teile der Bevölkerung wehren sich gegen die schon fest geplanten 26 neuen Kohlekraftwerke und wollen schon gar nichts von Carbon Capture and Storage in der Nähe ihres Wohnorts wissen. Dazu kommt, dass die Energie in Deutschland immer teurer wird (6% Verteuerung pro Jahr), weil die erneuerbaren Energien immer mehr zu Buche schlagen.
Auch die Schweiz hat ein ähnliches Problem. Ihr Energiekonsum wächst mit dem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum und der zunehmenden Elektrifizierung (z.B: Wärmepumpen) und man bräuchte eigentlich neue Kraftwerke in naher Zukunft – und nicht irgendwann nach 2020).

Die bevorstehende europäische Energiekrise ist aber vielleicht auch eine Chance für Energieeinsparungen – mindestens vorübergehend. Am meisten Spielraum beim Energieverbrauch haben ja die Haushalte. Sie müssen ja nicht mit dem Ausland konkurrieren wie die Exportindustrie. Wenn es schon bald zur Stromknappheit kommt, könnte man diejenigen belohnen, die weniger Strom konsumieren.
Natürlich ist das nur eine vorübergehende Lösung.

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P.S. Kommentar von Martin Holzherr.
Der Meeresspiegel steigt durch die natürliche Erwärmung genauso wie durch die vom IPCC gemachte anthropogene Erwärmung.

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@Kommentar von Martin Holzherr. 07.02.2010, 17:14
„Sie begründen den Verzicht auf mitigative Massnahmen nicht sehr überzeugend, Bjorn Lomborg macht das in seinem – einfach gestrickten – Buch “Cool it”, besser.“

Da mögen Sie recht haben, aber ich wollte ja auch kein Buch über Binsenwahrheiten schreiben.

„Dem menschengemachtem Klimawandel begegnet man am besten durch Anpassung, denn Anpassungsmassnahmen vor Ort sind immer effektiver als der Versuch die globale Temperatur durch Emissionseinschränkungen zu ändern, denn diese Emissionseinschränkungen müssen ebenfalls global sein damit sie wirken. Sie sind ferner so teuer, dass der Wohlstand weniger stark steigt und damit die Gesellschaften später zu arm sind, um effektive Anpassungsmassnahmen zu finanzieren.“

Obige Konklusion deckt sich, auch ohne Buch, völlig mit meinem
„Kommentar von Franz-Xaver Spörri. 31.01.2010, 22:53.“ Dazu brauchte ich nur den IPCC Bericht zulesen. Die IPCC Zitate, als Beispiele, habe ich in meinem Kommentar wörtlich wiedergegeben. Es geht darum klarzustellen, dass die ökonomischen Resourcen ebenso endlich sind wie die fossilen Energieträger. Deshalb ist es zwingend richtige Entscheide zu treffen. Wissenschaft ist nicht l’art pour l’art sondern ist mit sozialer Verantwortung verbunden. Das versuchte ich in meinen Kommentaren auch schon ergebnislos anzusprechen. Bis zum heutigen Tag geht die Wissenschaft gefolgt von der Politik in die falsche Richtung. Ich will und kann nicht kompetent über die mehrheitlich ungelösten komplexen CO2 Issues im Detail diskutieren. Meine Priorität gehört einer gesicherten, oekonomisch und oekologisch vernünftigen Energieversorgung. Wenn die, im wahrsten Sinne des Wortes, menschengemachte CO2-Hype abflaut könnte es schon zu spät sein den Kurswechsel einzuleiten.

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@Franz-Xaver Spörri
Sie begründen den Verzicht auf mitigative Massnahmen nicht sehr überzeugend, Bjorn Lomborg macht das in seinem – einfach gestrickten – Buch „Cool it“, besser.
Der Hinweis des IPCC auf die Rolle von CO2 in der Klimageschichte ist nämlich – anders als sie suggerieren – in sich konsistent und lässt sich vereinfacht so formulieren: Ein Anstieg des atmosphärischen CO2 führt zu einer erhöhten globalen Temperatur, unabhängig davon wie er zustande kommt. Vulkanismus und das Übertreten von CO2 aus dem Ozean in die Atmosphäre sind die wichtigsten Gründe für eine Erhöhung der atm. CO2-Konzentration. So hat CO2 vulkanischen Ursprungs wahrscheinlich die fast totale Vereisung vor etwa 700 Millionen Jahren (snowball earth) beendet. Auch die Heisszeit im Eozän ging mit hohen CO2-Spiegeln einher. Der Abfall des atm. CO2 auf sehr tiefe Werte (durch Verwitterung etc.) hat schliesslich die Eiszeiten der letzen Millionen Jahre möglich gemacht. Ausgelöst wurden der Wechsel von Vereisungs/Warmphasen durch Zyklen von kalten/warmen Sommern auf der Nordhemisphäre infolge periodischer Erdbahnveränderungen (Milankovitch-Zyklen). Der Beginn einer Warmphase -ausgelöst durch eine Phase von warmen Sommern auf der Nordhemisphäre – führte zum Übertritt von ozeanischem CO2 in die Atmosphäre, was die Erwärmung verstärkte (mehr über die Rolle von CO2 in der Ergeschichte hier http://en.wikipedia.org/wiki/Carbon_dioxide_in_Earth's_atmosphere).

Hier noch Lomborg’s Standpunkt, kurz zusammengefasst: Dem menschengemachtem Klimawandel begegnet man am besten durch Anpassung, denn Anpassungsmassnahmen vor Ort sind immer effektiver als der Versuch die globale Temperatur durch Emissionseinschränkungen zu ändern, denn diese Emissionseinschränkungen müssen ebenfalls global sein damit sie wirken. Sie sind ferner so teuer, dass der Wohlstand weniger stark steigt und damit die Gesellschaften später zu arm sind, um effektive Anpassungsmassnahmen zu finanzieren.
Soweit Lomborg. Seine Argumente sind meiner Meinung nach zu einfach, weil
– Mitigative Massnahmen müssen nicht wohlstandsmindernd sein. Ein Wegkommen von den fossilen Energien verhindert auch den Kampf um knappe Resourcen
– Lomborg mag für die nächsten 50 Jahre recht haben, weil die Temperaturen aber ständig weiter steigen, geht seine Rechnung irgendwann nicht mehr auf und Adaptionsmassnahmen sind gar nicht mehr finanzierbar (beispielsweise kann man Küstenstädte kaum noch retten, wenn der Meeresspiegel mehr als 1 Meter steigt).

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@Thomas Blaser. 29.01.2010, 1:11 „Risiken bei Energie-Investitionsentscheidungen“ Nicht nur die Industrie, auch die Politik muss solche Abwägungen machen. Die Politik tut es aber bisher nicht und setzt mit planwirtschaftlichen Anreizen das Geld der Steuerzahler „mitigativ“ in den Sand. Bundesrat Leuenberger hat eine einfache Antwort auf die Frage ober er denn IPCC nicht hinterfrage. Zitat: “ Der Standpunkt der Wissenschaft ist klar und es ist Aufgabe der Politik, Massnahmen zu ergreifen, um die Ursachen der Klimaerwärmung zu bekämpfen und die negativen Folgen des Klimawandels zu mildern.“
Zumindest bei mir kommen Zweifel auf wenn ich im IPCC Executive Summary z.B. lese:
„It is very likely that glacial-interglacial CO2 variations have strongly amplified climate variations, but it is unlikely that CO2 concentrations have triggered the end of glacial periods.
It is likely that earlier periods with higher than present atmospheric CO2 concentrations were warmer than present.“
Mal ist CO2 die Ursache ein andermal wiederum nicht. Das Ende der Eisperioden haben dann wohl doch die Offroader des Klimatologen und Politikers Bastien Girod besiegelt. Dazu passt das Verschwinden der Himalajagletscher bis 2035 und die erstaunliche Migration von Thermometern vom Inland an die Küsten etc. Ganz zu Schweigen von wissenschaftlichen Feinheiten der Temp. Messung an sich, wie sie von Herrn Ireneusz Cwirko dargelegt wurden. Ich kann mir nicht helfen IPCC ist keine gute Grundlage zur Entscheidungsfindung für Politik und Gesellschaft. Abwarten ist besser, auch wenn die nutzlosen mitigativen Ausgaben einem das Leben zusehends schwer machen. Priorität gehört einer gesicherten, oekonomisch und oekologisch vernünftigen Energieversorgung. Wo nötig sind bie anhaltender Klimaerwärmung* allenfals adaptive Massnahmen zu treffen.
*“ It is VERY unlikely that the earth would naturally enter another ice age for at least 30kyr.“

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@Ireneusz Cwirko:
Sehr Interessant der Vergleich der Rohdaten mit den homogenisierten „Rohdaten“. Mich würde im Detail interessieren wie genau diese homogenisierung vorgenommen wurde. Ich hätte gerne eine vollständige Auflistung aller Rechenoperationen welche von den Rohdaten zu den homogenisierten „Rohdaten“ geführt haben. Haben sie einen Draht zu den Leuten bei SwissMeteo? Oder haben sie sonst eine Idee wie man an diese Daten kommt? Ich spekuliere darauf dass bei Swissmeteo auch niemand mehr nachvollziehen kann wie genau diese Korrekturen vorgenommen wurden.

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Herr Spoerri,
>Des weiteren habe ich nichts gegen Physiker.

na wie schoen.. Sie moegen nur die Resultate nicht Pech da kann man nichts weiter machen! Jede Diskussion wird sinnlos.

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@Michael Dittmar. „Wer misst misst Mist“ den Spruch hatte ich immer presesent wenn ich Versuchsanordnungen, Statistiken und deren Konklusionen studierte. Deswegen auch meine Zweifel an den „likely“ -Konklusionen des IPCC . Herr Ireneusz Cwirko hat mich in meinem Misstrauen, nachvollziehbar in einem für mich neuen Bereich der Temperaturmessung, bestätigt. Es kann eben nicht jeder zuverlässig Temperatur messen, Punkt. Soviel ich weiss, wurde vor 400 Jahren von Galileo Galilei ein Thermometer erfunden ohne, dass er gleich verbrannt wurde. Des weiteren habe ich nichts gegen Physiker.

