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Warten auf Godot

19.12.2009 von

Was mache ich den ganzen Tag am COP15? Neben den nur teilweise öffentlich zugänglichen offiziellen Verhandlungen unterhalte ich mich mit Delegierten und besuche «side events» zum Klimagipfel, die zum Teil ausserhalb des Konferenz-Zentrums stattfinden. Das wichtigste an diesem Klimagipfel scheinen effektives Zeitmanagement und stoische Geduld zu sein, gepaart mit der Hoffnung auf ein ‚gutes Ende’ im Sinne eines fairen, ambitiösen und verbindlichen Abkommens.

‚Mal eben schnell’ ins Bella Center?!

Es ist Mittwochmorgen, 8.30 Uhr, als ich an der Haltestelle „Bella Center“ aus der Metro steige. Vor dem Konferenzzentrum hat sich bereits eine gigantische Menschentraube gebildet. Viele haben nur ein einziges Ziel an diesem eisig kalten Morgen: ins Bella Center gelangen, an den COP15. Dorthin möchte auch ich. Doch zunächst heisst es dem ungemütlichen Wetter trotzen und Geduld haben.

In der wartenden Schar treffe ich auf einen Italiener, der ausser sich vor Wut ist. Er beschwert sich lautstark über die UNO, die Dänen, die Sicherheitskräfte und die Organisation. Ein paar Minuten später verstehe ich seinen Ärger: Er stand schon am Vortag von acht Uhr morgens bis zur Schliessung des Akkreditierungsschalters um sechs Uhr abends an. Vergebens. Er besitzt immer noch keinen „badge“ (Konferenzausweis).

Geduldsprobe auch für die Delegierten

Geduld müssen nicht nur wir Beobachter sondern auch die Delegierten haben, wie ich von zwei Mitgliedern der ecuadorianischen Delegation erfahre. Auch sie warteten über eine Stunde am Eingang, darüber hinaus herrscht ihrer Meinung nach ein ‚totales Chaos’ an den Verhandlungen. Sie bekämen nicht genügend Informationen, und die Vorsitzende des Klimagipfels mache ihnen gegenüber widersprüchliche Aussagen. Sie sehen wenig Sinn an der weiteren Teilnahme an der Konferenz.

Sealing the deal or not – that’s the question!

Freitag morgen. Die Staatsoberhäupter und Minister haben in dieser letzten turbulenten Nacht noch kein Auge zugetan. Die Konferenz neigt sich ihrem Ende zu, die Unterzeichnung eines rechtlich verbindlichen Abkommens noch am COP15 ist nach verschiedenen ‚Skandalen’ um heimliche Unterabkommen zwischen einigen Staaten und weit auseinanderklaffenden Zielvorstellungen der beiden ‚Fronten’ Entwicklungsländer und Industrieländer in weite Ferne gerückt.

Wir Akkreditierte mit gelbem „badge“ für Nichtregierungsorganisationen dürfen mehrheitlich nicht mehr an der Konferenz teilnehmen, Sicherheitsgründe und eine zu hohe Anzahl an akkreditierten Personen verschliessen uns seit Donnerstag die Türen zum Bella Center.

Anstatt live dabei zu sein, heisst es nun auch für uns wieder: draussen bleiben – und warten. Warten auf ein hoffentlich faires, ambitiöses und verbindliches Abkommen, von allen Verhandlungsteilnehmern unterschrieben und unterstützt. Wir werden sehen, ob sich das Warten gelohnt hat.

Zur Autorin

Katja Halbritter ist dipl. Chemikerin und schreibt zurzeit eine Masterabeit an der ETH Zürich. In der vergangenen Woche weilte sie in Kopenhagen und besuchte als Gast die Klimakonferenz. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (9) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

