ETH-Klimablog - Energie - Handeln statt diskutieren: Studentenprojekte an der ETH Zürich

ETH life zum Thema

Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

Blog-Schwerpunkte

Die Beiträge geordnet nach Wissensgebieten rund um den Klimawandel:
>Klimaforschung
>Umweltfolgen
>Energie
>Mobilität
>Wirtschaft
>Politik
>Stadtentwicklung
>Welternährung
>Nord-Süd

Archive

Handeln statt diskutieren: Studentenprojekte an der ETH Zürich

18.01.2010 von

Die Optimisten oder vielleicht eher die Idealisten unter uns hatten vor Kopenhagen auf einen Konsens zwischen den grossen Weltmächten gehofft – diese Erwartung wurde allerdings bitter enttäuscht. Und es bleibt fraglich, ob ein solches Abkommen in naher Zukunft zustande kommen wird.

Die Gefahr der (zu Recht pessimistischen) Berichterstattung ist allerdings, dass grosse Resignation eintritt. Frei nach dem Motto: “Wenn die da oben nichts zustande kriegen, warum soll ich mich dann bemühen. Es bringt ja doch nichts!”

Viele Studierende der ETH sind dennoch davon überzeugt, dass es sehr wohl möglich ist, selber etwas zu verändern. Verschiedenste Angebote helfen uns dabei.

Energieffizient wohnen

Wohnen ist ein Beispiel. WG-Bewohner unter den Studenten können auf energiewg.ch an einer Befragung teilnehmen. Das individuelle Feedback wartet mit Energietipps und für vorbildliche WGs mit dem EnergieWG-Label auf. Bei den wertvollen Tipps handelt es sich nicht um die Standardvorschläge wie “Licht ausschalten” und “Wasser beim Zähneputzen zudrehen”, sie gehen viel weiter. Sowohl Energiesparprofis als auch –neulinge können etwas lernen. Inzwischen steht die Teilnahme auch nichtstudentischen WGs offen. Bereits sind über 500 Wohnungen registriert.

Bewusst essen

Beim ETH Mensaessen geht es weiter. Das Projekt “Eaternity” hat in den Wochen vor Kopenhagen mit einem CO₂-reduzierten Menü in der Physikmensa am Hönggerberg Aufsehen erregt. Wählten wir dieses Essen, sparten wir ca. 670g CO₂ verglichen mit dem normalen (fleischhaltigen) Menü. Mit Informationstafeln, einem Wettbewerb und vielen engagierten Helfern kam die Thematik der Klimaveränderung durch Nahrungsproduktion im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tisch und ich hörte beim Essen viele angeregte Diskussionen zum Thema.

Klimaneutral reisen

Wollen Sie wie ich klimaneutral reisen? Das Unternehmen “myclimate” bietet eine Lösung dazu, indem man die verursachten CO₂-Emissionen finanziell kompensieren kann. Das Geld wird in Klimaschutzprojekte investiert. Beispiele sind der Bau eines der grössten Windkraftparks in Neuseeland oder die umfassende Wassersparkampagne in Luzern.

Das Unternehmen „myclimate“ hat seine Wurzeln an der ETH. Das Projekt wurde ursprünglich von [project21], der studentischen Organisation für nachhaltige Entwicklung der ETH ins Leben gerufen.

Ideen umsetzen

Wie einfallsreich die Studierenden der ETH sind, wenn es darum geht, Emissionen zu reduzieren, hat der Ecoworks-Workshop gezeigt. Innerhalb von 24 Stunden wurden von den 100 Teilnehmern des Workshops 17 Projekte entwickelt, die den CO₂-Austoss der ETH senken sollen. Seither wird die Datenbank auf www.ecoworks.ch stetig erweitert. Die Studierenden werden bei der Umsetzung der Projekte professionell angeleitet und erhalten für die Umsetzung Kreditpunkte.

Grosses Potential

Die ETH bildet derzeit ca. 15’000 Studierende aus und trägt damit eine grosse Verantwortung in Umweltbildung. Auch wenn die oben beschriebenen Projekte die Klimaveränderung nicht aufhalten können, so tragen sie doch zur Sensibilisierung einer breiten Masse bei und sind daher äusserst wichtig.

Zur Autorin

Susanne Dröscher ist Doktorandin an der ETH Zürich und Präsidentin von [project 21], der studentischen Organisation für nachhaltige Entwicklung. Persönliches Zitat und Biografie

.