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>Kommentar von Franz-Xaver Spörri. 06.02.2010, 12:12
>Kommentar von Ireneusz Cwirko. 05.02.2010, 22:01
>Ich habe in meinem vorherigen Beitrag vor einer
>möglicherweise falschen Interpretation der C0²- Messungen in
>Folge der Verwendung der physikalischen Messmethoden
>gewarnt.
>Es ist aber nicht nur C0² der falsch gemessen wird, sondern es
>ist nur ein Beispiel vom vielen. Im Grunde genommen basiert
>die heutige Physik auf solchen Falschmessungen wo den
>Beteiligten nicht bewusst ist was sie messen und wie weit die
>Ergebnisse eine Aussagekraft haben.

Machen Sie sich beide nicht etwas laecherlich?

Wie waere es mal mit einem Grundkurs in Physik und kommen Sie auf den Boden der Realitaet zurueck..

Es ist nicht die Schuld der Naturgesetze wenn ihr Weltbild nicht mit dem der Physik und der Wissenschaft uebereinstimmt.

Vor 400 Jahren konnte man die Leute noch verbrennen heute geht nicht mehr (jedenfalls noch..)

Michael

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@Ireneusz Cwirko. Mit grossem Interesse habe ich Ihre Ausführungen gelesen. Von den geschilderten komplexen Zusammenhänge bei der Temperaturmessung hatte ich nie gehört. „Wer misst misst Mist“ scheint auch bei sorfältigen Temperaturmessungen weitgehend zutreffend zu sein. Wie sehen Sie die Temperaturmessungen mit Satelliten?

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Ich habe in meinem vorherigen Beitrag vor einer möglicherweise falschen Interpretation der C0²- Messungen in Folge der Verwendung der physikalischen Messmethoden gewarnt.

Es ist aber nicht nur C0² der falsch gemessen wird, sondern es ist nur ein Beispiel vom vielen. Im Grunde genommen basiert die heutige Physik auf solchen Falschmessungen wo den Beteiligten nicht bewusst ist was sie messen und wie weit die Ergebnisse eine Aussagekraft haben.

Die Klimatologie ist hier ziemlich in einer „unglücklicher“ Situation, weil sie im Gegenzug zu z.B. Astrophysik mit dem Objekt der Forschung ständig konfrontiert wird.
Trotzdem es ist schon unglaublich, dass die beteiligten Wissenschaftler (mehrheitlich ausgebildete Physiker) nicht bemerkt haben, dass die Messungen falsch sind und ein grundsätzlicher Problem dahinten steckt, besonders, dass nicht nur C02-Werte falsch gemessen wurden, sondern auch Temperaturen.

Hier ein Link zu der Verlauf der Temperaturen gemessen von MeteoSwiss.
Man hat versucht auf der Basis der herrschenden Glaubens in der Physik die Werte von „schädlichen“ Einfußen zu bereinigen was zu noch größeren Fehlern geführt hat. Wie man auf den ersten Blick sieht führt diese Vorgehensweise zu künstlichen Steigerung der Temperaturen in den homogenisierten Daten im Vergleich zu den Rohdaten.

http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/klima/klima_heute/homogene_reihen.Par.0054.DownloadFile.tmp/vergleichoriginalhomogen.pdf

Es stellt sich die Frage ob hier eine reale Situation abgebildet wurde oder die vorgenommenen Eingriffe in die Daten einen falschen Verständnis der physikalischen Ursachen zu Grunde liegen.

In dem folgenden Link, http://noconsensus.wordpress.com/2009/12/15/swiss-homogenization/ in dem Kommentar Nr.37 ist eine Stellungsnahme des MeteoSwiss zu lesen in dem die Gründe der Homogenisierung der Temperaturmessungen benannt wurden.

Zum Einen standen in den ersten Jahrzehnten der ausgewerteten Messperiode (bis ca. 1900) Thermometer im Einsatz, bei denen es oft zu einer langsamen Kontraktion des Quecksilbergefäßes kam, was zu einer “Zunahme” der Temperaturmessungen um 0.5 bis 1 Grad über mehrere Jahre bis Jahrzehnte führte. Dies musste systematisch korrigiert werden.

Zum Anderen wurden Ende der 1970er Jahre viele Stationen automatisiert. Die Messung mit ventilierten Thermometern führte zu einer geringeren Beeinflussung durch die Sonnenstrahlung und resultierte in systematisch tieferen mittleren Messwerten (verstärkt noch im Sommer).

Waren aber die vorgenommenen Veränderungen der Daten gerecht?

In dem ersten Fall bis ca. 1900 (ich nehme an, dass bei einzelnen Messstationen Quecksilberthermometer noch viel länger in Gebrauch waren) wurde festgestellt, dass mit der Zeit die gemessene Temperatur bzw. der Nullpunkt des Thermometers nicht mehr mit dem Schmelzpunkt des Eises stimmt. Damals wurden noch tatsächlich Thermometer nach Fixpunktverfahren kalibriert. Man hat festgestellt dass die Thermometer mit der Zeit immer höhere Temperaturen anzeigen und hat fälschlicherweise angenommen, dass die Ursache in der Verringerung des Volumens des Quecksilbergefäßes liegen muss. In Wirklichkeit zeigte hier der gleiche Prozess ihre Wirkung, der zu der Erhöhung der Masse des Urkilogramms geführt hat nämlich die Steigerung der Amplitude der Raumoszillationen, die für uns auch durch die Steigerung des Wertes der Gravitationskonstante sich bemerkbar macht. In Folge dessen werden auch die Oszillationen der Elementarteilchen größer was bei der Materie in dem gasförmigen und flüssigen Zustand zu Volumen Vergrößerung geführt hat.
Diese Volumenvergrößerung war im Grunde genommen sehr klein aber sie hat sich durch die verstärkende Wirkung der Kapillare bemerkbar gemacht.
Die Temperatur hat sich also in allen diesen Jahren kaum merklich verändert aber erst durch Homogenisierung und Verschiebung der gemessenen Werte um 1 Grad Celsius nach unten wurde hier ein Trend in der Entwicklung der Temperaturen künstlich erschafft.

In dem Zweiten Fall hat man schon wieder etwas bemerkt aber wie immer bei Physiker falsch bewertet.
In den modernen meteorologischen Messstationen werden keine altmodischen Ausdehnungsthermometer mehr verwendet sonder die so genante Widerstandsthermometer die eine Automatisierung des Messvorgangs ermöglichen.

Widerstandsthermometer sind elektrische Bauelemente, welche die Temperaturabhängigkeit des elektrischen Widerstandes von Leitern zur Messung der Temperatur ausnutzen. Platin-Widerstandsthermometer die meistens Verwendung finden werden im Vergleichsverfahren kalibriert.

Dazu werden Normalthermometer verwandet die ihrerseits auf die nationale Normale rückgeführt werden müssen. Diese Vorgehensweise die die Fehler eigentlich ausschließen sollte ist aber paradoxerweise der Grund warum die Temperaturen bei Langzeitreihen falschen Trend aufweisen.

Man hätte es Ahnen müssen aber die autistische Denkweise der „Wissenschaftler“ erlaubt eine selbstkritische Begutachtung eigenen Denkens nicht (vorausgesetzt so etwas wie Denken ist in der „Wissenschaft“ existent).

Es ist bekannt, dass die Platin-Widerstandsthermometer einen Hystereseeffekt zeigen, d.h. der Zusammenhang zwischen Temperatur und Widerstand wird durch mechanische Spannungen verändert. Das kann zu einem Unterschied in der Anzeige von bis zu 0,5 K führen. Das heißt der Einfluss der Veränderung der atomaren Struktur des Platins war bekannt.
Hat man also festgestellt, dass die Veränderung der Anzeige der Widerstandsthermometer einen Trend zeigt sollte man in erster Linie diese Veränderung auch bei der nationalen Normalen annehmen.

Stattdessen wurde die nationale Normale für Sakrosankt erklärt.

So etwas aber wie ein absolut beständiger Wert einer Messgröße existiert in unserem Universum einfach nicht. Mit der Veränderung der Amplitude der Raumoszillationen verändert sich auch der Widerstand der nationalen Normale. Und zwar stärker als der meisten Widerstandsthermometer. Der Grund liegt in dem Zeitpunkt des Gießvorgangs des Ausgangsmaterials und der lag in dem Zeitpunkt wo „Gravitationskonstante“ geringer war. Beim Festwerden des Metals wurden die Atome nicht so eng gebunden als in den Später angefertigten Thermometer. Folglich reagierten sie dann stärker auf den weiteren Zuwachs des GH und oszillierten entsprechend stärker. Das ist nichts anderes als ob die Normale eine Höhere Temperatur hätte. Die später gefertigte Thermometer reagieren nicht so empfindlich weil bei denen die Atome enger gebunden wurden. Die zeigen also dann immer zu niedrige Temperatur.
Bei dem Kalibrierungsvorgang wurde das zwar regelmäßig korrigiert, nach einiger Zeit war der Unterschied schon aber wieder da. So sammelte sich in laufe von 40 Jahren eine durch die Homogenisierung und Statistik verursachte Klimakatastrophe.

Es sind zwei Dinge die Unendlich sind, das Universum und die Dummheit der Physiker, wobei beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

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Habe noch eine interessante Buch-Passage zum Thema Umgang mit Unsicherheiten und Risiken bei Energie-Investitionsentscheidungen gefunden. Die IEA impliziert im DCF-basierten Investitionsentscheid den „Wert des Zuwartens“. Die Passage inkl. Literaturhinweis habe ich unter folgendem Link zusammengefasst: http://blog4earth.blogspot.com/

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>Wichtig ist, alle und inklusive Banker früh im Leben >vorzubereiten, in unserer Gesellschaft und für unsere >Herausforderungen Verantwortung zu übernehmen, die Eltern >müssen Vorbild sein, Schulen auf allen Stufen inklusive >Business Schools müssen Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit, >Umgang mit knappen Ressourcen und entsprechendes soziales >und nachhaltiges Wirtschaften am meisten Gewicht, höchste >Priorität geben und am meisten Unterrichtszeit widmen.

absolut! warum wird das heute praktisch nicht gemacht?