@Alexander Graf
Sicherlich haben wir nicht die Zeit, endlos zu warten darauf, dass die Politik für uns die Klimaproblematik „löst“ – als (hoffentlich) mündige Bürger sollte sich selbstverständlich jeder einzelne verpflichtet fühlen, seinen eigenen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu tun. Die Politik sollte jedoch Rahmenbedingungen setzen, damit ambitiöse Ziele für alle gesteckt werden und die Trägheit zu handeln nicht Überhand nimmt. Ich finde es in diesem Zusammenhang schade, dass einige noch immer glauben, ihr Beitrag wäre unerheblich, unwichtig und ausserdem nicht nötig. Das tönt fast nach Kölscher Mentalität: „Et kütt wie et kütt. Et bliev wie et es. Und et hätt noch immer jot jejange…“ (Es kommt wie es kommt. Es bleibt wie es ist. Und es ist noch immer gut gegangen.)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Alexander Graf
Zitat: „wesentlich länger (als ein paar Monate) für ein nachhaltig positives Einwirken auf die Klimaveränderung können wir uns eben nicht leisten“
Dieser Satz wäre nur richtig wenn es einen klaren Fahrplan gäbe, wie man das Klimaziel von nicht mehr als 2°C Erwärmung bis 2050 erreichen könnte. Das Klima-KIC (http://blogs.ethz.ch/klimablog/2009/12/21/der-nachste-schritt-innovation-furs-klima/) will Wege zu diesem Ziel aufzeigen, gegenwärtig wird aber noch viel Geld verschwendet für marginale CO2-Reduktionen.

Zitat: „US-Präsident erst in seiner zweiten Legislaturperiode … die moralsiche wie politische Stärke hat“
In der zweiten Legislaturperiode kann Obama nicht mehr mit derselben Unterstützung in Senat und Repräsentantenhaus rechnen. Die US-Repuplikaner sind klar gegen Klimaschutzmassnahmen, eine deutliche Reduktion der US-Emissionen ist deshalb in den nächsten Jahren nicht zu erwarten – es sei denn die globalen Durchschnittstemperaturen würden schon in den nächsten Jahren stark steigen, denn die US-Republikaner basieren ihre Ablehnung stark auf Klimaskepsis und Klimawandel-Leugnen.

Zitat: „verständliche wie nachvollziehbare Aufklärung … Konsens „. Die Klimawandel-Leugner haben inzwischen auch ihre Vorzeigefiguren, die ebenfalls aufklären – nur eben im umgekehrten Sinne.

Zitat: „Denn langfristig sind es die Konsumenten, welche eben durch ihr Konsumverhalten Einfluß nehmen können“
Das persönliche Konsumverhalten hat begrenzte Wirkung. CO2-Emissionen hängen stark von der Infrastruktur (Kohlekraftwerke, Gasleitungen, ..) und von kostengünstigen CO2-freien Alternativen ab. Energiefragen waren schon immer politische Fragen und die meisten Energiequellen waren oder sind subventioniert.

Zitat: dass China „die Gespräche runiert und Obama bewusst gedemüdigt hat“.
Für ein Schwellenland hat China bereits einen hohen Anteil an Alternativenergien. China ist auch nicht im Lager der Klimawandelleugner, es pocht lediglich auf seine Souveränität (was wohl auf die Souveränität der Partei herausläuft). China will um jeden Preis wachsen, dafür gibt es viele Indizien, zum Beispiel
-die Weigerung den Yuan aufzuwerten (tiefer Yuan stärkt den Export, Export stärkt Wachstum)
-die Aneignung von Rohstoffquellen koste es was es wolle (Grundlagen für Wachstum sichern)
-Verstösse gegen das geistige Eigentum werden halbherzig verfolgt (der billigste Weg zu wachsen ist kopieren).
-In Afrika stellt China keine humanitären Bedingungen, die Rohstoffe genügen ihm. Es erwartet aber politische Unterstützung. Bei Bedarf stell sich China gern in die Reihe der Entwicklungsländer.

Fazit:
-China liefert dem Westen gerne Windturbinen, Solarpanels und so weiter, weil das der chin. Wirtschaft hilft, es will sich aber für nichts verpflichten, was sein Wachstum bremsen könnte.

-Die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen für eine postfossile Wirtschaft sind ungenügend und müssen durch Projekte
wie das Klima-KIC noch erarbeitet werden.

-Globale CO2-Reduktionen erfordern globales Handeln – auch in China und Indien. Sollte sich der Klimawandel fortsetzen, wird auch die Handlungsbereitschaft steigen, denn im Extremfall wären viele Küstenstädte bedroht, was Kosten verursachen würde, die weit über die Kosten für CO2-Reduktionen hinausgehen.