.





Kommentare (6) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Susanne Dröscher
Liebe Susanne
Trefft Ihr Euch periodisch um die Projekte zu besprechen?
Habt Ihr eine Art Think Tank?
Ich würde gerne mal dabei sein oder wir können gemeinsam zum Lunch, falls Du Zeit hast. Die Projekte interessieren mich.
Freundliche Grüsse
Thomas

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Pius Kuster
Weshalb soll die Aussage von Frau Marchand in einem demokratischen Land unhaltbar sein? Tatsache ist, dass unsere Politiker/-innen oft unter dem Einfluss von Interessensgruppen stehen und nicht im Sinne des „Volkswohls“ handeln. Konkret wird die Umsetzung der Alpeninitiative vom Parlament blockiert, obwohl sie vor über 10 Jahren vom „Volk“ angenommen wurde. Laut Ihrer Logik dürfte das gar nicht vorkommen, da die Politiker gar nicht anders können, als den Volkwillen umzusetzen. Aber sie können sehr gut gegen das Volk, auch die sogenannte Volkpartei. Und das ist ein unerhörter Skandal. Finden Sie nicht auch?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Liebe Frau Marchand

Zum Glück leben wir in einem direkt-demokratischen Land. Hier werden die Entscheidungen von der Bevölkerung, resp. von der durch die Bevölkerung gewählten Regierung getroffen werden.

Die Regierung/ Parlament kann nicht beliebig dem Willen der Lobbyisten (auch nicht der Umweltlobbyisten) folgen. Denn das letzte Wort hat „dummerweise“ immer das Volk. Und das Volk ist meistens Intelligenter als der Kreis der Auserwählten.

Ihre Aussage ist in einem demokratischen Land absolut unhaltbar!
(Zitat: „…Druck auf die Politik aufbauen und sie damit Befähigen an Konferenzen unbequeme Entscheide zu fällen.“)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

ja, in gewissen Studentenkreisen herrscht fast ein bisschen ein missionarischer Eifer um der Umwelt gutes zu tun. Das ist sicher gut gemeint und solange das nicht Pflicht wird habe ich überhaupt nichts dagegen. Ja, ich möchte sogar einmal meine Hochachtung ausdrücken! Für mich wären aber die neuen Energiesparlampen ein Einschnitt in die Lebensqualität. Ich habe lieber die alten schönen Glühbirnen, deren warmes Licht mich noch an die gute, alte Zeit der Kerzen erinnert.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Wichtig ist, dass wir nun endlich wirklich Druck auf die Politik und Entscheidungsträger aufbauen und sie damit erst mal Befähigen an Konferenzen vordergründig unbequeme Entscheide zu fällen. Solange die Politik Angst haben muss abgewählt zu werden, wenn sie „Grüne“ Massnahmen beschliesst, dann ist es kein Wunder, dass sie diese nicht beschliesst. Mein Motto ist: Möglichst breit informieren. Mit allen Mitteln – sei es Werbung, Film, Mund zu Mund usw. – und dann raus auf die Strasse und protestieren. Wir müssen endlich zeigen, dass wir hinter diesen Entscheiden stehen und sie damit möglich machen.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

Die Klimakonferenz in Kopenhagen (COP15) war zwar aus politischer Sicht sehr enttäuschend. Genau aus der hier dargelegten Hinsicht aber ein Erfolg! Sie hat nämlich Exponenten aus allen möglichen Handlungsebenen zusammengebracht und einen Ideenaustausch ermöglicht. Am Klimagipfel der Bürgermeister wurde die Rolle der Städte diskutiert und verschiedene Projekte vorgestellt. Frau Mauch hat beispielsweise die 2000Watt Gesellschaft präsentiert. Auch wir Studenten sind zusammengekommen und haben Ideen und Projekte diskutiert. Fazit dieses kreativen Prozesses war, dass es unbedingt eine bessere Vernetzung braucht, welche einen Ideen- und Projektaustausch ermöglichen würde. Vor allem bezüglich Massnahmen an den Universitäten, wäre ein Zusammenlegen der bisher erfolgreich ausgeführten Projekte auf einer zentralen internationalen Datenbank mit Kontaktdaten und Informationen zur Planung, Durchführung und Erfolg der jeweiligen Projekte sehr hilfreich. Man soll das Rad ja nicht immer neu erfinden, sondern es evtl. beschleunigen!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

top
 
FireStats icon Powered by FireStats