Ein Problem ist die „Notwendigkeit“ des Wachstums
Zinsen wenn man Kredite haben/geben moechte.

Damit ist eine Nachhaltigkeit praktisch unmoeglich..
und was macht man dann mit dem Bankensystem

fuer die „Banker“ findet man schon genug zu tun..
(vielleicht nicht mehr ganz so gut bezahlt..)
michael

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Es ist aus meiner Sicht falsch, immer wieder die Banker an den Pranger zu stellen. Wir alle haben/hatten einmal die Wahl, Banker zu werden oder nicht. Es gehört zum Banker und wie es uns in den Business Schools gelehrt wurde, zu den Unternehmen, Gewinn und Profit zu maximieren. Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit von uns auch bereit sind, was oft als „Gier“ verrufen wird, wenn das Eldorado lockt, vor dem Reichtum nicht halt zu machen. Gier und Neid gehören meiner Meinung nach zu unseren „menschlichen“ Eigenschaften.
Wichtig ist, alle und inklusive Banker früh im Leben vorzubereiten, in unserer Gesellschaft und für unsere Herausforderungen Verantwortung zu übernehmen, die Eltern müssen Vorbild sein, Schulen auf allen Stufen inklusive Business Schools müssen Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit, Umgang mit knappen Ressourcen und entsprechendes soziales und nachhaltiges Wirtschaften am meisten Gewicht, höchste Priorität geben und am meisten Unterrichtszeit widmen.
Banken, Banker, Investoren, Aktionäre gehören zu wichtigen, wenn nicht zu den wichtigsten Partner der Gesellschaft, die uns in der Lösung der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Fragen nachhaltig unterstützen können. Nebst Politiker, Ingenieuren und Wissenschaftler sind vor allem auch sie diejenigen, welche für unsere Gesellschaft Arbeitsplätze schaffen und in neue innovative Technologien und Unternehmen investieren können.

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>Es müssen Hieb und Stichfeste Grundlagen für die >Entscheidungsfindung vorhanden sein
> (Evidence based resource allocation). Innehalten können wir uns >bei fortschreitender Erwärmung und massiver >Bevölkerungszunahme nicht sehr lange leisten.

Genau, deshalb muessen „wir“ uns ueber (1) das Problem des Bevoelkerungswachstums und (2) den zu hohen Impact im „industrialisierten“ Teil der Erde Gedanken machen und wie wir aus dieser Falle herauskommen!

Carrying Capacity = population x impact
und ja wo ist der eigentlich nicht zu hoch wenn wir im Weltmittel schon viel zu hoch sind?

michael

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Kommentar (40) von Michael Dittmar zu meiner Position „Entscheiden in Unsicherheit“. Ich habe nicht gesagt man solle nicht entscheiden. Man muss entscheiden, aber nicht in Unsicherheit. Es müssen Hieb und Stichfeste Grundlagen für die Entscheidungsfindung vorhanden sein (Evidence based resource allocation). Innehalten können wir uns bei fortschreitender Erwärmung und massiver Bevölkerungszunahme nicht sehr lange leisten. Eine der absolut sicheren Entscheidungsgrundlagen ist die Tatsache, dass es seit der letzten Eiszeit wärmer geworden ist und es keine andere Möglichkeit gibt als sich mit den unliebsamen Konsequenzen erfolgreich auseinanderzusetzen und somit zielgerichtete adaptive Massnahmen einzuleiten. Diese Position unterscheidet sich grundsätzlich von der Postion des IPCC, welches an das Scenario des anthropogen CO2 Anstiegs glaubt und damit das Heil in der Reduktion der CO2-Emissionen sieht.

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Kommentar von Franz-Xaver Spörri. 27.01.2010, 19:39
> “Entscheiden in Unsicherheit” sollte man nicht!

Na das ist doch genau was viele sagen.

Die Unsicherheit der Folgen unserer Lebensweise (in diesem Blog der Klimawandel) sind gross. Deshalb sollten wir mal Pause machen mit dem Wachstum und die Unsicherheiten und damit die Gefahren reduzieren.

Oh je, der Blick in die anderen Richtungen zeigt: „auch dort ist der Himmel voller Gewitterwolken“.

Deshalb nicht einfach entscheiden wir gehen weiter auf den Gipfel sondern erstmal die Situation analysieren!

michael

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@Pius Kuster: Erstaunlicherweise fehlen in den GISS-Aufzeichnungen die Daten für Basel von 1980 bis heute, obwohl sie bei MeteoSwiss zu finden sind:
http://data.giss.nasa.gov/gistemp/station_data/

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Um auf die Schweizer Temperaturdaten zurückzukommen:
Die Daten sind hier zu finden: http://www.meteoswiss.admin.ch/web/en/climate/climate_today/homogeneous_data.html
Diese, gemäss Angaben homogensierten, Daten finden sich in GHCN als Rohdaten wieder, mit leichten, unbedeutenden Abweichungen, vermutlich weil nachträgliche Korrekturen von GHCN nicht nachgeführt wurden.

Interessanterweise weisen alle Schweizer Messungen NACH der Homogenisierung einen wesentlich stärkeren positiven Trend auf:
http://www.meteoswiss.admin.ch/web/de/klima/klima_heute/homogene_reihen.Par.0054.DownloadFile.tmp/vergleichoriginalhomogen.pdf
Dazu schreibt MeteoSwiss in einer Korrespondenz:
„Die von ihnen erkannte Systematik bei der Homogenisierung der Schweizer Temperaturreihen ist Tatsache und hat zwei Ursachen: Einerseits standen in den ersten Jahrzehnten der ausgewerteten Messperiode (bis ca. 1900) Thermometer im Einsatz, bei denen es oft zu einer langsamen Kontraktion des Quecksilbergefässes kam, was zu einer „Zunahme“ der Temperaturmessungen um 0.5 bis 1 Grad über mehrere Jahre bis Jahrzehnte führte. Dies musste systematisch korrigiert werden. Zum Zweiten wurden Ende der 1970er Jahre viele Stationen automatisiert. Die Messung mit ventillierten Thermometern führte zu einer geringeren Beeinflussung durch die Sonnenstrahlung und resultierte in systematisch tieferen mittleren Messwerten (verstärkt noch im Sommer). Daneben gibt es stationsspezifische „Zufälle“, die denselben Effekt hatten und neu zu tieferen Messwerten führten. Als Beispiel sei die Stationsverschiebung in Zürich vom alten ETH Physikgebäude in der Stadt auf den Zürichberg im Jahre 1949 genannt.“
Mehr dazu: http://noconsensus.wordpress.com/2009/12/15/swiss-homogenization/

Wenn man bedenkt, dass zu Zeiten der manuellen Messstationen der Ablesefehler leicht +- 0.5°C beträgt, muss man sich wundern, wie man Trends von weniger als 1°C pro Jahrzehnt mit Sicherheit festlegen kann.

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Freut mich dass ich langsam Gesellschaft kriege, habe ja in letzter Zeit oft alleine „gekämpft“ 😉

Mit grösstem Interesse habe ich den Beitrag von Ben Palmer gelesen!

Ich habe auch schon selber Rohdaten runtergeladen und die ein bisschen analysiert. Ich habe sie von ECA (European Climate Assessment: http://www.eca.knmi.nl).
Gerade kürzlich habe ich ein neues Set runtergeladen das bis Ende 2009 reicht. Habe nur die Daten von Zürich und Basel angeschaut, dort fehlen die Temperaturmessungen teilweise über mehrere Wochen in den Jahren 2004 bis 2009. Ich finde das unglaublich. Nicht einmal während den Weltkriegen wurden die Messungen unterbrochen. Aber im Jahr 2009 fehlen die Werte über mehrere Wochen!!!

Liegt das an meiner Quelle (ECA) oder fehlen die auch bei GHCN? Und wenn ja wieso sind die bei GHCN drin? Weil sie homogenisiert/abgeglichen/… wurden?

Eigentlich sollten uns ja die staatlich subventionierten Forscher dabei helfen, aber wahrscheinlich sind die für das Chaos verantwortlich. Und ich muss nach Feierabend noch Temperaturrohdaten auswerten. Obermühsam!

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„Entscheiden in Unsicherheit“ sollte man nicht! Vorallem wenn es nicht sein muss. Als absolut sicher gilt, dass es seit der letzten Eiszeit wärmer geworden ist. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es auch weiterhin wärmer werden. Selbst die Klimamodelle kommen zum gleichen Schluss. Es besteht natürlich, im wahrsten Sinne des Wortes, ein gewisses Risiko, dass das Klima wie schon oft in der Erdgeschichte ganz natürlich rechtsumkehrt macht. Dies trotz der omnipresenten anthropogenen CO2- Modelle. In Anbetracht der grössten Wahrscheinlichkeit sollte man unter Kautelen der EVIDENCE BASED RESOURCE ALLOCATION, den adaptiven Massnahmen absolute Priorität einräumen. All die prognostischen Unsicherheiten um die monokausale CO2-Hypothese können damit eliminiert werden. Kein einziger Franken würde für unnütze mitigative Massnahmen verschleudert.

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@Renate Schubert: „Ist es beim Klimawandel genauso? Falls sich herausstellen würde, dass die Temperaturen nicht so stark ansteigen wie heute erwartet“

Was wissen wir denn Genaues über die „globale“ Temperatur, die man übrigens nirgends messen kann? Sie wird von Messstationen abgelesen, die teilweise in miserablem Zustand sind.
http://surfacestations.org/

Frühere Temperaturanomalien werden aus Baumringen rekonstruiert, obwohl niemand bisher den Beweis erbracht hat, dass Bäume die Temperatur messen.

Bei den Milliardenbeträgen, die in die Klimaforschung investiert werden, dürfte man eigentlich erwarten, dass man einen Teil davon hätte verwenden könnte, um genaue Messtationen strategisch auf dem Planeten zu platzieren.
Wie jetzt bekannt wurde, werden von den 1970 noch etwa 6000 Messstationen weltweit heute nur mehr etwa 1000 berücksichtigt. Nach welchen Kriterien welche Stationen eliminiert wurden, ist nicht zu erfahren.
http://scienceandpublicpolicy.org/originals/policy_driven_deception.html

Ich habe mir einmal den Lebenslauf der Temperaturmessungen in der Schweiz bis hin zur internationalen Datenbank GHCN angesehen und dabei das Beispiel der Messstation auf dem Säntis herausgegriffen.