-In einer Uebergangsperiode – wenn die Folgen des Klimawandels bereits gefährliche Ausmasse annehmen, die Wirtschaft aber noch
nicht umgestellt ist – sind auch Massnahmen wie technische CO2-Entfernung aus der Athmosphäre (http://en.wikipedia.org/wiki/Carbon_dioxide_removal) denkbar. Solche Massnnahmen sind bei geschätzten Kosten von 300 US Dollar pro Tonne CO2 sogar kleiner als für photovoltaische Anlagen (im Jahr 2008: 800 Euro/Tonne CO2)

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@Katja Halbritter

Die Frage aller Fragen hierbei ist nur: können wir warten, haben wir die Zeit? Vermutlich wird es gewiß auf ein, zwei Monate nicht ankommen, aber wesentlich länger für ein nachhaltig possitives Einwirken auf die Klimaveränderung können wir uns eben nicht leisten. Daher stellt sich eben ernsthaft die Frage, kann sich die Weltgemeinschaft es leisten, bis ein US-Präsident Obama über die Autorität und Durchsetzungskraft verfügt, solch eien Rolle zu übernehmen. Die politische Theorie und Geschichte lehrt uns, daß jedoch ein US-Präsident erst in seiner zweiten Legislaturperiode – vorausgesetzt er wird wiedergewählt, was in den USA im Falle von Herrn Obama nicht zwangsläufig gewährt ist – die moralsiche wie politische Stärke hat. Dies würde aber bedeuten, daß mindestens weitere drei bis vier jahre Hängepartie vor uns liegen; und diese Zeit hat die Welt und das Klima gewiß nicht.

Aber ein viel generelleres Problem ist, daß man endlich akzeptieren muß, daß der Klimawandel nicht mit utopischen, sozialistischen, es-allen-rechtmachenden Spielregeln funktioniert. Dies geht einerseits an die Vielzahl von NGOs, die gewiß eine sehr wichtige Rolle in dem Gesamtprozeß einnehmen, aber eben besonders auch an die Wissenschaft jeglicher Disziplin, indem sie eben selbst zum Sprachrohr wird, Einfluß auf politische Entscheidungsträger nimmt, zu einer – dies wäre besonders wichtige – populärwissenschaftliche, für die breite Bevölkerung verständliche wie nachvollziehbare Aufklärung beiträgt, denn nur so kann auf einer breiten Basis ein Konsens geschaffen werden. Denn langfristig sind es die Konsumenten, welche eben durch ihr Konsumverhalten Einfluß nehmen können.

Was ihren persönlichen Eindruck von Kopenahgen betrifft, war ich ebenso erstaunt wie überascht von dem öffentlichen Eingeständnis und Verärgerung, welche Bundesminister für Umwelt Dr. Norbert Röttgen (D) sich im Fernsehen zu dem Scheitern geäußert hat. «Bei allem, was wir erlitten haben an Mühseligkeit, an Provokation bis hin zu Unverschämtheit und Verantwortungslosigkeit: Es gibt keine Alternative im Rahmen der UNO, dieses Problem zu lösen.» Dies deckt sich sinngemäß mit dem Bericht der britischen Tageszeitung «The Guardian», deren Journalist Mark Lynas am Mittwoch, wo er als «Delegierter» eines beteiligten Staates bei den Sondierungen mit US-Präsident Barack Obama, der kompletten EU-Spitze und weiteren Staats- und Regierungschefs erlebt habe, dass China «die Gespräche ruiniert und Obama bewusst gedemütigt hat». Insofern ist diese Aussage umso mutiger.

Dem zweiten Satz muß ich jedoch entschieden wiedersprechen. Ich glaube eben nicht mehr daran, und Kopenhagen ist nur der letzte Beweiß dafür, daß allein auf Ebene der Vereinten Nationen ein Klimawandel berwirkt werden kann. Da der Top-down-Ansatz gescheitert ist, ist es nun an der Zeit mit einer Bottum-up-Strategie auf europäischer Ebene den ersten Meilenstein zu setzen, auf daß eben die vielen Verhinderer auf Seiten der Schwellenländer eben mittelfrsitig sich mittels bilateralen Verträge verpflichten müssen. UN war stets ein politisches Ventil, welches die ständigen Mitglieder nutzten, um ihre einenen, nationalen Interessen zu verfolgen. Die Unzahl an wirkungslosen Sanktionen bestätigt dies und daher kann sie kaum die verlässliche Plattform sein. Ich für meinen Teil will nicht bis Godot warten, es liegt na jedem einzelnen von uns, dies zu beeinflußen. Frohe Tage!!!

