ETH-Klimablog - Politik - Velkommen til København – Willkommen in Kopenhagen!

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Velkommen til København – Willkommen in Kopenhagen!

10.12.2009 von

«Let’s get it done!» – «Bringen wir es zu Ende!» ruft es durch das Bella Center, dem Konferenzzentrum, in dem die UN-Weltklimakonferenz (COP15) dieses Jahr stattfindet. Es ist Montagmorgen und für einen Moment ist Ruhe ins Center eingekehrt. Die dänische Umweltministerin Connie Hedegaard hält gerade ihre Eröffnungsrede zur Konferenz. Jung und Alt starren gebannt auf die LCD-Bildschirme, die an jeder Ecke des Centers angebracht sind. Wie auf Knopfdruck lösen sich die Teilnehmer nach der Eröffnung aus ihrer Starre und gehen wieder schnellen Schrittes ihrer Wege: Abgeordnete hasten zurück zu den «Delegation Offices», währenddessen Vertreter der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu ihren dekorierten Ausstellungsständen eilen.

Ruf nach ehrgeizigem Klimavertrag

Während ich herumlaufe, bekomme ich einen Flyer zu einem Workshop zur Nahrungssicherheit in die Hand gedrückt. Die andere Hand hält die Tageszeitung eines Umweltinstituts, die mich über den Stand der Verhandlungen aufdatiert. Die Solidarität und die Stossrichtung der Teilnehmer in Richtung einer «Low-Carbon Society» – einer Gesellschaft mit geringem Kohlenstoffverbrauch – ist überwältigend.

Gibt es konkrete Lösungen und Ideen? Mehr zufällig als geplant sitze ich in einem kleinen Raum während eine Stimme doch etwas laut aus dem Lautsprecher dringt und studiere die Broschüre, die vor mir liegt: «101 Solutions» um die Klimakrise zu lösen (http://101-solutions.org).

Sind Technik und Wirtschaft für einen Wandel bereit? David Blood von «Generation Investment Management» und dem «Copenhagen Climate Council» beantwortet die Frage in einer Podiumsdiskussion: Die Wirtschaft rufe nach einem ehrgeizigen Klimavertrag. Ausserdem müsse ein Preis auf Kohlenstoff festgesetzt werden, denn so können Kapital und Investitionen für einen Übergang in eine kohlenstoffarme Wirtschaft generiert werden.

NGOs als Stimme der Zivilgesellschaft

Lorenzo sehe ich am Austellungsstand seiner NGO wieder. Wir trafen uns im Nachtzug von Basel nach Kopenhagen und die dünnen Wände des Zuges ermunterten uns zu einer längeren Diskussion über denn Sinn und Zweck von NGOs. Die Stände und Aktionen der NGOs bilden einen wichtigen Teil dieser Konferenz. Sie verschaffen der Zivilgesellschaft hier auf eine kreative Weise eine Stimme.

Ein durch das Bella Center wandelnder Wald mit der Aufschrift «Cut carbon – not trees» ermahnt uns zum Beispiel, statt den Baumbestand den Kohlenstoffausstoss zu verkleinern. Dem Land, das die Verhandlungen am stärksten blockiert, wird allabendlich der «Fossil of the Day»-Preis verliehen.

«FAB-Abkommen»: fair, ambitiös, rechtlich bindend

Kumi Naidoo, Generaldirektor bei Greenpeace International, sieht in den weltweiten Aktionen eine Forderung nach einem «FAB-Abkommen» in Kopenhagen: Fair muss es sein, Ambitiös und rechtlich Bindend. Dadurch brachte er indirekt die kürzlichen Avancen der Industrieländer ins Gespräch, den zweigleisigen Ansatz der letzten Jahre (die Klimarahmenkonvention UNFCCC und das Kyoto Protokoll) aufzugeben.

Hier in Kopenhagen scheinen alle Teilnehmer bereit zu sein für einen Wandel in eine nachhaltige Zukunft. Hoffen wir, dass es die Delegationen auch sind. Als Motivator genügen die drei Worte, die überall in Kopenhagen zu hören sind: «Climate Justice Now» – «Klimagerechtigkeit jetzt»!

Zum Autor

Markus Huber schreibt seine Doktorarbeit im Gebiet der Klimaphysik an der ETH Zürich. Zurzeit weilt er in Kopenhagen und nimmt als Gast an der Klimakonferenz teil. Persönliches Zitat und Biografie

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Kommentare (1) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Unter deinen Eindrücken kann man sich was vorstellen! Die Erzählungen vom wandelnden Wald und vom „Fossil of the Day“ klingen nach viel grassroots-Aktivismus, gibt’s bald auch Bilder dazu?

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