Die gemessenen Rohtemperaturen werden von MeteoSuisse zunächst homogenisiert, also korrigiert. Wie das genau gemacht wird, habe ich auch in einer Anfrage nicht erfahren können.
Diese homogeniserten Daten werden von der GHCN aus der Website von MeteoSuisse übernommen und bei der GHCN als Rohdaten geführt.
Diese Daten werden vom GHCN nochmals homogenisiert, wobei dann plötzlich – nach einem nicht erkennbaren Muster – Unterschiede von über plus/minus einem Grad gegenüber den GHCN-Rohdaten (= homogenisierte Daten von MeteoSuisse) entstehen. Diese Daten werden dann in einem kartesischen Netz mit Daten „benachbarter“ Stationen „abgeglichen“ (diese benachbarten Stationen können über 1000 km weit entfernt liegen).

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Hier noch der Link zum NZZ Artikel über den Klimaforscher Hans von Storch
http://sites.google.com/site/slow4earth/home/news-1/klimawissenschaftzwischenskyllaundcharybdisingerman

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Liebe Frau Professor Schubert
Meiner Meinung nach gibt es die objektive Klima-Unsicherheit und die Verunsicherung von Wirtschaft und Gesellschaft aufgrund des COP 15 Outcomes und die berechtigte Hinterfragung gewisser Aussagen des Weltklimarats (IPCC) durch Klimaskeptiker.
(z.B. http://www.nzz.ch/nachrichten/forschung_und_technik/dubiose_zahlen_bringen_den_weltklimarat_in_bedraengnis_1.4550363.html)
Gemäss Hans von Storch (http://sites.google.com/site/slow4earth/home/news-1/klimawissenschaftzwischenskyllaundcharybdisingerman ), haben Skeptiker und Alarmisten tendenz zur Rationalisierung und Vereinfachung. Das empfohlene Rollenmodell (Roger Pielke jr., University of Colorado) für den Wissenschaftler in der Klimapolitik ist diejenige des „Honest Brokers“ oder ehrlichen Maklers. D.h. der Wissenschaftler soll in seiner Beraterrolle keine wertende Empfehlungen abgeben, sondern sich darauf beschränken, Folgen von Entscheidungen zu beschreiben. Offene und ungeklärte Fragen sollen durchaus von den vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen differenziert und erwähnt werden.
Freundliche Grüsse
Thomas Blaser

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Hier eine aktuelle Publikation zu den Temperatur-Erhebungen und -Rekonstruktionen von NASA/GISS/CRU/NOAA, auf die sich das IPCC im Wesentlichen stützt.

Der Report ist nicht peer reviewed, basiert aber auf publizierten und
begutachteten Daten…

http://scienceandpublicpolicy.org/images/stories/papers/originals/surface_temp.pdf

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Fakten oder Fake?

Um es vorweg zu nehmen: Ich will die Messwerte, wonach die Durchschnittstemperatur und er Kohlendioxidgehalt der Luft in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist, nicht in Frage stellen. Es geht darum, grössere Zeiträume als nur Jahrzehnte ins Blickfeld zu rücken und die Kausalität von Kohlendioxidgehalt und Durchschnittstemperatur zu hinterfragen.

Seit der Entstehung der Erde vor etwa vier Milliarden Jahren ist das Erdklima grossen Schwankungen unterworfen. Es gab Eiszeiten und dazwischen mehrheitlich Wärmeperioden. Letztere machen sogar gegen 90% der Erdgeschichte aus. Während den Wärmeperioden waren die Pole eisfrei, und das sogar ohne Menschen! Die aktuell gemessene Erwärmung ist somit keinesfalls aussergewöhnlich.

Vor allem weil seit Beginn der Industrialisierung um 1800 ein durchschnittlicher, globaler Anstieg der Temperatur um 1 Grad Celsius gemessen wurde, wurde ein Zusammenhang mit dem Kohlendioxid postuliert. Obwohl der Treibhauseffekt des Kohlendioxides wissenschaftlich gut abgesichert ist, handelt e sich nur um einen Mosaikstein in einem komplexen Klimasystem. Zum einen wären auch andere, wirkungsvollere Klimagase nennen, wie das Methan, welches hauptsächlich durch die Landwirtschaft erzeugt wird. Zum andern gibt es Parameter, die höchstens indirekt mit den Treibhausen in einem Zusammenhang stehen. Beispiele sind die schwankende Energielieferung der Sonne und das nicht konstante Verhältnis von Absorption und Reflexion der Sonnenstrahlung. Dem Kohlendioxid die Hauptverantwortung an der aktuellen Klimaerwärmung zuschieben zu wollen hat wenig mit wissenschaftlicher Seriosität und Wahrheitsliebe aber viel mit Wirtschaftspolitik und Forschungsgeldern zu tun.

Nach dem stillen Tod der Theorie des Waldsterbens kommt aus der gleichen Ecke, der Wirtschaft nämlich, die Theorie der Kohlendioxidproblematik. Diese Theorie könnte sich länger halten, da sich nicht so schnell widerlegbar ist wie jene des Waldsterbens.
Aber besser wird sie dadurch nicht.

Wenn es den Protagonisten wirklich um die Bekämpfung des Ausstosses von Treibhausgasen gehen würde, müssten sie vor allem die grösste Verursacherin, die Landwirtschaft, ins Visier nehmen. Zuvor noch müsste es ihnen aber in den Sinn kommen, dass das Problem nachhaltig und am effektivsten mit der Begrenzung der Anzahl Mensch auf der Erde zu bekämpfen wäre. Das würde automatisch auch weniger Landwirtschaft, weniger Autos, weniger Heizöl (dieses Problem wäre sogar dank Klimaerwärmung zu lösen) und damit weniger Treibhausgase bedeuten. Das will die Wirtschaft, welche auf dauerhaftes Wachstum ausgelegt ist, natürlich nicht thematisieren. Die aktuelle Kohlendioxiddiskussion ist nichts anderes als ein Programm zur Ankurbelung der Wirtschaft durch neue Technologien.

Aber heiligt der Zweck jedes Mittel?

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Sehr geehrte Frau Professor Schubert,

Ihr Wunsch nach zuverlässigen Temperaturprognosen ist verständlich. Er wird aber kaum erfüllt werden.

Mojib Latif z.B. geht von einer 1 bis 2 Dekaden dauernden, relativen Abkühlung aus…

http://www.wissenschaft-online.de/sixcms/detail.php?id=1012873&_druckversion=1

http://www.newscientist.com/article/dn17742-worlds-climate-could-cool-first-warm-later.html?DCMP=OTC-rss&nsref=online-news

Mit der in diesem Interview noch vor Kopenhagen geäußerten Einschätzung: „Wir bekommen also weiterhin eher milde Winter…“ relativiert sich die Qualität seiner Prognose allerdings beträchtlich, wenn Sie sich die europäischen Temperaturverhältnisse dieses Winters anschauen. Latif ist damit nicht allein, auch das britische Met Office lag in den Voraussagen komplett daneben.

Die Klimaphysik erlebt derzeit ein Waterloo nach dem andern. Zuverlässige Langzeitprognosen sind vorderhand mit Sicherheit nicht zu erwarten.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Bühler

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@Manfred Pfeifer
Auch wenn sich zukünftige Klimazustände nich vorhersagen lassen, so kann aufgrund des vergrösserten Strahlungsantriebs die zu erwartende zukünftige Temperatur vorausgesagt werden (wobei noch Wolken etc. berüchsichtigt werden müssen). Wichtig: Modelle und Simulationen sind nicht die einzigen Mittel der Klimaforschung, es gibt auch die Paläoklimatologie. Frühere Zeiten mit hoher CO2-Konzentration (z.B. das Eozän) waren sehr warm.
Unter den meisten Klimawissenschaftlern besteht der Konsens, dass eine Verdoppelung des CO2 zu einem bestimmten Temperaturanstieg führt (die Schätzung ist zwischen 1.5 und 4.5 Grad). Beim Buisness as Usual Scenario ist bereits 2035 eine CO2-Level von 450 ppm erreicht, was ungefähr einer Verdoppelung des präindustriellen Levels entspricht. Wenn dann die Temperatur nicht mindestens 1.5 Grad höher liegt, liegen die Klimawissenschaftler falsch. So einfach ist das.

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Kommentar zu Thomas Blaser

Ja, Sie haben zunächst einmal recht: Geld für Massnahmen zur Verringerung des Temperaturanstiegs sind dann nicht „in den Sand gesetzt“, wenn es Massnahmen sind, die eine Dekarbonisierung von Gesellschaften ermöglichen und langfristig zu einem höheren Ausmass an Nachhaltigkeit führen.

Allerdings ist zu beachten, dass die langfristige Dekarbonisierung für den Fall, dass der künftige Temperaturanstieg nicht so stark ausfallen würde wie heute erwartet, unter etwas weniger Zeitdruck stünde. Auf diese Weise könnten die Gesamtkosten einer Transformation von Gesellschaften etwas tiefer ausfallen, Verlierer würden geringere Verluste erleiden, Strukturanpassungsprozesse könnten langsamer von statten gehen und die finanziellen Mittel zum Erreichen anderer gesellschaftlicher Ziele müssten weniger drastisch beschnitten werden.

Deswegen ist es eben doch wichtig, möglichst sicher zu wissen, wie die künftigen Temperaturen ausfallen werden. Trotz der generellen Bedeutung einer Dekarbonisierung ist es – wegen des unterschiedlichen Zeitbudgets – nicht sinnvoll, sich bei starkem oder schwachem künftigen Temperaturanstieg identisch zu verhalten.