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

@ Alexander Graf:
So wie ich die Klimakonferenz in Kopenhagen erlebt habe, schwang bei den meisten Beobachtern aus der Riege der NGOs, aber auch bei vielen Delegierten in der Tat ein bisschen Idealismus und die schlichte Hoffnung auf ein „Happy End“ mit. Ein starker Barack Obama würde es schon richten können, die in der ersten Verhandlungswoche sich suksessiv verhärtenden Fronten zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten wieder auflösen und ein Zeichen setzen, indem er ambitiösen Zielvereinbarungen für die USA zustimmen würde. Nach Hillary Clintons Rede und der Zustimmung, „den gebührenden Anteil an jährlich 100 Milliarden US Dollern Klimaunterstützung der Industrieländer an die Entwicklungsländer zu übernehmen“, wurden neue Hoffnungen geweckt. Letztendlich konnte Obama diese Hoffnungen nicht erfüllen, vielleicht auch deswegen, weil in den USA die Zeit noch nicht reif für ein solches ‚commitment‘ ist. Wenn ich mich recht entsinne unterschrieb Al Gore damals in Kyoto ein Abkommen, welches vom US Senat nie ratifiziert wurde… Im Hinblick darauf kann es als sinnvoll erachtet werden, kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen. Die USA verpflichten sich zum ersten Mal zu Langzeitfinanzierung und sprechen sich für Treibhausgasreduktionen aus – vielleicht müssen wir Obama nur noch Zeit lassen, sich zu einem modernen „Alexander“ zu entwickeln!

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@Clemens Klein:
Ich verstehe Ihre Frage nicht ganz. Zu der Webseite möchte ich nicht weiter Stellung nehmen, ich wollte nur den Trend im Sauerstoff klarstellen. Auf der Webseite heisst es, die Sauerstoffkonzentration habe sich in den letzten 100 Jahren nicht geändert. Das ist nicht korrekt. Man misst die Sauerstoffkonzentration seit etwa 1990 und die Abnahme ist deutlich. Die Verhältnisse von O2 Abnahme und CO2 Zunahme können benutzt werden um das Kohlenstoffbudget zu bestimmen, da die verschiedenen Aufnahmeprozesse unterschiedliche Einflüsse auf CO2 und O2 haben (Figur 1 hier: http://www.up.ethz.ch/people/plattner/Publications/plattner02gbc.pdf )

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@ Reto Knutti

Ihre Feststellung: >Entgegen der Aussage, die Sie zitieren, nimmt die Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre klar ab, konsistent mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Dies ist eine wichtige Grösse um das globale Kohlenstoffbudget zu bestimmen<
… ist axiomatisch und daher unwiderlegbar richtig.

Die Behauptung: „Eine CO2-Deponierung, in irgendeiner Form, sei es in der Luft oder in den Ozeanen, hätte ein Absinken des Sauerstoffgehaltes der Luft unweigerlich zur Folge! Der Sauerstoffgehalt der Luft hat sich in den letzten 100 Jahren nicht verändert“ – setzt auch die axiomatische Grundlage voraus… Jedoch, wie sollte exo- oder endotherm, in freier Athomsphäre O2 und CO2, denn noch einmal reagieren ?

Alle Atemluftbestandteile sind partiell beteiligt und müssen – ob ihrer Wirkung – auch so behandelt werden.

Die Website: http://medien.freepage.de/co2solution/ habe ich in Ihrem Klimablog erstmals gefunden und gewundert, dass bisher nichts dazu gesagt wurde.