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@Manfred Pfeifer

Zur aktuellen Debatte sind die folgenden Links erhellend

Ein (missglückter) Versuch zur Konsensfindung unter AGW-Vertretern und AGW-Skeptikern…
http://www.nature.com/news/2010/100120/full/463284a.html

Eine Replik darauf…
http://pielkeclimatesci.wordpress.com/2010/01/22/interesting-news-article-in-nature-titled-the-real-holes-in-climate-science/

und noch eine…
http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/01/schiermeier-in-nature-quoting.html

Im Übrigen teile ich Ihre Einschätzung: die Politik wird sich die Steuerungsinstrumente und CO2-Abgaben nicht mehr entwinden lassen, zum enormen Schaden hauptsächlich unserer, d.h. der europäischen Volkswirtschaften.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Der Bericht des IPCC wird immer wieder als Konsens der breiten Wissenschaft dargestellt.Hier wird vernachlässigt,dass immer mehr Forscher die Auslegung ihrer eigenen Arbeit im IPCC-Bericht kritisch sehen und auch korrigieren (s.www.eike-klima-energie.eu).Eine Kernaussage im IPCC-Bericht ist bemerkenswert:Das klima ist ein schwer zu modellierendes,chaotisches System und die langfristige Vorhersage möglicher Klimazustände ist nicht möglich (übersetzt von S.774)
Die Erkenntnis der Wissenschaft über einen von C02 bzw.dem Menschen verursachten Klimawandel sind keineswegs so gesichert wie Politik und Medien dies vielfach darstellen.Namhafte Forschungsstätten aus Europa und den USA beteiligen sich nämlich mit Forschungsgeldern an dem „Cloud-Experiment“am CERN in Genf.Hierbei soll untersucht werden,welche Rolle bei der Wanderung unseres Sonnensystems innerhalb der Milchstrasse die unterschiedlich dicht kosmische Strahlung zusammen mit dem variierenden Magnetfeld der Sonne spielt,und welchen Einfluss sie auf unsere Wolkenbidung und somit auf das Klima hat(Ergebnisse werden 2010 erwartet).
Auch wenn sich heraustellen sollte,dass der Einfluss des Menschen auf das Klima gering ist,wird die Politik von der Reduktion der weltweiten C02-Emission nicht ablassen.Dies ist ein zu starkes Instrument zur Regulierung der Volkswirtschaften.
Eine heutige Verständigung der Regierungen auf eine Begrenzung der durchschnittlichen Temperaturerhöhung seit der Industralisierung von 2°C wird dem chaotischen Klimasystem nicht gerecht(s.oben).
Dazu möchte ich auf folgende thermodynamischen Fakten hinweisen:Die Kurve des Emissionsverhältnises von C02,d.h.das Verhältnis der Wärmestrahlung des C02 zur Wärmestrahlung eines schwarzen Körpers gleicher Temperatur,zeigt folgenden Verlauf:Die Kurve steigt bis 200 ppm C02 stark an und verläuft anschliessend asymptotisch.Der heutige C02-Wert von 380 ppm hat kaum Einfluss auf die Wärmebilanz der Atmosphäre.Eine Verdoppelung des derzeitigen C02 Gehalts der Luft bringt demnach eine Temperaturerhöhung von 0,42°C und nicht nach heutiger Klimarechnugen 4-5°C!
C02-Emission kann als Masstab für den Energieverbrauch dienen,damit man ressourcenschonend wirtschaftet.Zur Einstellung der Klimatemperatur eignet es sich nicht!

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@Peter Boller
In einem sind wir uns einig:
Oel, Gas, fossil basierte Mobilität etc. durchdringen unsere Gesellschaft momentan sehr stark. Der Versuch dies zu ändern wird sicher Widerstand provozieren und ist vergleichbar mit einem Klimawandel, der erst nach einer chaotischen Umgestaltungszeit in ein neues Gleichgewicht findet.
Die beste Motivation Beharrungskräfte und Trägheit zu überwinden ist die Gewissheit, dass eine Aenderung absolut notwendig ist – sprich, dass es keine Alternative zu einer nicht-fossilen Zukunft gibt.

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@Martin Holzherr
Es ist natürlich gerade umgekehrt, als von Martin Holzherr behauptet. Das Beispiel der Zigarettenindustrie eignet sich vorzüglich um die Strategien der Profiteure zu illustrieren. Es war eben KEINE Unsicherheit, sondern ein böser Verdacht, dass Lungenkrebs in einem Zusammenhang mit dem Rauchen steht, der Verschleierungstaktiken auf den Plan rief. „Unsicherheit ist unser Produkt“ versprachen PR-Agenturen den Konzernen. Im Film „An inconvenient truth“ von Al Gore wird das sehr gründlich dargestellt. Und im Artikel, den ich früher schon einmal verlinkt habe auch. Aber man muss die Sachen halt lesen:
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/buchrezensionen/nichtwissensgesellschaft_1.2805989.html
Andersrum gesagt: Verstehe ich Sie richtig, Herr Holzherr, dass Sie sagen, der Öl-Konsum lässt sich nicht einschränken, weil die Konsumenten das Verhalten von Süchtigen zeigen, die man nicht kurieren kann? Sie wissen wahrscheinlich, dass KEINE Kostenwahrheit herrscht im Verkehr, dass die Strassen und das Benzin viel zu billig sind. Dass Parkplätze meist viel zu günstig sind und über Wohnungsmietzinse quersubentioniert werden. Würden Sie soweit gehen und sagen, dass diese oft versteckten Subventionen (notabene auch für den Flugverkehr) einfach beizubehalten sind, weil eine Verhaltensänderung den Konsumenten nicht zuzumuten ist? Aber dann können wir uns die ganze Diskussion ja sparen. – Oder was würde passieren, wenn man allein schon die Kostenwahrheit einführen würde? Gäbe es Aufstände? Ich persönlich glaube das nicht, aber ich hätte auch keine Angst davor. Vielleicht wäre es ja der Anfang eines heilsamen Prozesses.

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@Peter Boller
Die Unsicherheit der Klimaprognosen spielt – entgegen den Aussagen von Peter Boller – eine entscheidende Rolle für die langfristige Handlungsbereitschaft der wichtigsten Akteure im Klimawandel.
Die Sucht unserer Gesellschaft nach Öl (G W. Bush: „Wir sind süchtig nach Öl“ ) hat gewisse Parallelen mit der Nikotinsucht.
Rauchen wurde in userer Gesellschaft erst nach jahrzehntelangen Anstrengungen zurückgedrängt weil
-Süchtige und Dealer (die Tabakindustrie) in einem symbiotischen Verhältnis standen (dito: Benzin/Auto, Öl/Heizen)
-Gesunheitsschädliche Wirkungen von der Tabakindustrie und den Rauchern zuerst noch abgestritten werden konnten
-Viele Enscheidungsträger (Politiker, Mediziner, Medienleute) selbst schwere Raucher waren (dito z.B.: G.W.Bush’s Regierungsmannsachaft bestand aus vielen „Oil-Guys“ und Alan Greenspan nahm sich die Unverschämtheit heraus als Motiv für den Irak-Krieg die dortigen Oelquellen zu sehen)

Es brauchte lange, die Gesellschaft rauchfrei („clean“) zu machen. Eine entscheidende Rolle dabei spielte der Gesunheitsaspekt. Rauchen bleibt noch erlaubt, aber es „gefährdet ihre Gesundheit“ wie nun auf jeder Zigarettenpackung steht.
Der Konsum von fossilen Brenn-und Treibstoffen wird ebenfalls auf den Index kommen, aber nur wenn mit grosser Sicherheit gesagt werden kann: „Oel gefährdet den Planeten“.

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@Peter Boller
Der Endverbraucher hier im Westen ist bereits mit den Begriffen „2000-Watt-Gesellschaft“, „ökologischer Fussabdruck“ etc. vertraut und bevorzugt vielleicht Biokost. Die Lebensstiländerungen zu denen er bereit ist, sind – gemessen an den Forderungen der Klimawissenschaftler – vergleichbar mit dem Umstieg eines Rauchers von filterlosen auf Soft-Zigaretten. Wie sähe es aber aus, wenn es ans Eingemachte geht wie beispielsweise Einschränkung der Anzahl Flugmeilen pro Jahr. Die Offenheit der Westler für einen „grünen“ Lebensstil ist zum Teil auch ein Luxusphänomen. Die aufstrebenden Chinesen können die geringen Verbrauchseinschränkungen der Westler beim Verbrauch von Öl und Gas mit Leichtigkeit wett machen, weswegen der CO2-Ausstoss seit Kyoto ja auch angestiegen ist. Vorläufig muss sich die Ölindustrie jedenfalls keine Sorgen machen.

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@Martin Holzherr
Ich denke nicht, dass es um Mehrheiten geht, oder erst sekundär. Primär geht es darum, dass solange der Profit, den man mit dem Öl machen kann, grösser ist als der Verlust (wenn z. B. die Ölindustrie und ihre Schwester, die Autoindustrie, in die Verantwortung genommen würden für die Schäden, die sie verursachen), dass solange nichts geschehen wird. Was die Menschen denken, sagen uns die PR-Firmen. Aber das ist Augenwischerei. In Wirklichkeit würden die Endverbraucher ziemlich schnell umsteigen. Und sie tun es ja schon, in den Städten z. B. Aber das Geld der Ölfirmen kommt ganz vielen zu gute, weshalb die Illusion verbreitet ist, dass unter dem Strich eben doch ganz viele oder alle vom jetzigen Zustand profitieren. Diese Wahrnehmungstrübung hindert uns.
Und zu den Russen: da gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass es nie Angriffspläne gab. Erinnern wir uns: wer die grossen Kriege der Vergangenheit angezettelt hat! Was wir in den letzten 70 Jahren hatten, war eine Paranoia, die nicht viel mit der Realität zu tun hatte. Das Geld, das für Rüstung ausgegeben wurde, hätte viel sinnvoller investiert werden könne. In die Behebung des Hungers, in Schulen und Bildung weltweit.

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@Peter Boller
„Im Kalten Krieg war auch eine grosse Unsicherheit, ob nun die Russen kommen oder nicht. Aber man hat Milliarden um Milliarden in Bunker und Rüstung investiert?“
Guter Punkt aber die Rüstung verminderte die Wahrscheinlichkeit, dass die Russen kommen, während Aktionen gegen den Klimawandel nichts an der Korrektheit/Inkorrektheit der Klimaprognosen ändern.
„Weil man mit Öl viel Geld machen kann, fürchtet man die Kursänderung, die auf die Einsicht folgen müsste.“
Richtig. Banker gehen auch grössere Risiken ein, wenn ein sehr grosser Gewinn lockt, selbst wenn die Bank dabei hops gehen kann. Folgerung: Massnahmen gegen den Klimawandel sind nur mehrheitsfähig, wenn die (negativen) Klimaprognosen mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit korrekt sind (>90%-ige Wahrscheinlichkeit).

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Unsicherheit ist das Kapital derer, die mit Risikogütern Profite erzielen (siehe z. B. den Artikel in der NZZ vom 24. 6. 09 zur „gezielten Produktion von Nichtwissen“, http://netzivilisation.wordpress.com/category/gesellschaftstheorie/, nach unten scrollen, es ist der 2 Artikel). Meiner Ansicht nach ist die ganze Rede von der Unsicherheit ein Nebenschauplatz. Weil man mit Öl viel Geld machen kann, fürchtet man die Kursänderung, die auf die Einsicht folgen müsste. Dass es die Unbeweglichkeit der Bürger wäre, halte ich für ein Märchen oder zumindest für das kleinere Übel. Im Kalten Krieg war auch eine grosse Unsicherheit, ob nun die Russen kommen oder nicht. Aber man hat Milliarden um Milliarden in Bunker und Rüstung investiert? Wäre die Unsicherheit kein ausreichender Grund, hätte man doch dieses Geld nicht ausgegeben. Die Frage ist immer: cui bono? Wer kann ein Geschäft machen damit? Die Bauindustrie hat sicher profitiert im Kalten Krieg. Damit man einen Weg in eine vernünftige Zukunft gehen könnte, müsste man die Wachstums- und Profitdogmen unserer Zeit in Frage stellen können. Wissenschaftler tun sich damit vermutlich nicht so schwer wie Vermittler (Medienleute und Angestellte von PR-Agenturen). Oder liege ich da völlig falsch?

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Liebe Frau Professor Schubert

Auch ich bin der Meinung, dass auch der Finanzplatz Schweiz einer strengen Regulierung, Finanzaufsicht und einer konsequenten Umsetzung von Finanzreformen bedarf, analog der US Volcker-Rule: http://www.whitehouse.gov/photos-and-video/video/volcker-rule-financial-institutions

Dafür gibt es meiner Meinung nach 2 Hauptgründe:
1. Schaffung von Transparenz und Vertrauen gegenüber den Bankkunden und Sicherung ihrer Ersparnisse und Vermögen.
2. Die Ressourcen eines Staates sind begrenzt und eine zu hohe Staatsverschuldung für Wirtschaft und Volk riskant und gefährlich.

Im Sinne des „Share-of-Wallet“ und der staatlich begrenzten Mittel, dürfen Steuergelder nicht nur für die Rettung des Finanzsystems, der Banken oder auf keinen Fall für die Finanzierung von ungerechtfertigten Boni verwendet werden. Im Zusammenhang mit der Klima- und Umweltfrage müssen staatliche Mittel resp. Steuergelder verwendet werden, um in Forschung und Innovation zu investieren, um neue nachhaltige und umweltfreundliche Technologien und Produkte zu entwickeln, zu fördern indem auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Freundliche Grüsse
Thomas Blaser

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@Martin Holzherr.

„Ich sehe die Wahrscheinlichkeit, dass das IPCC qualitativ richtig liegt bei nur >75% und dass es quantitativ richtig liegt bei vielleicht 60%.“

Lieber Herr Holzherr,

da sind Sie möglicherweise zu optimistisch. Es fliessen einfach zu viele schlecht fundierte Papiere in die Berichte ein, zu viel gut gemeinter Aktivismus, zu wenig Wissenschaft. Bleiben Sie skeptisch. SPIEGEL Printausgabe von heute, S. 124 und hier
http://nofrakkingconsensus.blogspot.com/2010/01/more-dodgy-citations-in-nobel-winning.html

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@Peter Bühler
Lieber Herr Bühler hier ein paar Antworten:
CO2 im Eozän:
Während des Eozäns waren die CO2-Konzentrationen über mehrere Millionen von Jahren sehr hoch und mit ihnen die Temperatur.
Während einer nur 20’000 Jahre langen Phase, dem sogenannten PETM stieg die Temperatur sogar zusätzlich um mehrere Grad. Dieser kurzfristige Anstieg ist eventuell auf Methan-Freisetzung zurückzuführen. Diese überlagerten aber nur die bestehenden hohen CO2-Konzentrationen (siehe http://www.scienceblogs.de/primaklima/2009/12/der-zweite-tag-hatte-einen.php oder wikipedia unter PETM).
Interpretation Mauna-Loa-Daten:
Die von ihnen angegebene Site will vor allem aufzeigen, dass auch alternative Erklärungen für den CO2-Anatieg denkbar sind und sagt selbst, dass man auch das C13/C14-Isotopenverhältnis noch erklären müsste.
Zum Begriff Klimawandel-Leugnen:
Ich benutze diesen Begriff gerne, weil ich mich als Klimawandelskeptiker sehe und mich von den Klimawandelleugnern abgrenzen möchte. Ich sehe mich als Skeptiker weil:
-viele wichtige Erkenntnisse zum Klimawandel relativ jung sind und zu wenig durch unabhängige Untersuchungen abgesichert sind
-Die Rekonstruktion von paläoklimatischen Verhältnissen immer ein (wahrscheinlich unbekanntes ) gewisses Mass von Spekulation an sich hat (je länger zurück umso mehr)
Ich sehe die Wahrscheinlichkeit, dass das IPCC qualitativ richtig liegt bei nur >75% und dass es quantitativ richtig liegt bei vielleicht 60%.

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Abschliessend und kurz die postulierte Treibhauserwärmung (nicht den natürlichen Klimawandel) betreffend:

The science is far away from being settled.

Es gibt eine Reihe weit dringenderer Handlungsfelder für die Politik: Unterentwicklung, Ernährung, Bildung, Konfliktbewältigung etc.

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Kommentar von Martin Holzherr. 24.01.2010, 14:47

„Sie lassen die vermutlich enorm hohen Methan-Konzentrationen dieser Epoche der Erdgeschichte ausser Acht.“
Das wären weit weg von Schellnhubers, Rahmstorfs (oder Al Gores) Horrorszenarien 31 cm in 100 Jahren! Die Messungen sind allerdings überaus umstritten. http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6982299.ece

“Der Anteil des von Menschen an der CO2-Zunahme seit Beginn der industriellen Revolution beträgt vielleicht 3%.”
Da sind sie etwas durcheinander geraten, 3% des jährlich erzeugten CO2’s entstammt menschlichen Ursrpungs.“

„Der Anstieg in der Atmosphäre über die letzten Jahrzehnte wurde von der Mauna Loa Messstation (hier http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/co2_data_mlo.html) aufgzeichnet.“

Sie müssen die Mauna-Loa-Daten richtig gewichten:
„But it is indisputable that the amount of extra CO2 showing up at the monitoring station at Mauna Loa, Hawaii each year (first graph below) is strongly affected by sea surface temperature (SST) variations (second graph below), which are in turn mostly a function of El Nino and La Nina conditions (third graph below)“
http://wattsupwiththat.com/2009/05/12/spencer-on-an-alternate-view-of-co2-increases/

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Antwort auf Martin Holzherr

„Sie haben scheinbar Lomborgs Position – es gibt den menschengemachten Klimawandel und Adaption ist die beste Antwort“

Nein, ich teile Lomborg Auffassung nur hinsichtlich der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Implikationen. Den AGW halte ich für nicht belegt.

http://www.timesonline.co.uk/tol/new…cle6999975.ece

http://www.timesonline.co.uk/tol/new…cle7000063.ece

http://www.timesonline.co.uk/tol/com…cle6999815.ece

„Scheinbar sind sie sich aber doch nicht so sicher, sonst würden sie nicht mehr Klima-und Energieforschung fordern.“

Doch, ich bin mir sicher. Mehr Forschung bedeutet aus meiner Sicht nicht länger alleinige Fokussierung auf das CO2-Treibhausmodell, eine politisch gewollte Fixierung, die der Wissenschaft grossen Schaden zugefügt hat.

„Paläoklimatische Befunde, physikalische Modelle und darauf basierende Simulationen wie auch Beobachtungen über die letzten Jahrzehnte bestätigen das Bild des menschengemachten Klimawandels, der momentan zu einer globalen Erwärmung um 0.2 Grad pro Jahrzehnt führt, was etwa gleichauf mit den natürlichen Klimaschwankungen pro Jahrzehnt liegt.“

Die Uni Heidelberg (Mancini) belegen wärmere Zeiten als die heutigen. Die physikalischen Modelle erklären die Abkühlung der letzten 10 Jahre nicht, sie sind ausserdem linear und wenig geeignet für die Abbildung eines dynamischen und offenen (stochastischen) System wie der Atmosphäre, mit etlichen Unbekannten, Wechselwirkungen etc.

„Bestätigen lässt sich der menschengemachte Klimawandel nur bei Beobachtungszeiträumen über 10 Jahren.“

Die hatten wir, und der Treibhauseffekt hat sich nicht bestätigt.
Die Temperaturkurve hat sich von der ansteigenden CO2-Kurve gewissermassen und entgegen den Modellen entkoppelt.