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@ Clemens Klein:
Entgegen der Aussage, die Sie zitieren, nimmt die Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre klar ab, konsistent mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Dies ist eine wichtige Grösse um das globale Kohlenstoffbudget zu bestimmen.
http://www.mlo.noaa.gov/programs/coop/scripps/o2/o2.html

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„Außer Spesen nichts gewesen!“ – ist Fazit am Ende von COP 15:

Aber was sagt eine Chemikerin zu?:
„Somit ist allein der Sauerstoffgehalt der Luft als Gradmesser tauglich, um festzustellen ob das CO2, das durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, von den CO2-aufnehmenden Pflanzen komplett verwendet wird oder nicht! Eine CO2-Deponierung, in irgendeiner Form, sei es in der Luft oder in den Ozeanen, hätte ein Absinken des Sauerstoffgehaltes der Luft unweigerlich zur Folge! Der Sauerstoffgehalt der Luft hat sich in den letzten 100 Jahren nicht verändert. Schwankungen entstehen durch Pflanzenwachstumsperioden und sind allenfalls jahreszeitlich/witterungs/bedingt. Eine Sauerstoffpufferung gibt es nicht. Richtig ist allein: Sobald CO2 verfügbar wird, beginnen Pflanzen das CO2 wieder zurückzuverwandeln in Sauerstoff für unsere Luft, bis CO2-Mangel das Pflanzenwachstum bremst. Es stellt sich ein Gleichgewicht ein, zwischen dem angebotenen CO2 und der Wuchsgeschwindigkeit der CO2-Verwerter. Pflanzen steigern ihre Wuchsgeschwindigkeit bis zu einem CO2-Gehalt von 1% bis zu 5%. (Pflanzengattungsabhängig.) Bei unserem CO2-Gehalt der Luft von ca. 0.03% bewegen sich diese am unteren Rand des Möglichen. (Gewissermaßen mit einer mehr als 30fachen Leistungsreserve!) Quelle, http://medien.freepage.de/co2solution/

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Wieso musste Kopenhagen scheitern? Waren wir zu idealistisch, zu utopistisch, hat unser Glaube, daß „wir es können“, uns dazu verleitet die Welt zu rosarot zu sehen? Oder hat uns doch der CO2-Schleier geblendet? Um ehrlich zu sein, war es doch seit dem klar, daß es seit dem Treffen der Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit APEC kaum zu mehr als dem erreichten Minimalkonsens reichen würde. Was uns für eine erfolgreiche und nachhaltige Klimapolitik fehlt, ist eine inhaltliche und institutionelle Neuausrichtung der internationalen Kooperation. In der Geschichte gibt es dafür kaum Beispiele, mit Ausnahme der seinerzeit völlig unerwarteten Reformpolitik von Michail Gorbatschow. Und eben solch eine Person ist derzeit nicht erkennbar, daher mußte auch der Klimagipfel scheitern.

Wieso gilt dies? Sind und waren da nicht berechtigte Hoffnungen, daß eine Persönlichkeit wie der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika mit seinem dogmagewordenen „Yes we can“-Leitmotto dem Dilemma der Klimapoltik Rückhalt und Form geben konnte? Es gibt meiner Ansicht dreierlei Argumente, dies zu verneinen: (1) mit der Last des Friedensnobelpreis, begründet auf seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken, konnte er nicht mehr für alle der unvervangene Verhandlunspartner sein, (2) ist es noch zu früh in seiner Regierungsperiode, als daß er sich des uneingeschränkten sozialen wie politischen Rückhalts gewiß sein konnte, um klimapolitische Akzente setzen und den Klimaskeptizismus der Bush-Ägide zu beseitigen und (3) folgt er der Grundhaltung, welche seit jeher einen US-Präsidenten charakterisiert haben, daß ein Präsident nach außen stark, jedoch nach innen schwach ist und er damit einen viel stärkeren Fokus, im Kontext der weiterhin anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise, auf eine ökonomische Stabilisierung im eigenen Land setzen muß, als sich auf klimapolitisches Kleinklein einzulassen.

Abgesehen davon, käme solch ein eingeständnis nicht überaschend, wie es seinerzeit bei Michail Gorbatschow und seinem Eingeständnis des Bankrotts des realsozialistische Modell war. Die Frage ist daher, wo und wer ist der moderne „Alexander“, welcher historisch den Gordischen Klimaknoten zerschlagen und ein neues Zeitalter erzwingen kann?

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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