„Vielleicht müssen wir noch etwas warten, bis der menschengemachte Klimawandel nicht mehr zu leugnen ist, bis diese Voraussetzung zutrifft.“

Ist so ne Sache mit dem „Leugnen“, ein fatales Wort, dass AGW-Skeptiker leichthin in die Nähe von Holocaust-Leugnern rückt.
Skepsis oder Zweifel bilden aber ein konstituierendes Element der wissenschaftlichen Debatte. Allerdings konnte die in den letzten Jahren öffentlich kaum mehr stattfinden…

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zum Kommentar von Peter Bühler und Pius Kuster
Die Eiszeiten sind verursacht durch kleine Veränderungen der Erdbewegung um die Sonne, die zu einer zunächst ebenfalls kleinen Veränderung der Energiebilanz der Erde führen. Bei längerem Einwirken führt die so verursachte Erwärmung zur Freisetzung von CO2 aus dem Ozean. Dies wiederum hat eine Verstärkung der Erwärmung zur Folge und erlaubt die Klimasensitivität durch eine CO2 Verdoppelung sehr genau zu bestimmen (3 plus minus 0.5 Grad), da man den Einfluss der Sonne auch quantifizieren kann. Diese Vorgänge sind im Detail erforscht und in Lehrbüchern beschrieben z.B. „The Physics of Atmospheres“ von John Houghton (dort finden sich auch die physikalischen Gesetze, mit denen der CO2 verursachte Klimawandel berechnet wird) oder in dem Buch von Rahmstorf und Schellnhuber „Der Klimawandel“. Die Einwände – das CO2 folgt dem Temperaturanstieg und könne deshalb nicht der Grund der Erwärmung sein, sind ebenfalls immer wieder von Forschern beantwortet worden (auch im Alltag gibt es diese Art von verstärkender Rückkopplung: Schulden werden durch Zinszahlungen weiter verstärkt, obwohl sie den Schulden folgen). So wie die kleine Störung der Sonneneinstrahlung durch eine nachfolgende CO2 Freisetzung verstärkt wurde, müsste auch bei der jetzt vom Menschen verursachten viel grösseren Störung mit einer Verstärkung gerechnet werden, sofern es nicht gelingt, diese auf eine möglichst kurze Zeit zu begrenzen. Die sehr präzis gemessene Zunahme der CO2 Konzentration (viel grösser als von Ihnen zitiert) in der Atmosphäre finden Sie hier: http://www.planetforlife.com/co2history/index.html
Zum gemessenen Anstieg der Temperatur finden Sie die neuesten Werte hier: http://climateprogress.org/ und zum mittels Satelliten gemessenen Anstieg des Meeresspiegels hier: http://www.climateblog.ch/2009/11/27/das-klima-hat-sich-schon-immer-geaendert-antworten-auf-haeufige-zweifel/
Zur Abnahme des arktischen Eises gibt es Messungen hier: http://nsidc.org/arcticseaicenews/
In einem IPCC Bericht über die Himalaya Gletscher ist ein Fehler passiert. Dazu gibt es ausführliche Berichtigungen von Forschern hier: http://www.realclimate.org/index.php/archives/2010/01/the-ipcc-is-not-infallible-shock/#more-2773

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@Pius Kuster
Das Holozän (heute) ist eine Zwischeneiszeit wie andere auch. Die Erwärmung, die eine Eiszeit beendet, führt zum Abgasen von CO2 aus dem Ozean in die Atmosphäre => die Temperatur steigt weiter => noch mehr CO2 tritt vom Ozean in die Atmosphäre über und es wird noch wärmer bis zu einem neuen Gleichgewichtszustand.
Das Stichwort für das Verständnis des Klimas ist „positive Rückkoppelung“. Deshalb schwankt das Klima zwischen verschiedenen recht weit auseinander liegenden Gleichgewichtszuständen hin und her. Dies bedeutet auch: Wenn es einmal 2 bis 3 Grad wärmer geworden ist kann vieles passieren, weil neue Effekte auftreten die die Tendenz noch verstärken können. Stichwort: UNKNOWN TERRITORY

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Liebe Frau Professor Schubert
Besten Dank für den Blogg Klimapolitik und Ihre Einführung.
„Geld für Massnahmen zur Verringerung des Temperaturanstiegs «in den Sand gesetzt» “ sehe ich anders.
Globale Erwärmung ist ein Aspekt der Klimakrise. Hinzu kommen Trockenheit und Desertifikation (USA, China, Australien, Afrika), Biodiversität und Massen-/Artensterben, Zerstörung von ganzen Ökosystemen, Bevölkerungsexplosion, Wasserknappheit und Mangel an Nahrungsmittel.
Massnahmen zur Klimakrise sind auch Massnahmen zu den oben erwähnten Herausforderungen.
Die Ökonomie muss diese Probleme mit erster Priorität angehen und die klassischen Modelle der Ökonomie und Betriebswirtschaft hinterfragen, und diese mit neuen Thesen, Modellen und Lösungsansätzen, welche den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen entsprechenden, ergänzen. Die Curricula der Business Schulen müssen überarbeitet werden.
Ein Modell als Beispiel: „Blue vs Red Ocean Strategy“ von Kim & Mauborgne. Für den Klimawandel passend wäre auch die Bezeichnung „Cold vs. Hot Ocean Strategy“.
http://www.valuebasedmanagement.net/methods_kim_blue_ocean_strategy.html
Gerade auf dem Gebiet der Klima-„Wirtschaft“, wo Zeit drängt und Investitionsmittel und finanzielle Ressourcen vor allem auch in der aktuellen Wirtschaftskrise, wo es auch geht, Arbeitsplätze zu sichern resp. neue Arbeitsplätze zu schaffen, in Konkurrenz mit den traditionellen Geschäften, Konsumverhalten, Werten und Lebensgewohnheiten stehen (Business as usual), wären „Cold Ocean“ Strategien, sowie mehr international/intergovernmental Co-Operations anstatt Competition wesentlich sinnvollere Ansätze. Wie würden Sie das sehen?
Freundliche Grüsse
Thomas Blaser

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@Peter Bühler
Hier ein paar Antworten zu ihren Statements:
Zitat: „ein erhöhter CO2-Anteil in der Atmosphäre FOLGTE stets der Erwärmung.“
Trifft für die Zwischeneiszeiten zu nicht aber für das Eozän. Der Anstieg des CO2 steht am Anfang der extremen Warmzeit im Eozän.

„Ein Anstieg der Meeresspiegel wurde nirgendwo beobachtet.“
Laut Wikipedia (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Current_sea_level_rise) beträgt der Meerespiegelanstieg 1.8 mm pro Jahr für die letzten 100 Jahre und ist jetzt auf 2.8 bis 3.1 mm pro Jahr angestiegen.

„Der Anteil des von Menschen an der CO2-Zunahme seit Beginn der industriellen Revolution beträgt vielleicht 3%.“
Da sind sie etwas durcheinander geraten, 3% des jährlich erzeugten CO2’s entstammt menschlichen Ursrpungs. Der Anstieg in der Atmosphäre über die letzten Jahrzehnte wurde von der Mauna Loa Messstation (hier http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/co2_data_mlo.html) aufgzeichnet.

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@Peter Bühler
Sie haben scheinbar Lomborgs Position – es gibt den menschengemachten Klimawandel und Adaption ist die beste Antwort – um AGW-skeptische Positionen erweitert und mit einer tüchtigen Portion Polemik und Diffamierung abgemischt (lecker). Scheinbar sind sie sich aber doch nicht so sicher, sonst würden sie nicht mehr Klima-und Energieforschung fordern.
Fakt ist: Paläoklimatische Befunde, physikalische Modelle und darauf basierende Simulationen wie auch Beobachtungen über die letzten Jahrzehnte bestätigen das Bild des menschengemachten Klimawandels, der momentan zu einer globalen Erwärmung um 0.2 Grad pro Jahrzehnt führt, was etwa gleichauf mit den natürlichen Klimaschwankungen pro Jahrzehnt liegt. Bestätigen lässt sich der menschengemachte Klimawandel nur bei Beobachtungszeiträumen über 10 Jahren.
Sie sind aber ein typischer Repräsentat einer sich verbreitenden Haltung. In einem Punkt gebe ich ihnen recht: Wirksame Klimaschutzmassnahmen greifen tief in das Wirtschaftssystem ein und lassen sich nur rechtfertigen wenn sowohl die Klimaprognosen als auch die Klimaschutzmassnahmen bestens abgestützt sind. Vielleicht müssen wir noch etwas warten, bis der menschengemachte Klimawandel nicht mehr zu leugnen ist, bis diese Voraussetzung zutrifft.

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Zum Kommentar von Klaus Ragaller:

„Die Betonung kann inzwischen auf die Sicherheiten gelegt werden.“
Kann sie aufgrund der jüngeren Erkenntnisse mit Bestimmtheit nicht.

„So ist sicher, dass während der bewegten Erdgeschichte über Millionen Jahre erhöhtes CO2 zu erhöhter Temperatur und höherem Meeresspiegel geführt hat…“
Umgekehrt wird ein Schuh draus: ein erhöhter CO2-Anteil in der Atmosphäre FOLGTE stets der Erwärmung.

„…dass dies auch quantitativ im Einklang steht mit gesicherten physikalischen Gesetzen…“
mit welchen?

„…dass der vom Menschen verursachte CO2 Anstieg grösser ist als je in den letzen 15 Millionen Jahren“
Der Anteil des von Menschen an der CO2-Zunahme seit Beginn der industriellen Revolution beträgt vielleicht 3%. Anteil nota bene an an einem Spurengas mit einem Atmosphärenanteil von gerade mal 380 ppmv…

„dass bereits ein Temperatur- und Meeresspiegelanstieg erfolgt…“
Beides nicht richtig. Die Temperaturen sind seit ca. 1850 – nach dem Ende eines Zwischenglazials“ bis heute um 0.7° C gestiegen. Seit 11 Jahren stagnieren sie oder sind leicht zurückgegangen. Ein Anstieg der Meeresspiegel wurde nirgendwo beobachtet.

„Angesichts dieser Sicherheiten ist das Ergreifen von Gegenmassnahmen keine Versicherung gegen Unwägbarkeiten sondern eine Investition zur Vermeidung katastrophaler, irreversibler Schäden wie ein Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter.“
Alarmismus ohne jeden wissenschaftlichen Beweis, x-fach widerlegt.

„Natürlich gibt es noch Unsicherheiten z.B. über den zeitlichen Ablauf des Schmelzens der Eisschilde. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die Dynamik der Vorgänge unterschätzt wurde.“
Um das vom IPCC fälschlicherweise prognostizierte Abschmelzen der Himalaja-Gletscher tobt derzeit einer der grössten Wissenschaftsskandale der Geschichte. Die Fläche des Arktiseises nimmt seit ca. 2005 wieder zu (nach einem bis dahin seit 1979 gemessenen Schwund). Die Eisbildung unterlag immer natürlichen Schwankungen. Das Antarktiseis hält sich unverändert.
Nebenbei: die viel bemühten Eisbären ertrinken nicht. Ihre Population hat sich in den vergangenen vier, fünf Jahrzehnten stark vergrössert. 1950 gab es ca. 5.000 Eisbären, heute über 25’000…

Echt alarmierend ist nicht der natürliche atmosphärische Klimawandel, sondern jener in den Köpfen, die Panikmache und das übereilte Handeln unter nicht zutreffenden Prämissen.

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@Klaus Ragaller:
Die letzte Eiszeit dauerte bis vor ca. 20’000 Jahren. Seither wurde es wärmer und der Meeresspiegel stieg um über 100 Meter.
Nun glauben sie es habe schon immer einen ursächlichen Zusammenhang zwischen CO2 und Temperatur gegeben. Woher kam denn vor 20’000 Jahren das CO2, welches zu dieser Erwärmung und zum Ende der Eiszeit geführt hat?

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Zum ersten ist eine begriffliche Unklarheit festzustellen: spricht Frau Schubert von einem menschlich verursachten Klimawandel (AGW) oder von einem natürlich wandelnden Klima an sich?
Dieser letztere ist im Gegensatz zum ersten – einem, wie sich inzwischen herausstellt auf Junk-Science beruhenden Hoax – unbestritten. Das Klima ändert sich ständig. Dabei ist weiter zu berücksichtigen, dass es so was wie „das Klima“ oder „das Weltklima“ gar nicht gibt. Es gibt unterschiedliche Klimazonen mit unterschiedlichen Entwicklungen.
Natur und Menschen haben sich seit jeher auf den natürlichen Klimawandel eingestellt bzw. einstellen müssen. Diese Anpassung fällt uns vor dem Hintergrund einer enorm gestiegenen Weltbevölkerung, dicht besiedelter und durch klimatische Anomalien gefährdeten Gebieten und einer eben so gewachsenen und sehr empfindlichen Infrastruktur weit schwerer. Vorkehrungen wären sowohl bez. Abkühlung als auch Erwärmung zu treffen.
Die Durchsetzung eines wissenschaftlich kaum mehr begründbaren Vorsorgeprinzips hinsichtlich einer „globalen Erwärmung“ (was immer das sein soll) entspricht einer grünen Utopie von Planbürokraten und politisch motivierten Umverteilern – sie ist in Kopenhagen eben gescheitert, zum Glück, wie man anfügen darf. Während die Klimatologen inzwischen von einer länger dauernden Abkühlung reden – die bisherigen Modelle sind bei steigendem CO2-Anteil in der Atmosphäre an der Realität einer seit über 10 Jahren anhaltenden Temperaturstagnation und Abkühlung gescheitert – täte die Politik gut daran, von übereiltem Handeln abzusehen. Wie Lomborg zu recht vorrechnet, würden die z.B. in Deutschland in untaugliche ee-Projekte investierten Gelder in der Höhe von 50 Mia Euro den „Klimawandel“ in 50 Jahren um gerade 1 Stunde aufhalten…
Das Gebot der Stunde lautet: mehr Forschung in der Klimatologie und bei der Entwicklung von neuen Technologien zur Energiegewinnung. Die verfehlte CO2-Vermeidungspolitik führt bloss zum Export von Arbeitsplätzen nach Fernost und in die Schwellenländer, ohne Einsparung von auch nur 1 Tonne CO2-Emissionen, ganz im Gegenteil. Dass sie daneben einen völlig unsinnigen und korrupten CO2-Zertifikatehandel fördert, erinnert direkt an die Folgen der Prohibition. Ein überaus interessantes (Vergleichs)Feld für Nationalökonomen…

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Zitat: „Die Wissenschaftler sind sich also «ziemlich» sicher, dass es so kommt. Sichere Vorhersagen für die Zukunft gibt es nicht und kann es nicht geben.“
Angesichts der ökonomischen Konsequenzen der Massnahmen gegen den Klimawandel genügt „ziemlich sicher“ nicht, es müsste schon „sehr sicher“ sein.

In Russland, Zentralasien, dem Kaukasus und Teilen Afrikas werden gerade jetzt Investitionen in Milliardenhöhe getätigt um neue Öl- und Gasfelder zu erschliessen und mit Pipelines an die Verbraucherländer anzuschliessen. Das wäre hinausgeworfenes Geld, wenn diese Verbrauchsländer den Klimaschutz – über ein paar symbolische Aktionen hinaus – ernst nehmen würden.

Stark diskontinuierliches, den Gang der Dinge umwälzendes Verhalten gibt es nur in erzwungenen Krisen, es wird nicht freiwillig gesucht.

Das zeigt gerade auch die Schweinegrippe, die vielleicht doch ein gutes ökonomisches und politisches Modell für den Umgang mit potentiellen zukünftigen Schäden ist. Ausgebrochen ist die Schweinegrippe in Mexiko und die erste Linie der Verteidigung gegen eine Pandemie wären Massnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit über die Landesgrenzen hinaus gewesen: Der Flugverkehr hätte massiv eingeschränkt werden müssen (Touristen haben die Krankheit dann ja tatsächlich verbreitet). Das war den Experten bekannt. Die ökonomischen Folgen für Mexiko wurden aber scheinbar als so ernsthaft eingestuft, dass das Risiko der Verbreitung in Kauf genommen wurde und statt dessen in die zweite Verteidungslinie – weltweite Impfaktionen – investiert wurde.

Warum wurde das naheliegende – Mexiko unter Quarantäne stellen – nicht realisiert?
-Der finanzielle Schaden für Mexiko wäre immens gewesen
-Es gab keinen Präzedenzfall, in dem ein ganzes Land abgeschottet wurde
-Ein klarer Termin für eine Beendigung der Massnahem wäre schwer zu bestimmen gewesen
-Mexiko hätte dies als Affront und Ungerechtigkeit empfunden

Vergleichen wir das mit den Massnahmen gegen den Klimawandel:
-Milliarden von entgangenen Einnahmen für Eigner von fossilen Resourcen
-Es gibt keinen Präzedenzfall für ein globales Umlenken der Wirtschaft aufgrund einer zukünftigen Bedrohung
-Der zetliche Rahmen für Klimschutzmassnahmen sind Jahrzehnte
-China, Indien und andere Schwellenländer empfinden den erzungenen Verzicht auf billige Energie als Ungerechtigkeit, zugemutet von den gesättigten Industriestaaten

Deshalb: Globale Massnahmen gegen den Klimawandel gibt es erst in einer Zwangssituation (Krise). Diese Krise existiert für die Klimawissenschaftler jetzt schon, ist aber für die meisten anderen erst ein fernes Schema am Horizont.

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Die Betonung kann inzwischen auf die Sicherheiten gelegt werden. So ist sicher, dass während der bewegten Erdgeschichte über Millionen Jahre erhöhtes CO2 zu erhöhter Temperatur und höherem Meeresspiegel geführt hat, dass dies auch quantitativ im Einklang steht mit gesicherten physikalischen Gesetzen, dass der vom Menschen verursachte CO2 Anstieg grösser ist als je in den letzen 15 Millionen Jahren, dass bereits ein Temperatur- und Meeresspiegelanstieg erfolgt, dass der Zeitraum für Gegenmassnahmen sehr knapp ist. Angesichts dieser Sicherheiten ist das Ergreifen von Gegenmassnahmen keine Versicherung gegen Unwägbarkeiten sondern eine Investition zur Vermeidung katastrophaler, irreversibler Schäden wie ein Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter. Natürlich gibt es noch Unsicherheiten z.B. über den zeitlichen Ablauf des Schmelzens der Eisschilde. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die Dynamik der Vorgänge unterschätzt wurde.

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Meines Erachtens greift die Argumentation von Renate Schubert ökonomisch zu kurz. Es geht nicht nur um das – kaum bestrittene – Vorsichtsprinzip. Das Probmlem: Die Mittel, die für einen Bereich (hier z.B. Klima) aufgewendet werden, stehen für eine andere Verwendung nicht zur Verfügung. Es geht also um eine Frage der Ressourcenallokation. Just for the sake of the argument: Frau Schubert müsste eigentlich darlegen, dass die hier bezahlte Versicherungsprämie nicht dafür sorgt, dass eine andere – grössere? – Gefahr nicht versichert wird. Das ist die wirkliche Diskussion, wie sie zum Beispiel auch schon andere Wissenschafter angestossen haben.

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An wen richtet sich dieser Appell?
An uns hier in Europa mit dem Ziel die bereits eingeleiteten Massnahmen (auch wenn sie erst halbherzig angegangen werden) fortzusetzen? An die USA, die sich eventuell dazu bekennen kann, die CO2-Emissionen nicht weiter steigen zu lassen oder an China, das immer noch wöchentlich ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb nimmt?
Nach Kopenhagen und im gegenwärtigen Umfeld ist es unwahrscheinlich, dass die wichtigsten CO2-Emittenten in den nächsten 10 Jahren substantielle Emissionsreduktionen vornehmen.
Wenn man aber in die Aussagen des IPCC vertraut, wird sich die Haltung der wichtigsten Länder ändern, wenn der Klimawandel und seine negative Folgen offensichtlich werden. Ob es dann zu spät ist??
Der Vergleich mit der Schweinegrippe hilft leider nicht weiter, denn die Massnahmen, die der Welt von den Klimawissenschaftlern verordnet werden, gehen sehr weit: 80%-ige CO2-Reduktion bis 2050 für Industrieländer (USA und Deutschland sogar 90%) und für China mit seinem 10%-igen Wachstum pro Jahr die Emissionen des Jahres 2000 im Jahr 2050.
Auch wenn die notwendigen CO2-Emissionsreduktionen vorläufig ausbleiben, sollten mindestens die Investitionen in die Forschung für CO2-freie Alternativen massiv gesteigert werden.

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